Aufwendungen, die den Haushalt betreffen, sind in dem § 35a EStG geregelt. Demnach lassen sich auch haushaltsnahe Dienstleistungen zur Reduktion der Steuerlast berücksichtigen. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind in Auftrag gegebene Tätigkeiten, die ansonsten die Mitglieder des Haushalts übernehmen würden. Wir klären, welche Kosten Sie steuerlich berücksichtigen können und worauf Sie achten sollten, um steuerliche Vorteile optimal zu nutzen.

Inhaltsverzeichnis


1. Haushaltsnahe Dienstleistungen

1.1. Definition von haushaltsnahen Dienstleistungen

Viele Steuerpflichtige haben keine Zeit oder Lust, die Wohnung zu putzen, den Rasen zu mähen oder die Hecke zu schneiden. Daher beauftragen sie regelmäßig andere Personen, diese Tätigkeiten für sie zu übernehmen. Wenn diese Person die Arbeiten legal, also mit Vorlage einer Rechnung durchführt, so kann der Auftraggeber die Kosten bei seiner Steuererklärung angeben und somit die Steuerlast senken. Es lässt sich eine Steuerersparnis von bis zu EUR 4.000 erreichen. Hier kann insbesondere auch die Nebenkostenabrechnung beim Wohnen zur Miete berücksichtigt werden. Wir klären, wie der Abzug möglich ist, wo Sie die Kosten angeben und worauf Sie aus steuerlicher Sicht achten sollten.

1.2. Der Vorteil von haushaltsnahen Dienstleistungen

Steuerlich lohnen sich haushaltsnahe Dienstleistungen besonders. Die Kosten dafür senken direkt die Steuerlast. Hatten Sie Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistung in Höhe von EUR 1.000, so lassen sich von diesen Kosten 20 % steuerlich absetzen. Diese EUR 200 senken direkt die Höhe der Steuer, so dass die Steuerlast EUR 200 weniger beträgt.

In der Regel senken Ausgaben demgegenüber nur das zu versteuernde Einkommen um den jeweiligen Betrag. Dadurch ermöglichen die Kosten eine lediglich geringere Steuerersparnis. Bei einem Steuersatz von 25 % wären es EUR 50.

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2. Diese Voraussetzungen müssen haushaltsnahe Dienstleistungen erfüllen

2.1. Tatbestandsmerkmale von haushaltsnahen Dienstleistungen

Die wichtigste Voraussetzung für die steuerliche Berücksichtigung der Kosten ist, dass tatsächlich haushaltsnahe Dienstleistungen vorliegen. Haushaltsnahe Dienstleistungen liegen vor, wenn Arbeiten in Auftrag gegeben wurden, die ansonsten Mitglieder des Haushalts übernehmen würden. Die Arbeiten müssen als Dienstleistungen in dem Haushalt des Steuerpflichtigen durchgeführt werden, also in der Wohnung oder dem Haus oder auf dem dazugehörenden Grundstück. Findet beispielsweise die Zubereitung der Mahlzeit nicht in der hauseigenen Küche statt, sondern im Restaurant, so liegen keine haushaltsnahen Dienstleistung vor. Eine Ausnahme sieht das BMF-Schreiben vom 09.11.2016 (IV C 8 – S 2296-b/07/10003 :008) für Laubblasen oder Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor. Diese sind abzugsfähig, obwohl sie gerade nicht auf dem eigenen Grundstück erbracht werden.

Vermieter können für das Mietobjekt jedoch keine haushaltsnahen Dienstleistungen geltend machen. Die entsprechenden Kosten sind vielmehr Werbungskosten für die Erzielung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Die Aufwendungen sind daher in der Anlage V der Einkommensteuererklärung anzugeben.

2.2. Abgrenzung zu Handwerkerkosten

Handwerkerleistungen (§ 35a Absatz 3 EStG) sind von haushaltsnahen Dienstleistungen zu unterscheiden. Grund dafür ist, dass haushaltsnahe Dienstleistungen zu einer Steuererstattung von maximal EUR 4.000 führen können. Demgegenüber lassen sich Handwerkerkosten zusätzlich zu den haushaltsnahen Dienstleistungen berücksichtigen, aber nur bis zu einer Steuererstattung von maximal EUR 1.200. Die Abgrenzung zwischen Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen kann mitunter schwierig sein.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) nimmt im Schreiben vom 09.11.2016 (IV C 8 – S 2296-b/07/10003 :008) selbst eine Abgrenzung vor. Handwerkerleistungen sind handwerkliche Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um regelmäßig vorzunehmende Renovierungsarbeiten oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden, oder um Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Regelfall nur von Fachkräften durchgeführt werden.

In Anlage 1 des BMF Schreibens ist niedergeschrieben, welche Aufwendungen haushaltsnahe Dienstleistungen und welche Handwerkerleistungen darstellen. Zu Handwerkerleistungen zählen demnach beispielsweise Arbeiten am Dach, das Errichten von Zäunen, Brandschutzsanierungen, die Dachrinnenreinigung, Dichtheitsprüfungen oder die Wartung und Reparatur von Elektroanlagen.

2.3. Rechnung für haushaltsnahe Dienstleistungen

Der Abzug ist nur möglich, wenn die Tätigkeit nicht schwarz – also ohne Rechnung und damit ohne Zahlung von Steuern durch den Dienstleister – erbracht wird. Daher ist zwingend die Ausstellung einer Rechnung nötig. Die Rechnung sollte den Erbringer der Dienstleistung mit Name, Anschrift und Steuernummer, den Empfänger der Dienstleistung, die Art der Leistung, den Inhalt der Leistung, den Zeitpunkt der Leistungserstellung und das Entgelt, das gegebenenfalls zwischen abziehbaren Lohnkosten und Fahrtkosten gegenüber Materialkosten aufzuschlüsseln ist. Der Betrag darf zudem nicht bar bezahlt werden.

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2.4. Berücksichtigungsfähige Kosten

2.4.1. Art der berücksichtigungsfähigen Kosten

Es ist nach der Art der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen zu differenzieren. Steuerlich berücksichtigungsfähig ist der Arbeitslohn, der für die haushaltsnahe Dienstleistung anfällt. Aber auch Fahrtkosten und Kosten für die Nutzung von Maschinen, wie beispielsweise Staubsauger oder Gartengeräte lassen sich berücksichtigen. Auch Verbrauchsmaterialen zählen dazu. Dies meint beispielsweise Spülmittel, Reinigungsmittel oder Streugut. Auch die Kosten für die Entsorgung von Abfällen können Sie in der Steuererklärung angeben, wenn diese Kosten Teil der Arbeit an einer haushaltsnahen Dienstleistung sind. Darunter fallen beispielsweise zusätzliche Kosten für die Entsorgung des Grünschnitts.

2.4.2. Höhe der berücksichtigungsfähigen Kosten

Bis zu EUR 20.000 im Jahr können Sie im Jahr an Arbeitskosten, Fahrtkosten oder Maschinenkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Davon mindern 20 % die Steuerschuld. Daher ist ein steuerlicher Abzug von bis zu EUR 4.000 möglich. Ein Übertrag entstandener Kosten in das folgende Jahr oder das Vorjahr ist nicht möglich.

2.4.3. EUR 510 Steuerabzug für Minijobs

Für Dienstleister, die auf 520-Euro-Basis als Haushaltshilfe tätig werden, kann die Steuerlast um bis zu EUR 510 reduziert werden. Der Abzug ist neben dem Abzug für haushaltsnahe Dienstleistungen und den Arbeitskosten für Handwerker möglich. Unter Berücksichtigung von Kosten für Handwerker, haushaltsnahe Dienstleistungen und Haushaltshilfe ist daher im Idealfall eine Steuerersparnis von EUR 5.710 möglich.

2.4.4. Au-Pair

Auch Kosten für ein Au-Pair stellen haushaltsnahe Dienstleistungen dar. Zu den dafür anfallenden Kosten gehören aber auch solche für Unterkunft und Verpflegung. Dafür lassen sich die Kosten jedoch nicht durch die Zahlung auf ein entsprechendes Konto nachweisen. Um dennoch einen Abzug zu ermöglichen, wäre es denkbar, eine Erstattung mit den amtlichen Sachbezugswerten zu vereinbaren.

Steuerlich vorteilhaft ist es, wenn das Au-Pair möglichst komplett für die Kinderbetreuung dar ist und dies vertraglich auch so vereinbart ist. Dann stellen die Ausgaben Sonderausgaben dar.

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2.5. Beispiele für haushaltsnahe Dienstleistungen

Abzugsfähig sind beispielsweise Kosten für ein Notrufsystem oder die Haustierbetreuung in der Wohnung sowie Hausmeisterleistungen. Pflegedienstleistungen sind ebenfalls berücksichtigungsfähig, selbst wenn das Personal keine spezifische Ausbildung hat. Auch Kinderbetreuung zuhause lässt sich als haushaltsnahe Dienstleistung berücksichtigen.

Auch Kosten für einen Hundegassiservice sollen laut Ansicht des Finanzgerichts Hessens als haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigungsfähig sein. Dies nahm das Finanzgericht an, obwohl der Dienstleister mit den Hunden spazieren geht und dabei im Normalfall das Grundstück verlässt. Das Ausführen der Hunde über die Grundstücksgrenzen hinweg stelle eine Leistung mit unmittelbaren Bezug zum Haushalt dar. Das Finanzgericht lies die Revision hiergegen nicht zu. Die vom Finanzamt eingelegt Nichtzulassungsbeschwerde hat der Bundesfinanzhof abgelehnt. Hundehalter, die einen entsprechenden Gassiservice beanspruchen, sollten daher ihre Kosten in der Steuererklärung erst einmal angeben. Wenn das Finanzamt den Abzug ablehnt, sollten Sie gegen diese Einschätzung Einspruch einlegen und sich auf das Urteil (FG Hessen, Urteil vom 1. Februar 2017, 12 K 902/16) berufen.

2.6. Keine haushaltsnahen Dienstleistungen

Nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigen können Sie Nachhilfeunterricht, selbst wenn der Unterricht zuhause angeboten wird. Auch allgemeine Müllgebühren lassen sich nicht berücksichtigen. Ausgeschlossen sind auch Kosten für die Grabpflege. Dies gilt auch für die Kosten des Verwalters der Wohnungseigentümergemeinschaft.

2.7. Berücksichtigung bei Mietern

Auch Mieter können die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigen. Es ist nicht erforderlich, dass die Mieter die Verträge direkt mit dem Dienstleister abgeschlossen haben. Entsprechende Kosten können sich in der Nebenkostenabrechnung finden. Beispiele für Kosten, die der Mieter zu tragen hat, sind Kosten für Gartenarbeiten, den Hausmeister, den Putzdienst, den Winterdienst oder den Schornsteinfeger. Die Kosten müssen für ihre Berücksichtigung aber klar aufgeschlüsselt sein und der Mietwohnung zugeordnet sein. Das Landgericht Berlin entschied, dass Mieter einen Anspruch darauf haben, dass sich aus der Betriebskostenabrechnung die Beträge für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerkosten ermitteln lassen.

Problematisch ist noch, dass im Einkommensteuerrecht das Abfluss- und Zuflussprinzip gilt. Daher sind Kosten und Abrechnungen, die in einem Jahr bezahlt wurden, in der entsprechenden Jahres-Steuererklärung anzugeben. Denkbar ist aber, dass die Betriebskostenabrechnung für das vergangene Jahr noch nicht vorliegt. Dann stellt sich die Frage, wie die entsprechenden Kosten zu berücksichtigen sind. Möglich ist dann, die Kosten in dem Jahr anzusetzen, in dem Sie die Abrechnung erhalten haben. Dies dürfte in aller Regel am praktischsten sein. Alternativ können die Vorauszahlungen angesetzt werden. Zuletzt ist denkbar, die Aufwendungen nachträglich abzurechnen. Das Finanzamt muss ausnahmsweise den Steuerbescheid ändern, selbst wenn die einmonatige Einspruchsfrist abgelaufen ist.

