Nicht selten stellt sich in der Praxis heraus, dass die ursprünglich gewählte Rechtsform einer Kapitalgesellschaft nicht mehr die steueroptimal ist. Viele Unternehmen entschließen sich daher, ihr Unternehmen in der Rechtsform eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft fortzuführen. Hierbei stellt sich häufig die Frage, ob es aufgrund hoher stillen Reserven insgesamt günstiger ist, die GmbH-Anteile als Share-Deal oder den Betrieb im Rahmen eines Asset-Deals zu veräußern. Aufgrund der Interessensunterschiede zwischen Käufer und Verkäufer stellt der Formwechsel in ein Personenunternehmen die perfekte Lösung dar. Allerdings ist bei der Umwandlung mit anschließender Veräußerung der Mitunternehmeranteile eine gewerbesteuerliche Besonderheit zu beachten: Hier gilt eine Sperrfrist von fünf Jahren bei der Gewerbesteuer.

Umwandlung der GmbH in eine GmbH & Co. KG: Steuerberater und Rechtsanwälte in Köln beraten zur Sperrfrist

Umwandlung der GmbH in eine GmbH & Co. KG: Steuerberater und Rechtsanwälte in Köln beraten zur Sperrfrist


1. Vorteile des Formwechsels / Umwandlung

Ein Rechtsformwechsel von einer GmbH in ein Personenunternehmen kann aus verscheiden Gründen vorteilhaft sein. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören beispielsweise:

  1. Eine günstigere Besteuerung entnommener Gewinne
  2. Die bessere steuerliche Nutzung von Verlusten
  3. Die Absetzbarkeit von Refinanzierungsaufwendungen des Gesellschafters aus dem Erwerb des Unternehmens
  4. Die Nutzung der steuerliche Flexibilität einer Personengesellschaft bei der Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter nach §6 Abs. 5 EStG oder bei einer Realteilung nach § 16 Abs. 3 EStG
  5. Zur Vorbereitung eines Unternehmensverkaufs, bei dem der Verkäufer der GmbH-Anteile im Rahmen des Veräußerer-Umwandlungsmodells eine Umwandlung in ein Personenunternehmen vornimmt. Hierdurch kann der Käufer, den zuzahlenden Kaufpreis steuerlich abschreiben. Zudem kann er etwaige Finanzierungskosten vollständig als Betriebsausgaben oder Sonderbetriebsausgaben geltend machen.

2. Grundsatz einer steuerneutralen Umwandlung

Beim Formwechsel von einer Kapitalgesellschaft in ein Personenunternehmen fällt für die übertragende Kapitalgesellschaft grundsätzlich keine Steuer an. Somit ist eine Umwandlung steuerneutral und es kommt zu keiner Aufdeckung etwaiger stiller Reserven, welche einer Besteuerung bedürften.

Allerdings führen offene Rücklagen in Gestalt von thesaurierten Gewinnen zu einer fiktiven Gewinnausschüttung an die Gesellschafter der übernehmenden Personengesellschaft.

Darüber hinaus führt die Umwandlung in ein Personenunternehmen, wie bei einer Liquidation, sowohl zu einem fiktiven Veräußerungsvorgang als auch zu einem Veräußerungsgewinnes in Form des Übernahmegewinns/Übernahmeverlust gem. § 4 Abs. 4-7 UmwStG.


Haben Sie Fragen zum Formwechsel?

Unsere spezialisierten Steuerberater und Rechtsanwälte beraten Sie gerne. Rufen Sie uns unter Telefon +49 221 999 832-0 an oder schildern Sie uns Ihr Anliegen per E-Mail:


3. Fünfjährige Sperrfrist bei der Gewerbesteuer nach § 18 Abs. 3 UmwStG

3.1. Keine Gewerbesteuer bei Verkauf der GmbH & Co. KG

Veräußert beispielsweise eine Kapitalgesellschaft einzelne Wirtschaftsgüter im Rahmen eines Asset-Deals, unterliegt der resultierende Gewinn der Besteuerung. Somit ist der Gewinn auch gewerbesteuerpflichtig. Wird die Kapitalgesellschaft allerdings vor dem Verkauf in ein Personenunternehmen umgewandelt, unterliegt die Veräußerung einzelner Wirtschaftsgüter  sodann aus  einer Mitunternehmerschaft, aufgrund des Objektcharakters der Gewerbesteuer, keiner Besteuerung. Voraussetzung hierfür ist, dass der Gewinn auf eine natürliche Person entfällt. Dies gilt ebenso bei dem Verkauf eines Mitunternehmeranteils im Rahmen eines Share-Deals gem. § 7 S. 2 GewStG.

