Schwyz, Uri & Co.

Steuerhoheit der einzelnen Kantone

Steuern der Kantone in der Schweiz: wo ist es am günstigsten?

Die einzelnen Kantone der Schweiz erheben Steuern nach eigenen Vorschriften. Zwar gibt es auch Steuern, die dem Bund zustehen, aber diese sind vergleichsweise unbedeutend. Denn es sind die Kantone, die in einem Steuerwettbewerb zueinander stehen. Bei der Erhebung der Steuern setzen sie also ihre ganz eigenen Vorstellungen um. Das führt dazu, dass besonders beliebte Kantone, in die viele Menschen ziehen, sich erlauben können, vergleichsweise hohe Steuersätze bei Einkommensteuer, Gewinnsteuer und Vermögenssteuer anzusetzen. Im Unterschied dazu tendieren eher ländliche Kantone, insbesondere in der Nachbarschaft zu Bevölkerungszentren, niedrige Steuersätze festzulegen. Interessant ist auch, dass die Kantone in der Schweiz ihre Steuersätze (genauer gesagt ihre Steuerfüsse) oft jährlich anpassen, sodass sich die Steuern entsprechend oft ändern. Allerdings haben auch die Gemeinden das Recht, Steuern in der Schweiz zu erheben. Das Steuersystem der Schweiz ist somit sehr vielfältig. Für Personen, die Steuern lieben, bietet die Schweiz sehr viel Abwechslung und Neues zu entdecken.

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Unser Video: Besonderheiten des Steuerrechts der Schweiz

In diesem Video erklären wir, wie man in der Schweiz Steuern zahlt und welchen Einfluss die Kantone und Gemeinden darauf haben.

Inhaltsverzeichnis


1. Steuern der Kantone in der Schweiz – Einleitung

Die Schweiz ist ein föderaler Staat, bei dem die Eigenständigkeit der einzelnen Kantone auf einer langen Historie beruht. Zwar hat man sich im eidgenössischen Bund zusammengeschlossen, doch in der Hauptsache nur, um sich gemeinsam gegen äußere Gefahren zu positionieren. Das bedeutet, die einzelnen Kantone verfügen über weitgehende Rechte, wie sie selbst im föderal geführten Deutschland kaum im vergleichbaren Ausmaß vorhanden sind.

Aber auch die Menschen in der Schweiz selbst sind von diesem Geist der Eigenbestimmung durchdrungen. So sind Volksentscheide in der Schweiz Ausdruck eines starken Engagements, bei dem die eigene Meinung sowohl Ausdruck findet als auch in politische Handlung direkt umgesetzt wird. Auch dies hängt mit dem seit Jahrhunderten kultivierten Eigensinn der Schweizer zusammen und ist in seiner Form sicher einzigartig auf der Welt.

Es ist daher nur logisch, dass sich die Kantone ebenfalls sehr eigenständig zeigen. Dies drückt sich in der Schweiz beispielsweise im Recht der Kantone aus, Steuern nach eigenen Vorstellungen zu erheben. Sogar bei der Einkommensteuer, Gewinnsteuer, Vermögenssteuer sowie Erbschafts- und Schenkungssteuer, um nur die wichtigsten Steuerarten zu nennen, bestimmen die Kantone in der Schweiz unabhängig über ihre Steuern. Das hat den Nebeneffekt, dass es inzwischen zu einem Steuerwettbewerb unter den Kantonen gekommen ist. Tatsächlich konkurrieren sogar die einzelnen Gemeinden miteinander und nutzen zunehmend niedrige Steuern als besonders wirkungsvolles Argument, um sich in der Gunst der Unternehmen einen entscheidenden Vorteil als Wirtschaftsstandort zu sichern. Denn auch die 2.110 Gemeinden der Schweiz haben ein Recht, eigene Steuern zu erheben.

2. Aufbau des kantonalen Steuersystems in der Schweiz

2.1. Steuern auf Bundesebene

Um zu verstehen, wie die Schweiz Steuern erhebt, muss man also drei getrennte Ebenen betrachten. Einerseits ist der Bund zum Erheben von Bundessteuern berechtigt. Allerdings ist er dabei an die Bundesverfassung gebunden. Nur Steuern, die dort ausdrücklich dem Bund zugestanden werden, darf er auch erheben. Dazu zählen unter anderem die Besteuerung von Einkommen sowie die Mehrwertsteuer. Außerdem muss er diese regelmäßig durch Volksentscheid bestätigen lassen. Die Gültigkeit der Besteuerungsbefugnis des Bundes beläuft sich in der Regel auf 15 Jahre. Im Übrigen hat das Volk per Plebiszit sogar direkten Einfluss auf die Höhe der Steuertarife, die er ansetzen darf.

