Steuerglossar

Vorzugsaktie erklärt

Vorzugsaktie

Das Wichtigste in Kürze

Vorzugsaktien (§ 139 AktG) gewähren gewisse Vorrechte gegenüber Stammaktien. Zusammenfassend bieten Vorzugsaktien eine Reihe von finanziellen und strategischen Vorteilen, die sie für bestimmte Investoren und Unternehmen attraktiv machen. Investoren sollten jedoch die spezifischen Merkmale vor der Investition sorgfältig prüfen, da sie wesentliche Unterschiede zu Stammaktien aufweisen. In diesem Glossar-Eintrag erklären wir, welche Vorteile in Betracht kommen und welche Vorteile und Nachteile Vorzugsaktien haben.


Was ist eine Vorzugsaktie?

Eine Vorzugsaktie ist eine spezielle Form der Aktie, die ihren Inhabern bestimmte Vorrechte gegenüber den Inhabern von Stammaktien eines Unternehmens gewährt. Diese Vorrechte können finanzieller Natur sein oder sich auf das Stimmrecht in der Hauptversammlung beziehen. Vorzugsaktien werden oft von Unternehmen ausgegeben, um Kapital zu beschaffen, während sie gleichzeitig die Kontrolle über Unternehmensentscheidungen innerhalb der bestehenden Eigentümerstruktur beibehalten.

Einer der Hauptvorteile von Vorzugsaktien ist der Vorzug bei der Dividendenausschüttung. Vorzugsaktionäre erhalten ihre Dividenden in der Regel vor den Stammaktionären und oft zu einem festgelegten Betrag oder Satz. Die Dividende kann höher sein als die Dividenden der Stammaktien. Die Dividenden können auch kumulativ sein. Das bedeutet, dass, falls die Aktiengesellschaft in einem Jahr keine Dividenden ausgezahlt, die Dividenden sich ansammeln. In den Folgejahren muss sie die Dividende daher vor jeglichen Dividenden an die Stammaktionäre auszahlen.

Im Falle der Liquidation des Unternehmens haben Vorzugsaktionäre auch das Recht, vor den Stammaktionären aus dem Liquidationserlös bedient zu werden. Dies erhöht die Sicherheit der Investition für die Inhaber von Vorzugsaktien. Sie haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, zumindest einen Teil ihrer Investition zurückzuerhalten.

In vielen Fällen gewähren Vorzugsaktien keine Stimmrechte. Daher können Vorzugsaktionäre nicht an der Wahl des Vorstands oder anderen grundlegenden Unternehmensentscheidungen teilnehmen. Dies kann jedoch variieren. Manche bieten sogar modifizierte oder bedingte Stimmrechte an, abhängig von den spezifischen Bedingungen der Emission.

Ein weiteres mögliches Merkmal von Vorzugsaktien ist ihre Wandelbarkeit. Sie können unter bestimmten Bedingungen in eine festgelegte Anzahl von Stammaktien umgewandelt werden. Dies ermöglich den Aktionären, von der Wertsteigerung des Unternehmens zu profitieren Gleichzeitig können sie aber anfänglich von den finanziellen Vorzügen der Vorzugsaktien profitieren.

Vorzugsaktien sind besonders attraktiv für Investoren, die auf der Suche nach einer stabileren Dividendenquelle sind, sowie für konservative Investoren, die ein geringeres Risiko suchen. Sie werden auch häufig in familiengeführten Unternehmen oder bei Unternehmensübernahmen genutzt, um die Kontrolle in den Händen der Hauptaktionäre zu behalten, während zusätzliches Kapital beschafft wird.

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