Wenn man ein Startup gründen möchte, dann suchen viele Startup-Unternehmer nach fachlicher Beratung zu einer Vielzahl an Themen. Zu den wesentlichsten Punkten, die Startup-Unternehmer hinsichtlich der Aufnahme von Investoren und dem späteren Exit interessieren, gehören die Finanzierungsrunden mit der damit einhergehenden Verwässerung der Anteilsverhältnisse und die Vermeidung von Strategien, die einen eventuellen Exit erschweren. Dazu kann man manche Eventualität mit entsprechenden Regelungen im Gesellschaftsvertrag schon vorab bestimmen. Dies kann etwa durch Aufnahme entsprechender Klauseln zum Ausschluss einer Blockade bei einem Exit geschehen. Auf diese Weise kann man sicherstellen, dass bei einem Exit das ganze Unternehmen an den Käufer veräußert werden kann. Dabei ist dann etwa die Mehrheit der Stimmrechte für den Beschluss zu einem Exit maßgebend. Aber auch Regelungen, die den ursprünglichen Startup-Gründern zusätzliche Privilegien bei der Mitbestimmung ihres Startups gewähren, sind hierbei denkbar.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Beratung von Startups spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Gestaltungsmodelle zur Optimierung ihrer Steuern aus. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum Thema
13. November 2018 Legalbird: Investition von CHECK24 Ventures und Steuerberatung von JUHN Partner
25. Juni 2021 Der neue § 19a EStG hilft Mitarbeiter an Startups zu beteiligen!
04. August 2021 Startups und Steuern: Vorteile sichern & Nachteile vermeiden
18. Oktober 2021 Mitarbeiterbeteiligung bei Startups: Analyse der gesetzlichen Maßnahmen
13. Juli 2022 Stratup Beratung: 3 Finanzierungsrunden mit Investoren (dieser Beitrag)
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Unser Video: 3 Finanzierungsrunden mit Investoren

In diesem Video erklären wir, worauf Startups bei Finanzierungsrunden mit Investoren achten sollten.

Inhaltsverzeichnis

Table of Contents


1. Startup Beratung zu Finanzierungsrunden – Einleitung

1.1. Anfangsfinanzierung

Wer eine neuartige Geschäftsidee hat, die erkennen lässt, dass sie erfolgreich sein wird, braucht oftmals mehr als nur einige motivierte Mitarbeiter. Ohne eine Überdosis Eigeninitiative und Engagement sowie mutige Entschlusskraft geht dem Unterfangen früher oder später die Luft aus.

So ein Startup braucht aber auch finanzielle Mittel, um die Idee zu dem ihr gebührenden Erfolg zu führen. Klar, man kann das eigene Startup entweder mit Eigenkapital ausstatten, sofern dieses in ausreichenden Mengen vorhanden ist, oder mit Geld, das man über Bankdarlehen für das Unternehmen beschafft. Gelegentlich mag auch Crowdfunding eine Alternative darstellen. Doch in der Praxis ermöglichen all diese Finanzierungsformen meistens nur eine relativ bescheidene Anfangsfinanzierung. Wenn man zu einem Global Player aufsteigen möchte, dann kann der Moment der Erkenntnis eintreten, bei dem man sich bewusst wird, dass man finanzkräftige Investoren am eigenen Startup beteiligen sollte.

1.2. Finanzierung durch Investoren

Dass dieser Moment tatsächlich gekommen sein könnte, mag man im günstigsten Fall daran erkennen, dass potentielle Investoren von sich aus Interesse an einer Zusammenarbeit bekunden. Oft handelt es sich um große Unternehmen oder gar Konzerne mit branchenrelevantem Bezug zu den eigenen Geschäften, die das Potential hinter der Geschäftsidee des Startups erkennen. Daher ist es naheliegend, dass sie entweder das Startup fördern möchten, weil es etwa als Ergänzung dem eigenen Unternehmen förderlich ist oder sie wollen es sogar ganz in ihren Unternehmen integrieren, etwa um Synergien freizusetzen. In der Regel geschieht dies erst nachdem das Startup seine Geschäftsidee unter Beweis stellen konnte. Idealerweise sollte es dann im Grunde nur um eine Finanzierung gehen. Gelegentlich leisten große Unternehmen aber auch durch Know-how-Transfer und andere Formen der Beratung einem Startup Beihilfe zum weiteren Wachstum.

Neben finanzstarken Großinvestoren, deren Interesse an einem Startup meist erst ab einer gewissen Größe geweckt wird, können zuvor aber schon andere, in Relation zu Großkonzernen kleinere Investoren an einer Kooperation interessiert sein. Wenn dies dem Voranbringen des Startups dienlich erscheint, dann mag auch eine relativ frühzeitige Finanzierungsrunde sinnvoll sein.

Letztendlich haben aber alle Finanzierungsrunden vielschichtige Auswirkungen. Deshalb möchten wir in diesem Beitrag darlegen, was wir aus unserer Erfahrung bei der Beratung zu Finanzierungsrunden einem Startup dazu mitteilen können.

2. Startup Beratung: wie eine typische Unternehmensstruktur aussieht

Zunächst wollen wir noch einen kurzen Blick auf eine typische Unternehmensstruktur eines Startups werfen. Wir greifen darauf vor, weil dies für das spätere Verständnis über die Auswirkungen, die die Finanzierungsrunden auf das Startup sowie ihre Gesellschafter ausübt, von Bedeutung ist.

2.1. Beratung zum Startup: die Vorteile einer Holding

Wenn man ein Startup gründet, dann sollte man nach Möglichkeit gleich eine Holdingstruktur etablieren. Dabei erfüllt die Holdinggesellschaft, die dann als Anteilseignerin dem operativen Unternehmen vorsteht, gleich mehrere Funktionen. Einerseits dient sie als Spardose der Gesellschafter. Sie können aus ihr die Gewinne in der von ihnen gewünschten Höhe beziehen. Auf diese Weise kann man auch die Höhe der Besteuerung über den persönlich anwendbaren Steuersatz beeinflussen. Andererseits hilft dabei auch die Möglichkeit, ein Geschäftsführergehalt für die Dienste gegenüber der Holdinggesellschaft zur Steueroptimierung anzusetzen. Gleiches gilt für den Posten bei der operativen Gesellschaft. Denn ein Geschäftsführergehalt zählt als Betriebsausgabe, sodass man dieses bei der Unternehmensbesteuerung steuermindernd abziehen kann. Weniger Steuern beim Unternehmen bedeutet dann auch mehr Gewinn für die Gesellschafter.

2.2. Beratung zum Startup: Wahl der Rechtsform

Üblicherweise gründen solche Unternehmer sowohl ihr Startup als auch ihre Holding in der Rechtsform einer GmbH. Sollte das dabei gegründete Startup anfangs mit weniger als der zur Gründung erforderlichen Hälfte des Mindeststammkapitals von EUR 25.000 auskommen müssen, kann man stattdessen auch eine UG (haftungsbeschränkt) in Erwägung ziehen. Hierbei ist eine Gründung schon ab EUR 1 möglich. Allerdings sind eine Reihe von Bedingungen hieran geknüpft.

2.3. Beratung zum Startup: eine Holding für jeden Gesellschafter

Damit erhalten wir also ein Startup als operative Tochtergesellschaft von einer oder mehreren Holdinggesellschaften. Der Plural Holdinggesellschaften rührt da her, weil jeder Gesellschafter über eine eigene Holding verfügen sollte. Auf diese Weise kann man ganz individuell mit den dort nun anlaufenden Gewinnen agieren.

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3. Startup Beratung zu drei Finanzierungsrunden mit Investoren

In diesem Kapitel gehen wir nun auf eine typische Situation ein, wie wir sie bei unserer Beratung zu Finanzierungsrunden bei einem Startup schon oft gesehen haben.

3.1. Startup Beratung: die erste Finanzierungsrunde

Bei der ersten Finanzierungsrunde steigt also meist ein Investor ein, dessen finanzieller Beitrag zwar einerseits einen entscheidenden Schub für das Startup bedeutet, andererseits aber noch weit davon entfernt ist, um aus dem Startup über Nacht einen Global Player zu machen.

3.1.1. Wie man Investoren am Startup beteiligt

Dabei könnte man rein hypothetisch als Investor einen Anteil an den Holdinggesellschaften der bisherigen Gesellschafter des Startups übernehmen. Schließlich ist die operative Gesellschaft ja auch Eigentum dieser Holdinggesellschaften. Allerdings führt dies die Investitionen in die Kassen der Holdinggesellschaften. Dort bringen sie aber keinen Nutzen. Schließlich soll doch die operative Gesellschaft mit diesen Finanzmitteln arbeiten.

Daher geht man bei der Beteiligung von Investoren einen anderen Weg. Dabei tauchst man die Investitionsbeträge gegen neue Anteile am operativen Unternehmen. Im Gegenzug verlieren die bisherigen Gesellschafter aber keine eigenen Anteile. Lediglich der Prozentsatz ihrer Beteiligung verringert sich.

3.1.2. Beispiel zur ersten Finanzierungsrunde

Ein Beispiel:

Anfangs sind vier Gesellschafter zu gleichen Teilen an der Gründung eines Startups beteiligt. Das Stammkapital entspricht EUR 25.000. Einige erfolgreiche Jahre später klettert der Wert des Startups aber schon auf EUR 500.000. Zu diesem Zeitpunkt erkennt ein findiger Investor die Gelegenheit, die seine eigenen EUR 500.000 zum weiteren Wachstum des Unternehmens bedeuten könnten. Man verhandelt und einigt sich, dass der Investor sein Geld im Austausch gegen neue Anteile am operativen Unternehmen in dieses direkt investiert. Doch wie hoch fällt dann die Beteiligung des Investors aus?

Aus Erfahrung wissen wir, dass Investoren dabei den Wert ihrer Anteile am Anteil, den ihre Investitionen zum Wert des Startups beitragen, bemessen. In unserem Beispiel bedeutet dies, dass dem Investor genauso viele Anteile am Startup zustehen, wie sie die ursprünglichen Gesellschafter ebenfalls besitzen. Ins Verhältnis gesetzt bringt dies dem Investor eine Beteiligung von 50 % am Startup ein. Für die Gründer des Startups schrumpft hingegen anteilig der Umfang der eigenen Beteiligung am operativen Unternehmen im gleichen Verhältnis, wie er für den Investor zusteht. Wo also jeder Startup-Gründer anfangs über 25 % der Unternehmensanteile verfügte, kommt er nach dieser Finanzierungsrunde nur noch auf 12,5 % der Anteile.

3.2. Startup Beratung: die zweite Finanzierungsrunde

Einige Zeit später kommt ein zweiter Investor auf die Gesellschafter zu. Er offeriert für das nun auf EUR 5.000.000 im Wert angestiegene Unternehmen eine Investition von EUR 3.000.000 auf- und einzubringen. Wiederum geht dies nur über eine Beteiligung am Startup im Verhältnis der Investition zum Unternehmenswert von 1 zu 1 je Euro. Dadurch kommt dem zweiten Investor ein Anteil von 24 % zu. Die ursprünglichen Gesellschafter, inklusiven dem zuerst eingestiegenen Investor, teilen sich die übrigen 76 % im Verhältnis ihrer bisherigen Beteiligungen auf. Das bedeutet, dass dem ersten Investor die Hälfte zusteht, also genau 38 %. Demgegenüber kommen die ursprünglichen Gründer nun auf eine Beteiligung von jeweils 9,5 %.

3.3. Startup Beratung: die dritte Finanzierungsrunde

Die dritte Finanzierungsrunde stellt nun alles Bisherige in den Schatten. Der Wert des Startups ist im Laufe der Zeit auf EUR 12.000.000 angewachsen. Zu diesem Zeitpunkt empfangen unsere sechs Gesellschafter einen ausländischen Investor, der vom Erfolg des Unternehmens überzeugt ist. Er würde gerne selbst einen Anteil hierzu beitragen. Sein Vorschlag lautet daher, dass er mit seiner Investition von EUR 8.000.000 eine Expansion ins Ausland unterstützen möchte. Natürlich ist diese Idee bei den Gesellschaftern eine sehr wohlklingende. Schon seit geraumer Zeit läuft eine interne Beratung zwischen den Gesellschaftern über diesen nächsten logischen Schritt für das Startup. Also ist man sich auch hier schnell einig.

Wie sieht nun die Beteiligungsstruktur aus? Der dritte Investor erhält nach der erfolgreichen Verhandlungen zur Zukunft des Startups neue Anteile am Unternehmen, die ihm eine Beteiligung von 40 % einräumen. Von den übrigen 60 % der Anteile entfallen dann auf den zweiten Investor 14,4 %, auf den ersten Investor 22,8 % und auf die Startup-Gründer 5,7 % aller Beteiligungen.

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4. Startup Beratung zu den Auswirkungen von Finanzierungsrunden

4.1. Verwässerung der Beteiligungen nach jeder Finanzierungsrunde

Das erste Phänomen, auf das wir hierbei treffen, nennt man Verwässerung der Beteiligungsverhältnisse. Damit ist gemeint, dass die ursprünglichen Startup-Gründer und jeder weitere Investor, der als Gesellschafter an nachfolgenden Finanzierungsrunden am Verhandlungstisch sitzt, um mit einem neuen Investor zu verhandeln, mit jeder Aufnahme weiterer Investoren einen geringeren Anteil am Unternehmen haben. Es mag auf den ersten Blick paradox klingen, dass die Aufnahme neuer Investoren mit jeder Finanzierungsrunde den eigenen Anteil am Unternehmen schmälert und dies dennoch dem eigenen Vorteil dient. Doch muss man dabei darauf hinweisen, dass auch der Kuchen, den man nun teilt, größer geworden ist.

Betrachten wir dies anhand unseres oben dargestellten Beispiels mal konkret in Zahlen, also in Euro: Hatten die ursprünglichen Startup-Gründer anfangs noch einen Anteil von 25 % von EUR 25.000, so machte dies einen Wert der jeweiligen Anteile von EUR 6.250. Dies ist dann auch der Anteil am Stammkapital, das die vier Gründer in ihr Startup eingezahlt haben. Dem steht nach Abschluss der dritten Finanzierungsrunde ein Anteil von 5,7 % an EUR 20.000.000 gegenüber. In Zahlen ausgedrückt beläuft sich der Wert ihrer Anteile auf EUR 1.140.000. Das Schrumpfen ihrer Beteiligungsverhältnisse von 25 % auf 5,7 % hat zu einer 182,4-fachen Vermehrung des ursprünglich in ihr Startup investierten Geldes geführt – die laufenden Gewinne der vergangenen Jahre kommen selbstverständlich noch hinzu.

Allerdings hat die Verwässerung der Beteiligungsverhältnisse auch Auswirkungen auf die Stimmrechte der ursprünglichen Gründer in ihrem vormals eigenen Unternehmen. Nun können die Investoren mit ihrer Stimmenmehrheit wesentlich über die Geschicke des Unternehmens bestimmen. Dies betrifft beispielsweise den Zeitpunkt für einen Exit. Wir gehen im nächsten Abschnitt etwas näher darauf ein.

4.2. Startup Beratung: die Macht der Minderheitsbeteiligten beim Exit

Von unserem Beispiel ausgehend wollen wir annehmen, dass nach einiger Zeit ein Käufer das Startup kaufen möchte. Selbstverständlich möchte ein potentieller Käufer in einer solchen Situation das ganze Unternehmen kaufen. Schon allein der Umstand einer potentiellen Mitbestimmung durch andere Anteilseigner widerstrebt vielen kaufkräftigen Interessenten. Aber auch die Möglichkeit das Startup in einen bereits existierenden Konzern einzugliedern funktioniert ohne die ursprünglichen Gründer und ihre nachfolgenden Investoren in der Praxis meist weitaus besser. Schließlich bedeutet alleinige Geschäftsführung in jedem Fall einen Ausschluss konkurrierender Interessen.

Nehmen wir also an, dass der Käufer einen Preis von EUR 50.000.000 für das Startup vorschlägt. Selbstverständlich ist dies ein durchaus attraktives Angebot, sodass man davon ausgehen kann, dass alle Gesellschafter daran interessiert sein sollten. Doch um einen solchen Exit einzufädeln müssen eben auch alle am Startup Beteiligten dem Deal zustimmen. Was ist aber, wenn sich der erste Investor, der mit EUR 500.000 lediglich relativ wenig in das Unternehmen investiert hat, dies als Chance begreift, den persönlichen Profit aus dem Exit zu maximieren? So könnte er beispielsweise den doppelten Betrag für seine Anteile fordern. Immerhin hat er mit seiner Beteiligung von 22,8 % einen bedeutenden Anteil am Startup; nur der dritte, zuletzt eingestiegene Investor hat mit 40 % noch mehr Stimmrechte. Sollten die anderen Gesellschafter also eine solche überproportionale Forderung auffangen indem sie auf einen Teil ihres eigenen Anspruchs auf den Preis an ihn abtreten?

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5. Startup Beratung zu Finanzierungsrunden – Fazit

Bei der Beratung rund um das Thema Startup stehen also gleich von Anfang an viele unterschiedliche Fragen zur Erörterung an. Dazu gibt es aber auch passende Lösungen, die man für die einzelnen Eventualitäten vorsehend regeln kann. So kann man etwa die Aufnahme von Mitgesellschaftern und auch schon die Gründung des Startups dahingehend gesellschaftsvertraglich ausrichten, dass Minderheitsgesellschafter, für den Fall eines mehrheitsfähigen Exits, einem Mitverkaufsgebot unterliegen. Ähnliche Regelungen können auch in Bezug auf die Aufnahme neuer Investoren im Gesellschaftsvertrag Vorsorge treffen.

Was für viele Startup-Gründer, die mit viel Enthusiasmus und persönlichem Einsatz gerade in der oft schwierigen, arbeitsintensiven Anfangszeit den Grundstein für den späteren Erfolg legten, ebenfalls wichtig sein mag, ist, dass sie trotz Verwässerung weiterhin eine bedeutende Stimme behalten. Man kann daher überlegen, ob den ursprünglichen Gründern in bestimmten Belangen ein Vetorecht zuzugestehen ist.

In jedem dieser exemplarischen Bezüge ist dies selbstverständlich eine Angelegenheit, die man dann auch gegenüber Investoren zu vertreten hat. Jedenfalls sollte klar sein, dass eine fachlich fundierte Beratung, über rein steuerliche Angelegenheiten hinaus, für ein Startup sehr wohl von großer Wichtigkeit für die Zukunft ist – und zwar gleich von Anfang an. Viele Neuunternehmer, die ohne Beratung ihr Startup hochziehen, sind dann auf das Lernen aus eigener Erfahrung angewiesen. Wie hingegen ein erfolgreicher Exit aussehen kann, mag das Beispiel Flaschenpost zeigen.


