Internationales Steuerrecht für Unternehmen

Für Unternehmen und Privatpersonen wird das internationale Steuerrecht zunehmend wichtig. Internationale Unternehmenstätigkeiten und grenzüberschreitende Wohnsitzverlagerungen bringen automatisch das Risiko einer Doppelbesteuerung mit sich. Durch professionelle Steuerberatung lassen sich Doppelbesteuerungen im Voraus erkennen und vermeiden. Darüber hinaus eruieren wir mit unseren Mandanten im Rahmen der Gestaltungsberatung, wie Besteuerungslücken, geringere Steuersätze und weitere Vergünstigungen genutzt werden können.

Internationales Steuerrecht: Ihre Steuerberater in Bonn und Köln

Internationales Steuerrecht: Ihre Steuerberater in Bonn und Köln

Internationales Steuerrecht für Unternehmen

Steuern im Ausland

Wird ein deutsches Unternehmen im Ausland tätig, stellt sich die Frage, ob dort eine Niederlassung, Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft gegründet wird. Hier ist zunächst festzuhalten, dass in solchen Fällen beide Staaten ein Besteuerungsrecht zusteht. Es ist daher unbedingt zu prüfen, ob mit dem ausländischen Staat ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) besteht. Solche DBA weisen in der Regel nur einem Staat das Besteuerungsrecht zu, sodass das andere Land die Einkünfte steuerfrei stellen muss. Häufig wird im Ausland eine Kapitalgesellschaft (ähnlich der deutschen GmbH) gegründet. In diesen Fällen werden die Unternehmensgewinne im Ausland der dortigen Körperschaftsteuer unterworfen.

Steuern im Inland (Deutschland)

Wenn ausländische Unternehmen im Inland unternehmerisch aktiv werden, wird hierzu in Deutschland eine unselbstständige Zweigniederlassung (Betriebsstätte), GmbH oder GmbH & Co. KG gegründet. Grundsätzlich empfiehlt sich hier die Gründung einer deutschen GmbH. Dabei ist zu beachten, dass diese Gewinne in Deutschland der normalen GmbH-Besteuerung mit rund 30 Prozent unterliegen. Wird der Nettogewinn anschließend an die ausländischen Anteilseigner ausgeschüttet, erhebt der deutsches Fiskus nochmal eine Kapitalertragsteuer von 25 Prozent. Damit ergibt sich in Deutschland eine Gesamtsteuerbelastung von ca. 50 Prozent. Hinzu kommt ggf. noch eine zusätzliche Besteuerung im Ausland.

Unsere Steuerberater für internationale Steuergestaltungen

Unsere Steuerberater und Fachanwälte für Steuerrecht haben sich auf die Beratung von Unternehmen im internationalen Steuerrecht spezialisiert. Unser Tax-Partner Christoph Juhn ist zudem Lehrbeauftragter für internationales Steuerrecht an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management an den Standorten Bonn und Köln. Unser Ziel ist die Entwicklung einer steuereffizienten Unternehmensstruktur unter Nutzung niedrigerer ausländischer Steuersätze.

Nutzung von niedrigen Steuersätzen im Ausland

In Deutschland beträgt der Unternehmenssteuersatz rund 30 Prozent für Kapitalgesellschaften (GmbH). Im Ausland schwank der Steuersatz zwischen 0 Prozent (z.B. Bahamas) und ca. 40 Prozent (USA). Bei internatinal tätigen Unternehmen sollte das Gewinnsubstrat in das Land verlagert werden, dass den niedrigsten Steuersatz hat. Hierzu müssen die Vertrags- und Lieferantenbedingungen zwischen beiden Unternehmenseinheiten derart ausgestaltet werden, dass der größtmögliche Gewinn in dem Staat anfällt, der den niedrigsten Steuersatz hat. Das kann, muss aber nicht das Ausland sein.

Lizenzgesellschaften und Patentgesellschaften (IP-Boxen) im Ausland

Werden im Ausland Gesellschaften gegründet, nur noch immaterielle Vermögensgegenstände (intellectual property = IP) besitzen, werden solche Gesellschaften von manchen Staaten besonders begünstigt. Betroffen sind hiervon insbesondere immaterielle Wirtschaftsgüter wie Marken, Patente, Lizenzen oder Domains. Diese können besonderes einfach auf ausländische Tochtergesellschaften übertragen werden und anschließend an die deutsche Muttergesellschaft vermietet werden. Die Mietaufwendungen stellen in Deutschland absetzbare Betriebsausgaben dar und sind im Ausland zu einem besonders niedrigen Steuersatz zu versteuern, wie z.B.:

  • Bahamas: 0 Prozent
  • Liechtenstein: 12,5 Prozent, abzüglich Rabatt für IP-Boxen von 80 Prozent. Effektive Steuerlast 2,5 Prozent
  • Luxemburg: 29 Prozent, abzüglich Rabatt für IP-Boxen von 80 Prozent. Effektive Steuerlast 6 Prozent

Solche Strukturen werden durch die Finanzverwaltung und den Bundesfinanzhof meist nicht anerkannt. Außerdem hat der deutsche Gesetzgeber die Quellensteuer auf Lizenzgebühren (§ 50a EStG) und die Hinzurechnungsbesteuerung (§§ 7-14 AStG) eingeführt. Jedoch sind solche Strukturen nicht ausgeschlossen und wurden von uns in der Vergangenheit gegründet und gegenüber der Finanzverwaltung erfolgreich durchgesetzt.