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3. Das sollten Sie unbedingt beachten

Besonders wichtig ist es darauf zu achten, dass Arbeitskosten und andere Kosten in der Rechnung ersichtlich und aufgeschlüsselt sind. Sollte aus der Rechnung die Aufteilung nicht klar hervorgehen, sollten Sie eine neue Rechnung verlangen.

Auch Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft, die die Kosten für den Winterdienst gemeinsam tragen, können diese Kosten steuerlich geltend machen. Voraussetzung ist dann allerdings, dass die insgesamt anfallenden Aufwendungen sauber auf die einzelnen Eigentümer verteilt sind. Deshalb ist darauf zu achten, dass die Aufwendungen in der Jahresabrechnung detailliert aufgeführt und den Wohneinheiten klar zugeordnet sind. Der Verwalter kann dafür eine Bescheinigung ausstellen, welche dann auch beim Finanzamt eingereicht werden kann. Die Tätigkeit des Verwalters gehören jedoch nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen.

Denkbar ist auch, dass die eigenen Kinder die haushaltsnahen Dienstleistungen erbringen. Dann ist für die steuerliche Berücksichtigung mehr zu beachten. Die Kinder dürfen nicht mehr im Haushalt leben. Zudem muss der Vertrag mit dem Kind zivilrechtlich korrekt zustande gekommen sein. Er muss weiterhin so ausgestaltet sein, wie er auch mit einem fremden Dritten vereinbart worden wäre, also fremdvergleichskonform. Ferner müssen die vereinbarten Leistungen auch tatsächlich erbracht werden.

4. Wichtige Steuertipps für haushaltsnahe Dienstleistungen

Die steuerlichen Vorteile von haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie optimal nutzen. Denkbar ist es, die Kosten geschickt über mehrere Jahre aufzuteilen, damit in jedem Jahr die Höchstsumme geltend gemacht werden kann. Überschreiten die Kosten die Höchstbeträge in einem Jahr ist anzudenken, diese ins neue Jahr zu verteilen. Das ist möglich, wenn Sie einen Dienstleister auf mehrere Jahre hinaus beauftragen. Für die steuerliche Berücksichtigung der haushaltsnahen Dienstleistung kommt es nicht auf den Zeitpunkt der Leistungserbringung an, sondern darauf, wann die Überweisung stattfand. Daher könnten entsprechende Zahlungen auch in dem folgenden Jahr erbracht werden, um die Steuerlastsenkung zu oprimieren.

Oft können Aufwendungen sowohl als haushaltnahe Dienstleistung und als Handwerkerleistung Berücksichtigung finden. Um die jeweiligen Höchstbeträge umfassend ausnutzen zu können, sollten Sie daher prüfen, ob sie die Kosten auch als Handwerkerleistungen berücksichtigen können. Lediglich die doppelte Erfassung dergleichen Aufwendung ist nicht möglich. Möglich ist eine differenzierte Zuordnung bei Gartenarbeiten. Im BMF-Schreiben findet sich keine klar Abgrenzung für Hilfe bei Gartenarbeiten. Vielmehr soll die Gartengestaltung unter Handwerkerleistungen fallen. Gartenpflegearbeiten sollen demgegenüber unter haushaltsnahe Dienstleistungen fallen.

Ferner kann es sein, dass Kosten außergewöhnliche Belastungen darstellen. Auch dann sollten Sie eine geschickte Zuordnung vornehmen, um den Höchstbetrag der haushaltsnahen Dienstleistung umfassend auszunutzen. Denkbar ist dies beispielsweise bei Pflegekosten. Entstehen zwangsweise höhere Aufwendungen als bei dem durchschnittlichen Steuerzahler mit vergleichbar hohen Einkünften und in einer vergleichbaren Lebenslage, so stellen diese außergewöhnliche Belastungen dar. Die zumutbare Belastung ist demgegenüber haushaltsnahe Dienstleistung. Entsprechendes gilt auch bei aufgrund eines Hochwassers oder einer andere Katastrophe entstandenen Kosten. Auch dann können sie die zumutbare Belastung als haushaltsnahe Dienstleistung oder Handwerkerleistung berücksichtigen.


Steuerberater für Unternehmer

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der Entwicklung optimaler Gestaltungsmodelle schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 
  2. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  3. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  4. Einkünfte aus Gewerbebetrieb: Mitunternehmerschaften
  5. Homeoffice richtig ansetzen: Homeofficepauschale oder häusliches Arbeitszimmer
  6. Teilbetriebe im Einkommensteuerrecht
  7. Halber Steuersatz für Freiberufler und Gewerbetreibende
  8. Entnahmen im Einkommensteuerrecht
  9. Verlustausgleich für Kommanditisten

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Es gibt viele Gründe für einen Wohnungswechsel. Praktisch ist dabei, dass Sie die Umzugskosten steuerlich absetzen können. Beruflich bedingte Umzugskosten können Sie als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung ansetzen. Bei einem Umzug aus privaten Gründen, können Sie ein Teil der Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Wir erklären wie und an welche Voraussetzungen der Abzug geknüpft ist.

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Unser Video: Homeoffice als Werbungskosten richtig abziehen!

In diesem Video erklären wir, wie Sie Ihr Homeoffice in der Steuererklärung angeben.

Inhaltsverzeichnis


1. Umzugskosten steuerlich absetzen: Voraussetzungen

1.1. Berufliche oder betriebliche Veranlassung

1.1.1. Verkürzter Arbeitsweg

Umzugskosten sind Erwerbsaufwendungen, wenn der Umzug betrieblich oder beruflich veranlasst ist. In bestimmten Fällen können Sie Umzugskosten daher als Werbungskosten geltend machen. Dazu muss der Umzug eine berufliche Veranlassung haben. Diese berufliche Veranlassung liegt vor, wenn der Umzug beispielsweise zu einem verkürzten Arbeitsweg führt. Dabei muss der Umzug zu einer Zeitersparnis für die Wege von Arbeit und zurück von jeweils 30 Minuten führen. Es kommt nicht auf die Länge des Weges an, sondern auf die durch den Umzug gewonnene Zeitersparnis. Dabei müssen Sie den Wohnort nicht zwingend wechseln. Auch innerhalb einer Stadt ist es möglich, Umzugskosten steuerlich abzusetzen. Das betrifft vorallem Umzüge innerhalb von Großstädten wie Hamburg oder Berlin.

Als Fahrtzeit lässt sich der durchschnittliche Wert angeben, der sich über einen üblichen Routenplaner aus dem Internet ermitteln lässt. Ehepartner, die beide berufstätig sind, müssen jeweils ihre einzelnen Arbeitswege betrachten. Gibt es einen gemeinsamen Arbeitsweg ist es nicht möglich, die jeweils eingesparte Zeit zusammenzurechnen, um so auf einen Wert von insgesamt einer Stunde zukommen.

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1.1.2. Wechsel des Arbeitsplatzes

Beruflich veranlasst ist der Umzug auch dann, wenn sich der Arbeitsplatz wechselt und nunmehr in einer anderen Stadt liegt oder, wenn das Unternehmen umzieht und Sie deswegen ebenfalls umziehen.

1.1.3. Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Im Einzelfall erkennt das Finanzamt auch verbesserte Arbeitsbedingungen als berufsbedingten Grund für einen Umzug an. Beispielsweise konnte ein Krankenhausarzt, der aus freien Gründen in die Nähe des Krankenhauses zog, um stationär aufgenommene Patienten leichter betreuen zu können, seine Umzugskosten steuerlich absetzen.

1.1.4. Rückkehr aus dem Ausland

Beruflich bedingt ist auch die Rückkehr aus dem Ausland nach Deutschland, für eine neue Stelle.

1.1.5. Umzug wegen eines Arbeitszimmers

In der Coronapandemie war für viele die derzeitige Wohnung zu klein, weil regelmäßig kein Platz für ein Arbeitszimmer gewesen ist. Einige sind deswegen in eine größere Wohnung gezogen. So auch in einem Fall, den das Finanzgericht Hamburg entschied. Das Finanzamt lehnte ursprünglich ab, die Umzugskosten steuerlich zu berücksichtigen. Das Finanzgericht gab dem Steuerpflichtigen Recht. Das Urteil bezog sich auf die Coronapandemie. Müsste sich jedoch auf andere Lebenssachverhalte übertragen lassen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Gericht ausführte, der Umzug sein dann beruflich veranlasst, wenn er zu einer wesentlichen Erleichterung der Arbeitsbedingungen führt. Dies sei auch anzunehmen, wenn der Umzug erfolgt, um für jeden Ehegatten in der neuen Wohnung ein Arbeitszimmer einzurichten, damit diese im Homeoffice wieder ungestört ihrer jeweiligen Tätigkeit nachgehen können. Das Finanzgericht hat gegen das Urteil des Finanzgericht Revision eingelegt, welche derzeit noch beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängig ist (VI R 3/23).

1.2. Umzugskosten steuerlich absetzen: Beispiele

Als umzugkosten kommen beispielsweise in Betracht:

Es gibt Höchstbeträge für die Berücksichtigung der Nachhilfekosten:

Beginn der UmzugsUnterrichtskosten
ab 1. Juni 20201146 EUR
ab 1. April 20211160 EUR
ab 1. April 20221181 EUR
ab 1. März 2024 1286 EUR

Zu sonstigen Umzugskosten gehören beispielsweise Kosten für die Renovierung der alten Wohnung, Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung, Trinkgelder und Verpflegung für Umzugshelfer, Ändern von Vorhängen, fachgerechtes Anbringen von Lampen, Einbau von Küche und anderen elektrischen Geräten, Umschreiben des Personalausweises, Ummelden des Pkw und die Änderung des Telefonanschlusses.

Die Einrichtung der neuen Wohnung können Sie steuerlich nicht berücksichtigen. Sie gelten als privat veranlasst. Sind Renovierungsmaßnahmen erforderlich, so können 20 Prozent der Lohnaufwendungen und der Fahrtkosten als Handwerkerkosten steuerlich berücksichtigt werden.

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Unser Video: Sonderausgaben + außergewöhnliche Belastungen + Splittingtarif|

In diesem Video erklären wir, was Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen sind.

1.3. Pauschale für Umzugskosten

R 9.9 II LStR 2015 erkennt die nach dem Bundesumzugskostengesetz erstattungsfähigen Kosten als Werbungskosten an. Werden die im Bundesumzugskostengesetz festgelegten Pauschalen eingehalten sind daher keine Einzelnachweise nötig. Ferner ist auch die tatsächlich berufliche Veranlassung der Aufwendung nicht nachzuweisen. Falls aber höhere Aufwendungen als der Pauschalbetrag entstanden sind, so ist der tatsächliche Betrag abzugsfähig. Dies betrifft aber nur Aufwendungen, die den Betriebsausgabenbegriff oder den Werbungskostenbegriff erfüllen. Es erfolgt daher eine Einzelprüfung.