3.2. 15 % Gewerbesteuer bei Verkauf durch GmbH & Co. KG

Der Asset-Deal bei Kapitalgesellschaften unterliegt hingegen der Gewerbesteuer. Daher bietet sich der vorgelagerte Rechtsformwechsel auf ein Personenunternehmen an, zur Vermeidung der Gewerbesteuerpflicht.

3.3. Missbrauchsbekämpfungsvorschrift

Zur Vermeidung des möglichen Gestaltungsmissbrauchs dient der daraufhin eingeführte § 18 Abs. 3 UmwStG. Hiernach unterliegt sowohl der Verkauf des Betriebes oder eines Teilbetriebes der Mitunternehmerschaft (Asset-Deal), als auch der Verkauf des Mitunternehmeranteils (Share Deal) der Gewerbesteuer. Voraussetzung hierfür ist, dass der Verkauf innerhalb von fünf Jahren nach dem steuerlichen Übertragungsstichtag erfolgt. Neben der bereits gelten Versagung des Betriebsausgabenabzugs der Gewerbesteuer, ist aufgrund der Einführung des § 18 Abs. 3 S. 3 UmwStG der aus Veräußerung/Aufgabe resultierende Gewerbesteuer-Messbetrag auch nicht im Rahmen der Steueranrechnung gem. § 35 EStG anzurechnen.

Somit hat § 18 Abs. 3 UmwStG als spezielle Gesetzesnorm Vorrang vor den allgemeinen gewerbesteuerlichen Grundsätzen. In Bezug auf den Verkauf formgewechselter Kapitalgesellschaften kommt diese Gesetzesnorm die größte Bedeutung zu. Sie kann prohibitive Wirkung für den nachgelagerten Verkauf der Personengesellschaft haben.

3.4. Frühzeitiger Formwechsel der GmbH in eine GmbH Co. KG

Wir weisen unsere Mandanten zu frühzeitig auf die Vorteile des Formwechsels hin. Denn wenn die Umwandlung fünf Jahre im Voraus umgesetzt wird, kann die GmbH Co. KG anschließend gewerbesteuerfrei veräußert werden.

3.5. Umwandlung ist dennoch steuerlich vorteilhaft

Dennoch hat die Umwandlung einen erheblichen Vorteil: Denn der Verkauf einer GmbH Co. KG ist mit dem sogenannten „halben Steuersatz“ begünstigt. Dieser beträgt genau genommen 56 Prozent Ihres tariflichen Steuersatzes (0 bis 45 Prozent), maximal also 25,2 Prozent. Wenn nun noch die Gewerbesteuer mit ca. 15 Prozent hinzukommt, beträgt die Gesamtsteuerbelastung nur 40,2 Prozent. wenn Sie diesen cleveren Schachzug wählen, hat das für den Erwerber Ihres Unternehmens den erheblichen Vorteil, dass er den Firmenwert steuerlich abschreiben kann und daher gewillt sein wird, einen höheren Kaufpreis bezahlen.


Steuerberater für Umwandlungsvorgänge

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung von Unternehmen spezialisiert. Beim […] schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  • Steuerliche Prüfung der Steuerneutralität
  • Dokumentation der Umwandlung
  • Projektverantwortliche Begleitung des gesamten Umwandlungsprozesses
  • Vertragserstellung durch unsere Fachanwälte für Gesellschaftsrecht
  • Langfristige Betreuung der übernehmenden GmbH & Co. KG bei der laufenden Steuerberatung

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Mo.-Fr.: 8:00 bis 20:00 Uhr


Wissenschaftliche Ausarbeitung zur Umwandlung und Sperrfrist

Aufgrund der Praxisrelevanz haben wir zusammen mit Studierenden der FOM Hochschule eine wissenschaftliche Ausarbeitung erstellt. Wegen der hohen Nachfrage steht diese nunmehr kostenlos zum Download zur Verfügung:


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