Steuerglossar

Buchwert

Das Wichtigste in Kürze

Der Buchwert repräsentiert den in den Büchern ausgewiesenen Wert eines Vermögensgegenstandes oder einer Verbindlichkeit. Es ist essentiell, ihn korrekt zu bestimmen und zu verstehen, da er zahlreiche finanzielle und betriebswirtschaftliche Entscheidungen beeinflusst.


Was ist der Buchwert?

Der Buchwert ist im Rahmen der Buchhaltung und Finanzwelt relevant. Er bezeichnet den Wert, der einem Vermögensgegenstand oder einer Verbindlichkeit in den Büchern eines Unternehmens, sprich in seiner Bilanz, zugewiesen wird.

Bei Vermögensgegenständen, die zu Anschaffungskosten erworben wurden, entspricht der Buchwert zunächst diesen Kosten (§ 253 Absatz 1 HGB). Mit der Zeit kann er sich aber durch Abschreibungen, Amortisationen oder Wertberichtigungen ändern.

Der Buchwert eines Wirtschaftsguts des Anlagevermögen (zum Beispiel einer Maschinen oder eines Gebäudes) berechnet sich meistens wie folgt: Buchwert = Anschaffungskosten oder Herstellungskosten – kumulierte Abschreibungen. Die Abschreibungen werden dabei im Laufe der Nutzungsdauer des Anlagevermögens vorgenommen, um den Wertverlust des Vermögensgegenstandes in den Büchern widerzuspiegeln. Diese Abschreibungen verringern den Buchwert daher Jahr für Jahr, bis er schließlich, am Ende seiner Nutzungsdauer, seinen Restwert erreicht.

Für Umlaufvermögen, wie Vorräte oder Forderungen, werden keine Abschreibungen vorgenommen. Hier kann es aber zu Wertberichtigungen kommen, wenn beispielsweise Zweifel an der Einbringlichkeit einer Forderung bestehen.

Es ist wichtig, den Buchwert von dem Marktwert zu unterscheiden. Ersterer gibt den Wert eines Vermögensgegenstandes in den Büchern des Unternehmens an. Demgegenüber repräsentiert der Marktwert den Betrag, zu dem ein Vermögensgegenstand in einem freien Markt zwischen einem willigen Käufer und einem willigen Verkäufer gehandelt werden würde. In vielen Fällen können diese beiden Werte erheblich voneinander abweichen.

Der Buchwert spielt in verschiedenen Kontexten eine wichtige Rolle:

  1. Bei der Bewertung von Unternehmen wird häufig das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) herangezogen. Das KBV setzt den Marktpreis der Aktie ins Verhältnis zum Buchwert pro Aktie. Ein KBV von weniger als 1 könnte darauf hindeuten, dass eine Aktie unterbewertet ist. Hierbei muss man allerdings auch andere Faktoren berücksichtigen.
  2. Banken und andere Kreditgeber können ihn zur Beurteilung von Sicherheiten heranziehen, um im Rahmen der Kreditvergabe die Höhe eines Kredits oder die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens zu bestimmen.
  3. Manager und Entscheidungsträger nutzen ihn, um Entscheidungen bei der Unternehmensführung über Abschreibungen, Investitionen oder den Verkauf von Vermögensgegenständen zu treffen.

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