Falsche Unternehmensstruktur:

So entsteht eine hohe Steuerbelastung

Falsche Unternehmensstruktur: So entsteht eine hohe Steuerbelastung

Eine falsche Unternehmensstruktur ist häufig der wahre Grund für eine hohe Steuerbelastung. Viele erfolgreiche Unternehmer erzielen Millionenumsätze. Trotzdem bleibt ihnen privat kaum Geld. Schuld ist oft die ungünstige Rechtsform, nicht der Steuersatz allein. Dieser Beitrag zeigt, wie eine fehlerhafte Gesellschaftsstruktur die Abgabenlast in die Höhe treibt. Außerdem erklären wir, wie die richtige Struktur die Belastung auf rund 25 % senkt.

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Falsche Unternehmensstruktur: So entsteht eine hohe Steuerbelastung

Im Video erklärt Steuerberater Christoph Juhn, wie eine falsche Unternehmensstruktur zu einer Steuerbelastung von bis zu 66 % führt.

Inhaltsverzeichnis


Das Problem: Hoher Umsatz, kaum Privatvermögen trotz falscher Unternehmensstruktur

Unternehmer mit 1 bis 5 Millionen Euro Umsatz kennen das Gefühl. Die Umsätze sind stark. Die Buchhaltung zeigt einen schönen Gewinn. Privat bleibt jedoch fast nichts übrig. Genau hier wirkt eine falsche Unternehmensstruktur besonders teuer.

Viele Mandanten sagen uns: „Ich verstehe nicht, warum ich so viel arbeite.“ Diese Frage ist berechtigt. Denn die ungünstige Rechtsform frisst einen großen Teil der Liquidität. Rechnet man genau, ergibt sich eine Gesamtsteuerbelastung von 66 % statt der erwarteten 50 %.

Die gute Nachricht zuerst. Diese hohe Steuerbelastung ist kein Schicksal. Mit der richtigen Struktur lässt sie sich deutlich senken. Wir zeigen Ihnen den Weg Schritt für Schritt.

Rechenbeispiel: Wo die Liquidität bei falscher Unternehmensstruktur verschwindet

Schauen wir uns einen typischen Fall an. Ein Unternehmer erzielt 2 Millionen Euro Umsatz. Seine Kosten betragen 75 % vom Umsatz. Das ist eine gute Quote.

Nach Wareneinsatz, Personalkosten und Miete bleiben 500.000 Euro Gewinn. Auf diesen Gewinn zahlt er als Einzelunternehmer rund 50 % Steuern. Das sind etwa 250.000 Euro. Es verbleiben zunächst 250.000 Euro.

Reinvestition aus versteuertem Geld als Kernfehler der ungünstigen Rechtsform

Jetzt beginnt das eigentliche Problem. Der Unternehmer will wachsen. Dafür investiert er rund 10 % vom Umsatz. Das sind 200.000 Euro.

Dieses Geld fließt in Warenbestand, Lager oder neue Immobilien. Manchmal steigt auch nur der Forderungsbestand. Das Geld ist gebunden, aber nicht weg. Trotzdem fehlt es für das Privatleben.

Nach Steuern und Reinvestition bleiben nur 50.000 Euro Liquidität. Das sind rund 4.000 Euro netto im Monat. Bei 2 Millionen Umsatz und 500.000 Euro Gewinn ist das wenig. Der Grund liegt klar erkennbar in der Struktur.

Der Kernfehler lautet: Die 200.000 Euro werden aus netto versteuertem Einkommen investiert. Genau das ist die Folge einer falschen Unternehmensstruktur. Sie zahlen erst 50 % Steuern und investieren dann den Rest.

Optimierung: Struktur statt Investition aus versteuertem Einkommen

Stellen Sie sich vor, Sie investieren vor der hohen Besteuerung. Ganz so einfach ist es nicht. Optimieren lässt es sich aber deutlich.

Nehmen wir wieder 2 Millionen Euro Umsatz. Die Kosten liegen wieder bei 1,5 Millionen Euro. Es bleiben erneut 500.000 Euro Gewinn. Jetzt teilen wir diesen Gewinn aber bewusst auf.

Privatebene: nur 70.000 Euro mit niedriger Steuerbelastung entnehmen

Wir entnehmen 70.000 Euro brutto zum Leben. Darauf zahlen Sie nur etwa 15.000 Euro Steuern. Es bleiben rund 55.000 Euro netto übrig.

Warum genau 70.000 Euro? Der Grundfreibetrag von rund 12.000 Euro bleibt steuerfrei. Ab etwa 70.000 Euro beginnt der Spitzensteuersatz von 42 %. Mit Soli erreichen Sie schnell rund 50 %. Deshalb empfehlen wir, das Gehalt in diesem niedrigen Bereich zu halten.

