Steuerglossar

Beweismittel erklärt

Beweismittel im Steuerrecht

Das Wichtigste in Kürze

Die Beweismittel im Steuerrecht sind vielfältig und dienen dazu, den wahren steuerlichen Sachverhalt abzubilden. Sie ermöglichen es sowohl dem Steuerpflichtigen, seine Ansprüche zu belegen, als auch der Finanzbehörde, die korrekte Besteuerung sicherzustellen. Dabei ist stets das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zu beachten.


Welche Beweismittel gibt es im Steuerrecht?

Ein zentraler Paragraf für die Beweiswürdigung des Finanzamts ist § 96 AO. Demnach ist die Finanzverwaltung in ihrer Beweiswürdigung frei. Dadurch ist sicher gestellt, dass die Finanzbehörde Beweismittel nach ihrer eigenen Überzeugung und im Kontext des gesamten Verfahrens bewerten kann. Zugleich wird dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs Rechnung getragen, indem die Beteiligten die Möglichkeit haben, sich zu den verwendeten Tatsachen und Beweismitteln zu äußern.

Der Steuerpflichtige trägt die Beweislast für die Richtigkeit seiner Angaben in der Steuererklärung, die zu einer Reduzierung der Steuer führen. Andererseits hat die Finanzbehörde die Beweislast für Tatsachen, die zu einer Erhöhung der Steuerlast führen.

Um steuerliche Sachverhalte zu klären, gibt es eine Vielzahl von Beweismitteln. Für Unternehmen, die zur Buchführung verpflichtet sind, bilden Buchführung und Bilanz zentrale Beweismittel. Sie sollen ein getreues Bild der Vermögens- und Ertragslage vermitteln. Unrichtigkeiten können zu steuerlichen Korrekturen führen.

Bei bestimmten Einkünften, wie zum Beispiels solchen aus Vermietung und Verpachtung oder aus selbstständiger Arbeit, sind detaillierte Einzelaufzeichnungen erforderlich, um Einnahmen und Werbungskosten zu belegen.

Kontoauszüge, Quittungen, Rechnungen und andere Belege dienen als Nachweis für Zahlungen und Einnahmen. Insbesondere bei Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind diese Dokumente wichtig, um den steuerlichen Abzug zu sichern.

Zeugen können zur Klärung bestimmter steuerlicher Sachverhalte herangezogen werden. Ihre Glaubwürdigkeit und die Konstanz ihrer Aussagen sind dabei von besonderer Bedeutung.

Beobachtungen von Mitarbeitern der Finanzbehörde, etwa bei einer Betriebsprüfung vor Ort, können ebenfalls als Beweismittel dienen.

In komplexen oder speziellen Fällen, wie bei der Bewertung von Immobilien oder Unternehmensanteilen, können Gutachten von Sachverständigen herangezogen werden. Amtliche Urkunden haben einen erhöhten Beweiswert. Hierzu gehören etwa Grundbuchauszüge oder Handelsregisterauszüge. Schriftliche Kommunikation kann zur Aufklärung von steuerlichen Sachverhalten beitragen. Hierzu gehören zum Beispiel Verträge, Briefe oder E-Mails. Die Finanzbehörde kann auch bei Dritten, wie Banken oder anderen Behörden, Informationen einholen. Im digitalen Zeitalter gewinnen elektronische Daten, wie digitale Rechnungen oder elektronische Buchführungssysteme, immer mehr an Bedeutung.

Es gibt Umstände, unter denen bestimmte Beweismittel nicht verwendet werden dürfen, etwa wenn sie rechtswidrig erlangt wurden. Beweisverwertungsverbote haben jedoch enge Voraussetzungen.

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