Für diese Umzugskosten gelten diese Pauschalen:

Beginn des UmzugsEine PersonZuschlag für jede weitere Person im HaushaltEhepaar mit zwei Kindern
ab 1. Juni 2020860 EUR573 EUR2579 EUR
ab 1. April 2021870 EUR580 EUR2610 EUR
ab 1. April 2022886 EUR590 EUR2656 EUR
ab 1. März 2024964 EUR643 EUR2893 EUR

Als andere Personen in diesem Sinne gelten Ehepartner, Lebenspartner, die Kinder sowie Stief- und Pflegekinder, die auch nach dem Umzug mit dem Berechtigten in häuslicher Gemeinschaft leben. Partner werden daher genauso wie Kinder behandelt. Es kommt daher nur auf die Anzahl der zusätzlichen Personen im umziehenden Haushalt an.

Haben Berechtigte vor oder nach dem Umzug in keiner eigenen Wohnung gelebt so gilt der Pauschbetrag von EUR 172.

Kommt es innerhalb von fünf Jahren zu zwei beruflich veranlassten Umzügen, so erhöht sich die Umzugspauschale um 50 %. Dafür müssen Sie aber vorher und nachher eine eigene Wohnung haben.

2. Umzugskosten steuerlich absetzen bei Umzug aus privaten Gründen

Auch, wenn der Umzug aus privaten Gründen erfolgte, lassen sich die Kosten steuerlich berücksichtigen. Dazu zählen beispielsweise die Arbeitskosten und Fahrtkosten für eine beauftragte Spedition. Als haushaltsnahe Dienstleistung können pro Jahr EUR 20.000 an Dienstleisterkosten geltend gemacht werden. Das Aufeilungsverbot bei Erwerbsaufwendungen wurde aufgegeben. Deshalb sind auch bei einem privat veranlassten Umzug die anteiligen Kosten für beispielsweise die Arbeitzimmereinrichtung oder die Fachbibilothek zum Abzug zugelassen.

Ein Umzug aus gesundheitlichen Gründen lässt sich als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigen. Die gesundheitlichen Gründe lassen sich durch ein ärztliches Attest nachweisen.

3. Übernahme der Umzugskosten durch den Arbeitgeber

Wechseln Sie den Wohnort wegen des Jobs, so käme auch in Betracht, dass der Arbeitgeber die Umzugskosten übernimmt. Er kann die gesamten steuerlich absetzbaren Kosten lohnsteuerfrei und sozialversicherungsfrei erstatten (§ 3 Nummer 16 EStG). Sie müssen die Erstattung durch den Arbeitgeber daher nicht als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (§ 19 EStG) versteuern. Da Sie die Aufwendungen nicht tragen, können Sie diese aber nicht als Werbungskosten geltend machen.


Steuerberater für Freiberufler und Selbstständige

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Selbstständige spezialisiert. Bei der steuerlichen Berücksichtigung von Aufwendungen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Aufwendungen berücksichtigen

  1. Motorboot steuerlich absetzen
  2. Beitragsvorauszahlungen zur privaten Krankenverischerung als Gestaltungsmodel
  3. Mitgliedsbeiträge und Spenden steuerlich absetzen
  4. Fortbildungskosten und Weiterbildungskosten steuerlich berücksichtigen

Selbstständigkeit

  1. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
  2. Steuerliche Folgen der Scheinselbstständigkeit
  3. Zahlung des Solidaritätszuschlags
  4. Steueroptimierungen für Ärzte
  5. Erfolgsabhängige Vergütungen für Rechtsanwälte
  6. Steuerfreiheit des Trinkgelds

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Das deutsche Steuerrecht kennt grundsätzlich eine klare Unterscheidung zwischen selbstständigen und nichtselbstständigen Tätigkeiten. Dies wird neben dem Einkommensteuergesetz (EStG) beispielsweise auch aus § 2 Absatz 2 UStG deutlich. Die Grenzen können im Einzelfall jedoch verschwimmen, sodass Finanzamt und Sozialversicherungsträger von einer sogenannten Scheinselbständigkeit ausgehen. Sie hat mitunter schwerwiegende Konsequenzen.

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Unser Video: Halber Steuersatz für Selbständige

In diesem Video erklären wir, wie Selbständige beim Verkauf ihres Unternehmens den individuellen Steuersatz halbieren können!

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1. Grundsatz: Wann liegt eine Scheinselbständigkeit vor?

Wie der Name bereits sagt, handelt es sich bei der Scheinselbständigkeit um eine grundsätzlich unternehmerische Tätigkeit, die aber nur zum Schein tatsächlich selbstständig ausgeübt wird. Man könnte hier auch von „arbeitnehmergleichen Selbständigen“ sprechen. Der Gesetzgeber geht immer dann von einer Scheinselbständigkeit aus, wenn nach der individuellen Ausgestaltung des Dienstverhältnisses mehr Punkte für eine Arbeitnehmer- als für eine unternehmerische Tätigkeit sprechen.

Der bislang selbstständige Unternehmer wird dann gegebenenfalls rückwirkend als Arbeitnehmer behandelt.

Literatur, Verwaltung und Rechtsprechung haben diverse Prüfkriterien ausgearbeitet. Anhand derer kann festgestellt werden, ob eine natürliche Person tendenziell eher angestellt ist oder eine unternehmerische Tätigkeit ausübt. Einige dieser Kriterien sind beispielsweise:

Bei jedem Prüfkriterium der Scheinselbständigkeit handelt es sich lediglich um Indizien, die die Behörden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung würdigen. Schließlich treffen viele Punkte, etwa die „Solo-Tätigkeit“ oder das überwiegende Arbeiten für einen Auftraggeber, auf viele Unternehmerinnen und Unternehmer zu.

2. Steuerliche Folgen der Scheinselbständigkeit

Das Steuerrecht kennt erhebliche Unterschiede zwischen Arbeitnehmern und selbstständig Tätigen. Denn während die Unternehmerin eigenverantwortlich handelt und über ihre Leistungen abrechnet, erhält der Arbeitnehmer ein festes Gehalt. Letzterer ist außerdem weisungsgebunden und entsprechend in das Unternehmen des Arbeitgebers eingegliedert. Auch dies ist bei unternehmerischen Tätigkeiten nicht der Fall, da grundsätzlich kein Hierarchieverhältnis zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer besteht.

Wird eine Scheinselbständigkeit vom Finanzamt festgestellt, führt dies üblicherweise zu einer vollständigen Umqualifizierung der Tätigkeit. Während die Folgen für die Zukunft einkalkulierbar sind, treten besonders die Auswirkungen für die Vergangenheit in den Vordergrund. Betroffen sind dabei insbesondere folgende Steuerarten:

Schauen wir uns die einzelnen Steuerarten und die diesbezüglichen Auswirkungen einer Scheinselbständigkeit also etwas genauer an.

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2.1. Einkommensteuer und Lohnsteuerabzug

Während Unternehmerinnen und Unternehmer Einkünfte nach den §§ 13, 15 und 18 EStG erzielen, stellen Arbeitsentgelte Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit im Sinne des § 19 EStG dar. Für derartige Bezüge hat der Arbeitgeber die Pflicht, Lohnsteuer einzubehalten und an das zuständige Finanzamt abzuführen. Die Höhe der Lohnsteuer bemisst sich dabei nach den sogenannten ELStAM, den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen.

In Fällen einer Scheinselbständigkeit hat der Arbeitgeber bisher keine entsprechenden Zahlungen geleistet. Das Finanzamt wird ihn daher per Haftungsbescheid (§ 191 AO) auffordern, die Lohnsteuer nachzuzahlen – maximal aber für das aktuelle Kalenderjahr.  
Da der Arbeitgeber die Lohnsteuer für Rechnung des Arbeitnehmers einbehält, erfolgt eine entsprechende Verrechnung im Einkommensteuerbescheid. Auch diese Bescheide müssen für die betroffenen Jahre geändert werden. Die vom Arbeitgeber rückwirkend abgeführte Lohnsteuer wird hier mit der tatsächlichen Steuerschuld und den bereits geleisteten Zahlungen des Selbständigen verrechnet. So ergibt sich entweder eine Erstattung oder eine Nachzahlung.

Hintergrund dieser mehr oder weniger beschränkten Nachzahlungsverpflichtung ist, dass die Lohnsteuer nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer ist. Der Scheinselbständige hat, indem er seine Einkünfte beim Finanzamt erklärte, seine Steuerschulden bereits getilgt. Es würde daher keinen Sinn machen, den Arbeitgeber für die Lohnsteuer der Vergangenheit erneut in Anspruch zu nehmen.

2.2. Gewerbesteuerliche Folgen der Scheinselbständigkeit

Handelt es sich beim Unternehmer um einen Gewerbetreibenden im Sinne des § 15 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG, unterlag er mitunter der Gewerbesteuer. Kommt es nun zu einer rückwirkenden Einstufung als Arbeitnehmer, ist eine entsprechende Änderung der Gewerbesteuerbescheide erforderlich. Denn mangels Gewerbebetriebes konnte auch in der Vergangenheit keine Gewerbesteuerpflicht nach § 2 Absatz 1 GewStG bestehen.

In der Regel stellt die Feststellung der Scheinselbständigkeit eine neue Tatsache im Sinne des § 173 AO dar. Nach dieser Vorschrift ist eine Aufhebung der Gewerbesteuerbescheide aber nur möglich, wenn den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden am nachträglichen Bekanntwerden der Tatsache trifft. Es kommt also im Einzelfall darauf an, ob der Scheinselbständige erkennen konnte und musste, dass er „nur auf dem Papier“ als Unternehmer tätig wird, tatsächlich aber in einem Arbeitsverhältnis steht.

Ist eine Aufhebung möglich, zahlt die Kommune die erhaltene Gewerbesteuer zurück. Gleichzeitig ist eine entsprechende Änderung der Einkommensteuerbescheide, in denen die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet wurde, erforderlich (§ 35 EStG).

2.3. Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug

Auch das Umsatzsteuerrecht kennt in § 2 Absatz 2 UStG eine Definition der Arbeitnehmertätigkeit. Diese ist bei Scheinselbständigen in der Regel erfüllt, sodass rückwirkend keine Unternehmereigenschaft im Sinne des Absatzes 1 mehr vorliegt. Alle umsatzsteuerlich relevanten Handlungen der Unternehmerin oder des Unternehmers sind dann auf den sprichwörtlichen Prüfstand zu stellen.

Grundsätzlich können umsatzsteuerliche Nichtunternehmer keine wirksamen Rechnungen mit Steuerausweis stellen, da in § 1 Absatz 1 Nummer 1 UStG stets eine Unternehmereigenschaft vorausgesetzt wird. Da der Scheinselbständige die Umsatzsteuer aber einbehalten und ans Finanzamt abgeführt hat, ergeben sich, wenngleich die Steuerbeträge nun nach § 14c UStG geschuldet werden, in der Regel keine steuerlichen Änderungen.

Anders sieht es allerdings beim Vorsteuerabzug nach § 15 UStG aus. Denn nur gesetzlich geschuldete Steuerbeträge sind – auch hier wieder nur durch einen Unternehmer – als Vorsteuer abziehbar. Das bedeutet

Gerade im Bereich der Vorsteuer sind die Folgen einer Scheinselbständigkeit daher mitunter gravierend.

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3. Die Strafbarkeit von Scheinselbständigkeit

Grundsätzlich machen sich Unternehmer, die einem Beschäftigten den falschen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Status zuweisen, nicht unmittelbar hierdurch strafbar. Eine Strafbarkeit kann sich aber aus den entsprechenden Folgen, insbesondere der fehlenden Abführung von Steuern und Sozialabgaben, ergeben:

Beim Veruntreuen von Arbeitsentgelt droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Arbeitgeber und Arbeit- beziehungsweise Auftragnehmer sollten daher in zweifelhaften Fällen mithilfe eines Statusfeststellungsverfahrens der Rentenversicherung prüfen lassen, ob eine unternehmerische oder abhängige Tätigkeit vorliegt. So gehen beide Seiten auf Nummer sicher.