Unternehmensebene: 430.000 Euro mit rund 25 % besteuern

Die restlichen 430.000 Euro versteuern Sie niedrig. Diese Gewinne lassen Sie im Unternehmen. Langfristig zahlen Sie hier nur rund 25 % Steuern.

Das entspricht einer Steuerbelastung von etwa 108.000 Euro. Es bleiben rund 322.000 Euro übrig. Diese Summe steht für Reinvestitionen bereit.

Der Unterschied ist enorm. Statt 200.000 Euro stehen nun 322.000 Euro zur Verfügung. Sie können also nicht nur 10 % wachsen, sondern deutlich über 15 %. So beseitigen Sie die Nachteile der falschen Unternehmensstruktur.

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GmbH-Struktur: die Lösung gegen hohe Steuerbelastung

Wie erreichen Sie diese Optimierung konkret? Der Unternehmer muss seine Rechtsform umwandeln. Das Ziel ist die GmbH.

Die GmbH erzielt dann den Gewinn von 500.000 Euro. Sie selbst beziehen ein Geschäftsführergehalt. Wir setzen dieses Gehalt auf 70.000 Euro an. Dieses Gehalt mindert den Gewinn der GmbH.

Die optimale Gehaltsstrategie gegen die ungünstige Rechtsform

Das Gehalt von 70.000 Euro hat einen klaren Grund. Es nutzt den Grundfreibetrag von rund 12.000 Euro. Außerdem bleibt es unter dem Spitzensteuersatz.

So machen Sie privat rund 55.000 Euro netto. Die restlichen 430.000 Euro verbleiben in der GmbH. Dort gilt eine deutlich niedrigere Steuerbelastung.

So setzt sich die niedrige Steuerbelastung der GmbH zusammen

Aktuell zahlt die GmbH rund 30 % Steuern. Das sind etwa 15 % Gewerbesteuer und rund 15 % Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag. Wichtig ist eine Klarstellung zum Video. Die Körperschaftsteuer sinkt nicht „in den nächsten Jahren“ pauschal auf 10 %.

Der Gesetzgeber senkt den Körperschaftsteuersatz erst ab 2028 schrittweise. Pro Jahr fällt er um einen Prozentpunkt. Im Jahr 2032 beträgt er dann 10 %. Konkret gilt: 2028 = 14 %, 2029 = 13 %, 2030 = 12 %, 2031 = 11 % und ab 2032 = 10 %.

Die kombinierte Steuerbelastung einer GmbH sinkt dadurch von rund 30 % auf knapp 25 %. Diese Entlastung greift jedoch erst ab 2032 voll. Bis dahin liegt die Belastung weiterhin bei rund 30 %.

Im Beispiel verbleiben so rund 322.000 Euro netto auf dem GmbH-Konto. Dieses Geld können Sie sofort reinvestieren. Sie können das Gehalt erhöhen. Bei privatem Bedarf ist auch eine Gewinnausschüttung möglich.

Von der GmbH zur Holding: noch mehr Spielraum

Viele Unternehmer gehen noch einen Schritt weiter. Sie kombinieren die GmbH mit einer Holdingstruktur. Diese zweite Umwandlung wirkt wie eine private Spardose.

Die operative GmbH schüttet Gewinne an die Holding aus. Diese Ausschüttung ist nahezu steuerneutral. Die Holding versteuert die Dividende nur mit rund 1,5 %. Eine Privatperson zahlt an gleicher Stelle mindestens 25 % Kapitalertragsteuer.

So sammeln Sie Kapital geschützt in der Holding. Von dort investieren Sie weiter. Auch der spätere Verkauf von Tochtergesellschaften wird begünstigt. Die Holding macht aus einer falschen Unternehmensstruktur ein steueroptimiertes Konzept.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Umwandlung Einzelunternehmen in GmbH 2026. Wie die Umwandlung steuerneutral gelingt, zeigt unser Artikel zur Einbringung nach § 20 UmwStG.

Steuerneutrale Umwandlung: so vermeiden Sie die Steuerfalle

Die Umwandlung selbst darf keine neuen Steuern auslösen. Das gelingt über die Einbringung nach § 20 UmwStG. Dabei bringen Sie Ihr Einzelunternehmen in die GmbH ein.

Die Umwandlung erfolgt zu Buchwerten. So bleiben stille Reserven unversteuert. Außerdem ist eine Rückwirkung von bis zu acht Monaten möglich. Sie können also noch im August rückwirkend zum Jahreswechsel umwandeln.

Diese Gestaltung gehört in erfahrene Hände. Eine fehlerhafte Umsetzung kann teuer werden. Eine verdeckte Einlage führt sonst zum fiktiven Verkauf Ihres Betriebs. Lassen Sie sich daher fachkundig beraten.

Weitere Details finden Sie in unserem Beitrag Steuern sparen durch Umwandlung Einzelunternehmen in GmbH (link). Auch die Wahl zwischen GmbH und GmbH & Co. KG beleuchten wir in einem eigenen Vergleich.

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Fazit: falsche Unternehmensstruktur kostet bares Geld

Eine falsche Unternehmensstruktur kostet Sie jedes Jahr viel Liquidität. Bei hohen Umsätzen wirkt die ungünstige Rechtsform besonders stark. Die Belastung steigt auf bis zu 66 %.

Die GmbH senkt diese Steuerbelastung auf rund 25 %. Die Kombination mit einer Holding bringt weiteren Spielraum. So bleibt netto mehr Geld für Wachstum und Vermögen.

Der entscheidende Schritt ist die richtige Strukturierung. Wir beraten Sie deutschlandweit. Das gilt auch ergänzend zu Ihrem bestehenden Steuerberater als Second Opinion. Vereinbaren Sie jetzt Ihren ersten Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten.


Häufig gestellte Fragen zur falschen Unternehmensstruktur

Was bedeutet eine falsche Unternehmensstruktur konkret?

Eine falsche Unternehmensstruktur liegt vor, wenn die gewählte Rechtsform steuerlich nicht zur Gewinn- und Investitionssituation passt. Typisch ist ein erfolgreiches Einzelunternehmen mit hohen Gewinnen. Dort fällt eine Einkommensteuer von bis zu 45 % an. Eine GmbH wäre hier oft die bessere Wahl.

Warum führt eine ungünstige Rechtsform zu einer hohen Steuerbelastung?

Bei der ungünstigen Rechtsform investieren Sie aus netto versteuertem Einkommen. Sie zahlen also erst hohe Steuern und investieren dann. Das gebundene Kapital fehlt für das Privatleben. So entsteht eine effektive Belastung von bis zu 66 %.

Wie hoch ist die Steuerbelastung einer GmbH im Vergleich?

Eine GmbH zahlt aktuell rund 30 % Steuern. Das umfasst Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer mit Soli. Ein Einzelunternehmen wird dagegen mit bis zu 45 % belastet. Ab einem bestimmten Gewinn ist die GmbH daher klar günstiger.

Sinkt die Körperschaftsteuer wirklich auf 10 %?

Ja, der Körperschaftsteuersatz sinkt schrittweise. Die Senkung beginnt 2028 mit 14 %. Sie fällt jährlich um einen Prozentpunkt. Erst ab 2032 beträgt der Satz 10 %.

Welches Geschäftsführergehalt ist steuerlich optimal?

In vielen Fällen ist ein Gehalt von rund 70.000 Euro sinnvoll. Es nutzt den Grundfreibetrag aus. Außerdem bleibt es meist unter dem Spitzensteuersatz. Die übrigen Gewinne verbleiben günstig in der GmbH.

Wie kann ich mein Einzelunternehmen ohne Steuern umwandeln?

Die Umwandlung erfolgt über die Einbringung nach § 20 UmwStG. Sie wählen dabei den Buchwertansatz. So bleiben stille Reserven unversteuert. Eine Rückwirkung von bis zu acht Monaten ist möglich.

Was ist der Sinn einer Holding?

Eine Holding bündelt die Anteile an einer oder mehreren GmbHs. Sie dient als steuerlich begünstigte Spardose für Gewinne. Ausschüttungen an die Holding sind nahezu steuerfrei. So sammeln Sie Kapital geschützt für neue Investitionen.

Welche Nachteile hat eine GmbH gegenüber einem Einzelunternehmen?

Eine GmbH ist mit mehr Aufwand verbunden. Es gelten strengere Buchführungs- und Veröffentlichungspflichten. Außerdem ist ein Stammkapital von 25.000 Euro nötig. Bei niedrigen Gewinnen kann die GmbH steuerlich unvorteilhaft sein.

Ab welchem Gewinn lohnt sich die Umwandlung in eine GmbH?

Die GmbH lohnt sich oft ab einem Gewinn von rund 60.000 Euro. Entscheidend ist, ob Sie Gewinne reinvestieren oder thesaurieren. Wer den Gewinn vollständig entnimmt, profitiert weniger. Eine individuelle Berechnung ist daher immer ratsam.

Berät JUHN BESAU auch zusätzlich zu meinem bestehenden Steuerberater?

Ja, wir beraten Sie gerne als Second Opinion. Ihr laufender Steuerberater bleibt dabei bestehen. Wir prüfen ergänzend Ihre Struktur und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Beratung erfolgt deutschlandweit, auch per Videokonferenz.

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