Die Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen

Überblick über die Steuerermäßigung

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Die Thesaurierungsbegünstigung für nicht entnommene Gewinne: Ein Überblick

Die Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen nach § 34a EStG ist eine Begünstigungsregelung für Personengesellschaften, um sie steuerlich näher an den Steuersatz von Körperschaften (ca. 30% Steuersatz) zu bringen. Bei der Thesaurierung werden die Gewinne des Unternehmens nicht sofort von den Gesellschaftern entnommen und verbleiben stattdessen vorerst im Unternehmen. Hierbei werden die nicht entnommenen Gewinne mit einem Steuersatz von 28,25% versteuert. Zusätzlich erfolgt im Zeitpunkt der Entnahme der Gewinne eine Nachversteuerung i.H.v. 25%. Die Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen soll Personengesellschaften steuerlich begünstigen und dafür sorgen, dass Sie mehr Gewinn nach Steuern übrig haben um diese Gewinne zu reinvestieren.

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1. Einleitung

Körperschaften wie bspw. die GmbH können mit einem günstigen Steuersatz von ca. 30% (15% Körperschaftsteuer, ca. 15% Gewerbesteuer) ihre erwirtschafteten Gewinne sehr gut reinvestieren und weiter nutzen. Personengesellschaften, wie die GmbH & Co. KG, können diesen günstigen Steuersatz nicht nutzen. Durch das Transparenzprinzip wird der Gewinn einer GmbH & Co. KG auf Ebene der Gesellschafter (Mitunternehmer) versteuert, was zu einer Besteuerung mit dem Spitzensteuersatz i.H.v. 42% führt.

Der Gesetzgeber möchte dieser Steuerungleichheit mit der Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen nach § 34a EStG entgegenwirken und eine Rechtsformneutralität herstellen. Aus steuerlicher Sicht soll es keinen Unterschied machen, welche Rechtsform man nutzt. Aus diesem Grund ist die Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen nach § 34a EStG nur anwendbar auf Personengesellschaften (OHG, KG, GmbH & Co. KG).

2. Voraussetzungen für die Thesaurierung von Gewinnen

Die Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen kann nur von Personengesellschaften oder Einzelunternehmen in Anspruch genommen werden, welche Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG), Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG) oder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG) beziehen. Damit sind generell operative Personengesellschaften betroffen, was vermögensverwaltende Personengesellschaften von der Thesaurierung ausschließt. Die operative Personengesellschaft muss zudem ihren Gewinn durch Bilanzierung ermitteln und nicht nach der sog. Einnahmen-Überschussrechnung. Die Blanz ist um Entnahmen und Einlagen zu korrigieren. Liegen die Voraussetzungen vor, so muss die Thesaurierung im Rahmen der Veranlagung beim Finanzamt beantragt werden.

3. Rechtsfolgen bei der Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen

Durch die beantragte Thesaurierung werden nun die Gewinne aus den operativen Geschäften (also die Gewinne aus dem Gewerbebetrieb) ganz oder teilweise mit einem Steuersatz von 28,25% versteuert. Neben dem verringerten Einkommensteuersatz von 28,25% fällt noch Solidaritätszuschlag an. Das bewirkt nun, dass auf den erzielten Gewinn ein niedrigerer Steuersatz angewendet wird und dadurch mehr Gewinn nach Steuern übrig bleibt, welcher reinvestiert werden kann.

In dem Antrag auf Thesaurierung kann die Thesaurierung für den ganzen Gewinn oder auch nur für einen Teil des Gewinns des Jahres beantragt werden. Gewinne, welche nicht thesauriert wurden, unterliegen dem persönlichen Steuersatz in der Einkommensteuer (bis zu 42%).

Nachdem dann die nicht entnommenen Gewinne thesauriert wurden, ist der Restbetrag (nicht entnommene Gewinne abzgl. Thesaurierungssteuer 28,25%) zurückzustellen. Der Restbetrag wird auch nochmal einer sogenannten Nachversteuerung mit 25,00% nebst Solidaritätszuschlag unterworfen, aber erst, sobald die Gewinne ins Privatvermögen des Gesellschafters entnommen werden.

Die Nachversteuerung läuft solange, bis die Gewinne entnommen werden oder es durch eine Umstrukturierung oder Umwandlung zu einer Zwangsnachversteuerung kommt. Dieser Zeitraum zwischen Thesaurierung und Nachversteuerung ist nicht zwangsläufig ein ganzes Jahr, sondern kann auch mehrere Wirtschaftsjahre bestehen.