2.2. Steuern auf Kantonsebene

Die nächste Ebene, der ein Steuererhebungsprivileg zusteht, sind somit die Stände, also die Kantone. Sie haben jeweils eigene Steuergesetze, können daher auch definieren, was man in ihrem Gebiet als Einkommen und Gewinn zu erfassen und zu versteuern hat sowie welche Abzüge man in welcher Höhe ansetzen darf.

2.3. Steuern auf Ebene der Gemeinden

Als dritte Ebene kommen nun noch die Gemeinden hinzu. Ihr Besteuerungsrecht ist von den kantonalen Vorschriften abhängig. Nur was der Kanton seinen Gemeinden zugesteht, dürfen diese dann auch in Eigenregie umsetzen. Allerdings ist dies oft ein sehr weitreichendes Recht, das den Gemeinden von ihren Kantonen zugestanden wird. Die Kantone der Schweiz bestimmen somit einerseits direkt über die Steuern, die sie selbst erheben wollen. Andererseits wirken sie indirekt darauf ein, wie die in ihrem Gebiet angesiedelten Gemeinden Steuern erheben dürfen.

2.4. Vergleichswert Steuerfuss

Eine weitere Besonderheit bietet das Steuersystem der Schweiz durch den Ansatz von sogenannten Steuerfüssen zur Berechnung der Steuern. Ein Steuerfuss ist der Faktor (meist angegeben in Prozenten), mit dem man die Bundessteuer multiplizieren muss, um auf die Kantons- oder Gemeindesteuer zu kommen. Somit ist der Steuerfuss ein bestimmender Faktor, über den man in der Schweiz eine Reihe an Steuern auf Kantons-, insbesondere aber auf Gemeindeebene berechnet. Kantone und Gemeinden setzen ihre Steuerfüsse in der Regel jährlich neu fest. Steuerfüsse sind somit auch ein guter intranationaler Vergleichswert. Dies gilt aber nur für solche Steuerarten, die auch eine Entsprechung auf Bundesebene haben.

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3. Steuern der 26 Kantone der Schweiz: ein Überblick

3.1. Gewinnsteuer und Einkommensteuer der einzelnen Kantone der Schweiz

Wie bereits angedeutet, liegen die Steuersätze in den Kantonen für die einzelnen Steuerarten merklich auseinander. Außerdem gibt es Grenzsteuersätze, die ebenfalls eine gewichtige Rolle bei der Besteuerung spielen. Um also die Steuersätze für die wichtigsten Steuerarten auf möglichst übersichtliche Weise darzustellen, schlagen wir einen Blick auf folgende Tabelle vor:

KantonGewinnsteuer (in %)Einkommensteuer (in %)
CHF 1 Mio.CHF 5 Mio.CHF 10 Mio.
Aargau (AG)15,030,250,400,42
Appenzell Ausserrhoden (AR)13,040,340,390,40
Appenzell Innerrhoden (AI)12,660,210,220,23
Basel-Landschaft (BL)13,450,380,510,53
Basel-Stadt (BS)13,040,470,720,75
Bern (BE)20,540,400,560,57
Freiburg (FR)13,870,490,520,52
Genf (GE)14,700,480,860,94
Glarus (GL)12,320,290,340,34
Graubünden (GR)14,770,270,300,31
Jura (JU)16,000,380,530,55
Luzern (LU)11,900,210,240,24
Neuenburg (NE)14,890,680,680,68
Nidwalden (NW)11,970,120,120,12
Obwalden (OW)12,730,140,140,14
Schaffhausen (SH)15,080,260,390,39
Schwyz (SZ)13,450,150,190,19
Solothurn (SO)15,290,190,270,27
St. Gallen (SG)14,290,350,400,41
Tessin (TI)19,320,400,470,47
Thurgau (TG)13,210,220,270,27
Uri (UR)12,630,150,190,19
Waadt (VD)14,720,640,760,78
Wallis (VS)17,100,490,620,63
Zug (ZG)11,850,060,190,21
Zürich (ZH)19,590,180,470,56

3.2. Analyse der Gewinn- und Einkommensteuer der Schweizer Kantone

Die Kantone Zug, Luzern und Nidwalden stechen bei der Gewinnsteuer hervor, weil sie mit einem Steuersatz von knapp unter 12 % für Unternehmen besonders vorteilhaft erscheinen. Da ist es dann auch kein Wunder, dass zumindest die Kantone Zug und Nidwalden auch bei der Einkommensteuer mit einem relativ geringen Steuersatz hervorstechen.