Steuerberater für Startups

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Startups spezialisiert. Bei der Beratung zu zukünftigen Finanzierungsrunden schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Allgemeine Beratung zur GmbH-Gründung
  2. Informationen zur Nutzung von Verlustvorträgen
  3. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  4. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  5. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)
  6. Erörterung der Vorteile von Holdingstrukturen

Unternehmenskauf und -verkauf

  1. Beratung beim Unternehmensverkauf (Vorteile bei Share Deal & Asset Deal)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Standort Bonn

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Telefon-/ Videokonferenz

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Für Kleinunternehmer gelten steuerliche Besonderheiten. Bei der Umsatzsteuer gilt dementsprechend die Sonderregelung des § 19 Absatz 1 Satz 1 UStG. Daher hört man immer wieder, dass es steuerlich sinnvoll ist, Kleinunternehmer zu sein. Wir gehen dieser Frage auf den Grund und erklären, welche Vorteile und Nachteile es bedeutet, Kleinunternehmer zu sein.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Beratung von Unternehmen spezialisiert. Dabei entwickeln wir insbesondere für Startup Unternehmen individuelle Modelle, mit denen Sie steuerneutral ihr Unternehmen vergrößern können. Aufgrund der aktuellen Resonanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema

25. Juni 2021

Der neue § 19a EStG hilft Mitarbeiter an Startups zu beteiligen!
4. August 2021 Startups und Steuern: Vorteile sichern & Nachteile vermeiden
18. Oktober 2021 Mitarbeiterbeteiligung bei Startups: Analyse der gesetzlichen Maßnahmen
17. Mai 2022 Kleinunternehmer: Steuerliche Besonderheiten – Vorteile – Nachteile (dieser Beitrag)

Unser Video:
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Wir erklären Ihnen, die sieben Punkte, auf die Sie bei dem Gründen eines Startups achten müssen.

Inhaltsverzeichnis


1. Kleinunternehmer – Definition

Als Kleinunternehmen werden Unternehmen bezeichnet, die gewisse Umsatzschwellen nicht erreichen. Insbesondere für nebenberuflich Selbstständige oder Gewerbetreibende wirkt die Kleinunternehmer-Regelung interessant. Daher stellt sich bei der Gründung eines Unternehmens die Frage, ob man überhaupt als Kleinunternehmer gilt und, ob es sinnvoll ist, die Kleinunternehmer-Regelung für sein Unternehmen anzuwenden.

2. Kleinunternehmer bei der Umsatzsteuer

2.1. Folgen der Kleinunternehmer-Regelung

Für Kleinunternehmer gilt bei der Umsatzsteuer die Besonderheit des § 19 Absatz 1 Satz 1 UStG. Demnach wird die Umsatzsteuer nicht erhoben. Folglich wird der Kleinunternehmer faktisch, wie ein Nichtunternehmer behandelt. Umgekehrt ist der Kleinunternehmer aber gemäß § 19 Absatz 1 Satz 4 UStG auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Entsprechend ist er auch nicht zum gesonderten Umsatzsteuerausweis in seiner Rechnung berechtigt. Weißt er die Umsatzsteuer dennoch aus, so schuldet er gemäß § 14 c Absatz 2 UStG die angegebene Steuer auch. Die Kleinunternehmerregelung bedeutet für die Finanzverwaltung den Vorteil, dass sie sich auf die bedeutsamen unternehmerischen Aktivitäten konzentrieren kann.

2.2. Voraussetzungen der Kleinunternehmer-Regelung

Damit ein Unternehmer als Kleinunternehmer gilt, muss er aber gewisse Voraussetzungen erfüllen. Ein Unternehmer ist dann als Kleinunternehmer einzuordnen, wenn der Nettoumsatz zuzüglich der darauf rechnerisch entfallenden Steuer bestimmte Umsatzgrenzen nicht übersteigt. Der Umsatz meint daher nicht den Gewinn. Der Gewinn fällt aufgrund des Abzugs der Ausgaben geringer als der Umsatz aus und darf mithin nicht verwechselt werden. Zum einen dürfen im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 22.000 Euro vereinnahmt worden sein. Zum anderen muss eine fundierte Prognose vorliegen, dass im laufenden Kalenderjahr die Einnahmeschwelle von 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschritten wird. Die Kleinunternehmer-Regelung ist aber nicht unternehmensgebunden sondern personengebunden. Daher werden für die Umsatzschwellen sämtliche umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen aller Unternehmen der Person zusammengerechnet.

2.3. Kleinunternehmer-Regelung bei der Gründung

Im Jahr der Gründung des Unternehmens darf der Gründer den Jahresumsatz für das erste Jahr schätzen. Daher darf er die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen, wenn der Jahresumsatz voraussichtlich nicht höher als 22.000 Euro sein wird. Oft startet ein Unternehmen aber nicht im Januar. Dann reduziert sich auch die Kleinunternehmerumsatzgrenze. Sollten Sie im Mai mit ihrer Tätigkeit beginnen, so sind Sie von den zwölf Monaten nur acht Monate unternehmerisch tätig. Dann beträgt auch die Umsatzgrenze nur 22.000 Euro/12 Monate x 8 Monate=14.667 Euro.

2.4. Überschreiten der Umsatzgrenzen

Daher beruht die Kleinunternehmer-Regelung auf einer Prognose. Deswegen kann es sein, dass der tatsächlich erzielte Umsatz unerwartet oberhalb der Umsatzgrenze liegt. Für das abgelaufene Kalenderjahr hat dies jedoch grundsätzlich keine nachteiligen Folgen, wenn sie zum Zeitpunkt der Schätzung alle bekannten Besteuerungsgrundlagen berücksichtigt haben. Ab Januar des Folgejahres unterliegen Sie jedoch automatisch der Regelbesteuerung. Das gilt auch, wenn Sie zwar im vorangegangenen Jahr einen Jahresumsatz von unter 22.000 Euro hatten, aber im folgenden Jahr mehr als 50.000 Euro Umsatz erwarten.

Es ist daher für Sie besonderes wichtig, zu überwachen, ob Sie Umsatzschwellen überschreiten. Sollten Sie dies vernachlässigen und keine Umsatzsteuer in der Rechnung ausweisen, obwohl Sie es eigentlich müssten, so handelt es sich aus Sicht des Finanzamts bei dem Rechnungsbetrag um einen Bruttobetrag, der die Umsatzsteuer schon enthält. Die so bestimmte Umsatzsteuer müssen Sie dann an das Finanzamt abführen.

Dann stellt sich aber die Frage, ob Sie die Rechnungen nachträglich auch noch korrigieren können. Wenn die Rechnung an einen Verbraucher ging, ist eine Korrektur aber nicht mehr möglich, da Sie verpflichtet sind dem Verbraucher Bruttopreise zu nennen. Wenn die Rechnung hingegen an einen Unternehmer ging können Sie die Rechnung korrigieren. Diese können dann die Vorsteuer abziehen, jedoch bedeutet das für sie zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

2.5. Rechnung eines Kleinunternehmers

In der Rechnung muss der Kleinunternehmer darauf hinweisen, dass und warum auf den Umsatz keine Umsatzsteuer entfällt. Wir empfehlen daher den Passus „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“. Zudem muss die Rechnung den vollständigen Namen, die vollständige Adresse des Rechnungsempfängers, die Steuernummer beziehungsweise die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Menge und Art der Leistung, das Lieferdatum beziehungsweise Leistungsdatum und das Rechnungsdatum enthalten.

Haben Sie Fragen zur Buchhaltung für Kleinunternehmer?

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3.  Kleinunternehmer bei der Einkommensteuer

Im Rahmen der Einkommensteuer gibt es keine Regelung für Kleinunternehmer. Daher schulden Kleinunternehmer auf sämtliche Einkünfte Einkommensteuer. Allein, wenn sämtliche Einkünfte den Grundfreibetrag 9.984 Euro im Jahr 2022 nicht überschreiten, so schulden auch Kleinunternehmer keine Einkommensteuer. Influencer führen beispielsweise ihre Tätigkeit in der Regel als Einzelunternehmen aus, so dass sie dann Einkünfte aus Gewerbebetrieb im Sinne des § 15 Absatz 1 Nummer 1 EStG erzielen. Sollten sie aber ihr Unternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft beispielsweise einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) betrieben, so liegen Einkünfte im Sinne des § 15 Absatz 1 Nummer 2 EStG vor. Kapitalgesellschaften, wie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder die Unternehmergesellschaft (UG), die aber natürlich eigenen Gründungsvoraussetzungen unterliegen, werden nach dem Körperschaftsteuergesetz besteuert. Ihre Anteilseigner hingegen erzielen dann wieder Einkünfte aus Kapitalvermögen.

4. Vorteile für Kleinunternehmer

Dass der Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer abführen muss, hat für ihn Verwaltungsvorteile. Für Unternehmen bedeutet die Umsatzsteuer regelmäßig viel Arbeit. Zum einen muss der Unternehmer den richtigen Umsatzsteuersatz von 0%, 7 % 0der 19 % für seine Leistung ermitteln. Zum anderen muss er die Umsatzsteuer dem Kunden korrekt in Rechnung stellen und die Vorschriften dazu erfüllen, da ein gewerblicher Kunde ansonsten keinen Vorsteuerabzug ziehen kann. Überdies muss der Unternehmer die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Im Rahmen des Vorsteuerabzugs muss der Unternehmer zunächst den abzugsfähigen Vorsteueranteil aus sämtlichen Eingangsrechnungen errechnen und bestimmen, wie viel er noch an das Finanzamt abführen muss, indem er von der Summe der Umsatzsteuereinnahmen die abziehbare Vorsteuer abzieht. Den verbleibenden Betrag muss er dann einmal im Monat mittels elektronischer Umsatzsteuervoranmeldung bei dem Finanzamt anmelden und auch überweisen. Zu Beginn des Folgejahres hat er dann noch eine Jahres-Umsatzsteuererklärung ab zugegeben und ausstehende Zahlungen zu leisten.

Diese Verwaltungsvorteile wirken auf den ersten Blick sehr verlockend. Zum einen müssen Kleinunternehmer keinen Steuersatz ermitteln und nicht trennscharf zwischen Rechnungsbetrag und Umsatzsteuer unterscheiden. Zum anderen müssen sie keine Umsatzsteuervoranmeldungen einreichen und auch die Zahllast nicht berechnen.

Überdies müssen Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer für verkaufte Leistungen ausweisen und auch keine Vorsteuer dafür abführen. So können seine Produkte für Verbraucher günstiger sein. Jedoch wird auch der Kleinunternehmer die nichtabziehbare Vorsteuer, die er im Voraus für betriebliche Anschaffungen zahlen musste, auf seine Kunden umlegen. Dann entsteht insoweit auch kein Preisvorteil. Selbst, wenn er dies nicht tut und die Umsatzschwelle irgendwann überschreitet muss er die Umsatzsteuer dann künftig doch in seiner Rechnung ausweisen, so dass sich die Preise erhöhen und deswegen Kunden eventuell abspringen.

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5. Nachteile für Kleinunternehmer

5.1. Jahres-Umsatzsteuererklärung

Zudem müssen auch Kleinunternehmer die Jahres-Umsatzsteuererklärung abgeben, sodass insoweit Aufwand anfällt. Dabei genügt es jedoch in der Regel die Jahresumsätze anzugeben, da daraus dann schon ersichtlich ist, dass keine Umsatzsteuer zu zahlen ist.

5.2. Nachteil durch fehlenden Vorsteuerabzug

Ein Nachteil kann sich für den Kleinunternehmer daraus ergeben, dass er nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Leistet der Kleinunternehmer an einen anderen Unternehmer, so kann es sein, dass der Kleinunternehmer letztlich mit Umsatzsteuer belastet wird. Da er die Vorsteuer nicht abziehen kann, wird er die Umsatzsteuer in seine Preise einkalkulieren. Dadurch verteuern sich seine Produkte. Andere Unternehmer hingegen müssen die Umsatzsteuer nicht in ihre Preise einkalkulieren, sondern können die Vorsteuer abziehen. Deswegen gibt es für Kleinunternehmer die Möglichkeit gemäß § 19 Absatz 2 UStG zur Regelbesteuerung zu optieren.

5.3. Liquiditätsnachteil

Da Kleinunternehmer die Vorsteuer nicht abziehen können entstehen insbesondere in der Startphase bei hohen Anfangsinvestitionen Liquiditätsnachteile. Andere Unternehmer hingegen können nämlich die Vorsteuer entsprechend abziehen.

Für Sie ebenfalls interessant: Investor gewinnen – alles, was ein Startup wissen muss

In diesem Video klären wir, wie Sie für Ihr Startup einen Investor finden.

5.4. Kein Steuervorteil

Die Umsatzsteuer soll den Endverbraucher und nicht die Unternehmer belasten. Daher steht Unternehmern der Vorsteuerabzug zu. Auch bei der regulären Besteuerung kommt es daher nicht zu einer Steuerbelastung für Unternehmen. Folglich haben Kleinunternehmer bei der Umsatzsteuer keinen Steuervorteil. Dies wäre verfassungsrechtlich auch nicht zu rechtfertigen, da der umsatzabhängige Fördereffekt wenig zielführend ist, da er insbesondere mit dem Umsatzvolumens steigt. Zudem wäre ein Verstoß gegen das Prinzip der gleichmäßigen Konsumbelastung zu rügen. Vielmehr begründet die Kleinunternehmerregelung allein Vereinfachungen und entlastet den Kleinunternehmer von unverhältnismäßigen steuerrechtlichen Mitwirkungspflichten und Erklärungspflichten.

6. Fazit zur Kleinunternehmer-Regelung

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass die Kleinunternehmer-Regelung diverse Nachteile hat. Sollten Sie es erstreben, dass ihr Unternehmen irgendwann über 22.000 Euro erzielt raten wir grundsätzlich von der Kleinunternehmer-Regelung ab, da Sie bei Gründung des Unternehmens für die Anfangsinvestitionen keine Vorsteuer abziehen können. Etwas anderes kann gelten, wenn sie nebenberuflich gewerblich im Privatkunden-Geschäft agieren und ohne große Investitionen auskommen.

Schildern Sie uns sehr gern die Umstände Ihres Einzelfalls und wir erklären Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen am besten aufstellen. Kontaktieren Sie uns dazu gerne über das Kontaktformular.


Steuerberater für Unternehmen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Wir begleiten unsere Mandanten insbesondere bei der Gründung ihrer Gesellschaft, der Vergrößerung des Geschäftsbetriebs und der Erweiterung der Gesellschaftsstruktur. Dabei schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Startups

  1. Beratungen zur Rechtsformwahl
  2. Kaufmannseigenschaft nach dem HGB
  3. Besonderheiten für Kaufmänner

Unternehmen

  1. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  2. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)
  3. Besteuerung von Personengesellschaften nach dem Transparenzprinzip
  4. Haftung der Personengesellschafter
  5. Vorteile der Holdinggesellschaft

Umsatzsteuer

  1. Umsatzsteuerliche Bewertung des Share Deals und Asset Deals
  2. Beurteilung der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs
  3. Durchführung der Vorsteuerabzugsberichtigung nach § 15a UStG
  4. Beurteilung von Optionsmöglichkeiten nach § 9 UStG

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
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Onlinehändler mit Sitz innerhalb der EU, die über Amazon oder andere Onlinemarktbetreiber Waren in andere EU-Mitgliedsstaaten verkaufen, können das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) zur Umsatzsteuererklärung anwenden. Dabei ist das OSS in diesem Bereich neu. Schließlich führten die EU-Mitgliedsstaaten das OSS einheitlich nach sechsmonatiger Verschiebung am 01.07.2021 ein. Dazu gehört, dass deutsche Onlinehändler bei Amazon nun alle Umsatzsteuern, die im EU-Ausland anfallen, gesammelt über das Bundeszentralamt für Steuern erklären und abführen können. Hierbei gelten allerdings einige Bedingungen. Insbesondere der Mindestumsatz von jährlich EUR 10.000 im EU-Ausland sowie die Beschränkung dieser Umsatzschwelle auf Endkunden und ihnen gleichgestellte Unternehmer ist hierbei wichtig.

Unser Video:
OSS im E-Commerce: das neue Verfahren zur Umsatzsteuer

In diesem Video erklären wir Ihnen die Vorteile des neue OSS bei Onlinehandel mit Amazon.

Inhaltsverzeichnis


1. OSS bei Amazon – Einleitung

Zum 01.07.2021 führten die Mitgliedsstaaten der EU Neuerungen bei der grenzüberschreitenden Besteuerung von Warenlieferungen und sonstigen Leistungen ein. In diesem Zusammenhang sind natürlich insbesondere auch all jene Onlinehändler betroffen, die ihre Waren über Onlineplattformen wie Amazon oder Ebay ihre Waren ins EU-Ausland verkaufen. Aus diesem Anlass widmen wir den vorliegenden Artikel dem neuen One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) beim Handel über Amazon und andere Onlinemarktplätze.

2. Was ist das neue OSS und was hat dies mit Amazon zu tun?

OSS ist also ein neues Besteuerungsverfahren, das innerhalb der EU Anwendung findet, um bei der Erbringung grenzüberschreitender Leistungen die damit einhergehende Umsatzsteuer zu erfassen. Dabei stellt das OSS eine Alternative zur bisherigen Regelung zur Anmeldung und Zahlung der Umsatzsteuer dar. Denn bislang musste man die in einem anderen EU-Mitgliedsland anfallende Umsatzsteuer in diesem Land anmelden und abführen, wenn man mit seinen Umsätzen die dort geltende Lieferschwelle überschritt. Dazu musste man sich in jedem Land, in dem diese Bedingung zutraf, gesondert steuerlich registrieren. Dabei war es auch unerheblich, ob man Waren über einen eigenen Onlineshop verkaufte oder etwa bei einen Onlinemarktplatzbetreiber wie Amazon anbot. Lagen die Umsatzwerte jedoch unter einer Lieferschwelle, hatte man die Freiheit die Umsätze nach den eigenen nationalen Gesetzen zu besteuern. In diesem Fall führte man die Umsatzsteuer im eigenen Land ab.

Das OSS vereinfacht nun dieses bürokratisch überbordende Verfahren. Im Prinzip kann man nun per OSS die Umsatzsteuer, die in allen anderen EU-Mitgliedsstaaten anfällt, beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) anmelden und gesammelt überweisen. Das BZSt führt dann auf Basis der hinterlegten Daten der Onlinehändler (Name des Unternehmens/Unternehmers, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) die Aufteilung der einzelnen Umsatzsteuerbeträge gemäß der abgegebenen OSS-Steuererklärung durch. Auf diese Weise erhält jedes Mitgliedsland, in dem man im betreffenden Besteuerungszeitraum beispielsweise über Amazon Waren verkaufte, die ihm zustehende Umsatzsteuer. Die hierfür anwendbaren Umsatzsteuersätze entsprechen dabei selbstverständlich den in den Mitgliedsstaaten geltenden Steuersätzen.

