Wenn Sie Grundstücke von einer Privatperson übertragen auf eine GmbH, löst das in der Regel Grunderwerbsteuer aus. Zwischen 3,5% bis 6,5% je nach Bundesland. Wenn Sie aber den Umweg über eine Personengesellschaft gehen und danach einen Formwechsel in eine GmbH machen, geht das komplett ohne Grunderwerbsteuer, wenn Sie alle Fristen einhalten. Und wie genau das geht/ diese Grunderwerbsteuer zu vermeiden/ das schauen wir uns in diesem Video einmal gemeinsam an.

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1. Einleitung

Mein Name ist Christoph Juhn. Ich bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften.

1.1. Immobiliensteuerrecht & Grunderwerbsteuer

Und wir reden heute über die Grunderwerbsteuer, wie man die bei der Umwandlung von einer Immobilie von Privatpersonen auf eine GmbH vermeiden kann. Ich bin heute in unserem Kanzlei Garten in unserer Niederlassung in Bonn, Meckenheim Allee 148 und wir beraten ziemlich viel zu dem Thema Immobiliensteuerrecht. Auch auf unserer Webseite finden Sie separat sehr viele Artikel in unseren Blogbeiträgen. Und da kommt häufig die Frage, dass die Übertragung einer Immobilie von einer Privatperson auf eine GmbH ja eigentlich mit Grunderwerbsteuer behaftet ist und wie man diese Grunderwerbsteuer dann vermeiden kann.

2. Darstellung anhand von Beispielen

Und dazu gibt es jetzt drei Versionen, die ich mit Ihnen einmal besprechen möchte.

2.1. Die drei Varianten

  1. So, wie kann es sein: Sie haben hier eine Immobilie. Sie haben dann eine GmbH. Und Sie nehmen die Immobilie und übertragen die sofort auf die GmbH. Natürlich löst das Grunderwerbsteuer aus zwischen 3,5% bis hoch zu 6,5%, je nach Bundesland.
  2. Dann kann es aber auch sein, dass Sie die Immobilie haben und darüber sprechen wir gleich und noch nicht direkt auf die GmbH übertragen, sondern einen Zwischenschritt machen.
  3. Und die dritte Variante, die können wir auch noch direkt erledigen: Sie haben mit einem Geschäftspartner oder einer Geschäftspartnerin die Immobilie z.B. in einer Personengesellschaft, also einer GbR – da ist die Immobilie drin. Und Sie wollen aus dieser GbR dann die Immobilie übertragen auf eine GmbH auch ohne Grunderwerbsteuer.

2.2. Behandlung der drei Varianten

Der erste Fall der löst auf jeden Fall Grunderwerbsteuer aus, die Direktübertragung. Der letzte Fall, wenn ich jetzt aus dieser GbR ein Formwechsel mache, kann ich die Grunderwerbsteuer komplett vermeiden. Und dieser Formwechsel erfolgt aufgrund einer sogenannten Rechtsträgeridentität und einer der ganz wenigen Umwandlungsvorgängen, die keine Grunderwerbsteuer auslöst.

3. Umweg über Personengesellschaft: OHG oder KG

Deswegen müssen sie aus ihrer GbR erst die Umwandlung machen in eine OHG oder in eine KG, weil nur OHGs und KGs können anschließend umgewandelt werden in GmbHs. Aber die Umwandlung von GbR in OHG löst gar keine Grunderwerbsteuer aus und von OHG in GmbH dann auch nicht wegen der Rechtsträgeridentität. Und deswegen ist dieser Umwandlungsvorgang von GbRs über OHGs/KGs in eine GmbH ohne Grunderwerbsteuer möglich und schon haben sie ihre Zielstruktur.

3.1. Problem: Immobilien im Privatvermögen

Bisschen aufwendiger ist es, wenn Sie die Grundstücke in der mittleren Variante komplett privat halten. Dann würden Sie hier auch eine GbR oder eine OHG gründen, zusammen mit einem Geschäftspartner oder Ihrer Ehefrau oder mit wem auch immer. Die Beteiligungsverhältnisse sollten 100% zu 0% sein. Das ist zivilrechtlich möglich.

Sie übertragen dann die Immobilie auf diese GbR und dann lassen Sie die Immobilie eine gewisse Zeit in der GbR drin und anschließend können Sie aus der GbR, besser ist es, wenn es eine OHG ist, weil sonst muss ich aus der GbR erst eine OHG machen, weil nur aus OHGs kann ich anschließend Umwandlungsvorgänge machen in GmbHs.

Dann können Sie nach einer gewissen Zeit die OHG umwandeln in eine GmbH und schon haben Sie nachher ihre Zielstruktur. Der Minderheitsgesellschaft kann natürlich wieder austreten. Sie sind zu 100% an der Immobilien-GmbH beteiligt und jetzt stellt sich nur noch die Frage nach der Frist.

3.2. Fristen bei der Umwandlung

Dazu schauen wir einmal ins Gesetz. Und zwar steht das  im Grunderwerbsteuergesetz und dort steht das im § 5 Absatz 3 GrEStG. Geht ein Grundstück von einem allein Eigentümer auf eine Gesamtheit, also GbR, OHG oder KG, also Personengesellschaften über.

So wird die Steuer in Höhe des Anteils nicht erhoben, zu dem der Veräußerer am Vermögen der Gesamthand beteiligt ist. Gut, wenn Sie 100% an der Gesamthand beteiligt sind an der GbR, dann wird die Steuer in Höhe von 100% nicht erhoben, also komplett steuerfrei. Im Absatz 3 steht aber drin: Die Absätze 1 und unser Absatz 2 sind insoweit nicht anzuwenden, als sich der Anteil des Veräußerers, also von Ihnen, am Vermögen der Gesamthand also GbR oder OHG innerhalb von 5 Jahren nach der Übertragung vermindert.

3.3. Sperrfrist durch Umwandlung

Das heißt, fünf Jahre lang müssen Sie an der GbR oder OHG beteiligt sein, sonst bekommen Sie rückwirkend die Grunderwerbsteuerbefreiung wieder entzogen.

Und noch steht hier 5 Jahre. Gut, das bedeutet für uns, dass wir 5 Jahre lang die GbR oder OHG behalten müssen und erst nach 5 Jahren die Umwandlung vornehmen können in eine GmbH.

4. Aussichten für künftige Gesetzesänderungen

Und blöderweise soll diese Regelung geändert werden. Man diskutiert schon seit über einem Jahr, ob diese Regelung von 5 Jahren auf 10 Jahre verlängert wird. Das heißt, wenn Sie diese Struktur machen wollen, sollten Sie möglichst schnell umwandeln in eine OHG, dann 5 Jahre nach aktueller Rechtslage. Kann sein, dass sich das noch ändert und erweitert auf 10 Jahre, dann 5 oder 10 Jahre abwarten. Und dann können Sie die Formwechsel in die GmbH komplett ohne Grunderwerbsteuer vollziehen.

4.1. Fazit

Und wenn Sie dazu Fragen haben, dann blende ich Ihnen gerne unsere Kontaktdaten an. Rufen Sie einmal bei uns in der Kanzlei in Köln oder in Bonn an und vereinbaren Sie gerne mit unserer Kanzleimitarbeitern einen Beratungstermin. Ich freue mich auf Sie.


Steuerberater für Immobiliensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung im Immobiliensteuerrecht spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltungsberatung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Beratung zur GmbH-Besteuerung
  2. Steuervorteile der Immobilien-GmbH
  3. Steueroptimierter Verkauf von Immobilien 
  4. Beratung zum Nießbrauchrecht
  5. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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Eine Durchschnittsfamilie besteht aus zwei Eltern, zwei Kindern und vier Enkelkindern. Und wenn sie das Vermögen oben zwischen den Eltern geschickt verteilen, können sie 9,6 Millionen Euro komplett ohne Erbschaftsteuer und Schenkungssteuer übertragen auf die Kinder und Enkelkinder, auf einen Zeitraum von 21 Jahren. Und wie genau das funktioniert. Das schauen wir uns heute in diesem Video gemeinsam einmal an.

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1. Einleitung

Mein Name ist Christoph Juhn, ich bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften. Natürlich beraten wir Gesellschafter, Geschäftsführer und Vorstände direkt mit und optimieren auch deren Gesamtsteuerbelastung. Und weil Gesellschafter und Geschäftsführer in der Regel größeres Vermögen haben, haben die auch ein Problem mit der Erbschaftsteuer und Schenkungssteuer. Und diese Erbschafts- und Schenkungssteuer kann man in der Regel ganz elegant vermeiden, indem man Freibeträge geschickt nutzt und frühzeitig die Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer-Vorgänge plant.

2. Ausgangslage

Wir nehmen jetzt mal eine klassische Durchschnittsfamilie, bestehend aus zwei Elternteilen, zwei Kindern und vier Enkelkindern. Und was sollte man auf keinen Fall machen? Sie sollten nicht das Vermögen komplett bei einem Partner positionieren, z.B. bei der Ehefrau. Und wir sagen mal, wir hätten hier 10 Millionen Euro und sie überträgt dann die 10 Millionen im Wege eines Testaments auf den Ehemann. Oder andersrum: Der Ehemann überträgt auf die Ehefrau. Das wäre eine absolute Vollkatastrophe bei der Erbschaftsteuer.

2.1. Das Problem: Positionierung des Vermögens bei einem Ehegatten

Warum? Weil der Ehegatte hätte der die 10 Millionen Euro und der Ehemann kann an dieser Stelle einen Freibetrag von 500.000 Euro abziehen. Und noch ein Versorgungsfreibetrag von 256 000 Euro, sodass wir unterm Strich versteuern müssen: 9.244.000 Euro. Und wenn der eine Ehepartner, der gerade verstorben ist, schon ein bisschen älter ist – 80 Jahre – und der andere Ehepartner verstirbt irgendwann später und würde das Vermögen, also die netto 9,2 Millionen, dann nochmal übertragen. Da wird ja unmittelbar danach noch ein zweites Mal Erbschaftsteuer ausgelöst werden. Also den Vorgang sollten Sie so auf keinen Fall machen.

2.2. Gute Ausgangslage: Verteilung des Vermögens zwischen Ehegatten

Natürlich wäre es von vornherein besser, dass Sie die 10 Millionen bei beiden Elternteilen gleichmäßig anfallen lassen. Das wäre natürlich der optimale Zustand. Das bekommt man natürlich in der Praxis nicht so oft hin, dass beide genau 50%/50% an den zehn Millionen Euro beteiligt sind. Sollte wirklich nur ein Partner beteiligt sein, ist meine Empfehlung auf keinen Fall die 10 Millionen auf den anderen Partner zu übertragen, sondern dem nur ein oder zwei Millionen zur Verfügung zu stellen. Das reicht für dich komplett und die anderen 8 Millionen, die zu übertragen auf die nachfolgende Generation. Aber wenn sie es perfekt haben, ist das Vermögen zwischen beiden Ehegatten die 10 Millionen 50%/50% aufgeteilt. Und was können sie dann machen?

3. Ausnutzung der Freibeträge bei Übertragungen

Dann hat ja der Vater ein Geldsack von 5 Millionen und die Ehefrau hat einen Geldsack von 5 Millionen. Und was kann der Vater? Der Vater kann dann auf den Sohn übertragen. Da haben wir einen Freibetrag von 400.000 Euro bei der Erbschaftsteuer.

Der Vater kann aber auch die Tochter übertragen. Der Vater kann auch das eigene Enkelkind übertragen. Da haben wir einen Freibetrag von 200.000 Euro und der Vater kann auf das andere Enkelkind übertragen. Er kann auch auf das Enkelkind übertragen und er kann auf das Enkelkind übertragen. Auf der Ebene habe ich also zweimal den Freibetrag, dass an dieser Stelle 800 000 Euro und dann hab ich unten den Freibetrag von 200.000 Euro, den habe ich in der Summe mal 4 hab ich also hier nochmal 800.000 Euro Freibetrag. Strich drunter: Freibetrag von 1,6 Millionen Euro.

3.1. Freibeträge je Ehegatte

Und was viele nicht wissen ist, dass die Ehefrau das gleich auch nochmal machen kann. Die Ehefrau kann also auch nochmal hier, hier, hier, hier, hier und hier also genau das Gleiche auch nochmal übertragen. Das heißt, die Ehefrau hat nochmal plus 1,6 Millionen Euro. Strich drunter haben wir 3,2 Millionen Euro, die wir von beiden Ehegatten komplett unter Ausnutzung der Freibeträge auf die Kinder und Enkelkinder übertragen können.

3.2. Übertragungen im 10 Jahresrhythmus

Und das kann ich alle 10 Jahre machen. Das mache ich also einmal im Jahr 2020. Dann mache ich das nochmal im Jahr 2030,5 und dann mache ich das noch einmal im Jahr 2041. Und dann habe ich das in der Summe drei mal übertragen und schon habe ich 9,6 Millionen Euro übertragen auf meine Kinder und Enkelkinder und habe immer die Freibeträge genutzt und habe dafür quasi keine Erbschaftssteuer und keine Schenkungssteuer bezahlt.

4. Fazit

Also eine ganz kleine Gestaltung, so am Rande zur Erbschaft- und Schenkungssteuer. Und wenn Sie Fragen dazu haben, dann blende ich Ihnen jetzt hier unsere Kontaktdaten ein. Wir beraten Sie natürlich gerne im Vorfeld zu Ihren Schenkungs- und Erbvorgängen und natürlich auch im Nachhinein, machen wir Ihre Schenkungssteuererklärung und Ihre Erbschaftssteuerklärung so optimal, das quasi möglichst wenig Steuern anfallen. Anbei meine Kontaktdaten Ich würde mich freuen, wenn Sie einmal anrufen.