Steuerberater für Unternehmenssteuerrecht

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  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen)
  2. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)
  3. Strategische Beratung bei Kapitalgesellschaften (Erwerb eigener Anteile, disquotale Gewinnausschüttung, Organschaft, Holdingstrukturen)
  4. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)
  5. Geschickte Ausübung des Zuordnungswahlrechts bei gemischt genutzten Wirtschaftsgütern im Umsatzsteuerrecht

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Der Solidaritätszuschlag steht erheblich in Kritik. Derzeit ist noch ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anhängig. Zuletzt wollte der Bund der Steuerzahler in einem Musterprozess vor dem Bundesfinanzhof eine Vorlage an das BVerfG erreichen. Die Vorlage wurde jedoch abgelehnt. Wir gehen auf die unterschiedlichen Argumente für und gegen den Solidaritätszuschlag ein und erklären wer ihn derzeit noch zahlen muss.

Unser Video: Bundesfinanzhof: Ablauf der FG-Klage und der Revision beim BFH

Wir erklären, wie das Verfahren im finanzgerichtlichen Prozess abläuft.

Inhaltsverzeichnis


1. Der Solidaritätszuschlag

1.1. Einführung des Solidaritätszuschlags

Der Solidaritätszuschlag wurde 1991 befristet auf ein Jahr eingeführt. Er sollte der Finanzierung der Kosten des zweiten Golfkriegs und der Förderung von Staaten in Mitteleuropa und Osteuropa dienen.  

In den folgenden drei Jahren wurde die Ergänzungsabgabe ausgesetzt. Doch seit 1995 erhebt der Fiskus sie als unbefristeten Aufschlag auf die zu zahlende Einkommensteuer. Begründet wurde die Wiedereinführung mit den dauerhaften Lasten der Wiedervereinigung Deutschlands. Mit dem Solidarpakt einigten sich Bund und Länder, die neuen Bundesländer im Rahmen des Länderfinanzausgleichs besonders zu unterstützen, um das wirtschaftliche Niveau von Ostdeutschland und Westdeutschland anzunähern. Im Gegensatz zum Solidarpakt II, der Ende 2019 auslief, ist der Solidaritätszuschlag zeitlich unbefristet. Im Jahr 2019 erzielte der Bund damit 19,6 Milliarden Euro, die ihm allein zustehen. 

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1.2. Wer muss den Solidaritätszuschlag noch zahlen?

Dennoch hat der Bundestag am 14.11.2019 das Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags beschlossen. Deswegen zahlen 90 Prozent derjenigen, die den Solidaritätszuschlag ursprünglich zahlen mussten, seit 2019 keinen Solidaritätszuschlag mehr.

Für einen Teil der Bevölkerung bleibt der Solidaritätszuschlag jedoch. Weiterhin müssen Steuerpflichtige, deren tarifliche Einkommensteuer im Jahr ursprünglich mehr als EUR 16 956 (bei Verheirateten EUR 33 912) beträgt, Solidaritätszuschlag zahlen. Dieser jährliche Freibetrag ist im Jahr 2023 auf EUR 17 543 beziehungsweise EUR 35 086 für Verheiratete angehoben worden.

Dazu wurde auch eine sogenannte Milderungszone eingeführt. Das führt dazu, dass der Solidaritätszuschlage mit steigender Einkommensteuerschuld anwächst bis er dann den vollen Satz von 5,5 Prozent erreicht. Die Milderungszone geht von dem Freibetrag (EUR 17 543) bis zur Einkommensteuerschuld von EUR 31 528.

Rund 3,5 Prozent überschreiten auch diese Milderungszone und müssen daher den Solidaritätszuschlag in voller Höhe zahlen. Nach Berechnung des Bundesfinanzministeriums (BMF) ist das der Fall, wenn 2022 das zu versteuernde Einkommen über EUR 96.409 (Alleinstehende) beziehungsweise EUR 192.818 (Verheiratete) liegt. Das entspricht einem Bruttoverdienst eines Alleinstehenden von gut  EUR 110.500.   

Zudem fällt auf Kapitaleinkünfte weiterhin Solidaritätszuschlag an. Bis zu dem Sparerpauschbetrag von EUR 1 000 im Jahr fällt keine Steuer an. Überschreiten die Kapitalerträge diesen Sparerfreibetrag beziehungsweise den bei der Bank eingereichten Freistellungbetrag, musss die Bank in Deutschland 25 Prozent Kapitalertragsteuer und den Solidaritätszuschlag einbehalten und an das Finanzamt abführen. Der Solidaritätszuschlag beträgt dabei immer 5,5 Prozent der abzuführenden Abgeltungsteuer. Es gibt daher keine Milderungszone.

Ebenfalls müssen körperschaftsteuerpflichtige Rechtssubjekte Solidaritätszuschlag zahlen. 

Wie hoch der Solidaritätszuschlag ausfällt, können Sie auf der Homepage des BMF nachrechnen.

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1.3. Verfahren zur Einbehaltung

Bei Arbeitnehmern führt der Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren auch den Solidaritätszuschlag ab. Ursprünglich wurde bei sonstigen Bezügen, wie Urlaubsgeld, Jahresboni und Abfindungen die Freigrenze nicht berücksichtigt. 2021 änderte sich dies, so dass nunmehr die Arbeitgeber auch für die sonstigen Bezüge die jährliche Freigrenze beachten müssen. Bei einem durchschnittlich verdienenden Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber daher während des Jahres keinen Solidaritätszuschlag vom Lohn einbehalten. Dann ist eine Steuererklärung seitens des Arbeitsnehmers allein, um den Solidaritätszuschlag rückerstatten zu lassen nicht nötig. Allein, wenn der Bruttoverdienst jährlich über EUR 110.500 beträgt, wird Solidaritätszuschlag abgeführt.

Bei Kapitalerträgen hält die Bank auch den Solidaritätszuschlag ein. In einem anderen Beitrag haben wir erklärt, wann es bei Kapitalerträgen sinnvoll ist, die Steuererklärung auszufüllen.

2. Kritik am Solidaritätszuschlag

An dem Solidaritätszuschlag wird viel Kritik geübt. Im Kern dreht sich die Kritik darum, dass der Solidaritätszuschlag als Finanzierungsquelle in Notlagen zeitlich begrenzt ist und die Rechtfertigung deswegen entfallen ist, weil die derzeitige Ausgestaltung gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt. Zudem stellt sich die Frage, ob dem Bund überhaupt die Gesetzgebungskompetenz zusteht.

3. Anhängige Verfahren

Der Solidaritätszuschlag wird auf dem Einkommensteuerbescheid immer mit einem Vorläufigkeitsvermerk versehen. Das Finanzamt zieht ihn daher nur unter dem Vorbehalt ein, dass er vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) als verfassungskonform bestätigt wird. Das Bundesfinanzministerium hat in einem Schreiben vom 04.01.2021 die Finanzämter dazu verpflichtet, den bisherigen Vorläufigkeitsvermerk in den Steuerbescheiden zu erweitern. Sie als Steuerpflichtiger hingegen müssen nicht selbst tätig werden. Vielmehr können Sie die Entscheidung des BVerfG abwarten. Eine etwaige Erstattung erfolgt dann automatisch 

Im Veranlagungsjahr 2002 wurde die erste Verfassungsbeschwerde gegen den Solidaritätszuschlag eingelegt. Erst kürzlich, am 30.01.2023 entschied der Bundesfinanzhof über die Revision eines Ehepaares mit Unterstützung durch den Bund der Steuerzahler. Dabei beurteilte er den Solidaritätszuschlag als noch nicht verfassungswidrig (Aktenzeichen: IX R 15/29). Die Entscheidung deutet aber darauf hin, dass der Zuschlag nicht in aller Ewigkeit weiter erhoben werden kann. Anhängig vor dem BVerfG ist aber noch ein weiteres Verfahren.


Steuerberater für Unternehmen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Beratung im Rahmen der laufenden Steuerberatung spezialisiert sowie die Entwicklung des optimalen Gestaltungsmodels. Dabei schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Kapitalertragsteuer mit einer Familien-Stiftung in Liechtenstein vermeiden
  2. Befreiung von der Kapitalertragsteuer, Anrechnung der Kapitalertragsteuer auf die Einkommensteuer
  3. Bewertung von Wirtschaftsgütern nach § 6 BewG
  4. Maßgeblichkeitsprinzip im Steuerrecht
  5. Bilanzierung nach IFRS

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Ärzte unterliegen als Unternehmer gewissen berufsrechtlichen Restriktionen, die ihnen bei der Steueroptimierung im Wege stehen. So können etwa Ärzte als Einzelpersonen keine GmbH gründen. Deshalb wollen wir nun einige Beispiele anführen, wie Ärzte zumindest privat Steuern sparen können. Dazu empfehlen wir einerseits die Familien-GbR für die Vermietung von Immobilien. Weiterhin weisen wir auf die besonderen Steuervorteile hin, die denkmalgeschützte Immobilien bieten. Andererseits sind für Ärzte möglicherweise auch Familienstiftungen von Interesse. So kann man etwa mit einer Familienstiftung die Vermietung von kostspieligen Geräten an die eigene Praxis vornehmen und Steuern sparen. Ein besonderes Augenmerk haben wir bei unseren vorgestellten Gestaltungsempfehlungen auf die Vermögensnachfolge gerichtet. Denn auch hierbei besteht beträchtliches Steuersparpotential.

Unser Video:
Welche Steuersparpotentiale haben Ärzte?

In diesem Video erklären wir, wie insbesondere Ärzte beruflich und privat Steuern sparen können.

Inhaltsverzeichnis


1. Wie Ärzte privat Steuern sparen können – Einleitung

Ärzte gehören zu einer Berufsgruppe, deren Vertreter oft ein hohes Einkommen erzielen. Zwar haben sie darauf auch Steuern mit dem Spitzensteuersatz zu zahlen, doch oft bleibt am Ende trotzdem noch mehr, als für einen gehobenen Lebensstandard erforderlich ist, übrig. Darum ist es kein Wunder, wenn Ärzte ihre Überschüsse in weitere Wertanlagen investieren und kontinuierlich Vermögen aufbauen.

Wenn Ärzte aber schon bei der Besteuerung ihrer beruflichen Einkünfte kaum Möglichkeiten haben, um Steuern zu sparen, sollten sie doch wenigstens auf ihre anderen privaten Einkünfte möglichst wenig Steuern zahlen müssen. Schließlich sind sie, was ihre unternehmerischen Einkünfte betrifft, schon durch die Einschränkungen, die ihnen das Berufsrecht bei der Ausgestaltung ihrer unternehmerischen Rechtsform auferlegt, benachteiligt. Erleichtern wir ihnen also in dieser Hinsicht das Leben. Deshalb zeigen wir in diesem Artikel, wie Ärzte privat Steuern sparen können.

2. Wie Ärzte privat Steuern sparen: zwei Hauptaspekte

Um den Umfang dieser Einführung in die Besteuerung anderer als der freiberuflichen Einkünfte von Ärzten zu optimieren, heben wir zwei Bereiche besonders hervor.

Einerseits soll es in unserem Artikel um Gestaltungen rund um die Besteuerung von Immobilien gehen. Denn mit einem Monatseinkommen von mehreren Tausend Euro brutto ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Ärzte für den Erwerb von Immobilien interessieren. Naturgemäß genießt dabei das Eigenheim Priorität. Wenn eine solche Privatimmobilie aber bereits vorhanden ist, folgen oft weitere, die Ärzte dann vermieten.