Da nun Onlinehändler, die zum Beispiel bei Amazon ihre Waren auch ins EU-Ausland vertreiben, die Möglichkeit haben am OSS teilzunehmen, forderte Amazon sie nun genau dazu auf, um auf diese Weise den eigenen Verpflichtungen als Marktplatzbetreiber nachzukommen. Deshalb müssen die bei Amazon eingebundenen Onlinehändler fortan ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie einen Nachweis ihrer Anmeldung zum OSS einreichen. Andernfalls erfolgt eine Sperrung ihrer Konten. Zuvor war die Vorlage eines Zertifikats nach § 22f UStG erforderlich.

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3. OSS bei Amazon: Gesetzliche Grundlagen

Die Einführung des OSS und somit auch die Auswirkungen, die sie beim Onlinehandel über Amazon hat, gehen auf die Umsetzung der zweiten Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets der EU zurück. Hierbei sind insbesondere die §§ 18i, 18j und 18k UStG grundlegenden Änderungen unterworfen. Die §§ 18i und 18k UStG sind Regelungen zu einem mit dem OSS vergleichbaren besonderen Besteuerungsverfahren bei der Erbringung bestimmter Leistungen. § 18j UStG enthält hingegen die gesetzlichen Vorgaben, die beim eigentlichen OSS Anwendung finden (sogenannte „EU-Regelung“). Sie gelten für den innergemeinschaftlichen Fernverkauf, für das Erbringen von sonstigen Leistungen von in der EU ansässigen Unternehmen, die sie in Drittländern ausführen, und für Lieferungen innerhalb eines Mitgliedslandes, bei denen eine elektronische Schnittstelle maßgeblich beteiligt ist. Letzterer Fall kennzeichnet somit auch die Anwendung des OSS für Onlinehändler, die Amazon oder andere Onlineplattformen beim Warenverkauf nutzen.

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4. Voraussetzungen zur Anwendung des OSS bei Amazon

Um nun als bei Amazon tätiger Händler am OSS teilnehmen zu können, muss man einige Voraussetzungen erfüllen. Dabei ist es unerheblich, ob der Sitz des Unternehmens in Deutschland oder im EU-Ausland liegt. So muss man als Unternehmer eine Umsatzschwelle von EUR 10.000 im Jahr beim Handel mit Endkunden im EU-Ausland überschreiten, um am OSS teilnehmen zu können. Der Handel mit anderen Unternehmern mit Sitz in anderen Mitgliedsstaaten ist hierbei also ohne Relevanz. Allerdings gibt es hierbei auch Ausnahmen. Denn Unternehmer, die selber keine umsatzsteuerpflichtigen Leistungen erbringen und somit vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen sind, sind Endkunden gleichgestellt. Zum Beispiel ist dies bei umsatzsteuerlichen Kleinunternehmern der Fall. Aber auch Ärzte und andere Mediziner, die keine umsatzsteuerlichen Leistungen erbringen, sind hierbei ausgenommen.

Liegen diese Umsätze im vorangegangenen sowie im laufenden Jahr unter der Umsatzschwelle, muss man hingegen entweder die in Deutschland geltenden umsatzsteuerlichen Regeln befolgen oder sich im jeweiligen EU-Ausland für umsatzsteuerliche Zwecke registrieren. In letzterem Fall führt man dann regulär die dort anfallende Umsatzsteuer ab. Letzteres bedeutet aber auch, dass man sich in allen EU-Ländern umsatzsteuerlich registrieren lassen muss, in denen man dort umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringt. Daher dürfte es wohl vorteilhafter sein, wenn man hierbei zur Umsatzbesteuerung in Deutschland optiert.

Verkauft man jedoch als Onlinehändler mit Sitz außerhalb der EU Waren über Amazon an Endkunden in der EU, übernimmt Amazon als Betreiber der elektronischen Schnittstelle die Verpflichtung zur Abgabe der Umsatzsteuer im jeweiligen EU-Mitgliedsstaat. Dabei kann Amazon selbst ebenfalls das OSS zur Abwicklung aller umsatzsteuerlichen Pflichten nutzen. Hierbei ist die Umsatzschwelle von EUR 10.000 unerheblich.

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5. OSS bei Amazon – unser Service

Wenn auch Sie sich als Unternehmer mit Ihrem Handel bei Amazon, Ebay und anderen Onlineportalen mit dem neuen OSS auseinandersetzen, bieten wir Ihnen gerne unsere Unterstützung. Tatsächlich begleiten wir seit Jahren bei Amazon erfolgreich tätige Händler bei ihren in- und ausländischen Steuererklärungen. Deshalb haben wir uns als moderne Steuerberatungskanzlei bereits frühzeitig auf die Besteuerung der bei Amazon aktiven Händler über das neue OSS eingestellt. Nutzen daher auch Sie die Expertise einer in diesem Gebiet erfahrenen Steuerberatungskanzlei. Also rufen Sie uns sogleich an. Wir freuen uns darauf.


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Umsatzsteuer

  1. Beurteilung der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs
  2. Durchführung der Vorsteuerabzugsberichtigung nach § 15a UStG
  3. Beurteilung von Optionsmöglichkeiten nach § 9 UStG
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  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
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Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Seit dem 01.07.2021 gelten mit dem OSS-Verfahren im Bereich E-Commerce neue Regelungen zur Umsatzsteuer. Dabei müssen Händler, die ihre Waren über ihren eigenen Onlineshop verkaufen, drei Fälle unterscheiden. Verkaufen sie Waren an Abnehmer in Deutschland, bleibt alles unverändert. Also stellen sie auch die jeweils anfallenden Umsatzsteuerbeträge für ihre Umsätze in Rechnung. Verkaufen sie jedoch Waren an Kunden in Mitgliedsstaaten der EU, dann bedingt das neue OSS-Verfahren einige Besonderheiten. Wenn Onlinehändler jährlich Waren im Wert von mehr als EUR 10.000 ins EU-Ausland verkaufen, können sie sich in Deutschland beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für das OSS-Verfahren anmelden. Daraufhin müssen sie die Umsatzsteuer berechnen, die in dem jeweiligen Land vorgesehen ist. Ihre innerhalb der EU ausgeführten Umsätze melden sie einen Monat nach Ablauf des Besteuerungszeitraums per Steuererklärung dem BZSt und überweisen dorthin die zuvor einbehaltene Umsatzsteuer. Bei Warenverkäufen in Drittstaaten ist das neue OSS-Verfahren jedoch ausgeschlossen.

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OSS im E-Commerce

In diesem Video erklären wir Ihnen, was Sie als Online-Händler beim neuen OSS-Verfahren zu beachten haben.

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung zum neuen OSS-Verfahren

Seit dem 01.07.2021 gelten beim Onlinehandel neue Regelungen bezüglich der Umsatzbesteuerung. Das Verfahren, das nun Anwendung findet, ist das One-Stop-Shop-Verfahren, das man allgemein abgekürzt als OSS-Verfahren bezeichnet. Dabei ist das OSS-Verfahren im Umsatzsteuerrecht bereits seit einiger Zeit etabliert, wenn auch in einem ganz anderen Zusammenhang. Denn früher wandte man das Mini-One-Stop-Shop-Verfahren (MOSS-Verfahren) nur bei ganz bestimmten Leistungen an. Daher ist es folgerichtig, dass man die bisherigen Teilnehmer am MOSS-Verfahren automatisch auch in das neue OSS-Verfahren, das das MOSS-Verfahren nun ersetzt, einbindet.

Mit der rasanten Zunahme des grenzüberschreitenden Onlinehandels geht nun also eine Reformierung der Umsatzbesteuerung innerhalb der EU einher. Dazu erarbeitete die Europäische Kommission Vorschläge für Änderungen, die der EU-Rat 2017 annahm. Seit 2019 setzen die Mitgliedsstaaten der EU diese Neuerungen im Rahmen des sogenannten Mehrwertsteuer-Digitalpakets nun nach und nach um. Das neue OSS-Verfahren sollte dabei ursprünglich schon zum 01.01.2021 gelten, doch kam es wegen der Corona-Pandemie zu einer Verschiebung um sechs Monate. Nun haben jedoch alle Mitgliedsstaaten der EU die entsprechenden Gesetzesänderungen zur Einführung des neuen OSS-Verfahrens implementiert, über die wir hier berichten möchten.

Dabei hat das neue OSS-Verfahren das Ziel, dass die in der EU auf elektronischem Wege erbrachten Leistungen auf möglichst einfache Weise zu einer Umsatzbesteuerung in dem Land führt, in dem die Leistung stattfindet. Bislang konnten Onlinehändler, die Waren bis zu einem national bestimmten Schwellenwert (Lieferschwelle) in ein bestimmtes Land lieferten, selber entscheiden, ob die Umsatzsteuer in ihrem Land oder im Land des Empfängers anfällt. Nun soll das neue OSS-Verfahren die Berechnung und Zahlung der Umsatzsteuer im Bereich E-Commerce deutlich vereinfachen und innerhalb der EU vereinheitlichen. Dadurch möchte man also erreichen, dass die nach dem Leistungsortprinzip anfallende Umsatzsteuer auch tatsächlich in jenen EU-Mitgliedsländern ankommt, in denen eine Leistung erfolgt.

2. Rechtlicher Rahmen zum neuen OSS-Verfahren

Der rechtliche Rahmen zur Umsetzung der zweiten Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets auf nationaler Ebene ist das Jahressteuergesetz 2020. Es betrifft insbesondere die §§ 18i, 18j und 18k UStG. Weitere Einzelheiten sind Gegenstand eines gesonderten BMF-Schreibens. Dabei enthalten die drei genannten Paragraphen jeweils drei ganz spezifische Regelungen. Sie beschreiben daher auch drei verschiedene, in ihrer Anwendung aber sehr ähnliche OSS-Verfahren. Weitere Gesetzesänderungen in diesem Zusammenhang betreffen die §§ 3, 3a, 3c, 18 und 27 UStG.

2.1. OSS-Verfahren „Nicht-EU-Regelung“

So umfasst § 18i UStG die Regelungen zum OSS-Verfahren für sonstige Leistungen, die Unternehmer mit Sitz in einem Drittland in der EU erbringen. Dies bezeichnet man auch als „Nicht-EU-Regelung“.

2.2. OSS-Verfahren: „EU-Regelung“

§ 18j UStG ist hingegen zur Anwendung im innergemeinschaftlichen Fernverkauf, für Lieferungen im Bereich E-Commerce innerhalb eines EU-Mitgliedsstaats und für die Erbringung von sonstigen Leistungen durch einen im EU-Ausland ansässigen Unternehmer im Inland vorgesehen. Daher passt auch die hierfür vorgesehene Bezeichnung „EU-Regelung“.

2.3. OSS-Verfahren: „Import-One-Stop-Shop“

Im § 18k UStG sind schließlich die Besonderheiten des sogenannten „Import-One-Stop-Shop“ als Verfahren enthalten. Hierbei geht es um für Fernverkäufe aus Drittländern in die EU eingeführte Gegenstände mit einem Warenwert von maximal EUR 150.

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3. Wesentliche Änderungen durch das OSS-Verfahren

Da die Änderungen, die der Gesetzgeber mit dem neuen OSS-Verfahren nun einführte, sehr umfangreich sind, wollen wir uns im Rahmen dieses Artikels auf die Erläuterung der Besonderheiten konzentrieren, die ein in Deutschland ansässiger Onlinehändler beim Verkauf seiner Waren über den eigenen Onlineshop zu beachten hat. Bevor wir jedoch in die Einzelheiten unserer Betrachtungen einsteigen, möchten wir allerdings noch auf einige prinzipielle Aspekte eingehen.

3.1. Welchen Zweck hat das OSS-Verfahren?

So soll das OSS-Verfahren bei der „EU-Regelung“ also insbesondere die Berechnung, Erhebung und das Abführen der Umsatzsteuer im Rahmen des E-Commerce innerhalb der EU vereinfachen und vereinheitlichen. Dies möchte man dadurch erreichen, dass man umsatzsteuerpflichtige Leistungen, die in einem EU-Mitgliedsstaat anfallen, über die sie ausführenden Onlinehändler erfasst. Sie sollen die Rechnungen an ihre Kunden im EU-Ausland so ausstellen, dass sie gemäß dem Bestimmungslandprinzip den dort geltenden gesetzlichen Vorgaben zur Umsatzbesteuerung entsprechen.

3.2. So funktioniert das OSS-Verfahren

Auf diese Weise findet das Einbehalten der im Empfängerland anfallenden Umsatzsteuer in dem Mitgliedsland statt, in dem der Onlinehändler sein Geschäft führt. Dazu soll eine zentrale Finanzbehörde die von den Onlinehändlern berechnete und einbehaltene Umsatzsteuer gesammelt an die Finanzverwaltung des jeweiligen Mitgliedsstaates weiterleiten. Diese zentrale Finanzbehörde ist in Deutschland das BZSt. Damit entfällt die zuvor für diese Zwecke notwendige steuerliche Registrierung der Onlinehändler in den jeweiligen Mitgliedsstaaten. Außerdem ersetzt nun das neue OSS-Verfahren die Übermittlung der hierbei relevanten Daten durch eine vereinfachte OSS-Steuererklärung.

3.3. Weitere Besonderheiten zum OSS-Verfahren

Allerdings sind dabei viele Besonderheiten von Bedeutung. So gelten für bestimmte Umsätze Ausnahmeregelungen (zum Beispiel für die Lieferung neuer Fahrzeuge). Insbesondere die Rolle der Lieferschwelle, die nun EU-weit einheitlich EUR 10.000 beträgt und die vorherigen nationalen Lieferschwellen ersetzt, ist hierbei gewichtig. Aber auch die Einschränkung, dass das OSS-Verfahren nur bei Leistungen an Verbraucher Anwendung findet, ist von hoher Relevanz. Selbst wenn man alle Bedingungen zur Anwendung des vorteilhaften OSS-Verfahrens erfüllt, muss man die Teilnahme am OSS-Verfahren zunächst beim BZSt beantragen. Schließlich endet die Frist zur Abgabe der Steuererklärung im OSS-Verfahren sowie zur Überweisung der einbehaltenen ausländischen Umsatzsteuer einen Monat nach Ablauf des Bemessungszeitraums.

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4. Das OSS-Verfahren beim Verkauf im eigenen Onlineshop

Kommen wir nun wie versprochen zur Darstellung der Umsatzbesteuerung und des OSS-Verfahrens eines in Deutschland ansässigen Unternehmens, das über seinen Onlineshop Waren oder Dienstleistungen vertreibt. Hierzu wollen wir die drei Grundfälle Verkauf im Inland, im EU-Ausland und in Drittlandsgebiete unterscheiden.

4.1. Verkauf im Inland

Im Inland ergeben sich durch die neue Gesetzeslage keine Veränderungen. Wie üblich erhalten die Empfänger der umsatzsteuerpflichtigen Leistungen Rechnungen mit Ausweis der Umsatzsteuer. Dies gilt sowohl für Leistungen an andere Unternehmer als auch an Verbraucher. Der Umsatz wird durch das Unternehmen auch weiterhin über die periodisch vorgesehene Umsatzsteuervoranmeldung dem Finanzamt gemeldet. Selbstverständlich erhält die Finanzkasse dann auch die entsprechend angemeldeten Umsatzsteuerbeträge per Überweisung. Und auch an den bisher geltenden Fristen zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung sowie zur Zahlung der einbehaltenen Umsatzsteuer hält man weiterhin fest.

4.2. Das OSS-Verfahren bei Leistungen ins EU-Ausland

4.2.1. OSS-Verfahren bei innergemeinschaftlichen Geschäften mit Endkunden

Beim Erbringen von Leistungen in ein anderes Land innerhalb der EU kommen nun die neuen Regelungen durch das OSS-Verfahren im Rahmen der „EU-Regelung“ zur Anwendung. Dabei handelt es sich jedoch um ein Optionsverfahren. Deshalb ist zunächst auch eine Anmeldung beim BZSt erforderlich, um am OSS-Verfahren teilzunehmen. Dazu muss die Anmeldung spätestens am zehnten Tag des Monats beim Onlineportal des BZSt erfolgt sein, der auf den Monat der Leistungserbringung folgt. Wenn beispielsweise ein Onlinehändler am 27.11.2021 eine Leistung erbringt, die alle Voraussetzungen zur Anwendung des OSS-Verfahrens erfüllt, dann muss er die Teilnahme am OSS-Verfahren bis zum 10.12.2021 beim BZSt anmelden. Hierfür ist die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erforderlich. Nach der Anmeldung gilt das OSS-Verfahren nun einheitlich für alle EU-Mitgliedsstaaten.

Allerdings gelten für das OSS-Verfahren bestimmte Voraussetzungen. So trifft dies nur bei Leistungen zu, die an Endkunden gerichtet sind. Außerdem muss der jährliche Umsatz in der EU mindestens EUR 10.000 betragen. Ebenfalls darf ein Unternehmen keine Niederlassung, Betriebsstätte oder eine ähnliche Einrichtung in einem dieser Länder unterhalten, wenn es das OSS-Verfahren zur Steueranmeldung nutzen möchte. In einem solchen Fall erfolgt die Steueranmeldung nach den jeweiligen nationalen Vorgaben.

Bei Anwendung des OSS-Verfahrens stellt das leistende deutsche Unternehmen dem Endverbraucher die im jeweiligen Bestimmungsland vorgeschriebene Umsatzsteuer in Rechnung. Es behält somit die durch den Endkunden gezahlte Umsatzsteuer ein. Anschließend meldet das Unternehmen per OSS-Steuererklärung den Umsatz dem BZSt und überweist die zuvor einbehaltene Umsatzsteuer an die dort angegebene Bundeskasse. Mit anderen Worten ist das OSS-Verfahren im Grunde mit der Umsatzsteuervoranmeldung in Deutschland direkt vergleichbar, nur, dass hierbei ein anderes EU-Mitgliedsland letztlich der Empfänger der Umsatzsteuer ist.

4.2.2. Kein OSS-Verfahren bei Unterschreiten der Umsatzschwelle

Liegen die Umsätze ins EU-Ausland jedoch insgesamt unter der genannten Umsatzschwelle von EUR 10.000, dann findet das OSS-Verfahren keine Anwendung. In diesem Fall erfolgt die Umsatzbesteuerung nach den Regeln des Landes, in dem der Onlinehändler ansässig ist. Folglich muss dieser den Umsatz in seinem eigenen Land anmelden und abführen – in unserem Beispiel also in Deutschland. Dazu gelten dann auch die jeweils eigenen nationalen Umsatzsteuervorschriften. Also berechnet man auch dann 19 % Umsatzsteuer, wenn man unter diesen Bedingungen etwa Waren nach Polen verkauft.

