Wer eine GmbH kaufen möchte, hat grundsätzlich zwei Optionen: den Share Deal und den Asset Deal. Der Share Deal bietet insbesondere Verkäufern steuerliche und andere Vorteile. Der Asset Deal ist hingegen für Käufer aus steuerlichen Gesichtspunkten von Interesse. Allerdings gibt es Situationen, in denen Käufer den Erwerb einer GmbH nur nach dem Wunsch der Verkäufer vornehmen können, also per Share Deal. Trotzdem können Käufer beim GmbH-Kauf per Share Deal Steuern sparen. Hierauf verweisen wir mit unserer Gestaltung mittels einer Holding und einer Organschaft. Dabei spielt auch eine Fremdfinanzierung des Kaufpreises über ein Bankdarlehen eine Rolle. Denn die Zinskosten sind schließlich als Betriebsausgaben steuerlich abziehbar; das wollen wir in unserem Steuergestaltungsmodell nutzen.

Unser Video:
Trotz Share Deal Steuern sparen

In diesem Video erklären wir, wie ein Käufer auch mit einem Share Deal beim GmbH-Kauf Steuern sparen kann.

Inhaltsverzeichnis


1. Beim GmbH-Kauf per Share Deal Steuern sparen – Einleitung

Ein GmbH-Kauf ist stets ein besonderer Moment im Leben eines Unternehmers – sei es als Verkäufer oder als Käufer. Gewiss, es mag Unternehmen geben, die sich auf solche Transaktionen spezialisiert haben, bestimmte Hedgefonds zum Beispiel. Aber dennoch ist für die meisten Unternehmensübertragungen bezeichnend, dass die Käufer die Übernahme eines Unternehmens mit der Absicht eines langfristigen, mitunter auch strategischen Engagements verbinden. Besonders deutlich ist dies beim Erwerb von Startups zu sehen. Hierzu stellt Dr. Oetkers Kauf der Flaschenpost ein Paradebeispiel dar.

Allerdings gibt es unterschiedliche Optionen, um ein Unternehmen zu kaufen. Die zwei großen Alternativen sind dabei der Share Deal und der Asset Deal. Beim Share Deal handelt es sich um den klassischen Anteilskauf, bei dem der Käufer die Anteile an einem Unternehmen erwirbt. In aller Regel geht es dabei um den Erwerb aller GmbH-Anteile. Den Asset Deal nimmt man hingegen vor, indem Käufer lediglich die einzelnen Wirtschaftsgüter eines Unternehmens erwerben – die materiellen ebenso wie die immateriellen. Diese Wirtschaftsgüter überführen sie sodann entweder in ein bereits existierendes oder ein zuvor für diesen Zweck neu gegründetes Unternehmen. Somit bleibt dem Verkäufer nach einem erfolgreich abgeschlossenen Asset Deal eine leere GmbH erhalten. Folglich kann er diese dann entweder liquidieren oder als Mantelgesellschaft weiterverkaufen. Allerdings ist dies stets mit weiterem Aufwand verbunden. Insbesondere der zeitliche Aufwand sowie die Begleitkosten hierzu sollte man beachten.

2. Warum Käufer einen Asset Deal dem Share Deal vorziehen

Soviel zur praktischen Seite eines Unternehmensverkaufs. Diesbezüglich ergibt sich noch kein Grund, für die eine oder andere Form der Unternehmenstransaktion zu optieren. Wenn wir aber auch steuerliche Aspekte mit einbeziehen, sehen wir, wann ein Share Deal und ein Asset Deal vorteilhaft sind.

Genauer gesagt sollte die Frage weniger situationsbezogen sondern vielmehr personenbezogen formuliert sein. Denn für Verkäufer und Käufer macht es einen mitunter erheblichen steuerlichen Unterschied, ob man einen Share Deal oder Asset Deal vornimmt. So ist der Verkäufer bei einem Share Deal in der Lage den Gewinn steuerlich vorteilhaft zu versteuern. Dies ist etwa durch Anwendung des Teileinkünfteverfahrens der Fall. Für den Käufer ist hingegen der Asset Deal die bevorzugte Option. Denn im Gegensatz zum Share Deal haben Käufer beim GmbH-Kauf per Asset Deal die Möglichkeit, die erworbenen Wirtschaftsgüter künftig abzuschreiben, können somit also Steuern sparen. Dabei entspricht das Volumen der Abschreibungen dem Anschaffungspreis. Mit anderen Worten spart man den Wert der Anschaffungen in etwa 1:1 bei den zukünftigen Steuern wieder ein. Oder noch deutlicher: der Fiskus zahlt die Anschaffungskosten nach und nach zurück. Einen so großen Steuervorteil lässt sich kaum ein Käufer beim GmbH-Kauf freiwillig entgehen.

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3. Trotz Share Deal beim GmbH-Kauf Steuern sparen – unser Modell

Doch oftmals haben Käufer gar keine Wahl, als den vom Verkäufer bevorzugten Share Deal zu akzeptieren. Wie man dann als Käufer trotz Share Deal beim GmbH-Kauf Steuern sparen kann, wollen wir anhand eines unserer Steuergestaltungsmodelle erläutern. Dazu soll Ihnen das folgende Beispiel einen leicht verständlichen Überblick verschaffen.

3.1. Ausgangslage zu unserem exemplarischen Steuergestaltungsmodell

Dazu stellen wir Ihnen einen fiktiven Unternehmer vor: Herr Anton Engel führt einen weltweit für seine Hochleistungsangelruten gerühmtes Unternehmen in der Rechtsform der GmbH. Dabei hat er sich dieses Renommee über viele Jahrzehnte erfolgreicher Geschäftstätigkeit hinweg verdient. Neben der außerordentlichen Qualität seiner Produkte ist auch sein Geschäftssinn phänomenal: seine Arch-Angel-GmbH macht jährlich EUR 280.000 Gewinn vor Steuern.

Doch nun möchte er in seiner zweiten Lebenshälfte die Früchte seines unternehmerischen Erfolgs genießen – als passionierter Angler auf den Lofoten. Um sich seinen Lebenstraum aber finanzieren zu können, und sich gleichzeitig auch von der zeitintensiven Arbeit als Geschäftsführer zu befreien, beschließt er den Verkauf seiner Arch-Angel-GmbH.

Tatsächlich ist Frau Friederike Fischbein, eine Unternehmerin, deren Firma auf die Herstellung von Seilen, Tauen und Fischernetzen ausgerichtet ist, sehr an einem Kauf der Arch-Angel-GmbH interessiert. Da sie auch über die finanziellen Mittel verfügt, um sich den Kauf der Arch-Angel-GmbH zu leisten, werden sich Frau Fischbein und Herr Engel schon bald auf einen Kaufpreis einig. So soll er EUR 4.000.000 betragen. Im Gegenzug bringt er Frau Fischbein 100 % der Anteile an der Arch-Angel-GmbH ein. Demnach hat Frau Fischbein darin zugestimmt, dass der GmbH-Kauf über einen Share Deal erfolgen soll – dies war eine unumstößliche Forderung von Herrn Engel.

3.2. Umsetzung unseres Gestaltungsmodells

Bevor Frau Fischbein und Herr Engel den Share Deal abschließen, trifft Frau Fischbein noch einige Vorbereitungen. Als steuerlich gut beratene Unternehmerin hatte sie bereits vor langer Zeit eine Holding gegründet, unter der sie zunächst ihr eigenes Unternehmen als Tochtergesellschaft positionierte. Im Zusammenhang mit dem GmbH-Kauf nimmt die Holding nun bei einer Bank einen Kredit in Höhe der Hälfte des Kaufpreises auf. Dazu soll der Zinssatz bei 4 % liegen.

Nun kauft die Holding von Frau Fischbein die Arch-Angel-GmbH für EUR 4.000.000. Dabei wird die Arch-Angel-GmbH zum zweiten Tochterunternehmen unter der Ägide der Holding. Allerdings setzt die Holding mit der Arch-Angel-GmbH einen Gewinnabführungsvertrag auf. Daraus entsteht eine Organschaft mit der Holding als Organträger und der Arch-Angel-GmbH als Organgesellschaft. Und das bietet trotz Share Deal beim GmbH-Kauf den Vorteil, dass die Holding dabei Steuern sparen kann.

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4. Trotz Share Deal beim GmbH-Kauf Steuern sparen? So geht’s!

4.1. Berechnungsbeispiel zum fremdfinanzierten Share Deal

Durch den Gewinnabführungsvertrag erhält die Holding nun jährlich einen unversteuerten Gewinn von EUR 280.000 von der Arch-Angel-GmbH. Dazu fallen die Zinsen in Höhe von 4 % auf den Darlehensbetrag von EUR 2.000.000 mit EUR 80.000 an. Sie sind als Betriebsausgaben steuerlich abziehbar und reduzieren somit den steuerpflichtigen Gewinn auf EUR 200.000. Darauf entfallen dann 15 % Körperschaftsteuer und nochmals rund 15 % Gewerbesteuer, insgesamt also EUR 60.000 an Steuern. Somit verbleiben der Holding EUR 140.000 des Gewinns zur Tilgung des Darlehens. Hierdurch lässt sich das Darlehen innerhalb von etwa 14 Jahren und 4 Monaten tilgen.

In diesem Zeitraum spart die Holding aufgrund des Abzugs der Zinskosten etwa EUR 342.857 an Steuern. Und dabei hat sie die Hälfte des Kaufpreises wohlgemerkt über den Kredit fremdfinanziert. Auf diese Weise hat sie die Eigenkapitalrendite über den Leverage-Effekt maßgeblich optimiert.

4.2. Steuern sparen mit einem Annuitätendarlehen

Bei einem Annuitätendarlehen sieht die Rechnung sogar noch besser aus. Denn hierbei ist das Darlehen bereits im zehnten Jahr vollständig getilgt. Dazu folgende Tabelle als eindrucksvoller Beweis:

Jahr  Darlehnsbetrag  Zinsen  Steuern  Tilgung
1    2.000.000,00 €      80.000,00 €      60.000,00 €    180.000,00 €
2    1.820.000,00 €      72.800,00 €      62.160,00 €    185.040,00 €
3    1.634.960,00 €      65.398,40 €      64.380,48 €    190.221,12 €
4    1.444.738,88 €      57.789,56 €      66.663,13 €    195.547,31 €
5    1.249.191,57 €      49.967,66 €      69.009,70 €    201.022,64 €
6    1.048.168,93 €      41.926,76 €      71.421,97 €    206.651,27 €
7       841.517,66 €      33.660,71 €      73.901,79 €    212.437,51 €
8       629.080,16 €      25.163,21 €      76.451,04 €    218.385,76 €
9       410.694,40 €      16.427,78 €      79.071,67 €    224.500,56 €
10       186.193,84 €        7.447,75 €      81.765,67 €    186.193,84 €

Dabei summieren sich die Zinsen auf einen Betrag von lediglich EUR 450.581,82 auf. Im gleichen Zeitraum beträgt die Steuer hingegen insgesamt EUR 704.825,45. Die in dieser Zeitspanne eingesparte Steuer beläuft sich somit auf einen Gesamtbetrag von EUR 135.174,55. Daran kann man deutlich erkennen, dass ein Annuitätendarlehen in diesem Zusammenhang gleich in mehrfacher Hinsicht sehr vorteilhaft sein kann.

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5. Beim GmbH-Kauf per Share Deal Steuern sparen – Fazit

An dieser Stelle ist die wichtigste Frage im Zusammenhang mit unserem Steuergestaltungsmodell, für wen es sich lohnt. Da wir hier mit einer Fremdfinanzierung arbeiten, sollte die Antwort recht klar sein: unser Steuergestaltungmodell ist vor allem dort vorteilhaft, wo einerseits ein Asset Deal ausgeschlossen ist und andererseits eine Fremdfinanzierung ohnehin ansteht. Treffen diese beiden Bedingungen beim GmbH-Kauf über einen Share Deal zusammen, dann kann man wenigstens einen Teil der Steuern, die man bei einem Asset Deal vermeiden würde, hierbei sparen. Dennoch bleibt für Käufer beim GmbH-Kauf der Asset Deal stets die erste Wahl. Schließlich spart man im Zuge dieses Erwerbsvorgangs die gesamten Anschaffungskosten bei der Besteuerung ein.

Falls auch Sie nun mit dem Gedanken spielen, eine GmbH zu kaufen oder zu verkaufen, dann sind wir der richtige Ansprechpartner für Ihr Anliegen. Denn wir begleiten Unternehmerinnen und Unternehmer professionell und routiniert in allen Phasen der Unternehmenstransaktion. Rufen Sie uns also an und lassen Sie sich von unseren hochqualifizierten Steuerberatern das passende Gestaltungsmodell für Ihre Zwecke maßschneidern.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften. Bei Unternehmenstransaktionen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Unternehmenskauf / Unternehmensverkauf

  1. Betreuung im Rahmen der Due Diligence
  2. Beratung beim Unternehmensverkauf von Kapitalgesellschaften (Verkauf GmbH) und Personengesellschaften (Verkauf GmbH & Co. KG)
  3. Allgemeine steuerrechtliche Informationen zum Unternehmensverkauf
  4. Beratung bei komplexen Unternehmensstrukturen (Holdinggesellschaften, Organschaften)
  5. Rechtsberatung durch unsere Rechtsanwälte (insbesondere im Gesellschaftsrecht und Vertragsrecht)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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Standort
Bonn

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Telefon-/ Videokonferenz

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Lehrauftrag für Unternehmensteuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensteuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (3) Unternehmenskauf und -verkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

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Der Verkauf einer GmbH birgt einen besonderen Aspekt in sich: wem steht der Gewinn zu, der bis zum Stichtag des Verkaufs entsteht, dem Käufer oder dem Verkäufer der GmbH? Diese Frage lässt sich nur durch einen offenen Austausch zwischen Verkäufer und Käufer klären. Meist einigt man sich darauf, dass dieser Gewinnanteil dem Verkäufer zusteht. Schließlich hat er ja mit seinem Einsatz auch dafür gesorgt, dass der Gewinn entsteht. Um aber den laufenden Gewinn entsprechend den tatsächlichen Verhältnissen zwischen Verkäufer und Käufer aufzuteilen, bedarf es einer ausgeklügelten Methodik. Eine Option stellt hierbei die Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf dar.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Zuordnung von Gewinnen beim GmbH-Verkauf spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Verfahren aus und übernehmen als neutraler Steuerberater die Bilanzierung. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
23. November 2022 GmbH-Verkauf: variablen Kaufpreis vereinbaren
24. November 2022 Unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf
25. November 2022 Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf (dieser Beitrag)

Unser Video:
Wohin mit dem Gewinn beim GmbH-Verkauf?

In diesem Video erklären wir, wie man den laufenden Gewinn zwischen Käufer und Verkäufer aufteilt.

