Das Steuerrecht in Namibia

Eine Steueroase in der Namib?

Wie man in Namibia Steuern zahlt

Namibia ist einer der jüngsten Staaten in Afrika. Daher hatte Namibia ausreichend Gelegenheit, um sich bei der Erarbeitung seines Steuerrechts an anderen Vorbildern zu orientieren. Herausgekommen ist ein innovatives, vor allem aber kompetitives Steuerrecht, dass sowohl viele Anreize für in- und ausländische Investoren bereithält als auch auf die eigenen nationalen Bedürfnisse Rücksicht nimmt. Besonders interessant hierbei ist, dass man in Namibia Steuern nach dem Territorialitätsprinzip erhebt. Kein Wunder also, dass die EU Namibia in der Vergangenheit auf ihre schwarze Liste der Steueroasen setzte. Mittlerweile ist diese Einstufung aber wieder revidiert worden.

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Unser Video: Das Steuerrecht der Eidgenossen

In diesem Video erklären wir, welche Steuern es in der Schweiz gibt und welche Unterschiede im Vergleich zum deutschen Steuerrecht bestehen.

Inhaltsverzeichnis


1. Steuern in Namibia – Einleitung

Wer auf die schwarze Liste der EU von 2017 schaut, findet dort das afrikanische Land Namibia. Damals galt der Staat auf der Südhalbkugel als Steueroase uns sollte durch diese Auflistung zu einer steuerlichen Kooperation bewogen werden.

Seitdem sind schon einige Jahre vergangen, in denen Namibia es schaffte der unvorteilhaften EU-Liste wieder zu entgehen. Es sieht derzeit so aus, als könne Namibia ihr auch dauerhaft fernbleiben. Daher ist dies ein guter Grund für uns, um einmal zu eruieren, wie man heutzutage in Namibia Steuern zahlt.

2. Allgemeines über Namibia

2.1. Geografische Lage Namibias

Die Republik Namibia liegt im Südwesten Afrikas. Es grenzt im Norden an Angola, im Osten an Botswana und im Süden an Südafrika. Der Atlantik umspült die 1.500 km lange Küste im Westen. Es wirkt surreal, wie dort der Ozean auf einen ausgedehnten Sandstrand brandet, der sich zum Inland hin als Wüste, teils mit hohen Dünen, scheinbar endlos weitet. Noch surrealer wirkt allerdings die Küste, wenn sie dank der Verdunstung des Meerwassers morgens oft in dichtem Nebel liegt – ein starker Kontrast zur Wüste.

Dieser Küstennebel ist seit der Zeit der ersten Seefahrt in dieser Region ein beständiges Risiko für Reisen auf dem Meer. Kein Wunder also, dass ein Küstenstreifen aufgrund der vielen Schiffswracks als Skelettküste berüchtigt ist.

Den Namen hat der Staat von seiner weite Teile des Landes bedeckenden Wüste Namib erhalten. Übrigens ist sie die geologisch älteste Wüste der Welt. Aber auch die meisten anderen Landesteile sind von aridem Klima mit ausgedehnten Steppen und Savannen geprägt, von denen die Etosha-Pfanne im gleichnamigen Nationalpark und die Kalahari die wohl bekanntesten Regionen sind. Regen fällt hier landesweit sehr selten.

2.2. Wirtschaftsfaktoren in Namibia

Lediglich im Norden und Nordosten des Landes reicht es für etwas Landwirtschaft, die vor allem von Tierzucht dominiert wird. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist auch noch der Fischfang vor der Küste, der durch den kalten Benguelastrom fischreich ist. Auch der Tourismus ist ein zunehmend an Bedeutung gewinnender Wirtschaftsfaktor in Namibia, der somit ebenfalls Steuern einbringt. Den größten ökonomischen Wert schöpft Namibia jedoch aus seinen reichen Bodenschätzen, insbesondere an Diamanten und Uran. Allein die Diamantförderung trägt zu einem Drittel der Exporteinnahmen Namibias bei.