4.2.3. Kein OSS-Verfahren bei innergemeinschaftlichen Geschäften zwischen Unternehmern

Bei Leistungsempfängern, bei denen es sich selbst um Unternehmer handelt, hatte man bislang durch Angabe der jeweiligen Umsatzsteueridentifikationsnummern Rechnungen ohne Umsatzsteuer erstellen müssen. Hier ergibt sich nun die Änderung, dass man fortan keine Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummern auf den Rechnungen machen muss. Stattdessen muss der im EU-Ausland ansässige Unternehmer, der die Leistung empfängt, die dortige Umsatzsteuer erklären und entrichten. Dieser kann sich dann die zuvor erklärte und möglicherweise auch gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt seines Landes erstatten lassen. Die Rechnung an den im EU-Ausland ansässigen Unternehmer bleibt also weiterhin umsatzsteuerfrei.

4.3. Kein OSS-Verfahren bei Verkäufen in Drittlandsgebiete

Bei Lieferungen von Waren in ein Drittland (Ausfuhrlieferungen) gelten wiederum andere Regeln. Demnach findet die Besteuerung des Umsatzes ebenfalls im Drittland statt. Anstatt jedoch die steuerlichen Angelegenheiten über das OSS-Verfahren abzuwickeln, müssen sich Unternehmen im Drittland steuerlich anmelden und die entsprechenden nationalen umsatzsteuerlichen Verfahren anwenden.

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5. Erwerb von Waren für den eigenen Onlineshop

Umgekehrt haben Onlinehändler natürlich ebenfalls einige Besonderheiten beim OSS-Verfahren zu beachten, wenn sie selbst Waren aus dem Ausland beziehen. Kaufen sie etwa Waren von einem im EU-Ausland ansässigen Unternehmer ein, dann müssen sie die in Deutschland anfallende Umsatzsteuer erklären und abführen sowie zumeist als Vorsteuer zurückfordern. Natürlich setzt dies eine Vorsteuerabzugsberechtigung voraus. Wie bereits erwähnt war dieser Vorgang bis vor kurzem nur unter Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummern beider Unternehmer möglich. Doch auch unter den neuen Bestimmungen im Zuge der Einführung des OSS-Verfahrens können Onlinehändler eine Erstattung der Umsatzsteuer als Vorsteuer erwirken. Dies geschieht nun ganz regulär über die laufende Umsatzsteuervoranmeldung.

Das gleiche gilt selbstverständlich auch weiterhin bei einem Warenbezug aus einem Drittland. Auch hier ist die auf die Lieferung zu entrichtende Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehbar.


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  1. Empfehlungen zur Gründung von Unternehmen im Ausland
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Das Insolvenzverfahren soll gemäß § 1 Satz 1 InsO die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung getroffen wird. Daher ist Aufgabe des Insolvenzverwalters, die Insolvenzmasse gemäß § 148 Absatz 1 InsO in Besitz und Verwaltung zu nehmen und zu verwerten. Dann stellt sich aber die Frage, wie mit Kryptowährungen im Insolvenzverfahren umzugehen ist. Dabei stellen sich gewisse Probleme. Diesen geht der Beitrag nach.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf Kryptowährungen und ihre steuerrechtliche Bewertung spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Gestaltungsmodelle zur Reduktion der Steuerlast aus Geschäften mit Kryptowährungen aus. Aufgrund der aktuellen Relevanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
29. Januar 2019 Bitcoins & Kryptowährungen: Wegzug ins Ausland ermöglicht steuerfreien Verkauf
25. August 2021 Neue Regeln zur Besteuerung von Bitcoins & Co. – BMF-Schreiben soll Klärung schaffen
3. September 2021 Bitcoin-GmbH – welche Rechtsform ist die steuerlich beste?
17. Dezember 2021 Kryptowährung und ihre Besteuerung – so können Sie Verluste verrechnen und Erträge steuerfrei vereinnahmen
10. Januar 2022 Kryptowährungen im Insolvenzverfahren – Ermittlung Verwertung Zwangsvollstreckung (dieser Beitrag)

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In diesem Video erklären wir die Besteuerung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen.

Inhaltsverzeichnis


1. Kryptowährungen im Insolvenzverfahren: Überblick

In Folge der Corona-Krise kam es zu immer mehr Insolvenzverfahren. Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines insolventen Schuldners zu befriedigen. Dabei enthält die Insolvenzmasse nicht nur körperliche Gegenstände und Forderungen klassischer Art. Vielmehr umfasst die Insolvenzmasse gemäß § 35 Absatz 1 InsO das gesamte Vermögen. Deswegen gibt es mittlerweile auch Kryptowährungen im Insolvenzverfahren. Dessen Vermögenswert muss der Insolvenzverwalter dann ermitteln und verwerten. Das birgt schon einzelne Probleme.

Darüber hinaus kann es dazu kommen, dass Ansprüche des Schuldners gegen Dritte aus Kryptowährungen nicht erfüllt werden. Dann muss der Insolvenzverwalter, gegebenenfalls nach dem er einen Vollstreckungstitel erlangt hat, bei dem Drittschuldner vollstrecken. Auch hier sind die Eigenheiten von Kryptowährungen zu beachten. Folglich führen Kryptowährungen nicht nur im Steuerrecht sondern auch im Insolvenzrecht zu Problemen. Diese klären wir folgend.

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2. Kryptowährungen in der Zwangsvollstreckung

2.1. Kryptowährungen ohne Emittenten

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens kann es sein, dass der Insolvenzschuldner einen Anspruch auf Herausgabe einer Kryptowährung hat, der Dritte diese aber nicht herausgibt. Dann kann es dazu kommen, dass der Insolvenzverwalter bei dem Dritten vollstrecken muss. Dabei sind natürlich die Eigenheiten von Kryptowährungen zu beachten. Kryptowährungen bezeichnen einen Vielzahl von unterschiedlichen Zahlungsmethoden, die ohne eine klassische Bank funktionieren. Dabei gibt es Kryptowährung, die keinen Emittenten haben, wie zum Beispiel Bitcoins. In diesem Fall gibt es keine zentrale Stelle gegenüber der eine Forderung besteht.

Da Bitcoins keine körperlichen Gegenstände sind, scheidet eine Sachpfändung durch den Gerichtsvollzieher ohnehin aus. Es bleibt somit die Pfändung durch Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Zuständig ist somit nicht der Gerichtsvollzieher, sondern gemäß § 828 Absatz 1 ZPO das Vollstreckungsgericht. Da es aber keinen Emittenten gibt scheidet eine Zustellung an diesen aus. Folglich ist gemäß § 857 Absatz 2 ZPO die Pfändung mit dem Zeitpunkt als bewirkt anzusehen, in welchem dem Drittschuldner das Gebot zugestellt ist, sich jeder Verfügung über das Recht zu enthalten.

2.2. Kryptowährungen mit Emittenten

Bei Utility Token oder Investment Token hingegen gibt es einen Emittenten. Die Pfändung erfolgt daher durch Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Hier aber, anders bei Kryptowährungen ohne Emittenten, mit dem Emittenten als Drittschuldner. Auch in diesem Fall ist gemäß § 828 Absatz 1 ZPO das Vollstreckungsgericht zuständig.

3. Kryptowährungen im Insolvenzverfahren

3.1. Kryptowährungen im Insolvenzverfahren Teil der Insolvenzmasse

Doch auch der Insolvenzschuldner selbst kann Kryptowährungen besitzen, welche dann im Insolvenzverfahren zu beachten sind. Im Rahmen der Insolvenzmasse wird gemäß § 35 InsO zwischen der Ist-Masse und der Soll-Masse unterschieden. Die Ist-Masse ist das Vermögen, dass der Insolvenzverwalter auffindet. Die Soll-Masse hingegen ist das Vermögen, dass den Gläubigern der Insolvenzmasse als Haftungsmasse zur Verfügung steht.

Dementsprechend stellt sich die Frage, ob Kryptowährungen überhaupt zur Insolvenzmasse gehören. Sie stellen zunächst keine Persönlichkeitsrechte oder im Rahmen der Einzelzwangsvollstreckung unpfändbare Gegenstände dar, die nicht der Insolvenzmasse unterliegen. Aber auch Sachen, die für die Fortsetzung einer Erwerbstätigkeit, welche in der Erbringung persönlicher Leistungen besteht, erforderlich sind, sind dem Insolvenzverfahren ausgenommen. Kryptowährungen unterfallen jedoch keiner dieser Gruppe, da mit ihnen keine persönlichen Leistungen erbracht werden. Daher sind Kryptowährungen im Insolvenzverfahren der Insolvenzmasse zuzurechnen. Folglich kann der Insolvenzverwalter sie verwerten und zur Befriedigung der Gläubiger nutzen.

3.2. Ermittlung von Kryptowährungen im Insolvenzverfahren

Irgendwie müssen die Kryptowährungen im Insolvenzverfahren aber auch entdeckt werden. Das ist die Aufgabe des Insolvenzverwalters. Um diese Vermögenswerte zu ermitteln, muss er zunächst alle Erkenntnisquellen ausschöpfen. Dabei ist der Insolvenzschuldner zur Auskunft und Mitwirkung verpflichtet. Daher muss er Auskunft über seine Vermögensverhältnisse geben, die für das Insolvenzverfahren von Bedeutung sein könnten. Die Auskunftspflicht reicht folglich nur soweit, wie es zur Ermittlung und Prüfung von potentiellen Massegegenständen erforderlich ist. Dazu gehört aber beispielsweise auch Vermögen im Ausland und natürlich die Kryptowährungen. Daneben muss der Insolvenzschuldner aber auch über Unterlagen Auskunft geben, die der Insolvenzverwalter zu Anfertigung der Steuererklärung des Insolvenzschuldners benötigt. Auch Kryptowährungen unterliegen der Einkommensteuer, sodass der Insolvenzverwalter gemäß § 155 InsO in Verbindung mit §§ 34, 69 AO haftungsbewährt verpflichtet ist, diese steuerlichen Angelegenheiten des Insolvenzschuldners zu erledigen.

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3.2.1. Eidesstaatliche Versicherung

Auch zur Sicherstellung wahrheitsgemäßer Auskünfte über Kryptowährungen im Insolvenzverfahren gelten die Zwangsmittel des § 98 InsO, wie die eidesstaatliche Versicherung, die Zwangsvorführung oder die Haftandrohung. Bei einer eidesstaatlichen Versicherung hat der Schuldner hat der Schuldner die Vollständigkeit und Richtigkeit seiner Aussage an Eides statt zu versichern. Die eidesstaatliche Versicherung erfolgt auf Anordnung des Gerichts. Dazu bedarf es der Notwendigkeit einer vollständigen und wahrheitsgemäßen Aussage des Schuldners, aber nicht des Verdachtes einer wahrheitswidrigen Aussage.

3.2.2. Zwangsvorführung und Haft

Gemäß § 98 Absatz 2 InsO kann das Gericht den Insolvenzschuldner zwangsweise vorführen und nach Anordnung in Haft nehmen lassen. Dazu muss der Schuldner eine eidesstaatliche Versicherung verweigert oder die Mitwirkung unterlassen haben, beziehungsweise sich durch durch Vorbereitung einer Flucht der Erfüllung seinen Auskunftspflichten oder Mitwirkungspflichten entziehen wollen. Die Haftdauer darf aber einen Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreiten. Der Erlass des Haftbefehls kann mit der sofortigen Beschwerde angefochten werden.

3.3. Verwertung von Kryptowährungen im Insolvenzverfahren

Bevor Kryptowährungen in die Gesamtmasse mit einfließen können, müssen sie aber zunächst auch verwertet werden. Das geschieht durch ihren Verkauf. Verkauft werden Kryptowährungen auf speziellen online Plattformen oder beispielsweise der Bitcoin-Börse. Bei Bitcoin-Börsen werden die Bitcoins direkt an den Anbieter der Börse verkauft. Dazu ist ein Benutzerkonto erforderlich. Im Anschluss wird der Verkaufspreis überwiesen. Das kann in der Regel kurzfristig geschehen und läuft schnell ab. Der Insolvenzverwalter muss sich lediglich ein Konto auf der Bitcoin-Börse einrichten.

Auf anderen Börsen-Marktplätzen hingegen erfolgt der Verkauf unter registrierten Nutzern und nicht zu den Anbietern der Börse. Dabei liegt zwischen Angebot und Zahlung meist ein größerer Zeitraum. Deswegen kann der Kurs stark schwanken. Der Insolvenzverwalter kann zudem die Auszahlung des Betrages von dem Käufer nicht eigenständig verlangen, sondern bedarf der Mithilfe des Insolvenzschuldners. Dieser muss dem Insolvenzverwalter zunächst Zugang zu seiner Wallet verschaffen. Dann kann ein Verkaufsangebot erstellt und zwischen verschiedenen Kaufangeboten gewählt werden. So kann der Insolvenzverwalter zwar das wirtschaftlich vorteilhafteste Angebot auswählen. Es solches Verfahren ist aber langwieriger.

Daneben gibt es auch die Möglichkeit eines freihändigen Verkaufs. Dabei werden die Zugangsdaten zu den Wallets gegen Entgelt übertragen. Dazu bedarf es keiner Registrierung und es fallen keine Transaktionsgebühren an.

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3.4. Problem: schwankende Kurse bei Kryptowährungen im Insolvenzverfahren

Problematisch sind bei Kryptowährungen im Insolvenzverfahren die schwankenden Kurse. Trotz schwankenden Kursen ist der Insolvenzverwalter gemäß § 159 InsO zu einer schnellen Verwertung verpflichtet. Demgegenüber soll er gemäß § 1 Satz 1 InsO die bestmögliche Gläubigerbefriedigung erreichen. Dementsprechend muss der Insolvenzverwalter den bestmöglichsten Zeitpunkt zum Verkauf finden. Folglich sollte der Insolvenzverwalter auch abwarten, ob sich ein gefallener Kurs wieder einpendelt. Den Insolvenzverwalter trifft daher eine schwere Aufgabe.

4. Fazit: Eigenheiten bei Kryptowährungen im Insolvenzverfahren

Kryptowährungen im Insolvenzverfahren stellen sich, insbesondere im Rahmen der Ermittlung als problematisch heraus. Dabei muss der Insolvenzschuldner vor allem seiner Mitwirkungspflicht genügen. Auch das Gegenüber von schneller Durchführung des Ermittlungsverfahrens und der bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger bereitet Probleme. Bei der Verwertung ist zwischen den einzelnen Verkaufsplattformen zu unterscheiden. Dabei haben die einzelnen Verkaufsplattformen sowohl Vorteile, als auch Nachteile.


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Kryptowährungen

  1. Verlustverrechnung und steuerfreier Verkauf von Kryptowährungen
  2. Besteuerung von Kryptowährungen
  3. Steueroptimierung durch Bitcoin-GmbH
  4. Kryptowährungen und Wegzug ins Ausland

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Bitcoin und andere Kryptowährungen sind digital dargestellte Werteinheiten von Währungen. Darunter fallen auch Litecoin und Rippel. Dieser Beitrag behandelt die Besteuerung der Kryptowährung, erklärt, wie Sie etwaige Verluste berücksichtigen und, wann Sie die Erträge steuerfrei vereinnahmen können.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Besteuerung von Kryptowährungen spezialisiert. Dabei beraten wir unsere Mandanten insbesondere zu Bitcoins und dem Halten im Betriebsvermögen oder Privatvermögen. Aufgrund der aktuellen Relevanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
22. Oktober 2018 Besteuerung von Bitcoins und Kryptowährungen
29. Januar 2019 Bitcoins & Kryptowährungen: Wegzug ins Ausland ermöglicht steuerfreien Verkauf
3. September 2021 Bitcoin-GmbH – welche Rechtsform ist die steuerlich beste?
17. Dezember 2021 Kryptowährung und ihre Besteuerung – so können Sie Verluste verrechnen und Erträge steuerfrei vereinnahmen (dieser Beitrag)

Unser Video: Steuern auf Bitcoins und andere Kryptowährungen: Offizielles BMF-Schreiben gibt Rechtssicherheit

Wir klären, die Besteuerung von Bitcoin.

Inhaltsverzeichnis


1. Kryptowährung – was ist das ?

1.1. Definition der Kryptowährung

Bitcoin und andere Kryptowährungen sind digital dargestellte Werteinheiten von Währungen. Diese werden nicht von einer Zentralbank oder einer anderen öffentlichen Stelle emittiert oder garantiert. Zudem besitzen sie den gesetzlichen Status von einer Währung oder Geld nicht. Dennoch akzeptieren natürlichen oder juristischen Personen die Werteinheiten als Tauschmittel. Übertragen, gespeichert und gehandelt werden sie auf dem  elektronischen Wege. Daher fallen unter Kryptowährungen neben Bitcoin auch Litecoin und Rippel. Im Rahmen der Besteuerung werden sämtliche Kryptowährungen gleichbehandelt. Folglich finden die Regelungen auch auf alle Kryptowährungen Anwendung.

1.2. Erwerb der Kryptowährung durch Trading

Sie können auf unterschiedliche Arten Einkünfte aus Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung erzielen. Gewinne und Verluste kann man zum einen durch das Trading erwirtschaften. Das meint den bloßen ständigen Ankauf und Verkauf von Bitcoins und anderen Kryptowährungen.

1.3. Erwerb durch Mining

Eine weitere Erwerbsart ist das sogenannte Mining. Das Mining ist ein Vorgang, bei dem Rechnerleistung zur Transaktionsverarbeitung zur Verfügung gestellt wird. Es werden also neue Bitcoins erstellt. Dem Miner werden dann in bestimmten Umfang Einheiten an der Kryptowährung zu gesprochen. Er kann diese daher wieder weiterveräußern und so Gewinne erwirtschaften.

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2. Ertragsteuerliche Einordnung von Bitcoin und einer andern Kryptowährung

2.1. Mining

Mining stellt einen Anschaffungsvorgang dar. Einnahmen sind in diesem Fall die durch die Herstellung erhaltenen Einheiten der Kryptowährung, aber auch die Transaktionsgebühren, die der Steuerpflichtige von anderen Netzwerkteilnehmern für die Erstellung erhält. Je nach den Umständen des Einzelfalls kann darin private Vermögensverwaltung oder eine gewerbliche Tätigkeit liegen. Im Folgenden ist daher zwischen den gewerblichen Einkünften und solchen aus privater Vermögensverwaltung zu differenzieren.

2.1.1. gewerbliche Einkünfte

Die Einkünfte können schon kraft Rechtsform als Einkünfte aus Gewerbebetrieb eingeordnet werden beispielsweise, wenn sie mittels einer Personengesellschaft oder eine Bitcoin-GmbH erzielt werden. Andernfalls hängt die Einordnung als gewerbliche Tätigkeit von den Voraussetzungen des § 15 II EStG ab. Dementsprechend wird gewerblich tätig, wer nachhaltig für eigene Rechnung agiert und dabei auch das Unternehmerrisiko für die Tätigkeit trägt. Im Regelfall ist daher davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige gewerblich handelt. Der Miner nimmt durch das zur Überlassen seines Bitcoins für andere Netzwerkteilnehmer am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil. Bei besonderes hohen Kosten für die Anschaffung von Hardware und hohen Energiekosten für den Betrieb der Hardware kann die Gewinnerzielungsabsicht aber fraglich sein. Grundsätzlich wird dennoch vermutet, dass das Mining auf Dauer gesehen dazu geeignet ist, einen Gewinn zu erzielen. Um Liebhaberei annehmen zu können, müssen daher weitere Umstände hinzukommen.