Steuerberater für Erbschaftsteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung in der Erbschaft- und Schenkungssteuer spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltungsberatung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Beratung zum Erbschaftsteuerrecht (Freibeträge, Anzeigepflichten)
  2. Erstellung von Erbschaftsteuererklärungen
  3. Empfehlungen vor Schenkungen zu Lebzeiten
  4. Beratung zum internationalen Erbschaftsteuerrecht
  5. Beratung zur Nachfolgeplanungen für Unternehmensstrukturen und Vermögensübergängen

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Wenn Sie aus Ihrer GmbH eine Holding Struktur machen wollen, dann gibt es zwei Varianten. Erstens, Sie haben 51 % der Anteile: Dann können Sie einen sogenannten Anteilstausch machen, das wäre Steuerneutral. Das schauen wir uns heute an. Wenn Sie aber nur 50 % oder weniger der Anteile haben, dann geht das nach § 21 UmwStG eben nicht steuerneutral, sondern würde zur Besteuerung des kompletten Unternehmenswerts führen. Wenn Sie in dieser zweiten Kategorie sind, 50 % oder weniger der Anteile, dann werden wir heute in diesem Video besprechen, wie Sie das über ein Steuermodell trotzdem steuerneutral hinbekommen.

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1. Einleitung

Mein Name ist Christoph Juhn, ich bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmenssteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften und mit Kapitalgesellschaften sind natürlich GmbHs und Holdingstrukturen gemeint und viele unserer Mandanten wandeln vielleicht ihr Einzelunternehmen oder ihre Personengesellschaft um in eine GmbH. Andere Mandanten wiederum haben bereits eine GmbH. Ja, und dann beraten wir Mandanten relativ häufig dabei, wie sie aus der GmbH eine weitere Umwandlung vornehmen in eine Holding-Struktur, eine Holding-Struktur, das habe ich ja bereits mehrmals erklärt. Das bedeutet, ein Gesellschafter ist beteiligt an einer Mutter GmbH und die Mutter GmbH fungiert als Holding. Die wiederum ist beteiligt an der operativen GmbH. Was für Vorteile das mit sich bringt und wie genau das funktioniert, habe ich schon ausführlich erklärt. Wir sprechen heute über den Weg, wie ich aus einer GmbH steuerneutral eine Holding-Struktur mache.

2. Einführung in den Anteilstausch

Im § 21 des UmwStG ist der sogenannte Anteilstausch geregelt. Und da steht drin, dass ich das nur dann zum Buchwert machen kann. Wenn die übernehmende Gesellschaft, also die Holdinggesellschaft, nach der Einbringung aufgrund ihrer Beteiligung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar und unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen Gesellschaft hat.

Das heißt, die Holdinggesellschaft muss mindestens 51 % der Stimmrechte an der Tochtergesellschaft haben. Stellen Sie sich vor, das sind Sie. Sie haben jetzt die neu gegründete Holding-GmbH. Und diese Holding gehört immer zu 100 % Ihnen. Und darunter befindet sich nun die operative GmbH, also die GmbH, die Sie quasi eben hier rein eingebracht haben und was wir eben gelesen haben. Das bedeutet, dass das immer dann steuerneutral ist, wenn Sie hier mindestens 51 % der Stimmrechte haben. Dann geht das steuerneutral.

2.1. Sperrfrist nach Anteilstausch

Dann gibt es auch hier eine siebenjährige Sperrfrist. Das bedeutet, sie dürfen die Anteile sieben Jahre lang nicht verkaufen. Das bedeutet auch, dass die Holding ja sieben Jahre lang nachweisen muss dem Finanzamt gegenüber, dass nach dieser Umwandlung die Holding die GmbH nicht verkauft hat. Da muss man selbst aktiv dem Finanzamt dies nachweisen bis zum 31. Mai eines jeden Folgejahres; auf jeden Fall geht das steuerneutral. Wenn Sie 51 % bis 100 % nachher in der Holding drin haben.

3. Der Anteilstausch mit mehreren Gesellschaftern

Aber manchmal sieht die Struktur bei unserem Mandanten so aus, dass wir eine GmbH haben, an der zwei Gesellschafter beteiligt sind. Und meistens sind die Gesellschafter 50%/50% beteiligt. Wäre einer 60%, einer 40% beteiligt, könnte der mit 60% problemlos in die Holding und der mit 40% hätte ein Problem. Wenn aber beide 50%/50% beteiligt sind, dann haben beide ein Problem.

Dann fragen die Mandanten manchmal: „Ja, wir können ja eine gemeinsame Holding gründen.“ Eine gemeinsame Holding wäre ja dann so, dass wir beide gemeinsam eine Holding haben 50%/50% und darunter sich dann die operative GmbH befindet zu 100%. Dann hätte ich ja hier die Voraussetzungen, mit 51% mindestens der Stimmrechte, 51% der Stimmrechte mindestens erfüllt.

4. Das Problem beim Anteilstausch mit mehreren Gesellschaftern

Ja, das funktioniert. Aber ich finde das nicht gut, weil dann haben Sie eine Spardose/ Holdinggesellschaften fungieren ja als Spardose/ mit ihrem Geschäftspartner zusammen und sie wollen ja irgendwann in den nächsten 10, 20, 30 oder 100 Jahre, solange wie sie die heutige GmbH nutzen werden, diese Investitionen selber bestimmen wollen; mit Ihrem Cash, in Ihrer persönlichen Holding.

Das heißt, wir müssen jetzt eine persönliche Holding für Sie und eine persönliche Holding für Ihren Geschäftspartner gründen. Die Holdings gehören jeweils zu 100 % Ihnen. Und unter dieser Holding, da befindet sich dann die GmbH. Das kann wie eben 60%/40% sein oder aber 50%/50%. Aber das Problem haben wir eben besprochen, dass wenn einer sein 50%-Anteil einbringt, ein anderer auch, dann geht das nur dann steuerneutral, wenn ich hier mindestens 51% habe. Und das funktioniert hier eben nicht.

Und jetzt sprechen wir in den nächsten zwei Minuten darüber, wie sie über einen Trick, das trotzdem steuerneutral hinbekommen.

5. Der Lösungsweg

Ausgangssituation ist also wir reden jetzt noch über einen Gesellschafter, ein Gesellschafter, der hat eine GmbH und an dieser GmbH ist er z.B. zu 50 %, also irgendwo 1% bis 50% beteiligt. Und jetzt gründet der Gesellschafter seine separate Holdinggesellschaft.

Und würde diese 50% in seine 100% gerne einbringen. Und das geht leider nicht steuerneutral, ja. Und jetzt gibt es einen Trick. Der Anteilstausch ist geregelt im Paragraphen 21. Wenn ich den Anteilstausch mache, klappt das nicht mit der Steuerneutralität. Ich muss in den § 20 UmwStG. Da muss ich rein/ wir gucken uns das mal gerade an.

5.1. Auszug aus § 21 UmwStG

Wird ein Betrieb, ein Teilbetrieb oder ein Mitunternehmeranteil in eine Kapitalgesellschaft eingebracht usw., dann geht das steuerneutral, egal wie viel Prozent ich beteiligt bin. Und in der Gestaltungsberatung denken wir nun drüber nach, wie komme ich in „Betrieb, Teilbetrieb oder Mitunternehmeranteil“? Jetzt fängt es leider an kompliziert zu werden.

5.2. Beteiligung als stiller Gesellschafter

Er beteiligt sich als atypisch stiller Gesellschafter. Als atypisch stiller Gesellschafter. Dann entsteht eine Mitunternehmerschaft. Eine Mitunternehmerschaft zwischen der GmbH und dem stillen Gesellschafter. Wir Steuerrechtler sagen, dass ist eine atypisch stille Gesellschaft; eine Mitunternehmerschaft ist.

Und schon ist das hier ein Mitunternehmeranteil und zu einem Mitunternehmeranteil gehören auch die Beteiligung an dieser GmbH. Das heißt, ich vergrößere den Mitunternehmeranteil um diese 50% GmbH-Anteil. Das ist sogenanntes Sonderbetriebsvermögen 2  für die Steuerrechtler unter ihnen: SBV II. Und dann sehen wir nicht mehr den GmbH-Anteil von 50%, sondern wir sehen jetzt diesen großen Mitunternehmeranteil. Das kann sein, dass der hier nur zu 1% beteiligt ist. Atypisch still spielt keine Rolle, sondern wir sehen jetzt die 1%-atypisch-stille Mitunternehmerschaft, wozu die 50% GmbH-Anteile gehören.

6. Lösungsweg durch Regelungslücke

Wenn Sie jetzt nicht Steuerberater sind, dann fragen Sie sich: „Was soll das?“ Das können Sie sich als nicht-Steuerberater in der Tat fragen. Das ist total skurril. Aber es hat eine steuerliche Lücke. Die nutzen wir jetzt. Und da merken Sie, das gehört zu einem großen Mitunternehmeranteil zusammen und ein Mitunternehmeranteil von einem Prozent plus 50% GmbH-Anteil, die unzertrennlich zusammengehören als sogenannte funktional wesentliche Betriebsgrundlage zählen als Mitunternehmeranteil. Und dann kann ich diesen kompletten Mitunternehmeranteil einbringen in meine Holding.

6.1. Einbringung nach § 20 UmwStG, statt § 21 UmwStG

Und diese Einbringung erfolgt ja nicht nach § 21 UmwStG, wo ich mindestens 51% der Stimmrechte brauche, sondern diese Einbringung erfolgt nach § 20 UmwStG, wo auch 1% zusammen mit 50% GmbH-Anteil reicht. Und danach sieht das kurz so aus, dass die GmbH sich hier drunter befindet mit 50%. Und jetzt ist sogar die  Holding atypisch still/ also atypisch still hier dran beteiligt mit 1%. Okay, das muss ich natürlich jetzt eine gewisse Zeit so fortführen.

6.2. Auflösung der atypisch stillen Beteiligung

Und nach einer gewissen Zeit kann ich diese atypisch stille Beteiligung, also diese Mitunternehmerschaft, dann auch wieder auflösen. Da gibt es keine Sperrfrist. Damit sollte ich jetzt nicht zu schnell agieren, sondern das eine oder andere Jahr abwarten. Dann löse ich das auf. Die Auflösung ist dann wieder Steuern neutral und schon habe ich meine GmbH über eine Gestaltung steuerneutral mit 50% oder weniger eingebracht in meine Holdingstruktur.

7. Der GmbH-Anteil als wesentliche Betriebsgrundlage

Die Steuerberater unter ihnen werden jetzt das System nachvollzogen haben und die werden sich jetzt die Frage stellen: Ist das wirklich so, dass eine GmbH Beteiligung eine funktional wesentliche Betriebsgrundlage dieser atypisch stillen Beteiligung ist?

7.1. Bestätigung der Rechtsauffassung durch OFD-Verfügungen

Ja, die Steuerberater unter ihnen gucken sich da bitte die OFD-Verfügung aus Frankfurt vom 23.10.2003 an. Dann gibt es noch eine OFD-Verfügung aus Frankfurt am Main vom 3.12.2015 und eine weitere OFD-Entscheidung von Nordrhein-Westfalen vom 21.06.2016.

7.2. Erläuterungen zu den OFD-Verfügungen

Da drin ist ganz klar beschrieben, dass bei atypisch stillen Beteiligungen die GmbH-Beteiligung eine funktional wesentliche Betriebsgrundlage ist und damit steuerneutral zusammen mit der atypisch stillen Beteiligung, auch wenn die nur 1% beträgt, steuerneutral mit eingebracht werden kann nach § 20 UmwStG. Interessante Gestaltung.

8. Abschluss und Fazit

Ich wollte Ihnen damit mitgeben, dass wenn es nach dem Gesetz nicht geht, dann gibt es trotzdem eine Gestaltung, die es trotzdem umsetzbar ist. Ja ist sehr aufwendig das zu machen/ brauchen wir nicht drüber reden. Aber es geht steuerneutral. Wenn Sie Fragen zu Umwandlungsvorgängen haben rufen Sie uns gerne an und vereinbaren einen Beratungstermin mit mir oder meinen Kollegen, Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern bei uns im Haus Köln/Bonn oder per Telefon und Videokonferenz. Wir stehen dafür gerne zur Verfügung.


Steuerberater für Umwandlungssteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung im Unternehmensteuerrecht spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltungsberatung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei Gewinnausschüttungen, Nutzung von Verlustvorträgen)
  2. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  3. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  4. Steueroptimierung bei Gewinnausschüttungen (Kapitalertragsteuer und Teileinkünfteverfahren)
  5. Steuervorteile der Immobilien-GmbH
  6. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
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Telefon-/ Videokonferenz

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J: Wir haben Ende Juni eine Reaktion hochgeladen bei YouTube, wo wir darauf reagiert haben, wie ein Auswanderer ausgewandert ist, aus Deutschland, sich quasi dauerhaft auf einer Weltreise befindet, und das wohl komplett steuerfrei geht. Galileo hat diesen Auswanderer begleitet und jetzt sind wir froh, dass wir den Auswanderer bei uns haben. Das ist Christoph Heuermann und den haben wir heute als Gast bei uns, ja, hier am Standort in Bonn.

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[Interview zwischen Herrn Prof. Dr. Christoph Juhn (im Folgenden: „J“) und Herrn Christoph Heuermann (im Folgenden: „H“) sowie Michael Wohlfart (im Folgenden: „W“)]

1. Einleitung: Video über den Auswanderer Christoph Heuermann

Ja, Christoph, schön, dass du hier in Bonn bist. Freut mich wirklich sehr. Wir haben ja schon das erste Video gemacht, (…) und da hat Galileo dich vor drei Jahren begleitet. Waren die dann mehrere Wochen bei dir? War das ein Tag? Waren das mehrere Länder wo die dich begleitet haben? Wie hat das denn damals so funktioniert?

H: Und das war damals so, wir hatten eine Vacation, Vacation ist quasi ein Urlaub von Unternehmern in Panama. Wir waren eine Woche in einer Villa im Osten von Panama und dort ist das Galileo Team hingekommen und hat uns gefilmt. Und ein kleiner Ausflug war später noch bei einem Seminar von mir in Frankfurt, Kronberg, hatten wir ein Seminar und da wurden auch kleinere Teile gefilmt. Aber der Großteil war eben in diesem, sag ich mal, Komplex in Panama.

J: Ach, spannend, spannend. Und wie sind die auf dich aufmerksam geworden?

H: Die sind damals auf mich aufmerksam geworden, weil sie eigentlich eine Dokumentation über Staatsbürgerschaften drehen wollten, wie Staatsbürgerschaft kaufen, und so weiter, sind über dieses Thema aber sag ich mal auf mein Blog aufmerksam geworden, was ja auch dort Thema ist und fanden dann meinen Lebensstil auch als recht attraktiv, um eine Dokumentation zu drehen.

2. StB Michael Wohlfart im Austausch mit Auswanderer Christoph Heuermann

J: Okay, super spannend. Und wir sind nicht zu zweit, sondern wir haben auch eine dritte Person dabei. Natürlich wieder Michael Wohlfart – Michael Wohlfart, der Spezialist für Auswanderung und Unternehmensverlagerung ins Ausland. Sag mal kurz, Michael, für den Fall, diejenigen, die den ersten Teil nicht kennen, was zeichnet dich aus? Und vielleicht woher kennt ihr beide euch? Ihr kennt euch auch schon.

W: Ja, also ich bin Michael Wohlfart. Ich bin Steuerberater und mein Schwerpunkt ist eben die Beratung von Unternehmern, die auswandern. Und ja, dadurch bin ich selbst auch natürlich viel weltweit unterwegs und auch immer wieder auf Konferenzen. Und Christoph habe ich eben auch im Citizen circle, haben wir uns kennengelernt und waren jetzt auch schon zweimal auf einer Konferenz zusammen. Wir haben uns schon letztes Jahr, es ist über ein Jahr her, glaube ich in Riga das erst mal kennengelernt, haben wir uns jetzt im Januar in Langkawi in Malaysia haben wir uns wieder getroffen. Also da ist immer ein reger Austausch. Und gerade wenn man so in dieser Community ein bisschen unterwegs ist – ich bin ja selber auch nach Zypern ausgewandert – dann tauscht man sich einfach regelmäßig aus und da kennt man sich einfach.

Und genau wir haben denk ich mal auch schon einige gemeinsame Mandanten, denen wir geholfen haben, weil es eben auch so ist, Christoph kennt sich wahnsinnig gut weltweit aus und kann sehr gut beraten, welche Setups wo, wie, für welche Geschäftsmodelle funktionieren. Ist ja auch ein Unterschied, ob du E-Commerce bist oder Dienstleister.

Und ich bilde dann so die deutsche Seite ab, weil Deutschland sich ja ganz viel hat einfallen lassen, auch immer noch mehr sich einfallen lässt. Ab nächsten Jahr gibt’s ja wieder Verschärfungen, Veränderungen, damit es nicht so einfach ist, mit einem erfolgreichen Unternehmen Deutschland zu verlassen.

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3. Wie Christoph Heuermann zum Auswanderer wurde

J: Okay, super. Wie bist du darauf gekommen? Wann bist du ausgewandert? (.) Wie hast du dieses unglaubliche viele Steuerwissen, was ja vielleicht nicht im deutschen Steuerrecht so tief ist, wie wir es haben, aber im internationalen Bereich, andere Steuerregime, die du wahrscheinlich viel besser kennst als wir? Wie hast du das angeeignet? Ging das über Wikipedia? Gibt’s dazu Bücher? Du hast auch selber Bücher geschrieben.

H: Ja, das ist ein Mix aus allem. Ja, ich hab vor knapp fünfeinhalb Jahren habe ich Deutschland verlassen, direkt nach dem Studium. Ich habe Politik, Verwaltungswissenschaften studiert. Also ging’s so ein bisschen in die Richtung, aber an sich fachfremd. Und habe mich allerdings schon schon während des Studiums sehr stark mit diesen ganzen Themen beschäftigt.

Dann hatte ich, sag ich mal, Bekannte getroffen, auf Konferenzen, die einen ähnlichen Lebensstil, wie ich ihn lebe. Ich hab das so ein bisschen als Nische für mich entdeckt.

Im englischsprachigen Bereich ist dieses Thema schon relativ groß gewesen immer. Das liegt daran, dass US-Staatsbürger nach ihrer Staatsbürgerschaft besteuert werden, egal wo sie leben. Und dann geht das für den Bereich US-Staatsbürgerschaft aufgeben und andere Wohnsitz, neue Firma gründen und so weiter.

Und ich habe gesehen, in Deutschland macht das eigentlich niemand. Da macht das zumindest niemand für irgendwie, ich sag mal, den kleineren Bürger; für Family Offices und Großunternehmen, klar. Aber ich dachte, das ist eine super Nische und, sage ich mal, nicht Geringverdiener, aber vielleicht mal geringer verdienende Menschen dabei zu helfen. Habe mich halt stark auf diesen Bereich, würde ich sagen, Einkommen 100.000 bis EUR 1.000.000 spezialisiert, um dort in Deutschland und auch weltweit den Leuten zu helfen, einfach freier zu leben.

4. Wie Christoph Heuermann internationales Steuerwissen erlangte

J: Spannend, spannend (..). Dann müsst ihr auch an dieses Wissen gekommen sein. Also Amerika knüpft an die Staatsbürgerschaft an, wir in Deutschland wir haben einen Wohnsitz, den gewöhnlichen Aufenthalt. Panama knüpft wieder an etwas ganz anderes an, Spanien wieder an was ganz anderes. Gibt’s da Länder, die du bevorzugt? Gibt’s Länder, wo du dich besonders gut auskennst? Hast du überall Anwälte, Steuerberater, mit denen du zusammenarbeitest?

H: Ich sag immer gerne, ich sage mal, kenne mich ich in allen Ländern zu 90 % aus und hab so für die restlichen 10 % immer meine lokalen Steuerberater, Anwälte und so weiter, die den Rest können. Während so der typische Steuerberater in der Regel sich nur mit einem, vielleicht mit zwei Ländern auskennt. Das ist halt teilweise in unserer globalisierten Welt zu wenig, weil du halt einfach da nicht den Überblick hast.

Und dann kommt ja noch hinzu, es geht ja längst nicht nur um die Steuern, wenn du im Ausland gründest. Wenn du jetzt irgendwie in Panama Unternehmen gründest, ist das vielleicht gut steuerlich, aber du kriegst keine Bankkonten mehr, du kannst irgendwie deine präferierten Kreditkartenanbieter nicht mehr nutzen. Du hast ganz andere Probleme. Da braucht man eher so einen holistischen Ansatz in meinen Augen.

5. Auswanderer Christoph Heuermann zahlt keine Steuern

J: Spannend, spannend. Und du selber zahlst wahrscheinlich gar keine Steuern? Du hast es hinbekommen, oder punktuell in Deutschland oder punktuell in Panama?

H: Ich zahle keine Steuern, nein. Ich bin ja damals, als ich Deutschland verlassen habe, war ich ein komplett unbeschriebenes Blatt. War nie irgendwie beim Finanzamt aufgetaucht, weiß gar nicht ob ich überhaupt eine Steuernummer habe, weil ich nie wirklich angestellt war in Deutschland, und zahle persönlich keine Steuern. Keine direkten Steuern muss man dazu sagen, weil Umsatzsteuer zahle ich natürlich schon, verkaufe auch Produkte nach Deutschland und die werden auch ganz normal umsatzversteuert.

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6. Worauf muss ein Auswanderer achten?

J: Ja, wir können ja so ein bisschen uns von den gedanklichen, die vierte Person hier im Raume vorstellen, die das gleiche machen möchte wie du. Und dann können wir mal ein bisschen fachsimpeln zu dritt und schauen was muss denn jetzt der Bürger, der morgen auswandern will, den du ja auch letztendlich berätst, worauf muss der achten?

6.1. Die einfachste Weise Auswanderer zu werden

6.1.1. Ohne steuerliche Anknüpfung an Deutschland bestehen keine Hürden beim Auswandern

Michael, ich würde das so sehen, dass der Bürger, der jetzt auswandern will, ähnlich wie Christoph, der noch nie irgendwo angestellt war und noch nie irgendwelche Einkünfte hat, im Zweifel noch nicht mal eine Steuernummer hat, der auch kein großes Vermögen aufgebaut hat, erst recht keine unternehmerische Aktivität hat, der kann seine Sachen packen und kann auswandern, kann hier alles abmelden und wegfahren.

6.1.2. Besteuerung von Angestellten mit hohem Gehalt beim Auswandern aus Österreich

W: Ja, sehe ich auch so, also wir wissen nicht, wie es in ein paar Jahren ist. Es gibt jetzt schon die ersten Länder – ich glaube in Österreich ist das nicht so einfach, wenn du ein hohes Anstellungsgehalt hast – auszuwandern. Aber in Deutschland ist es noch so. Man muss sich natürlich vielleicht noch genau die erweitert beschränkte Steuerpflicht anschauen. Aber wenn man kein Vermögen hat oder wenn man mobiles Vermögen in Deutschland hat, Geldvermögen, Gold, das kann man relativ leicht aus Deutschland abziehen und dann greift auch keine erweitert beschränkte Steuerpflicht mehr. Wobei das natürlich nicht sowieso ein großes Fragezeichen ist, ob die verfassungskonform ist und inwieweit die greifen könnte.

6.1.3. Hürden beim Auswandern in Deutschland

Also das können wir ja vor allem jetzt dann nochmal mit den betriebsstättenlosen Einkünften anschauen, weil das ist ja, glaub ich, auch eine große Frage.

Aber sonst ist auch in meinen Augen immer der beste Zeitpunkt auszuwandern ist vor der Gründung deines Unternehmens, weil so hast du noch relativ wenig Probleme in Deutschland.

Und auch schon ein Unternehmensswitch aus Deutschland ins Ausland ist oft nicht so einfach. Als Dienstleister ist das noch ganz gut möglich. Aber wenn du Produkte hast, wenn du Händler bist, wenn du auf Plattformen unterwegs bist, ist so eine Umstellung oft nicht ganz so einfach oder braucht einfach eine Zeit. Ist ein sehr hoher administrativer Aufwand. Deswegen das wäre der beste Zeitpunkt, das ist richtig.

6.2. Auswanderer aus Deutschland haben es im internationalen Vergleich relativ leicht

H: Im weltweiten Vergleich muss man auch sagen Deutsche und Österreicher haben es eigentlich relativ einfach. Es gibt die ganze Wegzugsbesteuerung, erweitert beschränkte Steuerpflicht. Aber wenn wir zum Beispiel vergleichen, ich habe auch viele Kunden aus Spanien, aus England, aus Frankreich, die müssen eigentlich immer, um aus der Steuerpflicht raus zu kommen, brauchen Sie ein Steuerzertifikat eines neuen Landes, wo sie tatsächlich steuerpflichtig sind. Das heißt eigentlich immer mindestens ein halbes Jahr irgendwo Leben.

Und in Deutschland und in Österreich kommt man aus der Sache generell raus, nach Abmeldung ohne dieses Steuerzertifikat vorzuweisen. Das braucht man eventuell, wenn man nach Deutschland zurückkommen will. Wenn man aber jetzt rein für die Abmeldung, Aufgabe des Lebensmittelpunkt, kann dann sogar temporär durchaus das komplett wohnsitzlose Modell klappen.

6.3. Wichtig für Auswanderer: den steuerlichen Wohnsitz aufgeben

J: (.) Und wichtig ist nur – haben wir im letzten letzten Video schon gesagt, Wohnsitzaufgabe – mit Wohnsitz meinen wir ja nicht melderechtlich den, da wo wir gemeldet sind, sondern steuerlicher Wohnsitz ist gemeint, nämlich da, wo hab ich einen Schlüssel. Also hab ich zu einer Wohnung in Deutschland ein Schlüssel: Ferienhaus, Haus der Eltern, was auch immer. Den Schlüssel muss ich abgeben. Und das andere ist der gewöhnliche Aufenthalt. Also für gewöhnlich darf ich nicht mehr in Deutschland sein. Wenn ich aus dem Urlaub zurück komme darf ich halt nicht gewöhnlich nach Deutschland zurückkommen. (.)

Du bist jetzt gerade auch in Deutschland. Aber nur zu Besuchszwecken und nur vorübergehend.

H: Genau. Ich war die letzten 5 Jahre im Durchschnitt 2, 3 Wochen in Deutschland. Ich habe hier keine Wohnung. Wenn ich hier bin, im Hotel oder bei Freunden oder mal bei den Eltern. Ich bin ja, sag ich mal, sind die anderen Anknüpfungspunkte, Ehefrau, minderjährige Kinder, die hier zur Schule gehen habe ich im Moment nicht. Aufenthalt, Zeit 183 Tage: auch deutlich weniger. Gibt natürlich ein paar andere Regelungen noch.

Ich hab mir damals, hast du ja gefragt, wie ich zu dem ganzen Wissen gekommen bin, ich hab natürlich die ganzen Gesetze auch durchgearbeitet, die öffentlich sind. Allein irgendwie die ganzen Kommentierungen, die ganzen Urteile zu § 8 und 9 Abgabenordnung, was sich da alles findet. Dann gibt’s da noch diese ganzen Anwendungserlässe der Bundesregierung zu den ganzen Themen. Das bietet doch schon sehr viel Stoff, um das Thema, sage ich mal, so wirklich zu verstehen.

J: Ja, das ist so. Also ich glaube mit einem allein über einen Paragraphen kannst du da schon wieder drei Doktorarbeiten theoretisch schreiben. (.) Ok.

6.4. Wie lange darf man sich als Auswanderer in Deutschland aufhalten?

Michael, so mal fachlich, raus, ausgewandert ist jetzt unser gedanklicher vierter Mandant, der hier mit im Raum ist oder mit in der Zoom-Konferenz und man kommt zurück für 2, 3 Wochen ist das ein Problem?

6.4.1. Definition zum gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland

W: Nein, sehe ich auch nicht, dass mit der 183 Tage-Regelung das steht ja noch nicht mal im Gesetz, steht ja im Gesetz mehr als 6 Monate, ist natürlich ein schwieriges Thema, weil das Finanzamt natürlich auch reininterpretieren könnte, dass kürzere Zeiträume eben funktionieren. Aber so alles unter 2 Monate dürfte in meinen Augen relativ unproblematisch sein. Wenn es dann drüber hinaus geht Richtung drei, vielleicht vier, man könnte ja theoretisch auch fünfeinhalb Monate in Deutschland sein. Ich empfehle es niemandem. Aber dann sollte man ein entsprechendes Gegengewicht auf der anderen Seite haben. Wenn du sechseinhalb Monate in Zypern oder auch in Panama oder in Frankreich oder sonst wo bist, dann kannst du auch fünfeinhalb Monate in Deutschland sein, weil dann kannst du keinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, weil es, gewöhnlicher Aufenthalt, geht nach dem Highlander-Prinzip: es kann nur einen geben! (.)

6.4.2. Vermeidung des gewöhnlichen Aufenthalts in Deutschland

Ich würde da aber nicht ausschließen, dass das Finanzamt nicht sagt, dein Lebensmittelpunkt ist trotzdem noch in Deutschland. Versuch das noch zu fingieren. Und im Abkommensrecht ist der Lebensmittelpunkt eben über ‚m gewöhnlichen Aufenthalt.

Also ich sag mal, so bis zwei Monate dürfte alles kein Problem sein. Auch gerne dann am Stück. Alles was darüber hinausgeht, muss man sich da einen Einzelfall eben sauber anschauen, ob man da eben weiter gehen kann.

Und letztendlich ist doch auch die Empfehlung: wenn du nicht mehr Steuern in Deutschland zahlen kannst/willst, dann hat es ja verschiedenste Hintergründe. Aber du nutzt ja letztlich auch die Infrastruktur nicht mehr. Und wenn du noch fünfeinhalb Monate oder vielleicht sogar noch einen Tag länger in Deutschland sein willst und dann aber trotzdem keine Steuern zahlen willst, das ist halt ein bisschen heikel. Also es widerspricht sich für mich so ein bisschen. Ich empfehle aber den ganz klaren Cut.

6.5. Auswanderer: Gegengewichte im Ausland, um der deutschen Steuerpflicht entgegenzuwirken

J: Ja, ja, und das Gegengewicht ist wichtig. (..) Hast du ein Gegengewicht? Ne, du bist einfach nur in vielen unterschiedlichen Ländern unterwegs?

H: Ich hab schon natürlich gewisse Gegengewichte, die mich dann auch noch teilweise abkommenstechnisch vor, sage ich mal, irgendwie deutschen Ansprüchen beschützen. Wohnungen, verschiedenen Ländern, jetzt nicht eine Hauptwohnung, würd ich sagen, aber schon Wohnungen in verschiedenen Ländern, auch Betriebsstätten für meine Firma. Das sind ja alles Themen, über die wir gleich vielleicht noch sprechen.

Und generell sage ich zu meinen Kunden das gleiche wie Michael. Es ist eben wichtig, sich wirklich von Deutschland zu trennen, nicht solche Dinge zu machen, ich kriege immer wieder die Frage, ja kann irgendwie meine Freundin meine Wohnung übernehmen und dann kann ich da trotzdem drin wohnen. Und (..) ja, was ist wenn ich mich nicht scheiden lassen will, können wir offiziell getrennt leben. Und das mag alles klappen, für eine gewisse Zeit, vielleicht auch für immer, aber ist halt immer ein gewisses Risiko mit dabei.

6.6. Konsequenzen für den Auswanderer, wenn doch eine Steuerpflicht bestehen sollte

J: Ich glaub, man muss unterscheiden zwei Stufen. Erste Stufe: findet das Finanzamt das raus? Und zweite Stufe: bin ich Steuerhinterzieher? Weil, auch wenn das Finanzamt das nicht rausfindet, kann ja trotzdem sein, dass ich Steuerhinterzieher bin und dann hab ich in 10 Jahren das Problem, dass ich vielleicht rückwirkend eine Selbstanzeige abgeben muss oder so rückwirkend sogar ins Gefängnis komme, gedanklich.

H: Und was vielleicht wichtig ist etwas, was Michael gesagt hat, sind halt die zusammenhängende Aufenthalte. Ich sag den Kunden immer gerne, wenn du, wenn du jetzt jedes Wochenende in Deutschland bist, und die ganze Woche woanders, dann bist du ja nur irgendwie 104 Tage im Jahr, oder sagen wir 156 Tage im Jahr in Deutschland; weniger als 183 Tage. Aber du bist halt jede Woche erneut da und das ist doch schon ein klares Indiz für den Lebensmittelpunkt. Deshalb sollte man, denke ich, immer so mindestens drei Wochen, eher einen Monat Zeit lassen, bevor man dann wieder in Deutschland ist.

6.7. Beispiel für ein Setup von Auswanderer Christoph Heuermann

J: Definitiv. Definitiv. Darf ich fragen, wie du deine Struktur aufgesetzt hast? Redest du da drüber, oder?

H: Bin da ganz offen, ist ganz transparent. Es gibt natürlich da auch verschiedenste, sag ich mal, Ebenen. Es gehört ja also ein bisschen auch zum Hobby, also zumindest für mich, dann einfach Wohnsitze, Firmen, Bankkonten zu sammeln. Und ja, bei mir hat sich das natürlich auch schrittweise entwickelt. Ich habe mit einigen Sachen auch rum experimentiert, mache ich immer noch. Ich gründe hin und wieder mal eine Firma, einfach um zu schauen: funktioniert das, kriegt man dafür gute Bankkonten, Zahlungsdienstleister und so weiter?

Mein derzeitiges Setup ist eigentlich relativ einfach. Das ist über eine US-Firma, eine amerikanische Limited Liability Company, die dann eben mit meinen Wohnsitzen zusammenwirkt. Ich habe einen offiziell angemeldeten Wohnsitz in Panama, in Paraguay und in Thailand. Thailand besteht auch eine Wohnung. Thailand hat ja auch ein DBA mit Deutschland. Gut ich bin jetzt natürlich nicht irgendwie 183 Tage in Thailand, um dort irgendwie ein Steuerzertifikat zu haben, das zu nutzen. Aber an sich ist dieses Setup halt sehr schön, weil USA hat einen relativ guten Ruf. Es ist halt kein Panama oder keine Offshore Oase, nur ist es an sich die größte Steueroase der Welt mittlerweile.

Aber das schöne an diesen LLCs ist: Personengesellschaften. Im ganzen britischen Rechtsraum sind Personengesellschaften quasi immer dort besteuert, wo der Gesellschafter-Inhaber seinen Wohnsitz hat. Da gibt es keine beschränkte Steuerpflicht. Nämlich wenn ich eine KG in Deutschland habe und in Panama lebe, zahle ich trotzdem deutsche Einkommenssteuer. Bei einer englischen, britischen, irischen, US-amerikanischen Personengesellschaft habe ich das nicht. Das heißt, wenn ich das mit einem Wohnsitz kombiniere, wo ich selbst keine Steuern zahle (Panama, Paraguay, Thailand), da ist das Auslandseinkommen steuerfrei, dann ist eben diese LLC auch komplett steuerfrei.

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7. Warum die US-LLC für Auswanderer so attraktiv ist

7.1. LLC – Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft?

J: Also Michael, eine Limited Liability Company, also eine LLC in Amerika, die kann ich ja über das Check-the-box-Verfahren wie eine Kapitalgesellschaft besteuern lassen oder wie eine Personengesellschaft. Jetzt hast du die Personengesellschaft gewählt in Amerika.

H: Ja, es ist so, in den USA gibt es diese Bezeichnung für LLCs namens disregarded entity. Eine disregarded entity ist quasi eine LLC, die quasi für Steuerzwecke des IRS, der Steuerbehörde, quasi gar nicht da ist. Diese disregarded entity können eben nur Ausländer haben, die 100 % als natürliche Person privat an dieser LLC beteiligt sind.

Wenn das jetzt so ist, dass du da mit einer Körperschaft reingehst, geht das, aber es geht auch weiterhin steuerfrei, wenn deine Kunden nicht in den USA sind. Das heißt mit einer LLC kannst du auch US-Kunden – ich habe US-Kunden – ich kann die steuerfrei über die LLC abwickeln, aber nur dann, wenn ich als einzige natürliche Person in dieser LLC drin bin. Das ist ganz wichtig.

J: Weil die Personengesellschaft immer nur da besteuert wird. Wir Steuerrechtler nennen das Betriebsstätte. Bist du bei mir, Michael, dass wir über Betriebsstätten reden? Und die Betriebsstätte ist dann da, wo du deinen Wohnsitz hast? Thailand wahrscheinlich?

H: Genau. Was viele nicht verstehen bei dieser LLC, ist – es ist das ist ja ein amerikanisches Unternehmen, sind irgendwie in Amerika steuerpflichtig und das ist bei diesen Formularen dann oft ein großer Wirrwarr, wenn man die ausfüllen muss, diese W8, W9 Formel in Amerika – die LLC ist eben nicht in den USA steuerpflichtig. Sie ist dort steuerpflichtig, wo der Inhaber seinen Wohnsitz hat.

J: Ja. (..) Michael, funktioniert, ne?

7.2. Steuerfreie LLC im Ausland nur mit einer Betriebsstätte möglich

7.2.1. Ort des Wohnsitzes als Betriebsstätte

W: Wenn er eine Betriebsstätte hat. Und das ist halt eben die ganz große Frage. Also zum einen, ich glaube, man kann da jetzt nochmal drüber streiten, ob das bei diesen Perpetual Travelern funktioniert, die einfach nirgendwo einen Wohnsitz haben und eine Ansässigkeit. Ich würde jetzt schon davon ausgehen, dass es gehen könnte. Ich würde aber nicht meine Hände dafür ins Feuer legen, weil ich würde mir halt die Frage stellen: ja, wir haben auch BFH-Urteile, die sagen, wenn derjenige einen Wohnsitz hat und nirgendwo sonst eine Betriebsstätte, dann ist der Ort der Leitung zumindest an dem Wohnsitz.

7.2.2. Mögliche Sicht der Finanzbehörde

Nur was sind die Hürden, dass das Finanzamt das anerkennt? Und dann sind wir ja wieder mit indem was du auch gesagt hast: was findet das Finanzamt raus und dann auch wie beurteilt es das dann? Und ist es dann halt eventuell doch irgendwie Steuerhinterziehung, was auch immer? Also es ist ja wirklich die Frage, erkennt das Finanzamt das an? Und wenn, ich bin jetzt kein Fan davon zu sagen, ich hab einen Mietvertrag in Panama, ich dürfte da aber noch nicht einmal wohnen, weil ich, weil die Wohnung gar nicht zugänglich ist, weil warum auch immer, vielleicht gibt’s die gar nicht. Da ist aber noch irgendwo Stromzähler, damit ich meinen electricity bill habe für Bankkontoeröffnung und so weiter. Im Zweifelsfall, würde ich jetzt mal in den Raum werfen, ob man das wirklich als Betriebsstätte anerkennen kann beziehungsweise als Wohnsitz, aus dem sich die Betriebsstätte ableitet.

7.2.3. Bedeutung der Substanz im Ausland

Das wäre so ein bisschen, (.) also ich würde es als deutscher Steuerberater jetzt nicht empfehlen; aus dem Punkt. Ich würde aber noch viel weniger empfehlen, das ganze als Perpetual Traveler zu machen. Und wenn man jetzt wie der Christoph aber sagt: „Ich hab in USA möglicherweise ein Büro, dann hab ich eben noch drei Wohnsitze.“ Es ist schon viel Material, wo das Finanzamt dann erst mal widerlegen müsste. Also es ist schon einiges an Substanz da.

7.3. Fragwürdiges LLC-Modell: Perpetual Traveler haben meist keine Substanz aufgebaut

Die meisten Perpetual Traveler, die eben eine US-LLC haben, die haben halt Null, die haben nichts, die haben keine Substanz. Und da ist es natürlich fürs Finanzamt ein bisschen einfacher zu widerlegen. Wobei, da könnte man sich ja auch wieder streiten, die Rechtsfolgen, die man als Finanzbeamter reininterpretieren würde, denen ich jetzt nicht unbedingt zustimmen würde, ob die wirklich auch dann greifen. Also, ob das dann trotz allem eine Besteuerung in Deutschland auslöst.

7.4. Mit Wohnsitz im Ausland können Auswanderer das LLC-Modell nutzen

J: Aber (.) der erste Gedanke, das ich die LLC habe und dann sagen wir mal in Thailand Vollzeit tätig oder Vollzeit wohne und dann nur in Thailand Steuern zahle.

W: (..) Wenn ich 190 Tage in Thailand bin, dann ist es auch absolut legitim.

J: Und dann zahle ich da keine Steuern?

H: Genau, ich meine, es gibt viele Länder. Das würde ja auch mit Panama klappen. Es muss ja nicht mal zwingend ein DBA geben, wenn wir irgendwie mehr als ein halbes Jahr irgendwo leben, wo wir beim Auslandseinkommen steuerfrei sind. Das kommt natürlich auch wieder sehr stark aufs System an. Die lateinamerikanischen Länder, zum Beispiel Panama, Costa Rica, sind da eher locker. Die zielen rein quasi auf das Land des Einkommens ab. Also wenn das Einkommen nicht von einem Panama-Kunden kommt, dann ist es quasi steuerfrei.

In Asien sind die Länder, ja auch Singapur und so weiter, mit Territorialbesteuerung. Aber es ist dann eben schon deutlich strenger. Da wird eher auf den Ort der Tätigkeit abgezielt. Das heißt, wenn wir vor Ort arbeiten, um dieses Auslandseinkommen zu generieren, wird es trotzdem als Inlandseinkommen betrachtet. Da muss man aufpassen und teilweise gibt’s eben diese Territorialbesteuerung, da ist das Einkommen ist steuerfrei auf privater Ebene. Teils geht’s ja auch auf Firmenebene, aber nicht auf beiden Ebenen. Da muss man mal ganz genau aufpassen ob sich das eignet.

Und jetzt zu mir persönlich. Ich hab natürlich meine Betriebsstätte in Florida. Wir haben dort ein Büro. Ich habe dort eine Mitarbeiterin. Wir gründen ja auch LLCs für andere Leute. Und dementsprechend haben wir eigentlich diese typische Substanz vor Ort gegeben.

7.5. Wann ist man als Auswanderer mit einer LLC in den USA steuerpflichtig?

J: Aber wenn du doch von der LLC eine Betriebsstätte in Florida hast, dann bist du steuerpflichtig in Florida.

H: Jein. Du bist steuerpflichtig auf US-Einkommen, aber auf nicht US-Einkommen bist du nicht steuerpflichtig

J: Mit dem Einkommen was du mit deiner Betriebsstätte in Thailand oder Panama machst, bist nur steuerpflichtig in den Ländern.

H: Genau.

W: Also bei dem Thema US-LLC finde ich halt immer ganz schwierig, wenn wir eben keinen Wohnsitz haben und ein bisschen Substanz, wenn wir eben sagen können, wir haben da eigentlich eine Betriebsstätte in Florida oder wir haben einen Wohnsitz in Panama, dann haben wir ja schon was, was wir dem Finanzamt nachweisen können. Und dann kann man eventuell, muss man sich mit dem Finanzamt diskutieren, ob das jetzt angemessen ist.

7.6. Wann ist man als Auswanderer mit einer LLC in Deutschland steuerpflichtig?

7.6.1. Digitale Unternehmer können keine Substanz vorweisen

Aber es gibt auch noch einige digitale Unternehmer, die eindeutig nichts haben und also die derartiges auch nicht bestreiten würden. Und ich sehe da halt zwei große Knackpunkte, die einfach ganz schwer zu beurteilen sind, weil wir einfach keine Urteile dazu haben. Es kann einem wahrscheinlich aktuell niemand in Deutschland abschließend beantworten, und das eine ist einfach die erweiterte, beschränkte Steuerpflicht, betriebsstättenlose Einkünfte das steht im Gesetz. Ob das Gesetz jetzt konform ist, lassen wir jetzt mal dahingestellt.

7.6.2. Lauert eine beschränkte Steuerpflicht in Deutschland?

Und der zweite Punkt ist halt: beschränkt steuerpflichtige Einkünfte. Wenn wir davon ausgehen, dass die Betriebsstätte zumindest immer da sein sollte, wo der Ort der Leitung ist. Ob man da dann noch eine Ständigkeit, also eine gewisse Dauer dran knüpfen müsste, ist nochmal dahingestellt. Aber dann könnten wir über diese beiden Wege, könnte zumindest ein Finanzbeamter, eine Steuerpflicht in Deutschland unterstellen. Und, wie gesagt, ich glaube, wir können es aktuell nicht abschließend beurteilen. Aber man sollte es zumindest wissen, wenn man eine US-LLC hat, wenn man sonst Setup macht, damit man im Zweifelsfall richtig antwortet, richtig reagieren kann.

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8. Bedeutung der Betriebsstätte für die beschränkte Steuerpflicht

J: Also Betriebsstätte, 12 Abgabenordnung. Betriebsstätte ist jede feste Geschäftseinrichtung oder Anlage, die der Tätigkeit des Unternehmens dient. Also dafür brauche schon, ich sag mal, so ein Gebäude, ja, oder zumindest mal (…) einen Wohnwagen der bisschen fester im Boden verankert ist. Wobei fest bedeutet nicht fest verankert, sondern fest bedeutet auf Dauer gesehen. Aber dann kommt es doch: als Betriebsstätte ist insbesondere anzusehen, hier im § 12 Satz 2 Nummer 1, die Stätte der Geschäftsleitung. Und Christoph wird doch irgendwo seine geschäftlichen Entscheidungen treffen. Und da hat er dann die Betriebsstätte.

W: Genau. (…) Der BFH sagt, im Zweifelsfall ist diese Stätte der Geschäftsleitung am Wohnsitz. Da gab es ein Urteil zu. Das war ein Berufssportler. Der war in einem Niedrigsteuerland. Der hatte aber einen festen Wohnsitz, wo er… Aber da steht nichts im Urteil über eine Dauerhaftigkeit, über eine Ständigkeit. Ist es ein Wohnsitz? Also wir können ja auch gerne mal einfach das deutsche Steuerrecht anlegen, und das ist, was Wohnsitz betrifft, die eigentlich relativ sehr nachteilig, gerade für jemanden, der halt nur mal in Deutschland ist. Es reicht eben der Schlüssel zu einer Wohnung. Du musst im Zweifelsfall nicht einen einzigen Tag im Jahr in Deutschland sein und du hast einen Wohnsitz, du bist unbeschränkt steuerpflichtig. Reicht es dann auch aus, wenn wir in Panama das gleiche Setup haben, fünf Tage im Jahr in Panama sind, eine Wohnung haben, Schlüssel haben? Ist es dann ein Wohnsitz? Akzeptiert es das Finanzamt?

9. Bedeutung der Betriebstätte im Rahmen der Doppelbesteuerungsabkommen

J: Es ist jetzt eine Geschichte zwischen Amerika und Panama. Sind wir tendenziell eher raus.

H: Ja, es kommt natürlich immer sehr stark auf die Länderkombination an. Eine sehr große Rolle spielen ja auch die Doppelbesteuerungsabkommen, wenn man dann wie die Tiebreaker Wulfs haben, wo dann einfach geprüft wird, wo man tatsächlich steuerpflichtig ist, wo dann erst, die erste Regel ist ja der der Wohnsitz oder die Hauptwohnung. Und wenn wir dann irgendwie die Hauptwohnung in Thailand haben und eben keine Wohnung in Deutschland, es gibt eben dieses DBA Thailand-Deutschland, dann gibt’s eigentlich in meinen Augen keinen Diskussionsbedarf.

Und diese, diese Doppelbesteuerungsabkommen, sag ich mal, Sache ist ja auch für die Betriebsstätte sehr relevant. Naja, also wenn wir DBA-Schutz haben – das ist bei einer LLC natürlich schwierig, das stimmt – aber bei anderen anderen Unternehmen. Es gibt ja durchaus gerade wenn wir irgendwie in der EU ein vernünftiges Unternehmen gründen, kleines Büro, haben wir einen DBA, können das nutzen und da ist die Betriebsstätte auch deutlich großzügiger definiert, wenn wir DBA-Schutz haben, als eben das, was in der Abgabenordnung steht.

J: Ja, ja. Spannend.

10. Beschränkte Steuerpflicht – Quintessenz für Perpetual Traveler

10.1. Der Begriff der fest eingerichteten Betriebsstätte

W: Was ist die Quintessenz? Wenn wir jetzt Perpetual Traveler sind, keinen Wohnsitz haben, haben wir eine Betriebsstätte? Weil wenn wir jetzt sagen, er hat auf keinen Fall irgendwo eine Betriebsstätte, weil er halt, wenn wir jetzt mal davon ausgehen, er ist jeden Monat in einem anderen Land, und wir gehen davon aus, es reicht nicht davon aus, einen Wohnsitz zu sein, es reicht ja auch nicht davon aus, um diese Ständigkeit zu haben, die für zumindest für eine Ort der Leitung auch vorhanden sein müsste. Möglicherweise kann man jetzt nicht sagen, was da für eine Beständigkeit ausreichend ist. Dann hätte jetzt, gehen wir einfach mal davon aus, er hat keine Betriebsstätte, nirgendwo in der Welt. Dann sind wir ja in § 2 AStG, erweitert beschränkte Steuerpflicht.

10.2. Wann die erweitert beschränkte Steuerpflicht greift

J: Ja. (.) Also, hab ich ausländische Einkünfte aus Panama oder aus Thailand, weil ich da meinen Ort der Geschäftsleitung habe mit einer Betriebsstätte, muss ich die Gewinne dort versteuern. Wenn ich das nicht habe, weil ich wirklich mit einem Boot ständig um den Äquator fahre, dann hab ich keine Betriebsstätte und dann hab ich in keinem Land Einkünfte. Aus deutscher Sicht sind das dann keine ausländischen, weil es sind ja in keinem Land Einkünfte, und deutsche sind es auch nicht.

Und für den Fall greift dann genau dieser § 2 Außensteuergesetz, die (.) erweitert beschränkte Steuerpflicht, die nun sagt: es gibt die inländischen Einkünfte, es gibt die ausländischen Einkünfte. Wir haben aber weder noch. Es scheint was dazwischen zu geben und mit denen bin ich dann steuerpflichtig. Auch nur, wenn ich vorher lange Deutscher war, zehn Jahre, und nur eine gewisse Zeit danach. Nur zehn Jahre, ich glaube, zehn Jahre nach der Auswanderung.

H: Wesentlich ist ja erst nur, dass diese erweitert beschränkte Steuerpflicht überhaupt greifen muss. Natürlich tut das das für die meisten Unternehmer, aber gerade, ich habe durchaus viele Kunden, wo eigentlich diese erweitert beschränkte Steuerpflicht gar nicht wirklich greift, weil sie halt unter diesen gewissen Einkommenssatz beim Vermögenslevel liegen beziehungsweise ihr Einkommen, sag ich mal, das definierte Einkommen gar nicht deutsch ist.

10.3. Bedingung zur erweitert beschränkten Steuerpflicht in Deutschland

J: Ja, also man muss da ja dann noch wesentliche wirtschaftliche Interessen im Inland haben. Ja. Und ich bin im § 2 Absatz 2 Außensteuergesetz, hab ich dann, wenn ich in Deutschland – (..) wo bin ich hier, ne, 2 Absatz 3 – noch deutsche GmbHs habe oder deutschen Grundbesitz hab oder deutsche GmbH & Co. KGs hab und mehr als 30 % des Gesamtvermögens ist oder 154.000 Wert in Deutschland übersteigt und, oder ich in Deutschland mehr als 30 % meiner Einkünfte habe oder meine deutschen Einkünfte mehr als 30 % sind, dann, also immer so ein fixer Wert und zusätzlich oder 30 %, je nachdem; das höhere zählt dann. Und wenn ich diese deutschen inländischen Einkünfte nicht habe, dann bin ich auch nicht weiter beschränkt steuerpflichtig, Michael.

10.4. Möglicher Ansatz der Finanzverwaltung zur Begründung einer erweitert beschränkten Steuerpflicht

W: Wenn ich jetzt ein sehr gewiefter Finanzbeamter bin und das ist, ich konnte es bisher in meiner Studie in Kommentaren und weiß nicht mit wieviel ich mich auch mit dem Thema schon beschäftigt hab, bisher nicht abschließend ausschließen. Wenn ich ein gewiefter Finanzbeamter bin, dann kann ich entweder unterstellen: Ja, durch diese erweiterte beschränkte Steuerpflicht gehen wir ja davon aus, und es steht ja hier auch entsprechend drin, dass du eine Stätte der Geschäftsleitung in Deutschland hast. Eine Geschäftsleitungsbetriebsstätte steht sogar drin. Wenn ich eine Betriebsstätte habe, bin ich aber auch Unternehmer. Dann hab ich Inlandsinteressen. Wenn ich eine Betriebsstätte hab, hab ich beschränkt steuerpflichtige Einkünfte zumindest, oder erweitert beschränkt steuerpflichtige Einkünfte, die könnte man auch in die Nr.3 packen und sagen mehr als 30 % der erst Einkünfte und Einkünfte ist in der Form zu verstehen, dass es beschränkt steuerpflichtige Einkünfte sind.

Also ich könnte ihm über 1 Nr. 1 und 3 die wesentlichen Interessen unterstellen. Man kann jetzt streiten, ob jetzt welche Anknüpfungspunkt zuerst greifen muss, aber der eine, Geschäftsleitungsbetriebsstätte, steht in Absatz 1, wenn wir die annehmen, dann können wir auch in Absatz 3 annehmen, dass er wesentliche Inlandsinteressen hat.

10.5. Standpunkt eines Steuerberaters zur erweitert beschränkten Steuerpflicht in Deutschland

10.5.1. Es gibt keine betriebsstättenlose Einkünfte zur erweitert beschränkten Steuerpflicht

Das wäre, wenn ich Finanzbeamter wär, meine Herangehensweise.

Ich bin Steuerberater. Ich gehe davon aus, dass wir immer irgendwo in der Welt eine Betriebsstätte haben und niemals die erweitert beschränkte Steuerpflicht greifen kann. Das ist meine Argumentation. Dieses BFH-Urteil, und da bin ich jetzt nicht absolut sattelfest, ist meiner Ansicht nach aus 2007. Dieser Satz mit der Geschäftsleitungsbetriebsstätte ist 2009 ins Gesetz gekommen. Man müsste den mal wieder wegklagen. (Gelächter)

10.5.2. Praxiserfahrung mit der erweitert beschränkten Steuerpflicht

H: Ja, also ich meine, das deckt sich mit meiner Erfahrung. Ich habe schon sehr viele, sagen wir 600, 700 deutsche Unternehmer betreut bei der Auswanderung, die alle formell unter die erweitert beschränkte Steuerpflicht gefallen werden. Hab so bis heute noch von keinem einzigen Problem gehört. Auch natürlich, weil die meisten eine Betriebsstätte haben, dass sie das haben, was Michel jetzt angesprochen hat.

Und ich habe eher, sage ich mal, es gab Fälle, da schauen sie eher hin, wenn es dann um Erbschaft-, Schenkungssteuer geht, ja die auch davon erfasst ist. Was natürlich auch sehr relevant ist, eben die Sache diese erweitert beschränkte Steuerpflicht ist ja nur an die Staatsbürgerschaft geknüpft. Wenn hier jetzt ein Österreicher in Deutschland lebt, hat er damit gar nichts zu tun. Und das spielt jetzt natürlich auch in meinem Themenbereich mit hinein: zweite Staatsbürgerschaft, die man sich ja auch durchaus kaufen kann. Kauft man sich irgendwie ein Karibik-Pass für 150.000 Dollar, fällt der Deutsche automatisch weg. So kommen wir natürlich auch aus der Sache hinaus, wenn wir das wirklich machen wollen.

J: Eine der ganz wenigen Normen im deutschen Steuerrecht, die an die Staatsbürgerschaft anknüpft, ne? Ja.

Okay und berätst du die? Also du hast gesagt, 600 bis 700 ist total viel. Berätst du die dahingehend, dass sie den 2 AStG vermeiden können? Oder ist das ein ernsthaftes Problem oder ist es einfach in der Praxis, ist es ein theoretisches Problem, und in der Praxis kommt es ja wirklich einfach gar nicht vor?

10.5.3. Erweitert beschränkte Steuerpflicht in der Praxis kaum relevant

H: Also in meinen Augen ist es vor allem ein theoretisches Problem. Es gibt ja auch Zweifel, bestätigt mich, an der EU-Rechtskonformität und so weiter. Und ich denke, es ist für die Finanzbehörden durchaus interessant, aber eben dann auch erst ab höheren Summen das wirklich zu verfolgen und durchzusetzen. Und wenn da jemand irgendwie mit, was weiß ich, EUR 50.000 oder EUR 100.000 Einkommen auswandert, dann lohnt sich das den Aufwand nicht.

10.5.4. Erweitert beschränkte Steuerpflicht nur bei Drittstaaten ohne DBA relevant?

W: Der 2 AStG ist ja super Komplex. Es ist ein komplexer Paragraph. Selbst in der Kommentierung steht, glaub ich, drin, den versteht kaum jemand in Deutschland, versteht kaum jemand beim Finanzamt und wir können drüber streiten, ob er konform ist mit höheren Rechtslagen. Und (.) eigentlich ist das AStG ein Treaty Override. Aber eigentlich die Literatur sagt auch wenn DBA besteht, dann ist es wieder, dann ist es eigentlich höher als das AStG. Also der 2 AStG dürfte niemals greifen, wenn wir DBAs haben. Der ist eigentlich primär relevant für nicht DBA Länder.

Das Problem bei Perpetual Travelern ist eben, die sind halt nirgendwo ansässig und das ist (.) für mich ist das Ansässigkeitszertifikat neben auch dem Rückzug nach Deutschland vielleicht irgendwann mal, aber viel mehr ist es für mich dann wichtig, wenn man eben auf ein DBA angewiesen ist. Vor allem weil man halt klassische beschränkt steuerpflichtige Einkünfte hat; Gehalt und solche Sachen. Dann ist es schon sinnvoll teilweise ein Ansässigkeitszertifikat zu haben.

Also (.) meiner Meinung nach, ich weiß nicht, ob ihr mich anschließt, sehe ich den die betriebstättenlosen Einkünfte nicht als relevant, weil ich der Meinung bin, dass es sie nicht gibt. Es gibt halt auch Urteile dazu, die haben mal zu zugrunde gelegt, dass wir einen Wohnsitz haben. Wohnsitz ist einfach immer da. Die einzige Frage, die man sich halt noch stellen müsste, ist dann dort eine Betriebsstätte, wo derjenige sich für eine Woche, einen Monat oder vielleicht auch nur einen Tag aufhält? Stätte, der Ort Geschäftsleitung, also quasi eine wandernde Betriebsstätte als einzige Betriebsstätte. Das wäre für mich aber dann die Konsequenz, die ich dann daraus ableiten müsste, wenn ich die betriebsstättenlosen Einkünfte verneinen würde. Aber da bin ich, wie gesagt, auch gerne eure Meinungen, folgt ihr dem, keine betriebsstättenlosen Einkünften, aber was passiert da?

10.5.5. Ort der Geschäftsleitung ist eine Betriebsstätte

J: Also mit der (.), das ich überall für eine paar Wochen einen Betriebsstätte habe, das glaube ich zumindest nach neudeutschem Verständnis von 12 Abgabenordnung nicht, weil das Wort fest bedeutet eben nicht einen festen Raum, sondern für eine gewisse feste Zeit, also mindestens ein halbes Jahr steht in der Kommentierung. Also wenn ich überall drei Wochen bin, habe ich dort meines Erachtens keine Betriebsstätte im deutschen Sinne. Aber der Ort der Geschäftsleitung, das sehe ich schon, dass das eigentlich immer eine Betriebsstätte sein muss. Weil, das steht insbesondere im Gesetz und nicht das Wort fest. Aber um Gottes Wille, da kann man auch nochmal wieder eine Doktorarbeit zu schreiben. Oder hast du dazu eine Meinung?

10.5.6. Beschränkte Steuerpflicht: Auswirkungen auf bestimmte Berufsgruppen

H: Ja, es ist sicherlich diskussionswürdig. Ich persönlich denke aber, beschränkte Steuerpflicht ist auch relativ klar im Gesetz definieren. Und es gibt ja durchaus einige Berufsgruppen, die da aufpassen müssen. Ich hab zum Beispiel öfters Fotografen, ich weiß Shootings, wo du irgendwie Foto-Shooting in Deutschland hast, dann fällt das unter die beschränkte Steuerpflicht. Wenn du irgendwie deinen Kunden Videobearbeitung auf die Rechnung packst fällt das wiederum nicht unter die beschränkte Steuerpflicht und das dann vielleicht auch ein bisschen Gestaltungsmaßnahmen.

Persönlich glaube ich aber, dass du durchaus auch in Deutschland beim Kunden arbeiten kannst und das steuerfrei vereinnahmen kannst, solange du dich halt an die 183 Tage und die anderen Dinge hältst, die wir eben diskutiert haben.

J: Aber man muss halt die beschränkte Steuerpflicht, auch wenn ich alles im Ausland habe, wo ich die Rechnung nach Deutschland schreiben. Dann muss ich ja die beschränkte Steuerpflicht wirklich geschickt umgehen, nicht umgehen, sondern das Modell so gestalten, dass es funktioniert.

H: Genau, da gehen natürlich, dann auch wieder andere Sachen eine Rolle, ob Rechnungen überhaupt anerkannt werden, wenn wir irgendwie mit einer Briefkastenfirma anonym in Panama deutsche Kunden abrechnen. Erstens, wollen die wahrscheinlich nichts mit zu tun haben. Und zweitens, wird das einfach nicht als Betriebskosten geltend gemacht, sind alles diese Aspekte, die man natürlich zusätzlich noch beachten muss.

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11. 3 Tipps für Auswanderer

11.1. Erster Tipp: Besteuerung der US-LLC vermeiden

J: Ja, verstehe. Ja, dann würde ich jetzt vorschlagen, wir werfen alle nochmal jeder einen Tipp von uns drei in die Runde, wie man so eine LLC so ausgestalten kann mit ausländischer Betriebsstätte, dass sie auch steuerlich anerkannt wird. Christoph willst du einmal anfangen, wie würdest du es gestalten?

H: Ja, ich würde mich erst einmal fragen, ob ich überhaupt unter diese erweitert beschränkte Steuerpflicht falle oder, sage ich mal, nennenswertes Einkommen habe, was nicht, nicht irgendwie bagatellisiert wird. Das sind dann schon sechsstellige Beträge; höhere wahrscheinlich sogar in meinen Augen. In diesem Fall lohnt es sich dann ja auch mehr, als aus, sage ich mal, ein rechtssicheres Setup zu schaffen, indem wir eben eine Betriebsstätte schaffen.

Man muss ja mal ein bisschen schauen. Sobald wir eine Betriebsstätte mit der US-LLC haben in den USA, schützt uns das sicherlich vor der erweitert beschränkten Steuerpflicht, macht uns aber eben auf US-Source-Einkommen dann steuerpflichtig. Und das heißt, mit US-Kunden ist es dann nicht so eine gute Variante. Wir können das eventuell aber trotzdem machen, wenn wir US-Kunden haben, wenn wir das wiederum an unserem Wohnsitz machen. Wenn wir jetzt zum Beispiel irgendwie 183 Tage leben in Thailand oder in Panama oder in einem anderem Land, was das Auslandseinkommenssteuer freistellt, dort leben, dann die LLC nutzen vor Ort dann wiederum über ein Wohnsitz-Steuerzertifikat haben, dann können wir auch US-Kunden quasi steuerfrei mit dieser LLC verarzten. Das sind so die beiden Kombinationen, die ich mir vorstellen könnte.

11.2. Zweiter Tipp: Substanz im Ausland schützt vor der Besteuerung in Deutschland

J: Michael magst du ergänzen?

W: Die Schwierigkeit ist ja jetzt, die Beurteilung als deutscher Steuerberater abzugeben und eine Empfehlung abzugeben. Als deutscher Steuerberater, wenn du was schriftlich sogar von mir wollen würdest, dann würde ich sagen, die US-LLC sehe ich nur dann als rechtssicher an, wenn du in irgendeinem anderen Land mehr als 183 Tage bist, dein Wohnsitz hast und eine Ansässigkeitsbescheinigung kriegst. Mit Ansässigkeitsbescheinigung kannst du das nämlich nachweisen, falls das deutsche Finanzamt nachfrägt.

Das ist natürlich geil bei ganz vielen auch mit den persönlichen Wünschen gar nicht vereinbar, wenn die einfach nicht die 183 Tage in einem Land sein wollen. Dann empfehle ich aber dringend in irgendeiner Art und Weise Substanz aufzubauen. Entweder eine feste Geschäftseinrichtung, also wirklich eine ordentliche (.) Betriebsstätte, oder eben einen Wohnsitz, den man auch wirklich vernünftig nachweisen kann, dass das auch ein richtiger Wohnsitz ist oder zumindest die Betriebsstätte als Ort der Geschäftsleitung ist, weil sonst, ich würde jetzt nicht die betriebsstättenlosen Einkünfte oder die erweitert beschränkte Steuerpflicht (.) als anwendbar sehen. Jetzt steht im Gesetz, könnte der Finanzbeamte unterstellen.

Ich würde aber dann zumindest, wenn du nirgendwo eine Betriebsstätte nachweisen kannst, immer eine Betriebsstätte dort ansehen, wo du gerade lebst, als wandernde Geschäftsleitungsbetriebsstätte. Und wenn du dann zwei Monate in Deutschland bist, dann würde ich auch erwarten, dass das Ganze dann beschränkt steuerpflichtig ist, weil beschränkt steuerpflichtig sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb mit einer deutschen Betriebsstätte. Und wenn du zwei Monate in Deutschland bist, könnte man dir unterstellen, dass du für diese zwei Monate eine Geschäftsleitungsbetriebsstätte hast und dann eben zwei Zwölftel von deinem Jahreseinkommen in Deutschland besteuern müsstest. Deswegen ist halt, umso mehr Substanz – aber das gilt im internationalen Steuerrecht eigentlich bei allen Themen – umso besser.

11.3. Dritter Tipp: Erst auswandern, dann LLC gründen

J: Hm, ok. Ich ergänze und fasse auch zugleich zusammen: auswandern, ich bin noch kein Unternehmer, in Deutschland idealerweise alle Zelte abbrechen, was Vermögen und Einkommen angeht, um unter diese erweitert beschränkte Steuerpflicht zu fallen. Also aus Steuerberatersicht sage ich, alles cutten und dann die LLC gründen als Personengesellschaft mit (.) einem Ort der Geschäftsleitung, was dann eine feste Betriebsstätte idealerweise zugleich ist, also mit Räumen, in einem Land ohne Steuersatz, also mit zumindest mit keinen Steuern auf Auslandsgewinne, und dort idealerweise mehr als 183 Tage mit Zertifikat, dass ich dort auch steuerlich ansässig bin.

12. Rückschlüsse aus der Praxis

H: Ja, ich hab vielleicht noch, um das noch zu kurz zu ergänzen: es ist halt einfach auch so mit den USA, viele Kunden bauen sich das noch ganz anders. Die setzen dann nicht sich ein als Gesellschafter sondern irgendeinen Verein, eine Stiftung. Man kann sehr einfach auch natürlich einen anderen Manager einsetzen. Man hat irgendwie in der irgendwo eine, sag ich mal, steuerliche Ansässigkeit gegründet, ist dann Manager kommt da und dann vielleicht wieder aus der Sache raus. Und dann ist natürlich einfach bei dieser, sag ich mal, beschränkte Steuerpflicht-Sache, wandernde Betriebsstätte, wie das überhaupt nachgewiesen werden soll.

Klar, dass ist jetzt nicht das, was man als Steuerberater schriftlich geben kann. Aber in meinen Augen muss ja überhaupt eine Arbeit vor Ort stattfinden. Wenn wir jetzt rein auf Familienbesuch da bin, wirklich nichts mache, sehe ich da überhaupt keine Gefahr.

Und dann kommt ja noch hinzu, USA, große Steueroase, kein Informationsaustausch, alles anonym, wenn du willst. Das ist jetzt natürlich nicht die Empfehlung, aber ich halte es für sehr, sehr schwierig, da bei kleinerem Einkommen etwas zu konstruieren. Da musst du wirklich, glaube ich, mehrere 100.000 mindestens umsetzen, und gar nichts haben, damit das gefährlich wird.

J: Ok.

W: Es gibt auf jeden Fall ganz viel Munition, die wir haben, um dagegen vorzugehen, wenn uns es das Finanzamt unterstellen würde. Aber ich sehe jetzt auch nicht komplett ausgeschlossen, dass es das nicht einmal versucht, das Finanzamt. (.)

13. Beschränkte Steuerpflicht: Vorgehensweise des Finanzamts

13.1. Anhaltspunkte für eine beschränkte Steuerpflicht

Also, wenn wir jetzt wirklich jemand sind, der bisher kein Unternehmen in Deutschland hatte und Deutschland verlässt, dann ist es wirklich in der Tat sehr unwahrscheinlich, dass das Finanzamt bei sowas überhaupt irgendwie nachforscht.

Aber wenn du ein Einzelunternehmen hattest oder wenn du eine GmbH hattest und da waren schon 100.000, 150, EUR 200.000 Gewinn drin und du machst eine einfache Betriebsausgabe auf den, weiß ich nicht, 31.10.2020 und bist dann weg und meldest dich ab und sagst ich bin nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig, und dann ist ein findiger Finanzbeamte und schaut dann nochmal und dann sieht er ein Jahr später immer noch deine Internet-Präsenz. Das sind ja so ein bisschen Connecting-the-dots. „Er hat sich abgemeldet, sagt er, ist nicht unbeschränkt steuerpflichtig, er macht eine Betriebsaufgabe. Jetzt schaue ich doch nochmal, ob da nicht irgendetwas ist.“

13.2. Erweitert beschränkte Steuerpflicht: Wunsch nach Klärung durch den BFH

Und dann gibt’s ja nicht nur die ganzen Themen beim Wegzug selbst, sondern halt auch eben für die Zukunft. Ich möchte es nicht ausschließen. Ich fände es super spannend, wenn wir mal zu den § 2 Absatz 1 Satz 2 AStG mal vor Gericht gehen könnte. Weil das BFH-Urteil zu dem Berufssportler damals war ja sehr, sehr freundlich für den Berufssportler, und ja, so ein ähnliches Verfahren könnte es gerne mal wieder geben. Meine Erfahrung ist, dass das Finanzamt versucht, jegliche Verfahren beim 2 AStG über Vergleiche abzuweisen.

13.3. Erweitert beschränkte Steuerpflicht: Geringe Wahrscheinlichkeit zur Klärung vor Gericht

J: Ja, wir in der Kanzlei hatten auch noch keine größere Diskussionen zum 2 Außensteuergesetz. Selbst im Einspruchsverfahren, sind die Dinge dann alle sehr zu unseren Gunsten erledigt. Und Christoph ist auch noch kein Fall aus der Praxis bekannt, obwohl er so viel Auswanderungen hat.

H: Ne, also ich hab sicherlich, ich hab schon weit über tausend Leute beraten, aber am meisten Deutschen, sicherlich 500, 600 Unternehmer. Mir ist da nichts bekannt. Das erweitert beschränkte Steuerpflicht ein Problem. Eher so ein Problem sind dann irgendwie diese, dieses restriktive DBA mit der Schweiz, überdachende Besteuerung zum Beispiel. Das ist natürlich schon deutlich restriktiver und natürlich die Wegzugsbesteuerungsproblematik. Das ist das große Thema, wo ich ja mal mit Michael auch schon oft drüber gesprochen habe. Erweitert beschränkte Steuerpflicht eher harmlos in meinen Augen.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei Gewinnausschüttungen, Nutzung von Verlustvorträgen)
  2. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  3. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  4. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)
  5. Umfassende Beratungen im Internationalen Steuerrecht (Quellensteuerabzug, Wegzugsbesteuerung, Hinzurechnungsbesteuerung)
  6. Entwicklung individueller Gestaltungsmodelle im internationalen Steuerrecht, beim Unternehmenskauf/-verkauf und bei Umstrukturierungen)
  7. Einrichtung von DATEV Unternehmen online
  8. Erstellung der Finanzbuchhaltung
  9. Führung der Lohnkonten
  10. Beratung zu Stiftungen als Alternative zur Unternehmensnachfolge

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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J: Wenn ich eine Holdinggesellschaft habe, dann zahle ich erstmal nur 30 % Steuern und kann dann 70 reinvestieren. Und wenn ich das dann geschickt mache, mache ich mit den reinvestierten Gewinnen auch noch einen Steuervorteil geltend. Und wie wir das am besten macht, das bespreche ich heute mit Thomas. Thomas hat den Kanal bei YouTube Finanzfluss und hat damit um die 400.000 Abonnenten, 300 Videos und das schauen wir uns heute gemeinsam im Interview einmal an!

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[Interview zwischen Herrn Prof. Dr. Christoph Juhn (im Folgenden: „J“) & Herrn Thomas Kehl (im Folgenden: „K“)]

1. In Aktien & Fonds investieren: Einleitung

Herzlich willkommen zu unserem nächsten Video. Mein Name ist Christoph Juhn, ich bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert. Und in dem Zusammenhang packen wir auch oft operative Gewinne in Holdinggesellschaften und reinvestieren die von dort, und da gibt es nun verschiedene Möglichkeiten.

Ich habe jetzt den Thomas hier, von Finanzfluss, ein sehr großer YouTube-Kanal für Finanzierung. Und wir reden jetzt so ein bisschen darüber, wie man das Geld steueroptimiert einerseits und langfristig auch oder auch langfristig optimiert, ertragsreich reinvestieren kann. Magst du dich kurz vorstellen, was du so machst?

K: Ja, okay, gerne. Hey, mein Name ist Thomas, ich betreibe den YouTube Kanal, Finanzfluss. Wir sind mittlerweile seit fünf Jahren auf YouTube, haben diverseste Videos zum Thema Geldanlage, Finanzprodukte, Anlagestrategie und so weiter hochgeladen. Sind jetzt mittlerweile ein bisschen größeres Team geworden von 12 Leuten mit ’nem Newsletter, Webseite, alles unter dem Dach finanzielle Bildung, also das, was so ein bisschen in Deutschland fehlt. Also unserer Meinung nach ist, dass man halt mal so weiß, das geht los, wenn ich in einen Beruf einsteige, was mache ich mit meinem Geld? Also so die unsere Hauptzielgruppe ist jetzt weniger wie bei dir Unternehmer, sondern eher so Leute, die jetzt anfangen ihr Geld zu investieren, meistens über Sparpläne, und (.) ja, überwiegend Berufseinsteiger.

2. Holding gründen

Berufseinsteiger, die fangen dann quasi an bei der Investition des ersparten Geldes über eine Holding zum Beispiel nachzudenken, was vielleicht für die Zielgruppe meines YouTube Kanals fast eine Selbstverständlichkeit ist, über Holdings regelmäßig nachzudenken, sodass wir da eine gemeinsame Schnittmenge haben.

So, und jetzt kommt das Geld in der Holding an, ich zahle ja dann erstmal nur 30 % Steuern auf Ebene der operativen GmbH und zahle dann noch mal 1,5 % oben.

Und jetzt lass uns mal über drei Möglichkeiten reden. Erstens: Wir investieren in Immobilien. Zweitens: wir investieren allgemein in Aktien oder in ETFs. Und alle drei haben irgendwie die Vorteile, dass die steuerlich ein bisschen begünstigt besteuert werden, die Erträge. Und da hab ich ja einen Thesaurierungseffekt. Wie wichtig würdest du den Thesaurierungseffekt einstufen, dass ich nicht nur 50 % netto habe für Reinvestitionen aus den Erträgen, sondern vielleicht viel mehr und von vornherein auch mit 70 % starte, ja?

Fragen zu Investitionen in Aktien und Fonds über eine Holding?

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3. Thesaurierung von Dividenden vs. Kurssteigerung der Aktien

K: Also das, ich kenne es jetzt erst mal überwiegend auf dem privaten Niveau. Also (..) aus privater Sicht quasi, vom privaten Anleger. Persönlich, mache ich es auch über eine Holdinggesellschaft, also von daher weiß ich, dass es da sehr komplex wird. Und gerade mit dem Thema Fonds und ETFs ist es gerade 2018 nochmal komplexer geworden. Aber grundsätzlich ist so die Frage, die sich aus steuerlicher Sicht stellt bei ETFs.

Also ETFs sind ja Indexfonds, das heißt Investmentfonds, die einfach nur das machen, was ein Index macht. Zum Beispiel ETF auf den DAX, bildet nur das ab, was der DAX macht.

Und da hat man ja die Möglichkeit, entweder thesaurierend oder ausschüttend. Thesaurierend heißt, die Dividenden, die die Aktien ausschütten, werden reinvestiert in den Fond. Es werden keine neuen Anteile herausgegeben oder so, sondern meine Anteile werden einfach nur mehr wert, wohingegen bei der Ausschüttung kriege ich es auf mein Konto überwiesen.

4. Besteuerung der thesaurierten Gewinne

4.1. Einführung einer pauschalen Vorabbesteuerung

So, und jetzt hattest du in der Vergangenheit ja den steuerlichen Vorteile der Thesaurierung, dass du ’ne extreme Stundung hattest, wenn du langfristig investierst. Also angenommen, du hast 15 Jahre investiert, dann hast du ja erst nach Verkauf deiner Anteile 15 Jahre später Steuern bezahlt. Und da hat der Gesetzgeber gesagt, naja, es ist ein bisschen unfair gegenüber den Ausschüttern und hat eine sogenannte Vorab-Pauschale eingeführt, so heißt das. Ich weiß nicht ob das Fachjargon ist, aber so wird es umgänglich genannt. Und diese Vorab-Pauschale besagt, dass du jedes Jahr für deine thesaurierenden Fonds bezahlen musst.

Da gibt es zwei Möglichkeiten oder dann gibt’s eine Möglichkeit, wie das berechnet wird. Die Details kenne ich so genau nicht. Wir haben da mal ein Rechner gebaut. Auf jeden Fall ist das in der Regel weniger, als wenn du die Ausschüttung versteuern müsstest. Das heißt, du hast immer noch einen kleinen Vorteil dadurch, dass du thesaurierst, obwohl beide gleichgesetzt werden sollen. Das liegt halt daran, dass die Bundesbank einen Referenzzins festlegt. Und dieser Referenzzins ist derzeit extrem niedrig.

So. Wie das jetzt aber auf der GmbH Ebene aussieht, also da bin ich fast schon überfragt. Also der Unterschied ist ja, bei den Aktien hatten wir ja schon einmal drüber gesprochen, hattest du bestimmt schon mal ein Video zu gemacht, das Dividenden anders behandelt werden als Aktiengewinne.

4.2. Details zur Besteuerung von Dividenden und Kursgewinnen bei einer Holding

J: Ach so, das die Dividenden in der Regel mit 30 % besteuert werden auf Ebene der Holding, weil ich ja eben nicht zu 15 % an einer Aktiengesellschaft beteiligt bin, an einer börsennotierten, deswegen nicht die volle Besteuerung habe, aber für Veräußerungsgewinne dann dennoch die 1,5 %, also fast Steuerbefreiung habe mit 1,5 % effektive Besteuerung.

Ja, habe ich noch kein Video zu gemacht. Habe ich aber jetzt quasi, haben wir es jetzt quasi erwähnt. Und wenn ich in ETFs investiere, ist es jetzt erstmal so, dass ich nicht den Wertzuwachs besteuern muss auf Ebene der GmbH, auf Ebene der Holding. Das hat ja schon einen gewissen Vorteil. Und wenn ich dann später den Realisationszeitpunkt habe, so im HGB, dann muss ich das natürlich alles nachholen.

4.3. Steuerfreibeträge bei Aktien & Fonds

K: Du hast auch gewisse (..) Steuerfreibeträge. Auf privatem Niveau hast du das, ich glaube sind 70 % bei puren, also reinrassiger Aktienfonds wo nur Aktien drin sind. Und auf GmbH-Ebene hast du da auch Steuerfreibeträge, die kenne ich aber jetzt nicht mehr auswendig. Also das heißt, das muss man dann irgendwie aufwägen und gucken, wo ist es sinnvoller.

Jetzt typischerweise bei der Aktie, ist die Dividende ja weniger günstig, wenn du es über die GmbH machst, als wenn du (..) Kursgewinne hast.

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5. Growth-Aktien vs. Value-Aktien

Das heißt, es gibt ja verschiedene, man unterteilt so die gesamte Aktienwelt, ja so mehr oder minder in zwei große Kategorien.

Das eine sind die Growth-Aktien, das sind die, die meistens die Superstars, die ein bisschen bekannter sind, à la Tesla, Amazon, Apple jetzt eigentlich weniger, weil die jetzt auch schon viel (.) Dividenden ausschütten. Das sind eher so diese Tech-Aktien mit so einem großen Wachstumspotenzial; in der Regel keine Dividenden oder so gut wie keine. Es wird meistens reinvestiert.

Und auf der anderen Seite hast du die Value-Aktien, die viel ausschütten. Das sind zum Beispiel Infrastrukturunternehmen, die einen hohen Cashflow haben und ausschütten oder Immobilien-Aktiengesellschaften, solche Werte. Das heißt, man kann ja dahingehend optimieren und sagen, okay, alles was Growth-Aktien sind, lege ich in meiner Holding, weil die sind steuerbegünstigt dadurch, dass du nur 1,5 % hast. Und (.) alles, was Value-Aktien sind, was mehr so einen Cashflow generiert, das lege ich lieber in mein privates Depot.

6. Steuergestaltung beim Handel mit Aktien über eine Holding

6.1. Darlehen der Holding an ihren Gesellschafter

6.1.1. Darlehen statt Gewinnausschüttung, um private Investments zu finanzieren

J: Genau, dann wäre eigentlich das Problem, dass du auf privater Ebene, also das du in der Holding ja 70 % hast, weil du 30 schon gezahlt hast und ausschütten müsstest und hättest dann nochmal 50. Dann könnte man noch ein bisschen spielen, indem man das nicht ausschüttet, um 50 zu investieren, sondern sich vielleicht von seiner Holding ein Darlehen gibt an sich privat, um dann auf privater Ebene noch 70 zu investieren, weil dann hab ich 40 % letztendlich mehr als wenn ich nur 50 Geldeinheiten investiere.

K: Stimmt, das wäre eine Idee.

Ging früher nicht, weil hätte ich Zinsen zahlen müssen. Die Zinsen waren hoch, aber heutzutage kann ich das ja fast für 0 % nach oben geben (.) über einen Fremdenvergleichsgrundsatz.

6.1.2. Verzinsung des Darlehens

K: d.h. wie musst du das machen? du musst dann wie setzt du den (..) Zinssatz an?

J: Ich würde momentan also jetzt nur 0,5 oder 0,25 an. Aber auch bei 0 % ist ja aus Sicht der GmbH ist immer noch eine gute Anlage, weil die GmbH zahlt heutzutage minus Zinsen von 0,5 %. Dann kann sie auch dem Gesellschaft das Geld für 0 % geben. Ist halt eine sichere Anlage beim Gesellschafter. Und ja, also ich vertrete die Auffassung, dass sollte dann auch irgendwann zurückgezahlt werden. Wenn die Aktien dann wertlos werden und nicht zurückgezahlt werden können die Darlehensverhältnis, dann haben wir ein steuerliches Problem, aber solange das Geld zurückgezahlt wird, gut.

