Für Ärzte gelten in Bezug auf ihr Berufsrecht besondere Regeln. Sie bedingen, dass eine Ärztin oder ein Arzt Steuern kaum auf die gleiche konventionelle Art wie andere Freiberufler sparen können. Doch hat sich in den beiden vergangenen Jahrzehnten einiges gewandelt. Deshalb betrachten wir nun, wie eine Ärztin oder ein Arzt Steuern zu sparen vermag, indem sie ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in der Rechtsform einer GmbH gründen. Darüber hinaus wollen wir eruieren, ob sie, so wie andere Unternehmer, auch eine Holding gründen können. Vor allem dieses Vorhaben ist mit besonderen Hürden verbunden. Dennoch wollen wir einen Weg aufzeigen, mit dem eine Ärztin oder ein Arzt Steuern über eine solche Holding sparen können.

Unser Video:
Steuer sparen für Ärzte

In diesem Video erklären wir, welche Möglichkeiten Ärzten zur Verfügung stehen, um Steuern zu sparen und welche Hürden sie dabei nehmen müssen.

Inhaltsverzeichnis


1. So spart eine Ärztin oder ein Arzt Steuern – Einleitung

Ärzte sind schon besondere Menschen. Dabei denkt man sicherlich in erster Linie an die große Verantwortung, die sie für Leib und Leben ihrer Patienten tragen. Andere mögen hingegen eher an üppige Honorare denken, die Ärzte bisweilen verdienen. Dabei vergisst man schnell, dass der Arztberuf kein Job ist, den man täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr pflichtgemäß ableistet und danach die Freizeit genießt. Tatsächlich leisten viele Ärzte oft das doppelte Arbeitspensum. Sie haben sich ihre Honorare also sicherlich verdient.

Was sie aber tatsächlich von vielen anderen Berufsgruppen unterscheidet, ist der Umfang, in dem sie Steuern sparen können. Zwar behandelt sie das Steuerrecht genauso wie auch andere Freiberufler, doch auf Ebene des Berufsrechts unterliegen Ärzte besonderen Einschränkungen, die auch auf die Besteuerung einwirken. Daher haben wir uns Gedanken gemacht, wie auch ein Arzt oder eine Ärztin in die Lage kommen kann, um Steuern auf die gleiche Weise wie andere Unternehmer zu sparen.

2. Wovon es abhängt, ob Ärztin oder Arzt Steuern sparen kann

Damit haben wir schon einmal einen Teil des Themas eingegrenzt. Denn in unserem Beitrag soll es um Ärzte gehen, die als freiberufliche Unternehmer tätig sind. Sie führen also eigenverantwortlich eine Praxis, die sie nach den Regeln des jeweils für sie geltenden Berufsrechts betreiben. Dabei hängen die Regelungen des Berufsrechts der Ärzte vom jeweiligen Bundesland ab, in dem sie tätig sind, sowie von der Ärztekammer, der sie angehören. Da aber eine Beschreibung all dieser Besonderheiten weit über den Rahmen des hier Darstellbaren hinausgeht, wollen wir uns lediglich auf allgemeine Aspekte konzentrieren, die Ärzte beim Steuern sparen nutzen können. Außerdem bleiben hierbei auch Besonderheiten in Bezug auf die unterschiedlichen fachärztlichen Ausrichtungen außer Ansatz, dem Umfang des Beitrag zuliebe.

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3. Arzt vs. andere Freiberufler: Unterschiede bei den Rechtsformen

Zunächst möchten wir die Unterschiede bei der Besteuerung darstellen, denen Ärzte im Vergleich zu anderen Freiberuflern unterliegen. Erst wenn wir verstehen, worin diese Unterschiede bestehen, ist es uns möglich, nach Lösungen für diese Herausforderungen zu suchen.

3.1. Arztpraxen im Wandel

Dabei stellt vor allem ein Aspekt einen bedeutenden steuerlichen Nachteil von Ärzten gegenüber anderen Berufsgruppen dar. So sind sie in der Vergangenheit stets als Einzelpraxis tätig geworden. Erst in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten haben sich vermehrt Gemeinschaftspraxen etabliert. Meist war der Grund hierfür, dass man auf diese Weise Kosten sparen konnte. Da die Ausstattung moderner Praxen immer kostspieliger wurde, war dies ein effektiver Weg, um sich die Kosten zu teilen. Vor allem in der Radiologie sind Innovationen wie moderne Kernspintomographen derart kostenintensive Anschaffungen, dass sich lange Zeit nur die großen Kliniken solche Geräte leisten konnten. Mittlerweile sind die Preise für derartige Geräte zwar vergleichsweise gesunken, doch nur in bestimmten Situationen sind Einzelpraxen in der Lage, derart kostspielige Anschaffungen vorzunehmen. Sie dann auch kosteneffizient und mit Gewinn zu betreiben, ist eine weitere Hürde.

Damit hat sich aber auch in anderen medizinischen Bereichen die Einsicht verbreitet, dass man eine Praxis mit mehreren Ärzten effizienter betreiben kann, als eine Einzelpraxis. Außerdem kann man auf diese Weise auch mehrere verwandte Fachbereiche in einer Gemeinschaftspraxis bündeln, sodass sie sich idealerweise gegenseitig ergänzen. Folglich kam das Konzept des Medizinischen Versorgungszentrums auf, bei dem mindestens zwei Ärzte zusammenwirken.

3.2. Rechtsformen für Arztpraxen

Dabei kommt es aber eben auch auf die Rechtsform an. Eine Gemeinschaftspraxis mit mehreren Ärzten kann man etwa als GbR oder als Partnerschaftsgesellschaft gründen. Ein MVZ kann man hingegen auch als GmbH oder Aktiengesellschaft gründen. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So bestehen etwa bei der Gesellschaftsstruktur und der Geschäftsführung sowie zur Haftung einige Unterschiede, die sich nach der gewählten Rechtsform richten.

Was einem Arzt oder einer Ärztin im Vergleich zu gewerblichen Unternehmen verwehrt bleibt, ist die Möglichkeit, als alleiniger Gesellschafter eine GmbH zu gründen. Um ein MVZ in dieser Rechtsform zu gründen, sind also mindestens zwei Ärzte erforderlich. Ähnlich muss man daher auch die Option GmbH & Co. KG betrachten. Da mindestens zwei Ärzte zur Gründung der Komplementär-GmbH erforderlich sind, ist diese Rechtsform für Mediziner praktisch ausgeschlossen. Denn als Komplementär kommt ebenfalls nur ein Berufsträger in Frage.

3.3. Keine Holding im klassischen Sinn für Ärzte

Auf die gleiche Weise muss man auch die Gründung einer Holding betrachten. Hier ist ebenfalls eine Einschränkung vorhanden, denn die Holdinggesellschaft selbst ist den gleichen Regeln zur GmbH-Gründung unterworfen, wie das MVZ.

Dabei ist es gerade die Holding, die erhebliche steuerliche und andere Vorteile in sich vereint. Aber genau diese sind Ärzten, im Unterschied zu Gewerbetreibenden, praktisch verwehrt. Wir wollen nun schauen, ob es trotzdem Möglichkeiten gibt, um diese Vorteile zu erhalten.

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4. Auf diese Weise können Ärzte eine Holding gründen

Wie wir also soeben feststellen mussten, ist die Einbringung eines MVZs in eine Holding für Ärzte keine echte Option. Zumindest ist sie keine Unternehmensstruktur, wie sie etwa für gewerbliche Unternehmer selbstverständlich ist. Denn wenn Ärzte eine Kapitalgesellschaft gründen möchten, dann müssen sie dies stets zu mehreren Personen beschließen. Dieser Umstand steht aber dem gängigen Konzept einer Holding entgegen. Es ist ja gerade der Sinn einer Holding, eine Zwischenstufe zwischen dem operativen Geschäft, in diesem Fall dem MVZ, und den indirekt mit ihm verbundenen Unternehmer einzuschieben. Selbst bei einer GmbH, an der mehrere Unternehmer als Gesellschafter beteiligt sind, gründet jeder Unternehmer eine eigene Holding. So eine Struktur ist für eine Ärztin oder einen Arzt also ausgeschlossen.

Trotzdem wollen wir nun versuchen, dies so weit wie möglich auch für Ärzte zu realisieren. Dazu gründen zwei oder mehr Ärzte, neben einem MVZ, eine weitere GmbH, diesmal aber als Klinik.

Eine Klinik hört sich zunächst einmal irgendwie befremdlich an, weil sie auf den ersten Blick als Holding völlig überdimensioniert wirkt. Keine Sorge, da wir die Klinik lediglich als Holding für das MVZ brauchen, reicht es aus, sie in wirklich kleinem Umfang auszustatten. Denkbar ist beispielsweise, dass sie lediglich über ein paar Betten verfügt, die man für Patienten vorhält, die zu einer ambulanten Operation in das im gleichen Gebäude befindliche MVZ kommen. Damit hätte man einerseits die Bedingungen zur Holding für Ärzte nach den Vorschriften ihres Berufsrechts erfüllt und gleichzeitig die Voraussetzungen geschaffen, um die vielen Vorteile einer Holding zu nutzen.

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Steuern für Ärzte

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5. Wie Ärzte mit MVZ und Holding Steuern sparen

5.1. Steuern sparen für Ärzte mit einem MVZ

Von welchen Vorteilen profitiert ein MVZ in der Rechtsform einer GmbH? Der größte Vorteil ist sicherlich, dass die GmbH der MVZ die Fähigkeit verleiht, ihre Steuern auf etwa 30 % des Gewinns zu reduzieren. In allen anderen als Personenunternehmen geführten Arztpraxen zahlen die Ärzte Einkommensteuer nach dem persönlich Einkommensteuertarif. Da Ärzte recht hohe Einkünfte erzielen, kommt bei ihnen in der Regel der Spitzensteuersatz von 42 % zur Anwendung. Wenn sie von diesem versteuerten Gewinnen zum Beispiel Neuanschaffungen finanzieren müssen, dann ist dies im Vergleich zur GmbH deutlich ungünstiger. Klar, eine GmbH schüttet ihre Dividenden an ihre Gesellschafter auch unter Anwendung einer Besteuerung aus. Doch kann man diese als Gesellschafter selber steuern. Außerdem kann man ein Geschäftsführergehalt ansetzen, dass bei der GmbH dazu führt, dass es als Betriebsausgaben den steuerpflichtigen GmbH-Gewinn reduziert.

5.2. Steuern sparen für Ärzte mit einer Holding zum MVZ

Und jetzt betrachten wir die Vorteile, die ein MVZ mit einer übergeordneten Holding erlangt. Dabei geht es einerseits um das Schachtelprivileg, das bei der Besteuerung der Holding zum Tragen kommt. Denn wenn eine Kapitalgesellschaft die Gewinnausschüttung einer anderen Kapitalgesellschaft erhält, an der sie zu Jahresbeginn mindestens zu 15 % beteiligt ist, dann fallen nur 1,5 % an Steuern auf Ebene der Holding an. Beide Bedingungen sind in der Konstellation MVZ und Holding leicht erfüllbar. Somit steht der Holding die Investition in kostspielige Anschaffung deutlich schneller frei, als wenn ein Arzt oder eine Ärztin dies für ihre Einzelpraxis aus ihrem privat versteuertem Gewinn finanzieren müsste.

Weiterhin kann nun die Holding die Anschaffung an ihre MVZ vermieten. Die Mietkosten sind dann auf Ebene des MVZ ebenfalls als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar. Noch schöner ist allerdings, dass nun auch die Holding über erhebliches Abschreibungspotential verfügt. Auch dieses führt zu einer Herabsenkung des steuerpflichtigen Gewinns, diesmal auf Ebene der Holding. Obschon indirekt, sparen eine Ärztin oder ein Arzt Steuern eben auch auf diese Weise.


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  1. Professionelle, kontextbezogene Beratung zur GmbH-Besteuerung
  2. Umfassende Betreuung bei der GmbH-Gründung
  3. Entwicklung individueller Steuergestaltungen zur optimierten Besteuerung der GmbH
  4. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Das Steuerentlastungsgesetz dient der finanziellen Entlastung der Bürger und der Wirtschaft angesichts der stark gestiegen Energiepreise. Wir erklären, welche Maßnahmen der Gesetzgeber getroffen hat und welche Auswirkungen sich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber praktisch ergeben.

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Unser Video: Zu komplex: Steuergesetze in Deutschland?

In diesem Video erklären wir, wie Steuergesetze entstehen und wer sie tatsächlich schreibt.

Inhaltsverzeichnis

Table of Contents


1. Steuerentlastungsgesetz: Überblick

Das Steuerentlastungsgesetz 2022 enthält steuerliche Maßnahmen zur Abmilderungen der finanziellen Auswirkungen angesichts der Preiserhöhungen insbesondere im Energiebereich. Dazu gehören unteranderem die folgenden Punkte:

Einige dieser Maßnahmen besprechen wir folgend und erklären, wie diese praktisch umgesetzt werden.

2. Steuerentlastungsgesetz: Grundfreibetrag, Arbeitnehmerpauschbetrag, Pendlerpauschale

2.1. Erhöhung des Grundfreibetrags durch das Steuerentlastungsgesetz

Der Grundfreibetrag beträgt gemäß § 32a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 EStG derzeit EUR 9.984. Durch das Steuerentlastungsgesetz erhöht er sich für den Veranlagungszeitraum 2022 um EUR 363 auf dann EUR 10.347. Dadurch soll die Inflationsrate ausgeglichen werden.

2.2. Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags durch das Steuerentlastungsgesetz

Der Arbeitnehmerpauschbetrag im Sinne des § 9a Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a EStG wird durch das Steuerentlastungsgesetz von derzeit EUR 1.000 auf EUR 1.200 erhöht. Dadurch sollen Arbeitnehmer unmittelbar und zeitnah steuerlich entlastet werden. Die Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags wirkt sich gemäß § 39b Absatz 2 Satz 5 Nummer 1 EStG unmittelbar auf die Lohnsteuer aus. Daher ist sie bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigen.