2.3. Geschichte Namibias

Die Geschichte Namibias ist von vielfältigem Wandel geprägt. Schon in vorkolonialer Zeit führten regionale Völkerwanderungen zu zahlreichen Auseinandersetzungen. Nach Inanspruchnahme der Küste durch die Portugiesen im ausgehenden 15. Jahrhundert blieb das Gebiet zwar noch eine ganze Weile von europäischen Einflüssen weitestgehend verschont. Doch spätestens mit der Kolonialisierung Südafrikas durch die Briten setzte auch die Besiedlung durch Europäer in Namibia ein. Zwar blieben sie lange eine Minderheit, aber ihre Machtstellung festigte sich rasch und ebenso ihre Landnahme.

Dies führte Ende des 19. Jahrhunderts dazu, dass das Deutsche Kaiserreich als Schutzmacht die Kontrolle über das zu der Zeit Deutsch-Südwestafrika genannte Schutzgebiet übernahm. In der damals allgemeinen rassischen Verblendung versäumte man eine ausgleichende, einvernehmliche Regelung mit der ansässigen polyethnischen Bevölkerung, sodass es 1904 zunächst zu einem Aufstand der Herero kam, den man blutig niederschlug, um anschließend die Überlebenden der Wüste zu überlassen. Auch den Nama, die zunächst ebenfalls die Herero bekämpften, war bei ihrem Freiheitsstreben kein Glück beschienen.

Doch die deutsche Dominanz näherte sich zu jener Zeit bereits ihrem Ende. Denn mit dem Ersten Weltkrieg besetzten die Briten das Land, das fortan keine deutsche Kolonie mehr war. Stattdessen stattete der Völkerbund nach dem Krieg Südafrika mit einem Mandat aus, um das Land zu verwalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg strebte Südafrika eine Eingliederung Südwestafrikas in sein Staatsgebiet an. Da es sich jedoch nach wie vor um ein Mandatsgebiet handelte, musste nun auch die UN dem Ansinnen zustimmen. Doch diese blieb aus. Das hielt Südafrika aber keineswegs davon ab, weitere Schritte zu unternehmen, um die Eingliederung voranzutreiben, sodass Südafrika erst das Mandat und dann den Sitz bei den Vereinten Nationen verlor.

Mit sowjetischer und kubanischer Unterstützung entwickelte sich in der Folgezeit ein Untergrundkrieg zur Befreiung von Südafrika. Dieser führte gemeinsam mit dem beginnenden Ende des Apartheitsregimes in Südafrika 1990 letztendlich zur Unabhängigkeit Namibias.

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3. Steuern in Namibia

3.1. Grundlagen, nach denen Namibia Steuern erhebt

Schon an diesem Punkt überrascht uns eine uns unbekannte Voraussetzung, nach der Namibia, anders als viele andere Staaten der Welt, Steuern erhebt. Namibia hat nämlich statt einer Steuerpflicht, die sich nach dem Aufenthalt eines potentiellen Steuerpflichtigen richtet, eine Besteuerung nach der Quelle eingeführt. Während wir in Deutschland das Welteinkommen besteuern, orientiert sich das Steuerrecht in Namibia am Territorialitätsprinzip. Allerdings gibt es hierbei auch einige Ausnahmen. Jedenfalls ist dies ein verlockender Ansatz, um auf internationaler Ebene Steuern zu sparen.

Bemerkenswert ist aber auch das Fiskaljahr, nach dem Namibia Steuern erhebt. So beginnt es stets mit dem 1. März eines Jahres, weicht somit vom Kalenderjahr ab, das in Deutschland und den meisten anderen Ländern maßgebend ist.

3.2. Einkunftsarten in Namibia

In Namibia zahlt man Steuern auf Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Vermietungs- und Verpachtungseinkünfte, Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft sowie aus Gewerbebetrieb. Allerdings gelten für (handels-)gewerbliche sowie land- und forstwirtschaftliche Einkünfte besondere Regeln, die sie unter Umständen der Körperschaftsteuer unterwerfen.