Andererseits möchten wir die Aufmerksamkeit unserer Leser auf die vielen Vorteile einer Familienstiftung richten. Denn eine Familienstiftung kann über einige steuerliche Vorteile hinaus auch auf andere Fragen die perfekte Lösung oder Ergänzung sein. Selbst im Hinblick auf die Vermietung von Immobilien offenbaren sich dabei besondere Chancen.

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3. 2 Tipps für Ärzte, die mit Immobilien Steuern sparen möchten

Beginnen wir mit dem für viele Menschen vertrauteren Thema, nämlich der Vermietung von Immobilien. Dabei stellt sich gleich zu Anfang die Frage, ob man gewerbliche Immobilien in die Betrachtungen mit einschließen möchte, oder, ob man Wohnimmobilien bevorzugt. Schließlich bedarf es zum Teil spezieller Kenntnisse, wenn man eine gewerbliche Immobilie vermietet. Weiterhin geht die gewerbliche Vermietung meist mit umsatzsteuerlichen Aspekten einher. Da Ärzte aber selten über viel Zeit verfügen, könnte die Umsatzbesteuerung als Nebenfaktor zur Vermietung sicherlich einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand bedeuten, den sich Ärzte dann wohl eher ersparen möchten. Selbst wenn sie die Finanzbuchhaltung ihren Steuerberatern überlassen, so müssen sie sich doch zumindest eingangs über die vielfältigen Bedingungen rund um die Umsatzsteuer bei der Vermietung gewerblicher Immobilien informieren. Doch muss man im Voraus sorgfältig abwägen, denn auch gewerbliche Immobilien haben ihre steuerlichen Reize.

Viel leichter haben es Ärzte hingegen mit der Vermietung von Wohnimmobilien. Da hierbei keine Umsatzsteuer anfällt, bleibt nur die Besteuerung der Mieteinkünfte im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer. Deshalb blicken wir nun auf einige ausgewählte Möglichkeiten, mit denen Ärzte privat Steuern sparen können, wenn sie Wohnimmobilien vermieten.

3.1. Tipp 1: Steuern sparen für Ärzte mit einer Familien-GbR

Dazu bietet sich einerseits die Gründung einer Familien-GbR an. Wenn Ärzte bereits über einen bestimmten Immobilienbestand in ihrem Vermögen verfügen, dann ist dies ein günstiger Ansatz, um einerseits steuerlich von einem erhöhten Abschreibungsvolumen zu profitieren, andererseits aber auch, um die Vermögensnachfolge zu optimieren. Dazu gründen sie zunächst eine Familien-GbR. Der Vorteil hierbei ist, dass dies praktisch formlos und somit sehr rasch möglich ist. Mitgesellschafter sind einerseits die Eltern, andererseits aber auch ihre Kinder. Anschließend verkaufen die Eltern ihre Immobilien an die Familien-GbR. Im Gegenzug erhalten sie statt der Auszahlung des möglichst hohen, aber realistischen Kaufpreises eine Kaufpreisforderung. Man kann dies auch als eine Art Darlehen betrachten. Dieser verursacht tatsächlich auch Zinskosten, die die Familien-GbR zu tragen hat. Außerdem tilgt die Familien-GbR mit ihren Mieteinnahmen diese Kaufpreisforderung laufend.

Der Steuervorteil liegt nun darin, dass die Eltern die Tilgungszahlungen steuerfrei erhalten. Außerdem gilt für die Eltern, dass sie statt dem Spitzensteuersatz von 42 % auf ihre Mieteinkünfte nun nur noch 25 % Kapitalertragsteuer auf ihre Zinsen zahlen müssen. Die Gesellschafter der Familien-GbR profitieren hingegen von der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Zinskosten sowie von der Abschreibung. Letztere ist durch den Verkauf der Immobilien sogar besonders vorteilhaft, weil sich jetzt die Höhe der Abschreibung nach den aktuell gestiegenen Immobilienwerten richtet, die man im Kaufpreis selbstverständlich berücksichtigt.

Fast schon als bloßen Nebeneffekt kann man dabei die erbschaft- und schenkungsteuerfreie Übertragung des Immobilienvermögens auf die eigenen Kinder auffassen. Auch hierbei spart man später Steuern.

3.2. Tipp 2: Steuern sparen für Ärzte mit denkmalgeschützten Immobilien

Das zweite Steuergestaltungsmodell, das wir Ärzten, die Immobilien zu erwerben beabsichtigen, empfehlen möchten, rückt denkmalgeschützte Immobilien in den Fokus des Interesses. Denn denkmalgeschützte Immobilien haben den Vorteil, dass sie steuerlich stark subventioniert sind. Zwar muss man dabei eine Reihe besonderer Auflagen im Hinblick auf die Erhaltung des Baudenkmals erfüllen, aber das ist oftmals ohnehin eine wesentliche Intention von Personen, die sich für solche altehrwürdigen oder auf andere Weise besonderen Gebäude interessieren. Außerdem lässt sich dies dann auch bei der Festlegung der Miete finanziell vorteilhaft ansetzen. Der Steuervorteil ist jedoch in der deutlich erhöhten Abschreibung begründet. Dadurch kann man sich den Kaufpreis sowie eventuelle Baumaßnahmen über die eingesparte Steuern vom Staat schneller zurückholen. Folglich ist der Erwerb der nächsten Immobilie deutlich schneller realisierbar, als bei gewöhnlichen Immobilien.

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4. 2 Tipps für Ärzte durch Nutzung von Familienstiftungen

Den zweiten Teil unserer Empfehlungen haben wir dem Themenkomplex Familienstiftung reserviert. Gewiss, Stiftungen sind in Deutschland in erster Linie in ihrer gemeinnützigen Form bekannt. Daneben gibt es aber auch die Familienstiftung, die für die Bedürfnisse von im Voraus genau bestimmten Personen sorgen sollen, meist also den Familienangehörigen der Stifter. Dies wollen auch wir nun nutzen.

4.1. Tipp 1: Familienstiftung vermietet Immobilien

Zunächst können wir die Gestaltung, die wir vorhin mit der Familien-GbR vorgestellt haben, auch mit einer Familienstiftung duplizieren. Anstelle der Familien-GbR tritt hier also die Familienstiftung. Auf diese Weise kann man sowohl Steuern sparen, indem man Vermietungseinkünfte in steuerlich vorteilhaftere Zinseinkünfte umwandelt, als auch über die Tilgung regelmäßige steuerfreie Erträge erhalten.

Doch auch hier steht die steueroptimierte Vermögensnachfolge an erster Stelle. Denn eine Stiftung ist ein zweckgebundenes, verselbständigtes Vermögen, dass keine Eigentümer kennt. Daher fällt auf sie keine Erbschaftsteuer an, denn eine Stiftung ist auf Dauer und somit generationenübergreifend ausgelegt. Deshalb hat der Gesetzgeber in Deutschland eine Erbersatzsteuer eingeführt, die alle 30 Jahre zu einer Besteuerung des Vermögens von Stiftungen führt. Darum empfehlen wir zur Vermeidung der Erbersatzsteuer eine Familienstiftung in Liechtenstein zu errichten. Denn dort ist eine Erbersatzsteuer oder eine vergleichbare Steuer unbekannt.

4.2. Tipp 2: Familienstiftung vermietet Geräte und andere Wirtschaftsgüter an die Praxis

Noch interessanter für Ärzte, die mit einer Familienstiftung Steuern sparen möchten, ist der Erwerb aller Wirtschaftsgüter der eigenen Praxis. Diese vermietet sie dann an die Praxis und erhält dafür entsprechend hohe Mietzahlungen. Der Vorteil hierbei ist einerseits, dass die Miete den steuerpflichtigen Gewinn der Praxis reduziert, sodass Ärzte hierdurch privat bei ihren Steuern sparen können. Andererseits kann die Familienstiftung auch hier wieder Abschreibungen vornehmen, um ihren eigenen Gewinn, und damit auch ihre Steuern, zu optimieren. Das ist insbesondere bei kostspieligen Geräten, wie etwa bei Computertomographen oder der Ausstattung von Augenärzten, besonders interessant.

Außerdem kann man neben der Vermietung der Praxiseinrichtung auch Autos über die Familienstiftung erwerben und an die Ärzte privat vermieten, denn auch das hilft Steuern sparen. Und zwar, weil nämlich ein Auto einerseits wiederum Abschreibungsvolumen generiert, andererseits als Gegenstand des täglichen Gebrauchs jederzeit steuerfrei verkauft werden kann. Letzteres bedeutet, dass jeglicher Gewinn aus dem Verkauf des Autos für die Familienstiftung steuerfrei bleibt. Also bietet sich dieses Gestaltungsmodell besonders für hochwertige Autos an, deren Wert, dem Trend entgegen, zu- statt abnimmt.

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Steuergestaltungen für Ärzte

In diesem Video erklären wir unter anderem, wie angehende Ärzte bereits im Studium den Grundstein für steuerliche Optimierungen legen.

5. Wie Ärzte privat Steuern sparen können – Fazit

Selbstverständlich gibt es neben den hier vorgestellten Empfehlungen auch noch viele weitere, die gerade für Ärzte, die privat Steuern sparen möchten, von Interesse sein dürften. Zum Beispiel könnte man hier Überlegungen mit einfließen lassen, wie sich die Gestaltung mit der Familienstiftung um eine Kapitalgesellschaft erweitern ließe. Jedenfalls steht Ärzten auf privater Ebene eine deutlich breitere Auswahl an steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, als auf unternehmerischer Ebene. Und diese Möglichkeiten sollten sie daher auch entsprechend nutzen.

Wenn also auch Sie eine speziell auf Ärzte ausgerichtete Steuerberatung wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein umfassendes Konzept, mit dem Aie Ihre Steuern optimieren können, gleichzeitig aber auch für Ihre Familie generationenübergreifend Vorsorge treffen. Finden Sie den richtigen Weg, indem Sie den ersten Schritt tun: rufen Sie uns an!


Steuerberater für vermögende Privatpersonen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Immobiliensteuerrecht spezialisiert. Bei der Besteuerung ihrer Vermietungseinkünfte schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Immobilien

  1. Erfahrungswertgestützte Empfehlungen zum Erwerb der ersten Immobilie
  2. Zielgerichtete Beratung zur neuen Grundsteuer
  3. Optimierte Nutzung der Steuervorteile einer Immobilien-GmbH
  4. Proaktive Beratung zum steueroptimierten Verkauf von Immobilien 
  5. Detaillierte Informationen zu den Steuervorteilen von denkmalgeschützten Gebäuden

Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten bei der Finanzbuchhaltung
  2. Professionelle Erstellung aller Steuererklärungen

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Fachreferent beim Steuerberaterverband für Immobiliensteuerrecht

Seit 2014 sind die Partner unserer Kanzlei regelmäßige Fachreferenten des Steuerberaterverbands Köln. Dabei besuchen circa 1.500 Steuerberater pro Jahr unsere Seminare. Wegen der hohen Nachfrage stellen wir Ihnen unsere Präsentation zu „Immobilien im Steuerrecht“ gerne kostenlos zum Download zur Verfügung:

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Motorboote kosten eine Menge Geld. Praktisch wäre es daher diese Summe steuerlich absetzen zu können. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, wann Sie Aufwendungen für ein Motorboot steuerlich absetzen können. Die Voraussetzungen erklären wir im Folgenden.

Unser Video: Geniale Gestaltung mit Familienstiftung

Wir klären, wie Sie mit einem Auto oder Motorboot und einer Familienstiftung Steuern sparen.