Einheiten einer virtuellen Währung sind nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter. Diese sind entweder dem Anlagevermögen oder dem Umlaufvermögen zuzuordnen. Auszuweisen sind sie beim Anlagevermögen unter Finanzanlagen und beim Umlaufvermögen unter sonstigen Vermögensgegenständen. Die Anschaffungskosten für die Hardware und Energiekosten können Sie natürlich als Betriebsausgaben abziehen.

Angesetzt werden die neu geschaffenen Einheiten mit dem Marktkurs zum Zeitpunkt der Anschaffung. An den folgenden Bilanzstichtagen kann eine Teilwertabschreibung vorgenommen werden, wenn der Teilwert voraussichtlich dauerhaft unter die Anschaffungskosten sinkt.

2.1.2. private vermögensverwaltende Tätigkeit

In Einzelfällen kann von der grundsätzlichen Einordnung als gewerbliche Tätigkeit aber auch abgewichen werden. Dann liegt bloße private Vermögensverwaltung vor. Das beurteilt sich nach den allgemeinen Grundsätzen des Einkommensteuerrecht. Dementsprechend ist bloße Vermögensverwaltung anzunehmen, wenn sich die Betätigung nur noch als Nutzung von Vermögen im Sinne einer Fruchtziehung aus zu erhaltenden Substanzwerten darstellt und die Ausnutzung substantieller Vermögenswerte durch Umschichtung nicht entscheidend in den Vordergrund tritt. Dann sind die Einkünfte aus dem Mining nach § 22 Nummer 3 EStG steuerbar. Die erlangten Einheiten sind nach § 8 Absatz 3 Satz 1 EStG mit dem Marktkurs im Zeitpunkt der Anschaffung anzusetzen. Als Werbungskosten können zum Beispiel Aufwendungen für den Erwerb der erforderlichen Hardware und Software berücksichtigt werden.

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2.2. Trading – Einkünfte aus Veräußerung der Kryptowährung

2.2.1. Kryptowährung im Betriebsvermögen

Im Rahmen des Tradings ist zwischen Betriebsvermögen und Privatvermögen zu unterscheiden. Ist der Bitcoin Betriebsvermögen, so sind die Veräußerungserlöse Betriebseinnahmen. Bei der Veräußerung sind die individuellen Anschaffungskosten abzuziehen. Können die individuellen tatsächlichen Anschaffungskosten im Einzelfall nicht festgestellt werden, so können die durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt werden.

Problematisch ist die Abgrenzung zwischen gewerblichen Handeln und der privaten Vermögensverwaltung. Dazu können die Kriterien zum gewerblichen Wertpapier und Devisenhandel herangezogen werden. Daher setzt die gewerbliche Tätigkeit voraus, dass der Steuerpflichtige wie ein Händler beziehungsweise bankentypisch tätig wird und einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Gewerbebetrieb unterhält. Dies wird aber noch nicht allein durch den Ankauf und Verkauf in erheblichen Umfang begründet.

2.2.2. Kryptowährung im Privatvermögen

Wird der Bitcoin im Privatvermögen gehalten, so ist er als ein anderes Wirtschaftsgut im Sinne des § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG anzusehen. Gewinne aus der Veräußerung von Bitcoin sind daher Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften nach § 22 Nummer 2 EStG in Verbindung mit § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG. Voraussetzung für die Besteuerung ist daher, dass der Zeitraum zwischen Veräußerung und Anschaffung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Als Anschaffungsvorgang und Veräußerungsvorgang ist der Tausch zu sehen. Die Veräußerungsfrist beginnt nach jedem Tausch neu.

Für die Ermittlung der Frist kann der Steuerpflichtige zwischen der Einzelfallbetrachtung und der Frist in First out-Methode (FiFo-Methode) wählen. Bei der Einzelfallmethode sind der Anschaffungszeitpunkt und der Veräußerungszeitpunkt maßgeblich, der sich aus der Wallet ergibt. Die Wallet ist ähnlich, zu einem Bankkonto. Damit kann die Kryptowährung empfangen, aufbewahrt und versendet werden. Wenn das schuldrechtliche Verpflichtungsgeschäft, das heißt der Zeitpunkt des Tauschvertrags maßgeblich sein soll, so muss der Steuerpflichtige den Zeitpunkt durch geeignete Unterlagen nachweisen. Aus Vereinfachungsgründen kann der Steuerpflichtige auch die Frist in First out-Methode anwenden. Demnach ist zu unterstellen, dass der zuerst angeschaffte Anteil an einem Bitcoin auch zuerst veräußert wurde. Hier können Sie natürlich gewisse Gestaltungen vornehmen, um in die Steuerfreiheit auf Grund der Überschreitung der Haltensfrist zu gelangen. Daher sollten Sie genau berechnen, welche Methode für die am besten geeignet ist.

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Dennoch ist die gewählte Methode auf jede einzelne Wallet anzuwenden und bis zur vollständigen Veräußerung der Einheiten einer virtuellen Wallet beizubehalten. Erst nach der vollständigen Veräußerung kann die Methode wieder gewechselt werden.

Der Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung von Einheiten einer virtuellen Währung ermittelt sich aus dem Veräußerungserlös abzüglich der Anschaffungskosten beziehungsweise der Werbungskosten. Die aufgewendeten Transaktionsgebühren sind als Werbungskosten zu berücksichtigen. Die Einkünfte aus der Veräußerung bleiben nach § 23 Absatz 3 Satz 5 EStG steuerfrei, wenn die Summe sämtlicher privaten Veräußerungsgeschäfte im Kalenderjahr weniger als EUR 600 beträgt. Dabei sind nicht nur die Einkünfte aus dem Trading, sondern auch solche aus Grundstückshandel oder anderen privaten Veräußerungsgeschäften zu beachten.

Die Haltensfrist kann sich gemäß § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Satz 3 EStG auf 10 Jahre verlängern. Das ist dann der Fall, wenn Bitcoin als Einkunftsquelle genutzt werden. Das gilt zum Beispiel dann, wenn der Bitcoin im Wege des Lending gegen Entgelt überlassen das heißt vermietet wurde.

Es gilt zudem der reguläre Steuersatz, der im Rahmen des Progression erzielt wurde. Dabei ist aber natürlich auch der Grundfreibetrag zu beachten. Für 2021 beträgt er EUR 9.744 und für 2022 EUR 9.984. Daher unterliegen darunter liegende Einnahmen nicht der Besteuerung. Es sind aber natürlich auch die anderweitigen Einkünfte aus den anderen Einkunftsarten zu berücksichtigen.

3. Verluste aus Kryptowährung

Insbesondere der Bitcoin ist in diesem Jahr sehr geschwankt. Verluste sind daher denkbar. Resultieren die Verluste aus einer Kryptowährung, die vorher ein Jahr gehalten wurde, so werden die Verluste auch nicht berücksichtigt. Etwas anderes gilt nur, wenn die Haltefrist von einem Jahr unterschritten wurde. Dann können Sie den Verlust im Jahr verrechnen. Den verbleibenden Verlust können Sie ein Jahr zurückgetragen oder auch vorgetragen. Sollten Sie dadurch unter EUR 600 gelangen, müssen Sie für die Erträgen aus der Kryptowährung eine Steuer zahlen, wenn Sie diese im Privatvermögen halten.


Steuerberater für Kryptowährungen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Kryptowährungen und Bitcoin spezialisiert. Beim der Ausarbeitung von Gestaltungsmöglichkeiten und der Verlustverrechnung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Kryptowährung

  1. Besteuerung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen
  2. Einbringen der Kryptowährung in eine Gesellschaft: Welche Rechtsform ist die richtige?
  3. Steuerfreier Verkauf von Bitcoin durch Wegzug ins Ausland

 

Verlustberücksichtigung

  1. Wirecard Aktien: Klagen und Verluste steuerlich nutzen
  2. Verlustvorträge bei einer GmbH

 

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Für Startups sind Mitarbeiterbeteiligungen eine besonders wichtige Stütze im Kampf um die kompetentesten Arbeitnehmer. Denn vor allem in neuen Branchen wie Nachhaltigkeit oder IT sind Fachkräfte sehr umkämpft. Die besagten Mitarbeiterbeteiligungen werden im Fachjargon auch als Employee Share Ownership Plan (ESOP) oder Phantom Shares bezeichnet und gewährleisten den Mitarbeitern somit eine Beteiligung an der Entwicklung des noch jungen Unternehmens. Dabei sollen insbesondere finanzielle Anreize das zu Beginn niedrigere Gehalt im Vergleich zu größeren Unternehmen oder anderen Branchen ausgleichen und wertschätzen. Zudem spielt bei Startup Bedingungen immer auch ein Standortinteresse mit, welcher wettbewerbsfähig und innovativ ist wünschenswerterweise. Um dies in Deutschland zu gewährleisten und zu anderen Ländern aufzuschließen, gilt es Reformen bei der Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen anzustoßen. Inwiefern dies den regierenden Parteien gelungen ist, wird hierbei unter Hinzunahme von kritischen Gegenstimmen untersucht.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Nutzung von Phantom Shares und Mitarbeiterbeteiligungen spezialisiert. Dabei arbeiten wir für jeden Mandanten individuelle Gestaltungsmodelle zu einer steueroptimalen Ausgabe der Anteile aus. Aufgrund der aktuellen Relevanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema

30. November 2020

Besteuerung von Phantom Shares beim Verkauf eines Unternehmens
01. Dezember 2020 Vesting bei Phantom Shares: wie man den vorzeitigen Austritt regelt
28. Januar 2021 Phantom Shares: wie man Mitarbeiter indirekt am Unternehmen beteiligt
29. Januar 2021 Phantom Shares in der Bilanz: wie bilanziert man virtuelle Beteiligungen?
25. Juni 2021 Der neue § 19a EStG hilft Mitarbeiter an Startups zu beteiligen!
18. Oktober 2021 Mitarbeiterbeteiligung bei Startups: Analyse der gesetzlichen Maßnahmen (dieser Beitrag)

Unser Video: Startup Mitarbeiter steueroptimiert beteiligen!

In diesem Video erklären wir, wie Sie die Mitarbeiter ihres Startups steueroptimiert an diesem beteiligen können.

Inhaltsverzeichnis


1. Einführung zu Mitarbeiterbeteiligungen bei Startups

Im Superwahljahr hat die Bundesregierung noch eine Änderung für Mitarbeiterbeteiligungen an Startups auf den Weg gebracht und durchgesetzt. Denn mit dem Fondsstandortgesetz (FoStoG) sollen die Bedingungen für Startups als auch die für potenzielle Arbeitnehmer von jungen Unternehmen angehoben werden. Zuvor wurde häufiger Kritik an der deutschen Besteuerungspolitik für Startups geübt, da diese Bedingungen im internationalen Kontext deutlich abfallen und die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft Deutschlands nicht unbedingt fördern. Durch die Maßnahmen bei der Besteuerung entstehen bisher deutliche finanzielle Nachteile für in Deutschland ansässige Unternehmen und somit auch immer mehr Wegzugsgründe für Gründer und Investoren. Damit genau dies nicht passiert und Kapital sowie Investitionen in Technik, Klima und Digitalisierung in Deutschland erfolgen, soll das neue Gesetz Abhilfe schaffen. Ob dies angemessen gelungen ist und wie die verschiedenen Positionen der Wirtschaft und der beteiligten Parteien sind, wird nachfolgend analysiert.

2. Analyse der neuen gesetzlichen Regelungen bei Mitarbeiterbeteiligungen in Startups

2.1. Positive Aspekte der Gesetzesänderung für Mitarbeiterbeteiligungen

2.1.1. Zeitpunkt der Besteuerung der Mitarbeiterbeteiligungen

Die bedeutendsten Änderungen in der neuen gesetzlichen Grundlage des § 19a EStG zu den Mitarbeiterbeteiligungen spiegeln sich im Zeitpunkt der Besteuerung wieder. Denn mit der neuen Regelung müssen die Startup Mitarbeiter nicht direkt die Beteiligungen versteuern. Nun wurde von der Bundesregierung im sogenannten Fondsstandortgesetz beschlossen, dass diese Mitarbeiterbeteiligungen eine steuerfreie Frist nach Ausgabe von bis zu 12 Jahren erhalten. Die Ausnahme davon würde im Falle eines Firmenwechsels des Arbeitnehmers eintreten, in welchem die Besteuerung dann unverzüglich erfolgen würde. Zuvor wurde jedoch vom Startup-Verband eine Frist von bis zu 15 Jahren gefordert, diese wurde nun nicht ganz erreicht.

Vor der Änderung war diese ausgesprochen unpraktische Vorgehen Gang und Gäbe in der deutschen Startup-Szene. Dabei mussten Arbeitnehmer den Wertunterschied zwischen Ausübungspreis für die Option und dem Wert der erhaltenen Aktien mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Den Vorgang nennt man auch Besteuerung von Dry Income, da keine Mittel entstanden sind, um die steuerliche Belastung zu finanzieren. Dies ist aus mehreren Aspekten und Sichtweisen mehr als unpraktisch. Denn der Gesetzgeber schmälert den Anreiz überhaupt in Startups einzusteigen und verringert dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland im internationalen Vergleich enorm. Zudem müssen Arbeitnehmer eine Zahlung für nicht realisierte Gewinne vornehmen, was grundsätzlich schon maßgeblichen Bilanzierungsgrundsätzen widerspricht.

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Mitarbeiterbeteiligung bei Startups?

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2.1.2. Lohnsteuerpflicht des Unternehmens

Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer für den Arbeitnehmer im Zweifel übernehmen. Im Zweifel erleichtert das die Situation für die Mitarbeiter, da diese keine Steuer bezahlen müssen für ihre erhaltene Mitarbeiterbeteiligung. Dadurch wirkt man zumindest dem Mangel an Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt ein wenig entgegen, jedoch entstehen eben früh Kosten, welche in anderen Ländern erst bei Verkauf von beispielsweise der GmbH anfallen. Zudem muss festgehalten werden, dass dabei nicht das Problem der Besteuerung von Dry Income angegangen wird. Dies ist und bleibt ein Kriterium, welches der Startup Verband immer wieder betont und auch Dringlichkeit signalisiert, denn das steuert und lenkt unter anderem die Innovationskraft des Standortes Deutschland.

Nun sieht das neue Gesetz auch die Möglichkeit der Anrufungsauskunft beim Finanzamt gemäß § 19a Abs. 5 EStG vor. Dadurch soll dem Unternehmen bestätigt werden, inwiefern die ausgegebenen Mitarbeiterbeteiligungen bei der Lohnsteuer zu berücksichtigen sind. Besonders die dahintersteckende Rechtssicherheit wird von den Unternehmen begrüßt. Ein besonderer Unterschied im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligungen besteht zur verbindlichen Auskunft bei der Einkommensteuer durch die kostenfreie Anrufungsauskunft nach § 42e EStG.

2.1.3. Erhöhung des Freibetrags für Vermögensbeteiligungen

Weiterhin gilt es einen ausschließlich als positiv zu bewertenden Punkt zu nennen. Denn der Gesetzgeber hat den Freibetrag für Vermögensbeteiligungen von 360 € auf 1.440 € pro Jahr erhöht.

2.1.4. Besteuerung auch bei mittelbaren Beteiligungen

Außerdem wurde hinzugefügt, dass auch bei Beteiligungen, welche mittelbar über eine Personengesellschaft gehalten werden der Besteuerung unterliegen.

2.2. Nachteilige Aspekte der Gesetzesänderung zu Mitarbeiterbeteiligungen bei Startups

2.2.1. Definitivsteuer auf nicht realisierte Gewinne

Nun kann man den Tatbestand der Besteuerung auf unterschiedliche Weisen betrachtet werden. Denn einerseits spricht eine hohe Besteuerung und somit auch eine höhere Bewertung des noch nicht verkauften Unternehmens für ein potenziell interessantes Unternehmen. Ob dieser Umstand einem nachhaltigen oder besonders kompetitiven Geschäftsmodell, einer Tätigkeit in einer zukunftsträchtigen Branche oder den vorhandenen besonders kompetenten Mitarbeitern geschuldet ist, spiegelt dafür eher nachrangig eine Rolle. Denn es gibt harte Kriterien wofür bestimmte Investoren bereits frühzeitig bereit sind viel Geld in die Hand zu nehmen. Somit lässt sich eine Besteuerung in dem Sinne verstehen, dass es höchstwahrscheinlich zu einem Verkauf kommt und der Fiskus aber nicht so lange auf sein Geld warten möchte.

Andererseits ist es wiederum auch immer möglich, dass am Ende die Entwicklung von Produkten scheitert oder die Nachfrage nach den Waren und Dienstleistungen nicht mehr vorhanden ist sowie potenzielle Konkurrenten einem Unternehmen den Rang ablaufen können. Dadurch ist bei Startups im vorhinein bereits ein besonderes unternehmerisches Risiko vorhanden. Somit können sich Gründer nie sicher sein, ob ihr Startup schlussendlich einen Exit vollziehen kann.

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In diesem Video erklären wir, wie Sie beim Verkauf Ihres Startup einen satten Gewinn einstreichen.

2.2.2. Aufwand der Finanzverwaltung

Das Argument vonseiten der Regierung zu diesem Zwischenschritt besteht unter anderem aufgrund der erschwerten Durchsetzung von Steueransprüchen durch die Finanzämter, sofern die Besteuerung nicht bei Austritt eines Mitarbeiters erfolgt. Denn dann müsste genau nachgefasst werden, welcher Mitarbeiter zu welchem Unternehmen wechselt und schlussendlich dann dort eine Besteuerung anfordern.

2.2.3. Virtuelle Mitarbeiterbeteiligungen

Außerdem gelten virtuelle Beteiligungen als häufigste Form für Mitarbeiterbeteiligungen bei Startups, werden unter anderem laut Aussagen der FDP jedoch gar nicht durch das Gesetz angesprochen. Somit ist aus Sicht der Wirtschaft sowie aus Sicht einiger Parteien im Bundestag kaum eine verbesserte Situation durch das neue Gesetz zur Regelung der indirekten Beteiligung von Mitarbeitern über Phantom Shares an Unternehmen eingetreten. Virtuelle Beteiligungen haben zur Folge, dass ein eventuell anfallender Bonus als Vergütung an die Mitarbeiter fließt. Durch die dadurch entstandene Verbindlichkeit reduziert sich schlussendlich der Firmenwert und somit wiederum der Anteil der später dem Mitarbeiter zusteht. Dieser Aspekt wird jedoch nicht vom Gesetz aufgegriffen und somit auch nicht verbessert.