Umgekehrt sind einige Kantone in der Schweiz dafür bekannt, dass sie vergleichsweise hohe Steuern ansetzen. Dazu zählt insbesondere der Kanton Genf. Aber auch Zürich und Bern spielen in dieser Liga. Doch gibt es ebenso Kantone, die keine Metropolen enthalten, Neuenburg etwa, und trotzdem vergleichsweise hohe Steuern fordern. Allgemein gilt jedoch, dass ländliche Kantone, in denen die Bevölkerungsdichte geringer ist, sich auch einen schlankeren Etat leisten können und folglich in puncto Steuern zu den günstigsten Kantonen der Schweiz gehören.

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4. Steuern der Kantone in der Schweiz: Vermögenssteuer

4.1. Vermögenssteuer der Kantone und ihrer Hauptorte

Eine ähnliche Aufstellung lohnt es sich hier zur Vermögenssteuer in der Schweiz zu betrachten. Hierbei geben wir als Beispiel die Vermögenssteuer bei einem Vermögen von CHF 1 Million bis CHF 25 Millionen in verschiedenen Höhen an:

KantonGemeindeVermögens- steuer (CHF)
CHF 1 Mio. VermögenCHF 3 Mio Vermögen.CHF 5 Mio. VermögenCHF 10 Mio. VermögenCHF 25 Mio. Vermögen
Aargau (AG)Aarau1.9098.27714.64578.32578.325
Appenzell Ausserrhoden (AR)
Herisau
3.36711.50719.64739.997101.047
Appenzell Ausserrhoden (AI)Appenzell2.0526.61211.17222.57256.772
Basel-Landschaft (BL)Basel3.78814.67825.56852.793134.468
Basel-Landschaft (BS)Liestal4.72520.03535.83575.335193.835
Bern (BE)Bern3.92915.49827.52056.336140.992
Freiburg (FR)Fribourg4.93215.66026.10052.200130.500
Genf (GE)Genf3.99919.59336.60679.493208.153
Glarus (GL)Glarus3.06010.30217.54435.64989.964
Graubünden (GR)Chur2.6388.75814.87830.17876.078
Jura (JU)Delémont3.76814.81526.21554.715140.215
Luzern (LU)Luzern1.9036.25310.60321.47854.103
Neuenburg (NE)Neuchâtel6.80420.41234.02068.040170.100
Nidwalden (NW)Stans1.1653.6706.17512.43731.225
Obwalden (OW)Sarnen1.3514.1957.03914.14935.479
Schaffhausen (SH)Schaffhausen2.41310.60517.91936.20491.059
Schwyz (SZ)Schwyz1.2834.7038.12316.67342.323
Solothurn (SO)Solothurn1.9448.10013.75927.79969.919
St. Gallen (SG)St. Gallen3.51111.77320.03540.690102.655
Tessin (TI)Bellinzona4.11114.18623.83647.961120.336
Thurgau (TG)Frauenfeld2.2267.79213.35827.27369.018
Uri (UR)Altdorf1.5375.4379.33719.08748.337
Waadt (VD)Lausanne6.39422.22538.05777.635196.370
Wallis (VS)Sion4.77818.33330.93362.433156.933
Zug (ZG)Zug5604.8869.30620.35653.506
Zürich (ZH)Zürich1.74410.44522.86654.955151.245

4.2. Zusatzfaktor Vermögenssteuerbremse

Zu berücksichtigen ist auch hierbei, dass die Gemeinden ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Vermögenssteuer nehmen können. Daher haben wir hier die wichtigsten Gemeinden der jeweiligen Kantone als Beispiel aufgeführt. Allerdings verfügen einige Kantone über ein zusätzliches Instrument, um die Vermögenssteuer zu lenken. Hierbei ist von der sogenannten Vermögenssteuerbremse die Rede. So ist die Vermögenssteuerbremse dazu gedacht, unbeabsichtigte, aber dennoch mögliche Fälle von Überbesteuerung abzumildern. Zu den Kantonen, die eine solche Vermögenssteuerbremse eingeführt haben, zählen Aargau, Basel Stadt, Bern, Genf, Waadt, Wallis und Tessin.