Inhaltsverzeichnis


1. Erwerbsaufwendungen: Motorboot steuerlich absetzen

Erwerbsaufwendungen mindern die Steuerlast. Die gesetzlichen Regelungen dazu, wie die Kosten für Wirtschaftsgüter, Dienstleistungen oder sonstiges steuerlich geltend gemacht werden können, finden sich in den §§ 4, 9 EStG. Die Erwerbsaufwendungen unterscheiden sich zwischen Betriebsausgaben und Werbungskosten. Über § 9 Absatz 5 EStG gelten die Abzugsbeschränkungen für Betriebsausgaben des § 4 Absatz 5 EStG auch für die Werbungskosten. Zudem gelten für Körperschaften, die der Körperschaftsteuer unterliegen, ebenfalls die Abzugsbeschränkungen, die im Einkommensteuergesetz geregelt sind (§ 8 Absatz 1 KStG). Für Segeljachten oder Motorjachten gibt es in dem § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 4 EStG ein Abzugsverbot.

2.  Fall vor dem BFH

Der BFH musste über den Fall eines Arztes entscheiden. Ein Arzt erzielt Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 19 EStG) oder – als angestellter Arzt – Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (§ 18 EStG). Im konkreten Fall wohnte der Arzt auf dem Festland. Er arbeitete aber in einer Klink auf einer Insel. Um zu seiner Arbeitsstelle zu kommen, fuhr er mit seinem Motorboot. Dadurch reduzierte sich der Arbeitsweg erheblich im Vergleich zur Fahrt mit der Fähre. Das Finanzamt versagte den Werbungskostenabzug unter Berufung auf den § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 4 EStG. Nach erfolglosem Einspruch und erfolgloser Klage vor dem Finanzgericht gab der BFH der Revision des Steuerpflichtigen statt. 

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3. Motorboot steuerlich absetzen: Voraussetzungen

3.1. Motorboot steuerlich absetzen als Weg zwischen Wohnung und Betriebsstätte

Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte beziehungsweise Arbeitsstätte, die mit dem eigenen Motorboot zurückgelegt werden, sind nicht generell vom steuerlichen Abzug ausgeschlossen. Zwar legt der Wortlaut des § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 4 EStG einen entsprechenden Aufwendungsausschluss nahe. Jedoch dient die Fahrt dazu, zur Arbeit zu gelangen. Aufwendungen für Fahrten zwischen Betriebsstätten sind aber nicht deswegen vom Abzug ausgeschlossen, weil sie mit einem Motorboot zurückgelegt werden. Für diese Fahrten angefallene Kosten sind nicht als Aufwendungen für Segeljachten oder Motorjachten zu werten, sondern als Fahrtkosten.

Dem Abzugsverbot unterfallen nur Aufwendungen für Segeljachten oder Motorjachten, die einer sportlichen Betätigung, der Unterhaltung von Geschäftsfreunden, der Freizeitgestaltung oder der Repräsentation dienen. Deswegen hängt die Anwendbarkeit des Abzugsverbots nicht von der Art des Wasserfahrzeugs, sondern von dessen konkreter Bestimmung ab. Dabei kann aber die konkrete Bestimmung durch den Typ des Motorboots indiziert sein. Dass Boote regelmäßig zu Freizeitzwecken verwendet werden, schließt einer anderweitige Nutzung nicht aus. 

Nach dem Verständnis des BFH versteht sich eine Jacht als ein Wasserfahrzeug, das zu Zwecken des Sports, der Freizeitgestaltung oder auch der Repräsentation genutzt wird. Ob ein Boot zu solchen Zwecken genutzt wird ist auch anhand der äußeren Umstände zu ermitteln. Das Erscheinungsbild des Fahrzeugs kann im Einzelfall dafür sprechen, dass es zu Repräsentationszwecken bestimmt ist. Deswegen kann auch ein Boot des Typs, wie es für Motorbootrennen verwendet wird, auf seine ausschließliche Bestimmung zu sportlichen Zwecken schließen lassen. Für Repräsentationsaufwendungen kommt es auch auf die Länge des Bootes an. Eine Nutzung zu beruflichen Zwecken kann sich insbesondere aus dem Zweck ergeben, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter in möglichst kurzer Zeit von einem Ort zum Ort mit einem serienmäßigen vergleichsweise preiswerten Bootstyp zu gelangen.

3.1. Abzugsbeschränkung

Dient das Boot sowohl beruflichen als auch schädlichen Zwecken, so können Sie bei gemischter Nutzung nur solche Ausgaben nicht für das Motorboot steuerlich absetzen, die einer Nutzung des Fahrzeugs zu schädlichen Zwecken dienen. Die gemischte Nutzung hat daher kein gesamtes Abzugsverbot zur Folge. Die abziehbaren und die, durch die private Nutzung verursachten, nicht abziehbaren Kosten sind, wie bei der Nutzung eines Kraftfahrzeugs voneinander abgrenzbar. Deswegen gilt auch das Abzugsverbot des § 12 Nummer 1 EStG nicht.

Wären nun aber die Kosten für den Weg mit einem Motorboot uneingeschränkt abzugsfähig, so wären die Kosten im größeren Maße zum Abzug zugelassen als für Fahrten mit Kraftfahrzeugen. Deswegen sind die Kosten auf bei Motorbooten nicht uneingeschränkt abziehbar. Vielmehr gelten die Abzugsbeschränkung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte analog. Damit findet die 1-Prozent-Regel, die Fahrtenbuchmethode oder auch die EUR 0,30 pro Kilometer Regelung Anwendung. Wie Sie den Abzug ohne die 1-Prozent-Regel und ohne die Fahrtenbuchmethode gestalten können haben wir in einem anderen Beitrag beschrieben.

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Wir analysieren die Modelle zum Abzug von Firmenwagen ohne Fahrtenbuch und 1-Prozent-Regel.

4. Fazit: Motorboot steuerlich absetzen

Dem Steuerpflichtigen steht es in steuerlicher Hinsicht frei, mit welchem privaten oder öffentlichen Verkehrsmittel er die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte unternimmt. Jedenfalls sind Aufwendung für diese Wege abzugsfähig. Allerdings gelten die Abzugsbeschränkungen in Form der 1%-Regelung, der Fahrtenbuchmethode oder der EUR 0,30 Regelung analog. 


Steuerberater für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Beratung zum steuerlichen Abzug von Wirtschaftsgütern und Dienstleistung spezialisiert. Bei der Entwicklung optimaler Gestaltungsmodelle schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Steuerlicher Abzug

  1. Reisekosten vs. Fahrtkostenpauschale – Vorteile
  2. Homeoffice richtig ansetzen
  3. Bewertung von Wirtschaftsgütern
  4. Entnahme von Wirtschaftsgütern

Steuerliche Vorteile

  1. Vorteile durch energetische Sanierung und Steuern sparen
  2. Halber Steuersatz für Freiberufler
  3. Steuerreduktion durch Investitionsabzugsbetrag

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Steuerlich kann es vorteilhaft sein, private Krankenversicherungsbeiträge im Voraus zu zahlen, um so die Steuerlast zu reduzieren. Wir erklären warum und was Sie bei der Beitragsvorauszahlung zu beachten haben.

Unser Video: Sonderausgaben + außergewöhnliche Belastungen + Splittingtarif

Wir erklären, was Sie als Sonderausgaben geltend machen können.

Inhaltsverzeichnis


1. Beitragsvorauszahlung als Sonderausgabe abziehen

1.1. Vorsorgeaufwendungen

Gemäß § 10 Absatz 2 Satz 1 EStG sind Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben abzugsfähig. Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören Aufwendungen der Altersvorsorge, Krankheitsvorsorge, der Vorsorge der Pflegebedürftigkeit und sonstiger Lebensrisiken, wie Arbeitslosigkeit, Erwerbs- und Berufsfähigkeit, Unfälle und Schadensersatzpflichtigkeit. 

1.2. Beiträge zur Krankenversicherung – Differenzierung zwischen Basisbedarf und Zusatzbedarf

Beiträge zur Krankenversicherung sind gemäß § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 1 Buchstabe a) EStG als Sonderausgaben abziehbar. Krankenversicherungsbeiträge sind Beiträge für die gesetzliche und private Krankenversicherung.

Jedoch umfasst § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 1 Buchstabe a) EStG lediglich Beiträge zur Basisversicherung. Dazu gehören die Beiträge zur Erlangung eines durch das SGB XII bestimmten sozialhilfegleichen Versorgungsniveaus, sofern auf die Leistungen ein Anspruch besteht. Die Beiträge müssen daher für das Mindestversorgungsniveau erforderlich sein, sogenannter Grundsatz der Erforderlichkeit der Beiträge.

Darüber hinausgehende Beiträge – also solche, die einen Zusatzbedarf decken – sind daher lediglich nach der Regelung in § 10 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3a) EStG abzugsfähig. Zu solchen Beiträgen gehören beispielsweise Beiträge für Wahltarife und Zusatztarife. Die Differenzierung zwischen der Basisversorgung und der darüber hinausgehenden Versorgung ist für die Ermittlung der Höhe der Abzugsfähigkeit relevant. Darauf gehen wir unter 1.3. weiter ein.

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Beitragsvorauszahlung?

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1.3. Höchstbetragsbegrenzung

Beiträge zur Basisversicherung, also solche im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 EStG sind in voller Höhe abzugsfähig. Die Höchstbetragsregelung wurde für Krankenversicherung und Pflegeversicherung gemäß § 10 Absatz 4 Satz 4 EStG außer Kraft gesetzt. Ansonsten ist die Abzugsfähigkeit auf 1900 Euro bei Angestellten und Rentnern und auf 2800 Euro bei Selbstständigen beschränkt (§ 10 Absatz 4 Satz 1, 2 EStG). Diese Beschränkung hat zur Folge, dass Vorsorgeaufwendungen im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3a) EStG – also solche der Zusatzversorgung – dann nicht abzugsfähig sind, wenn die Basisversicherung – wie regelmäßig – die Höchstbeträge überschreitet. In aller Regel können Sie folglich Zusatzbeiträge nicht von der Steuer abziehen. Dies können Sie aber durch eine Beitragsvorauszahlung vermeiden.

2. Beitragsvorauszahlung

2.1. Gestaltungsmodell der Beitragsvorauszahlung

Steuerpflichtige, die privat versichert sind, können Beiträge für die Krankenversicherung vorauszahlen. Für diese Beiträge findet die Höchstbetragsregelung des § 10 Absatz 4 Satz 1 EStG keine Anwendung, so dass sämtliche Beiträge in dem Jahr der Zahlung abzugsfähig sind. Der positive Effekt liegt nun darin, dass in den folgenden Jahren die Beiträge der Zusatzvorsorge nach § 1 Absatz 1 Nummer 3a) EStG bis zu einem Betrag von 1.900 Euro beziehungsweise bis 2800 Euro abgezogen vollständig werden können. Dazu gehören beispielsweise auch Beiträge für eine Risikolebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung.

Der Höchstbetrag wäre ohne die Beitragsvorauszahlung schon durch die Basiskrankenversicherung aufgebraucht. Da in den Jahren nun aber auf Grund der Vorauszahlungen keine Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden, steht der volle Höchstbetrag zur Verfügung.

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2.2. Achtung! Darauf müssen Sie bei der Beitragsvorauszahlung achten

Auch der Gesetzgeber hat diese Gestaltungsmöglichkeit erkannt und deswegen Einschränkungen in dem § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 5 EStG geregelt. Demnach ist die Beitragsvorauszahlung für Versicherungen im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 5 EStG dann von dem Abzug im Veranlagungszeitpunkt der Zahlung ausgeschlossen, wenn sie für nach Ablauf des Veranlagungszeitpunkt beginnende Beitragsjahre gezahlt werden und in der Summe das 3-Fache der auf den Veranlagungszeitraum entfallenden Beiträge überschreiten.