Inhaltsverzeichnis


1. Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf – Einleitung

Beim GmbH-Verkauf kommt es Käufern und Verkäufern auf ganz unterschiedliche Dinge an. Soll der GmbH-Verkauf per Share Deal oder per Asset Deal erfolgen? Sind bestimmte Gewährleistungsrechte erforderlich? Wann und wie soll der Käufer den Kaufpreis an den Verkäufer entrichten? Und in welcher Höhe?

Gerade zu letzterem Punkt gibt es mehr als eine einfache Antwort. Denn während sich Verkäufer und Käufer oftmals recht rasch auf den Wert des Unternehmens sowie über einen Modus Operandi zur Veräußerung einigen, bleiben manche Details weiteren Verhandlungsschritten vorbehalten. Dazu zählt auch die Frage, wem der Gewinn aus dem noch laufenden Geschäftsjahr nach Abschluss des GmbH-Verkaufs zustehen soll: dem Verkäufer oder dem Käufer?

2. Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf als Option

Tatsächlich gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, um den Gewinn des noch laufenden Geschäftsjahres zwischen Verkäufer und Käufer aufzuteilen. Eine solche Lösung beim GmbH-Verkauf ist die Abtretung des Gewinns. Dieses Vorgehen wollen wir Ihnen in diesem Artikel etwas näher erläutern, verweisen gleichzeitig aber auch auf die anderen Methoden, die wir an anderer Stelle behandeln. Dazu zählt einerseits die Vereinbarung eines variablen Kaufpreises und die unterjährige Aufteilung des Gewinns mittels einer internen Zwischenbilanz zum Stichtag der Unternehmensveräußerung. Doch nun zur Abtretung des Gewinns.

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3. Ausgangslage beim GmbH-Verkauf unter Abtretung des Gewinns

Schauen wir zunächst, in welcher Situation wir uns für gewöhnlich befinden, wenn wir einen GmbH-Verkauf vornehmen. In der Regel findet man im Laufe des Jahres einen Käufer. Oder eine Käuferin kommt mit einer attraktiven Kaufofferte auf uns als GmbH-Gesellschafter zu. Jedenfalls sind wir uns bald auf einen Kaufpreis einig. Oft geht man dabei hin und vereinbart, dass die Übertragung der GmbH zum Jahresende erfolgen soll. Selbstverständlich ist dies vor allem dann naheliegend, wenn das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht.

Wie bereits betont, soll aber auch der Gewinn, den man im noch laufenden Jahr mit der GmbH erwirtschaftet hat, gerecht zugeordnet werden. Dies dürfen wir schließlich auch erwarten, weil wir ja die geschäftlichen Entscheidungen, die den Gewinn letzten Endes herbeiführten, für die GmbH getroffen haben. Also ist es nachvollziehbar, dass auch der Käufer uns diesen Gewinn zugesteht. Der Haken dabei ist allerdings, dass zum Zeitpunkt, an dem die Anteile an der GmbH auf den Käufer übergehen, noch offen ist, wie hoch der Gewinn ausfällt. Dies stellt der Käufer erst im darauffolgenden Jahr in seiner ersten Bilanz fest.

Dies ist also der Punkt, an dem man mit der einen oder anderen Methode eine Zuweisung des Gewinns oder Gewinnanteils zu gestalten versucht. Wir wollen dies nun über die Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf bewerkstelligen.

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4. Details zur Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf

4.1. Abtretung des Gewinns auf Grundlage der auf den Verkauf folgenden Bilanz

Wie funktioniert nun die Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf? Ganz einfach: Verkäufer und Käufer vereinbaren, dass nach Erstellung der Bilanz, für die wir als Verkäufer einen Gewinnanspruch erheben, der dort festgestellte Gewinn an uns ausgeschüttet wird. Erst im nächsten Jahr erhält dann der Käufer eine Gewinnausschüttung, was ja auch durchaus fair ist. Schließlich ist das ja dann der erste Gewinn, den der Käufer durch seine eigene geschäftliche Tätigkeit generiert hat.

Was hierbei Beachtung verdient, ist der Umstand, dass sich Verkäufer und Käufer vorab auf einen neutralen Steuerberater zur Erstellung der Bilanz verständigen. Denn wenn der Käufer nun einen eigenen Steuerberater daran ansetzt und diesem aufträgt, den Gewinn möglichst gering auszuweisen, dann geht dies zu Lasten des Verkäufers. Wenn nun aber der Verkäufer bestimmt, dass sein Steuerberater die Bilanz samt Gewinn- und Verlustrechnung erstellt, kann dieser dahingehend auf das Ergebnis einwirken, sodass der Gewinn möglichst hoch ausfällt. Gerecht ist aber, wenn ein neutraler Steuerberater die Bilanzierung nach den gleichen Maßstäben wie in den vorangegangenen Jahren vornimmt. Außerdem könnte man sich hierzu darauf einigen, dass beide Parteien jeweils die Hälfte der Kosten zur Erstellung der Bilanz tragen.

4.2. Weitere Aspekte zur Abtretung des Gewinns

Allerdings gibt es auch hierbei einige Aspekte, die man zu berücksichtigen hat. So mag es ohne fachliche Unterstützung etwa an der passgenauen Anrechnung der Kapitalertragsteuer ein wenig haken. Außerdem muss man dafür sorgen, dass die jeweilige Steuerpflicht gewahrt und voneinander getrennt bleibt. Dennoch ist es mit entsprechenden Maßnahmen vorab möglich, auch diesen Besonderheiten Rechnung zu tragen, sodass die Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf letzten Endes zum gewünschten Ziel führt.

Dazu kann man beispielsweise kurz vor der Übertragung der GmbH-Anteile in die betriebswirtschaftliche Auswertung blicken. Auf Basis dieser Daten kann man dann einen vorläufigen Gewinn errechnen, der zumindest für diesen Stichtag gilt. Wenn die Prognosen keine Verluste für die Zeit bis zum tatsächlichen Übergang der Eigentumsverhältnisse erwarten lassen, kann man diesen dann auch als Basis für eine vorgezogene Gewinnausschüttung heranziehen. Damit hätte man schon mal einen Großteil des später ohnehin abgetretenen Gewinns an den Verkäufer ausgeschüttet.

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5. Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf – Fazit

Im Vergleich zur Lösung der Gewinnaufteilung mittels eines variablen Kaufpreises für die GmbH stellt die Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf oft die bevorzugte Gewinnzuordnungsmethode dar. Das hängt auch damit zusammen, dass man auf diese Weise vermeidet, dass der Käufer die Gewinnausschüttung zunächst selbst versteuern muss, bevor er auf Basis der Dividende den Rest des variablen Kaufpreises an den Verkäufer zahlt. Bei der Abtretung des Gewinns an den Verkäufer trägt  hingegen dieser die Steuerpflicht hinsichtlich der Kapitalertragsteuer selbst (samt Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer).

Letztendlich hängt die Wahl der Gewinnzuordnungsmethode stets von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab. Hier sind also individuelle Lösungen gefragt. Als Spezialisten auf dem Gebiet der Veräußerung von Kapitalgesellschaften stehen wir Ihnen hierbei gerne hilfreich zur Seite. Rufen Sie uns also an, wenn auch Sie Fragen zum Kauf oder Verkauf einer GmbH haben. Wir haben die passenden Antworten für Sie.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum GmbH-Kauf und GmbH-Verkauf spezialisiert. Bei der Ausgestaltung der Verkaufsmodalitäten schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Steueroptimierung der zukünftigen GmbH-Besteuerung
  2. Individualisierte Maßnahmen zur Steueroptimierung künftiger Gewinnausschüttungen
  3. Strategische Ausrichtung der erworbenen Kapitalgesellschaft (Erwerb eigener Anteile, disquotale Gewinnausschüttung, Organschaft)
  4. Begleitende Beratung zur Gründung von Holdingstrukturen

Unternehmenskauf/Unternehmensverkauf

  1. Rechtliche Betreuung durch unsere Rechtsanwälte (Schwerpunkt Vertragsrecht)
  2. Begleitung im Rahmen der Due Diligence
  3. Eingehende Beratung zu alternativen Gestaltungsmodellen zum Unternehmenskauf

Digitale Buchhaltung

  1. Erstellung der Jahresabschlüsse und Steuererklärungen
  2. Professionelle Kommunikation und Datenaustausch mit der Finanzverwaltung

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Lehrauftrag für Unternehmensteuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensteuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (3) Unternehmenskauf  und -verkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

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Beim Verkauf einer GmbH steht neben dem Aspekt, welchen Verkaufspreis man als Verkäufer mit dem Käufer vereinbart, auch noch eine weitere finanzielle Frage zur Klärung an. Denn bei einem unterjährigen Verkauf der GmbH hat diese bis zum Zeitpunkt der Anteilsübertragung an den Käufer ja bereits Gewinne erwirtschaftet. Wem sollen sie aber zustehen, dem Verkäufer oder dem Käufer? Klar ist: bis zu diesem Zeitpunkt hat man normalerweise keine Bilanz aufgestellt, um den Jahresgewinn festzustellen. Doch nur durch eine Bilanz kann man den vom Verkäufer erwirtschaften Gewinn zum Stichtag der Veräußerung bestimmen. Also nimmt man eine unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf vor, indem man eine Zwischenbilanz erstellt. Auf dieser Basis erfolgt dann eine vorzeitige Gewinnausschüttung an den Verkäufer.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Zuordnung von Gewinnen beim GmbH-Verkauf spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Verfahren aus und übernehmen als neutraler Steuerberater die Bilanzierung. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
23. November 2022 GmbH-Verkauf: variablen Kaufpreis vereinbaren
24. November 2022 Unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf (dieser Beitrag)

Unser Video:
Gewinnzuordnung beim GmbH-Verkauf

In diesem Video erklären wir, welche Möglichkeiten bestehen, um den laufenden Gewinn aufzuteilen.

Inhaltsverzeichnis


1. Unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf – Einleitung

Der Verkauf einer GmbH birgt viele Herausforderungen. Einerseits ist es sowohl für Verkäufer als auch Käufer wichtig, einen angemessenen Preis auszuhandeln. Sicherlich dürften viele dies als den wichtigsten Aspekt bei den Verkaufsverhandlungen ansehen.

Finanziell nachrangig, aber ebenfalls bedeutsam, ist die Frage, ob der Gewinn, der bis zum GmbH-Verkauf im Unternehmen entsteht, eher dem Verkäufer oder dem Käufer zusteht. Da der Verkäufer die Verantwortung über die Geschicke der GmbH bis zum Zeitpunkt ihres Verkaufs trägt, ist es durchaus legitim, ihm den bis dahin anlaufenden Anteil am Gewinn zuzuordnen. Allerdings findet die Gewinnermittlung in aller Regel erst nach dem GmbH-Verkauf durch den Käufer statt. Rein rechtlich entscheidet allein er dann über die Gewinnverwendung. Wie klärt man diesen Sachverhalt?

2. Unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf als Option

In der Praxis gibt es gleich mehrere Optionen, mit denen man die Frage nach der Gewinnaufteilung lösen kann. Einerseits kann man einen variablen Verkaufspreis ansetzen, der sich zusätzlich zum festen Kaufpreis am laufenden Gewinn der GmbH orientiert. Andererseits ist auch eine Vereinbarung denkbar, bei der der Käufer zumindest einen Teil des Gewinns an den Verkäufer abtritt. Eine dritte Option stellt die unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf dar. Diesen Lösungsansatz wollen wir im vorliegenden Beitrag etwas näher beleuchten.

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3. Die übliche Ausgangslage beim GmbH-Verkauf

Betrachten wir mal im Allgemeinen die Situation, aus der heraus ein GmbH-Verkauf stattfindet. Meistens vergeht bei den Verkaufsverhandlungen eine gewisse Zeit von mindestens mehreren Wochen, eher Monaten. Dabei kommt auch eine Einigung über den exakten Zeitpunkt der Unternehmenstransaktion zustande. Oft wählt man hierbei das Jahresende oder das Ende des Geschäftsjahres, wenn dieses vom Kalenderjahr abweicht. In der Praxis ist aber auch ein unterjähriger GmbH-Verkauf durchaus üblich. Und genau für diesen allgemeinen Fall interessieren wir uns diesmal besonders. Denn hierbei kann man die Auswirkungen der Wahl des Veräußerungszeitpunkts auf die Zuordnung des laufenden Gewinns hervorragend erläutern.

4. So verläuft die unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf

4.1. Unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf – ein Beispiel zur Erläuterung

Um nun beiden Parteien den ihnen zustehenden Anteil am laufenden Gewinn der GmbH zuzuordnen, müssen wir den Zeitpunkt der Unternehmensübertragung bestimmen. Als Beispiel wollen wir hierbei den 31.09.2022 ansetzen. An diesem Tag verkauft unsere fiktive Frau Friede Fleiß ihre Fleiß-und-mehr-GmbH an Herrn Heribert Herbst. Selbstverständlich wissen beide, dass die GmbH bis zu diesem Zeitpunkt operativ tätig ist und fleißig Gewinne generiert. Die Frage ist nur, wieviel? Denn auf Basis der Antwort auf diese Frage wollen die beiden den laufenden Gewinn unter sich aufteilen.

Dazu beauftragen Frau Fleiß und Herr Herbst einen unabhängigen Steuerberater mit der Erstellung einer auf den 31.09.2022 abgestellten Zwischenbilanz. Dies ist insofern weitsichtig, weil Frau Fleiß auf diese Weise keinen Einfluss über ihren eigenen Steuerberater auf den unterjährig festgestellten Gewinn ihrer GmbH nehmen kann. Schließlich könnte dieser ja Ansätze und Bewertungen vornehmen, die den Gewinn höher ausfallen lassen könnten, als üblicherweise angestrebt. Im umgekehrten Fall kann Herr Herbst durch Beauftragung wiederum seines Steuerberaters keine bilanziellen Wahlrechte nutzen, um den unterjährigen Gewinn, der Frau Fleiß zusteht, möglichst gering ausfallen zu lassen. Ideal hierbei ist also, dass ein neutraler Steuerberater nach den in der Vergangenheit bereits etablierten Ansätzen und Bewertungen den unterjährigen Gewinn ermittelt.

Die eigentliche Bilanzierung nach den rechtlichen Vorgaben nimmt Herr Herbst dann selbstverständlich zu Beginn des Jahres 2023 vor.

4.2. Ergebnis der unterjährigen Aufteilung des Gewinns

Nehmen wir also an, dass die interne Zwischenbilanz einen laufenden Gewinn von EUR 140.000 auf den Stichtag 31.09.2022 feststellt. Soviel hat die GmbH bis zu diesem Datum noch unter der Regie von Frau Fleiß verdient. Also soll ihr dieser Gewinn auch zustehen. Und den erhält sie dann auch möglichst zeitnah auf Grundlage des zwischen ihr und Herrn Herbst geschlossenen Unternehmenskaufvertrags.