4.3. Analyse der Vermögenssteuer der einzelnen Kantone

Der Kanton Zug mag auf den ersten Blick für ein Vermögen von CHF 1 Million die günstigste Steuer in der Schweiz bieten. Hier fallen lediglich CHF 560 pro Jahr an. Mit steigendem Vermögen laufen ihm aber andere Kantone den Rang ab. So sind die Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri sowie Schwyz bei einem Vermögenswert von CHF 25 Millionen noch etwas günstiger als Zug. Interessanterweise handelt es sich bei dieser Gruppe an Kantonen um jene, die einerseits auch sonst mit sehr günstigen Steuern winken. Andererseits zählen Uri, Schwyz und Nidwalden zu den Urkantonen der Schweiz. Ist das nur Zufall? Vielleicht ist dies aber auch lediglich Ausdruck einer ähnlichen Mentalität, einer Liebe zur Eigenständigkeit und einem Hang zum unkonventionellen Denken.

Am anderen Ende des Spektrums finden sich aber ebenfalls altbekannte Kantone. So liegt die höchste Vermögenssteuer bei einem Vermögen von CHF 25 Millionen in den Kantonen Basel Stadt und Genf. Hier sind aber auch die steuerlich sonst weniger auffälligen Kantone Neuenburg und Waadt prominent mit dabei. Interessant ist übrigens auch, dass Zürich bei der Vermögenssteuer eine relativ steile Progression ansetzt. Denn bei einem Vermögen von nur CHF 1 Million erhebt der Kanton nur eine moderate Steuer von CHF 1.744, somit weniger als etwa Luzern mit CHF 1.903. Wenn man aber ein Vermögen von CHF 25 Millionen zu versteuern hat, fordert Zürich eine Vermögenssteuer von CHF 151.245, Luzern hingegen nur eine Steuer von CHF 54.103. Ähnlich fällt dieser Vergleich auch zu den Kantonen Zürich sowie Appenzell Innerrhoden, Solothurn und Thurgau aus.

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Ebenfalls interessant: steuerfreier Wegzug in die Schweiz

In diesem Video erklären wir, wie man ohne eine Wegzugsbesteuerung auszulösen in die Schweiz auswandern kann und was man dabei beachten muss.

5. Kantone der Schweiz und ihre Steuern – Fazit

Mit diesem kleinen Überblick hoffen wir, Ihnen einige interessante Informationen zu den Steuern in den einzelnen Kantonen der Schweiz gegeben zu haben. Auffällig dabei ist, dass es sowohl bei den Spitzenreitern als auch bei den steuerlich besonders attraktiven Kantonen verblüffende Übereinstimmungen im Ranking der jeweiligen Steuerarten gibt. Tatsächlich sind manche Kantone in ihrer Finanzpolitik entweder besonders liberal oder besonders fordernd was die Höhe ihrer Steuern angeht.

Selbstverständlich befördert das den Steuerwettbewerb der Kantone untereinander. Kantone, die höhere Steuereinnahmen benötigen, um ihre Ausgaben zu finanzieren, sind somit gezwungen, andere Wege zu finden, um ihre Haushalte zu decken. Andererseits sind die Schweizer offenbar nur bedingt bereit, allein aus steuerlichen Gründen einen Kanton zu bevorzugen und gegebenenfalls dafür umzuziehen. Es gibt eben mehr als steuerliche Gründe bei der Wahl des eigenen Wohnorts. Gleiches gilt aber auch in Bezug auf die Gründung eines Unternehmens in der Schweiz. Denn wenn etwa die geographische Lage oder Infrastruktur ungünstig ist, nutzt auch der günstigste Steuertarif wenig.


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Internationales Steuerrecht – Unternehmen

  1. Empfehlungen zur und Begleitung bei der Gründung von Unternehmen im Ausland
  2. Informationen zu Doppelbesteuerungsabkommen und Verständigungsverfahren
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Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Dubai (VAE) gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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