Zu beachten ist allerdings, dass von der Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags nur diejenigen Arbeitnehmer profitieren, bei denen nicht ohnehin bereits tatsächlich höhere Werbungskosten anfallen. Steuerpflichtige, die hingegen an 220 Arbeitstagen täglich 20 Kilometer zur Arbeit pendeln, können bereits EUR 1.320 Pendlerpauschale geltend machen. Daher profitieren sie nicht von der Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags.

2.3. Parktische Umsetzung

Sowohl die Erhöhung des Grundfreibetrags als auch die Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags erfolgen rückwirkend zum 01.01.2022. Beide Erhöhungen schlagen daher auf bereits erfolgte Lohnsteuerabzüge durch den Arbeitgeber durch. Daher sind bisher in 2022 vorgenommene Lohnsteuerabzüge vom Arbeitgeber zu korrigieren. Dabei kann der Arbeitgeber die Korrektur durch eine Neuberechnung zurückliegender Lohnzahlungszeiträume, durch eine Differenzberechnung für diese Lohnzahlungszeiträume oder durch eine Erstattung im Rahmen der Berechnung der Lohnsteuer für einen demnächst fälligen sonstigen Bezug vornehmen. Jedoch besteht keine Verpflichtung zur Neuberechnung, wenn der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber keinen Arbeitslohn mehr bezieht oder wenn die Lohnsteuerbescheinigung bereits übermittelt oder ausgeschrieben worden ist.

Ändert der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug nicht, kann die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer beim Betriebsstättenfinanzamt bis zur Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung eine Änderung der Lohnsteueranmeldung und somit eine Erstattung der Lohnsteuer beantragen oder – was die Regel sein dürfte – die höheren Freibeträge bei der Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen.

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3. Energiepauschale eingeführt durch das Steuerentlastungsgesetz

3.1. Ausgestaltung der Energiepauschale durch das Steuerentlastungsgesetz

Die Energiepreispauschale ist mit über EUR 10 Milliarden die betragsmäßig umfangreichste Entlastungsmaßnahme aus dem Steuerentlastungsgesetz. Sie soll einen Ausgleich für die kurzfristig und drastisch gestiegenen erwerbsbedingten Wegeaufwendungen darstellen. Die Energiepreispauschale wird daher neben der Pendlerpauschale sowie der Mobilitätsprämie gewährt. Der Gesetzgeber hat die Energiepreispauschale mit den §§ 112 bis 122 EStG in einen eigenen Abschnitt des EStG integriert. Der Anspruch auf die Energiepreispauschale entsteht am 01.09.2022. Die Stichtagsregelung hat jedoch lediglich Bedeutung für die verfahrensrechtliche Abwicklung der Auszahlung der Energiepreispauschale.

Gemäß § 112 EStG wird Anspruchsberechtigten für den Veranlagungszeitraum 2022 eine einmalige steuerpflichtige Energiepreispauschale von EUR 300 gewährt. Dabei ist die Anspruchsberechtigung in § 117 EStG geregelt. Anspruchsberechtigt sind demnach die Arbeitnehmer, die am Stichtag des 01.09.2022

3.2. Praktische Umsetzung

3.3.1. Auszahlung an Arbeitnehmer

Arbeitnehmer erhalten die Energiepreispauschale nach dem Steuerentlastungsgesetz als Lohn durch ihren Arbeitgeber abzüglich der hierauf entfallenden Lohnsteuer ausbezahlt. Dabei hat der Arbeitgeber gemäß § 117 Absatz 2 Satz 1 EStG die Energiepreispauschale im September 2022 an seine Arbeitnehmer auszuzahlen und in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung mit dem Großbuchstaben E anzugeben. Davon sind jedoch nur inländische Arbeitgeber, ausländische Verleiher oder – bei einer Arbeitnehmerentsendung – das inländische aufnehmende Unternehmen, das den Arbeitslohn wirtschaftlich trägt, erfasst.

3.3.2. Refinanzierung des Arbeitgebers

Die Refinanzierung der Arbeitgeber erfolgt über das Lohnsteuerabzugsverfahren. Hierzu entnehmen die Arbeitgeber die Energiepreispauschale gesondert vom Gesamtbetrag der einzubehaltenden und abzuführenden Lohnsteuer, und zwar Monatszahler vom Gesamtbetrag, der bis zum 10.09.2022 anzumelden und abzuführen ist, Quartalszahler vom Gesamtbetrag, der bis zum 10.10.2022 anzumelden und abzuführen ist und Jahreszahler vom Gesamtbetrag, der bis zum 10.01.2023 anzumelden und abzuführen ist. Übersteigt die  an alle Arbeitnehmer zu gewährende Energiepreispauschale den Betrag, der insgesamt an Lohnsteuer abzuführen ist, wird der übersteigende Betrag dem Arbeitgeber aus den Einnahmen der Lohnsteuer ersetzt. Die Arbeitgeber sind daher nicht endgültig mit der Energiepreispauschale belastet.

§ 117 Absatz 3 EStG sieht dabei für den Arbeitgeber zwei Entlastungen vor. Demnach müssen Quartalszahler die Energiepreispauschale nicht zwingend bereits im September ausbezahlen, sondern können die Auszahlung auch erst im Oktober 2022 vornehmen. Jahreszahler können sogar komplett von einer Auszahlung der Energiepreispauschale absehen. Dann erhalten die Arbeitnehmer die Energiepreispauschale über die Einkommensteuerfestsetzung. Dadurch sollen Unbilligkeiten durch eine allzu lange Vorfinanzierung der Energiepreispauschale durch die Arbeitgeber abgemildert werden.

Auch die Arbeitgeber haben in der Regel selbst wiederum Anspruch auf die Energiepreispauschale nach dem Steuerentlastungsgesetz, wenn sie im Veranlagungszeitraum 2022 Einkünfte aus §§ 13, 15 oder 18 EStG erzielen.

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3.3. Auszahlung und Versteuerung bei selbständiger Betätigung

Bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG), aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) oder aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG) erfolgt die Gewährung der Energiepreispauschale nach dem Steuerentlastungsgesetz über eine Minderung der Einkommensteuervorauszahlung. Betragen die für den 10.09.2022 festgesetzten Vorauszahlungen weniger als EUR 300, so mindert die Energiepreispauschale die Vorauszahlung auf EUR 0. Eine Erstattung erfolgt jedoch nicht. Der Überhang wird vielmehr erst im Rahmen der Steuerfestsetzung für 2022 berücksichtigt.

Auch bei Steuerpflichtigen mit Einkünften nach §§ 13, 15 oder 18 EStG zählt die Energiepreispauschale zu den steuerpflichtigen Einnahmen. Die Energiepreispauschale gilt jedoch stets als Einnahme nach § 22 Nummer 3 EStG. Diese Zuordnung erreicht bei Gewerbetreibenden, dass die Energiepreispauschale nicht der Gewerbesteuer unterliegt. Dennoch greift die Freigrenze des § 22 Nummer 3 Satz 2 EStG nicht. Dadurch soll vermieden werden, dass eine Zusammenrechnung von negativen Einkünften im Sinne des § 22 Nummer 3 EStG mit der Energiepreispauschale deren Besteuerung verhindert.


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Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmer spezialisiert. Beim der Entwicklung optimaler Gestaltungsmodelle schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Allgemeine Beratung zur GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei GewinnausschüttungenNutzung von Verlustvorträgen)
  2. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  3. Besteuerung von Personengesellschaften nach dem Transparenzprinzip

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§ 10b Absatz 1 EStG erlaubt den Abzug von Zuwendungen zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke. Steuerbegünstigte Zwecke sind gemeinnützige Zwecke im Sinne der §§ 52-54 AO. Bei den an solche Organisationen geleisteten Zuwendungen ist zwischen dem Mitgliedsbeitrag und der Spende zu differenzieren. Wir erklären, wann Sie gezahlte Mitgliedsbeiträge und Spenden abziehen können.

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In diesem Video erklären wir, wie hoch Sie das Geschäftsführergehalt optimal ansetzen, um die Steuerbelastung deutlich zu reduzieren.

Inhaltsverzeichnis


1. Mitgliedsbeitrag grundsätzlich abzugsfähig

Gemäß § 10b Absatz 1 EStG dürfen die zahlenden Steuerpflichtigen ihre Zuwendungen zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der §§ 52-54 AO als Sonderausgaben abziehen. Auch Kapitalgesellschaften dürfen diese Zuwendungen gemäß § 9 Absatz 1 Nummer 2 KStG vom Einkommen abziehen. Zuwendungen in diesem Sinne ist sowohl eine Spenden als auch ein Mitgliedsbeitrag. Spenden sind altruisitisch motivierte, unentgeltliche Zuwendungen oder Geschenke. Dementsprechend schließt ein Leistungsaustausch die Annahme einer Spende aus. Dies gilt auch dann, wenn das Entgelt den Wert der Leistung deutlich übersteigt. Ein Mitgliedsbeitrag hingegen ist in der Regel eine geleistete Zahlungen auf Grund satzungsmäßiger Bestimmung. Daher werden sie meist nicht freiwillig gezahlt. Außerdem erhält der Zahlende in Folge der Mitgliedschaft einen Vorteil. Dieser besitzt Gegenleistungscharakter und schließt daher die Spendeneigenschaft aus. Daher kann er lediglich als Mitgliedsbeitrag steuerlich abgezogen werden.

2. Mitgliedsbeitrag nur bis bestimmter Höhe abzugsfähig

Der Steuerpflichtige darf den Mitgliedsbeitrag und die Spende bis zu einer Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte abziehen. Die Höchstgrenzen übersteigenden Zuwendungen können Sie aber gemäß § 1ob Absatz 1 Satz 9, 10 EStG in den folgenden Veranlagungszeiträumen abziehen.

3. Steuerbegünstigte Körperschaften

Spende und Mitgliedsbeitrag sind nur dann abzugsfähig, wenn sie an eine nach den §§ 52-54 AO begünstigte Körperschaft im Sinne des § 10b Absatz 1 Satz 2 EStG geleistet werden. Gemäß § 10b Absatz 1 Satz 1 EStG sind dies inländische juristische Personen, aber auch beschränkt steuerpflichtige EU-Körperschaften und EWR-Körperschaften, soweit sie die Voraussetzungen des § 51 Absatz 2 AO erfüllen. Hingegen muss der Steuerpflichtige bei solchen EU-Körperschaften und EWR-Körperschaften, die nicht in Deutschland beschränkt steuerpflichtig sind, nachweisen, dass die Voraussetzungen des deutschen Gemeinnützigkeitsrecht vorliegen. Dies erfordert einen Nachweis darüber, dass die ausländische Körperschaft nicht nur die gemeinnützige Zweckbestimmung, sondern auch die zweckgerechte Mittelverwendung des deutschen Gemeinnützigkeitsrechts verwirklicht.

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Abzugsfähigkeit von Mitgliedsbeiträgen?

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3. Mitgliedsbeitrag dann vom Abzug ausgeschlossen

3.1. Ausschlusstatbestände für den Mitgliedsbeitrag

In § 10b Absatz 1 Satz 8 EStG sind diverse Ausschlusstatbestände festgelegt. Bei dessen eingreifen sind die Mitgliedsbeiträge nicht abzugsfähig. Demnach darf der Mitgliedsbeitrag an Sport und Freizeitvereine im Sinne des § 52 Absatz 2 Nummer 21, 22, 23 AO, wie beispielsweise Vereine der Heimatkunde und Tierzucht nicht abgezogen werden. Daneben sind auch Mitgliedsbeiträge an Vereine der kulturellen Betätigung, die in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen gemäß § 1ob Absatz 1 Satz 8 EStG nicht abzugsfähig. Diesem Ausschluss liegt der Gedanke zugrunde, dass aus Sicht des Mitglieds die Erlangung einer Gegenleistung in Form der Freizeitgestaltung im Vordergrund steht.

3.2.Mitgliedsbeitrag für Kunst und Kultur

3.2.1. Der Ausschluss des Abzugs bei kulturellen Betätigungen

Problematisch bei diesen Ausschlusstatbeständen ist der Ausschluss für kulturelle Betätigungen. Nach § 10b Absatz 1 Satz 8 Nummer 2 EStG darf der Mitgliedsbeitrag für kulturelle Betätigungen, die in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen, nicht abgezogen werden. Freizeitgestaltung soll insbesondere dann vorliegen, wenn sich die Mitglieder insbesondere selbst aktiv beteiligen. Dementsprechend sind Mitgliedsbeiträge im Rahmen von Betätigungen im Laientheater, Laienorchester oder Laienchor nicht abzugsfähig. Der Ausschluss der Mitgliedsbeiträge vom Sonderausgabenabzug greift aber dann nicht ein, wenn die Körperschaft unterschiedliche Zwecke verfolgt und ein Zwecke, der übergeordneter Natur ist, nicht der Freizeitgestaltung dient. Dies wird durch das „in erster Linie“ begründet.

3.2.2. Demgegenüber kein Ausschluss bei Förderung von Kunst und Kultur

Fördert die Körperschaft hingegen Kunst und Kultur, so gilt § 10b Absatz 1 Satz 7 EStG. Demnach ist der Mitgliedsbeitrag, der an gemeinnützige Körperschaften geht, die Kunst und Kultur im Sinne des § 52 Absatz 2 Satz 1 Nummer 5 AO fördern, grundsätzlich abzugsfähig. Dies gilt ausdrücklich auch dann, wenn den Mitgliedern Vergünstigungen gewährt werden.

Damit könnten sich § 10b Absatz 1 Satz 7 und dessen Satz 8 Nummer 2 EStG eigentlich widersprechen. In Satz 7 heißt es aber, dass die Mitgliedsbeiträge nur abzugsfähig sind, soweit sie nicht Satz 8 Nummer 2 EStG erfüllen. Abzugsfähig sind daher Mitgliedsbeiträge an Körperschaften, die Kunst und Kultur im Sinne des § 52 Absatz 2 Satz 1 Nummer 5 AO fördern. Dies gilt ausdrücklich selbst dann, wenn den Mitgliedern Vergünstigungen gewährt werden. Allerdings darf die kulturelle Betätigung nicht in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen. Damit stellen Körperschaften, die passiv Kunst beziehungsweise Kultur fördern solche im Sinne des § 10b Absatz 1 Satz 7 EStG dar. Dies sind beispielsweise Fördervereine. Daher sind dessen Mitgliedsbeiträge abzugsfähig.

3.2.3. Problem: Aufteilungsgebot oder Abzugsverbot

Ursprünglich sah die Finanzverwaltung vor, dass selbst die Möglichkeit der Inanspruchnahme geldwerter Vorteile durch einzelne Mitglieder dazu führt, dass sämtliche Mitglieder ihren Mitgliedsbeitrag nicht abziehen dürfen.

Dennoch ist fraglich, wie der Satz „soweit nicht § 10b Absatz 1 Satz 8 Nummer 2 EStG vorliegt“ zu verstehen ist. Daraus könnte sich ein Aufteilungsgebot ergeben, nach dem in Freizeitgestaltung und Kunst und Kulturförderung aufzuteilen ist und dann lediglich der Mitgliedsbeitrag im Verhältnis zur Kulturförderung und Kunstförderung abzugsfähig ist. Dafür spricht zunächst das Wort „soweit“. Dieses statuiert auch an diversen anderen Stellen im Gesetz ein Aufteilungsgebot. Gegen das Aufteilungsgebot spricht jedoch, dass die Norm durch das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements geändert wurde. Dieses Gesetz sollte dazu dienen, das Gemeinnützigkeitsrecht durch den Abbau bürokratischer Hemmnisse einfacher, übersichtlicher und praktikabler zu gestalten. Dem steht es aber entgegen, wenn der Steuerpflichtige im Rahmen der Abzugsfähigkeit zunächst hinreichend substantiiert darlegen muss, zu wieviel Prozent die kulturelle Betätigung seiner Freizeitgestaltung dient.

3.2.4. Abgrenzung zwischen Freizeitgestaltung und Kunstförderung schwer

Grundsätzlich lassen sich Satz 7 und Satz 8 Nummer 2, wie aufgeführt, in passiv und aktiv unterteilen. Agiert der Steuerpflichtige selbst, so liegt eine aktive Betätigung vor, die unter den Satz 8 Nummer 2 fällt. Dann darf er den Mitgliedsbeitrag nicht abziehen. Fördert die Körperschaft Kunst und Kultur, nimmt also leidglich passiv teil, so liegt Satz 7 vor.

Unklar ist dennoch, wann eine kulturelle Betätigung in erster Linie der Freizeitgestaltung dient. Insbesondere die Eintrittsverbilligung für den Besuch einer Aufführung, welche der Freizeitgestaltung dient, und das eigene Konzert des Hobbymusikers zur Finanzierung seiner Aufwendungen sollten doch auf derselben Stufe stehen. Die Unterscheidung zwischen Förderverein (gefördert wird hier durch die Eintrittsverbilligung) und eigener kultureller Betätigung ist mithin fließend.

3.2.5. Mitgliedsbeitrag abziehen – diese Gestaltungsmöglichkeiten gibt es

Durch die Abgrenzungsschwierigkeiten eröffnen sich diverse Gestaltungsmöglichkeiten, um den Mitgliedern dennoch den Abzug für ihre Mitgliedsbeiträge zu ermöglichen. Insbesondere können Fördervereine gegründet werden. An diese Fördervereine gezahlte Mitgliedsbeiträge sind dann für die Mitglieder steuerlich abzugsfähig.

Gestaltungsmissbrauch liegt allenfalls dann vor, wenn in Höhe des eigentlich zu leistenden Mitgliedsbeitrags eine Spende an einen Dachverband überwiesen wird, mit der Auflage, den Betrag an die Körperschaft weiterzuleiten. Der Abzug einer solchen Spende ist daher nicht möglich. Die Körperschaft, die für eine solche Umgehungszahlung eine Zuwendungsbestätigung ausstellt gefährdet zudem ihren Gemeinnützigkeitsstauts. Problematisch sind überdies Spenden, die infolge informeller Absprachen von praktisch allen Mitgliedern der Körperschaft erwartet werden und somit eigentlich nicht abziehbare Mitgliedsbeiträgen darstellen.

Fachberatung für Gestaltungen zur Abzugsfähigkeit von Mitgliedsbeiträgen?

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4. Spendennachweis

Damit sichergestellt ist, dass der Mitgliedsbeitrag wirklich erbracht wurde bedarf es eines Nachweises. Nach § 50 Absatz 1 EStDV erfolgt dies durch einen amtlich vorgeschriebenen Vordruck. Dieser ist in BStBl. I 2013, 1333 veröffentlicht.


Steuerberater für steuerbegünstigte Empfänger und Ihre Spender

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zu Spenden und Mitgliedbeiträgen spezialisiert. Bei der Beurteilung der Abzugsfähigkeit schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Gemeinnützigkeitsrecht – Privat

  1. Abzugsfähigkeit von Spenden
  2. Abzug trotz fehlerhafter Spendenabzugsbescheinigung

Gemeinnützigkeitsrecht – Unternehmen

  1. Beurteilung der Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit
  2. Spendenabzugsbescheinigung
  3. Abzugsfähigkeit von Spenden der Unternehmen
  4. Gründung Stiftungen
  5. Vorteile eines eingetragenen Vereins
  6. Verbindung von Stiftungen

Schenkung

  1. Beratung zum Schenkungsteuerrecht (FreibeträgeAnzeigepflichten)
  2. Empfehlungen vor Schenkungen zu Lebzeiten

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Ökologisch ist es sinnvoll mit dem Fahrrad zur Arbeit zu radeln. Doch wie ist es steuerrechtlich zu beurteilen, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmern Fahrräder oder E-Bikes zur Verfügung stellt und können sich aus diesen Sachzuwendungen Steuervorteile ergeben? Dieser Frage geht unser Beitrag nach. 

Wir haben schon einige Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer publiziert, in denen wir steueroptimierte Gestaltungen für Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer erklären und geschickte Abzugsmöglichkeiten für Arbeitnehmer erläutern:

Datum

Thema
5. Oktober 2021 Vermögenswirksame Leistungen: Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung?
23. November 2021 Weiterbildung: Kosten steuerfrei und beitragsfrei erstatten!
26. November 2021 Studienkosten von der Steuer absetzen: Werbungskosten vs. Sonderausgaben
30. November 2021 Home-Office-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer: Wann sollten Sie was als Werbungskosten abziehen?
18. Februar 2022 Sachzuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer: Fahrräder und E-Bikes überlassen steuerrechtlich vorteilhaft? (dieser Beitrag)

Unser Video:
Geschäftsführergehalt

In diesem Video erklären wir, wie hoch Sie das Geschäftsführergehalt optimal ansetzen, um die Steuerbelastung deutlich zu reduzieren.

Inhaltsverzeichnis


1. Umweltfreundliches Verhalten möchte der Gesetzgeber fördern

Natürlich ist es umweltfreundlich, wenn der Arbeitnehmer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Deswegen ist es auch Ziel des Steuergesetzgebers ein solches Verhalten zu begünstigen. Das geschieht insbesondere bei den Ertragsteuern. Hingegen ist das Umsatzsteuerrecht europarechtlich durch die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie harmonisiert. Entsprechend kann der Gesetzgeber dort keine umfassenden Begünstigungen festlegen, da er sonst der Gefahr eines unionsrechtswidrigen Gesetzes ausgesetzt sein würde. Dadurch kommt es dazu, dass die Beurteilung der Fahrradüberlassung durch den Arbeitgeber umsatzsteuerrechtlich und einkommensteuerrechtlich divergiert.

2.  Lohnsteuer des Arbeitnehmers bei Sachzuwendungen

2.1. Fahrrad neben dem Arbeitslohn

Der Einkommensteuer des Arbeitnehmers unterliegt nicht nur der Arbeitslohn, sondern nach § 19 Absatz 1 Nummer 1 EStG auch die „anderen Vorteile“, die er vom Arbeitgeber erhält. Darf der Arbeitnehmer ein ihm überlassenes Fahrrad auch für private Zwecke benutzen, so stellt diese Sachzuwendung natürlich einen Vorteil dar. Daher unterliegt dieser eigentlich nach § 19 Absatz 1 Nummer 1 EStG als „anderer Vorteil“ der Einkommensteuer des Arbeitnehmers. Dennoch sind Sachzuwendungen in Form der Überlassung eines Fahrrads gemäß § 3 Nummer 37 EStG steuerfrei. Folglich hat der Arbeitnehmer den Vorteil nicht zu versteuern.

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2.2. Fahrrad anstelle des Arbeitslohns

Natürlich können Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch vereinbaren, dass der Arbeitnehmer für die Nutzung des Fahrrades auf einen Teil seines Arbeitslohns verzichtet. Dann ist die Besteuerung auf Seiten des Arbeitnehmers anders zu bewerten. Die Steuerbefreiung des § 3 Nummer 37 EStG gilt in diesem Fall nicht, da der Vorteil dann nicht neben dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wird. Vielmehr sind die Sachzuwendungen bei der Einkommensteuer anzusetzen. Der geldwerte Vorteil des Arbeitnehmers beträgt dann 1 Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Brutto-Preisempfehlung des Herstellers. Bei der Lohnsteuer wird die Preisempfehlung aber zu lediglich einem Viertel berücksichtigt.

Dazu folgendes Beispiel:

Der Arbeitnehmer erhält ein E-Bike von seinem Arbeitnehmer mit einem Herstellerpreis von 4.000 Euro zuzüglich 760 Euro Umsatzsteuer. Dann ermittelt sich der geldwerte Vorteil wie folgt: Ein-Viertel des Herstellerpreises von 4.000 Euro ist anzusetzen und auf volle 100 abzurunden. Daher sind 1.000 Euro anzusetzen. Davon machen 1 Prozent den geldwerten Vorteil aus. Das sind dann 10 Euro. Für diese 10 Euro fällt somit Lohnsteuer an.

3. Auswirkungen von Sachzuwendungen für den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber darf die Aufwendungen in Ansehung des § 3c Absatz 1 EStG nicht gewinnmindernd abziehen, wenn er das Fahrrad neben dem Lohn überlässt. Verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Lohns kann wenigstens der Teil abgezogen werden, für den der Arbeitnehmer Steuern zahlen muss. Im obigen Beispiel wären das dann 10 Euro.

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4. Umsatzsteuerliche Behandlung der Sachzuwendungen

4.1. Sachzuwendungen sind umsatzsteuerbare sonstige Leistung

Die einkommensteuerliche Begünstigung hat auf die umsatzsteuerliche Bewertung keine Auswirkungen. Daher stellt die Überlassung des Fahrrades an das Personal eine entgeltliche sonstige Leistung im Sinne des § 1 Absatz 1 Nummer 1 Satz 1 UStG dar. Von Entgeltlichkeit ist dann auszugehen, wenn das Fahrrad als Vergütung für geleistete Dienste des Arbeitnehmers anzusehen ist. Das ist dann der Fall, wenn die Überlassung im Arbeitsvertrag geregelt ist oder auf mündlichen Abreden oder sonstigen Umständen des Arbeitsverhältnisses beruht. Davon ist stets dann auszugehen, wenn das Fahrrad dem Arbeitnehmer für eine gewisse Dauer und nicht nur gelegentlich zur Privatnutzung überlassen wird. Dann liegt ein sogenannter tauschähnlichen Umsatz im Sinne des § 3 Absatz 12 Satz 2 UStG vor. Folglich handelt es sich immer um eine entgeltliche Leistung unabhängig davon, ob sich der Arbeitnehmer finanziell durch Gehaltsverzicht oder Zuzahlung beteiligt.

4.2. Bemessungsgrundlage bei Sachzuwendungen

Die Bemessungsgrundlage ist der Teil des Werts des Fahrrads, der nicht durch den Barlohn abgegolten ist. Zuzahlungen des Arbeitgebers mindern hingegen die Bemessungsgrundlage nicht.

Bei einer Überlassung neben dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn können Sie als monatlichen Durchschnittswert der privaten Nutzung 1 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung im Zeitpunkt der Inbetriebnahme ansetzen. Wenn der Arbeitnehmer aus dem vorherigen Beispiel nun also nicht auf seinen Arbeitslohn verzichtet, so liegt daher ein tauschähnlicher Umsatz vor. Die Bemessungsgrundlage beläuft sich dann auf 1 Prozent x 4.700 (unverbindliche Preisempfehlung 4.000 Euro + Umsatzsteuer 760 Euro, Abgerundet auf volle 100 Euro) = 47 Euro; 47 Euro x 100/119 = 39,49 Euro. Die Umsatzsteuer darauf beträgt dann 7,49 Euro.

Verzichtet der Arbeitnehmer hingegen auf einen Teil seines Arbeitsentgelts, so lässt sich der Wert der Arbeitsleistung betragsmäßig eindeutig in Höhe der Barlohnherabsetzung bestimmen. Daher scheidet die oben genannte 1 Prozent – Methode aus. Dennoch ist die Mindestbemessungsrundlage nach § 10 Absatz 5 in Verbindung mit § 10 Absatz 4 Nummer 2 UStG zu beachten. Diese gilt, wenn sie den tatsächlich gezahlten Betrag übersteigt und bestimmt sich nach den entstandenen Ausgaben, soweit sie zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben.

Im Beispiel beläuft sich der Verzicht auf 50 Euro. Die reguläre Bemessungsgrundlage nach § 10 Absatz 1 UStG beträgt dann 50 Euro x 100/119 = 42.01 Euro. Hingegen beträgt die Mindestbemessungsgrundlage: 4.000 Euro / 5 Jahre (§ 15a UStG-Zeitraum) / 12 Monate = 66,66 Euro. Daher gilt die Mindestbemessungsgrundlage, weil diese höher als die reguläre Bemessungsgrundlage ist. Die Umsatzsteuer beträgt daher 12,66 Euro.

Da die Nutzungsüberlassung an den Arbeitnehmer eine unternehmerische Tätigkeit ist erhält der Arbeitgeber aus den Anschaffungskosten des Fahrrades einen Vorsteuerabzug nach § 15 UStG.

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5. Fazit: Zu Sachzuwendungen von Fahrrädern

Für den Arbeitnehmer hat die Überlassung des Fahrrades steuerlich keine Auswirkungen. Sie ist in der Regel steuerfrei. Den Arbeitgeber hingegen treffen die Nichtabziehbarkeit der Aufwendungen und eine umsatzsteuerliche Belastung. All dies ist daher im Rahmen der Kalkulation bei einer Fahrradüberlassung zu berücksichtigen.


Steuerberater für Arbeitgeber

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmern spezialisiert. Bei der Berücksichtigung von Sachüberlassungen an Arbeitnehmer schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei Gewinnausschüttungen, Nutzung von Verlustvorträgen)

Umsatzsteuer

  1. Beurteilung der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs
  2. Durchführung der Vorsteuerabzugsberichtigung nach § 15a UStG
  3. Beurteilung von Optionsmöglichkeiten nach § 9 UStG
  4. Begründung umsatzsteuerlicher Organschaften
  5. Geschickte Ausübung des Zuordnungswahlrechts bei gemischt genutzten Wirtschaftsgütern

Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online

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Die Vergütung für Rechtsanwälte ist in dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Seit dem 1.10.2021 gibt es durch das Gesetz zur Förderung verbrauchergerechter Angebote im Rechtsdienstleistungsmarkt wichtige Änderungen für die anwaltlichen Vergütungsvereinbarungen. Dabei wird insbesondere die Möglichkeit erweitert, eine erfolgsabhängige Vergütung zu vereinbaren. Wir geben einen Überblick über die Änderungen.

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1. Verbot der erfolgsabhängigen Vergütung § 49b Absatz 2 Satz 1 BRAO

§ 49b Absatz 2 Satz 1 BRAO verbietet erfolgsabhängige Vergütungen grundsätzlich. Das gilt aber nur, soweit das RVG nichts anderes bestimmt. Diese Regelung ist unverändert geblieben. Dennoch erlaubt nun § 4a RVG in einem weitem Maße die Erfolgshonorare. Daher hat sich die Rechtslage trotz fehlender Änderung des grundsätzlichen Verbotes in § 49b Absatz 2 Satz 1 BRAO drastisch geändert.

2. Was ist eine erfolgsabhängige Vergütung?

Gemäß § 49b BRAO ist es dem Rechtsanwalt grundsätzlich verboten, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als es das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorsieht. Dazu verhalten sich auch erfolgsabhängige Vergütungen. Erfolgsabhängige Vergütungen sind Vergütungen, die an sich oder in ihrer Höhe von dem Ausgang der Sache oder vom Erfolg der anwaltlichen Tätigkeit abhängig gemacht werden oder nach denen der Rechtsanwalt einen Teil des erstrittenen Betrags erhält. Ein Erfolgshonorar liegt hingegen nicht vor, wenn sich die gesetzlichen Gebühren ohne Erfordernis der Erfüllung weiterer Bedingungen erhöhen.

Erfolgsabhängige Vergütungen können daher im Widerspruch zu dem gesetzlichen Mindesthonorar stehen. Deswegen sind diese erfolgsabhängigen Vergütungen auch grundsätzlich verboten. Dennoch bedarf es im Einzelfall Regeln, die die Erhebung eines Erfolgshonorars ermöglichen. Diese sind in § 4a Absatz 1 RVG geregelt.

3. Wann ist die erfolgsabhängige Vergütung möglich?

Bislang war eine erfolgsabhängige Vergütung durch einen Rechtsanwalt nur im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Nach dem 01.1o.2021 werden diese Möglichkeiten aber erheblich erweitert. Die Neuregelung des § 4a Absatz 1 RVG eröffnet in drei weiteren Fällen die Möglichkeit des Erfolgshonorars.

Diese Änderungen beruhen auf sogenannten Legal-Tech-Angeboten. Unternehmen wollen die Rechtsdurchsetzung für den Verbraucher erleichtern, indem sie das Recht durchsetzen. Funktionieren tun diese Praktiken, indem man auf einer Homepage seine Daten eingibt und dann geprüft wird, ob man schlechter behandelt wird, als man eigentlich behandelt werden sollte. Sollte man schlechter behandelt werden, so gibt man seine Daten dem Unternehmen weiter und tritt seine Ansprüche, die man gegen den Gegner hat, an das Unternehmen ab. Die Unternehmen gehen dann außergerichtlich gegen die Gegner des „Mandanten“ vor. Es handelt sich daher faktisch um ein Inkassounternehmen. Da diese Unternehmen in der Regel Erfolgshonorare vereinbaren, bedrohen sie die Tätigkeiten der Verbraucheranwälte natürlich erheblich. Deswegen müssen auch die Vergütungsmöglichkeiten für Rechtsanwälte verändert werden.

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3.1. Ohne erfolgsabhängige Vergütung von der Rechtsverfolgung abgehalten (im Einzelfall)

Zunächst bleibt nach § 4a Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 RVG unverändert die Möglichkeit ein Erfolgshonorar zu vereinbaren, wenn der Auftraggeber aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse bei verständiger Würdigung ohne die Vereinbarung einer erfolgsabhängigen Vergütung von der Rechtsverfolgung abgehalten würde. Dabei ist für die Beurteilung irrelevant, ob man eine Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen kann.

3.2. Geldforderung unter EUR 2.000

In einem neuen Fall kann man ein Erfolgshonorar vereinbaren, wenn der Auftrag eine Geldforderung in Höhe von weniger als EUR 2.000 betrifft. Irrelevant ist dabei, ob mehrere Forderungen vorliegen. Einzig und allein ist entscheidend, dass der Wert unter EUR 2.000 bleibt. Auch der Grund, warum man einen Anwalt beauftragt, ist irrelevant. Daher kann man ihn sowohl damit beauftragen, die Forderung einzutreiben als auch damit, sie abzuwenden. Andere Forderungen als Geldforderungen bleiben von dieser Regelung aber unberücksichtigt.

3.3. Inkassotätigkeiten

Die erfolgsabhängige Vergütung ist nach § 4a Absatz 1 Nummer 2 RVG zulässig, wenn Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit eine außergerichtliches Inkassotätigkeit ist. Zudem ist ein Erfolgshonorar zulässig, wenn der Anwalt in einer Inkassodienstleistung im Mahnverfahren bis zur Abgabe an das Streitgericht und im Verfahren der Zwangsvollstreckung tätig wird.

4. Erfolgsabhängige Vergütung: Formale Aspekte

4.1. erfolgsabhängige Vergütung: Wie hoch darf sie sein?

Bei einer Geldforderung von höchstens EUR 2.000 oder bei einer erfolgsabhängigen Vergütung im Einzelfall nach § 4a Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 RVG darf man für den Fall des Misserfolges nur eine geringere als die gesetzliche Vergütung vereinbaren, wenn für den Erfolgsfall ein angemessener Zuschlag auf die gesetzliche Vergütung vereinbart wurde. Für die anderen Möglichkeiten der Vereinbarung einer erfolgsabhängigen Vergütung gilt diese Einschränkung jedoch nicht. Bei Inkassotätigkeiten nach § 4a Absatz 1 Nummer 2 RVG ist es möglich, Vereinbarungen zu treffen, durch die sich der Rechtsanwalt verpflichtet, Gerichtskosten, Verwaltungskosten oder Kosten anderer Beteiligter zu tragen.

4.2. Inhalt der Vergütungsvereinbarung

In § 4a Absatz 3 RVG ist geregelt, welchen Inhalt die Vergütungsvereinbarung haben muss. Demnach ist zu regeln, welche Vergütung bei Eintritt welcher Bedingung zu zahlen ist. Es sind Angaben darüber zu machen, ob und wenn ja welchen Einfluss die Vereinbarung auf gegebenenfalls vom Auftraggeber zu zahlenden Gerichtskosten, Verwaltungskosten und die von diesem zu erstattenden Kosten anderer Beteiligter haben soll. Weiterhin müssen die wesentlichen Gründe angegeben werden, die für die Bestimmung des Erfolgshonorar entscheidend sind. Angeben muss man letztens auch die voraussichtliche gesetzliche Vergütung und die erfolgsabhängige Vergütung, zu der der Rechtsanwalt bereit wäre, den Auftrag zu übernehmen. Letzteres gilt für den Fall, dass die Vereinbarung eine erfolgsabhängige Vergütung für den Einzelfall umfasst.


Steuerberater für Freiberufler, Selbständige und Unternehmen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Freiberufler, Gewerbetreibende und Unternehmen spezialisiert. Dabei schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online
  3. Entwicklung von Maßnahmen zur Reduktion der Steuerlast (zum Beispiel RechtsformwahlSitzverlegung)
  4. Rechtsberatung durch unsere Rechtsanwälte (insbesondere im Gesellschaftsrecht und Vertragsrecht)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Für die Jahre 2020 und 2021 ist neben dem häuslichen Arbeitszimmer infolge der Corona Pandemie eine Home-Office-Pauschale eingeführt worden. Dabei ergeben sich aber gewisse Abgrenzungsfragen. Dazu hat sich nun das BMF geäußert. Dabei wurden auch Vereinfachungen für den Abzug eines regulären Arbeitszimmers verkündet. Dieser Beitrag zeigt Vereinfachungen durch das BMF-Schreiben und dessen Vorteile.

Die Corona-Pandemie hat viele andere steuerliche Probleme aufgeworfen. Daher haben wir diese schon in einigen Beiträgen besprochen:

Datum

Thema
26. April 2021 Corona-Soforthilfe: Wann ist sie zu versteuern?
22. September 2021 Vermögensabgabe zu Corona – in welcher Form könnte sie kommen?
01. April 2020 COVInsAG Neues Gesetz zur Insolvenz von Unternehmen infolge der Corona-Pandemie!

30. November 2021

Home-Office-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer: Wann sollten Sie was abziehen? (dieser Beitrag)

Unser Video: Corona & Steuererleichterungen

Wir erklären, die Steuererleichterungen in Folge der Corona-Pandemie und dessen Auswirkungen auf das deutsche Steuersystem.

Inhaltsverzeichnis


1. Home-Office-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer

Zunächst stellt sich natürlich die Frage, wie sich Home-Office-Pauschale und häusliches Arbeitszimmer zueinander verhalten. Daneben ist zu klären, welcher Abzug, wann von Vorteil ist. Die Abzugsmöglichkeit des häuslichen Arbeitszimmers besteht schon viele Jahre. Demgegenüber wurde die Home-Office-Pauschale erst 2020 begrenzt auf die Jahre 2020 und 2021 in § 4 V Nr. 6b S. 4 EStG zum Abzug zugelassen. Zunächst stehen beide Abzugsmöglichkeiten sowohl Arbeitnehmern als auch Unternehmern zu. Dennoch gibt es beiden Abzugsmöglichkeiten Unterschiede. Diese spiegeln sich beispielsweise in den Voraussetzungen der Abzugsmöglichkeit und der Höhe des Abzugs wieder. Liegt ein tatsächliches Arbeitszimmer vor, so liegen auch gleichzeitig die Voraussetzungen des Abzugs der Home-Office-Pauschale vor. Dabei ist wichtig zu erkennen, dass Sie sich für einen Abzugsbetrag entscheiden müssen. Es kann daher nur entweder das häusliche Arbeitszimmer oder die Home-Office-Pauschale abgezogen werden. Daher ist entscheidend, welchen Voraussetzungen die Abzugsmöglichkeiten unterliegen.

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2. Unterschiede zwischen Home-Office-Pauschale und häuslichem Arbeitszimmer

2.1. Anforderungen an die Arbeitsstelle

Das häusliche Arbeitszimmer hat andere Voraussetzungen, um es zum Abzug zuzulassen als die Home-Office-Pauschale. Die Home-Office-Pauschale stellt keine besonderen Anforderungen an die Arbeitsstelle. Bei dem häuslichen Arbeitszimmer hingegen muss ein richtiges Arbeitszimmer vorliegen. Dabei handelt es sich um einen in die Wohnung eingebundenen, abgeschlossenen und abgetrennten Büroraum. Daher darf es sich nicht um eine Arbeitsecke handeln. Als Arbeitsstelle für die Home-Office-Pauschale hingegen reicht auch beispielsweise ein Esstisch in der Küche.

2.2. Anderer Arbeitsplatz nur für Home-Office-Pauschale irrelevant

Zudem hat es eine Auswirkung auf die Abzugsfähigkeit, ob noch ein anderer Arbeitsplatz vorhanden ist. Bei der Abzugsmöglichkeit eines häuslichen Arbeitszimmer ist es schädlich, wenn man einen weiteren Arbeitsplatz hat. Dieser muss sich aber auch als solcher eignen. Daher könnte ein Platz in einem Großraumbüro diesen Anforderungen unter Umständen nicht gerecht werden. Zudem steht Ihnen auch kein anderer Arbeitsplatz zu, wenn Sie aus Gründen des Gesundheitsschutzes, beispielsweise um den Kontakt zu Kollegen zu vermeiden, nicht in Ihr eigentliches Büro gehen. Das gilt währen der Corona-Pandemie selbst ohne ausdrückliche Anweisung des Arbeitgebers. Bei der Abzugsmöglichkeit der Home-Office-Pauschale hingegen ist es irrelevant, ob ein anderer Arbeitsplatz vorhanden ist. Daher kann diese auch abgezogen werden, wenn man ein Büro an der Arbeitsstelle hat.