Steuern sparen durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)

Vor der Unternehmensgründung ist unbedingt zu prüfen, ob ein DBA zwischen Deutschland und dem ausländischen Staat besteht. Eine liste der aktuell von Deutschland abgeschlossenen DBAs ist hier einsehbar:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/doppelbesteuerungsabkommen.html

Geringe Steuersätze weltweit

International werden für Kapitalgesellschaften in folgenden Ländern nachfolgende Steuersätze erhoben:

  • Schweiz: 10 Prozent
  • Irland: 12,5 Prozent
  • Zypern: 12,5 Prozent
  • Lettland: 15 Prozent
  • Litauen: 15 Prozent
  • Rumänien: 16 Prozent
  • Slowenien: 17 Prozent
  • Polen: 19 Prozent
  • Tschechien: 19 Prozent
  • Kroatien: 20 Prozent
  • Ungarn: 20 Prozent (mit Reduktion auf 16 Prozent)
  • Schweiz (Zürich): 21 Prozent
  • Estland: 21 Prozent
  • Schweden: 22 Prozent
  • Slowakei: 23 Prozent
  • Vereinigtes Königreich (UK, England): 23 Prozent
  • Finnland: 25 Prozent
  • Dänemark: 25 Prozent
  • Niederlande: 25 Prozent
  • Österreich: 25 Prozent
  • Griechenland: 26 Prozent
  • Kanada (Ontario): 27 Prozent
  • Portugal: 27 Prozent
  • Norwegen: 28 Prozent
  • Luxemburg: 29 Prozent
  • Deutschland: 30 Prozent
  • Spanien: 30 Prozent
  • Italien: 21 Prozent
  • Belgien: 34 Prozent
  • Malta: 35 Prozent
  • Frankreich: 36 Prozent
  • Japan: 37 Prozent
  • USA (Staat New York): 39 Prozent

Maßgebend ist die gesamte Unternehmensteuer für Kapitalgesellschaften im Jahr 2013. Mehr Informationen erhalten Sie auf http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2014/04/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-2-wichtigsten-steuern-im-internationalen-vergleich-2013.html 


Präsentation zum internationalen Steuerrecht

Nachfolgend stellen wir Ihnen unser Präsentation zur internationalen Unternehmensbesteuerung zum kostenlosen Download zur Verfügung.


Steuerberater und Steueranwälte für internationales Steuerrecht

Steuerberater und Steueranwälte für internationales Steuerrecht

Regelmäßige Beratungsthemen im internationalen Steuerrecht durch unsere spezialisierte Steuerkanzlei

Sprechen Sie unsere Experten für internationales Steuerrecht an. Mit zwei Steuerberatern und zwei Steueranwälten haben wir uns auf internationale Besteuerungsfragen spezialisiert. Wir beraten Unternehmen in Bonn, Köln, Düsseldorf, Aachen, Münster, Frankfurt und Koblenz. Unternehmensgruppen ziehen uns bundesweit bei komplexen internationalen Fragestellungen per Telefon hinzu, u. a. aus Neuwied, München, Hamburg, Berlin, Bremen, Münster, Nürnberg und Leipzig.

 

 

Dabei beraten wir regelmäßig bei nachfolgenden Themen:

Investitionen ausländischer Unternehmen im Inland (in-bound)
Investitionen inländischer Unternehmen im Ausland (out-bound)
Strukturierung inländischer und ausländischer Finanzierungs- und Holdinggesellschaften sowie von Lizenz- und Patentgesellschaften (sogenannter IP-Boxen)
Beratung bei Zuzug und Wegzug von Unternehmen
Beratung bei Zuzug und Wegzug von Privatpersonen, insbesondere Wegzugsbesteuerung
Recht der Doppelbesteuerungsabkommen und Vermeidung der Doppelbesteuerung
Beratung zur grenzüberschreitenden Gewinn- und Verlustverrechnung
Europarechtliche Beratung zur Nutzung von Vorteilen aus steuerrelevanten EuGH-Entscheidungen
Grenzüberschreitende Umstrukturierungen
Gestaltungen bei der Hinzurechnungsbesteuerung
Vermeidung der Quellenbesteuerung auf Lizenz- und Patentgebühren (§ 50a EStG)
Vermeidung der deutschen Kapitalertragsteuerbelastung von Gewinnausschüttungen an ausländische Anteilseigner nach § 50d Abs. 3 EStG
Verrechnungspreisgestaltungen im Konzern
Wechsel der ausländischen Rechtsform in eine deutsche Rechtsform, insbesondere von einer britischen Ltd. in eine deutsche GmbH
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