Dem hingegen fallen in Namibia keine Steuern auf Kapitalerträge an. Hierzu zählen auch Gebühren auf Lizenzvergaben und andere Nutzungsrechte an immateriellen Gütern (mit Ausnahmen, die jenen beim Unternehmensverkauf gleichen). Auch Dividenden und Zinsen bleiben im Inland steuerfrei. Bis auf wenige Ausnahmen kann man in Namibia auch Gewinne aus der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen ohne Steuern vereinnahmen. Diese Ausnahmen betreffen Beteiligungen an Erdöl- und Minenunternehmungen, die somit steuerpflichtig sind.

3.3. Steuern in Namibia: Einkommensteuer

3.3.1. Allgemeine Regelungen zur Einkommensteuer in Namibia

Bei der Besteuerung des Einkommens in Namibia gibt es ein ähnliches Schema, wie in Deutschland. Dabei geht man von einem Gesamteinkommen aus, zieht hiervon eventuell steuerbefreite Einkünfte ab und kommt somit zum Einkommen. Hiervon kann man weitere Aufwendungen, wie etwa Werbungskosten sowie Abschreibungen und bestimmte Verluste abziehen. Selbstverständlich müssen diese Aufwendungen im Zusammenhang mit einer beabsichtigten Einnahmenerzielung stehen. Außerdem gilt dies nur für steuerpflichtige Einnahmen. Solche, die steuerbefreit sind, bleiben hier also außer Ansatz. Wer zum Beispiel Anteile an einem Unternehmen verkauft und dabei Vermittlungsprovisionen zahlte, kann dies keineswegs als Werbungskosten zum Abzug bringen. Weiterhin bleiben Beitragszahlungen für Krankenversicherungen durch Arbeitgeber steuerfrei. Damit hat man das zu versteuernde Einkommen berechnet, auf das man dann den jeweiligen Steuertarif anwendet.

3.3.2. Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben in Namibia

Übrigens: bezieht man Lohn oder Gehalt, ist dies, so, wie in Deutschland, lohnsteuerpflichtig. Außerdem tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Sozialversicherungsabgaben jeweils zur Hälfte. Sie betragen 0,9 % des Lohns oder Gehalts, mindestens jedoch NAD 2,70 und maximal NAD 81 pro Monat je Seite (insgesamt also maximal NAD 162). Ein Namibischer Dollar (NAD) entspricht dabei etwa EUR 0,05. Oder umgekehrt: Ein Euro entspricht etwa NAD 20.

Arbeitgeber sind verpflichtet innerhalb einer Frist von 20 Tagen nach Ablauf des Auszahlungsmonats die entsprechend einbehaltene Einkommensteuer ihrer Beschäftigten an die Finanzkasse abzuführen.

Zahlt man einen Teil der Einkünfte in eine Rentenversicherung zur Altersvorsorge ein, kann man diese bis zu einem Betrag von 40.000 NAD pro Jahr steuerlich als Abzug bei der Einkommensermittlung ansetzen.

3.3.3. Steuerprogression in Namibia

Die Steuertarife in Namibia sind in sieben Stufen gestaffelt:

vonbisSteuersatz
NAD 0NAD 50.0000 %
NAD 50.001NAD 100.00018 %
NAD 100.001NAD 300.00025 %
NAD 300.001NAD 500.00028 %
NAD 500.001NAD 800.00030 %
NAD 800.001NAD 1.500.00032 %
über NAD 1.500.00137 %

3.4. Steuern in Namibia: Quellensteuern

Aufgrund des Territorialitätsprinzips bei der Erhebung von Steuern in Namibia ergeben sich verschiedene Quellensteuern, die man in Namibia abzuführen hat, wenn die Quelle der Einkünfte in Namibia liegt. Eine Hinzurechnungsbesteuerung (CFC-Rules) ist in Namibia hingegen unbekannt.