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5. Unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf – Fazit

Wie Sie in unserem Beispiel sehen konnten, gibt es durchaus vernünftige Lösungsansätze, um eine unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf zwischen Verkäufer und Käufer vorzunehmen. Allerdings sind hierbei auch noch einige weitere Faktoren zu beachten. So sollte der tatsächlich an den Verkäufer ausgezahlte Betrag auch die Kapitalertragsteuer berücksichtigen, die der Verkäufer bei einer Gewinnausschüttung zu zahlen hätte. Eine Auszahlung des Bruttogewinns ist also wenig sinnvoll. Allerdings unterliegt der Gewinn gleichzeitig auch der Besteuerung durch den Verkäufer. Um also eine Doppelbesteuerung des Gewinnanteils des Verkäufers zu vermeiden, sollte man sich vorher mit einem spezialisierten Steuerberater zusammensetzen.

Wir bieten genau diese Art von besonderer Unterstützung beim Unternehmensverkauf an. Wenn auch Sie einen GmbH-Verkauf planen oder sich in Verkaufsverhandlungen hierüber befinden, dann sind wir die Experten, die Sie hierfür brauchen. Rufen Sie uns also jetzt an, um von unserem umfassenden Fachwissen ebenso wie von unserer praktischen Erfahrung zu profitieren.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung bei der Veräußerung von Kapitalgesellschaften spezialisiert. Bei der Ausgestaltung und Umsetzung der Vertragsbestandteile schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Entwicklung von Maßnahmen zur Optimierung der zukünftigen GmbH-Besteuerung
  2. Individualisierte Empfehlungen zur Steueroptimierung künftiger Gewinnausschüttungen
  3. Erläuterung der Pflichten von GmbH-Gesellschaftern (Transparenzregister, Meldepflichten bei Auslandsbeteiligungen)
  4. Ergänzende Empfehlungen zur Gründung von Holdingstrukturen

Unternehmenskauf/Unternehmensverkauf

  1. Vertragsrechtliche Betreuung durch unsere Rechtsanwälte
  2. Begleitung im Rahmen der Due Diligence
  3. Detaillierte Beratung zu alternativen Gestaltungsmodellen zum Unternehmenskauf

Digitale Buchhaltung

  1. Anfertigung der Jahresabschlüsse und Steuererklärungen
  2. Erstellung von Zwischenbilanzen auf Basis der Vorjahresbilanzen

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Standort
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Telefon-/ Videokonferenz

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Lehrauftrag für Unternehmensteuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensteuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (3) Unternehmenskauf  und -verkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

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Beim GmbH-Verkauf kann es Unklarheiten geben, wem der Gewinn des laufenden Geschäftsjahres bis zum Abschluss des Kaufvorgangs zusteht – dem Verkäufer oder dem Käufer. Tatsächlich einigt man sich bei den Verkaufsverhandlungen mit dem Käufer oftmals darauf, dass der Gewinn dem Verkäufer zusteht. Zumindest für den Teil des Jahres, in dem der Verkäufer die Geschicke der GmbH geleitet hat, ist dies nachvollziehbar. Jedoch steht zum Zeitpunkt des Verkaufs oft noch kein Gewinn fest. Diesen stellt erst die vom Käufer nach Ablauf des Geschäftsjahres erstellte Bilanz fest. Jedoch können Käufer und Verkäufer beim GmbH-Verkauf einen variablen Kaufpreis vereinbaren, bei dem nach der Bilanzierung der Gewinnanteil dem Verkäufer nachträglich als zusätzlicher Verkaufspreis zusteht.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Zuordnung von Gewinnen beim GmbH-Verkauf spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Verfahren aus und übernehmen als neutraler Steuerberater die Bilanzierung. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
23. November 2022 GmbH-Verkauf: variablen Kaufpreis vereinbaren (dieser Beitrag)
24. November 2022 Unterjährige Aufteilung des Gewinns beim GmbH-Verkauf
25. November 2022 Abtretung des Gewinns beim GmbH-Verkauf

Unser Video:
GmbH-Verkauf mittels variablen Kaufpreis

In diesem Video erklären wir, wie man einen variablen Kaufpreis bei einem GmbH-Verkauf festlegt.

Inhaltsverzeichnis


1. Variablen Kaufpreis beim GmbH-Verkauf vereinbaren – Einleitung

Wenn man eine GmbH verkaufen möchte, dann finden viele unterschiedliche Prozesse im Vorfeld einer Einigung statt. Im Mittelpunkt steht selbstverständlich die Frage nach dem Kaufpreis. Auch andere Modalitäten fordern die Aufmerksamkeit der Verhandlungspartner. Über viele dieser Aspekte haben wir bereits ausführlich berichtet. Doch was ist mit dem Gewinn aus dem laufenden Geschäftsjahr? Schließlich steht der meist erst dann fest, wenn der Kaufvorgang abgeschlossen ist. Denn dann erstellt der Käufer die erste Bilanz unter der neuen Geschäftsführung, wobei allerdings das Ergebnis von der Geschäftsführung der ehemaligen GmbH-Gesellschafter beziehungsweise deren Fremdgeschäftsführer beeinflusst ist. Ist es da gerecht, dass die neuen Geselleschafter in solchen Fällen von der Leistung ihrer Vorgänger profitieren?

2. GmbH-Verkauf mit variablen Kaufpreis vereinbaren – ein Ansatz

Die Antwort der meisten Leserinnen und Leser auf diese Frage dürfte kaum positiv ausfallen. Auch ich würde liebend gern den Erfolg meiner eigenen Leistung als Geschäftsführer selber beanspruchen, statt ihn dem Käufer meines Unternehmens zu überlassen. Also, was kann man da machen?

Eine Option hierzu wollen wir heute in diesem Beitrag vorschlagen. Dazu erläutern wir, wie man hierbei einen GmbH-Verkauf mit einem variablen Kaufpreis vereinbaren kann, um nach der Erstellung der ersten Bilanz nach dem GmbH-Verkauf den Gewinn zwischen Verkäufer und Käufer aufzuteilen. Weitere Möglichkeiten stellen etwa die Abtretung des Gewinns oder eine vorab getätigte Absprache zur Aufteilung dar, die wir allerdings separat vorstellen.

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Unternehmenskauf oder Unternehmensverkauf ihrer Personen- oder Kapitalgesellschaft?

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3. Ausgangslage zum GmbH-Verkauf mit variablen Kaufpreis

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie möchten ihre GmbH verkaufen und finden im Laufe des Jahres einen Käufer. Bei den Verhandlungen klären sie alle Aspekte bis auf den der Aufteilung des Jahresgewinns. Zum Beispiel vereinbaren Sie, dass die Übertragung der GmbH-Anteile und die dafür zu leistende Bezahlung zum bereits nahenden Jahreswechsel stattfinden soll.

Wenn aber der Jahreswechsel den Übergang der Eigentumsverhältnisse an der GmbH definiert, dann ist dieser Zeitpunkt zur Feststellung des Jahresgewinns noch verfrüht. Frühestens im März des Folgejahres kann man erwarten, dass der Steuerberater die Bilanz für das ablaufende Geschäftsjahr erstellt (hier wollen wir davon ausgehen, dass das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht).

4. Gestaltung zum GmbH-Verkauf per variablen Kaufpreis

Wie könnten also die Konditionen aussehen, mit denen man den GmbH-Verkauf über einen variablen Kaufpreis ausgestaltet? Im Detail können selbstverständlich sehr viele Einzelheiten geregelt sein. Das Prinzip hierzu sieht aber wie folgt aus: Sie vereinbaren mit dem Käufer den eigentlichen Kaufpreis, den also, auf den Sie sich in Bezug auf den Unternehmenswert geeinigt haben. Zusätzlich nehmen sie aber auch noch eine weitere Klausel auf, in der dem Käufer ein späterer Aufschlag auferlegt ist. Dieser Aufschlag richtet sich nach der Höhe des Jahresgewinns, den er in der Jahresbilanz des unter Ihrer Leitung auslaufenden Geschäftsjahres feststellt.

Das Ganze nochmals mit Beispielwerten: Ende 2022 nehmen Sie den GmbH-Verkauf zu einem Verkaufspreis von EUR 1.000.000 vor. Dabei vereinbaren Sie mit dem Käufer einen variablen Verkaufspreis, der Ihnen einen Aufschlag in Höhe des Jahresgewinns 2022 zusichert. Im März 2023 ermittelt der Käufer in der Bilanz für 2022, dass die GmbH einen Gewinn von EUR 200.000 erwirtschaftet hat. Somit beträgt der variable Kaufpreis insgesamt EUR 1.200.000.

Ob Sie nun vorab den eigentlichen Kaufpreis vom Käufer ausgezahlt bekommen oder den vollen Betrag später in einer Summe erhalten, ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Für ihre Steuererklärung ist jedenfalls der ganze Betrag relevant.

Fachberatung für
steuerliche Gestaltungen zum Unternehmenskauf und -verkauf?

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5. Beim GmbH-Verkauf variablen Kaufpreis vereinbaren – wichtige Aspekte

Da wir nun wissen, wie der GmbH-Verkauf per variablen Kaufpreis dafür sorgt, dass Sie den Ihnen noch zustehenden Gewinn erhalten, sollten wir auch noch über einige Nebenaspekte dieser Option nachdenken.

5.1. Nachteil der Zahlung des variablen Kaufpreisanteils aus versteuertem Gewinn

So trägt der Käufer in diesem Fall einen steuerlichen Nachteil. Wenn er den Gewinn, den Sie im Vorjahr mit ihrer ehemaligen GmbH erwirtschaftet hatten, im Folgejahr ausschütten muss, um ihn an Sie auszuzahlen, dann bedeutet das, dass er für diese Dividende ganz regulär Kapitalertragsteuer zu entrichten hat (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls auch Kirchensteuer). Das bedeutet, dass er, um den gesamten Gewinn an Sie auszuzahlen, ungefähr 25 % des Betrags aus privaten Mitteln beisteuern muss. Wenn wir also eine gerechte Aufteilung des Jahresgewinns beim GmbH-Verkauf vornehmen wollen, dann sollte man als Verkäufer auch dafür offen sein, dass man nur den Anteil am Gewinn erhält, den man erhalten hätte, wenn man den Gewinn selber versteuern würde.

5.2. Möglichkeit der Bilanzmanipulation

Außerdem besteht das Risiko, dass während der Bilanzerstellung Maßnahmen zum Zuge kommen, mit denen der Gewinn entweder künstlich erhöht oder herabgesenkt ausfällt. Um also solche Risiken zu vermeiden, sollten sich sowohl Käufer als auch Verkäufer darauf einigen, dass ein unabhängiger Steuerberater die Bilanz erstellt. Dabei soll er dazu verpflichtet sein, dass er bei der Bilanzierung Ansatz und Bewertung in der gleichen Weise vornimmt, wie sie bereits in der Vergangenheit bei der Bilanzierung der GmbH Anwendung gefunden hatten. So stellt man sicher, dass weder der Verkäufer noch der Käufer unredlichen Einfluss auf die Höhe des Gewinns nehmen. Die Kontinuität bei Ansatz und Bewertung soll also für ein objektives Ergebnis bei der Gewinnermittlung sorgen.

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6. Mit einem variablen Kaufpreis den GmbH-Verkauf gestalten – Fazit

Wenn Käufer und Verkäufer bei den Verhandlungen zu einem GmbH-Verkauf das Thema Gewinnaufteilung ansprechen, dann kann ihnen die gerechte Aufteilung über einen variablen Kaufpreis gelingen. Allerdings muss man hierzu weitere Details festlegen, damit dies auch tatsächlich für beide Parteien gerecht abläuft. Dabei ist dies insbesondere dann relevant, wenn die gewinnfeststellende Bilanz erst nach Abschluss des Verkaufsvorgangs erstellt wird. Da dies der Regelfall ist, sollten sich Käufer und Verkäufer über die Tragweite dieser Aufteilungsmethode bewusst sein und sie offen und konstruktiv ausgestalten. Allerdings stehen ihnen hierzu auch andere Alternativen zur Verfügung. Daher sollten Käufer und Verkäufer beim GmbH-Verkauf stets abwägen, welche der in Frage kommenden Methoden zur Aufteilung des Jahresgewinns für sie am sinnvollsten erscheint.

Wer hierzu fachlichen Rat sucht, sollte sich vertrauensvoll an uns wenden. Wir haben uns stark auf die Optimierung aller Aspekte in Bezug auf Unternehmenstransaktionen spezialisiert. Deshalb fordern wir Sie auf: rufen Sie uns an und besprechen Sie mit uns Ihr Anliegen. Wir unterstützen Sie in allen Bereichen bei der Umsetzung Ihrer Vorhaben.


Steuerberater für Unternehmenstransaktionen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmenskauf und -verkauf spezialisiert. Bei der Veräußerung von Unternehmen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Vorab Informationen zur Wahrung und Nutzung von Verlustvorträgen
  2. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)
  3. Aufbau strategischer Strukturen bei Kapitalgesellschaften (Organschaft, Holding, Betriebstätten im Ausland)

Unternehmenskauf

  1. Betreuung beim Unternehmenskauf im Rahmen des Due Dilligence
  2. Beratung zur Ausgestaltung von Unternehmemskaufverträgen
  3. Erläuterung der Vorteile bei Share Deal & Asset Deal für Käufer und Verkäufer
  4. Eingehende Rechtsberatung durch unsere Rechtsanwälte (insbesondere im Gesellschaftsrecht und Vertragsrecht)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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Bonn

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Telefon-/ Videokonferenz

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Lehrauftrag für Unternehmensteuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensteuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (3) Unternehmenskauf und -verkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

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Elon Musk möchte Twitter übernehmen. Erst kauft er eine große Anzahl an Aktien des Unternehmens. Dann reicht er ein Übernahmeangebot ein, dem die Aktionäre positiv gegenüberstehen. Jedoch zieht Elon Musk kurze Zeit später sein Übernahmeangebot wieder zurück. Dazu nennt er als Grund, dass er über die wahre Anzahl der Fake- und Spam-Konten bei Twitter im Unklaren war. Dabei hat offenbar keine ausreichende Prüfung im Rahmen der Due Diligence im Vorfeld des Übernahmeversuchs stattgefunden. Als Reaktion hat Twitter Elon Musk zur Umsetzung der Übernahme verklagt. Daraufhin hat Elon Musk eine Gegenklage eingereicht. Außerdem führt Elon Musk nun als weiteres Argument an, dass Twitter, entgegen vorherigen Absprachen, eine Abfindung in einer Höhe gezahlt haben soll, für die seine Einwilligung erforderlich gewesen wäre. Zuletzt ist auch die Sicherheit der Nutzerkonten als Thema hinzugekommen. Wir können bereits jetzt einige Feststellungen zu diesem Fall treffen, die ein Licht auf den möglichen Ausgang dieser Auseinandersetzung werfen.

