Steuerfreie Übertragung

zwischen den Ehegatten

Geld steuerfrei an Ehegatten übertragen – Abfindung nach der Scheidung

Die Ehegatten können im Rahmen des Ehevertrages vereinbaren, dass ein Ehepartner nach der Scheidung eine „Abfindung“ erhält. Diese Zahlung ist unter gewissen Voraussetzungen steuerfrei. Daher kann mittels dieser Abfindung Vermögen steuerfrei auf den Ehegatten übertragen werden. Unser Beitrag klärt, wann die Abfindung nach der Scheidung steuerfrei ist und welche weiteren Gestaltungsüberlegungen sich daran anknüpfen.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die verschiedenen Möglichkeiten zur steuerfreien Übertragung von Vermögen spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Gestaltungsmodelle zur Reduktion der Steuerlast aus. Aufgrund der aktuellen Relevanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum Thema
7. Oktober 2020 Axel Springer-Aktien: steuerfreie Schenkung im Wert von 1 Mrd. EUR
17. März 2021 Schenkung von Vermögen an Nichten oder Neffen – Schenkungsteuer optimieren
15. Dezember 2021 Schenkungsteuer vermeiden bei Schenkung von großem Vermögen
19. Januar 2022 Schenkungsteuer durch Nießbrauch an Kapitalerträgen senken
14. Juni 2022 Abfindung nach der Scheidung – Geld steuerfrei an Ehegatten übertragen (dieser Beitrag)
Unser Video: Schenkungsteuer bei Schenkung…

Unser Video: Schenkungsteuer bei Schenkung an Ehegatten mit Eigenheim  vermeiden

Wir erklären, wie Sie großes Vermögen steuerfrei übertragen können.

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Inhaltsverzeichnis


1. Ausgestaltung des Ehevertrages: Abfindung nach der Scheidung

1.1. Regelung der Abfindung nach der Scheidung

Der Begriff einer Abfindung im Zusammenhang mit der Ehe hört sich seltsam an, beschreibt aber am Besten wobei es bei der Zahlung eigentlich geht. Im Ehevertrag kann nämlich aufgrund der Privatautonomie grundsätzlich alles geregelt werden. So ist es auch möglich eine Art „Abfindung“ nach der Scheidung zu vereinbaren. Daher kann der Ehevertrag vorsehen, dass bei Beendung der Ehe ein Ehegatte gegen den anderen Ehegatten einen Zahlungsanspruch hat, wenn die Ehe über eine gewisse Zeit gehalten hat. Natürlich kann der Anspruch auch anteilig ausfallen, und damit höher sein, je länger die Ehe gehalten hat. Beispielsweise kann im Ehevertrag vorgesehen werden, dass der eine Ehegatte 2 Millionen Euro erhält, wenn die Ehe 20 Jahre hielt. Ansonsten wird der Betrag anteilig gekürzt.

1.2. Daneben zu treffende Bestimmungen

Wichtig ist, dass neben der Abfindung nach der Scheidung der gesetzliche Versorgungsausgleich, also insbesondere der Zugewinnausgleich ausgeschlossen wird. Warum wird im weiteren Verlauf klar. Daher darf alleinig die Abfindung die Versorgung des Ehegattens nach der Scheidung regeln.

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Fachberatung zur Ausgestaltung der Abfindung im Ehevertrag?

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2. Abfindung nach der Scheidung keine Schenkung

2.1. Definition der Schenkung

Doch dann stellt sich im Anschluss die Frage, wie eine solche Abfindung nach der Scheidung steuerlich zu behandeln ist. Insbesondere wäre denkbar, dass die Abfindung eine Schenkung im Sinne des § 7 Absatz 1 ErbStG darstellt. Definitionsgemäß liegt eine Schenkung bei jeder freigebigen unentgeltlichen Zuwendung vor. Dabei ist hier vor allem das Merkmal der Unentgeltlichkeit zu diskutieren.

2.2. Abgrenzung Abfindung nach der Scheidung zur Pauschalabfindung

Über das Merkmal der Unentgeltlichkeit ist insbesondere die Abgrenzung zu einer sogenannten Pauschalabfindung anzustellen. Bei letzterer wird das Merkmal der Unentgeltlichkeit bejaht und daher einer Schenkung angenommen. Pauschalabfindungen sind Zahlungen, die unverzüglich mit Abschluss des Ehevertrags für den Verzicht auf Scheidungsfolgen insbesondere den gesetzlichen Zugewinnausgleich geleistet werden. Der Verzicht auf die positiven Scheidungsfolgen könnte daher eine Entgeltlichkeit begründen. Dennoch entsteht der Zugewinnausgleich erst in dem Zeitpunkt, in dem die Zugewinngemeinschaft endet. Vorher ist noch gar nicht klar, ob und in welcher Höhe der Zugewinnausgleich entsteht. Insbesondere kann der Abfindungsberechtigte am Ende der Ehe sogar selbst zum Ausgleich verpflichtet sein. Daher ist die Höhe und das Bestehen einer Gegenleistung nicht sicher. Daher kann die Pauschalabfindung gar nicht entgeltlich sein. Aus diesem Grund stellt sie auch eine steuerpflichtige Schenkung dar.