Zudem müssen Sie die Vorauszahlungen bis Mitte Dezember leisten, damit sie steuerlich wirklich dem laufenden Jahr zugeordnet werden. Ansonsten werden Beitragszahlungen ab dem 22.12. dem Folgejahr zugerechnet.

3. Fazit

Durch die Beitragsvorauszahlung zur privaten Krankenversicherung steht Ihnen in den Folgejahren der volle Höchstbetrag für Versorgungsaufwendungen zu. Dadurch können Sie beispielsweise Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung oder Lebensversicherung in den Folgejahren steuerlich geltend machen und leicht in den folgenden Jahren tausend Euro Steuern sparen. Zu beachten ist allerdings, dass Sie nur Beiträge für bis zu drei Jahre zahlen und die Zahlungen vor dem 22.12. leisten.


Steuerberater für die Einkommensteuer

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zur Einkommensteuer spezialisiert. Bei der Entwicklung optimaler Gestaltungsmodelle schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Einkunftsarten

  1. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 
  2. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  3. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  4. Einkünfte aus Gewerbebetrieb: Mitunternehmerschaften

Gestaltungsmöglichkeiten 

  1. Homeoffice richtig ansetzen: Homeofficepauschale oder häusliches Arbeitszimmer
  2. Teilbetriebe im Einkommensteuerrecht
  3. Halber Steuersatz für Freiberufler und Gewerbetreibende
  4. Entnahmen im Einkommensteuerrecht
  5. Verlustausgleich für Kommanditisten

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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Bonn

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Telefon-/ Videokonferenz

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Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind der Mittelpunkt des Einkommensteuergesetzes (EStG) schlechthin. Denn immerhin fallen die meisten unternehmerischen Einkünfte (sowie sämtliche Gewinne der Kapitalgesellschaften) unter ebendiesen Begriff. Daher werfen wir heute einen Blick auf die Grundlagen des § 15 EStG und schauen uns zusätzlich an, welche Möglichkeiten Sie für die Ermittlung des steuerlichen Gewinns haben!

Unser Video:
Einkünfte aus Gewerbebetrieb

In diesem Video erklären wir, welche Grundsätze Sie bei den laufenden Einkünften aus Gewerbebetrieb beachten sollten.

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen: Wann liegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor?

Das EStG unterscheidet zwischen laufenden und einmaligen Einkünften aus Gewerbebetrieb (Veräußerungsgewinne). Diesen Erträgen, geregelt in § 16 und § 17 EStG, widmen wir dabei einen eigenen Beitrag. In diesem legen wir den Fokus entsprechend auf die laufenden Erträge, die § 15 EStG abschließend regelt.

Der Gesetzgeber unterscheidet dabei zwischen drei Oberbegriffen:

1.1 Einkünfte aus gewerblichen Unternehmen

Ein gewerbliches Unternehmen setzt zunächst eine selbstständige Tätigkeit als Unternehmerin oder Unternehmer voraus. Zweckmäßig ist dabei, zunächst eine Abgrenzung zur selbstständigen Tätigkeit der Freiberufler (§ 18 EStG) vorzunehmen. Freiberufler sind unter anderem Anwälte, Ärzte, Journalisten, Steuerberater, Notare und Ingenieure. Auch die schriftstellerische, künstlerische und wissenschaftliche Betätigung fällt unter § 18 EStG.

Haben wir hier keinen Freiberufler, handelt es sich um einen Gewerbetreibenden. Klassischerweise erzielen zum Beispiel Händler Einkünfte aus Gewerbebetrieb.  

1.2 Gewinnanteile von Mitunternehmern

Die Anteile am Gewinn von Mitunternehmern sind ebenfalls Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Mitunternehmer ist dabei eine natürliche Person, die

„Initiative“ ist dabei gleichzusetzen mit dem Einfluss auf die Entscheidungen der Gesellschaft, zum Beispiel durch ein Abstimmungsrecht. „Risiko“ trägt, wer sowohl am Gewinn als auch am Verlust der PG beteiligt ist.

1.3 Gewinnanteile eines KGaA-Gesellschafters

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien ist zwar per Gesetz eine Kapitalgesellschaft, enthält aber viele Merkmale einer Personengesellschaft. Anstelle eines Vorstandes sind es hier sogenannte Komplementäre, die betriebliche Entscheidungen treffen. Diese haften mit ihrem gesamten Privatvermögen für Schulden der KGaA, sind aber auch am Vermögen und an Gewinnen beteiligt. Derartige Gewinne sind dann Einkünfte aus Gewerbebetrieb, wenn der Komplementär keine Beteiligung am Stammkapital innehat. 

„Kommanditisten“ einer KGaA unterliegen keiner persönlichen Haftung. Ihre Einkünfte (Gewinnausschüttungen) unterliegen der Kapitalertragsteuer, da sie zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören.

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Einkünften aus Gewerbebetrieb?

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2. Ermittlung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach HGB und EStG

Das EStG ermöglicht es, die Einkünfte auf mehrere Arten zu ermitteln. Da Personengesellschaften ihr Einkommen bereits auf dieser Ebene ermitteln, ist für die Ausübung eines Wahlrechts auf Ebene der Gesellschafter kein Raum mehr. Klassischerweise können also nur Einzelgewerbetreibende zwischen zwei Wegen wählen:

2.1 Der Betriebsvermögensvergleich

Hinter dem Betriebsvermögensvergleich versteckt sich die klassische Bilanzierung, die wir auch „doppelte Buchführung“ nennen. Warum doppelt? Nun, weil Sie sowohl durch die Bilanz selbst als auch mit der korrespondierenden Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) auf denselben Gewinn kommen. Kaufleute sind bereits nach dem HGB zur Bilanzierung verpflichtet. Andere Steuerpflichtige haben das Wahlrecht, solange 

(noch) nicht erreicht hat (§ 141 Abgabenordnung, AO). In § 140 AO ist hingegen normiert, dass die Buchführungspflicht nach anderen Gesetzen – insbesondere dem HGB – ins Steuerrecht durchschlägt. Oder anders ausgedrückt: Wer nach Handelsrecht zu bilanzieren hat, ist dazu auch auf der steuerlichen Seite verpflichtet.

Ermitteln Sie die Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach den Grundsätzen der Bilanzierung, wirken sich Einnahmen und Ausgaben jeweils mit ihrer wirtschaftlichen Entstehung aus. Keine Rolle spielt, wann ein Betrag auf Ihrem Konto eingeht oder von diesem abfließt. Am Jahresende lesen Sie den Gewinn aus der Bilanz ab, indem Sie das Anfangs- mit dem Endvermögen vergleichen.

Beispiel: Sie erhalten am 30.12.2022 eine Rechnung über EUR 10.000, die Sie am 05.01.2023 bezahlen. Zum 31.12.2022 erfassen Sie bereits eine (gewinnmindernde) Verbindlichkeit.

2.2 Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Ein Wahlrecht, Ihre Einkünfte aus Gewerbebetrieb mithilfe der EÜR zu ermitteln, haben Sie nach § 4 Absatz 3 EStG, wenn nach anderen Vorschriften (gemeint ist vor allem die AO) keine Buchführungspflicht besteht. In der EÜR gilt das Zufluss-Abfluss-Prinzip des § 11 EStG. Einnahmen und Ausgaben erfassen Sie nicht nach der wirtschaftlichen Entstehung, sondern nach ihrem tatsächlichen Zu- oder Abfluss.

Anhand des obigen Beispiels: Sie haben die Rechnung vom 30.12.2022 am 05.01.2023 überwiesen. Damit tritt auch die steuerliche Auswirkung (Gewinnminderung) erst im Jahr 2023 ein.

3. Versteuerung der ermittelten Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Einkünfte aus Gewerbebetrieb unterliegen der regulären Einkommensteuer von bis zu 45 %. Maßgeblicher Besteuerungszeitpunkt ist dabei das Kalenderjahr, in dem das Wirtschaftsjahr endet. Hier gibt es einen einfachen und – wie so oft im deutschen Steuerrecht – einen Ausnahmefall:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb, die im Ausland erzielt wurden, aber durch die unbeschränkte Steuerpflicht der deutschen Einkommensteuer unterliegen, ermitteln Sie ebenfalls nach den genannten Grundsätzen (Gewinnermittlung und Wirtschaftsjahr).

Steuerberater für Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung von Gesellschaften und deren Einkünfte aus Gewerbebetrieb spezialisiert. Hierbei schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Personengesellschaften

  1. Besteuerung von Personengesellschaften nach dem Transparenzprinzip
  2. Abgrenzung der GbR zur Bruchteilsgemeinschaft

Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online

Sie können eine Handwerkerleistung absetzen und dadurch die Steuerlast reduzieren. Damit Sie davon auch wirklich profitieren, müssen Sie aber einiges beachten. Dazu gehören etwa die Höhe der Kosten oder die Art der Arbeiten. All dies erklären wir in diesem Beitrag.

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Wir erklären, worauf Sie achten müssen, wenn Sie eine Immobilie kaufen.

Inhaltsverzeichnis


1. Handwerkerleistung absetzen: Unterschiedliche Möglichkeiten

Sie können Handwerkerleistungen absetzen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vermieter können die Handwerkerleistungen, die in der vermieteten Wohnung anfallen, als Werbungskosten abziehen. Alle anderen können die Steuerermäßigung des § 35a EStG in Anspruch nehmen.

2. Steuerermäßigung des § 35a EStG

Der § 35a EStG gewährt eine Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und auch Handwerkerleistungen. Diese Steuerermäßigung knüpft an die tarifliche Einkommensteuer an. Aus der Anwendungen des Steuersatzes ergibt sich die Steuerschuld. Diese wird durch zwei Arten von Steuerermäßigungen modifiziert. Während Tarifermäßigungen für besondere Fälle einen milderen Steuersatz vorsehen, führen Steuerbetragsermäßigungen, wie die hiesige zu einem Abzug von der Steuerschuld. Entsteht bei einem Steuerpflichtigen durch die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung ein Anrechnungsüberhang, so kann der Steuerpflichtige aber weder die Festsetzung einer negativen Einkommensteuer in Höhe des Anrechnungsüberhangs noch die Feststellung einer rücktragungsfähigen oder vortragungsfähigen Steuerermäßigung verlangen.

Der Abzug nach § 35a EStG ist jedoch nachrangig. Zuvor sind die Kosten, soweit dies zulässig ist, als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder als allgemeine Belastung abzuziehen. Bei gemischten Aufwendungen ist eine schätzweise Aufteilung möglich.

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3. Diese Handwerkerleistungen können Sie steuerlich absetzen

Zu den begünstigten Handwerkerleistungen gehören beispielsweise Ausbesserungsmaßnahmen oder Erhaltungsmaßnahmen. Es ist daher irrelevant, ob die Maßnahme der Erhaltung, der Modernisierung oder der Kontrolle dient. Auch Kleinunternehmer oder die öffentliche Hand können steuerbegünstigte Handwerkerleistungen erbringen.

Begünstigte Aufwendungen sind jedoch nur die Arbeitskosten, also insbesondere der Bruttoarbeitslohn, die Fahrtkosten sowie Kosten für die Arbeitsmittel. Nicht umfasst ist hingegen das Entgelt für das verwendete Material. Daher muss der Anteil der Arbeitskosten in der Rechnung gesondert ausgewiesen sein. Ebenfalls sind Aufwendungen dann nicht abziehbar, wenn eine Versicherung sie trägt. Wichtig ist zudem, zu wissen, dass Sie Neubaukosten nicht geltend machen können.