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Unser Video: Elon Musk und Twitter

In diesem Video erklären wir, ob Elon Musk von seinem Übernahmeangebot in Bezug auf Twitter einfach so zurücktreten kann.

Inhaltsverzeichnis

Table of Contents


1. Elon Musk und sein Plan der Übernahme von Twitter

1.1. Der Exzentriker Elon Musk

Wer vermutet, dass Elon Musk eine gewisse Exzentrizität lediglich als ein gepflegtes Image für Marketingzwecke nutzt, der mag ins Grübeln kommen, wenn man die Namen seiner Kinder als Indiz hierfür heranzieht: X Æ A-Ⅻ oder Exa Dark Sideræl etwa. Sicher ist, dass Elon Musk sich dadurch auszeichnet, dass er anfangs ausgefallen erscheinende Ideen umzusetzen versteht. Schließlich schien ein Erfolg mit der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von reinen Elektroautos oder von Trägerraketen auch vielen visionären Analysten ausgeschlossen. Und doch hat er genau dies geschafft. Tesla war lange Zeit die einzige Quelle für Elektroautos auf dem automobilen Massenmarkt. Und SpaceX könnte die von ihr konstruierten Raketen genauso gut auch mit einer hochreaktiven Mischung aus Ehrgeiz und Bombast betanken – sie würden trotzdem abheben. Realistischer Weise muss man aber dennoch stets Vorsicht walten lassen, wenn man Ankündigungen oder bereits in der Entwicklung befindliche Projekte des Multimilliardärs bewertet.

1.2. Der wankelmütige Elon Musk und die geplante Übernahme von Twitter

Ebenfalls mit Vorsicht zu behandeln sind öffentliche Äußerungen von Elon Musk. Recht oft schimmert dabei ein gewisses Irrlichtern hervor, das ja für Exzentriker bekanntlich durchaus charakteristisch ist. Dadurch bedingt ist aber auch ein weiteres Merkmal, dass man bei Elon Musk beobachten kann, nämlich eine Tendenz dazu, dass er in seinen Meinungen schwankt. Ein Beispiel hierzu mag die Ankündigung sein, dass Tesla die Absicht hege, seinen Bestand an Bitcoins zu veräußern. In die gleiche Richtung geht auch die Ankündigung von Elon Musk, dass Tesla auch Bitcoin als Zahlungsmittel – eigentlich als Tauschmittel – beim Kauf ihrer Autos akzeptiere. Doch einige Wochen später folgt auch hier der Rückzug. Aufgrund der derzeit ernüchternden Umweltbilanz von Kryptowährungen wollte Elon Musk nun doch keine Bitcoins mehr als Zahlungsmittel akzeptieren.

Das jüngste Beispiel in dieser Reihe ist die geplante Übernahme des Kurznachrichtendiensts Twitter durch Elon Musk. Für 44 Milliarden Dollar hatte er eine Offerte unterbreitet, durch die er Aktien an diesem Unternehmen erwerben wollte. Elon Musk war also daran gelegen mehr als einfach nur die Mehrheit der Twitter-Aktien zu kaufen – er wollte sie alle haben. Dadurch hätte er die Twitter-Aktie vom Börsenmarkt nehmen können und das Unternehmen im Grunde wie ein Einzelunternehmen zu führen vermocht. Der Vorteil, den er sich möglicherweise dabei erhoffte, war wohl, dass er auf diese Weise völlige Handlungsfreiheit bei seinen unternehmerischen Entscheidungen gehabt hätte. Doch kurz darauf zog er, via Twitter, sein Kaufangebot zurück. Also fragen wir uns, ob dies so einfach möglich ist.

2. Elon Musk und die geplatzte Übernahme von Twitter – Rechtsgrundlagen

2.1. Ausgangspunkt unserer Betrachtungen sind die Regelungen in Deutschland

Betrachten wir also, ob man eine solche Kaufofferte auf dem Aktienmarkt einfach zurücknehmen kann und wie Elon Musk nun versucht, genau dies in Bezug auf die Übernahme von Twitter zu erreichen.

Zunächst wollen wir in unserem Artikel darauf hinweisen, dass wir in Bezug auf diese Betrachtungen primär von der Rechtslage in Deutschland ausgehen. Hier sind insbesondere das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) und das Börsengesetz (BörsG) maßgebend. Wir wollen also so tun, als wäre Twitter eine in Deutschland an der Börse notierte Aktiengesellschaft. Dies ermöglicht uns, die für unsere Leserschaft in Deutschland relevante Rechtslage darzustellen. Ganz nebenbei sei aber auch erwähnt, dass die Rechtslage in den USA sich in dieser Hinsicht kaum wesentlich von der deutschen unterscheidet.

2.2. Was ist ein Delisting-Erwerbsangebot?

Das deutsche Recht kennt im Grunde drei verschiedene Varianten, mit denen Aktionäre Angebote zum Erwerb weiterer Aktien öffentlich unterbreiten können. Die Variante, mit der Elon Musk die Übernahme von Twitter durchführen wollte, nennt man hierzulande Delisting-Erwerbsangebot (auch als Buy-out bekannt). Denn das Ziel eines solchen Delisting-Erwerbsangebots ist der Erwerb einer ausreichenden Anzahl an Aktien, sodass der erwerbende Bieter die erforderlichen Stimmrechte erhält, um das Zielunternehmen von der Börse zu nehmen (das sogenannte Delisting). Hierzu reicht der Bieter sein Angebot über Angebotsunterlagen ein, die den Vorschriften des WpÜG entsprechen. Unter anderem muss das Angebot mindestens dem gewichteten durchschnittlichen Börsenkurs der vorangegangenen sechs Monate entsprechen. Übrigens ist neben Geldzahlungen auch der Tausch mit eigenen Aktien des Bieters als Gegenleistung zulässig. Ganz wesentlich ist hierbei jedoch, dass das Angebot keine gesonderten Bedingungen enthalten darf.

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3. Historie zum Angebot von Elon Musk zur Übernahmen von Twitter

Schauen wir nun kurz auf die zurückliegenden Ereignisse, die zum Angebot Elon Musks zur Übernahme von Twitter führten und wie sie sich in der Folge entwickelten.

3.1. Übernahme von Twitter durch Elon Musk: erster Akt

Schon seit einiger Zeit ist Elon Musk selbst auf Twitter mit großer Reichweite aktiv und recht mitteilsam. Man kann also davon ausgehen, dass er diese Form der Kommunikation durchaus zu schätzen weiß. Darum ist es auch nachvollziehbar, dass er eigene Anstrengungen unternommen hat, um eine eigene Kommunikationsplattform als Konkurrenz zu Twitter zu etablieren. Jedoch ist dies bislang ohne konkrete Resultate geblieben.

Bemerkenswert dabei ist aber auch, dass Elon Musk immer wieder mit seinen Äußerungen auf Twitter irritiert. Als dann auch Twitter mehr und mehr dazu überging, unzutreffende Beiträge ganz allgemein zu sanktionieren, was insbesondere Donald Trump einen Bann von der Plattform bescherte, äußerte sich Elon Musk kritisch über diese Maßnahmen. Er bezeichnete dies als Einschränkung der Meinungsfreiheit, ohne jedoch dabei auf die von allen Usern eingegangene Verpflichtung zur Einhaltung der Richtlinien bei Twitter einzugehen.

3.2. Übernahme von Twitter durch Elon Musk: zweiter Akt

Im April 2022 erlangte Elon Musk über Börsenerwerbe eine große Zahl an Aktien von Twitter. Seine Beteiligungsquote entsprach damit etwa 9,2 % aller Twitter-Aktien. Damit war er zum größten Anteilseigner von Twitter aufgestiegen. Um jedoch Einfluss auf die Geschäftsführung von Twitter im von ihm offenbar angestrebten Umfang nehmen zu können, benötigte Elon Musk deutlich mehr Aktien. Deshalb reichte Elon Musk Mitte April ein Übernahmeangebot bei der zuständigen Börsenaufsicht ein. Er bot den Aufkauf von Twitter-Aktien zu einem Wert von je USD 54,20 an. Kurz zuvor lag der Börsenwert der Twitter-Aktie noch bei etwa USD 46,00.

Auf diese Übernahmeofferte mussten nun die übrigen Twitter-Aktionäre sowie das Unternehmen selbst reagieren. Dazu ist einerseits die Zustimmung des Managements erforderlich gewesen, andererseits aber auch die der Aktionäre. Letztendlich gab es aber eine Übereinkunft mit Elon Musk.

Doch schon zu der Zeit gab es Anhaltspunkte, die darauf hinwiesen, dass der Übernahmeversuch hürdenreich verlaufen könnte. So ist etwa die Kritik von Elon Musk an der Einschränkung der Meinungsfreiheit bei Twitter eines der Indizien gewesen, die das Unternehmen von einer Zustimmung zur Übernahme hätte abhalten können. Ein weiteres Indiz war Elon Musks Mitteilung, dass Twitter eine große Zahl an Fake- und Spam-Konten enthalte. Diese Anzahl sollte das Unternehmen im Zuge der Übernahme öffentlich machen, so Musk.

3.3. Übernahme von Twitter durch Elon Musk: dritter Akt

Am 09.07.2022 kam es dann zum offenen Bruch zwischen Elon Musk und Twitter. Elon Musk verkündete, dass er von seinem Angebot zum Kauf von Twitter-Aktien zurücktrete. Zur Begründung berief er sich dabei auf seine Kritik an der angeblich hohen Zahl an Fake- und Spam-Konten bei Twitter. Daraufhin reichte Twitter jedoch Klage ein. Schließlich war die Zahlung einer Strafe von USD 1.000.000.000 für den Fall des Austritts eines der Beteiligten vereinbart worden. Und aus Sicht von Twitter ist Elon Musk mit seinem Rücktritt vom Kaufangebot diesen Schritt gegangen.

Darauf hat Elon Musk seinerseits mit dem Einreichen einer Gegenklage reagiert. Allerdings ist diese Klage beim zuständigen Gericht als vertraulich eingegangen. Daher sind die Details dieser Klage der Öffentlichkeit bislang unbekannt. Zumindest wissen wir, dass die zuständige Richterin den Verhandlungstermin auf den 17.10.2022 festgelegt hat und dafür fünf Verhandlungstage einplant.

Inzwischen führt Elon Musk einen weiteren Grund an, um von seiner Offerte zurücktreten zu können. So argumentiert er, dass Twitter entgegen vorhergehenden Vereinbarungen eine Abfindung ohne vorherige Konsultationen mit Musk an einen Whistleblower gezahlt haben soll.

Dennoch hat sich mittlerweile eine Mehrheit der Aktionäre für einen Verkauf von Twitter an Elon Musk ausgesprochen. Eine Fortsetzung der Übernahme dürfte also zumindest von dieser Seite möglich sein. Allerdings konnte auch Elon Musk seinen Argumentationsstandpunkt um einen weiteren Aspekt erweitern. So hatte der Whistleblower, der zuvor Sicherheitschef bei Twitter war, von erheblichen Sicherheitsmängeln berichtet. Die zuständige Richterin, die im Oktober über die Klagen befinden wird, ließ diese weiteren Gesichtspunkte bei der Verhandlung bereits zu.

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4. Elon Musk vs. Twitter: rechtliche Einschätzung zur Auseinandersetzung

Wir können uns nun an einer Einschätzung der rechtlichen Situation versuchen. Klar ist, dass beide Parteien hierbei konträre Standpunkte vertreten. Elon Musk ist seiner Aussage nach deshalb zurückgetreten, weil Twitter keine ausreichenden Informationen über die Anzahl der Fake- und Spam-Konten zur Verfügung stellte. Dabei hätte dies im Rahmen einer Due Diligence Prüfung durchaus zur Sprache kommen müssen. Was aber ebenfalls unterblieb, ist die Due Diligence Prüfung selbst. Zumindest ist der Umfang auf Elon Musks betrieben stark verkürzt worden, sodass man diese Prüfung als unzulänglich bezeichnen darf.

Im Vorfeld einer Unternehmenstransaktion, erst recht in einer von dieser Dimension, ist eine umfangreiche Due Diligence Prüfung erforderlich, weil nämlich im angelsächsischen Rechtskreis der Käufer die Sorgfaltspflicht für die Folgen einer Transaktion übernimmt. Er steht dafür gerade, dass die Übernahme eines Unternehmens möglichst keine, ansonsten nur überschaubare Risiken in sich birgt. Durch diese Unterlassung ist Elon Musk unserer Meinung nach der Umstand zuzurechnen, dass das Übernahmeangebot dennoch Bestand hatte, als er dieses aufkündigte.

Zwar liegt die Bedeutung der Due Diligence Prüfung insbesondere im Schutz der Anteilseigner, sodass sie keinen Wertverlust ihrer Anteile erleiden. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass bei der Übernahme von Twitter durch Elon Musk am Ende des Prozesses keine andere Anteilseigner vorhanden sind, die einen potentiellen Schadensersatzanspruch an ihn stellen könnten. Insofern ist die Abkürzung der Due Diligence Prüfung aus der Persepktive Elon Musks durchaus nachvollziehbar. Ob dies dennoch sinnvoll ist, lassen wir rhetorisch offen.

Inwiefern die zuletzt aufgekommenen Klagepunkte, die Elon Musk anführt, um die Übernahme von Twitter zu verhindern, seinen rechtlichen Standpunkt bekräftigen, können wir derzeit kaum einschätzen. So könnte man argumentieren, dass die Prüfung der Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Twitter-Nutzer–Konten ebenfalls zum Umfang einer Due Diligence Prüfung zählen. Dass diese Details nun nach Musks Rückzug vom Kaufangebot relevant sein könnten, ist aber offenbar ebenfalls denkbar.

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5. Folgen aus der geplatzten Übernahme von Twitter durch Elon Musk

Wenn es tatsächlich keinen Grund geben sollte, der Ansicht von Elon Musk und seinen Rechtsanwälten zu folgen, dürfte das Gerichtsurteil in dieser Angelegenheit eindeutig ausfallen. Denn dann müsste Elon Musk einerseits das Kaufangebot erfüllen, andererseits auch die Konventionalstrafe in Höhe von USD 1.000.000.000 zahlen.

Falls das Gericht also die Erfüllung des Übernahmeangebots erzwingen sollte, bleibt dennoch weiterhin fraglich, ob Elon Musk es tatsächlich schaffen wird, die angepeilte Beteiligungsquote bei Twitter zu erlangen. Zumindest sieht es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ganz danach aus. Sollte Elon Musk also wirklich die für eine Übernahme erforderliche Anzahl an Twitter-Aktien erwerben, könnte er mit einem Squeeze-out die verbleibenden Aktionäre aus dem Unternehmen drängen. Somit würde er letzten Endes doch die vollständige Kontrolle über Twitter erlangen. In diesem Fall dürfte er dann wohl tatsächlich die Aktie über ein Delisting von der Börse entfernen, weil dies die Kosten und Auflagen einer Börsennotierung eliminieren würde. Für ihn wichtiger dürfte dann aber sein, dass er die uneingeschränkte Kontrolle über den Kurznachrichtendienst ausüben kann, so, wie er es wohl ursprünglich angestrebt hat.

