Wenn Sie als GmbH-Gesellschafter Geld auf Ihre GmbH transferieren möchten, stehen Ihnen prinzipiell drei Möglichkeiten zur Verfügung: Erhöhung des Stammkapitals, Einzahlung auf die Kapitalrücklage oder Bereitstellung eines Gesellschafter-Darlehens. Durch Erhöhung des Stammkapitals steigt die Bonität Ihrer GmbH. Doch hat dies mehrere Nachteile. Die ersten zwei sind, dass die Gesellschafter die Erhöhung des Stammkapitals notariell bezeugen lassen und beim Handelsregister anmelden müssen. Außerdem kann man später das Geld nur über einen sehr aufwendigen Weg, der Kapitalherabsetzung, aus dem Stammkapital abziehen. Auch bei der Einzahlung in die Kapitalrücklage ist ein Zugewinn bei der Bonität zu verzeichnen. Damit ist allerdings der Nachteil verbunden, dass der Abzug des Geldes später aufwendig ist und mit Steuern einhergeht. Ein Gesellschafter-Darlehen kann ohne Aufwand, sowohl eingezahlt als auch später wieder zurückgezahlt werden. Allerdings fehlt hier der Vorteil einer steigenden Bonität. Jedoch kann ein Darlehen nachträglich als Einzahlung in das Stammkapital oder in die Kapitalrücklage umfunktioniert werden.

Geld in GmbH einzahlen: welche Methode ist die optimalste?

Geld in GmbH einzahlen: welche Methode ist die optimalste?


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Im Video erklären wir Ihnen die Vorteile & Nachteile der drei Optionen, mit denen Sie Geld in Ihre GmbH einzahlen können.

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1. Das Kapital einer GmbH: Stammkapital und andere Bilanzposten

Bei einer GmbH ist das zur Gründung bestimmte Stammkapital ein fester Bilanzposten im Rahmen des Eigenkapitals. Darüberhinaus gibt es aber auch andere Posten, die Geldmittel der GmbH ausweisen können. Wenn also GmbH-Gesellschafter, nach der Gründung und Leistung der Einlage auf das Stammkapital, ihrer GmbH weitere Geldmittel zur Verfügung stellen möchten, dann kann man dies auf verschiedene Weisen bewerkstelligen. Doch führen diese unterschiedlichen Möglichkeiten zu vielfältigen Konsequenzen. Deshalb widmen wir uns in diesem Beitrag der Frage, welche Option hierbei zu welchen Folgen führt. Darauf basierend schlussfolgern wir am Ende, welcher Weg der vorteilhafteste ist.


2. Geld in GmbH einzahlen – Option 1: Erhöhung des Stammkapitals

Wenn Sie als GmbH-Gesellschafter Geld in Ihre GmbH einzahlen möchten indem Sie das Stammkapital erhöhen, dann bedeutet dies, dass die Gesellschafter dadurch weitere Geschäftsanteile erhalten. Dazu ist eine Satzungsänderung des Gesellschaftsvertrags erforderlich, der wiederum einer notarielle Bestätigung bedarf. Außerdem ist dann die Erhöhung des Stammkapitals beim zuständigen Handelsregister anzumelden (§ 55 GmbHG).

Für viele Banken stellt eine solche Erhöhung des Stammkapitals einen Beweis für die Bonität der GmbH dar. Deshalb erscheint die Erhöhung des Stammkapitals bei der Beschaffung eines Kredits durchaus lohnenswert.

Allerdings beinhaltet die Erhöhung des Stammkapitals auch die Beachtung von Regeln, wenn Gesellschafter später Geld aus dem Stammkapital wieder abziehen möchten. Denn dies stellt eine Herabsetzung des Stammkapitals dar. Dabei ist die Kapitalherabsetzung beim Handelsregister anzumelden sowie eine Wartefrist von einem Jahr einzuhalten. Damit gibt man etwaigen Gläubigern der GmbH Gelegenheit, um der Kapitalherabsetzung zu widersprechen. Äußert ein Gläubiger diesen Wunsch, dann muss die GmbH ihm seine offenen Forderungen auszahlen, zumindest aber sicherzustellen, dass dies auch weiterhin möglich ist.


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3. Geld in GmbH einzahlen – Option 2: Einzahlung in die Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage einer GmbH ist ein Bilanzposten des Eigenkapitals, der dazu dient, um der Gesellschaft liquide Mittel zur Verfügung zu stellen. Somit klingt dies, als sei die Kapitalrücklage der ideale Posten, in den ein GmbH-Gesellschafter Geld auf seine GmbH transferieren kann. Überdies nehmen auch mögliche Kreditgeber die Kapitalaufstockung über die Kapitalrücklage als Hinweis für eine solide Bonität der Gesellschaft wahr.