3.4.1. Quellensteuer auf Dividenden in Namibia

Wenn Gesellschafter im Ausland Ausschüttungen seitens eines namibischen Unternehmens erhalten, ist dieses zum Einbehalt einer Quellensteuer in Höhe von 20 % verpflichtet. Wenn jedoch eine ausländische Kapitalgesellschaft zu mehr als 25 % an einer solchen Gesellschaft in Namibia beteiligt ist, reduziert sich der Steuersatz auf 10 %.

Übrigens ist die Quellensteuer 20 Tage nach dem Beschluss zur Auszahlung der Dividende fällig.

3.4.2. Quellensteuer bei Überweisung von Zinsen ins Ausland

Wenn eine in Namibia ansässige Person Zinszahlungen ins Ausland leistet, ist sie verpflichtet 10 % als Quellensteuer einzubehalten und an die einheimische Finanzverwaltung zu überweisen. Dabei gilt eine Frist von 20 Tagen nach Ablauf des Monats, in dem die Zinszahlung erfolgte.

3.4.3. Quellensteuer auf Lizenzzahlungen und vergleichbare Gebühren

Lizenzgebühren und andere Zahlungen für die Gewährung von Rechten oder Überlassung von Mitteln an Empfänger außerhalb Namibias belegt das Land mit einer Quellensteuer von 10 %. Unter die Überlassung von Mitteln fällt auch die Vermietung von Einrichtungen, unter anderem Maschinen und Anlagen (etwa zu Forschungszwecken oder zum Abbau von Mineralstoffen).

3.4.4. Quellensteuer auf ausländische Dienstleistungen

Ebenfalls mit 10 % muss man in Namibia Quellensteuern einbehalten, wenn man Dienstleistungen eines ausländischen Anbieters annimmt. Dabei geht es aber insbesondere um Beratungsdienstleistungen, die im Bereich Unternehmensberatung, Management oder in technischer Unterstützung bestehen.

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3.5. Steuern in Namibia: Körperschaftsteuer

3.5.1. Körperschaftsteuerpflicht in Namibia

Kapitalgesellschaften und andere Körperschaften in Namibia unterliegen der Körperschaftsteuer. Wie bereits zuvor erwähnt versteuern außerdem bestimmte land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie gewerbliche Unternehmen ihre Einkommen nach den Vorschriften des namibischen Körperschaftsteuerrechts.

Für Firmen aus dem Ausland, die in Namibia Einkommen generieren, gilt, dass sie auch dort Steuern zahlen müssen. Dabei kann es erforderlich sein, sich oder zumindest eine Filiale in Namibia registrieren zu lassen. Besteht mit dem Land, in dem die ausländische Firma ihren Sitz hat, ein Doppelbesteuerungsabkommen, kommt eine Besteuerung der einheimischen Einkünfte in Namibia nur dann in Frage, wenn diese eine Betriebsstätte in Namibia unterhält. Andernfalls mag eine Quellenbesteuerung greifen (siehe oben).

3.5.2. Allgemeine Regelungen zur Körperschaftsteuer in Namibia

Auch hierbei existiert ein Schema, nach dem man das steuerpflichtige Einkommen ermittelt. Zunächst addiert man alle Einkünfte zu einem Gesamteinkommen zusammen. In der Regel bleiben dabei Kapitaleinkünfte außen vor. Davon zieht man zulässige steuerfreie Beträge ab und erhält das Einkommen. Nun nimmt man wiederum Kürzungen vor, sofern sie durch das Steuerrecht in Namibia erlaubt sind. Dazu zählen etwa Verluste oder Aufwendungen, die der Erzielung der Einkünfte dienten. Sind solche Ausgaben aber selber steuerfrei gewesen, entfällt auch die Abzugsmöglichkeit. Auf diese Weise berechnet man das zu versteuernde Einkommen.

