Jahresabschlüsse und Bilanzen

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Erstellung von Jahresabschlüssen & Bilanzen

Der Jahresabschluss ist eine Abbildung der wirtschaftlichen Lage zum Ende eines Geschäftsjahres des Unternehmens. Er bildet daher eine wichtige Grundlage für essenzielle unternehmerische Entscheidungen. Dabei umfasst der Begriff „Jahresabschluss“ die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Bei Kapitalgesellschaften ist darüber hinaus noch nach § 264 HGB ein zugehöriger Anhang zu erstellen. In mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften ist zudem ein Lagebericht aufzustellen, welcher formal gesehen jedoch kein Bestandteil des Jahresabschlusses ist. Neben den Kapitalgesellschaften obliegen auch Kaufleute der Aufstellung eines Jahresabschlusses bei Überschreitung der Voraussetzungen nach § 241a HGB.


Handelsbilanz

Zunächst ist jeder Kaufmann i.S.d. Handelsgesetzbuches (HGB) verpflichtet, eine sogenannte Handelsbilanz aufzustellen. Kaufmann sind eingetragene Kaufleute (e. K.), Personenhandelsgesellschaften (oHG, KG und GmbH & Co. KG) und Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, UG). Diese Bilanz muss nach Bilanzierungsvorschriften der §§ 238 ff. HGB erstellt werden. Zudem wird die Handelsbilanz grundsätzlich – in reduzierter Form – beim Bundesanzeiger online veröffentlicht.

Steuerbilanz

Neben der nach handelsrechtlichen Vorschriften gebildeten Bilanz (Handelsbilanz) gibt es die von der Handelsbilanz abgeleitete den steuerrechtlichen Vorschriften angepasste Steuerbilanz. Während die Handelsbilanz je nach Verpflichtung beim Bundesanzeiger hinterlegt bzw. offengelegt wird, dient die Steuerbilanz der Ermittlung der Bemessungsgrundlagen für die Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer oder auch Einkommensteuer. Die Steuerbilanz wird aber in elektronischer Form den gesetzlichen Vorschriften entsprechend an das Finanzamt übermittelt. Sie ist für Dritte nicht einsehbar.

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Besonderheiten bei Personengesellschaften

Sonderbilanz bei Sonderbetriebsvermögen

Bei Personengesellschaften kann zusätzlich noch eine Sonderbilanz für jeden Gesellschafter erforderlich sein. Eine solche Sonderbilanz bildet dann das Sonderbetriebsvermögen der Mitunternehmer (=Gesellschafters) bei Personengesellschaften ab. Sie dient der Bilanzierung von Eigentum des Mitunternehmers, die jedoch für betriebliche Zwecke genutzt werden oder auch erzielte Sondervergütungen oder Pachteinnahmen innerhalb der Unternehmerschaft beinhalten. Die Sonderbilanz ist zu jedem Mitunternehmer separat aufzustellen.

Ergänzungsbilanz bei Umwandlung und Unternehmenkauf

Hat der Mandant einen Anteil an einer Personengesellschaft erworben oder ein bestehendes Unternehmen in eine Personengesellschaft umgewandelt, ist regelmäßig eine sogenannte Ergänzungsbilanz aufzustellen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Unternehmenskauf oder die Umwandlung nicht zu Buchwerten erfolgt ist. Die Ergänzungsbilanz hält die Anschaffungskosten dann für jeden Gesellschafter individuell fest.


Anlassbezogene Bilanzen

Darüber hinaus sind anlässlich bestimmter besonderer Umstände und Ereignisse Bilanzen aufzustellen. Hierzu gehören beispielsweise:

Umwandlungsbilanz

Infolge einer Umwandlung obliegt die umgewandelte Gesellschaft der Aufstellung einer Umwandlungsbilanz. Die handelsrechtliche Umwandlungsbilanz ist zum Umwandlungsstichtag aufzustellen und ist bei der Anmeldung zur Eintragung des Umwandlungsbeschlusses im Handelsregister beizulegen.

Übernahmebilanz

Die aus der Umwandlung hervorgehende übernehmende Gesellschaft ist zur Aufstellung einer handelsrechtlichen Übernahmebilanz verpflichtet. Sie übernimmt Vermögenswerte des übertragenen Unternehmens.

Sanierungsbilanz

Die Sanierungsbilanz wird anlässlich einer Sanierung des Unternehmens aufgestellt. Sie ist eine organisatorische und finanztechnische Maßnahme zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit und Prävention einer Zahlungsunfähigkeit oder einer Überschuldung.

Liquidationsbilanz

Die Liquidationsbilanz dient zur Abwicklung einer Liquidation und umfasst eine Liquidationseröffnungsbilanz und eine Liquidationsschlussbilanz. Jedoch verpflichtet sich die Gesellschaft bei Erstreckung der Abwicklung um mehrere Jahre Liquidationszwischenbilanzen aufzustellen.

Fusionsbilanz (Verschmelzungsbilanz)

Die Fusionsbilanz, auch genannt Verschmelzungsbilanz, ist bei Vorliegen einer Verschmelzung aufzustellen. Sie übernimmt alle Vermögenswerte und Schulden der verschmolzenen Gesellschaften.

Auseinandersetzungsbilanz

Diese Form von Sonderbilanz wird bei unterjähriger Ausscheidung eines Gesellschafters aufgestellt. Sie ist an keine handelsrechtliche oder steuerrechtliche Vorschrift gebunden und ist eine interne Bilanz für die Gesellschafter. Sie dient daher als Grundlage für die Auszahlung des ausscheidenden Gesellschafters.

Eröffnungsbilanz

Die Eröffnungsbilanz dient zu Beginn der Aufnahme der Tätigkeit zur Übersicht der Vermögen und Schulden zu Beginn des Unternehmens.

Abgrenzungsbilanz

Die Abgrenzungsbilanz ist eine zusätzliche Bilanz, die bei einer Unternehmensveräußerung aufgestellt wird. Sie dient der Übersicht über den aktuellen bilanziellen Zustand des veräußerten Unternehmens.


Steuerberater für Jahresabschlüsse

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung von Unternehmen spezialisiert. Beim Jahresabschluss schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Erstellung eines Jahresabschlusses nach den gesetzlichen Vorschriften sowie dazugehörige Auswertungen und Aufstellungen.
  2. Erstellung einer nach den steuerlichen Vorschriften entsprechenden Bilanz (Steuerbilanz)
  3. Ausführung und Erstellung von anlassbezogener Bilanzen, wie beispielsweise einer Übernahmebilanz, Sanierungsbilanz, Liquidationsbilanz, Fusionsbilanz, Auseinandersetzungsbilanz, Sonderbilanz, Eröffnungsbilanz, Abgrenzungsbilanz, Ergänzungsbilanz, Spaltungsbilanz, Formwechselbilanz etc.

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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