2.3. Abfindung nach der Scheidung geschieht entgeltlich

Anders verhält es sich aber bei einer Abfindung nach der Scheidung. Bei dieser entsteht der Zahlungsanspruch aus der Abfindung erst mit der Scheidung. Zwar war der zahlende Ehegatte nicht zum Abschluss des Ehevertrages beziehungsweise zur Regelung der Ausgleichsforderung verpflichtet. Der Erwerb ist, aber nur dann unentgeltlich, wenn er von keiner, den Erwerb ausgleichenden Gegenleistung abhängig ist. Dem steht entgegen, wenn der Zahlende seine Zuwendung, wenn auch irrtümlich, als entgeltlich ansieht.

Bei einer Abfindung nach der Scheidung muss erst gezahlt werden, wenn der Verzicht auf die Scheidungsfolgen tatsächlich zum Tragen kommt. Daher entsteht die Zahlungspflicht gerade nicht im Voraus, sondern erst und nur dann, wenn der Verzicht im Zeitpunkt der Scheidung als Gegenleistung erbracht wird. Der Zahlungsanspruch ist daher im Sinne des § 158 Absatz 1 BGB aufschiebend bedingt. Erst bei Eintritt der Bedingung erwächst der Anspruch zu einem Vollrecht. Dabei ist zwar zu Anfang nicht klar, ob der Verzicht eintritt. Im weiteren Verlauf konkretisiert sich der Verzicht in Folge der Scheidung aber. Eine Pauschalabfindung hingegen wird gezahlt, auch wenn die Ehe bis ans Lebensende hält. Dabei ist daher nicht klar, dass der Verzicht als Gegenleistung tatsächlich eintritt.

Zudem sind bei der Abfindung nach der Scheidung alle gesetzlichen Ansprüche individualvertraglich modifiziert. Ein Vertrag der alle denkbaren Scheidungsfolgen regelt erstrebt einen umfassenden Ausgleich aller Interessengegensätze. Die Abfindungszahlung ist daher in um fassende Vertragsabreden über die Rechtsfolgen einer Eheschließung eingebettet. Daher kann sie gerade nicht Einzelleistung als Einzelleistung abgespalten werden.

Unter diesen Argumenten erfolgt eine Abfindung nach der Scheidung entgeltlich, so dass sie nicht der Erbschafsteuer und Schenkungsteuer unterfällt.

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Haben Sie Fragen zur steueroptimierten Übertragung von Vermögen?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten:

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3. Steuerliche Vorzüge einer Abfindung nach der Scheidung

3.1. Steuerfrei Vermögen durch Abfindung nach der Scheidung übertragen

Wie oben begründet ist eine Abfindung nach der Scheidung steuerfrei. Fraglich ist nun, ob sich daraus Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Zunächst lässt sich anerkennen, dass ein gesetzlicher Zugewinnausgleich immer auf einen bestimmten Betrag begrenzt ist. Warum dies der Fall ist und wie sich dieser Betrag berechnet, haben wir in einem anderen Beitrag erklärt. Dabei ist aber am Anfang der Ehe nicht klar, wie hoch dieser Betrag ist und wer den Betrag zu zahlen hat. All dies lässt sich im Wege des Ehevertrages durch eine Abfindung nach der Scheidung vorherig klären und bestimmen. Ist der bestimmte Betrag höher als der Betrag des Zugewinnausgleichs so können Sie Ihrem Ex-Ehegatten mehr Vermögen steuerfrei übertragen, als es im Wege des gesetzlichen Güterstand der Fall wäre.

3.2. Eventuell bei einer Güterstandsschaukel einsetzbar

Denkbar wären solche Konstellationen auch im Wege einer Güterstandschaukel. Dabei ist der Ehevertrag aber sehr genau zu regeln. Insbesondere darf die Abfindung dann nicht von einer Scheidung abhängen. Dazu beraten wir Sie sehr gerne.

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Für Sie interessant: Steuerfrei Vermögen zwischen Ehegatten durch übertragen

Wir erklären, wie Sie mit einer Güterstandsschaukel Vermögen zwischen Ehegatten steuerfrei übertragen.

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4. Fazit: Sinn einer Abfindung nach der Scheidung

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, im Ehevertrag eine Abfindung vorzusehen, so sollten Sie deren Entstehen auf den Tag der Scheidung bedingen. Allein so kann die Steuerersparnis in Anspruch genommen werden. Bei einer sogenannte Pauschalabfindung hingegen greift lediglich der generelle Freibetrag zwischen Eheleuten von 500.000 Euro nach § 16 Absatz 1 Nummer 1 ErbStG. Darüber hinaus fällt Schenkungsteuer an.

Eine Abfindung nach der Scheidung zu vereinbaren kann sinnvoll sein. So lassen sich zum einen aus nicht steuerlicher Sicht finanzielle Nachteile infolge einer Scheidung vermeiden und klar vorhersehen, welche Lasten bei der Scheidung eintreten. Zum anderen kann ein größeres Vermögen, als im Wege des gesetzlichen Zugewinnausgleich vorgesehen ist, steuerfrei übertragen werden. Dies lässt sich durch anderer Gestaltungsmodelle kombinieren, was die Übertragung von Vermögen auf Ehegatten steuerlich optimiert. Haben Sie Fragen dazu, so kontaktieren Sie uns gerne über das Kontaktformular.


Steuerberater für die Übertragung von Vermögen auf Ehegatten

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung im Rahmen der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer spezialisiert. Bei dem steuerfreien Übertragen von Vermögen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Schenkungen

  1. Übertragung des Familienheims
  2. Steuerfreie Übertragungen durch die Güterstandsschaukel
  3. Großes Vermögen steuerfrei übertragen (Verschonungsbedarfsprüfung)
  4. Vermögen an Nichten und Neffen steuerfrei übertragen

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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