Im Detail ist dabei einiges zu beachten. So bildet hierzu ein einfacher Gesellschaftsbeschluss die Grundlage zur Einzahlung finanzieller Mittel in die Kapitalrücklage. Allerdings handelt es sich bei der Kapitalrücklage um ein steuerliches Einlagekonto. Zwar ist die Auszahlung aus der Kapitalrücklage steuerfrei möglich, doch ist dabei eine gesetzliche Verwendungsreihenfolge zu beachten. Dabei gilt folgende Reihenfolge: bevor man die Kapitalrücklage an den Gesellschafter auszahlt, muss die GmbH zunächst jeglichen, im steuerlichen Einlagekonto ebenfalls vorhandenen Gewinn an den Gesellschafter ausschütten. Diese Dividende unterliegt dann der Kapitalertragsteuer, die mit 25 % als Quellensteuer anfällt. Erst wenn diese Besteuerung thesaurierter Gewinne als Bedingung erfüllt ist, kann auch die steuerfreie Rückzahlung der Kapitalrücklage erfolgen.


4. Geld in GmbH einzahlen – Option 3: Gewährung eines Gesellschafter-Darlehens

Auch die dritte Option, mit der Sie Geld in ihre GmbH einzahlen können, ist als Bilanzposten auf der Passivseite zu verorten. Während jedoch die vorigen Beispiele die Einzahlung als Eigenkapital verbuchen, ist die Gewährung eines Darlehens von Seiten eines Gesellschafters als Fremdkapital anzusehen. Folglich fällt die Bewertung einer solchen Verbindlichkeit durch ein Kreditinstitut anders aus, als bei den beiden anderen Optionen. Wenn eine Bank bei der Vergabe eines Kredits dennoch erwartet, dass ein solches Gesellschafter-Darlehen zur Absicherung der Bonität erforderlich ist, kann man das Darlehen unter Berücksichtigung der dabei vorgesehenen gesetzlichen Bedingungen entweder ins Stammkapital oder in die Kapitalrücklage umbuchen.

Dafür glänzt die Möglichkeit mittels eines Gesellschafter-Darlehens Geld in eine GmbH einzahlen zu können mit dem Vorteil einer einfachen Einzahlung. Auch die Rückzahlung ist einfach. Überdies ist sie auch noch steuerfrei. Zudem ist es hierbei ohne Belang, ob der Gesellschafter nun in Deutschland oder im Ausland ansässig ist.

Jedoch ist hierbei eine Besonderheit zu beachten: das Darlehen sollte verzinst sein. Findet keine Verzinsung des Darlehens statt, dann sieht das Einkommensteuergesetz eine Abzinsung vor. Dies bedeutet, dass etwa die Hälfte des Darlehens als außerordentlicher Ertrag der Besteuerung unterliegt. Deshalb ist das Darlehen stets mit einem Zinssatz zu versehen. Dieser sollte angemessen sein, was heutzutage bereits aber einem Zinssatz von 1 % realistisch ist.

Um die gegenseitige Zahlungen im Zusammenhang mit einem solchen Darlehen zu optimieren, kann ein GmbH-Gesellschafter mit seiner GmbH ein Kontokorrent-Verfahren anwenden. Dadurch sind keine spezifischen Darlehensverträge oder Vereinbarungen zur Rückzahlung erforderlich.


5. Abschließende Analyse: auf sinnvolle Weise Geld in GmbH einzahlen

Nach Betrachtung aller Optionen, mit denen ein GmbH-Gesellschafter Geld in die eigene GmbH einzahlen kann, stellen wir fest, dass das Gesellschafter-Darlehen hierbei durch die einfache Handhabung der Einzahlung und Rückzahlung besticht. Denn dies stellt den größten Nachteil der Optionen bei der Einzahlung von Geld auf das Stammkapital oder in die Kapitalrücklage dar. Dieses Geld ist aufgrund der besonderen Bedingungen, die an eine Rückzahlung geknüpft sind, kaum noch an den Gesellschafter zurückzahlbar. Sofern eine Verzinsung des Darlehens stattfindet, ist diese Option darüberhinaus steuerfrei. Selbst wenn die GmbH um ein Bankdarlehen ersucht und dabei die Voraussetzung gefordert wird, dass das Darlehen in einen Bilanzposten im Eigenkapital zu transformieren ist, also entweder ins Stammkapital oder in die Kapitalrücklage, kann dies auf relativ einfache Weise erfolgen.


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