3. Fazit zur Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen

Abschließend lässt sich konsternieren, dass es durchaus positive Aspekte beim neuen § 19a EStG zu finden gibt. Dennoch wird in einer neuen Regierung noch deutlich mehr Hoffnung auf verbesserte Bedingungen im Startup Bereich gesetzt. Denn die aktuellen Veränderungen sorgen nicht für eine steuerliche Gleichberechtigung von Startups in Deutschland mit Startups in anderen hoch technologisierten Ländern. Insbesondere bei virtuellen Mitarbeiterbeteiligungen den sogenannten Phantom Shares gilt es einen besonderen Fokus zu setzen, denn dies ist die häufigste Form der Beteiligungen im Startup Bereich. Sofern Sie Fragen zur Besteuerung, Bilanzierung oder Ausgabe von Mitarbeiterbeteiligungen oder auch Stock Options haben, können Sie uns jederzeit kontaktieren.


Steuerberater für Startups

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften. Bei der Betreuung von Startups schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  2. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)
  3. Beratung zur Besteuerung von GmbH-Beteiligungen nach § 19a EStG

Unternehmensverkäufe und Beteiligungen

  1. Beratung beim Unternehmensverkauf (Vorteile bei Share Deal & Asset Deal)
  2. Unterstützung bei der Bilanzierung von Phantom Shares
  3. Beratung zur Beteiligung durch Phantom Shares
  4. Beratung zur Besteuerung von Phantom Shares beim Unternehmensverkauf

Digitale Buchhaltung

  1. Langfristige Betreuung unserer Mandanten (Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)
  2. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online

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Lehrauftrag für Steuergestaltung

Unsere besonderen Expertisen für Steuergestaltungen beim Kauf und Verkauf von Unternehmen werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung – Unternehmenskauf und Unternehmensverkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

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Unternehmer, die mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen Gewinne erzielen möchten, können dies auf unterschiedliche Weisen angehen. Dabei ist die Wahl der Rechtsform entscheidend. Insbesondere eine Bitcoin-GmbH bietet viele steuerliche und andere Vorteile. Einerseits kann man mit einer Bitcoin-GmbH einen Großteil des Gewinns reinvestieren. Wenn man daneben auch noch ein anderes Unternehmen führt, dann kann man auf diese Weise eine saubere Trennung der geschäftlichen Aktivitäten in der Bilanz vollziehen. Dies ist deshalb relevant, weil die Buchführung mit Kryptowährungen recht komplex ist. In diesem Zusammenhang ist auch die Gründung einer Holding sinnvoll. Bei größerem geschäftlichen Umfang mag allerdings auch die Gründung einer Firma im steuerfreien Ausland in Frage kommen. Doch gibt es auch in Deutschland eine steuerfreie Alternative zur Bitcoin-GmbH, nämlich den steuerfreien privaten Verkauf nach Ablauf einer einjährigen Spekulationsfrist.

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Datum

Thema
22. Oktober 2018 Besteuerung von Bitcoins und Kryptowährungen
29. Januar 2019 Bitcoins & Kryptowährungen: Wegzug ins Ausland ermöglicht steuerfreien Verkauf
18. Juni 2020 Video: Kryptowährungen & Bitcoins: Besteuerung von Trading / Lending / Mining & Cloud-Mining
25. August 2021 Neue Regeln zur Besteuerung von Bitcoins & Co. – BMF-Schreiben soll Klärung schaffen
3. September 2021 Bitcoin-GmbH – welche Rechtsform ist die steuerlich beste? (dieser Beitrag)

Unser Video: Bitcoin-GmbH – welche ist die richtige Rechtsform für Kryptowährungen?

In diesem Video erklären wir, welche Rechtsform beim Gewerbe mit Bitcoins & Co. steuerlich lohnend ist.

Inhaltsverzeichnis


1. Bitcoin-GmbH und andere Rechtsformen – Einleitung

Wer Bitcoins oder andere Kryptowährungen, die sich im Privatvermögen befinden, lediglich kauft und verkauft und dabei eine einjährigen Spekulationsfrist einhält, der profitiert davon, dass dies steuerfrei möglich ist. Allerdings stellt dies ab einem gewissen Volumen eine gewerbliche Tätigkeit dar. Folglich fallen dann auf diese Gewinne Steuern an, wie bei anderen gewerblichen Unternehmungen auch. Selbiges gilt natürlich auch bei der Nutzung anderer Möglichkeiten, mittels derer man mit Kryptowährungen Gewinne zu erzielen beabsichtigt (zum Beispiel Mining, Lending).

Wie bei allen Unternehmen spielt bei der Besteuerung eben auch hierbei die Rechtsform eine prominente Rolle. Zwar mag sich auf den ersten Blick die Besteuerung eines Unternehmens, dessen vorrangige Tätigkeit mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen zusammenhängt, kaum von anderen Unternehmen gleicher Rechtsform zu unterscheiden. Jedoch kann auch hierbei ein Blick aufs Detail erhellend sein. Deshalb haben wir uns für diesen Artikel ein Thema ausgesucht, dass unsere vorherigen Beiträge zur Besteuerung von Kryptowährungen ideal ergänzt. Nun untersuchen wir also, in welcher Situation welche Rechtsform oder Unternehmensstruktur vorteilhaft ist.

Um dies zu bewerkstelligen, gehen wir davon aus, dass die seit kurzer Zeit in einem veröffentlichten Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen diskutierten Regelungen auch tatsächlich in Zukunft Gültigkeit erlangen. Außerdem blenden wir hier Aspekte, die mit der Umsatzsteuer zusammenhängen, aus, um uns ganz auf die Ertragsbesteuerung zu konzentrieren.

2. Einzelunternehmen, Personengesellschaft & Bitcoin-GmbH

Zunächst steht als Ausgangssituation die Absicht im Vordergrund, mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen Gewinne zu erzielen, die den Rahmen des gewerblich erreichen. Ganz gleich, ob man sonst als Privatperson steuerfreie oder steuerpflichtige Einnahmen erzielen würde, ist dies der Auslöser, der eine Ertragsbesteuerung nach § 15 EStG bedingt. Außerdem gehen wir davon aus, dass das von uns zu besprechende, mit Kryptowährungen agierende Unternehmen in Deutschland ansässig sein soll. Schließlich geht es in unserem Beitrag ja in erster Linie um die Besteuerung von in Deutschland ansässigen Unternehmen und somit um das deutsche Steuerrecht. Im Anschluss stellen wir uns aber auch der Frage, ob eine Verlagerung der geschäftlichen Tätigkeit ins Ausland sinnvoll sein kann, um Steuern zu sparen. Schließlich besteht dabei unter Umständen die Möglichkeit, das Unternehmen steuerfrei zu gestalten.

Dabei stellen wir die Hypothese auf, dass die Bitcoin-GmbH tatsächlich in der Regel die beste Unternehmensform ist, um mit Kryptowährungen geschäftlich zu agieren. Dies untermauern wir zunächst mit fundierten Argumenten. Gleichzeitig informieren wir Sie auch, ob und wann eine Holding hierbei sinnvoll sein kann. Anschließend testen wir unsere Hypothese, indem wir die steuerlichen Gegebenheiten erörtern, die bei einem Einzelunternehmen beziehungsweise einer Personengesellschaft zu Tage treten. Auf diese Weise stellen wir die Bitcoin-GmbH ihren möglichen Alternativen gegenüber, sodass Sie in der Lage sind, die für Sie jeweils relevanten Vorteile der passenden Rechtsform zu erkennen.

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3. Steuerliche und andere Vorteile der Bitcoin-GmbH

Wie bei jedem Vergleich zur Besteuerung eines Unternehmens ist auch die Analyse bei einem mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen agierenden Unternehmen letztendlich von dem Steuerbetrag abhängig, den die natürliche Person zahlt, die dahinter steht. Daher möchten wir gleich zu Beginn auf unsere allgemeine Beschreibung dieses Zusammenhangs verweisen. Natürlich spielen bei einer Bitcoin-GmbH die gleichen Faktoren wie bei einer beliebigen anderen GmbH ebenfalls eine Rolle, etwa der steuerliche Abzug angemessener Geschäftsführergehälter oder die pauschale Besteuerung von Dividenden mit 25 % Kapitalertragsteuer sowie das Teileinkünfteverfahren als Alternative hierzu.

3.1. Steuerliche Vorteile einer Bitcoin-GmbH

Wie auch immer man diese Parameter wählen mag, die GmbH ist im Allgemeinen erst ab einem Jahresgewinn von etwa EUR 60.000 steuerlich vorteilhaft. Doch bietet eine Bitcoin-GmbH auch noch andere Vorteile.

3.2. Vermögensschutz als Vorteil der Bitcoin-GmbH

Wie der Name schon sagt: eine Bitcoin-GmbH ist eben eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Daher vermag sie im Ernstfall den Zugriff potentieller Gläubiger auf das Privatvermögen eines Gesellschafters zu verhindern. Sie ist also eine gute Rechtsform, wenn es um den Vermögensschutz geht. Allerdings ist dies nur dann der Fall, wenn die Bitcoin-GmbH selbst nur über einen relativ geringen Vermögenswert verfügt. Wenn sie aber auch die Gewinne thesauriert, statt sie an ihre Gesellschafter auszuschütten, dann ist auch dieses Vermögen von einer eventuellen Inanspruchnahme zur Deckung von Forderungen Dritter betroffen.

Doch muss man hierbei berücksichtigen, dass eine Bitcoin-GmbH in erster Linie ihre Gewinne ohnehin wohl laufend reinvestiert und somit ihr damit zusammenhängendes Vermögen sowohl dauerhaft im Betriebsvermögen hält als auch stetig vermehrt. Wieso also machen wir uns die Mühe, Ihnen etwas zu erläutern was man ohnehin kaum anders handhaben kann? Die Antwort hierauf ist, dass wir diese Aussage im Hinblick auf all jene Unternehmer treffen, die bereits eine herkömmliche operative GmbH führen und die deren Gewinne nun lieber in Bitcoins und andere Kryptowährungen investieren möchten statt sie auszuschütten. Hier macht eine eigenständige Bitcoin-GmbH natürlich Sinn. Doch sollte man dabei vermeiden, dass die Investitionssummen erst auf der Gesellschafterebene der Besteuerung unterliegen bevor sie der Bitcoin-GmbH zur Verfügung stehen.

3.3. Bitcoin-GmbH im Rahmen einer Holding

Deshalb ist eine Holding, die einzig der Vermögensverwaltung dient, hierzu eine ideale Lösung. Denn nach Abzug der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer bleiben noch etwa 70 % des Bruttogewinns der operativen Gesellschaft zur Investition in das Geschäft mit Kryptowährungen übrig.

Dennoch kann es einen guten Grund geben eine eigenständige Bitcoin-GmbH als Tochtergesellschaft der Holding zu gründen. Denn die Finanzbuchhaltung im Bitcoin-Gewerbe ist auf Grund der Tatsache, dass man die Einnahme und Ausgabe jedes einzelnen Bitcoins ganz genau dokumentieren muss, derart komplex, dass artfremde Sachverhalte bei der Erstellung der Bilanzen eher hinderlich wirken. Deshalb ist insbesondere bei größeren Transaktionsvolumina die Gründung einer eigenständigen Bitcoin-GmbH angeraten.

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4. Alternativen zur Bitcoin-GmbH

Nun schauen wir auf die möglichen Alternativen zur Bitcoin-GmbH. Hierbei kann man einerseits Einzelunternehmen und andererseits Personengesellschaften nennen. Solange jedoch der Umfang noch unter der Schwelle des Gewerblichen liegt, mag aber auch noch eine weitere Alternative von Vorteil sein. Damit meinen wir den privaten Handel mit Kryptowährungen.

4.1. Einzelunternehmen als Alternative zur Bitcoin-GmbH

Wer als Einzelunternehmer ein Gewerbe betreibt, das auf Kryptowährungen basiert, der muss mit zwei Besonderheiten gegenüber einer Bitcoin-GmbH rechnen. Einerseits ist insbesondere die Besteuerung der Gewinne hierbei zu nennen. Andererseits besteht das Risiko einer privaten Haftung.

So erfolgt die Besteuerung eines Einzelunternehmers in diesem Fall auf Basis des persönlichen Steuersatzes. Sind die Gewinne relativ gering – wir rechnen hierbei mit einem steuerpflichtigen Gesamteinkommen von unter EUR 60.000 – dann mag sich das Einzelunternehmen gegenüber der Bitcoin-GmbH steuerlich lohnen, weil dann der effektive Steuersatz geringer ist. Sobald wir aber mit einem deutlich höheren Betrag rechnen, kehrt sich das Verhältnis um, sodass dann die Bitcoin-GmbH steuerlich die günstigere Alternative darstellt.

Ferner muss man hierbei eben auch die private Haftung eines Einzelunternehmers in Betracht ziehen. Denn falls eine Situation eintreten sollte, die zu einer Haftung des Einzelunternehmers führt, dann sind davon alle Vermögensbereiche betroffen. Eine Abgrenzung zur Sicherung einzelner Vermögensbereiche ist somit also ausgeschlossen. Möchte man dies unbedingt vermeiden, so führt hierbei kein Weg an der Bitcoin-GmbH vorbei.

Abschließend wollen wir kurz vorgreifend anführen, dass man als Privatperson unter Umständen ungewollt Einzelunternehmer im Hinblick auf den Handel mit Kryptowährungen wird. Hierbei ist die Antwort auf die Frage, ob diese Tätigkeit eine gewerbliche ist, maßgebend. Doch hierzu verweisen wir auf den übernächsten Abschnitt 4.3., in dem wir diesen Aspekt etwas näher erörtern.

4.2. Personengesellschaft als Alternative zur Bitcoin-GmbH

Ähnlich ist es, wenn wir eine Personengesellschaft als Alternative zur Bitcoin-GmbH in Betracht ziehen. Auch hier ist es der persönliche Steuersatz der Gesellschafter, der hierbei darüber entscheidet, ob eine Besteuerung auf privater Ebene vorteilhafter ist oder ob die Bitcoin-GmbH steuerlich bessere Konditionen bietet.

Einen weiteren Vorteil, den die Bitcoin-GmbH gegenüber Personengesellschaften hat, ist ja die Möglichkeit Gewinne zu thesaurieren. Dadurch kann ein höherer Anteil am laufenden Gewinn in die Reinvestition fließen. Bei einer Personengesellschaft findet hingegen regelmäßig eine unmittelbare Gewinnausschüttung an die Gesellschafter statt, sodass weniger Geld zur Reinvestition zur Verfügung steht. Tatsächlich gibt es auch für Personengesellschaft eine Möglichkeit, Gewinne zu thesaurieren. Dabei handelt es sich um eine neue Regelung, die man durch § 1a KStG einführte, um eine ältere, aufgrund ihrer Komplexität in der Praxis kaum verwendete Option abzulösen. Obwohl die neue Option zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften in der Tat deutlich anwendungsfreundlicher ist als ihre Vorgängerin, bleibt abzuwarten, ob sie auch tatsächlich breite Akzeptanz finden wird.

Und nun einige Worte zum Haftungsrisiko. Je nachdem um was für eine Personengesellschaft es sich im konkreten Einzelfall handelt und welche Stellung ein Gesellschafter darin einnimmt, kann eine private Haftung des Gesellschafters durchaus ein Risiko darstellen. In einer OHG kann es prinzipiell keinen Ausschluss vom Haftungsrisiko geben. Bei einer KG kommt es hingegen darauf an, ob ein Gesellschafter Komplementär oder Kommanditist ist. So haftet auch ein Komplementär stets mit seinem gesamten Vermögen. Ein Kommanditist kann hingegen seine Haftung auf seine Geschäftseinlage beschränken.

4.3. Privater Handel mit Kryptowährungen als Alternative zur Bitcoin-GmbH

Dieser Absatz gilt ausdrücklich nur in dem Fall, wenn ein GmbH-Gesellschafter die Gewinne seiner operativen Gesellschaft optimal privat zum Handel mit Kryptowährungen nutzen möchte, dabei aber unterhalb der Schwelle einer gewerblichen Tätigkeit bleibt. Letzterer Punkt könnte unter Umständen allerdings rasch zu Auseinandersetzungen mit der Finanzverwaltung führen, weil die Grenzen der Gewerblichkeit keine gesetzlich fest definierten sind. Somit kann es in Grenzfällen zu unterschiedlichen Ansicht kommen, ob der Handel mit Kryptowährungen noch rein privater Natur oder bereits eine gewerbliche Aktivität darstellt.

Die gesetzliche Sicht auf gewerbliche Aktivitäten im Allgemeinen geht davon aus, dass eine eigenständige und somit auch eigenverantwortliche wirtschaftliche Tätigkeit nachhaltig zum Zwecke einer Gewinnerzielung führt. Dabei findet die Tätigkeit im allgemeinen wirtschaftlichen Austausch statt. Wenn hierfür auch ein Geschäftsbetrieb erforderlich ist, um diese Tätigkeit zu organisieren, dann ist mindestens eine wichtige Voraussetzung erfüllt, die eine gewerbliche Betätigung rechtfertigt. Und genau dies kann aufgrund der komplexen Erfordernisse zur Berechnung des steuerpflichtigen Gewinns durchaus rasch eintreten.

Gehen wir nun aber davon aus, dass die private Betätigung keine gewerbliche Aktivität darstellt. In diesem Fall mag dies sogar die zu präferierende Alternative darstellen, um mit Kryptowährungen zu handeln. Denn im Gegensatz zur Bitcoin-GmbH besteht hierbei unter bestimmten Voraussetzungen – Einhalten der einjährigen Spekulationsfrist – die Aussicht, dass diese Einnahmen komplett steuerfrei bleiben. Die Frage hierbei ist nun, wie man den Gewinn der operativen GmbH beziehungsweise der eventuell darüber angesiedelten Holding mit möglichst wenig Steuern für den privaten Ankauf der Kryptowährungen verwendet. Dabei ist die Lösung des Problems im Grunde ganz simpel. Dafür nutzt man nämlich am besten ein Darlehen, das die GmbH oder die Holding ihrem Gesellschafter zur Verfügung stellt.

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Steuern auf Bitcoins und andere Kryptowährungen: Offizielles BMF-Schreiben gibt Rechtssicherheit

In diesem Video erklären wir die neuen Regelungen, die ein Referentenentwurf zur Besteuerung von Kryptowährungen empfiehlt.

5. Bitcoin-GmbH: Alternativen im Ausland?

Bleibt noch ein letzter Aspekt, den wir in diesem Rahmen kurz besprechen möchten. So wollen wir nun der Frage nachgehen, ob die Gründung einer Firma im Ausland eine mögliche Alternative zur heimischen Bitcoin-GmbH darzustellen vermag. Schließlich gibt es durchaus Länder und andere Steuerregime auf der Welt, die ohne eine Besteuerung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen auskommt, oder gar überhaupt keine Ertragsteuern kennt.