Ein weiteres Thema bei welchem der Arbeitgeber teilweise in der Pflicht steht wären vermögenswirksame Leistungen, sofern Sie das interessiert können Sie sich gerne in einem anderen Beitrag von uns darüber informieren.

2.3. Anforderungen an die Tätigkeit

Weiterhin muss auch die Tätigkeit an der Arbeitsstelle gewissen Voraussetzungen genügen. Ein häusliches Arbeitszimmer ist nur abzugsfähig, wenn dort der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit liegt. Andernfalls ist das häusliche Arbeitszimmer nur beschränkt abzugsfähig und die Höhe auf maximal 1.250 Euro pro Jahr beschränkt. Das BMF stellt in diesem Zusammenhang klar, dass ab März 202o davon auszugehen ist, dass zu Hause grundsätzlich qualitativ gleichwertige Arbeiten wie beim bisherigen Arbeitsplatz ausgeübt werden. Bei einer zeitlich überwiegenden Tätigkeit im Arbeitszimmer kann daher davon ausgegangen werden, dass sich dort der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit befindet. Folglich sind die Kosten Ihres Arbeitszimmers unbeschränkt abzugsfähig. Im Rahmen der Home-Office-Pauschale muss die gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit eines Tages an der Arbeitsstelle erbracht werden. Dabei müssen aber keine Mindestzeiten beachtet werden.

2.4. Abzugsbetrag

Bei der Home-Office-Pauschale können jeden Tag der beruflichen Nutzung 5 € abgezogen werden. Jedoch ist die Abzugsmöglichkeit auf 600 Euro pro Jahr beschränkt. Es können daher nur 120 Tage beachtet werden. Die Abzugsmöglichkeit des häuslichen Arbeitszimmers ist demgegenüber der Höhe nach nicht beschränkt. Vielmehr können grundsätzlich die tatsächlich entstandenen und auf das Arbeitszimmer entfallende Kosten abgezogen werden.

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3. Erleichterungen durch das BMF-Schreiben

3.1. Nachweise zur Home-Office-Pauschale

Das BMF-Schreiben hat einige Erleichterungen für den Abzug der Home-Office-Pauschale gebracht. Zunächst reicht für den Abzug die Glaubhaftmachung der Tätigkeit im Arbeitszimmer oder im Home-Office durch schlüssige Angaben. Dennoch darf das Finanzamt den Einzelfall überprüfen und im Zweifel Nachweise anfordern.

3.2. Home-Office-Pauschale: Zusätzliche Erwerbsaufwendungen abzugsfähig

Weiterhin deckt die Home-Office-Pauschale lediglich die Raumkosten ab. Zusätzlich können reguläre Arbeitsmittel geltend gemacht werden. Dazu gehören beispielsweise der Schreibtisch, der Bürostuhl, Lampen, der Laptop oder ein Drucker. Auch Ihre Telefonkosten und Ihre Internetkosten können Sie geltend machen. Hinsichtlich der Telefonkosten sollten sie pauschal 20 % Ihrer Aufwendungen geltend machen und sich auf R 9.1 Abs. 5 S. 4 LStR berufen. Zusätzlich können auch die Tickets für öffentliche Verkehrsmittel geltend gemacht werden. Das gilt auch, wenn diese gar nicht benutzt wurden. Dafür können sie die Entfernungspauschale für jede Fahrt zum Betrieb Ihres Arbeitgebers geltend machen. Diese beträgt 0,30 Euro je Fahrt und je einfachen Entfernungskilometer. Soweit Tickets für öffentliche Verkehrsmittel diesen Betrag übersteigen sind diese Kosten gemäß § 9 II 2 EStG abzugsfähig.

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In diesem Video erklären wir, die Wahrscheinlichkeit einer Corona-Vermögensabgabe von bis 30 Prozent.

4. Home-Office Pauschale oder häusliches Arbeitszimmer von der Steuer abziehen?

Sobald Sie ein häusliches Arbeitszimmer geltend machen können, so können Sie auch die Home-Office-Pauschale abziehen. Dennoch dürfen Sie nur eine der Abzugsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Daher ist maßgeblich, wo Sie höhere Kosten abziehen können. Sie sollten daher die Kosten, die Ihnen für das Arbeitszimmer entstanden sind mit der Home-Office-Pauschale vergleichen. Letztere können Sie ohnehin nur bis zu 600 € geltend machen. Bei höheren Aufwendungen sollten Sie daher das Arbeitszimmer abziehen. Es ist Ihnen daher zu Raten, das Arbeitszimmer nur abzuziehen, wenn die Kosten 600 Euro übersteigen.


Steuerberater für Unternehmer und Arbeitnehmer

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung im Rahmen der Einkommensteuer spezialisiert. Bei der Beurteilung von Erwerbseinnahmen und Erwerbsausgaben schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  2. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH & Co. KG
  3. Vermeidung von gewerblicher Prägung und gewerblicher Infizierung
  4. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen
  5. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online
  6. Nutzung von Steuervorteilen der Besteuerung der GmbH & Co. KG (Immobilienbesteuerung, gewerbliche Prägung & Infizierung und Realteilung)
  7. Umfassende Beratungen im Internationalen Steuerrecht (Quellensteuerabzug, Wegzugsbesteuerung, Hinzurechnungsbesteuerung)
  8. Entwicklung von Maßnahmen zur Reduktion der Steuerlast (z.B. RechtsformwahlSitzverlegung
  9. Entwicklung individueller Gestaltungsmodelle im internationalen Steuerrecht, beim Unternehmenskauf/-verkauf und bei Umstrukturierungen)
  10. Beratung zur Abgrenzung von typisch und atypisch stillen Gesellschaften
  11. Nutzung von Gewerbesteuervorteilen bei der atypisch stillen Gesellschaft
  12. Umfassende Beratung zu allen Arten der stillen Gesellschaft

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 Arbeitnehmer nehmen häufig berufliche Fortbildungen und Weiterbildungen in Anspruch. Fortbildungen und Weiterbildungen kosten aber viel Zeit und Geld. Deswegen kann der Arbeitgeber die Kosten übernehmen und erstatten. Dabei gibt es Möglichkeiten, mit denen der Arbeitnehmer die Aufwendungen beitragsfrei und steuerfrei erstatten kann. Diese erklären wir im Folgenden.

Unser Video:
Home-Office am Strand: Wo zahlt man Steuern?

In diesem Video erklären wir, wo Sie bei der Arbeit im Home-Office die Steuern zahlen müssen.

Inhaltsverzeichnis


1. Steuerfreie Weiterbildungsleistungen nach § 3 Nr. 19 EStG

1.1. Umfasste Weiterbildungen

Es gibt Fortbildungen und Weiterbildungen, die nicht im ganz überwiegenden Interesse des Arbeitgebers liegen, sondern auch dem privaten Interesse des Arbeitnehmers dienen. Diese sind daher steuerbar. Dennoch regelt § 3 Nr. 19 EStG, dass diese unter Umständen steuerfrei sind. Daher sind steuerfrei:

1.2. Ausnahme: Weiterbildungen mit Belohnungscharakter

Ausgenommen sind nur Weiterbildungsleistungen, die überwiegend Belohnungscharakter haben. Entsprechend der Regelung der R 19.7 LStR ist in diesen Fällen die Steuerbefreiung nicht anwendbar. Deswegen handelt es sich bei der Erstattung der Kosten für diese Weiterbildungen um steuerpflichtigen Arbeitslohn. Daher sind privat motivierte Fortbildungen des Arbeitgeber sind nicht begünstigt.

1.3. Veranlassung durch den Arbeitgeber

Hingegen ist es nicht erforderlich, dass der Arbeitgeber die Weiterbildungsleistung selbst erbringt. Deswegen kann er auch einen Dritten mit der Weiterbildung beauftragen. Dann muss nach dem Wortlaut der Vorschrift die Weiterbildungsmaßnahme aber durch den Arbeitgeber veranlasst sein.

Häufig übernimmt der Arbeitgeber die Kosten eines berufsbegleitenden Studiums, wobei sich der Arbeitnehmer dazu verpflichten muss, eine gewisse Zeit im Anschluss an das Studium für den Arbeitgeber zu arbeiten. Wenn der Arbeitnehmer nun vorzeitig den Arbeitgeber wechselt muss er die übernommenen Kosten dem bisherigen Arbeitgeber zurückzahlen. Der neue Arbeitgeber übernimmt aber häufig diese Kosten. Dabei handelt er aber nicht aus überwiegend eigenbetrieblichen Interesse ( R 19.7 LStR). Daher ist die Rückzahlung vollständig als Arbeitslohn zu bewerten. Die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 19 EStG ist in diesen Fällen auch nicht anwendbar, da es sich nicht um eine Weiterbildung handelt, die vom neuen Arbeitgeber veranlasst ist.

Da es sich bei den Kosten aber nicht um Kosten der ersten Berufsausbildung handelt, ist dem Arbeitnehmer aber zu raten, die Kosten als Werbungskosten geltend zu machen. Dann tritt im Saldo trotzdem keine Steuerbelastung ein. Demungeachtet ist es nicht nötig, dass dem Arbeitgeber die Kostenübernahme vor Beginn der Maßnahme zugesagt wurde.

Haben Sie Fragen zur steuerfreien Kostenerstattung für Weiterbildungen?

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2. Weiterbildung nach § 82 SGB III

Steuerfrei sind daher Weiterbildungsleistungen nach § 82 I, II SGB III. Dazu gehören Maßnahmen, die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die über eine arbeitsplatzbezogene kurzfristige Fortbildung hinausgehen. Dabei ist zu beachten, dass bei einer Ausbildung von mindestens zwei Jahren der Berufsabschluss mindestens vier Jahre zurückliegen muss. Weiterhin darf der Arbeitnehmer in den letzten vier Jahren vor Antragstellung nicht an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen haben, die nach § 82 SGB III befördert wird. Zudem muss die Weiterbildung von einem zugelassenen Träger durchgeführt werden und mehr als 120 Stunden dauern. Überdies muss die Weiterbildung dem Ziel dienen, Arbeitnehmer fortzubilden, deren Arbeitsplatz durch Technologie ersetzt wird oder die in sonstiger Weise von einem Strukturwandel betroffen sind. Zudem kann auch die Weiterbildung in einem Engpassberuf Ziel dieser sein.

Gefördert werden Weiterbildungen in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigen, wenn der Arbeitnehmer mindestens 45 Jahre alt oder schwerbehindert  ist. Ausgeschlossen von der Förderung ist die Teilnahme an Maßnahmen, zu deren Durchführung der Arbeitgeber aufgrund bundesrechtlicher oder landesrechtlicher Regelung verpflichtet ist. Erstattungsfähige sind zudem die Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kosten der auswärtigen Unterbringung und Verpflegung sowie die Kosten für die Betreuung der Kinder. Voraussetzung ist aber ein angemessener Arbeitgeberbetrag zu den Lehrgangskosten, der sich nach der Betriebsgröße auf Grundlage der Beschäftigtenzahl richtet:

Beschäftigte Arbeitnehmer Angemessener Arbeitgeberbeitrag
0 bis 9 0 % der Kosten
10 bis 249 50 % der Kosten
250 bis 2,4999 75 % der Kosten
Ab 2.500 85 % der Kosten

Fachberatung zur Abgrenzung von Arbeitslohn und betrieblichem Interesse?

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3. Weiterbildungen zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit

Steuerfrei sind nach § 3 Nr. 19 EStG Weiterbildungen zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit. Dazu gehören solche Weiterbildungen, die eine Anpassung und Fortentwicklung der beruflichen Kompetenz des Arbeitnehmers ermöglichen und dazu beitragen, dass er der beruflichen Herausforderung besser gerecht wird. Ein Bezug zum SGB III ist hingegen nicht erforderlich. Umfasst sind aber Weiterbildungen, die ganz allgemein der Berufstätigkeit förderlich sein können. Dennoch nicht mehr erforderlich ist ein direkter Bezug zur aktuellen beruflichen Tätigkeit oder der Abschluss der Weiterbildung

4. Weiterbildung zur beruflichen Neuorientierung

Steuerfrei sind nun auch Weiterbildungen zur beruflichen Neuorientierung bei Beendigung des Dienstverhältnisses. Das sind vom Arbeitnehmer übernommene Kosten für Dienstleistungen von Unternehmen, die darauf abzielen, aus dem Betriebs ausscheidende Arbeitnehmer in deren weiterem beruflichen Werdegang zu begleiten und bei der künftigen Jobfindung oder dem Start in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

5. Steuerfrei Erstattung von Nebenkosten der Weiterbildung

Neben den Kosten der eigentlichen Weiterbildung können dem Arbeitgeber auch Kosten steuerfrei erstattet werden, die mit der Weiterbildung im Zusammenhang stehen. Daher können nach § 3 Nr. 13 und Nr. 16 EStG auch die Aufwendungen des Arbeitnehmers für anfallende Reisekosten, Umzugskosten und Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung steuerfrei erstattet werden. Die Erstattung darf aber nicht die Beträge übersteigen, die der Arbeitnehmer als Werbungskosten nach § 9 EStG geltend machen kann. Zugleich entfällt bei steuerfreier Erstattung aber auch der Werbungskostenabzug des Arbeitnehmers gemäß § 3c EStG. Zusammenfassend werden bei Erstattung der Kosten durch den Arbeitnehmer die Beiträge zu den Sozialversicherungen gespart. Daher ist die Erstattung sowohl für den Arbeitgeber, als auch für den Arbeitnehmer vorteilhafter. Folglich ist die Erstattung der Kosten durch den Arbeitgeber in der Regel sinnvoller als die Selbstzahlung durch den Arbeitnehmer.

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Steuerberater für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Beratung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer spezialisiert. Bei der Beurteilung des Arbeitslohnes schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  2. Umsatzsteuerliche Bewertung des Share Deals und Asset Deals
  3. Geschickte Ausübung des Zuordnungswahlrechts bei gemischt genutzten Wirtschaftsgütern
  4. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  5. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online
  6. Umfassende Beratungen im Internationalen Steuerrecht (Quellensteuerabzug, Wegzugsbesteuerung, Hinzurechnungsbesteuerung)
  7. Entwicklung von Maßnahmen zur Reduktion der Steuerlast (z.B. RechtsformwahlSitzverlegung)
  8. Entwicklung von Verteidigungsstrategien gegenüber der Finanzverwaltung bei Einspruchsverfahren, Betriebsprüfungen, FG-Klageverfahren und BFH-Revisionsverfahren
  9. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  10. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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Standort
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Telefon-/ Videokonferenz

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Vielen Unternehmern wurde im Frühjahr 2020 eine Corona-Soforthilfe von 9.000 € in Folge der Corona-Pandemie gewährt. Wenn sich nun aber herausstellt, dass die Hilfe nicht benötigt wurde, so ist sie zurückzuzahlen. Dann stellt sich aber die Frage, wie sich die Rückzahlung der Corona-Soforthilfe bei der Gewinnerzielung durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung auswirkt. Zudem ist fraglich, welche Risiken drohen, wenn die Rückzahlung erst im Folgejahr 2021 erfolgt und wie steuerliche Mehrbelastungen vermieden werden können. All diese Fragen klären wir in diesem Beitrag.

Unser Video: Corona & Steuererleichterungen: steuerliche Auswirkungen

Wir erklären, die steuerlichen Erleichterungen in Folge der Corona-Pandemie.

Inhaltsverzeichnis


1. Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Rückzahlung der Corona-Soforthilfe

1.1. Einnahmen-Überschuss-Rechnung an sich

Sind die selbstständig im Sinne des § 18 EStG oder sind Sie als Gewerbetreibender auf Grund gesetzlicher Vorschriften nicht buchführungspflichtig so ermitteln Sie Ihren Gewinn gemäß § 4 Absatz 3 EStG durch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Dann gilt für die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben der § 11 EStG. Demnach haben Sie Betriebseinnahmen im Zeitpunkt des Zuflusses, zum Beispiel bei der Gutschrift auf dem Konto und Betriebsausgaben im Zeitpunkt des Abflusses zum Beispiel bei der Abbuchung auf dem Konto zu berücksichtigen.

1.2. Rückzahlung der Corona-Soforthilfe im Jahr des Erhalts

Die Corona-Soforthilfe ist eine steuerpflichtige Betriebseinnahme und ist daher im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erfassen. Grund dafür ist, dass die Zahlung aus betrieblichen und nicht aus privaten Gründen erfolgt. Zudem haben Sie auch kein Wahlrecht zur erfolgsneutralen Behandlung der Corona-Soforthilfe nach R 6.5 Absatz 2 ESt, weil sich die Hilfe nicht konkreten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuordnen lässt. Dementsprechend handelt es sich bei der Rückzahlung der Corona-Soforthilfe auch um eine Betriebsausgabe. Erfolgen Auszahlung der Corona-Soforthilfe und Rückzahlung der Corona-Soforthilfe in einem Jahr, so müssen Sie nur die Differenz der beiden Beträge versteuern.

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1.3. Rückzahlung der Corona-Soforthilfe in späteren Jahren

Erfolgt die Rückzahlung der Corona-Soforthilfe in den Jahren nach dem Erhalt, so müssen Sie darauf achten, dass Sie die Buchhaltung richtig vornehmen. Zunächst müssen Sie mit der Steuererklärung für 2020 die Corona-Hilfen versteuern. Das gilt trotz Rückzahlung der Corona-Soforthilfe und auch, wenn diese schon bereits zurückerhalten wurde. Erst mit Abgabe der Steuererklärung für das Jahr der Rückzahlung der Corona-Soforthilfe können Sie den zurückgezahlten Betrag als Betriebsausgabe abziehen.

Problematisch daran ist, dass es zu erheblichen Schwankungen in der Einkommensprogression kommen kann. Wichtig ist auch zu erkennen, dass § 4 Absatz 3 Satz 2 EStG für die Rückzahlung der Corona-Soforthilfe nicht gilt. Demnach bleiben zwar durchlaufende Posten in der Gewinnermittlung unberücksichtigt. Das sind aber nur Gelder, die Sie im Namen und für die Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt haben. Die Corona-Soforthilfe haben Sie jedoch auch bei entsprechender Rückzahlungsverpflichtung im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vereinnahmt und verausgabt. Daher ist sie kein erfolgsneutraler durchlaufender Posten.

2. Rückzahlung der Corona-Soforthilfe und Gewerbesteuer

Selbständige im Sinne des § 18 EStG unterliegen nicht der Gewerbesteuer. Lediglich Gewerbetreibende im Sinne des § 15 EStG schulden Gewerbesteuer. Ausgangsgröße für die Gewerbesteuer ist der Gewinn aus Gewerbebetrieb. Dieser wird gemäß § 7 Satz 1 GewStG nach einkommensteuerlichen Grundsätzen ermittelt. Folglich wirkt sich die Rückzahlung Corona-Soforthilfe auch auf die Gewerbesteuer aus. Wenn Auszahlung und Rückzahlung der Corona-Soforthilfe in einem Jahr erfolgen, so muss nur der Differenzbetrag versteuert werden. Hingegen kann es bei Auszahlung und Rückzahlung der Corona-Soforthilfe in verschiedenen Jahren zu einer deutlichen Mehrbelastung kommen.

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3. Mehrbelastungen bei Rückzahlung der Corona-Soforthilfe in einem anderen Jahr

Die Rückzahlung der Corona-Soforthilfe in späteren Jahren kann Nachteile haben. Zum einen kann sich im Rahmen der Einkommensteuer die Progression verschieben. Zudem kann die Corona-Soforthilfe zur Folge haben, dass man den Freibetrag im Rahmen der Gewerbesteuer überschreitet und daher gewerbesteuerpflichtig wird. Wenn man die Corona-Soforthilfe hingegen schon im Jahr der Auszahlung zurückzahlt, so wäre in keinem der Jahre Gewerbesteuer angefallen. Die Gewerbesteuer ist jedoch gemäß § 35 EStG bis zu einem Hebesatz von 400 Prozent auf die Einkommensteuer anzurechnen. Erfolgt die Anrechnung so liegt auch keine Mehrbelastung vor. Die Anrechnung kann jedoch ausscheiden. wenn die Einkommensteuerfestsetzung beispielsweise auf Grund von Verlusten aus anderen Einkunftsarten nicht entsprechend hoch ist. Dann führt die Gewerbesteuer zu einer echten Mehrbelastung.

4. Vermeidung der Mehrbelastung

Sie können Mehrbelastungen durch Rückzahlung der Corona-Soforthilfe vermeiden, indem Sie den Gewinn für 2020 freiwillig durch eine Bilanz nach § 4 I EStG ermitteln. Wenn bereits bis zum Jahr 2020 erkennbar war, dass die Soforthilfe zurückgezahlt werden muss und Sie die Behörde darüber bereits informiert haben, so wäre 2020 noch eine Rückstellung in Höhe der voraussichtlichen Rückzahlungsverpflichtungen einzustellen. Dadurch würde sich der Gewinn um die Rückzahlungsverpflichtung reduzieren und die Gewerbesteuerbelastung damit vermieden.

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Steuerberater für die Rückzahlung der Corona-Soforthilfe

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zur Vermeidung von Mehrbelastungen in Folge der Rückzahlung der Corona-Soforthilfe spezialisiert. Bei der geschickten Ausübung des Wahlrechts zur Bilanzierung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online
  3. Beratungen zur Steuerpflicht der Corona-Soforthilfe
  4. Bildung von Rückstellungen
  5. Bilanzierung nach IFRS

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Viele Ärzte sind Vielverdiener und zahlen somit den Spitzensteuersatz. Entsprechend groß ist also auch das Interesse von Ärzten, Steuern zu sparen. Dabei gibt es viele unterschiedliche Optionen, die sowohl für angestellte als auch niedergelassene Mediziner in Frage kommen. Andere Methoden sind hingegen nur bei einer der beiden genannten Gruppen sinnvoll. Fortbildungskosten sind beispielsweise für beide Gruppen relevant, weil sie entweder als Sonderausgaben oder als abzugsfähige Betriebsausgaben beziehungsweise als Werbungskosten ansatzfähig sind. Medizinische Versorgungszentren in der Rechtsform einer GmbH können ebenfalls attraktiv sein. Sie bieten nämlich die Möglichkeit, Gewinne zu thesaurieren. Denn im Vergleich zu einem freiberuflichen Einzelunternehmer zahlt die GmbH weniger Steuern auf ihren Gewinn. Auf diese Weise kann man beispielsweise schneller medizinische Geräte finanzieren und anschaffen. Aber auch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts kann für eine Praxisgemeinschaft sinnvoll sein.

Unser Video: Steuertipps für angestellte und niedergelassene Ärzte – Interview mit Doc.Felix

In diesem Video erklären wir, wie Ärzte und andere Mediziner Steuern sparen können.

Inhaltsverzeichnis


1. 5 Lektionen im Steuern sparen für Ärzte – Einleitung

Medizinische Berufe gibt es zwar viele, doch kaum einer reicht in Punkto Vergütung an dem der Ärzte heran. Einerseits liegt das sicherlich an der enormen Verantwortung, die Ärzte bei ihrer Arbeit tragen. Andererseits aber auch am finanziellen und zeitlichen Aufwand allein beim Studium. Weiterhin arbeiten viele Ärzte weit mehr als 40 Stunden pro Woche. Manche schaffen das locker in drei Tagen, und zwar eher regelmäßig statt ausnahmsweise. Schafft man es später dann auch eine eigene Praxis zu errichten, kommen meist noch viele weitere meist sehr hohe Kosten für die Einrichtung und den Betrieb der medizinischen Ausrüstung hinzu. Natürlich dürfen Ärzte dann erwarten, dass man all dies auch honoriert. Entsprechend hoch fällt dann auch in vielen Fällen das Einkommen aus. Folglich fragen sich auch viele Ärzte, wie sie Steuern sparen können.

2. Wie Ärzte Steuern sparen können

Damit steigen wir langsam in die Thematik ein, die diesem Beitrag zugrunde liegt. Doch müssen wir hierbei gleich zu Beginn mehrere Ausgangssituationen unterscheiden. Einerseits gibt es Ärzte, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, beispielsweise in einem Krankenhaus. Andererseits sollte man auch auf niedergelassene Ärzte und ihre Möglichkeiten zum Steuern sparen blicken. Dabei gibt es sowohl Möglichkeiten, die beiden Gruppen einen steuerlichen Vorteil bieten, als auch solche, die nur für eine der beiden Gruppen vorteilhaft sind. Deshalb haben wir uns hier für fünf Tipps entschieden, die für Ärzte beider Gruppen die Möglichkeit zum Steuern sparen bieten.

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3. Unsere 5 Tipps für Ärzte zum Steuern sparen

3.1. Wie Ärzte Steuern sparen Tipp Nr. 1: steuerlicher Abzug von Studienkosten

Genau genommen richtet sich unser erster Tipp an Medizin-Studenten. Der Grund dafür ist, dass man auch die Studienkosten steuerlich absetzen kann. Doch muss man dabei zwischen einer Erstausbildung und einer Fortbildung unterscheiden.

3.1.1. Begrenzte Sonderausgaben für Kosten der beruflichen Erstausbildung

Bei einer Erstausbildung kann man nur einen Teil der mit ihr verbundenen Kosten steuerlich absetzen. Weiterhin ist der Ansatz auf ein jährliches Limit von EUR 6.000 beschränkt. Alle Kosten, die darüber hinaus reichen, bleiben hingegen unberücksichtigt. Dabei handelt es sich um Sonderausgaben, die den Gesamtbetrag der Einkünfte um den jeweiligen Betrag reduzieren. Das liegt daran, dass Erstausbildungskosten teilweise als Kosten der privaten Lebensführung gelten; und Privatausgaben genießen ja auch sonst keinen steuerlichen Vorteil. Doch kann man diese Einschränkung umgehen, wenn die Kosten der Erstausbildung im Zusammenhang mit einem Dienstverhältnis entstehen. Dann kann man die Kosten als Werbungskosten in voller Höhe ansetzen.

3.1.2. In voller Höhe absetzbare und vortragsfähige Fortbildungskosten

Wenn man jedoch bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf vorweisen kann, dann sehen die Möglichkeiten zum Steuern sparen für angehende Ärzte schon deutlich besser aus. Denn in diesem Fall kann man die Ausbildungskosten entweder als Werbungskosten (für angestellte Ärzte) oder als Betriebsausgaben (für niedergelassene Ärzte) steuermindernd ansetzen. Hierzu zählen neben den direkt mit der Fortbildung verbundenen Kosten auch Begleitkosten etwa für Reisen, Fachliteratur oder Geräte. Besonders interessant dürfte für viele Ärzte dabei sein, dass man dadurch auch die Kosten zur Teilnahme an medizinischen Fachsymposien und ähnlichen Tagungen nutzen kann, um Steuern zu sparen. Doch muss man dabei strikt zwischen beruflich veranlassten und privaten Kosten unterscheiden. Unter Umständen muss man folglich in der Lage sein, die Zuordnung der Kosten gegenüber der Finanzverwaltung auch nachweisen können.

3.1.3. Praktische Anwendung

Unser erster Tipp lautet daher, dass man zunächst einen Beruf erlernt, der als solcher bei der Berücksichtigung von Werbungskosten Anerkennung findet. Erst in einem zweiten Schritt sollte dann das deutlich kostenintensivere Medizinstudium anschließen, sodass man diese Kosten in voller Höhe steuerlich ansetzen kann. Dabei liegt der Vorteil gegenüber dem Sonderausgabenabzug darin, dass man im Grunde jährlich Verluste schreibt. Diese Verluste – man hat ja während des Studiums meist weit weniger Einnahmen als Ausgaben, zumindest aber kaum nennenswerte positive Einkünfte – sind vortragsfähig. Das bedeutet, das Finanzamt merkt sich diese Verluste für die Zukunft. Nach dem Studium kann man dann die beruflich erzielten Einkünfte mit diesen Verlusten verrechnen, um die Einkommensteuer zu senken.

Doch sollte man hierbei geschickt vorgehen, statt gleich die ganzen Verluste aufzubrauchen, um erstmal gar keine Steuern zu zahlen. Denn es ist steuerlich auf lange Sicht oftmals vorteilhafter, den persönlichen Steuersatz auf ein erträgliches Niveau zu bringen als kurzfristig steuerfrei zu bleiben. Doch sollte man hierbei stets alle Aspekte, die Einfluss hierauf haben könnten, berücksichtigen.

3.2. Wie Ärzte Steuern sparen Tipp Nr. 2: Zeitpunkt des Eintritts ins Berufsleben

Unser zweiter Tipp schließt sich nahtlos an den ersten an. Wenn nämlich Medizinstudenten ihre Staatsexamen erfolgreich ablegen, dann steht ihnen der Berufseinstieg bevor. Doch kann man dabei durch geschickte Wahl des Zeitpunkts, wann man eine Stelle als Arzt antritt, Steuern sparen. Angenommen man verdient monatlich EUR 5.000 und man beginnt im November mit der Arbeit, dann verdient man bis zum Ende des Jahres insgesamt EUR 10.000. Der persönliche Grundfreibetrag, den man auf das Jahreseinkommen anrechnen darf, beträgt ebenfalls in etwa EUR 10.000. Dabei ist es für den Ansatz des Grundfreibetrags unerheblich, ob man nur einen oder bis zu zwölf Monate des Jahres tatsächlich arbeitet. Also können junge Ärzte, die erst im November eines Jahres ins Berufsleben einsteigen, im ersten Anstellungsjahr im Grunde die Einkommensteuer sparen. Die Einsparung liegt dabei im Bereich von etwa EUR 2.000. Dadurch wird das erste und zweite Bruttogehalt im Grunde zum Nettogehalt.

Auch wenn man zu einem anderen Zeitpunkt unterjährig zu arbeiten beginnt, kann man gegebenenfalls von diesem Umstand profitieren. Allerdings liegt der Vorteil dann lediglich in der Absenkung des effektiven Steuersatzes gegenüber jenem, der Anwendung fände, wenn man das ganze Jahr über gearbeitet hätte.

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3.3. Wie Ärzte Steuern sparen Tipp Nr. 3: Wahl der Rechtsform

Während der vorangegangene Tipp zum Steuern Sparen an angestellte Ärzte adressiert war, ist der dritte Tipp für niedergelassene Ärzte interessant. Denn wenn man eine Praxis gründen möchte, dann spielt die Wahl der Rechtsform für die zukünftige Besteuerung eine große Rolle.

3.3.1. Mögliche Rechtsformen

So kann man einerseits eine Arztpraxis in Eigenregie gründen und führen. In diesem Fall gilt man als freiberuflicher Einzelunternehmer. Außerdem kann man eine Arztpraxis auch zusammen mit anderen Medizinern gründen. Hierfür dient insbesondere die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als grundlegende Rechtsform. Doch existiert auch noch eine weitere Alternative, nämlich das Medizinische Versorgungszentrum (kurz MVZ). In diesem Fall hat man die Wahl zwischen einer Personengesellschaft, einer eingetragenen Genossenschaft oder einer GmbH.

Fällt die Wahl der Rechtsform auf ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft, so fließen die Einkünfte aus dem Betrieb der Praxis direkt den beteiligten Ärzten zu. Ergo erfolgt auch die Besteuerung auf ihrer persönlichen Ebene und folglich auch mit ihrem persönlichen Steuersatz. Da wir aber davon ausgehen, dass ihre Gewinne zum Teil beträchtliche Höhe erreichen können, muss man hierbei vom Spitzensteuersatz ausgehen. Eventuell fällt sogar die sogenannte Reichensteuer an.

3.3.2. Steuerliche Vorteile der GbR als Rechtsform für Arztpraxen

Der Vorteil bei einer GbR oder einem Einzelunternehmen bei heilberuflichen Leistungen ist, dass diese von der Gewerbesteuer sowie von der Umsatzsteuer ausgenommen sind.

3.3.3. Steuerliche Vorteile der MVZ-GmbH als Rechtsform für Arztpraxen

Plant man jedoch ein MVZ als GmbH zu gründen, dann kann man diese als eine Art Spardose verwenden. Zwar zahlt eine MVZ-GmbH auf ihren Gewinn 15 % Körperschaftsteuer sowie etwa die gleiche Summe an Gewerbesteuer, doch solange der verbleibende Gewinn in der GmbH verbleibt statt an die Gesellschafter ausgeschüttet zu werden, fällt darauf keine weitere Steuer an. So kann die MVZ-GmbH den thesaurierten Gewinn für Investitionen ansparen und verwenden, etwa für neue medizinische Geräte. Dadurch stehen mehr Mittel für solche Projekte zur Verfügung, als wenn ein Arzt oder eine Ärztin diese im Falle einer Personengesellschaft oder eines Einzelunternehmens aus ihrem mit etwa 50 % versteuertem Gewinn beisteuern müsste.

Damit kommen wir zu einem weiteren steuerlichen Vorteil der GmbH für Mediziner. Denn die MVZ-GmbH kann den Gesellschafter-Geschäftsführern auch ein Geschäftsführergehalt auszahlen. Auch dies sollte natürlich fremdüblich sein, um einen Ansatz als verdeckte Gewinnausschüttung zu vermeiden. Denn das Geschäftsführergehalt kann idealerweise als abzugsfähige Betriebsausgabe den steuerpflichtigen Gewinn deutlich reduzieren.

3.4. Wie Ärzte Steuern sparen Tipp Nr. 4: Darlehen vom MVZ an privat

Angenommen ein Arzt oder eine Ärztin gründen ein MVZ in der Rechtsform einer GmbH. Nehmen wir auch weiter an, dass dabei die Einnahmen vom Umfang her recht hoch sind, sodass neben dem persönlichen Bedarf noch Mittel übrigblieben, mit denen Arzt oder Ärztin in den Vermögensaufbau investieren könnten, zum Beispiel in Immobilien. Dann müssten sie im Grunde die gesamten Gewinne der GmbH an sich ausschütten, um das Geld als Kapital nutzen zu können. Doch dabei fiele dann auch 25 % Kapitalertragsteuer an, sodass das tatsächlich für Investitionen verfügbare Kapital nur noch rund die Hälfte des ursprünglichen Betrags umfassen würde. Da wäre es doch sicherlich von Vorteil, wenn man einen Weg nutzen könnte, der auch die 25 % Kapitalertragsteuer für die Investitionen sichern würde, oder?

Und den gibt es tatsächlich auch. So nimmt man von der Ausschüttung des in der MVZ-GmbH thesaurierten Gewinns Abstand. Stattdessen überträgt sie diesen Betrag als Darlehen zu marktüblichen Konditionen an den Arzt oder die Ärztin. Dadurch sind sie oder er in der Lage mit ihrem gesamten Geld in den Aufbau ihres Vermögens zu investieren.

3.5. Wie Ärzte Steuern sparen Tipp Nr. 5: Bußgelder steuermindernd ansetzen

Normalerweise gilt für Bußgelder ein steuerliches Abzugsverbot. So ist es zumindest gemäß § 4 Absatz 5 Nummer 8 EStG geregelt. Doch gilt hierbei auch eine Ausnahmeregelung. Denn wenn man den Gesetzesverstoß, der zur Geldbuße führte, begann, um dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil zu erhalten, dann kann man die Geldbuße von der Steuer absetzen.


Steuerberater für Ärzte und Mediziner

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Ärzte und Mediziner spezialisiert. Bei der steuerlichen Begleitung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Allgemeines

  1. Rechtsberatung durch unsere Rechtsanwälte (insbesondere im Gesellschaftsrecht und Vertragsrecht)

Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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Telefon-/ Videokonferenz

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Lehrauftrag für Steuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Steuergestaltung werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (1) Grundlagen“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

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Versicherungsmakler können ihr Unternehmen in einer Reihe von Rechtsformen führen. Oftmals handelt es sich hierbei um Einzelunternehmen. In einem solchen Fall sind Haftungsfälle oder die Frage nach der Übernahme des Unternehmens durch einen Nachfolger von großer Relevanz. Dabei kann man die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine geeignete Gesellschaft als in mehrfacher Hinsicht vorteilhafte Alternative betrachten. So kann man die Einkommensteuer des Gesellschafters entweder mit einer GmbH oder einer Personengesellschaft, etwa einer GmbH & Co. KG, deutlich optimieren. Dabei spielt auch das Geschäftsführergehalt eine besondere Rolle. Außerdem erleichtert eine Gesellschaft den An- beziehungsweise Verkauf von Bestandskunden. Und mit einer Holding als Muttergesellschaft für die operative Gesellschaft kann ein Versicherungsmakler noch weitere Vorteile nutzen. So kann man das Vermögen der operativen Gesellschaft aus ihrem Haftungsmantel befreiend in die Holding überführen. Man zahlt dabei nur 1,5 % Steuern. Außerdem ist der Kauf und Verkauf von Unternehmen mittels einer Holding deutlich vorteilhafter.

Unser Video:
Versicherungsmakler und Steuern: Rechtsformwahl, Holding, Bewertung, Kauf & Verkauf

In diesem Video erklären wir, wie Sie als Versicherungsmakler die richtige Rechtsform finden.

Inhaltsverzeichnis


1. Gestaltungsberatung für Versicherungsmakler – Einleitung

Viele Versicherungsmakler betreiben ein Einzelunternehmen. Das war früher schon so gewesen, und das hat sich im Laufe der Zeit kaum geändert. Dabei gibt es durchaus einige Aspekte, die eine Evaluation dieser Unternehmensform im Rahmen eines Vergleichs zu anderen Alternativen nahelegen. Beispielsweise ist die Übertragung des Unternehmens im Falle einer Erbschaft schon allein im Hinblick auf den Kundenstamm mit Herausforderungen verbunden. Auch die Frage nach der Haftung sollte man hierbei stets beachten. Schließlich kann in einem Schadensfall gerade bei einem Versicherungsmakler eine beträchtliche Verbindlichkeit entstehen.

Dabei ist es im Grunde ganz leicht, einem solchen Einzelunternehmen ein neues Rechtskleid maßzuschneidern. Auf diese Weise erhält ein Versicherungsmakler gleich mehrere potentielle Vorteile – steuerliche, wie auch andere. Aus diesem Grund widmen wir uns in diesem Beitrag explizit der Gestaltungsberatung für Versicherungsmakler.

2. Aspekte bei der Gestaltungsberatung für Versicherungsmakler

2.1. Zulassung als Versicherungsmakler

Allerdings gibt es bei der unternehmerischen Optimierung für Versicherungsmakler einige wichtige Punkte zu beachten. So muss einerseits stets die Anforderung der Zulassung als Versicherungsmakler beziehungsweise als damit handelndes Unternehmen erfüllen sein. Dazu muss in einer Gesellschaft der Geschäftsführer als Versicherungsmakler zugelassen sein.

2.2. Unternehmensnachfolge durch Schenkung, Erbschaft oder Verkauf

Darüber hinaus sollte man auch die Frage nach einer möglichst optimalen Gestaltung der Unternehmensnachfolge beantworten können. Denn die Übertragung eines Kundenstamms kann nach den Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung eigentlich nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Kunden erfolgen.

Damit verbunden ist auch die Überlegung zu führen, was mit dem Unternehmen eines Versicherungsmaklers im Falle einer Erbschaft geschehen soll. Bei einem Einzelunternehmen ist die Auswirkung zumindest im Hinblick auf die Bestandskunden und ihren Versicherungsschutz gravierend. Außerdem müssten potentielle Erben zumindest in Hinsicht auf die berufliche Zulassung als Versicherungsmakler alle Bestimmungen nach § 34d GewO erfüllen. Andernfalls verlieren mit dem Ableben des Versicherungsmaklers die durch ihn geschlossenen Versicherungen ihre Gültigkeit. Dabei haben solche Kundenstämme durchaus ihren Wert. Doch ohne positive Regelung der Rechtsnachfolge geht dieser Wert für die Erben verloren.

Möchte ein Versicherungsmakler sein Einzelunternehmen an einen geeigneten Nachfolger verschenken, dann kann man dies entsprechend im Voraus gestalten. Doch ergibt sich auch hieraus die gleiche Konsequenz im Hinblick auf die datenschutzrechtliche Einwilligung zur Datenübertragung der Kunden.

2.3. Vermögensschutz

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Gestaltungsberatung für Versicherungsmakler stellt der Vermögensschutz dar. Denn das in einem Unternehmen angehäufte Vermögen könnte in einem Schadensfall davon betroffen sein. Insbesondere bei Versicherungsmaklern kann dies mit erheblichen Verpflichtungen zur Behebung eines Schadensfalls verbunden sein. Dabei ist es unerheblich, in welcher Rechtsform ein Versicherungsmakler das Unternehmen betreibt. Da es jedoch Alternativen hierzu gibt, die einen Schutz des Vermögens bieten, ist auch dieser Gedanke zur Optimierung für Versicherungsmakler durchaus reizvoll.

2.4. Steuerliche Optimierungsmöglichkeiten für Versicherungsmakler

Schließlich gibt es noch ganz handfeste steuerliche Gründe, warum sich ein Versicherungsmakler um eine Optimierung im Rahmen einer gezielten Gestaltung bemühen sollte. Denn durch Wahl der geeigneten Gesellschaftsform kann man als Versicherungsmakler in vielfacher Hinsicht Steuern sparen. Sei es bei der Besteuerung seines jährlichen Einkommens oder bei der Optimierung seiner finanziellen Absicherung im Alter. Aber auch beim Kauf eines anderen oder Verkauf des eigenen Unternehmens mag ein Versicherungsmakler Steuern sparen, wenn er sein Unternehmen entsprechend gestaltet.

Ebenfalls von steuerlicher Relevanz ist die Frage nach der Verflechtung von privaten Einrichtungen mit betrieblichen Zwecken im Unternehmen. Insbesondere bei der Nutzung von Immobilien kann eine sogenannte Betriebsaufspaltung eintreten. Zum Beispiel ist dies der Fall, wenn ein Versicherungsmakler ein Büro in seinem Eigenheim im Rahmen seines Unternehmens nutzt. Denn auch wenn eine solche Betriebsaufspaltung über Jahre ohne steuerliche Konsequenzen vorliegen mag, kann es im Falle einer Übertragung oder Umwandlung des Unternehmens zu einer Erweiterung der steuerpflichtigen Bemessungsgrundlage auf den privaten Anteil kommen. Also spricht auch hier Vieles dafür, gerade auch die steuerliche Optimierung für Versicherungsmakler zu bejahen.

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Versicherungsmakler?

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3. Versicherungsmakler – GmbH vs. GmbH & Co. KG

Der wichtigste Ansatz, zu all den zuvor erwogenen Betrachtungen, ist die Überlegung, welche Rechtsform in welcher Konstellation die wohl günstigste ist. Dazu gibt es zwei potentielle Alternativen zum Einzelunternehmen, nämlich die Personengesellschaft und die Kapitalgesellschaft. Hierfür verwenden wir, weil dies die häufigsten jeweiligen Vertreter sind, die GmbH als Kapitalgesellschaft und die GmbH & Co. KG als Personengesellschaft. Dies liegt einerseits daran, dass man beide auch als mit nur einer natürlichen Person als Gesellschafter gründen kann, sodass hierdurch ein simpler Wechsel vom Einzelunternehmen zur Gesellschaft offensteht. Andererseits ist auch der Wechsel des Rechtskleids in beiden Fällen leicht möglich.

3.1. Vorteile der GmbH für Versicherungsmakler

Die GmbH bietet Versicherungsmaklern mehrere Vorteile. Erstens kann man als Geschäftsführer über ein Geschäftsführergehalt die Besteuerung der Gesellschaft im Rahmen der Veranlagung zur Körperschaftsteuer und zur Gewerbesteuer beeinflussen. Denn das Geschäftsführergehalt reduziert als abzugsfähige Betriebsausgabe den steuerpflichtigen Gewinn der Gesellschaft – mitunter sogar beträchtlich. Auf Ebene des Gesellschafter zahlt der Versicherungsmakler allerdings sowohl Steuern auf das Geschäftsführergehalt als auch auf die Dividende. Allerdings gilt bei Einzelveranlagung im Allgemeinen ein jährliches Einkommen von etwa EUR 60.000 als Untergrenze für einen steuerlichen Vorteil der GmbH gegenüber einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft.

Dabei kann man von einer Gewinnausschüttung vorerst absehen, sodass die Gewinne im Unternehmen verbleiben. Sie können dann beispielsweise zum Kauf weiterer Unternehmensanteile Verwendung finden. Im Vergleich dazu muss ein Einzelunternehmer einen solchen Erwerb in der Regel mit seinem bereits versteuertem Privatvermögen tätigen. Ihm stehen somit deutlich geringere finanzielle Mittel zur Verfügung als einer GmbH.

Weiterhin ist der Verkauf des Unternehmens in Form einer GmbH gegenüber einem Einzelunternehmen von Vorteil. Denn wenn ein Versicherungsmakler den in seinem Einzelunternehmen aufgebauten Kundenstamm verkaufen möchte, besteht für den Käufer im Grunde die Pflicht, von jedem einzelnen Kunden die Einwilligung in die Übertragung seiner persönlichen Daten an ihn einzuholen. Da sich dies aber in der Praxis, trotz des immensen damit verbundenen Aufwands, als reines Wunschdenken erweist, drückt dies den Verkaufspreis. Bei der Übertragung von Unternehmensanteilen an einer GmbH fällt diese datenschutzrechtliche Verpflichtung hingegen weg. Denn die GmbH ist eine juristische Person. Daher besteht sie, als der eigentliche Vertragspartner, nach wie vor unverändert weiter; sie gehört nach dem Verkauf nur jemand anderem.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist der Schutz des Privatvermögens des Versicherungsmaklers im Schadensfall. Denn wenn das Privatvermögen und das Gesellschaftsvermögen separiert sind, steht nur Letzteres zur Befriedigung von Ansprüchen Dritter zur Verfügung. Ein Versicherungsmakler als Einzelunternehmer haftet jedoch stets mit seinem gesamten Vermögen.

3.2. Vorteile der GmbH & Co. KG für Versicherungsmakler

Die Vorteile der GmbH & Co. KG sind jenen der GmbH ähnlich, wenn auch gewisse Unterschiede bestehen. Um diese zu verstehen, weisen wir darauf hin, dass in unserer Betrachtung der Versicherungsmakler als Teilhafter und die GmbH als Vollhafter Gesellschafter dieser Personengesellschaft sein sollen. Dadurch erhält man ebenfalls eine Trennung des Privatvermögens vom dem des Unternehmens. Genauer gesagt vom Vermögen der vollhaftenden GmbH, bei der man aber das Vermögen, und somit die Haftungsmasse, auf das gesetzlich geforderte Mindeststammkapital von EUR 25.000 beschränken kann.

Zwar besteht mittlerweile auch für Personengesellschaften die rechtliche Grundlage zur Thesaurierung von Gewinnen im Unternehmen, doch hat es bislang nur in den seltensten Fällen zu einer praktischen Umsetzung geführt. Der Grund hierfür ist der hohe Verwaltungsaufwand. Daher hat der Gesetzgeber kürzlich eine Überarbeitung dieser Vorgaben vorgenommen, sodass die Umsetzung deutlich leichter möglich ist. Es bleibt aber abzuwarten, ob auch die Wirtschaft von dieser Möglichkeit Gebrauch macht.

Einen steuerlichen Vorteil erhält ein Versicherungsmakler durch Wahl einer GmbH & Co. KG anstatt einer GmbH als Rechtsform für sein Unternehmen, wenn sein Jahreseinkommen unter EUR 60.000 liegt. Denn dann führt sein persönlicher Steuersatz zu einer niedrigeren Besteuerung, als wenn der Gewinn der Gesellschaft als Dividende an ihn fließt.

Nachteilig ist wiederum der Verkauf oder Erwerb eines Kundenstamms über eine GmbH & Co. KG. Denn hierbei besteht die Pflicht zur Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung bei der Weitergabe der Kundendaten.

Dem hingegen stellt das Vererben oder Schenken einer GmbH & Co. KG keine besondere Hürde dar, sofern der Nachfolger ebenfalls eine Zulassung als Versicherungsmakler besitzt.

4. Vorteile einer Holding für Versicherungsmakler

Hat sich ein Versicherungsmakler für eine Rechtform für sein Unternehmen entschieden, kann auch die Gründung einer Holding als vermögensverwaltende Muttergesellschaft in Frage kommen.

4.1. Vorteile der Holding bei der Besteuerung

Zunächst zu den steuerlichen Vorteilen einer Holding: Ein Versicherungsmakler kann eine Holding als Spardose für die Zukunft ansehen. Sei es, um mit dem dort angehäuften Vermögen weitere Unternehmen zu erwerben, oder, um im Rentenalter die Früchte der Arbeit unter Nutzung von Steuervorteilen zu genießen, die Holding macht es möglich. Dabei erhält sie die Dividende von ihrer operativen Tochtergesellschaft, falls diese eine GmbH ist, im Prinzip steuerfrei ausgezahlt. Es fallen dann lediglich 1,5 % Steuern auf Ebene der Holding an. Weiterhin kann die Holding – ebenfalls mit einer Steuer von lediglich 1,5 % – die operative GmbH steuerlich vorteilhaft veräußern.

4.2. Vorteil Vermögensschutz

Doch der Vermögensschutz stellt ebenfalls einen fundamental wichtigen Vorteil der Holding dar. Denn wenn die Gewinne Jahr für Jahr in der operativen GmbH verbleiben, dann hat ein Versicherungsmakler das durch seine Arbeit aufgebaute Vermögen auf lange Sicht der GmbH überlassen. Und dort befindet es sich somit auch im Haftungsmantel der Gesellschaft. Also ist in einem Haftungsfall das Vermögen durchaus antastbar.

Eine regelmäßige Übertragung der Gewinne der operativen GmbH an die Holding entzieht jedoch das Vermögen vor dem Zugriff zum Ausgleich möglicher Schadensersatzansprüche.

4.3. Vorteil beim Erwerb von Immobilien

Ein weiterer Vorteil, den die Holding einem Versicherungsmakler zu bieten hat, betrifft den Erwerb von Immobilien zur Nutzung im Rahmen des operativen Unternehmens. Denn wenn die Holding eine reine Immobilien-GmbH zum Zweck des Erwerbs und der Verwaltung einer solchen Immobilie gründet, dann können hierbei indirekte Steuervorteile zum Zuge kommen. Dabei geht es um den Abzug der Mietkosten auf Seite der operativen GmbH. Diese kann nämlich die Miete als abzugsfähigen Betriebsaufwand von der Steuer absetzen. Die Immobilien-GmbH kann hingegen über die sogenannte erweiterte Grundstückskürzung die Gewerbesteuer einsparen. Je nach Höhe des Hebesatzes zur Gewerbesteuer der Kommune, in der das Unternehmen tätig ist, spart man also etwa 15 % an Steuern, die als Gewerbesteuer auf den Betrag der Miete anfiele, wenn die Miete kein abzugsfähiger Betriebsaufwand wäre.

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5. Versicherungsmakler – Umwandlung des Unternehmens

5.1. Umwandlung in eine GmbH & Co. KG

Möchte ein Versicherungsmakler nun sein Einzelunternehmen in eine GmbH & Co. KG überführen, dann muss er hierzu zunächst eine GmbH gründen. Man benötigt sie, um in der zukünftigen KG die Rolle des Komplementärs zu erfüllen. Dann gründet der Versicherungsmakler zusammen mit der neu gegründeten GmbH, die sie oder er üblicherweise selbst als Gesellschafter-Geschäftsführer leitet, die GmbH & Co. KG. Dazu legt der Versicherungsmakler sein Einzelunternehmen in die neu geschaffene Personengesellschaft ein. Der Versicherungsmakler, der nun auch die GmbH & Co. KG führen mag, ist hierbei in der Regel Kommanditist. Das eingelegte Einzelunternehmen rechnet man nunmehr seinem Kapitalkonto zu. Dadurch erreicht man, dass er lediglich mit dem von ihm eingelegten Vermögen, nämlich dem vormaligen Einzelunternehmen, haftbar ist. Damit hat man den für den Versicherungsmakler gewünschten Haftungsschutz auf privater Ebene aufgebaut.

Was jedoch die Gewinnverteilung betrifft, so kann man die dazu maßgebende Beteiligung der Gesellschafter so regeln, dass dem Versicherungsmakler bis zu 100 % der Anteile an der Personengesellschaft zustehen. Doch sollte man dabei beachten, dass die Komplementär-GmbH auch eigene laufende Kosten hat, die man über eine Beteiligung am Gewinn abdecken sollte.

5.2. Umwandlung in eine GmbH

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH. Genauer gesagt nennt man diesen Vorgang eine Einbringung. Dabei gibt es in der Praxis zwei Möglichkeiten. Entweder man gründet die GmbH als Sachkapitalgründung, indem man statt des gesetzlich vorgeschriebenen Stammkapitals das Einzelunternehmen in die neue GmbH einbringt. Dazu muss jedoch ein Gutachten den Wert des Einzelunternehmens bestätigen, wobei dieser mindestens dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststammkapital von EUR 25.000 entsprechen muss. Die zweite Möglichkeit sieht die reguläre Gründung der GmbH durch Übertragung des Stammkapitals auf die GmbH vor. Ist dies vollzogen sowie alle weiteren gesetzlichen und praktischen Hürden überwunden, folgt hierbei der zweite Schritt. Denn dann bringt man das bis dahin parallel dazu fortbestehende Einzelunternehmen per Sachkapitalerhöhung in die GmbH ein.

In beiden Fällen ist die Umwandlung eines Einzelunternehmens steuerneutral möglich. Doch muss ein Versicherungsmakler dabei auch eine Sperrfrist von sieben Jahren beachten. Innerhalb dieser Zeit sollte man nämlich von einem Verkauf oder einer anderen Art der Übertragung der GmbH absehen, um die Steuerneutralität zu wahren. Andernfalls fällt nachträglich eine Steuer auf den Wert des Einzelunternehmens an, so, als ob man dieses an die GmbH verkauft hätte. Allerdings gilt hierbei, dass dies nur für den Zeitraum gilt, der von der Sperrfrist noch übrig bleibt. Dabei rechnet man die Jahre, die innerhalb der Sperrfrist bereits vergangen sind, als steuerneutralen zeitanteiligen Abzug bei der Besteuerung an.

Hat man innerhalb der Sperrfrist bei der Gründung der GmbH diese als Tochtergesellschaft unter eine Holding platziert, dann muss man auch für die Holding eine eigene siebenjährige Sperrfrist beachten.


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