Optimierung der Einkommensteuer und Erbschaftsteuer durch Nießbrauch

Wer heutzutage sein Unternehmen oder seine Immobilien auf die Kinder überträgt, kann den Nießbrauch zur Steueroptimierung nutzen. Hierzu sehen die deutschen Gesetze den Vorbehaltsnießbrauch und den Zuwendungsnießbrauch vor.

Häufiger Diskussionspunkt bei der Unternehmensnachfolge: Nießbrauch

Häufiger Diskussionspunkt bei der Unternehmensnachfolge: Nießbrauch

Der Nißbrauch als Steuergestaltung:

Die Bestellung eines Nießbrauchs verlagert Einkünfte von der Person des Eigentümers auf den Nießbraucher. Werden die zivilrechtlichen Möglichkeiten optimal genutzt, ist der Nießbrauch das ideale Gestaltungsinstrument zur Optimierung der laufenden Ertragsbesteuerung. Wird der Nießbrauch zudem im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge eingesetzt, ist ihm ein Ertragswert beizumessen, der als Nachlassverbindlichkeit die Erbschaftsteuer mindert. Auf der Grundlage der aktuellen Gesetzeslage, der jüngsten Verlautbarungen der Finanzverwaltung, der Literatur und der relevanten Rechtsprechung stellen wir Ihnen unten unsere Präsentation zum Nießbrauch zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Nießbrauch an Immobilien und Grundbesitz

Übertragen die Eltern ihre Häuser und Grundstücke auf die nächste Generation, können sie sich den Nießbrauch vorbehalten (Vorbehaltsnießbrauch). Das hat den Vorteil, dass die Kinder zwar schon zivilrechtlicher Eigentümer der Immobilien werden, die Einnahmen aber noch bei den Eltern verbleiben. Wenn die Eltern sowohl die Mieteinnahmen erhalten, als auch die Grundstückskosten tragen müssen, werden die Einkünfte auch steuerliche den Eltern zugerechnet. Dies hat den Vorteil, dass damit der niedrigere Einkommensteuersatz der Eltern genutzt wird. Sollten die Kinder hingegen einen kleineren Steuertarif haben, ist es auch möglich, die steuerpflichtigen Einnahmen auf die Kinder zu übertragen. Hier kann auch ein Zuwendungsnießbrauch helfen.

Nießbrauch an GmbH-Beteiligungen

Auch GmbH-Anteile können übertragen werden, wenn sich der Schenker den Nießbrauch zurückbehält. Dabei wird der Schenker (meist die Eltern) noch das Recht haben, Gewinnausschüttungen zu erhalten und Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung wahrzunehmen. Aufgrund aktueller BFH-Rechtsprechung vom 12. Januar 2012 können die Beteiligten die Verträge so gestalten, dass wahlweise die Eltern oder die Kinder die Dividenden zu versteuern haben. Wichtig ist hier, wer wirtschaftlicher Eigentümer ist, also die Vermögens- und Verwaltungsrechte ausüben kann. Damit bietet diese Struktur besonders viel Gestaltungspotential.

Nießbrauch an Personengesellschaften

Auch Anteile an Personengesellschaften – GbR, oHG, KG oder GmbH & Co. KG – können mit Nießbrauch übertragen werden. Wichtig ist hier jedoch, dass die Kinder nach dem Steuerrecht auch sogenannte „Mitunternehmer“ werden, also Mitunternehmerinitiative und Mitunternehmerrisiko tragen. Mit kompetenter Beratung können hiermit die Einkünfte geschickt verlagert werden.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem Vorbehaltsnießbrauch und dem Zuwendungsnießbrauch?

Bei Vorbehaltsnießbrauch übertragen die Eltern ihr Vermögen auf die Kinder. Diese werden sodann zivilrechtliche Eigentümer. Die Einnahmen fließen jedoch weiterhin den Eltern zu und müssen – wenn keine andere Gestaltung gewählt wird – auch von den Eltern versteuert werden.