Tatsächlich kann eine solche Auslandsfirma eine interessante Alternative zu einer deutschen Bitcoin-GmbH darstellen, doch ist dies in der Anfangsphase stets auch mit einem gewissen Aufwand verbunden, sodass sich eine Umsetzung dieser Überlegung erst ab einer gewissen Größe lohnt. Schließlich möchte man ja im Voraus sicherstellen, dass diese Form der Steuergestaltung auch rechtssicher ist. Daher sollte man hierfür den Rat eines erfahrenen Steuerspezialisten mit der nötigen Expertise sowohl im Hinblick auf die Besteuerung von Kryptowährungen als auch im internationalen Steuerrecht einholen.


Steuerberater für Kapitalgesellschaften

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere von Kapitalgesellschaften. Bei gewerblichen Unternehmungen mit Kryptowährungen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

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  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Steuerreduktion bei Gewinnausschüttungen)
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Fachreferent beim Steuerberaterverband für die Besteuerung von Kryptowährungen

Seit 2014 sind die Partner unserer Kanzlei regelmäßige Fachreferenten des Steuerberaterverbands Köln. Dabei besuchen ca. 1500 Steuerberater pro Jahr unsere Seminare. Wegen der hohen Nachfrage stellen wir Ihnen unsere Präsentation zur „Besteuerung von Bitcoins und Kryptowährungen“ gerne kostenlos zum Download zur Verfügung:

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Bei der Besteuerung von Kryptowährungen gab es bislang eine ganze Reihe offener Fragen. Immerhin gibt es seit 2018 ein BMF-Schreiben zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Kryptowährungen. Nun soll bald ein weiteres BMF-Schreiben folgen, das sich mit ertragsteuerlichen Aspekten in Bezug auf Kryptowährungen und Token auseinandersetzt. Zwar liegt dieses Schreiben bislang lediglich als Entwurf vor, doch ist sein Inhalt umfassend informativ. So soll der Verkauf von Kryptowährungen steuerfrei bleiben, wenn ihre Anschaffung mehr als ein Jahr zurückliegt. Nutzt man aber in dieser Zeit diese Kryptowährungen beispielsweise zum Lending, verlängert sich die Spekulationsfrist auf zehn Jahre. Weiterhin stellt der Entwurf klar, wie man den Zeitpunkt des An- und Verkaufs von Kryptowährungen bestimmt. Außerdem geht das Schreiben auch auf die steuerlichen Konsequenzen der durch Mining erworbenen Kryptowährungen ein. Aber auch die Unterscheidung zwischen privatem und gewerblichem Umgang mit Kryptowährungen findet steuerrechtliche Würdigung.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Besteuerung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen spezialisiert. Dabei arbeiten wir auch individuelle Gestaltungsmodelle für unsere Mandanten aus. Aufgrund der aktuellen Relevanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
22. Oktober 2018 Besteuerung von Bitcoins und Kryptowährungen
29. Januar 2019 Bitcoins & Kryptowährungen: Wegzug ins Ausland ermöglicht steuerfreien Verkauf
18. Juni 2020 Video: Kryptowährungen & Bitcoins: Besteuerung von Trading / Lending / Mining & Cloud-Mining
25. August 2021 Neue Regeln zur Besteuerung von Bitcoins & Co. – BMF-Schreiben soll Klärung schaffen (dieser Beitrag)

Unser Video:
Steuern auf Bitcoins und andere Kryptowährungen: Neues BMF-Schreiben schafft Rechtssicherheit

In diesem Video erklären wir, welche Vorschriften zur Besteuerung von Kryptowährungen kommen könnten.

Inhaltsverzeichnis


1. Besteuerung von Kryptowährungen – Einleitung

Wer Geld mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen verdienen möchte, musste bislang bei der Besteuerung der darauf basierenden Gewinne mit einigen Unsicherheiten rechnen. Denn die Behandlung von Kryptowährungen im Sinne des Einkommensteuergesetzes war bislang nur bedingt möglich. So galt es etwa als unklar, inwiefern Bitcoins und andere Kryptowährungen als tatsächliche Devisen anzusehen sind, oder ob man sie vielmehr unter dem Sammelbegriff „anderes Wirtschaftsgut“ im Sinne des § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG zusammenfassen sollte. Allein diese Frage hat enormen Einfluss auf die Besteuerung und somit auf die Höhe der Steuern, die mit Kryptowährungen anfallen. Lediglich zur Frage, wie man Kryptowährungen aus umsatzsteuerlicher Sicht behandeln soll, gab es verbindliche Auskunft durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF). Denn das BMF veröffentlichten 2018 ein Schreiben, das diese Fragen klärte. Alle anderen steuerrechtlichen Aspekte harrten hingegen einer Klärung – bislang.

2. Besteuerung von Kryptowährungen: ein neues BMF-Schreiben

Seit dem letzten Beitrag des BMF in Sachen Besteuerung von Kryptowährungen sind mittlerweile einige Jahre verstrichen. Doch seit Juni 2021 ist nun ein neues BMF-Schreiben bekannt geworden, dass sich derzeit noch im Entwurf befindet. Tatsächlich hat es die vielfältigen Aspekte zur ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowährungen zum Inhalt und beantwortet somit zahlreiche bislang offene Fragen. Man darf also davon ausgehen, dass das auf diesem Entwurf basierende und hoffentlich schon bald veröffentlichte BMF-Schreiben Rechtssicherheit bei der Besteuerung von Kryptowährungen schafft.

Allerdings möchten wir anmerken, dass der derzeit vorliegende Entwurf noch unvollständig ist. So fehlen im Bereich der Randziffern 51 bis 53 Ausführungen zu den Mitwirkungs- und Aufzeichnungspflichten, denen Steuerpflichtige im Zusammenhang mit der Besteuerung von Kryptowährungen und Token unterliegen sollen.

Im Folgenden gehen wir nun auf die wichtigsten Bestimmungen zur Besteuerung von Kryptowährungen ein, die der Entwurf zum BMF-Schreiben enthält. Daher bleiben die umfangreichen technischen Erläuterungen zu virtuellen Währungen, wie Kryptowährungen im BMF-Schreiben heißen, bei unseren Betrachtungen unberücksichtigt. Doch gehen wir davon aus, dass unsere interessierten Leser ohnehin über dieses Wissen verfügen und nun lediglich in steuerlicher Hinsicht klärende Antworten erwarten.

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3. Besteuerung von Kryptowährungen nach Einkunftsarten

Zunächst wollen wir darauf hinweisen, dass man Kryptowährungen gleich in mehrfacher Hinsicht als Einkünfte qualifizieren kann. Einerseits können Bitcoins & Co. Einkünfte gewerblicher Art darstellen. Hierbei ist § 15 EStG einschlägig. Weiterhin können Steuerpflichtige Einheiten an Kryptowährungen auch durch nichtselbständige Tätigkeit einnehmen. Außerdem können Kryptowährungen Einkünfte aus Kapitalvermögen sein. Schließlich ist im Hinblick auf Kryptowährungen auch die Möglichkeit gegeben, dass sie zu Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften beziehungsweise zu sonstigen Einkünften führen. Dieser Gliederung bedienen wir uns auch bei unseren Erläuterungen, die wir sogleich mit ihrer Betrachtung als Einkünfte aus Gewerbebetrieb beginnen.

3.1. Besteuerung von Kryptowährungen: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

3.1.1. Mining

Betreibt ein gewerbliches Unternehmen Mining, so bewertet man die dabei generierten Einheiten der Kryptowährungen mit dem Marktkurs des Tages ihrer Anschaffung. Dazu kann man den durchschnittlichen Wechselkurs ansetzen, den man aus den entsprechenden Kursen von drei verschiedenen Handelsplattformen für Kryptowährungen zu diesem Zeitpunkt erhält. Alternativ können auch online zur Verfügung stehende Kurslisten Verwendung finden. Liegt jedoch tatsächlich ein fester Börsenkurs vor, hat dieser hierbei Gültigkeit.

Das gleiche gilt auch für andere gewerbliche Tätigkeiten mittels Mining. So sind auch hierfür die allgemeinen Kriterien für die Einschätzung einer gewerblichen Tätigkeit maßgebend. Darunter versteht man die nachhaltige, gewinnorientierte und auf eigene Rechnung betriebene Mining-Tätigkeit, bei dem man ein Unternehmerrisiko trägt und am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt. Übrigens ist das Kriterium gewerblicher Tätigkeit auch dann erfüllt, wenn sich mehrere Miner in einem Mining-Pool zusammenschließen.

Auf dieser Grundlage findet dann auch die nachfolgende Bewertung von Kryptowährungen statt, die sich im Betriebsvermögen eines Unternehmens befinden. Dabei unterliegt dies selbstverständlich den jeweiligen Besteuerungsregeln durch Bilanzierung oder durch Einnahmenüberschussrechnung.

3.1.2. Verkauf von Kryptowährungen (Trading)

Befinden sich Kryptowährungen im Betriebsvermögen, so führt ihr Verkauf zu Betriebseinnahmen. Diesen Veräußerungsvorgang nennt man neudeutsch auch Trading. Liegt dabei ein Gewinn vor, so ist dieser wie alle anderen betrieblichen Gewinne selbstredend steuerpflichtig. Auch hierbei gelten die allgemeinen Vorgaben zur Besteuerung, etwa der Abzug etwaiger Anschaffungskosten.

3.1.3. Aufgrund eines Forks erhaltene Kryptowährungen

Der Entwurf zum BMF-Schreiben beschäftigt sich auch mit der Frage, wie man Kryptowährungen, die aus einem Fork hervorgehen, steuerlich behandeln soll. Da durch ein Fork aus einer vorigen Kryptowährung eine neue Kryptowährung entsteht, ist es hierbei von Bedeutung, ob die ursprünglichen Währungseinheiten vor dem Fork bereits im Betriebsvermögen lagen. Denn dadurch sind dann auch die Einheiten an der daraus hervorgehenden Kryptowährung dem Betriebsvermögen zuzuordnen. Dabei erfolgt die Bewertung der Anschaffungskosten der neuen Kryptowährungseinheiten zum Zeitpunkt des Forks durch die bereits zuvor genannten Methoden zur Ermittlung des Marktwerts. Jedenfalls stellen diese neuen Einheiten somit auch neue Wirtschaftsgüter im Betriebsvermögen dar.

Interessant hierbei ist, dass man hierdurch eine ähnliche Regelung zur Bewertung von durch Forks erzeugten Kryptowährungen folgt, wie in den USA. In Großbritannien und Australien ist ein solcher Sachverhalt hingegen so geregelt, dass die neuen Einheiten die Werte der ursprünglichen Kryptowährungen, aus denen sie hervorgehen, fortführen.

3.1.4. Emission und Erwerb von Token

Je nachdem, wie man als Emittent eines Tokens diese ausgestaltet, ist auch der Ansatz in der Unternehmensbilanz entweder als Eigenkapital oder als Fremdkapital vorzunehmen. Beim Emittenten, der Token schafft, sind diese jedenfalls mit den Herstellungskosten zu bewerten.

Erwerber von Token müssen je nach Art der Ausgestaltung des Tokens natürlich ebenfalls die allgemeinen Bewertungsgrundsätze beachten. Außerdem muss man bei einer Transaktion mit Token darauf achten, ob Token vertraglichen Verpflichtungen entsprechen oder als Verbindlichkeiten anzusehen sind.

3.1.5. Staking von Kryptowährungen

Findet Staking mit Kryptowährungen statt, die sich im Betriebsvermögen befinden, so gilt die Übertragung der zusätzlichen, durch das Staking gewissermaßen verdienten Einheiten als dem Betriebsvermögen zugehörend. Deshalb muss man auch hierbei den Wert der durch das Staking erworbenen Kryptowährungen mit dem bereits unter 3.1.1. beschriebenen Methoden zur Kurswertermittlung bestimmen.

3.1.6. Lending von Kryptowährungen

Zinsen oder Gebühren, die ein Unternehmen durch die Überlassung von Kryptowährungen (Lending) erhält, fließen ebenfalls dem Betriebsvermögen zu. Handelt es sich bei den Erträgen wiederum um Kryptowährungen, so erfolgt auch hier die Wertermittlung zum Zeitpunkt des Zugangs über die bereits beschriebenen Methoden zur Bestimmung des Marktkurses.

3.1.7. Airdrop von Kryptowährungen

Erhält ein Unternehmen im Rahmen seiner Tätigkeit unentgeltliche Einheiten an Kryptowährungen (sogenannte Airdrops), so gilt auch hierbei die bilanzielle Maßgabe zur Aktivierung. Folglich wendet man auch hierbei die beschriebenen Methoden zur Wertermittlung an. So trifft hier ebenfalls zu, dass der nach dem Marktkurs ermittelte Wert zum Zeitpunkt des Erhalts maßgebend ist.

3.2. Besteuerung von Kryptowährungen: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

Hierbei kommt im Grunde nur die verbilligte oder unentgeltliche Überlassung von Token an Arbeitnehmer in Betracht. Doch muss man dabei genau unterscheiden, ob die überlassenen Token eine Geldleistung oder einen geldwerten Vorteil beziehungsweise einen Sachbezug darstellen. Denn bei einem Sachbezug muss man auch alle anderen Bedingungen, die üblicherweise bei Sachbezügen Anwendung finden, berücksichtigen. Dies schließt zum Beispiel auch ein, dass ein monatlicher Sachbezug von derzeit EUR 44 steuerfrei bleibt. Maßgebend hierzu ist, wann die Wallet der Arbeitnehmer den Eingang der Token verbucht. Findet jedoch ein mit einem Leerverkauf vergleichbarer Handel mit einem Token durch den Arbeitnehmer statt, also ein Verkauf des Tokens, den ein Arbeitnehmer erst noch erhalten soll, dann beträgt der damit verbundene Arbeitslohn den Betrag, der dem Verkaufserlös der Token entspricht. Dieser unterliegt dann als Arbeitslohn der regulären Besteuerung.

3.3. Besteuerung von Kryptowährungen: Einkünfte aus Kapitalvermögen

Weiterhin können Token als Einkünfte aus Kapitalvermögen gelten. Dazu muss man klären, ob ein Token im Sinne des § 20 Absatz 1 Nummer 7 als Kapitalforderung anzusehen ist. Liegt diese Bedingung vor, stellen Token laufende Kapitalerträge dar.

3.4. Besteuerung von Kryptowährungen: Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften

Kommen wir nun zum für viele Leser wohl interessantesten Aspekt, nämlich zur Besteuerung von Kryptowährungen bei privaten Veräußerungsgeschäften. Denn der Entwurf zum neuen BMF-Schreiben stellt klar, dass im Privatvermögen gehaltene Kryptowährungen als sogenannte andere Wirtschaftsgüter im Sinne des § 23 Absatz 1 Nummer 2 EStG gelten. Somit treffen auf die Besteuerung von Kryptowährungen die selben Regeln zu, wie für alle anderen Wirtschaftsgüter dieser Art.

Damit ist aber auch die Möglichkeit gegeben, etwaige Verluste zu verrechnen. Allerdings kann man dabei nur Verluste, die man aus dem Verkauf einer bestimmten Kryptowährung erhält, mit Gewinnen aus dem weiteren Verkauf der selben Sorte von Kryptowährung verrechnen. Außerdem gilt auch hierbei die allgemeine Regel, dass man die Verrechnung von Verlusten entweder im selben Veranlagungszeitraum, oder mit solchen Gewinnen aus dem vorherigen Jahr direkt vornehmen kann. Alternativ ist aber auch ein Verlustvortrag möglich, sodass der festgestellte Verlust etwaige zukünftige steuerpflichtige Gewinne reduziert.

3.4.1. Einjährige Spekulationsfrist

So gilt einerseits, dass der An- und Verkauf von Einheiten einer Kryptowährung innerhalb eines Jahres steuerpflichtig ist. Liegt zwischen Anschaffung und Verkauf von Einheiten einer Kryptowährung jedoch mehr als ein Jahr, so ist der daraus resultierende Gewinn steuerfrei. Dabei gilt jede Form des Erwerbs als Anschaffung, somit zum Beispiel auch durch Tausch gegen andere Kryptowährungen oder Token sowie durch Mining. Außerdem sind bei der Gewinn- oder Verlustermittlung auch die Anschaffungsnebenkosten ansetzbar.

Um festzustellen, ob die einjährige Spekulationsfrist abgelaufen ist, muss man auf den Zugangszeitpunkt der Einheiten der Kryptowährung in die Wallet achten. Dabei gilt im Allgemeinen, dass man genau bestimmen muss, welche Einheit einer Kryptowährung mit ihrem genauen Zugangsdatum man zu einem bestimmten Zeitpunkt verkaufen möchte. Somit hat man stets die freie Wahl und kann bestimmen, mit welchem Wert man den Gewinn oder den Verlust aus einem Verkauf ermitteln möchte oder ob man den Verkauf steuerpflichtig gestalten möchte.

Andererseits ist es aber auch vereinfachend zulässig das First in First out-Prinzip (FiFo) anzuwenden. Dadurch kommen bei einem Verkauf die Einheiten einer Kryptowährung zuerst in Betracht, die am längsten im Privatvermögen der Steuerpflichtigen liegen.

Ferner können Steuerpflichtige für jede eigene Wallet und für jede Kryptowährung darin separat bestimmen, ob die Einzelbetrachtung oder die FiFo-Methode Anwendung finden soll. Doch ist ein Wechsel der Methode innerhalb einer Wallet erst dann wieder möglich, wenn eine Wallet keine Einheiten einer Kryptowährung mehr enthält, für die man nun die Anschaffung neuer Einheiten vornimmt.

Bei der Bewertung von Kryptowährungen im Privatvermögen ist ebenfalls der Zeitpunkt maßgebend, zu dem Einheiten einer Kryptowährung in der Wallet als Zu- und Abgang erscheinen. Zu diesen Zeitpunkten ist der entsprechende Marktkurs zu ermitteln.

3.4.2. Zehnjährige Spekulationsfrist

Sicher können viele betroffene Steuerpflichtige mit einer Spekulationsfrist von einem Jahr leben, wenn dies zu steuerfreien Einkünften nach Ablauf der Frist führt. Doch gibt Ausnahmen, die die Frist auf zehn Jahre verlängern. Und zwar gilt hierbei ebenfalls eine bereits bestehende Gesetzesnorm, nämlich § 23 Absatz 1 Nummer 2 Satz 4 EStG. So bestimmt diese Norm nun auch, dass Kryptowährungen oder Token, die zur Erzielung anderer Einkünfte dienen, von der einjährigen in die zehnjährige Spekulationsfrist übergehen. Beispielsweise ist dies beim Lending von Kryptowährungen der Fall. Im Grunde handelt es sich also bei diesen sekundären Einkünften um Zinsen. Aber auch beim Staking, bei dem der Vergleich zu Zinseinkünften unpassend ist, dienen Einheiten einer Kryptowährung dazu, neue Einheiten hinzuzugewinnen. Deshalb führt auch das Staking zu einer Verlängerung der Spekulationsfrist auf zehn Jahre.