3.5.3. Der Körperschaftsteuersatz in Namibia

Bei der Körperschaftsteuer folgt auch Namibia dem Trend, eine pauschale Besteuerung statt eines progressiven Steuertarifsystems zu folgen. So zahlen die meisten Unternehmen in Namibia Steuern in Höhe von 32 % . Dies gilt auch für ausländische Niederlassungen in Namibia. Mit 55 % zahlen Diamantminenbetreiber und Firmen, die als Zulieferer für diese Unternehmen dienen, einen deutlich höheren Steuersatz. Andere Minenbetreiber und ihre Zulieferer zahlen auf ihr Einkommen 37,5 % an Steuern in Namibia.

3.5.4. Wirtschaftliche Förderprogramme in Namibia

Hingegen kann man als registrierter Hersteller von Waren einen Steuersatz von 18 % zahlen, allerdings nur in den ersten zehn Jahren nach Gründung des Unternehmens. Darüber hinaus gibt es auch noch weitere Anreize, um Hersteller bei der Produktion von Waren in Namibia zu fördern.

Von einer anderen Förderung profitieren hingegen Exporteure von Industriegütern. Dabei ist es unerheblich, ob die von ihnen exportierten Güter in Namibia oder im Ausland hergestellt wurden. Interessant für sie ist, dass ihnen ein Freibetrag von 80 % auf Einnahmen aus dem Export dieser Güter zusteht.

Und wenn Unternehmen die Verarbeitung oder Veredelung von Waren für den Export außerhalb der SADC (Southern African Development Community) vornehmen, dann sind ihre Einkünfte sogar gänzlich von der Körperschaftsteuer befreit. Allerdings muss sich ein solches Unternehmen in einer sogenannten EPZ (Export Processing Zone) registrieren und niederlassen. Dies ist mit einer Freizone oder einem Freihafen vergleichbar.

Besonders bemerkenswert sind die sehr großzügigen Abschreibungsraten für Unternehmer in Namibia. So kann man beispielsweise bei der Errichtung eines Fabrik- oder Lagergebäudes im ersten Jahr nach Fertigstellung 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abschreiben und dann jährlich mit einer Rate von 4 % fortfahren. Bei den besonders geförderten Unternehmen kann diese Rate sogar auf 8 % verdoppelt sein. Weiterhin dürfen Minengesellschaften ihre gesamten Explorationskosten im ersten Betriebsjahr abschreiben. Ihre Entwicklungskosten sind zudem innerhalb von drei Jahren nach Inbetriebnahme einer Miene linear abzuschreiben.

3.6. Steuern in Namibia: Jährliche Abgaben auf Stammkapital

Ergänzend zur Körperschaftsteuer muss noch eine Besonderheit erwähnt werden. So fällt eine jährliche Abgabe auf das Stammkapital von Unternehmen an. Sie beträgt pro angefangenem Betrag von NAD 10.000 NAD 6.5. Der Mindestbetrag für diese Abgabe beläuft sich jährlich auf NAD 120.

3.7. Umsatzsteuer in Namibia

Die Besteuerung von Umsätzen in Namibia ist, ebenso wie in Deutschland, auf Lieferungen und Leistungen ausgerichtet. Außerdem handelt es sich auch dort um eine Mehrphasensteuer. Der allgemeine Steuersatz beträgt 15 %, der ermäßigte 0 %. Darüber hinaus gibt es Umsätze, die steuerfrei sind.

Da es nur zwei Umsatzsteuersätze gibt, sofern keine Umsatzsteuerfreiheit besteht, ist es am einfachsten, wenn man die Umsätze auflistet, die zu 0 % besteuert werden. Denn alle anderen sind dann automatisch mit 15 % Umsatzsteuer belegt. So gehören zu den Lieferungen und Leistungen, die eine Umsatzsteuer von 0 % bedingen, Kraftstoffe, gewisse Grundnahrungsmittel (beispielsweise unverarbeitete frische oder getrocknete Bohnen, Sonnenblumenöl, Brot, Mehl, Zucker, frische Milch), Verkauf oder Bauleistungen an Wohnimmobilien, internationale Transporte, Beerdigungen und Damenbinden. Von der Umsatzsteuer ganz ausgenommen sind Vermietungen von Wohnimmobilien, gewisse Dienstleistungen im Gesundheitssektor, inklusive solchen in zugelassenen Kliniken und Krankenhäusern, Finanzdienstleistungen, Bildung und öffentlicher Verkehr innerhalb der eigenen Landesgrenzen, um nur die Wichtigsten zu nennen.