Andererseits, auch wenn dies derzeit eher unwahrscheinlich erscheint, könnte Elon Musk vor Gericht obsiegen. In diesem Fall wäre Twitter mit den Schäden dieser Auseinandersetzung konfrontiert. Insbesondere der Kurs der Twitter-Aktie hat seit dem Streit nachgelassen. Aber auch die Reputation des Kurznachrichtendiensts hat gelitten. Zwar erscheint es kaum wahrscheinlich, dass dies Twitter langfristig schaden dürfte, doch das Vertrauen der Anleger in das Unternehmen ist schon jetzt deutlich geringer als vor dem Übernahmeangebot durch Elon Musk. Doch könnte dies auch eine Chance auf Erneuerung für Twitter bedeuten.

Wir dürfen also gespannt in die Zukunft blicken.


Steuerberater für Unternehmensübernahmen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmenskauf und -verkauf spezialisiert. Bei der Planung einer Unternehmensübernahme schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Unternehmenskauf

  1. Vornahme der erforderlichen Prüfungen im Rahmen der Due Diligence
  2. Due Diligence bei geplanten Joint Ventures
  3. Rechtsberatung durch unsere Rechtsanwälte (insbesondere im Gesellschaftsrecht und Vertragsrecht)
  4. Allgemeine Beratung zum Unternehmenskauf (Verkauf GmbH, Verkauf GmbH & Co. KG, Nutzung von Verlustvorträgen)
  5. Differenzierte Beratung zum Unternehmensverkauf
  6. Hervorhebung der Vorteile bei Share Deal & Asset Deal bei der Beratung zu Veräußerung und Erwerb von Unternehmen

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Standort Bonn

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Telefon-/Videokonferenz

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Lehrauftrag für Unternehmensteuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensteuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (3) Unternehmenskauf und -verkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Wenn Sie Ihre Anteile an einer GmbH verkaufen, so ist dies regelmäßig nicht umsatzsteuerbar. Ausnahmen bestehen aber bei unternehmerisch durchgeführten Veräußerungen. Dennoch sind diese umsatzsteuerbefreit. Dabei ist aber unter gewissen Voraussetzungen die Option zur Umsatzsteuerpflicht möglich. Wir erklären, wann die Option möglich und sinnvoll ist.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Beratung von Gesellschaftern spezialisiert. Dabei arbeiten wir für unsere Mandanten auch individuelle Gestaltungsmodelle aus, wenn Sie Ihre Anteile an einer GmbH verkaufen wollen. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum Thema
9. Oktober 2020 Firma verkaufen ohne Steuern? Drei Optionen die sie Ihrem Ziel näher bringen
23. April 2021 Firmenanteile kaufen – Kaufpreis in Ergänzungsbilanz abschreiben
18. Juni 2021 Geschäftsveräußerung: Share-Deal nicht umsatzsteuerbar – Beachten Sie auch nachteilige Rechtsfolgen!
19. November 2021 Anteile an einer insolventen GmbH: Rückforderung des Kaufpreises möglich?
31. August 2022 Anteilsveräußerung: So wird die Veräußerung von Anteilen an Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften besteuert (dieser Beitrag)
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Unser Video: Unternehmensverkauf: Wer zahlt welche Steuern?

Wir klären, wie viele Steuern Sie bei dem Verkauf eines Unternehmens zahlen.

Inhaltsverzeichnis

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1. Anteile an einer GmbH verkaufen: Dann ist die Umsatzsteuer zu beachten

Sie wollen Ihre Anteile an einer GmbH verkaufen? Dann müssen Sie tatsächlich auch die Umsatzsteuer beachten. Die Übertragung von Anteilen an einer Gesellschaft stellt umsatzsteuerlich nämlich eine Lieferung dar. Wird Verfügungsmacht verschafft, ist die Lieferung ausgeführt. Wenn die Beteiligung vom Verkäufer im unternehmerischen Bereich gehalten wird und der Ort der Lieferung im Inland verortet ist, liegt ein steuerbarer Umsatz vor.

§ 4 Nummer 8 UStG stellt die Übertragung der Anteile aber von der Umsatzsteuer frei. Dennoch sollten Sie sich mit der umsatzsteuerlichen Bewertung befassen. Sofern besondere Voraussetzungen vorliegen, kann nämlich nach § 9 UStG zur Umsatzsteuerpflicht optiert werden, was unter Umständen für Sie vorteilhaft sein kann.

2. Anteile an einer GmbH verkaufen: Umsatzsteuerliche Grundsätze

2.1. Unternehmerisch Anteile an einer GmbH verkaufen

Damit die Veräußerungseinkünfte, wenn Sie Ihre Anteile an einer GmbH verkaufen, umsatzsteuerbar sind, muss die Veräußerung unternehmerisch durchgeführt sein. Das bloße Halten und Veräußern von Beteiligungen ist unabhängig von der Beteiligungshöhe nicht unternehmerisch. Steuerbar kann der Verkauf aber sein, wenn er die umsatzsteuerbare Tätigkeit des Verkäufers unmittelbar, dauerhaft oder notwendig erweitert hat. Zudem können Finanzinvestoren, die Gesellschaften erwerben und weiterveräußern unternehmerisch tätig sein.

Ferner ist die Vorschrift des § 1 Absatz 1a UStG zu beachten. Demnach unterliegen Umsätze im Rahmen einer Geschäftsveräußerung nicht der Umsatzsteuer, wenn sowohl Verkäufer als auch Käufer Unternehmer sind und der Erwerb für das Unternehmen des Käufers erfolgt.

Allerdings ist die bloße Übertragung von Geschäftsanteilen grundsätzlich keine Geschäftsveräußerung in diesem Sinne, weil keine einzelnen Vermögenswerte übertragen werden. Das kann zum Beispiel anders sein, wenn bei einer Geschäftsveräußerung die Beteiligung als Teil des Vermögens eines Gesamtunternehmens im Rahmen eines Asset-Deals übertragen wird.

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Für Sie ebenfalls interessant: Geschäftsführergehalt

In diesem Video erklären wir, wie hoch Sie das Geschäftsführergehalt optimal ansetzen, um die Steuerbelastung deutlich zu reduzieren.

2.2. Steuerbefreiung

Wird die Veräußerung unternehmerisch betrieben, so ist sie nach den Voraussetzungen des § 4 Nummer 8 UStG umsatzsteuerfrei. Zu beachten ist aber, dass nicht zwingend alle Leistungen im Zusammenhang mit der Übertragung unter die Befreiungen fallen. Dienstleistungen, die lediglich administrativer oder technischer Art sind, unterfallen jedoch regelmäßig nicht den Befreiungsvorschriften für die Anteilsübertragung.

2.3. Option zur Regelbesteuerung

Ist die Anteilsveräußerung nach diesen Grundsätzen umsatzsteuerbar, aber von der Umsatzsteuer befreit, so besteht für den Verkäufer die Möglichkeit zur Option zur Umsatzsteuerpflicht gemäß § 9 UStG. Dies gilt daher aber nur, wenn die zu veräußernde Beteiligung vom veräußernden Gesellschafter in einem umsatzsteuerlichen Unternehmen mit umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen gehalten wird. Außerdem muss die Übertragung der Beteiligung an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt werden. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn Sie aus den Transaktionskosten die Vorsteuer über den Vorsteuerabzug ziehen wollen, welche Sie sonst nur als erhöhte Anschaffungskosten geltend machen können.

Reine Holding-Gesellschaften erfüllen die Voraussetzungen der Option jedoch regelmäßig nicht. Für den Käufer kann die Option des Verkäufers nachteilig sein, wenn er keinen Vorsteuerabzug für den Kauf der Beteiligung hat, da sich der Kaufpreis für die Anteile um 19 % erhöht. Er ist daher mit einer Klausel, wonach dem Verkäufer die Option zur Umsatzsteuerpflicht untersagt wird, gut beraten.

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Haben Sie Fragen zur Veräußerung Ihrer Anteile?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten:

3. Anteile an einer GmbH verkaufen – Handlungsempfehlungen

Auch, wenn Sie Ihre Anteile an einer GmbH verkaufen, sollten Sie die Umsatzsteuer also im Blick haben. Im Regelfall wird eine Belastung der Anteilsübertragung mit Umsatzsteuer nicht eintreten oder aber vermeidbar sein. In bestimmten Konstellationen kann es aber durchaus sinnvoll sein, die Umsatzsteuerpflicht gezielt herbeizuführen, um die Erstattung von Vorsteuerbeträgen geltend machen zu können. Dazu raten wir insbesondere, wenn Sie hohe Transaktionskosten haben und der Käufer die Vorsteuer aus dem Kauf der Anteile ziehen kann.


Steuerberater für Gesellschafter

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Gesellschafter spezialisiert. Bei der geschickten Gestaltung von Anteilsveräußerungen zur Reduktion der Steuerlast schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei GewinnausschüttungenNutzung von Verlustvorträgen)
  2. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)

Unternehmenskauf

  1. Beratung beim Unternehmenskauf (Verkauf GmbHVerkauf GmbH & Co. KGNutzung von Verlustvorträgen)
  2. Beratung beim Unternehmensverkauf (Vorteile bei Share Deal & Asset Deal)

Umsatzsteuer

  1. Umsatzsteuerliche Bewertung des Share Deals und Asset Deals
  2. Beurteilung der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs
  3. Durchführung der Vorsteuerabzugsberichtigung nach § 15a UStG
  4. Beurteilung von Optionsmöglichkeiten nach § 9 UStG
  5. Begründung umsatzsteuerlicher Organschaften
  6. Geschickte Ausübung des Zuordnungswahlrechts bei gemischt genutzten Wirtschaftsgütern

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Die Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften aus dem Privatvermögen unterliegt gemäß § 17 EStG der Besteuerung. Dabei lässt sich die Steuerlast durch geschickte Gestaltung minimieren. Wir erklären, einige Modelle und wie die Veräußerungseinkünfte gemäß § 17 EStG überhaupt der Besteuerung unterliegen.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Beratung von Gesellschaftern spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Gestaltungsmodelle im Zusammenhang mit Anteilsveräußerungen aus. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum Thema
09. Oktober 2020 Firma verkaufen ohne Steuern? Drei Optionen die sie Ihrem Ziel näher bringen
23. April 2021 Firmenanteile kaufen – Kaufpreis in Ergänzungsbilanz abschreiben
18. Juni 2021 Geschäftsveräußerung: Share-Deal nicht umsatzsteuerbar – Beachten Sie auch nachteilige Rechtsfolgen!
19. November 2021 Anteile an einer insolventen GmbH: Rückforderung des Kaufpreises möglich?
25. August 2022 Gestaltungen bei der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften: So sparen Sie Steuern! (dieser Beitrag)
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Unser Video: Unternehmensverkauf: Wer zahlt welche Steuern?

Wir klären, wie viele Steuern Sie bei dem Verkauf eines Unternehmens zahlen.

1. Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften, § 17 EStG

Werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft im Privatvermögen des Steuerpflichtigen gehalten, so unterliegt der Veräußerungsgewinn grundsätzlich nach der Maßgabe des § 17 EStG der Besteuerung. Demnach muss der Veräußerer innerhalb der letzten fünf Jahre am Kapital der Gesellschaft zu 1 % unmittelbar oder mittelbar beteiligt gewesen sein. Dann hat er seinen Veräußerungsgewinn nach § 17 zu versteuern, welcher der Unterschiedsbetrag zwischen dem Veräußerungspreis abzüglich der Veräußerungskosten und den Anschaffungskosten ist. Der fünf Jahres Zeitraum bezieht sich dabei auf die fünf Jahre vor der zu beurteilenden Veräußerung.

Veräußerungen in diesem Sinne sind jedoch nur solche gegen Entgelt. Dabei ist ein Entgelt nur anzunehmen, wenn eine gleichwertige Gegenleistung erbracht wird. § 17 Absatz 1 Satz 4 EStG erweitert jedoch die Steuerpflicht des Grundtatbestandes und stellt die Steuerverhaftung wesentlicher Anteile für den Fall sicher, dass diese Anteile innerhalb des Fünf-Jahres-Zeitraumes unentgeltlich erworben worden sind. Der Veräußerer muss sich dann die Besitzzeit des wesentlich beteiligten Rechtsvorgängers anrechnen lassen. Entscheidend dafür ist allein, dass die Beteiligung des Steuerpflichtigen infolge des unentgeltlichen Hinzuerwerbs nicht in eine wesentliche im Sinne des § 17 Absatz 1 Satz 1 EStG erstarkt. Dann greift bereits der Grundtatbestand des Absatz 1 Satz 1.

Wie die Besteuerung erfolgt, wenn die Anteile im Betriebsvermögen gehalten werden oder eine unwesentlich Beteiligung vorliegt, haben wir in einem unserer anderen Beiträge erklärt.

2. Gestaltungen des Veräußerers bei Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften

2.1. Vorweggenommene Erbfolge

Im Rahmen der vorweggenommen Erbfolge lassen sich die Übertragungen so gestalten, dass der Freibetrag des § 17 Absatz 3 EStG jeweils in Anspruch genommen werden kann. Im Einvernehmen mit dem Erwerber kann dabei auch ein Teil zunächst bei dem Veräußerer verbleiben. Rechtliche Bindungen des Veräußerers gegenüber dem Erwerber können allerdings wirtschaftliches Eigentum des Erwerbers und damit die Zurechnung der Anteile bei ihm begründen. Daher müssen Sie solche Vereinbarungen geschickt formulieren. Dazu beraten wir Sie sehr gerne.

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2.2. Modifikationen des Veräußerungspreises

Der Veräußerungspreis und damit der Veräußerungsgewinn lässt sich reduzieren, indem Gewinne vor der Veräußerung ausgeschüttet werden. Dies ist möglich, indem gesellschaftsrechtliche Dispositionsmöglichkeiten bei der Gewinnverteilung mit einer befristeten Beibehaltung der Gesellschafterstellung des Veräußerers kombiniert werden. Dazu ließen sich beispielsweise disquotale Gewinnausschüttungen vereinbaren.

3. Gestaltungen des Erwerbers bei Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften

3.1. Ausgangssituation: Keine abschreibungsfähige Anschaffungskosten

Der Erwerber einer wesentlichen Beteiligung verwirklich zunächst keinen einkommensteuerlichen Tatbestand. Durch den Erwerb legt er aber die Grundlage für seine künftige ertragsteuerliche Behandlung. Aus steuerlicher Sicht unterscheidet sich die einkommensteuerliche Behandlung des Erwerbs einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft, sogenannter share deal grundlegend von dem Kauf eines Unternehmens durch Erwerb aller Aktiva und Passiva, sogenannter asset deal. Die bei dem Erwerb von Anteilen erlangten Wirtschaftsgüter stellen dabei nicht abschreibungsfähigen Beteiligungsbesitz dar. Somit ist es für den Käufer in der Regel besser, direkt einen asset deal zu vereinbaren. Daher hat der Erwerber einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft nicht die Möglichkeit, den Kaufpreis auf die einzelnen abnutzbaren Wirtschaftsgüter aufzuteilen und ihn dadurch in einkünftemindernden Erwerbsaufwand umzuformen. Daher versuchen Steuergestaltungen des Erwerbers eines Anteils an einer Kapitalgesellschaft, den nicht abschreibungsfähigen Beteiligungsbesitz nach Erwerb in abschreibungsfähige Einzelwirtschaftsgüter umzuwandeln.

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Fachberatung für Gesellschafter?

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3.2. Wirtschaftsgüter der Gesellschaft kaufen

Ein Model für den Erwerber gründet auf der Kombination von Gewinnausschüttung und einer diese einkommensteuerlich neutralisierenden Teilwertabschreibung. Dabei veräußert die Kapitalgesellschaft nach dem Erwerb der Beteiligung alle Wirtschaftsgüter unter Aufdeckung der stillen Reserven an ihren neuen Gesellschafter. Dadurch können die erworbenen abnutzbaren Einzelwirtschaftsgüter auf Grundlage ihrer Anschaffungskosten abgeschrieben werden. Hingegen kann die Kapitalgesellschaft die durch den Verkauf realisierten Gewinne als Dividenden an die Gesellschafter ausschütten. Die Ausschüttungen und mindern damit den Wert der Kapitalgesellschaft, so dass der Anteilseigner eine Teilwertabschreibung auf seine Beteiligung vornehmen kann, welche dann den ausschüttungsbedingten Beteiligungsertrag neutralisiert.

4. Verlustgestaltung bei der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften

Spannend ist auch eine derzeitig vor dem Bundesfinanzhof (BFH) anhängige Gestaltung. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob der BFH diese anerkennt. Dabei sind zwei Gesellschafter je zur Hälfte an einer GmbH beteiligt und verkaufen sich jeweils gegenseitig ihre Anteile an der GmbH unter Wert. Diese Gestaltung soll ermöglichen, dass es für jeden Gesellschafter jeweils zu einem Veräußerungsverlust nach § 17 Absatz 2 Satz 1 EStG führt, wodurch es zu einer Steuererstattung kommt.

Nach der Auffassung des Finanzgerichts ist die Gestaltung nicht schon deshalb als rechtsmissbräuchlich anzusehen, weil jeder Gesellschafter am selben Tag einen gleichen Anteil von seinem Mitgesellschafter zu demselben Preis erworben hat. Von einer missbräuchlichen Gestaltung kann nur ausgegangen werden, wenn die Preise für die wechselseitig veräußerten und erworbenen gleichen Geschäftsanteile erheblich unter ihrem tatsächlichen Wert vereinbart wurden und sich bei einem angemessenen Preis jeweils ein Veräußerungsgewinn nach § 17 EStG ergeben hätte.

5. Fazit zur Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften

Zu § 17 EStG gibt es ein paar Gestaltungen. Auf Grund der Besteuerung von nichtwesentlichen Beteiligungen nach § 20 Absatz 2 Nummer 1 EStG mit der Abgeltungsteuer, sind aber Gestaltungen, die nichtwesentliche Beteiligungen entstehen lassen sollen, hinfällig geworden. Wir finden für Ihre Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften aber ein individuelles Gestaltungsmodel. Kontaktieren Sie uns dazu gern.


Steuerberater für die Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zu Anteilsveräußerungen spezialisiert. Beim der Entwicklung individueller Gestaltungsmodelle schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Unternehmenskauf

  1. Beratung beim Unternehmenskauf (Verkauf GmbHVerkauf GmbH & Co. KGNutzung von Verlustvorträgen)
  2. Beratung beim Unternehmensverkauf (Vorteile bei Share Deal & Asset Deal)

Umwandlungen

  1. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (EinbringungVerschmelzungFormwechsel)
  2. Beratungen zum Anteilstausch

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Lehrauftrag für Unternehmenstransaktionen

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensveerkäufe werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung beim Unternehmensverkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Beim Unternehmensverkauf stehen neben der Frage nach der angemessenen Höhe des Kaufpreises oder der Art des Verkaufs, als Share Deal oder als Asset Deal, noch viele weitere Details auf der Agenda der Käufer. Dem hingegen interessiert Verkäufer meist nur die Höhe des Kaufpreises sowie die möglichst vorteilhafte Besteuerung des daraus resultierenden Gewinns. Dabei können vertragliche Modalitäten zum Unternehmensverkauf sowohl weitreichende Auswirkungen auf den tatsächlich auszuzahlenden Kaufpreis haben als auch auf die Übernahme von Garantien, Gewährleistungsrechten und persönlichen Haftungsrisiken durch den Verkäufer. Schließlich ist es im Interesse des Käufers möglichst viele Risiken, die mit dem Unternehmensverkauf einhergehen, auf den Verkäufer zu übertragen. Aber auch eine meist zeitlich limitierte Unterstützung des Unternehmens durch den Verkäufer im Rahmen von Bleibeklauseln sind denkbare vertragliche Modalitäten bei einem Unternehmensverkauf. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn die zukünftigen Geschicke des Unternehmens von der Expertise des Verkäufers im wesentlichen Maß abhängen.

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Unser Video: Unternehmensverkauf: Wer zahlt welche Steuern?

Wir klären, wie viele Steuern Sie bei dem Verkauf eines Unternehmens zahlen.

Inhaltsverzeichnis

Table of Contents


1. Vertragliche Modalitäten beim Unternehmensverkauf – Einleitung

Für viele Unternehmer ist der Verkauf ihres Unternehmens ein bedeutender Einschnitt in ihrem Leben. Dies gilt ganz besonders dann, wenn sie ihr Unternehmen selbst gegründet und aufgebaut haben. Auf den ersten Blick mögen Gründer von Startups dabei ein wenig entspannter wirken, weil sie den Exit ohnehin von Anfang an angepeilt haben. Außerdem tritt durch die Aufnahme von Investoren ohnehin eine Verwässerung der eigenen Anteile statt, sodass hierbei ihr Wert relativ zur Situation zum Zeitpunkt der Gründung absinkt. Doch selbst da ist die Bindung an das Unternehmen, das man mit viel eigenem Fleiß und Mut durch die Fahrwasser geschäftlicher Tätigkeiten zum wirtschaftlichen Erfolg navigierte, oft beträchtlich.

Sei es drum, nun soll das Unternehmen den Eigentümer wechseln. Einen potentiellen Käufer zu finden, der mit dem angepeilten Kaufpreis einverstanden ist, mag kurz oder lang dauern, wir wollen davon ausgehen, dass dies, wie in den meisten Fällen, tatsächlich gelingt. Wer aber das erste Mal in seinem Leben vor dem Verkauf des eigenen Unternehmens steht, der sieht sich bei den Verkaufsverhandlungen oft einer immensen Anzahl an Anforderungen der Käufer gegenüber. Selbstverständlich möchten Käufer diese unvorhergesehenen Bedingungen in eine vertragliche Verschalung zementieren. Kein Wunder also, wenn ein solcher unerfahrener Verkäufer hierbei mehr als nur ein paar Risiken vermuten sollte. Denn solche vertragliche Modalitäten beim Unternehmensverkauf können weitreichende Folgen induzieren.

2. Darum sind vertragliche Modalitäten beim Unternehmensverkauf wichtig

Dabei muss man aber auch die Käuferseite bei einem Unternehmensverkauf schützend betrachten. Selbstverständlich hat auch ein Käufer gewissen Risiken beim Unternehmenskauf vorzubeugen. Ergo müssen diese Bestandteil des Unternehmenskaufvertrags werden. Je präziser nun die Ausgestaltung der Forderungen der Käufer an die Verkäufer im Kaufvertrag erfolgt, desto geringer ist das Risiko, dass es bei einem eventuellen Rechtsstreit zu unerwünschten Überraschungen kommt. Dass die Käufer dabei in erster Linie die eigenen Vorteile in den Unternehmenskaufvertrag einfließen lassen möchten, ist dabei mehr als verständlich.

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3. Wer gibt vertragliche Modalitäten beim Unternehmensverkauf vor?

Somit sind es insbesondere die Unternehmenskäufer, die vertragliche Modalitäten zum Unternehmensverkauf vorgeben. Denn den zumal unerfahrenen Verkäufer dürfte in erster Linie nur der Kaufpreis interessieren. Doch auch andere Gründe spielen in diesem Ungleichgewicht oftmals eine bedeutende Rolle.

Weil in aller Regel größere Unternehmen kleinere übernehmen, die Übernahme des Getränkelieferservices Flaschenpost mag hier als Beispiel dienen, verfügen sie meist über die entsprechend größere Erfahrung in dieser Hinsicht. Sind die kaufenden Unternehmen von einer bestimmten Größe, dann verfügen sie möglicherweise auch über eigene Abteilungen, die sich ausschließlich mit Mergers & Acquisitions beschäftigen. Kein Wunder also, wenn sie sich in Punkto Ausarbeitung von Unternehmenskaufverträgen fachlich weit jenseits des Erfahrungshorizonts eines einfachen Unternehmers bewegen. Sie sind es dann auch, die bei erfolgreichem Abschluss einer Due Diligence Prüfung den Unternehmensverkauf maßgebend steuern. Daher fließen vertragliche Modalitäten häufig primär von Seite der Unternehmenskäufer in den Kaufvertrag ein.

Würde ein Verkäufer einen ebenso umfassenden Horizont im Hinblick auf mögliche Eventualitäten haben, die bei seinem Unternehmensverkauf auftreten können, dann würden im Allgemeinen wohl auch deutlich mehr Forderungen, die die Interessen eines Verkäufers schützen sollen, in einen Kaufvertrag einfließen. Doch die Realität hierzu sieht anders aus. Zumindest bietet der Vorschlag des Käufers zum Unternehmenskaufvertrag dem Verkäufer eine Gelegenheit, um sowohl über die Angemessenheit der Vorstellungen des Käufers als auch über die möglicherweise eigenen fehlenden nachzudenken. Eine vorschnelle Unterschrift unter den ersten Entwurf zum Kaufvertrag ist jedenfalls nur selten eine gute Entscheidung. Denn letzten Endes kommt es auf die vertraglichen Modalitäten zur Umsetzung eines Unternehmenskaufs an, weniger auf ein oft trügerisches Bauchgefühl (oder vielmehr seinem Fehlen). Dabei geht es weder um die Vermeidung einer arglistigen Täuschung noch um übermäßig kritische Zweifel, ob ein Unternehmensverkauf an sich sinnvoll ist. Zumindest sollte bis zu diesem Zeitpunkt letztgenannter Punkt eindeutig geklärt sein.

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4. Die wichtigsten vertraglichen Modalitäten beim Unternehmensverkauf

Gehen wir nun ins Detail und betrachten, welche vertraglichen Modalitäten beim Unternehmenskauf auf einen Verkäufer zukommen könnten. Dabei handelt es sich um eine Auswahl der bedeutendsten Regelungen, die in einer solchen Situation typischerweise aufkommen können.

4.1. Modalitäten zur Zahlung des Kaufpreises

Schon der erste Punkt dürfte manche Verkäufer überraschen. Denn Käufer haben oftmals ein Interesse daran, den Zeitpunkt sowie den Umfang der Zahlung des Kaufpreises zu gestalten. Einerseits verbessern sie dadurch ihre Liquidität, weil sie etwa durch einen Zahlungsaufschub bei Kreditgebern bessere Konditionen erzielen können. Andererseits genießen sie dadurch selber ebenfalls größere finanzielle Freiheiten. Selbstverständlich haben vertragliche Modalitäten beim Unternehmensverkauf hinsichtlich des Zahlungsumfangs und Zahlungszeitpunkts für Käufer auch einen direkten Bezug zum Kaufvorgang. Denn sollte aus anderen vertraglich festgelegten Rechtsgeschäften eine Auseinandersetzung entstehen, dann steht man in den Verhandlungen besser da, wenn man den Kaufpreis vorerst noch zurückgehalten hat. Auch dies würde der Liquidität des Käufers nutzen. Außerdem erscheint das Zurückhalten der Zahlung auch dann sinnvoll, wenn Betriebsprüfungen des Finanzamts noch ausstehen und somit unbekannt ist, inwiefern eventuelle steuerliche Nachzahlungen nachträglich Auswirkungen auf den ursprünglich ausgehandelten Kaufpreis nehmen könnten.

4.2. Übernahme von Garantien und Gewährleistungen

Damit kommen wir bereits zum zweiten Aspekt, nämlich der Übernahme von Garantien, Gewährleistungen sowie einer privaten Haftung durch den Verkäufer. Denn für bestimmte Risiken, die insbesondere kurz nach der Übertragung des Unternehmens auf den Käufer entstehen können, dürfte der Käufer ein Interesse haben, dass der Verkäufer diese trägt. So ist zum Beispiel eine steuerliche Nachzahlung aufgrund einer betrieblichen Außenprüfung durch das Finanzamt auch durch eine Zahlungsverpflichtung seitens des Verkäufers abwendbar. Aber auch Garantien, dass Geschäfte, die unter der Geschäftsführung des Verkäufers mit Kunden oder Lieferanten abgeschlossen wurden, insbesondere solche, die für das Unternehmen wesentlich sind, auch tatsächlich erfüllt werden, können Gegenstand von vertraglichen Modalitäten beim Unternehmensverkauf sein.

Andererseits fordern Käufer häufig, dass Verkäufer die zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Kaufvertrags bestehende Eigenkapitalquote garantieren. Aber auch über den Veräußerungszeitpunkt hinaus können Garantien zur Eigenkapitalquote als vertragliche Modalitäten den Unternehmensverkauf beeinflussen. Dabei stellt dies ein erhebliches Risiko für der Verkäufer dar, denn der Käufer könnte hierbei durch geschickte Geschäftsführung die Eigenkapitalquote derart manipulieren, dass der Kaufpreis letzten Endes vertragskonform wesentlich zusammenschrumpft. In einem solchen Fall könnte der Käufer einen Großteil des Kaufpreises unfairerweise ganz legal zurückfordern.

4.3. Bleibeklauseln für Gesellschafter-Geschäftsführer

Ein weiteres Instrument, mit dem Käufer auf den Kaufvorgang Einfluss nehmen können, bindet den Verkäufer auch über den Unternehmensverkauf hinaus in das Unternehmen ein. Denn in manchen Fällen ist ein Verbleib des Verkäufers für das Unternehmen mehr als nur sinnvoll. Wenn nämlich das Unternehmen maßgeblich auf dem Wissen sowie dem Know-how des Gründers basiert, dann ist ein zukünftiges Auskommen ohne seine Expertise kaum denkbar. Darum enthalten vertragliche Modalitäten zum Unternehmensverkauf gelegentlich Bleibeklauseln, die auf unterschiedliche Art und Weise eine fortgesetzte Mitwirkung des Verkäufers regeln. Beispielsweise kann dies im Rahmen eines Beratervertrags oder eines zeitlich befristeten Arbeitsvertrags erfolgen. Kein Wunder also, dass diese Regelung oft beim Exit von innovativen Startups Anwendung findet. Doch hat dies auch den Vorteil, dass das neue Management eine bessere Einarbeitung und Eingliederung in das erworbene Unternehmen erhält.

4.4. Haftungsübernahme des Verkäufers für frühere Kredite

Vertragliche Modalitäten zum Unternehmenskauf können auch in Bezug auf die Übernahme des Haftungsrisikos bei zum Zeitpunkt des Verkaufs bereits bestehenden Krediten vorliegen. So liegt auch hier ein Interesse des Käufers vor, dieses Risiko vertraglich zu minimieren. Also trägt der Käufer oft den Wunsch an den Verkäufer heran, für dieses Risiko eine persönliche Haftung zu übernehmen. Übrigens gilt dies auch dann, wenn der Verkäufer eine Holding ist. Dann trifft der Wunsch der Übernahme des Haftungsrisikos den mittelbaren oder unmittelbaren Gesellschafter der Holding. Auch hier ist es sinnvoll darüber nachzudenken, ob dies ein akzeptables Risiko darstellt oder, ob dadurch eine missbräuchliche Anwendung der Regelungen des Kaufvertrags möglich erscheint.

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Für Sie ebenfalls interessant: Startup gründen & verkaufen

In diesem Video erklären wir im Interview mit Steffi Zacharzowsky, wie ein Startup zu einem erfolgreichen Exit findet.

5. Vertragliche Modalitäten beim Unternehmensverkauf – Fazit

Also können wir verallgemeinernd feststellen, dass vertragliche Modalitäten beim Unternehmensverkauf oft wesentliche Implikationen enthalten, die den Verkäufer treffen. Darauf sollten Verkäufer am besten gleich zu Beginn der Verkaufsverhandlungen vorbereitet sein. Schließlich stehen unter den Forderungen der potentiellen Käufer manchmal mehr, als nur durchaus nachvollziehbare Gründe zur Vermeidung etwaiger Käuferrisiken. Dabei ist es schon allein deshalb vorteilhaft, eine im Bereich Mergers & Acquisitions erfahrene Begleitung bei den Verkaufsverhandlungen an der Seite zu haben, weil man dadurch ein besseres Verständnis für die juristisch einwandfreie Ausformulierung der oft sehr umfangreichen Unternehmenskaufverträge entwickelt. Daher ist in vielen Fällen eine Beratung zum Unternehmensverkauf unverzichtbar.

Wenn also auch Sie auf die hochprofessionelle Unterstützung eines Beraters zum Unternehmensverkauf zugreifen möchten, dann stehen wir Ihnen als Steuerberatungskanzlei gerne zur Verfügung. Wir begleiten regelmäßig Unternehmensverkäufe und prüfen, ob vertragliche Modalitäten zum Unternehmensverkauf für die Verkäufer sinnvoll und akzeptabel oder entsprechend abwandelbar sind. Denn nur wenn Sie auch die zum Teil sehr mannigfachen Details eines Unternehmenskaufvertrags zu durchleuchten und zu verstehen vermögen, sind Sie in der Lage, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Andernfalls mag ein anfangs anscheinend verlockender Kaufpreis unter Umständen unschöne Überraschungen im Schlepptau nach sich zu ziehen. Davor möchten wir Sie mit unserem exzellenten Service bewahren. Deshalb folgen Sie nun unserer Aufforderung und rufen Sie uns an. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen das Projekt Unternehmensverkauf erfolgreich abzuschließen.


Steuerberater für den Unternehmensverkauf

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensverkauf spezialisiert. Bei der Begleitung ihres Unternehmensverkaufs schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Unternehmensverkauf

  1. Unterstützung im Bereich Mergers & Acquisitions
  2. spezialisierte Steuerberatung für Startups
  3. Beratung beim Verkauf einer GmbH oder GmbH & Co. KG
  4. Tipps zur Nutzung von Verlustvorträgen
  5. Rechtsberatung durch unsere Rechtsanwälte (insbesondere im Gesellschaftsrecht und Vertragsrecht)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Lehrauftrag für Steuergestaltung 

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmenskauf und -verkauf werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (3) Unternehmenskauf und – verkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Bei der Anteilsveräußerung ist danach zu unterscheiden, ob Anteile an Personengesellschaften oder an Kapitalgesellschaften veräußert werden. Liegt letzteres vor, so sind die Veräußerungen weitergehend danach zu unterscheiden, ob die Anteile im Betriebsvermögen oder im Privatvermögen gehalten werden und welche Höhe sie haben. Wir erklären, wie die Anteilsveräußerung der Besteuerung unterliegt und zeigen auf, welche Unterschiede sich ergeben können.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Beratung von Gesellschaftern spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Gestaltungsmodelle im Zusammenhang mit Anteilsveräußerungen aus. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

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9. Oktober 2020 Firma verkaufen ohne Steuern? Drei Optionen die sie Ihrem Ziel näher bringen
23. April 2021 Firmenanteile kaufen – Kaufpreis in Ergänzungsbilanz abschreiben
18. Juni 2021 Geschäftsveräußerung: Share-Deal nicht umsatzsteuerbar – Beachten Sie auch nachteilige Rechtsfolgen!
19. November 2021 Anteile an einer insolventen GmbH: Rückforderung des Kaufpreises möglich?
19. August 2022 Anteilsveräußerung: So wird die Veräußerung von Anteilen an Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften besteuert (dieser Beitrag)
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Wir klären, wie viele Steuern Sie bei dem Verkauf eines Unternehmens zahlen.

Inhaltsverzeichnis

Table of Contents


1. Anteilsveräußerung: Unterscheidung zwischen den Gesellschaftsformen

Bei der Anteilsveräußerung ist grundlegend danach zu unterscheiden, ob die Beteiligung dem Privatvermögen, dem Betriebsvermögen eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft beziehungsweise dem Betriebsvermögen einer Kapitalgesellschaft entstammten. Je nach dem ergeben sich völlig unterschiedliche steuerrechtliche Rechtsfolgen. Maßgeblich sind dabei insoweit die Normen der § 20 Absatz 2 EStG, der § 16 EStG und der § 17 EStG.

2. Anteilsveräußerung bei Kapitalgesellschaften

2.1. Beteiligung über 1 % im Privatvermögen

2.1.1. Anteilsveräußerung: Voraussetzungen des § 17 EStG

§ 17 EStG erfasst ebenso, wie § 22 Nummer 2 EStG, § 23 EStG Einkünfte aus der Veräußerung von privatem Stammvermögen. Die Norm umfasst nämlich Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft, das sind Aktien, GmbH-Anteile, Genussscheine oder ähnliche Beteiligungen und Anwartschaften sowie Anteile einer Genossenschaft inklusive der Europäischen Genossenschaft. Dadurch soll die Besteuerung stiller Reserven der Anteile sichergestellt werden.

Der Regelung des § 17 EStG unterliegt die Anteilsveräußerung, wenn der Veräußerer innerhalb der letzten fünf Jahre am Kapital der Gesellschaft zu 1 % unmittelbar oder mittelbar beteiligt war. Dabei genügt es, wenn er innerhalb der fünf Jahre kurzzeitig wesentlich beteiligt war.

Die Einkünfte sind kraft besonderer Regelung gemäß § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG solche aus Gewerbebetrieb. Dementsprechend bezieht sich die Ermittlung des Veräußerungsgewinns oder Veräußerungsverlusts auf den Zeitpunkt der Gewinnentstehung oder Verlustentstehung. Daher kommt es nicht auf den Zufluss an. Folglich ist es unrelevant, wann der Kaufpreis gezahlt wird oder, ob er gestundet wird.

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Fachberatung für Gesellschafter?

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2.1.2. Rechtsfolgen bei der Anteilsveräußerung nach § 17 EStG

Liegt der Tatbestand des § 17 EStG vor, so stellt der § 17 Absatz 3 EStG den Veräußerungserlös partiell steuerfrei. Demnach sind Veräußerungsgewinne bis 9 060 Euro steuerfrei. Dieser Freibetrag gilt aber nur, soweit 100 % der Anteile veräußert sind. Ansonsten reduziert er sich anteilig. Zudem vermindert sich der Freibetrag um den Wert, um den der Veräußerungsgewinn den maßgebenden Teil von 36.100 EUR überschreitet.

Der Veräußerungsgewinn ermittelt sich gemäß § 17 Absatz 2 EStG aus der Differenz zwischen Veräußerungspreis und Anschaffungskosten sowie Veräußerungskosten. Hat der Veräußerer die Anteile unentgeltlich erworben, so gelten als seine Anschaffungskosten die seines Rechtsvorgängers.

Die Veräußerungseinkünfte und unterliegen gemäß § 3 Nummer 40 Buchstabe d) EStG dem Teileinkünfteverfahren. Daher werden 40 % der Einkünfte steuerfrei gestellt. Deswegen sind gemäß § 3c Absatz 2 EStG auch die Betriebsausgaben des Veräußerers nur zu 60% abzugsfähig. Auf die anderen steuerbaren 60 % findet der tarifliche Einkommensteuertarif des Veräußerers Anwendung. Der ermäßigte Steuertarif des § 34 EStG gilt nicht mehr.

Auch Veräußerungsverluste sind unter den einschränkenden Voraussetzungen des § 17 Absatz 2 Satz 6 EStG zu berücksichtigen. Demnach ist ein Veräußerungsverlust für den Veräußerer nur verrechenbar, wenn die Anteile entgeltlich erworben wurden und die Beteiligung in den letzten fünf Jahren stets über der Schwelle von 1 % lag.

2.2. Anteilsveräußerung bei Beteiligung unter 1 % im Privatvermögen

Beträgt die Beteiligung am Nennkapital weniger als 1 %, so greift die Regelung des § 17 EStG nicht. Auf Grund der Vorrangigkeit der Einkünfte aus Gewerbebetrieb, kann allein dann die Regelung des § 20 Absatz 2 EStG gelten. Daher führt die Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften unter 1 % zu Kapitaleinkünften. Das hat zur Folge, dass die Abgeltungsteuer mit einem einheitlichen Tarif von 25 % greift. Führt die Veräußerung zu einem Verlust, so beschränkt § 20 Absatz 6 EStG die Verlustverrechnung dahingehend, dass der Verlust einzig andere Erträge aus Kapitalvermögen mindern darf. Ebenfalls dürfen die tatsächlichen Werbungskosten im Zusammenhang mit Kapitaleinkünften gemäß § 20 Absatz 9 EStG nicht abgezogen werden. Vielmehr kann allein der sogenannte Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro abgezogen werden. Sollten Sie eine Beteiligung von unter einem Prozent veräußern wollen, könnte daher es für Sie interessant sein, einen Antrag auf Günstigerprüfung zu stellen. Dazu beraten wir Sie sehr gern.

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Haben Sie Fragen zur Anteilsveräußerung?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten:

2.3. Beteiligung im Betriebsvermögen

Gehört die Beteiligung zum Betriebsvermögen des Gesellschafters, dann fällt sie ebenfalls nicht unter § 17 EStG. Gewinne aus der Veräußerung im Betriebsvermögen gehaltener Anteile unterfallen bereits den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften der § 4 EStG und § 5 EStG. Im Bereich der Gewinneinkünfte sichert daher der Gewinnbegriff des § 4 Absatz 1 Satz 1 EStG die vollständige Erfassung aller Veräußerungseinkünfte. Somit wären die Gewinne oder Verluste aus der Veräußerung auch ohne der Regelung des § 16 EStG zu versteuern.

Die Bedeutung der Vorschrift besteht daher darin, den Gewinn aus der Abrechnung stiller Reserven am Ende eines unternehmerischen Engagements gemäß § 16 Absatz 4 EStG partiell freizustellen und sodann nur mit einem ermäßigten Steuersatz nach § 34 EStG zu belasten. Zudem ist gegebenenfalls die volle Verlustberücksichtigung möglich, wohingegen die private wesentliche Beteiligung den Restriktionen des § 17 Absatz 2 Satz 6 unterworfen ist. Zweck ist daher die Vermeidung einer übermäßigen Steuerprogression die durch die Aufdeckung von mitunter langfristig entstandenen stillen Reserven ausgelöst werden kann. Zum anderen sollen kleinere Veräußerungsgewinne verschont bleiben.

3. Anteilsveräußerung bei der Personengesellschaft

Auch die Gewinne aus der Veräußerung eines Anteils an einer Personengesellschaft gehören gemäß § 16 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb. Daher gelten die Rechtsfolgen, wie sie auch für Beteiligungen im Betriebsvermögen an Kapitalgesellschaften gelten. Folglich greift auch bei der Veräußerung des gesamten Mitunternehmeranteils die Tarifbegünstigung des § 34 Absatz 1, 2 Nummer 1 EStG sowie die Freibetragsregelung des § 16 Absatz 4 EStG ein.

Der Begriff des Mitunternehmeranteils im Sinne des § 16 Absatz 1 Nummer 2 EStG umfasst nicht nur den Anteil des Mitunternehmers am Vermögen der Gesellschaft, sondern auch das Sonderbetriebsvermögen. Voraussetzung ist daher, dass auch wesentliche Betriebsgrundlagen, die im Sonderbetriebsvermögen des Veräußerers enthalten sind, übertragen werden. Dies beruht auf dem Zweck des § 16 EStG, nur die Aufdeckung zusammengeballter stiller Reserven zu begünstigen. Daher schließt § 16 Absatz 1 Satz 2 EStG Begünstigung für Gewinne aus der Veräußerung von Teilanteilen an einer Mitunternehmerschaft aus. Diese unterfallen stattdessen dem laufenden Gewinn.

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Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) & Betriebsveräußerung (§ 16 EStG)

Wir erklären die Einkünfte aus Gewerbebetrieb, wie die aus Betriebsveräußerung.

4. Fazit zur Anteilsveräußerung

So wollen künftig Ihren Anteil veräußern? Dabei müssen Sie auch zwingend die steuerlichen Aspekte im Blick halten und streng zwischen der Höhe der Beteiligung und der Gesellschaftsform unterscheiden. Wir klären, wie Sie Ihren Anteil steueroptimiert verkaufen können. Kontaktieren Sie uns dazu gern.