Wenn allerdings Steuerpflichtige Einheiten einer Kryptowährung, die sie durch einen einzelnen Anschaffungsvorgang erwarben, nur zu einem Teil für solche Zwecke als Einkunftsquelle verwenden, dann gilt die Verlängerung der Spekulationsfrist auch nur für diesen Teil. Für den übrigen Teil, der über ein Jahr lang ungenutzt im Privatvermögen vorliegt, kann man einen steuerfreien Verkauf durchaus vornehmen.

3.4.3. Erhalt und Veräußerung von durch einen Fork erhaltenen Kryptowährungen

Auch ein Fork kann Einfluss auf die Besteuerung von Kryptowährungen im Privatvermögen nehmen. Aber im Grunde gelten für durch einen Fork erhaltene Einheiten einer Kryptowährung die selben Regeln, die wir bereits beschrieben haben (Bewertung, Spekulationsfristen). Die einzige Besonderheit hierbei ist, dass für eine neue Kryptowährung, für die man mangels Daten noch keine der beschriebenen Bewertungsmaßstäbe anwenden kann, der Wert der Kryptowährung den Anschaffungskosten derjenigen Kryptowährung entspricht, aus der die neue Kryptowährung hervorgegangen ist. Das gleiche gilt übrigens auch für den Anschaffungszeitpunkt der neuen Kryptowährung, obwohl man diesen ja eigentlich auf den Fork datieren könnte.

3.4.4. Erhalt und Veräußerung von durch Airdrop erhaltenen Kryptowährungen

Einheiten an einer Kryptowährung oder Token, die man durch einen Airdrop erhält und die ein Steuerpflichtiger später veräußert, unterliegen natürlich ebenfalls der Besteuerung. Hierbei gelten die selben Regeln, wie für andere private Veräußerungsgeschäfte von Kryptowährungen oder Token auch. Die Anschaffungskosten bestimmt man dabei also ebenfalls nach dem Marktkurs, wobei der Zeitpunkt des Erwerbs durch den Airdrop maßgebend ist.

3.4.5. Steuerliche Besonderheiten von Token

Bei der Betrachtung von Token im Privatvermögen sollen im Sinne des Entwurfs zum neuen BMF-Schreiben besondere Regeln gelten. Was jedoch die Besteuerung von privat veräußerten Token betrifft, so gelten hier die gleichen Regeln wie für den Verkauf von Kryptowährungen. Insbesondere ist auch hierbei darauf zu achten, ob Steuerpflichtige durch Nutzung von Token Einkünfte erzielen. Dazu zählen übrigens auch hier Kryptowährungen. Denn dies führt ebenfalls zu einer Verlängerung der Spekulationsfrist auf zehn Jahre.

3.5. Besteuerung von Kryptowährungen: sonstige Einkünfte

3.5.1. Staking

Wenn Steuerpflichtige für den Betrieb eines Masternodes Einheiten einer Kryptowährung durch Staking erhalten, dann stellt dies sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 Nummer 3 EStG dar.

3.5.2. Lending

Ebenfalls in die Kategorie sonstige Einkünfte fallen solche im Zusammenhang mit Kryptowährungen, die aus dem Lending anfallen. Auch hier gilt, dass man Einkünfte an Kryptowährungen durch Lending zum Zeitpunkt des Zuflusses mit den bereits beschriebenen Verfahren bewertet. Also ist auch hierbei insbesondere der Marktkurs der Kryptowährung relevant.

3.5.3. Airdrops

Eine weitere Möglichkeit, über die man Einheiten an einer Kryptowährung oder Token mit sonstigen Einkünften in Verbindung bringen kann, sind Airdrops. Man kann dies mit sonstigen Einkünften vergleichen, die ein Quizkandidat als Gegenleistung für die richtige Beantwortung von Quizfragen erhält. Denn in der Regel fällt auch für den Erhalt von Airdrops eine Gegenleistung durch die sie erhaltenden Steuerpflichtigen an, wobei diese meistens darin bestehen, dass sie Daten von sich preisgeben. Auch hier gilt der Marktkurs zum Zeitpunkt des Erhalts des Airdrops als Anschaffungskosten für die damit verbundenen Kryptowährungen oder Token.

3.6. Besteuerung von Kryptowährungen und Token bei unentgeltlichen Airdrops

Eine Besonderheit kann unter Umständen im Zusammenhang mit Airdrops tatsächlich in Frage kommen. Denn wenn man Airdrops lediglich dadurch erhält, weil man nur die zur Übertragung der Kryptowährungen oder Token erforderlichen Daten übermittelt, dann ist dieser Vorgang als unentgeltlich anzusehen; schließlich fehlt ja eine Gegenleistung. In diesem Fall kann ein Airdrop prinzipiell also eine Schenkung darstellen. Daher muss man darauf achten, in welchem Umfang ein Steuerpflichtiger innerhalb von zehn Jahren Airdrops aus einer Quelle erhält. Schließlich gelten auch in einem solchem Fall die allgemeinen Freibeträge zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer.

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Kryptowährungen: Besteuerung von Trading, Lending, Mining

In diesem Video erklären wir, wie man vor dem BMF-Schreiben Gewinne mit Kryptowährungen besteuert.

4. Fazit zur Besteuerung von Kryptowährungen

Wer durch Mining Kryptowährungen generiert, dem mag vielleicht schon mal die Assoziation zum Märchen mit dem Goldesel in den Sinn gekommen sein. Zugegeben, das Heu, das der Märchenheld für den Unterhalt des Goldesels benötigt, hält keinen Vergleich zu den Strom- oder anderen Kosten beim Mining stand. Doch ist es gerade auch beim Mining die gleiche märchenhafte Faszination, wie scheinbar aus dem Nichts Werte entstehen.

Doch spätestens, wenn es um die Besteuerung von Kryptowährungen geht, flieht die Leichtigkeit des Schürfens vor dem teilweise immensen Aufwand, den man betreiben muss, um die Steuern zu berechnen. Dabei kann man schon zuvor einige Vorkehrungen treffen, um die Steuern möglichst gering zu halten. Jedenfalls ist man in beiden Fällen zumeist auf die Unterstützung von in diesem Metier erfahrenen Steuerkanzleien angewiesen. Selbstredend gilt dies ebenso für all jene, die eine Besteuerung von Kryptowährungen oder Token vornehmen müssen, bei denen eine andere Form der Anschaffung als das Mining vorliegt. Und auch Folgendes sollte man dabei stets bedenken: Nur weil es komplex ist, Kryptowährungen oder Token zu versteuern, ist dies noch lange kein guter Grund, die Gewinne vor dem Fiskus zu verheimlichen und ihm so die Steuern vorzuenthalten. Im Gegenteil. Denn dies ist als Steuerhinterziehung strafbar.

Wenn also auch Sie einsehen, dass die Besteuerung Ihrer durch Kryptowährungen oder Token erzielten Gewinne die bessere Option ist, dann sollten auch Sie die Nutzung unserer umfassenden Expertise hierzu in Erwägung ziehen (Gedankenpause – Abwägung: viele Pros, keine Contras; also genug erwogen, ergo…). Rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie ein erstes Gespräch mit unseren Experten für die Besteuerung von Kryptowährungen und Token!


Steuerberater für Kryptowährungen und Token

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zu Kryptowährungen spezialisiert. Bei der Besteuerung von Kryptowährungen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Einkommensteuer

  1. Erstellung von Einkommensteuererklärungen mit Gewinnen aus dem Verkauf, Lending oder Mining von Kryptowährungen
  2. Beratung zum steuerfreien Verkauf von Kryptowährungen
  3. Erörterung zu Möglichkeiten der Verlustverrechnung

Internationales Steuerrecht – Privat

  1. Beratung zur Steuervermeidung durch Wegzug ins Ausland

Digitale Buchhaltung

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Fachreferent beim Steuerberaterverband für die Besteuerung von Kryptowährungen

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Eine gute Idee reicht vielen Gründern oftmals aus, um ein Startup zu gründen. Doch schon bei der Gründung von Startups sollte man an die langfristigen Steuern denken. Dabei lauern die Risiken bereits bei der Frage nach der optimalen Rechtsform. Auch die Positionierung und Strukturierung von Holdings und Tochtergesellschaften spielen eine Rolle bei den Steuern eines Startups. So sind Gründungen von Tochterunternehmen im Ausland in der Startup-Szene recht beliebt, wenn auch aus steuerlicher Sicht nur bedingt sinnvoll. Weiterhin sind die Aufnahme von Investoren und die Vergabe von Unterbeteiligungen kritische Faktoren. Dabei stehen die Verhandlungen oftmals vor dem Hintergrund, ob ein Startup Gewinne macht. Auch Verluste können durchaus positiv wirken. Spätestens beim Exit muss sich zeigen, ob sich der Einsatz auch steuerlich gelohnt hat. So können die Steuern beim Verkauf eines Startups zwischen 1,5 % und 30 % betragen.

Startups erfolgreich betreuen und verkaufen: Experteninterview mit StB Steffi Zacharzowsky

In diesem Video erörtern wir, wie man ein Startup erfolgreich bis zum Exit führt.

1. Startups und Steuern – zwei getrennte Welten?

Wer ein Startup gründet, für den steht in der Regel zunächst nur der Aufbau seines Unternehmens im Vordergrund. Sicher, all die Details bei der Organisation eines neuen und oftmals innovativen Unternehmens erfordern die ganze Aufmerksamkeit des Gründers. Mit viel Geschick hat man vielleicht schon bald einen ersten Investor für das Projekt gewonnen, sodass man langsam daran zu denken beginnt, wie das Unternehmen eines Tages Früchte generieren mag. Jedoch kommt damit unweigerlich die Frage auf, mit welchen Steuern man mittel- und langfristig zu rechnen hat. Insbesondere der Exit eines Startups kann dann die eine oder andere unverhoffte Überraschung in Punkto Steuern offenbaren. Daher ist die Beratung von Startups gerade in Hinsicht auf ihre langfristig zu erwartenden Steuern eine der ersten Handlungen, die wir als Steuerberater idealerweise noch vor ihrer Gründung empfehlen.

2. Startups und Steuern: Rechtsform bei Gründung

Damit steigen wir auch gleich mit den ersten Schritten ein. Denn schon die Gründung eines Startups kann wesentliche Grundlagen für die mittel- oder gar langfristige Besteuerung des Unternehmens und somit über die Höhe der Steuern in sich bergen. Wenn man diesen Grundstein bereits solide legt, ist keine spätere Umwandlung des Unternehmens erforderlich, um einen steuerlich optimierten Verkauf des Startups durchzuführen.

2.1. Startups und Steuern: Gründung einer Kapitalgesellschaft

Dabei hat sich erfahrungsgemäß die Gründung einer GmbH in den meisten Fällen als die richtige Wahl erwiesen. Denn eine GmbH bietet gerade Unternehmen, die ihre Gewinne reinvestieren, um weiter zu wachsen, optimale Möglichkeiten. Daher trifft dies ganz besonders auf Startups zu. Zwar ist dies mittlerweile auch mit Personengesellschaften möglich, doch ist die Gestaltung eines Startups mittels einer GmbH in Punkto Steuern weiterhin die allgemein bevorzugte Variante. Denn hierbei spielt neben den Steuern, die Startups in Zukunft zahlen müssen, insbesondere auch die Haftung eine enorm wichtige Rolle. Daneben stellt die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) in bestimmten Fällen eine günstigere Alternative dar. Doch auch in diesem Fall stellt dies nur einen Zwischenschritt auf dem Weg zur GmbH dar.

2.2. Startups und Steuern: Gründung einer Personengesellschaft

Trotzdem sollte man auch Personengesellschaften bei den Überlegungen zur Gründung eines Startups Raum einräumen. So ist insbesondere die GmbH & Co. KG auf Grund der Möglichkeit zur hybriden Besteuerung durchaus reizvoll.

Doch muss es stets darum gehen, dass die Unternehmensform zu den Rahmenbedingungen des Unternehmens passt. Darum ist die eingehende Beratung am Anfang für Startups so wertvoll.

2.3. Startups und Steuern: Gründung von Holdings

Ganz gleich, ob Kapital- oder Personengesellschaft, die Gründung einer Holding sollte ebenfalls Gegenstand der Beratung zur Gründung eines Startups sein. Denn die Steuern aus dem laufenden Gewinn eines Startups kann man mit einer Holding ebenso gezielt gestalten, wie die aus dem zukünftigen Verkauf. Dies gilt sowohl in Bezug auf die Gewinnausschüttung und der damit zusammenhängenden Kapitalertragsteuer als auch mit Blick auf etwaige Geschäftsführergehälter.

2.4. Startups und Steuern: Gründung von Tochterunternehmen im Ausland

Da wir hier schon von der Gründung von Unternehmen sprechen, richten wir unser Augenmerk auch auf ein weiteres, mit Blick auf Startups und Steuern oft in dieser Szene beobachtetes Phänomen. So gründen viele Startups im Laufe ihrer Entwicklung Tochterunternehmen im Ausland. Die Gründe hierfür mögen vielfältig sein. Einerseits kann es dabei um die Expansion in neue Märkte im Ausland gehen. Vor allem der Standort USA kann hierbei von Interesse sein. Andererseits mögen manche Startup-Unternehmer glauben, dass ihre Startups durch Gründung eines Unternehmens im Ausland, insbesondere in einer Steueroase, Steuern sparen können. Doch ob dies tatsächlich der richtige Schritt ist, kann ihnen oftmals nur ein im internationalen Steuerrecht besonders versierter Steuerberater darlegen.

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3. Startups und Steuern: Aufnahme von Investoren

3.1. Aufnahme von Investoren

Nach der erfolgreichen Gründung ihres Startups, suchen ihre Gründer oftmals schon bald nach Investoren, die ihrem Unternehmen das erforderliche Kapital verschaffen, um ihrer Geschäftsidee am Markt möglichst großen Raum zu verschaffen. Denn eine gute Idee allein reicht heutzutage kaum noch aus, um auch tatsächlich Erfolg zu erzielen. Schließlich besteht gerade in unserer globalisierten Welt ein großes Risiko, dass ein finanziell besser aufgestellter Nachahmer das eigene Startup überflügelt.

Jedoch ist auch in diesem Schritt die Begleitung durch einen erfahrenen Steuerberater durchaus angeraten. Denn die Gestaltung der Aufnahme eines Investors kann unter Umständen auch Auswirkungen auf die Steuern eines Startups haben. Dabei stellt die Aufnahme eines Investors mittels einer Kapitalerhöhung den häufigsten Weg dar, den man hierbei geht. Doch sind gerade auch bei Personengesellschaften andere Alternativen ebenfalls möglich.

3.2. Vergabe von Unterbeteiligungen

Und da wir schon über die Aufnahme von Investoren sprechen, sollte man an dieser Stelle auch gleich über die Bereitstellung von Unterbeteiligungen sinnieren. Schließlich kann der spätere Verkauf des Startups zu erheblichen Steuern der jeweiligen Mitbeteiligten führen. Deshalb ist auch in dieser Hinsicht eine eingehende Beratung vorab sehr sinnvoll.

Zwar macht die Aufnahme von Investoren die Vergabe von Unterbeteiligungen eher unwahrscheinlich, weil Investoren bevorzugt mit möglichst wenigen Anteilseignern verhandeln möchten. Aber wenn zum Beispiel die Aufnahme eines weiteren Gesellschafters dem Unternehmen wichtiges Know-how verschafft, dann mag dies auch Investoren durchaus sinnvoll erscheinen.

Allerdings gibt es auch Alternativen zur Aufnahme weiterer Gesellschafter, wie etwa die Bereitstellung von Phantom Shares oder eine Vereinbarung über leistungsabhängige Boni. Doch auch hierbei muss man die steuerlichen Folgen stets mitberücksichtigen. Schließlich wollen doch alle Anteilseigner eines Startups gleichermaßen beim Exit Steuern sparen, oder?

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4. Startups und Steuern: Verluste sind Gewinne

Startups können auch vor dem Exit Steuern sparen. Eigentlich klingt es paradox, denn sie sollten im Grunde keine Gewinne, sondern Verluste machen. Denn Startups mit Gewinnen müssen natürlich auch Steuern darauf entrichten. Deshalb ist es manchmal sinnvoller, wenn man bei gesicherter Liquidität des Startups diesem erlaubt kräftig zu investieren, sodass die steuerlichen Bilanzen am Ende einen Verlust ausweisen. Denn den Verlust kann man in gewisser Weise als ein Guthaben betrachten, dass dem Startup in Zukunft hilft, um Gewinne zu minimieren und Steuern zu sparen.

Außerdem ist es mittlerweile möglich, Kapitalgesellschaften mit vorgetragenen Verlusten zu verkaufen, ohne dass dabei ihr Verlustvortrag untergeht. In dieser Hinsicht sind Verlustvorträge eines Startups auch beim Exit durchaus als Verkaufsargument für einen höheren Verkaufspreis zu sehen. Selbstverständlich muss dabei das Unternehmen nachvollziehbar auf finanziell solidem Fundament stehen. Jedoch sind heutzutage die meisten Investoren und Käufer in der Lage, um genau diese Zusammenhänge ebenfalls zu erkennen und gegebenenfalls wert zu schätzen.

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5. Startups und Steuern: Exit

Womit wir auch schon beim abschließenden Kapitel unseres Beitrags ankommen, dem Exit. Denn erst mit diesem Ereignis verbinden die meisten Gründer eines Startups das Ziel ihres Strebens. Erst zu diesem Zeitpunkt kann man den Erfolg des eigenen Startups auch tatsächlich beziffern. Doch was nutzt einem ein erfolgreicher Exit, wenn die Steuern aus dem Verkauf des Startups ein Drittel des Erlöses in die Kasse der Finanzverwaltung umleitet? Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein, was eine gute Steuerberatung gleich von Beginn an zu leisten vermag. Denn mit der richtigen Struktur kann man erreichen, dass der Verkauf des Startups lediglich 1,5 % Steuern veranschlagt, im Grunde aber, dem Wortlaut des § 8b Absatz 1 Satz 1 EStG folgend, eigentlich steuerfrei bleibt.


Steuerberater für Kapitalgesellschaften

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Startups spezialisiert. Beim Etablieren ihres Startups schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Allgemeine Beratung zur GmbH-Besteuerung (Gründung, Nutzung von Verlustvorträgen)
  2. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  3. Vermeidung von Betriebsaufspaltungen
  4. Strategische Beratung bei Kapitalgesellschaften (Holdingstrukturen etc.)

Umwandlungen

  1. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen

Unternehmensverkauf

  1. Beratung beim Unternehmensverkauf (Vorteile bei Share Deal & Asset Deal)

Digitale Buchhaltung

  1. Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online

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Fachreferent beim Steuerberaterverband für internationales Steuerrecht

Seit 2014 sind die Partner unserer Kanzlei regelmäßige Fachreferenten des Steuerberaterverbands Köln. Dabei besuchen ca. 1500 Steuerberater pro Jahr unsere Seminare. Wegen der hohen Nachfrage stellen wir Ihnen unsere Präsentation zu „Alte und neue Risiken im internationalen Steuerrecht“ gerne kostenlos zum Download zur Verfügung:

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