3.8. Steuern auf Vermögen in Namibia

Anders als in vielen Teilen der Welt und auch anders als in Deutschland sieht das Steuerrecht in Namibia keine Besteuerung von Vermögen vor. Weder gibt es eine Grundsteuer noch eine Erbschaft- oder Schenkungsteuer und erst recht keine allgemeine Vermögensteuer.

3.9. Steuern in Namibia: Stempelsteuer

Dennoch können Abgaben in Bezug auf bestimmte Vermögen entstehen. Dies gilt nämlich bei der Übertragung von Vermögen, insbesondere von Immobilien. Denn hierbei ist eine Stempelsteuer zu zahlen. So ist beispielsweise eine Stempelsteuer von NAD 12 je angefangene NAD 1.000 des Werts einer Immobilie zu zahlen, wenn diese veräußert wird. Aber auch auf die Übertragung von Geschäftsanteilen und anderen Rechten fällt eine Stempelsteuer an.

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Das Steuerrecht in den Vereinigten Staaten

In diesem Video erklären wir, wie man in den USA Steuern zahlt und welche steuerlichen Besonderheiten es dabei gibt.

4. Steuern in Namibia – Fazit

Trotz der Besteuerung nach dem Territorialitätsprinzip kann man bei der Art und Weise, wie man in Namibia Steuern zahlt, viele Überschneidungen mit dem deutschen Steuerrecht erkennen. Andere Aspekte sind hingegen sehr spezifisch. Beispielsweise bei der Zusammenstellung der Güter, die dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen, ist wohl auch auf das allgemeine Durchschnittseinkommen der einheimischen Bevölkerung Rücksicht genommen worden. Dies ist auch im Bereich der Ertragsteuern ein offensichtliches Anliegen gewesen. So tragen die besonders gewinnträchtigen Industrien, also vor allem die Minenbetreiber, einen Großteil zum Staatshaushalt Namibias bei.

Trotzdem ist Namibia auch für ausländische Investoren interessant. Insbesondere die steuerlichen und außersteuerlichen Anreize, die man Produzenten offeriert. Kombiniert man diese Besonderheiten mit der Besteuerung nach dem Territorialitätsprinzip, ergeben sich mannigfache Gestaltungsmöglichkeiten. Da ist es gut, dass Namibia bereits mit einer ganzen Reihe von Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen hat, unter anderem auch mit Deutschland.


Steuerberater für internationales Steuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum internationalen Steuerrecht spezialisiert. Bei der Beratung zu grenzüberschreitenden Steuerangelegenheiten schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Internationales Steuerrecht – Privat

  1. Erläuterungen zur unbeschränkten und beschränkten Steuerpflicht in Deutschland und im Ausland
  2. Informationen zum Steuerrecht in ausländischen Steuerregimen (zum Beispiel Belize, Isle of Man, Zypern)
  3. Erwerb und steueroptimierte Vermietung von Immobilien im Ausland
  4. Empfehlungen zum Vermögensschutz mittels einer Familienstiftung in Liechtenstein

Internationales Steuerrecht – Unternehmen

  1. Steueroptimierungen mit internationalen Verrechnungspreisen
  2. Begleitung und steuerrechtliche Betreuung bei internationalen Verständigungsverfahren
  3. Beratung zur Risikovermeidung bei Gründung von Unternehmen im Ausland
  4. Entwicklung steuerlicher Gestaltungsmodelle im internationalen Steuerrecht

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Unsere besonderen Expertisen für internationales Steuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (2) Internationales Steuerrecht“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung: