Die Besteuerung von Bitcoins. Ein Thema, mit dem man in der Zeit der Digitalisierung immer häufiger konfrontiert wird. So kommt sicherlich bei vielen Steuerpflichtigen dieses Jahr bei der Einkommensteuerveranlagung die Frage nach der richtigen Besteuerung des Kryptohandels auf. Das Gebiet der Kryptowährungen ist zwar noch sehr jung und volatil, dennoch gibt es in Deutschland bereits einige verbindliche Vorgaben beim Handel und der Besteuerung dieser zu beachten. Im nachfolgenden Artikel möchten wir Ihnen  daher einen groben Überblick über die bereits in Deutschland bestehenden Regelungen verschaffeden.

Bitcoins & Steuern: Steuerberater in Köln

Bitcoins & Steuern: Steuerberater in Köln


1. Definition von Kryptowährungen und Bitcoins

Einfach gesprochen handelt es sich bei Kryptowährungen um ein digitales Zahlungsmittel. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Bitcoin, Ethereum oder Dash. Sie alle basieren auf einem Verschlüsselungsprinzip der Kryptographie. Sie werden durch einen Prozess der sich Mining (Verlinkung) nennt erzeugt, weitergegeben und umgewandelt. Hierdurch soll die Währung vollkommen unabhängig von Finanzentscheidungen sein und somit keiner staatlichen Kontrolle unterliegen. Für die Erstellung eines solchen Kryptocoins sind ausschließlich Privatpersonen oder kleinere Unternehmen der Privatwirtschaft zuständig. Kryptowährungen dienen nicht nur als Zahlungsmittel im Rahmen des Online-Handels, der schnellen weltweiten Versendung von Geld, sondern dienen für viele Investoren auch als Geldanlage.

2. Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen in Deutschland

Von steuerlicher Bedeutung sind nicht der reine Kauf oder das Halten von Kryptowährungen, sondern die anschließenden Transaktionen. Hierbei ist zu beachten, dass eine etwaige Steuerpflicht nicht nur beim klassischen Verkauf anfällt, sondern dass ein Veräußerungstatbestand beispielweise auch beim Traden von Kryptowährungen untereinander vorliegt und somit steuerpflichtig ist.

Der Besteuerungspflichtige Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen dem erzielten Veräußerungspreis, in der Regel den Anschaffungskosten und den Werbungskosten der eingesetzten Coins.


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3. Besteuerung bei Privatpersonen

3.1. Grundsatz: Privates Veräußerungsgeschäft

Der An- und Verkauf von Kryptowährungen fällt steuerlich für Privatanleger grundsätzlich unter das private Veräußerungsgeschäft gem. § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Hierbei gilt Folgendes:

3.2. Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist

Erfolgt der Verkauf der Kryptowährungen innerhalb von einem Jahr nach der Anschaffung, der sogenannten Sepkulationsfrist, unterliegt der erwirtschaftete Gewinn dem persönlichen Steuersatz zzgl. SolZ und ggf. KiSt. Die Voraussetzung hierfür ist, dass der Gewinn die Freigrenze übersteigt.

3.3. Freigrenze beim Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist

Wird ein Veräußerungsgeschäft innerhalb von einem Jahr abgewickelt, sind die Gewinne bis zu einer Freigrenze von EUR 600,00 von der Steuer befreit. Diese Freigrenze gilt allerdings nicht nur für Kryptogewinne, sondern auch für alle anderen privaten Veräußerungsgeschäfte innerhalb eine Jahres.

Achtung: Hierbei handelt es sich um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag. Liegt der Gewinn nur bei EUR 601,00 (bei 600,99 wird zugunsten des Stpfl. abgerundet) ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

3.4. Verkauf außerhalb der Spekulationsfrist: Steuerbefreiung

Liegen zwischen dem An- und dem Verkauf von Kryptowährungen mehr als ein Jahr, ist die sogenannte Spekulationsfrist abgelaufen und die Gewinne sind komplett steuerfrei. Dabei ist die genaue Höhe unbeachtlich.

Dennoch ist man nicht von der aufwendigen und lückenlosen Dokumentationspflicht befreit. Bei Aufforderung seitens der Finanzverwaltung sind Nachweise über den An- und den Verkauf inkl. Kursangaben etc. vorzulegen.

3.5. Haltfristen: LIFO, FIFO, HIFO und LOFO

In der Regel werden Bitcoins zu unterschiedlichen Zeiten und Kursen gekauft und anschließend wieder verkauft. Somit stellt sich bei der Ermittlung des Anschaffungspreises im Rahmen des Verkaufs die Frage nach der richtigen Bemessungsgrundlage. Im Rahmen des privaten Veräußerungsgeschäftes schreibt das Gesetz gem. § 23 Abs. 1 Nr. 2 S. 3 EStG demnach die Anwendung des sogenannten FIFO-Verfahrens vor. Hiernach gelten diejenigen Bitcoins oder Altcoins als zuerst verkauft, die auch zuvor zuerst eingekauft wurden.

Neben dem FIFO-verfahren werden auch die LIFO-, HIFO-, und LOFO-Verfahren akzeptiert. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass konsequent eins dieser Verfahren angewendet wird und dies auch in den folge Jahren.

3.6. Steuerliche Berücksichtigung von Verlusten

Etwaige Verluste aus dem Handel mit Kryptowährungen sind nicht verloren. Allerdings können Verluste nur mit anderem Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden und führen sodann direkt zur Steuerminderung.

Werden die Verluste nicht komplett ausgeglichen, besteht die Möglichkeit diese auf das Folgejahr zu übertragen.

3.7. Lending/Funding von Kryptowährungen

Neben dem klassischen Verkauf und Tausch von Kryptowährungen besteht auch gem. § 23 Abs. 1 Nr. 2 S. 4 EStG die Möglichkeit diese gegen Zinseinnahmen zu verleihen. Die Besonderheit hierbei liegt darin, dass bereits die erstmalige Verleihung dazu führt, dass die Coins erst nach zehn Jahren steuerfrei sind.

3.8. Besteuerung der Zinseinnahmen

Neben der Erhöhung der Haltefrist auf zehn Jahre unterliegen die in der Zeit jährlich erwirtschafteten Zinseneinnahmen der Besteuerung. Hierbei ist zu beachten, dass die Zinseinnahmen in der Währung EURO anzugeben sind und der Wechselkurs bei Gutschriftserstellung maßgebend ist. Hierbei kann aus Vereinfachungsgründen die Bemessungsgrundlage auch auf den Durchschnittskurs oder den Schlusskurs des Tages basieren.

Steuerfrei sind die Zinsen allerdings nur bis zur Höhe des Sparerpauschbetrages in Höhe von EUR 801,00 (Zusammenveranlagung EUR 1.602,00). Hierüberhinaus gehende Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 %, dem SolZ und ggf. der KiSt.

Achtung: Unter den Sparerpauschbetrag fallen nicht nur die Zinseinnahmen aus dem Lending sondern auch beispielsweise die klassischen Dividendenerträge.

3.9. Privates Mining/Clound-Mining-Anbieter

Private Miner als auch Cloudmining-Anbieter gelten in Deutschland nicht als Privatperson, sondern als gewerblich tätige Person oder Unternehmen. Diese betreiben ihre Dienste dauerhaft mit Gewinnerzielungsabsicht, sodass das Tatbestandsmerkmal der gewerblichen Tätigkeit erfüllt ist. Wer demnach Bitcoins, Ethereum, oder andere Coins demnach selbst erzeugt, muss die hieraus entstehenden Gewinne als Einkünfte aus Gewerbebetrieb in der Steuererklärung erfassen.

Einzelunternehmen und Personengesellschaften haben hier gegenüber Kapitalgesellschaften den Vorteil, dass Ihnen ein Freibetrag in Höhe von EUR 24.000,00 zusteht, sodass eine Gewerbesteuerpflicht erst hierüber hinaus besteht. Zudem können Miner unabhängig der Rechtsform beispielsweise die Stromkosten, Hardwarekosten oder die Bürokosten als Betriebsausgaben steuermindert absetzten.

Die Bemessungsgrundlage für die Gewinnermittlung ist ebenfalls das FIFO-Verfahren. Dabei kann aus Vereinfachungsgründen auf den Durchschnittskurs oder den Schlusskur des Tages zurückgegriffen werden.


4. Besteuerung bei gewerblich tätigen Personen oder Unternehmen

4.1. Besteuerung des Veräußerungsgewinns bei Unternehmen

Anders als bei Privatpersonen, erfolgt die Besteuerung bei gewerblichen tätigen Personen und Unternehmen nicht im Rahmen des privaten Veräußerungsgeschäftes. Stattdessen führen Kryptowährungen, welche sich im Betriebsvermögen befinden, ausnahmslos zu Einkünften aus Gewerbebetrieb gem. § 15 EStG. Demnach besteht hier auch keine Spekulationsfrist und die Gewinne unterliegen je nach Rechtsform der Einkommensteuer (Einzelunternehmen und Personengesellschaft) oder Körperschaftsteuer (AG, GmbH etc.,) sowie jeweils der Gewerbesteuer.

Achtung: Das Tatbestandsmerkmal der gewerblichen Tätigkeit liegt vor, wenn eine Tätigkeit dauerhaft und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird. Demnach kann ein privater Handel, welcher intensiv betrieben wird, vom Finanzamt als gewerblich eingestuft werden.

4.2. Umsatzsteuer: Steuerfreiheit beim Kauf/Verkauf von Kryptowährungen

Nach Ansicht des EUGH und des BMF sind Kryptowährungen als eine Art privates Geld anzusehen und sind damit ähnlich wie Fremdwährungen zu behandeln. Aufgrund der Charakters eines Zahlungsmittels sind diese virtuellen Währung auch als solche zu behandeln und unterliegen einer Ausnahmeregelung der MwStystRL (Artikel 135 Abs. 1e). Demnach fällt nach derzeitiger Gesetzeslage für den Kauf, Verkauf und Tausch von Bitcoins gegen FIAT Währung (Euro, US-Doller, etc.) keine Umsatzsteuer an.


5. Sonderthema: Steuerhinterziehung oder leichtfertige Steuerverkürzung

Werden beispielsweise Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen, die oberhalb der Steuerfreigrenze von EUR 600,00 liegen oder vor Ablauf der Spekulationsfrist nicht im Rahmen der Einkommensteuererklärt erfasst, macht man sich strafbar. Denn solche Vergehen fallen in den Straftatbestand der Steuerhinterziehung oder der leichtfertigen Steuerverkürzung. Deshalb sollte bei solchen Fällen im Voraus eine Selbstanzeige eingereicht werden.


Steuerberater für Kryptowährungen

Dabei haben sich unsere Steuerberater besonders auf Online-Businesses und Virtuelle Währungen spezialisiert. Unsere Steuerberater und Steueranwälte verfügen daher über besondere Expertisen zur Besteuerung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen. Dabei beraten wir insbesondere zu folgenden Themen:

  • Klärung steuerlicher Einzelfragen bei Kryptowährungen (Verkauf, Lending/Funding etc.)
  • Entwicklung von Strategien zur Steuerreduktion
  • Erstellung der dazugehörigen Steuererklärungen

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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