Steuerberater für Gesellschafter

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Gesellschafter spezialisiert. Bei der Optimierung der Steuerlast schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von BetriebsaufspaltungenNutzung von Verlustvorträgen)
  2. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  3. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)
  4. Strategische Beratung bei Kapitalgesellschaften (Erwerb eigener Anteiledisquotale GewinnausschüttungOrganschaftHoldingstrukturen)

Personengesellschaften

  1. Besteuerung von Personengesellschaften nach dem Transparenzprinzip
  2. Haftung der Personengesellschafter

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Leibrenten sind wiederkehrende Bezüge, die aus regelmäßigen und gleichmäßigen Leistungen in Geld oder anderen vertretbaren Sachen bestehen und bis zum Lebensende des Veräußerers zu zahlen sind (§ 759 BGB). Beispielsweise können Sie diese anstelle eines Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmensverkauf vereinbaren. Doch dann stellt sich die Frage, wie solche Vereinbarungen steuerrechtlich zu bewerten sind. Unser Beitrag erklärt die steuerliche Behandlung der Leibrente bei dem Käufer des Unternehmens.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die verschiedenen Möglichkeiten zum Kauf und Verkauf eines Unternehmens spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten die für Ihre persönlichen Verhältnisse am besten passende Gestaltungsmodelle zur Reduktion der Steuerlast aus. Aufgrund der aktuellen Relevanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
9. November 2018 Share-Deal bei der GmbH: 3 Gestaltungen zur Steueroptimierung
27. September 2019 GmbH-Verkauf per Formwechsel in GmbH & Co. KG: 50 % Steuern sparen!
3. November 2020 Dr. Oetker kauft das Startup flaschenpost SE für EUR 1 Mrd.
18. Juni 2021 Geschäftsveräußerung: Share-Deal nicht umsatzsteuerbar – Beachten Sie auch nachteilige Rechtsfolgen!
13. Juni 2022 Leibrente anstelle des Kaufpreises für ein Unternehmen: Sinnvolle Gestaltung? (dieser Beitrag)

Unser Video: Unternehmensverkauf

Wir klären, wie viel Steuern Sie beim Verkauf eines Einzelunternehmen, einer GmbH, GmbH & Co. KG oder Holding zahlen.

Inhaltsverzeichnis


1. Leibrente

1.1. Definition einer Liebrente

Liebrenten sind in dem § 759 BGB geregelt. Demnach sind Leibrenten wiederkehrende Bezüge, die aus regelmäßigen und gleichmäßigen Leistungen in Geld oder anderen vertretbaren Sachen bestehen und bis zum Lebensende des Veräußerers zu zahlen sind. Dennoch legen die Vertragsparteien in der Regel für die Zahlung eine Mindestlaufzeit und eine Höchstlaufzeit fest, da andernfalls die Leibrente alleinig vom Tod des Rentenberechtigten abhängt. Dann muss der Käufer aber bei überdurchschnittlicher Lebensdauer zu viel zahlen, während er bei einem frühem Tod ein geringeren Preis zahlen muss. Daher stellen Liebrenten in ihrer vom BGB vorgesehenen Ausgestaltung ein Risikogeschäft dar. Das entspricht aber in der Regel nicht den Interessen der Parteien. Mithin ist eine genaue Höchstlaufzeit und Mindestlaufzeit der Leibrente nötig, welche von den Parteien ausgehandelt und auch im Unternehmenskaufvertrag niedergeschrieben werden müssen.

1.2. Leibrente anstelle eines Kaufpreises

Die Leibrente kann anstelle eines Kaupreises vereinbart werden. Dann zahlt der Erwerber eines Unternehmens dem Verkäufer eine Leibrente. Für ihn hat die Leibrente den Vorteil, dass er nicht auf einmal eine besonders hohe Summe aufbringen muss, sondern diese über Jahre verteilen kann. Diese einzelnen Beträge können dann aus den Erträgen des Unternehmens bestritten werden. Zudem fallen dafür keine Zinsen an. Demgegenüber erhält der Veräußerer des Unternehmens bis zu seinem Lebensende eine finanzielle Absicherung und ist nicht gezwungen, den Veräußerungsgewinn gewinnbringend anzulegen, um keinen weitreichenden steuerlichen Belastungen ausgesetzt zu sein. Dann stellt sich aber die Frage, mit welchen Werten der Käufer die erworbenen Wirtschaftsgüter ansetzen muss und wie die laufenden Rentenzahlungen zu berücksichtigen sind.

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2. Bilanzierung der Liebrente

2.1. Ermittlung und Passivierung der Leibrente

2.1.1. Bilanzierung der Liebrente bei einer rentenberechtigten Person

Der Erwerber kann seinen Gewinn durch Bilanzierung ermitteln. Dann handelt es sich bei der Leibrentenverpflichtung um eine betriebliche Schuld, die mit dem nach den §§ 12 ff. BewG zu ermittelnden Rentenbarwertpassiviert wird. Dieser umfasst ein Vielfaches des Jahreswerts der Leistungen. Letzterer ist der Jahresbetrag der in dem Jahr voraussichtlichen erfolgenden Rentenzahlungen. Das heißt, wenn der Veräußerer 3.000 Euro monatlich erhält beträgt der Jahreswert (3.000 Euro x 12 Monate =) 36.000 Euro. Der Vervielfältiger hingegen ermittelt sich aus der Sterbetafel des statistischen Bundesamts. Dabei ist die zum ersten Januar des Todesjahres veröffentlichte Sterbetafel maßgeblich. Die genaue Berechnung des Vervielfältigers ist kompliziert. Das BMF veröffentlicht aber die sich ergebenden Vervielfältiger für den Kapitalwert im Jahresbetrag von einem Euro nach Lebensalter und Geschlecht der Berechtigten immer im Bundessteuerblatt (für die Bewertungsstichtage ab dem 01.o1.2021: 28.10.20, IV C 7 – S 3104/19/10001 :005) .

2.1.2. Bilanzierung der Leibrente bei mehreren rentenberechtigten Personen

Ist die Leibrente an das Leben mehrerer Personen geknüpft, zum Beispiel an das Leben der Ehegatten, so ist für jede rentenberechtigte Person die Ermittlung des Rentenbarwerts erforderlich. Dann ist im Rahmen der Passivierung nach § 14 Absatz 3 BewG maßgeblich wann die Leibrente erlischt. Daher ist der höhere Rentenbarwert für die Passivierung maßgeblich, wenn die Leibrente mit dem Tod des zuletzt Sterbenden enden soll. Folglich ist der Rentenbarwert im Zusammenhang mit der jüngsten Person anzusetzen. Anders hingegen, wenn die Leibrente mit dem Tod des erst Sterbenden enden soll. Dann ist der Rentenbarwert der älteren Person entscheidend.

2.1.3. Mindestlaufzeit oder Höchstlaufzeit

Wenn die Leibrentenvereinbarung eine Mindestlaufzeit oder Höchstlaufzeit festlegt, so kann der originär ermittelte Rentenbarwert nicht ohne weiteres in der Bilanz angesetzt werden. Denn entsprechend ist auch anhand der Mindestlaufzeit und Höchstlaufzeit zusätzlich ein Rentenbarwert zu ermitteln.

Ist der für die Mindestlaufzeit ermittelte Rentenbarwert höher als der originär ermittelte Rentenbarwert ist der Rentenbarwert der Mindestlaufzeit anzusetzen. Wenn dieser Betrag jedoch niedriger ist, so ist der originär ermittelte höhere Rentenbarwert anzusetzen. Ist der für die Höchstlaufzeit ermittelte Rentenbarwert hingegen niedriger als der originär ermittelte Rentenbarwert, so ist der Rentenbarwert der Höchstkaufzeit anzusetzen. Demgegenüber gilt der originär ermittelte Rentenbarwert, wenn der für die Höchstlaufzeit ermittelte Rentenbarwert höher ist. Danach ist letztlich der Betrag zu passivieren, der diesem Verhältnis entspricht.

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2.2. Korrektur der Rentenzahlungen

Wenn der Rentenbarwert zu Beginn der Rentenvereinbarung ermittelt und passiviert wurde, so ist er an den folgenden Bilanzstichtagen jeweils neu zu berechnen. In die Berechnung sind wieder die Rentenhöhe und die Lebenserwartung einzubeziehen. Aufgrund des Voranschreitens des Lebensalters verringert sich die voraussichtliche Lebenserwartung und der Rentenbarwert sinkt. Hängt der Rentenbarwert hingegen nicht von der Lebenszeit, sondern von der Mindestlaufzeit oder Höchstlauzeit ab, so reduziert sich der Rentenbarwert ebenfalls entsprechend. Denn mit dem vergangenen Jahr fallen auch die noch verbleibenden Laufzeiten geringer aus.

Daher verringert sich die zu passivierende Verbindlichkeit von Jahr zu Jahr. Infolge dessen ist jedes Jahr der Unterschiedsbetrag zwischen dem alten und neuen Wert auszulösen. Der so entstandene auszulösende Betrag ist am Bilanzstichtag gewinnerhöhend als außerordentlicher Ertrag zu erfassen. Zwar sind die monatlichen Rentenzahlungen sind in voller Höhe als Betriebsausgaben anzusetzen. Da aber der auszulösende Betrag gewinnerhöhend anzusetzen ist, mindern allein die den außerordentlichen Betrag übersteigenden Betriebsausgaben aus den Rentenzahlungen den Gewinn.

2.3. Aktivierung der erworbenen Wirtschaftsgüter

Die durch den Unternehmenskauf erworbenen materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter müssen aktiviert werden. Der zuvor ermittelte Rentenbarwert stellt die Summe aller Anschaffungskosten dar. Daher sind in der Eröffnungsbilanz sämtliche übernommene Wirtschaftsgüter in der Summe mit einem Betrag zu aktivieren, welcher dem Rentenbarwert entspricht. Die Anschaffungskosten der jeweiligen Einzelwirtschaftsgüter sind dabei im Verhältnis der Teilwerte zum Rentenbarwert zu ermitteln. Übersteigt der Rentenbarwert die Summe aller Einzelwirtschaftsgüter, ist der verbleibende Betrag als Unternehmenswert zu aktivieren.

2.4. Fortfall der Leibrente

Fällt die Verpflichtung zur Zahlung der Leibrente weg, so ist der noch passivierte Rentenbarwert gewinnerhöhend aufzulösen. Daher stellt Auflösungsbetrag stellt einen laufenden Gewinn dar. Dabei, handelt sich um einen rein betrieblichen Vorfall, der dem normalen Steuertarif erliegt und nicht nach § 34 EStG ermäßig besteuert wird.

3. Leibrente bei Einnahmen-Überschuss-Rechnung

3.1. Ansatz der Leibrente

Etwas anderes beurteilt sich die Bewertung, wenn der Käufer den Gewinn durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt. Dabei gibt es weder Aktivierungen noch Passivierungen. Da heißt jedoch nicht, dass die geleisteten Rentenzahlungen in Folge eines Unternehmenskaufs sofort und in voller Höher abzugsfähig sind. Nur ein enthaltener Zinsanteil kann sofort als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Daher muss der Erwerber auch im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung den Rentenbarwert zunächst mittels der obrigen Berechnung ermitteln. Anhand dessen muss er dann die Anschaffungskosten der erworbenen materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter verteilen.

3.2. Anlagevermögen bewerten

Das erworbene Anlagevermögen hat Anschaffungskosten in Höhe des auf diesen Teil fallenden Rentenbarwerts. Handelt es sich um abnutzbare Wirtschaftsgüter, so können diese abgeschrieben oder sofort als Betriebsausgaben abgezogen werden. Hingegen können nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens erst beim Ausscheiden des jeweiligem Wirtschaftsguts aus dem Betriebsvermögen abgeschrieben werden. Daher gelten die allgemeinen Grundsätze für die Abschreibung von Anlagevermögen.

3.3. Umlaufvermögen

Werden hingegen Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens erworben, so ist der darauf entfallende jährliche Kapitalanteil der Leibrente in voller Höhe als Betriebsausgabe abzugsfähig. Das ist der Teil der Leibrente, der dadurch entsteht, dass am nächsten Bilanzstichtag der Rentenbarwert geringer ist. Beispiel: Der Rentenbarwert beträgt im Jahr des Erwerbs 415.152 (3.000 Euro Rente x 12 Monate x Vervielfältiger 11,532). Am folgenden Bilanzstichtag beträgt der Rentenbarwert nur noch 404.892 (3.000 Euro x 12 Monat1 x 11,247). Der Rentenbarwert hat sich also um 10.260 Euro reduziert. Der Anteil davon, der auf das Umlaufvermögen fällt kann als Betriebsausgabe abgezogen werden.

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3.4. Entfall der Rentenverpflichtung

Der Wegfall der Leibrente durch den Tod hat eine Betriebseinnahme in Höhe des entfallenden Rentenbarwerts zur Folge. Das gilt aber nur insoweit, wie der Rentenbarwert auf erworbenes Anlagevermögen entfällt. Denn diesbezüglich steht dem Erwerber noch Abschreibungsvolumen zu. Der auf Umlaufvermögen entfallende Rentenbarwert hingegen darf nicht gewinnerhöhend angesetzt werden.

3.5. Vereinfachung bei Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Zu Vereinfachung ermöglicht R 4.5 Abs. 4 S. 4 EStR es, zunächst lediglich der Rentenbarwert zu ermittelt und anhand dessen die Anschaffungskosten der erworbenen Wirtschaftsgüter aufzuteilen. Dann sind die einzelnen Rentenzahlungen erfolgsneutral und in voller Höhe mit dem Rentenbarwert zu verrechnen. Erst sobald die Summe der Rentenzahlungen den zu Beginn ermittelten Rentenbarwert übersteigt, sind alle darüber hinausgehenden Zahlungen in vollem Umfang als Betriebsausgabe abzusetzen und mindern den laufenden Gewinn.

4. Fazit zur Leibrente als Kaufpreis

Mit Blick auf die persönlichen Verhältnisse kann es oft sinnvoll sein, eine Leibrente im Rahmen eines Unternehmenskaufs zu vereinbaren. Der Ansatz hingegen ist komplizierter als bei Vereinbarung eines Kaufpreises. Dennoch kann bei Ermittlung des Gewinnes durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung die Vereinfachung in Anspruch genommen werden. Dazu beraten wir Sie sehr gerne.


Steuerberater für den steueroptimierten Kauf und Verkauf von Unternehmen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmenskauf spezialisiert. Beim der Ausarbeitung individueller Gestaltungsmodelle schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Unternehmensverkauf

  1. Umsatzsteuerliche Bewertung des Share Deals und Asset Deals
  2. GmbH steueroptimiert verkaufen
  3. Verkauf der GmbH & Co. KG
  4. Nutzung von Verlustvorträgen
  5. Steueroptimierter Verkauf einer Personengesellschaft
  6. Steueroptimierter Verkauf von Beteiligungen ein einer GmbH

Unternehmenskauf 

  1. Steuerliche Beratungen beim Unternehmenskauf 
  2. Vorteile bei Share Deal & Asset Deal
  3. Nutzung von Verlustvorträgen
  4. Beurteilung eines Mantelkaufs

Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online

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