3.1. Beispiel zur Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen vor Nachversteuerung

Ein bilanzierender Unternehmer hat einen Gewinn i.H.v. EUR 200.000 erwirtschaftet und bisher nicht entnommen. Er beantragt die Thesaurierung der nicht entnommenen Gewinne i.H.v. EUR 200.000.

200.000 x 28,25% (ESt) = 56.500
56.500 x 5,5% (SolZ) = 3.107,50
Steuerbelastung: 59.607,50

Es ergibt sich durch die Thesaurierung eine Steuerbelastung i.H.v. EUR 59.607,50. Damit bleiben nach der Thesaurierung EUR 140.392,50 übrig, welche im Unternehmen reinvestiert werden können. Die Steuerlast beträgt hier insgesamt ca. 29,80% von EUR 200.000 und ist damit nah an dem Steuersatz für Körperschaften.

3.2. Nachversteuerung der thesaurierten nicht entnommenen Gewinne

Die nicht entnommenen Gewinne wurden bisher zur Reinvestition genutzt. Da aber ein Unternehmer seinen Gewinn am liebsten im Privatvermögen haben möchte, muss er also zwangsläufig die Gewinne endgültig entnehmen. In diesem Zeitpunkt greift dann die Nachversteuerung ein.

140.392,50 x 25% (ESt) = 35.098,13
35.098,13 x 5,5% (SolZ) = 1.930,40
Steuerbelastung: 37.028,53

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3.3. Fazit aus der Thesaurierung von nicht entnommenen Gewinnen

Aus der ersten Thesaurierung und aus der Nachversteuerung bei der Entnahme der Gewinne ergibt sich eine Gesamtsteuerlast i.H.v. EUR 96.636,03. Dies entspricht im Verhältnis zum Gewinn i.H.v. EUR 200.000,00 einem Steuersatz von 48,31%. Von einer wirklichen Steuerersparnis kann man hier also leider nicht sprechen. Jedoch konnte man die Gewinne bis zur Nachversteuerung im Unternehmen steuervergünstigt zur Investition nutzen.

4. Die Thesaurierung der nicht entnommenen Gewinne nach Steuerentnahmen

In der Praxis ist es aber meist so, dass der Unternehmer trotz der Thesaurierung Steuern zahlen muss und diese im Rahmen der Berechnung als Entnahmen zu berücksichtigen sind. Jedenfalls entnimmt ein Unternehmer in aller Regel die für die Thesaurierung anfallende Steuer i.H.v. 28,25%. Diese Entnahme muss dann bereits vorher von dem nicht entnommenen Gewinn abgezogen werden.

Auf unser Beispiel oben bezogen würde der Gewinn von 200.000,00 bereits der Gewinn nach der Steuer-Entnahme sein. Der ursprüngliche Gewinn vor der Entnahme war also 259.607,50.

5. Umwandlungen und Umstrukturierungen während der Thesaurierung

Während die thesaurierten Gewinne noch nicht entnommen wurden, kann es passieren, dass das Unternehmen umstrukturiert oder umgewandelt wird. Die Entnahme oder Überführung von Wirtschaftsgütern aus dem Betriebsvermögen heraus in ein anderes Betriebsvermögen des Steuerpflichtigen kann dabei eine Nachversteuerung auslösen. Dies gilt jedoch nur bei zwei Betrieben, sollten Sie stattdessen ein Wirtschaftsgut aus einem Betrieb in eine Betriebsstätte überführen, würde keine Nachversteuerung in Betracht kommen, da das Wirtschaftsgut im Betriebsvermögen desselben Betriebes verbleibt.

Bei solchen Entnahmen und Überführungen hängt die zwangsläufige Nachversteuerung auch ab vom erzielten Gewinn und den übrigen getätigten Entnahmen.

5.1. Schädliche Umstrukturierungen

Schädliche Umstrukturierungen, welche immer eine Zwangsnachversteuerung auslösen, liegen bei einer Betriebsveräußerung oder -aufgabe i.S.d. § 16 EStG vor. Selbiges gilt für die Aufgabe eines Mitunternehmeranteils. Auch schädlich ist die Einbringung von Betrieben und Mitunternehmeranteilen in eine Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH) oder der Formwechsel in eine GmbH.

In diesen Fällen geht die Begünstigung der Thesaurierung nach § 34a EStG verloren und der noch übrige nachversteuerungspflichtige Betrag muss nachversteuert werden.

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