Die Leistung muss „in“ einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden und der Wohnung des Steuerpflichtigen zugutekommen. Dazu gehören auch Zubehörräume oder der Garten. Die Handwerkerleistungen müssen im Eigenheim, einer Mietwohnung oder in einem Ferienhaus in der EU, das Sie selbst nutzen, durchgeführt werden. Deswegen dürfen die Arbeiten nicht in der Werkstatt des Handwerkers stattfinden. Auch Handwerkerleistungen an Gegenständen, die dem Leben im Haushalt dienen sind nach § 35a EStG ermäßigt. Dazu gehört aber nicht die Reparatur eines PKWs.

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4. In dieser Höhe können Sie die Handwerkerleistung absetzen

Steuerlich können Sie als Privatperson 20 Prozent der Handwerkerleistung absetzen. Die Höchstgrenze beträgt 6 000 Euro. Damit können Sie einen Steuerbonus von 1 200 Euro pro Jahr erreichen.

Die Höchstbeträge nach § 35a EStG können nur haushaltsbezogen in Anspruch genommen werden. Zusammenveranlagte Ehegatten werden die Steuerermäßigungen nur einmal gewährt. Getrennt veranlagte Eheleute und Alleinstehende mit gemeinsamem Haushalt können den Höchstbetrag unter sich aufteilen.

5. Handwerkerleistung absetzen: Darauf müssen Sie unbedingt achten

5.1. Formale Voraussetzungen

Erbringen Sie die Handwerkerleistung eigenständig, so können Sie etwaige Kosten nicht steuerlich angeben. Sie müssen daher einen selbstständigen Handwerker beauftragen. Wichtig ist, dass Sie sich eine Rechnung geben lassen. Diese müssen Sie nachweislich begleichen. Deswegen bietet sich eine Banküberweisung an.

5.2. Zeitpunkt der Angabe der Handwerkerleistungen 

Entscheidend für die Angabe von Handwerkerleistungen in der Steuererklärung ist das Jahr der Zahlung und damit nicht das Jahr in dem die Arbeiten stattfanden. Sinnvoll ist es daher die Zahlungen auf zwei Jahre aufzuteilen.

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6. Auch Mieter kann Handwerkerleistung absetzen

Auch ein Mieter kann eine Handwerkerleistung absetzen. Sie können beispielsweise die Kosten der Beauftragung eines Handwerkers für die Reparatur von Möbeln, aber auch Hausmeisterkosten oder Gärtnerkosten geltend machen. Letztere werden regelmäßig über die Nebenkostenabrechnung auf den Mieter abgewälzt. Wenn der Mieter die Handwerkerleistungen durch die Nebenkostenabrechnung mitbezahlt, kann er die Handwerkerkosten ebenfalls mit 20 Prozent in der Steuererklärung geltend machen. Dafür sollten diese Kosten aber in der Nebenkostenabrechnung aufgelistet sein. Ansonsten bietet es sich an den Vermieter nach der reinen Arbeitsleistung des Handwerkers und der Rechnung zu fragen. Auch der Mieter kann die für die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung in Auftrag gegebenen Schönheitsreparaturen steuerlich geltend machen.


Steuerberater für Unternehmen

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  1. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 
  2. Einkünfte aus Kapitalvermögen
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Neben gewerblichen Einkünften und der Land- und Forstwirtschaft kennt das Einkommensteuergesetz (EStG) innerhalb der Gewinneinkünfte noch die selbstständige Arbeit. Sie ist in § 18 EStG abschließend geregelt und umfasst die sogenannten Freiberufler. Die Unterschiede zum Gewerbebetrieb sind überschaubar, wobei Freiberuflerinnen und Freiberufler insbesondere bei der Gewinnermittlung etwas mehr Freiheiten genießen.

Unser Video:
Einkünfte aus selbstständiger Arbeit

In diesem Video erklären wir, was Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sind und wie Sie bei der Berechnung vorgehen!

Inhaltsverzeichnis

1. Rechtliche Grundlagen: Die selbstständige Arbeit in der Einkommensteuer

Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sind Gewinneinkünfte, bei denen der Unternehmer einen Gewinn und keinen Überschuss (Stichwort Überschusseinkünfte) berechnet. Generell ist die Bezeichnung „selbstständige Arbeit“ dabei etwas irreführend, schließlich ist auch ein Gewerbetreibender und eine Landwirtin selbstständig. Allerdings teilt Ihnen der Gesetzgeber den wesentlichen Unterschied zu den genannten Einkunftsarten direkt in § 18 Absatz 1 Satz 2 EStG mit, denn Freiberufler sind selbstständige

Die selbstständige Tätigkeit ist insbesondere durch die unbestimmten Rechtsbegriffe „künstlerisch, schriftstellerisch, lehrend“ und den Abschluss des zweiten Satzes mit den Worten „und ähnliche Berufe“ vielfältig. Anhand der Aufzählung der sogenannten Katalogberufe können Sie aber bereits erkennen, dass es sich in der Regel um Personen mit abgeschlossenem Studium und/oder einem absolvierten Staatsexamen handelt.

Dies aber auch nur zur groben Orientierung, denn für eine Tätigkeit als Schriftsteller oder Künstler benötigen Sie nicht zwingend ein Studium. Viel mehr geht es hier um die „Schöpfungshöhe“ der Arbeiten, die diese Berufsgruppen ausführen. Die besondere steuerliche Privilegierung folgt dabei aus selbiger im Grundgesetz (GG).

Neben den Katalogberufen gehören noch die Einnahmen aus staatlichen Lotterien auf Unternehmerseite, aus der Vollstreckung von Testamenten und im Zusammenhang mit Aufsichtsratstätigkeiten.

2. Gewinnermittlung – so berechnen Sie die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit

Bei der Gewinnermittlung unterscheiden sich Einkünfte aus selbstständiger Arbeit nicht wesentlich von jenen aus Gewerbebetrieb. Eine entscheidende Besonderheit besteht aber darin, dass es keine Bilanzierungspflichten nach § 141 Abgabenordnung (AO) gibt. Denn diese Vorschrift schließt lediglich Gewerbebetreibende sowie Land- und Forstwirte ein. Freiberufler können ihren Gewinn also immer durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermitteln, egal

im jeweiligen Kalenderjahr übersteigt.

Ausnahmen können für Personengesellschaften gelten, die kraft Rechtsform zur Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) verpflichtet sind. Dies sind insbesondere OHG und KG, da diese stets als Kaufleute gelten – selbst dann, wenn der Geschäftszweck zum Beispiel der Betrieb einer Arztpraxis ist.

Sobald eine Buchführungspflicht nach anderen Gesetzen als denen des Steuerrechts besteht, sind auch die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit nach den bilanziellen Grundsätzen zu ermitteln (§ 140 AO). Behalten Sie diese Besonderheit stets im Hinterkopf!

2.1 Die Bilanzierung bei Einkünften aus selbstständiger Arbeit

Die doppelte Buchführung (oder Bilanzierung) zeichnet sich im Kern dadurch aus, dass Sie Geschäftsvorfälle immer im Zeitpunkt ihrer wirtschaftlichen Entstehung erfassen. Forderungen tauchen in Bilanz und Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV) auf, sobald Sie sie geltend gemacht haben. Der tatsächliche Zufluss auf dem Girokonto ist unerheblich.

„Doppelt“ ist die Buchführung deshalb, weil sowohl aus der Bilanz als auch aus der GuV am Ende eines Wirtschaftsjahres derselbe Gewinn ablesbar ist.

2.2 Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Freiberuflerinnen und Freiberufler ermitteln die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit in der Regel via EÜR, auch wenn sie freiwillig zur Bilanzierung wechseln könnten. Bei der EÜR gilt, anders als in der Bilanz, das Zufluss-Abfluss-Prinzip, das § 11 EStG normiert. Einnahmen sind mit Zugang auf dem Konto, Ausgaben mit Abfluss von diesem zu erfassen. Sie gehören immer in das jeweilige Wirtschaftsjahr.

Klar ist aber auch, dass ein Wahlrecht zur EÜR nicht mehr besteht, wenn die originären Einkünfte aus selbstständiger Arbeit in einer GmbH erzielt werden (etwa im Rahmen einer Steuerberatungsgesellschaft). Hier findet eine Umwidmung der Einkünfte statt, außerdem sind Kapitalgesellschaften nach dem Körperschaftsteuergesetz (KStG) immer zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet.

Haben Sie Fragen zu Einkünften aus selbstständiger Arbeit nach § 18 EStG und zur Gewinnermittlung?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren ersten Beratungstermin mit unseren kompetenten Steuerberatern und Rechtsanwälten:

3. Betriebsaufgabe und Betriebsveräußerung bei selbstständigen Einkünften

Möglicherweise wissen Sie bereits, dass Einkünfte aus einer Betriebsaufgabe oder dem Verkauf eines Betriebs stets solche aus Gewerbebetrieb darstellen (§ 16 Absatz 1 und Absatz 3 EStG). Dies passt auf den ersten Blick nicht zu den Einkünften aus selbstständiger Arbeit, allerdings hat der Gesetzgeber in § 18 Absatz 3 EStG einen entsprechenden Verweis auf § 16 EStG untergebracht.

Die Folge: Einkünfte aus der Aufgabe einer selbstständigen Tätigkeit oder des Verkaufs berechnen Sie genauso wie im Falle eines Gewerbebetriebs. Allerdings handelt es sich beim entstehenden Gewinn oder Verlust nicht um einen solchen „aus Gewerbebetrieb“, sondern „aus selbstständiger Tätigkeit“ – in der Praxis eine reine Formsache.

Wurde der Gewinn bis zur Betriebsaufgabe via Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt, müssen Sie zum Aufgabezeitpunkt einen Übergangsgewinn oder Übergangsverlust berechnen. Hintergrund ist § 16 Absatz 2 Satz 2 EStG, in dem der Gesetzgeber vorschreibt, den Wert des Betriebsvermögens zwingend im Rahmen einer Bilanz zu ermitteln und anzusetzen. Das Ergebnis dieser Rechnung gehört (noch) zum laufenden Gewinn oder Verlust.

4. Fiktive Betriebsaufgabe beim Wegzug ins Ausland

Beachten Sie, dass es beim Wegzug ins Ausland auch dann zur sogenannten Wegzugsbesteuerung kommen kann, wenn Sie Einkünfte aus selbstständiger Arbeit erzielen. § 16 Absatz 3a EStG regelt, dass der „Ausschluss des Besteuerungsrechts der Bundesrepublik Deutschland“ einer Veräußerung gleichzustellen ist. In § 18 Absatz 3 Satz 2 EStG wiederum finden Sie dann die benötigte Verweisung auf die genannte Vorschrift.

Der Hintergrund liegt auch hier mehr oder weniger auf der Hand: Sie haben als Freiberuflerin oder Freiberufler die inländische Infrastruktur genutzt und möglicherweise Förderungen erhalten, der Fiskus verliert aber das Besteuerungsrecht für laufende und einmalige Gewinne. Entsprechend gilt aus Sicht des Gesetzgebers der Grundsatz „lieber jetzt als gar nicht besteuern“.

Steuerberater – auch für selbstständige Einkünfte

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Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige und persönliche Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung, insbesondere per DATEV Unternehmen Online

Unternehmenskauf

  1. Beratung im Bereich des Unternehmenskaufs (Verkauf GmbH, Verkauf GmbH & Co. KG, Nutzung von Verlustvorträgen)
  2. Beratung rund um den Unternehmensverkauf (Vorteile bei Share Deal & Asset Deal)

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