Beim Zuwendungsnießbrauch bleibt das zivilrechtliche Eigentum unverändert bei den Eltern. Stattdessen gewähren die Eltern ihren Kindern die Einnahmen an dem Vermögensgegenstand. Dies bietet sich immer dann an, wenn die Kinder niedriger Steuersätze haben, als die Eltern.

Sehr gute Gestaltungsmöglichkeiten bei der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer

Bei Vorbehaltsnießbrauch fällt weniger Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer an. Dies liegt darin begründet, dass vom Wert des übertragenen Vermögensgegenstandes der Kapitalwert des Nießbrauchs abgezogen werden kann. Bei einem 70 jährigen Schenker werden erfahrungsgemäß ca. 50 Prozent der Schenkungsteuer gespart.

Beim Zuwendungsnießbrauch ist der Kapitalwert des Nießbrauchs hingegen der Schenkungssteuer zu unterwerfen. Hier ist unbedingt im Voraus eine genaue Berechnung vorzunehmen.

Steuerberater und Rechtsanwälte für Nießbrauch in Köln und Bonn

Unsere Steuerberater und Rechtsanwälte haben besondere Kompetenzen im Bereich des Vorbehaltsnießbrauchs und Zuwendungsnießbrauch. Sie beraten sowohl bei im Nießbrauch-Zivilrecht als auch im Nießbrauch-Steuerrecht. Unser Tax-Partner Christoph Juhn hält zudem für die verschiedene Steuerberaterverbände pro Jahr 5 Seminare zum Nießbrauchsrecht für andere Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. Das Seminar hat 2014 und 2017 stattgefunden. Mehr Informationen hier: https://www.akademie-stuw.de/menu_seminar/menu_halbtag/seminare/halbtagsseminare/details_e3106.htm 

Die Präsentation steht Ihnen zum kostenlosem Download zur Verfügung.


Gliederung der Nießbrauchs-Präsentation

1.    Zivilrechtliche Grundlagen
–    Schenkung/Erbfall
–    Vorbehaltsnießbrauch vs. Zuwendungsnießbrauch
–    Nießbrauch an Personengesellschafts- und Kapitalgesellschaftsanteilen sowie an Vermietungsobjekten
–    Auferlegung von Veräußerungsbeschränkungen

2.    Ertragsteuerliche Gestaltung beim Zuwendungsnießbrauch

–    Zurechnung der Einkünfte
–    Optimierung der laufenden Besteuerung durch Einkünfteverlagerung
–    Besonderheiten bei der Begünstigung minderjähriger Kinder
–    Entgeltliche und unentgeltliche Bestellung; Behandlung von Einmalzahlungen
–    Aufteilung der Einkünfte bei Bruchteils- und Quotennießbrauch
–    Vermächtnisnießbrauch als Sonderformen des Zuwendungsnießbrauchs
–    Weiterübertragung oder Ablöse des Nießbrauchs

3.    Ertragsteuerliche Gestaltung beim Vorbehaltsnießbrauch

–    Zurechnung der Einkünfte
–    Einnahmensicherung beim Nießbraucher
–    Besonderheiten bei der Vermögensübertragung auf minderjährige Kinder
–    Vermeidung eines Veräußerungsgewinns trotz Gegenleistung
–    Weiterübertragung oder Ablöse des Nießbrauchs

4.    Erbschaftsteuerliche Gestaltung
–    Grundsätzliches zum Erbschaft- und Schenkungssteuerrecht
(Steuerpflicht, Bemessungsgrundlage, Freibeträge und Steuersätze)
–    Nießbrauchwert als Nachlassverbindlichkeit
–    Bewertung des Nießbrauchwerts nach dem BewG
–    Sicherung der Begünstigung von Unternehmensvermögen nach §§ 13a, 13b ErbStG

5.    Weiterführende Fragen

–    Grunderwerbsteuerliche Befreiungen
–    Verlustuntergang nach § 8c KStG und § 10a GewStG?


Kostenloser Download der Präsentation

Der Vortrag wurde für den Steuerberaterverband Köln gehalten. Hieran haben ca. 100 Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte teilgenommen. Die Präsentation steht Ihnen hier auszugsweise zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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