6.2. Vorteil der Holding bei langfristigem Investment

K: Ich denke, für Unternehmer lohnt sich diese Holding auch dann, wie gesagt das müsste man durchrechnen, denke ich mal. Wenn du Value-Aktien hast, also auch wenn du Ausschüttungen hast, weil du halt diesen Vorteil hast, dieser Steuerstundung, oder? Also gerade wenn du einen sehr langen Zeithorizont hast, dann lohnt es sich, dass du das nicht auf dein Privatkonto ausschüttest.

J: Ja. Und auf Dividenden zahlt man ja dann 30 % in der Holding, und wenn man dann ausschüttet nochmal 25 auf die 70, also in der Summe 50 %.

Und jetzt sind wir bei einem Problem: Ich hab das Geld in der Holding von 100 mache ich dann 70 netto und kann 70 investieren und kann darauf ’ne Rendite machen. Aber die Rendite versteuer ich erst mit 30 und danach mit 25, in der Summe mit 50. Oder ich schütte die 70 aus auf privater Ebene. Dann hab ich da 50, hab ’ne Rendite da drauf, muss aber auf die Renditen nur 25 % auf die Dividenden zahlen. Und wenn man das einmal ausrechnet, sagen wir mal mit 10 %, dann hätten wir ja auf 70, 10 % sind 7 Geldeinheiten, 7 Geldeinheiten mit ’nem Steuersatz in der Summe von 50 %, wäre genauso viel, wie wenn ich die 50 ausschütte, die 50 anlege mit 10 % Rendite, mache ich 5, und darauf auch nur 25 % zahle. Das ist unterm Strich das gleiche.

Aber du hast recht, ich hab ja jetzt als allererstes erst einmal nur 30 % auf eine Geldanlage von 70, auf den Basiswerte. (…)

7. Analyse von Anlagestrategien mit Aktien & Fonds

7.1. Sicherheit bei Finanzanlagen: Aktien & Fonds vs. Immobilien

Und dann zu meiner Frage: wie groß gewichtest du das? Das ist ja quasi im Zinseszinseffekt, weil ich zahle dann erstmal weniger Steuern. Das kann ich wieder anlegen. Und du bist ja auch jemand, der (.) bei sowas eine sehr langfristige Sicht verfolgt.

K: Das Thema beim Aktienmarkt ist halt, dass du das so Cashflows nicht so klar vorhersehen kannst wie zum Beispiel bei Immobilien. Bei Immobilien lohnt sich ja Steuerstrukturierung, weil du halt genau weißt, so hoch wird die Miete sein, so hoch ist meine Rückzahlung, so hoch ist mein Darlehen und dann das x Jahre Verträge.

Am Aktienmarkt kann es natürlich sein, dass so ein Corona-Crash hast, der kommt, dann ist dein Gesamtportfolio 30 % runter, und deswegen sollte man immer vom langfristigen Mittelmaß durchgehen. Und das ist ja das Ziel, wenn du langfristig investierst, zu sagen, ich investiere jetzt 15 Jahre mindestens.

7.2. Anlagestrategie mit Aktien & Fonds: erst ab 15 Jahren risikoarm

7.2.1. Analysemethode zur Anlagestrategie mit Aktien & Fonds

Warum 15 Jahre? Wir haben bisschen durchgerechnet, haben uns die Entwicklung von msci world angeschaut und zwar über neunundvierzig Jahre und haben dort verschiedene Zeitperioden genommen. Also wir haben zum Beispiel rollierend 5 Jahre genommen, also die ersten 5 Jahre. Dann haben wir diese 5 Jahre ein Jahr weitergeschoben, ein Jahr weiter, ein Jahr weiter. Das heißt, wir konnten, ne sorry, das waren 50 Jahre Betrachtung und das heißt, diese 5 von diesen 5-Jahresportfolios konntest du 49 Stück bauen. Es ist nicht falsch gerechnet, aber das heißt du hattest 59 verschiedene 5-Jahreszeiträume.

7.2.2. Analyse der Performance von Aktien & Fonds über Zeitintervalle

Und dann haben wir die Entwicklung von diesen verschiedenen Portfolios abgetragen. Manche sind dann negativ, also es gab 5-Jahresperioden wo du 5 Jahre lang investierst hast und Geld verloren hast, und es gab welche, die sehr positiv waren. Und dann haben wir selbst Spiel noch mal durchgespielt auf 10-Jahres-Perioden, das ebenso durchgerollt, das ganze auf 15-Jahres-Perioden, und dann halt festgestellt, also im weltweiten Index, also der in 1.300 Aktien weltweit, in 23 Industrieländern investiert, haben das Ganze durchgespielt und festgestellt, dass bei 15-Jahres-Portfolios es kein einziges Portfolio gab in dem ganzen 50 Jahreszeitraum, was negativ performt hat oder negativ rentiert.

7.2.3. Analyse der Performance von Aktien & Fonds im Durchschnittsvergleich

Was ebenfalls aufgefallen ist, ist, dass, je länger du den Zeitraum wählst, desto mehr kommen diese Portfolios oder desto näher kommen diese Portfolios an den langfristig durchschnittlichen Mittelwert, der bei 6,5 % war. D.h. bei 5 Jahren hat man extreme Abweichung, bei 10 Jahren ein bisschen weniger Abweichung. Und immer noch manchmal einige Portfolios, die negativ waren. Bei 15 Jahren kein einziges negatives und fast alle irgendwo um um den Mittelwert zwischen 5 und 7 %, sagen wir es mal so.

J: Dabei wurden nur die Kurssteigerungen berücksichtigt, nicht die Dividende.

K: Ne. Auch die Dividenden, es war die Gesamtrendite, also die Gesamtrendite von 6 bis 7 %. Und deswegen macht es meiner Meinung nach Sinn zu sagen, ich investiere langfristig und breit diversifiziert, und dann hab ich auch eine gewisse Planungssicherheit bei so etwas.

8. Vorteile der Holding: Thesaurierungseffekt & günsige Besteuerung

J: Und dann spielt eben der Effekt, der Thesaurierungseffekt, (..) eine enorme Rolle. Zweierlei bei einer Holding, erstens, dass ich 70 reinvestieren kann und zweitens, dass ich die Erträge auch besonders niedrig versteuern muss.

K: Genau. Wie meinst du das mit den 70? Also ich habe EUR 100 die ich verdiene zum Beispiel durch meine Firma…

J: Zahlst 30 % Steuern auf Ebene der GmbH und Holding und hast dann 70 nach GmbH-Steuerlast in der Holding drin, wo denn auf privater Ebene eben nur 50 Geldeinheiten hast.

K: Genau das stimmt. Und das heißt, du hast EUR 20 mehr, mit denen du arbeiten kannst. Und wenn du (…) EUR 20 zu 6 % 15 Jahre anlegst, wird da schon ein bisschen was draus.

J: Und die 6 % auch noch begünstigt besteuert werden.

K: Genau. Von daher macht es dann halt auch schon Sinn. Also wir haben uns das mal genau im Detail durchgerechnet und (…) halt in ETFs investiert, die halt jetzt nicht ausschüttend sind, sondern überwiegend thesaurierend.

J: Aber dann ist ja die Tendenz ganz klar, dass wir Aktien, deren Wertsteigerung im Vordergrund steht, über die Holding kaufen. Bei Dividenden: es kommt drauf an, wenn ich eine sehr langfristige Perspektive habe, macht das auch da Sinn, weil ich da auch einen Vorteil habe. Aber wenn es mir um kurzfristige Dividendenerträge geht und auch einen kurzfristigen Verkauf, dann mache ich’s dann privat oder wenn ich gar kein Veräußerungsgewinn mehr generieren möchte.

9. Anlagestrategie: Aktien vs. Fonds

Hast du noch paar Beispiele für Aktien, wo eben die Wertsteigerung im Vordergrund stand in den letzten Jahren? Weil der normale Investor guckt immer die Kombination aus beidem sich an, aber der mit der Holding reingeht will ja bewusst auf die Wertsteigerung.

K: (..) Also es widerspricht auch so ein bisschen unserer Anlagephilosophie zu sagen, wir machen Einzelaktien, weil gerade für Privatinvestoren, deren Job es nicht ist, Aktien zu analysieren, ist es schwierig den Markt zu schlagen. Weil wenn du einzelne Aktien heraussuchst, willst du ja besser sein als der Gesamtmarkt. Aber grundsätzlich gibt’s ja wie gesagt diese beiden Kategorien, die ich angesprochen hatte, und es reicht eigentlich zu Googlen, um mal zu gucken, was die die größten Growth-Aktien sind, sind die meist Growth-klassifiziert, meistens ausgezeichnet durch extrem hohe KGVs, ist also Kurs-Gewinn-Verhältnisse, also, dass der Kurs ein viel-, Vielfaches vom erwartenden Jahresgewinn pro Aktie ist.

10. Kurs-Gewinn-Verhltnis von Aktien

J: Was ist dann ein hoher Kurs-Gewinn-Verhältnis?

K: Ja, also gute Frage. Also müssen wir sagen 40, 50 aufwärts. Und teilweise gab es ja auch schon welche, die werden zu, also ich glaube Google war zeitweise mal bei 100, ’ner KGV von 100. Kann natürlich auch sehr schnell sehr hoch gehen, wenn auf einmal der Gewinn wegbricht. Also wenn du keinen Gewinn mehr hast, aber dein Aktienkurs stabil bleibt oder weniger einbricht als dein Gewinn, explodiert natürlich also das KGV

J: Kurs-Gewinn-Verhältnis ist, ich mache EUR 1 Gewinn, habe ein Aktienwert von 100, dann ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis 100. So rechne ich das.

K: Also EUR 1 Gewinn pro Aktie. Es wird immer auf Aktie heruntergebrochen. Das heißt, du musst dann wenn du (…) 10 Millionen Gewinn machst, hast 10 Millionen Aktien rausgegeben ist das EUR 1.

11. Quintessenz zu Aktien & Fonds

J: Super. Dann fass ich an dieser Stelle zusammen. Also Aktie mit Wertsteigerung in die Holding. Aktie mit Veräußerungsgewinn geht beides, kann ich reinpacken, wenn ich eine langfristige Perspektive sehe. Gestaltung wäre als Darlehen auf privater Ebene zu geben, wenn ich sichergestellt habe, dass ich es zurückzahle. Und durch den doppelten Vorteil sowohl das ich 70 % reinvestieren kann als auch bei den Erträgen begünstigt bin, habe ich einen unglaublichen Zinseszinseffekt in den nächsten 10, 15 Jahren. Bei der Strategie, die du so verfolgst und empfiehlst.

K: Und ja, wenn du in ETFs investierst, hast du ja nun mal den Vorteil, dass du so Steuerfreibeträge hast, (..) auch auf GmbH Ebene, aber da kann ich nicht mehr genau sagen wie viele das sind.

J: Okay, gut, alles klar. Super, schön das du hier warst. Vielen Dank. (.) Und wir verlinken auf dein YouTube Kanal und da findet man viele weitere Informationen zum Thema Finanzanlagen, 300 Videos.

K: Genau und auch unser Interview mit dir.

J: Ja in der Tat, auch das Interview. 300 Videos hast du fast online, 400.000 Abonnenten. Ja, nicht schlecht. Respekt.

K: Dankeschön. Hat Spaß gemacht.

J: Sehr schön.

K: Danke.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei Gewinnausschüttungen, Nutzung von Verlustvorträgen)
  2. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  3. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  4. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)
  5. Umfassende Beratungen im Internationalen Steuerrecht (Quellensteuerabzug, Wegzugsbesteuerung, Hinzurechnungsbesteuerung)
  6. Entwicklung individueller Gestaltungsmodelle im internationalen Steuerrecht, beim Unternehmenskauf/-verkauf und bei Umstrukturierungen)
  7. Einrichtung von DATEV Unternehmen online
  8. Erstellung der Finanzbuchhaltung
  9. Führung der Lohnkonten
  10. Beratung zu Stiftungen als Alternative zur Unternehmensnachfolge

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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J: Bei Galileo gibt es einen Bericht dazu, wie ein deutscher Steuerpflichtiger ausgewandert ist, eine Weltreise macht und auf dieser Weltreise unternehmerisch tätig ist und trotzdem keine Steuern zahlt. Wir sind heute zu zweit mit zwei Steuerberatern und analysieren, ob das wirklich tatsächlich so funktioniert, worauf man achten muss und auch, wie sie das nutzen können.

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[Interview zwischen Herrn Prof. Dr. Christoph Juhn (im Folgenden: „J“) & Herrn Michael Wohlfart (im Folgenden: „W“)]

1. Vorstellung und Einleitung zum Thema Perpetual Traveler

Mein Name ist Christoph Juhn, bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften.

Und ja, wir analysieren ja heute das Video von Galileo, wie jemand auswandert und sich auf einer Weltreise befindet, unbefristet, unternehmerisch tätig ist und keine Steuern zahlt. Und das mach ich nicht alleine, dafür habe ich einen Gast dabei, den Michael Wohlfart. Michael Wohlfart ist auch Steuerberater und Michael hat die Besonderheit, dass er nicht in Deutschland tätig ist, sondern dass auch er ausgewandert ist und sich auf Zypern befindet als deutscher Steuerberater. Und Michael magst du vielleicht mal kurz was zu dir sagen.

2. Michael Wohlfart, deutscher Steuerberater auf Zypern

W: Genau. Ja, vielen Dank, Christoph. Ich lebe auf Zypern, seit neun Monaten, habe da meinen Wohnsitz. Aber ich habe noch eine deutsche Kanzlei, die KW-Partners in Bonn. Die führe ich zusammen mit einem Kollegen und ich habe mich auf die rechtliche Auswanderung von kleinen und mittleren Unternehmern spezialisiert. Und die Themen, die wir uns heute in dem Video anschauen, die sind so mein Alltagsgeschäft. Und da schauen wir uns das wirklich mal an, ob das so einfach funktioniert, wie es dargestellt ist.

J: Genau, also wir kennen uns ja schon ein bisschen länger und heute das Interview habe ich bewusst rausgesucht, weil unsere Kanzlei eben auch die internationalen Steuerthemen behandelt, die Wegzugsfälle, und wir sind viel im Unternehmensteuerrecht zu Hause, also mit deutschen größeren Unternehmen, und du bist in einem ähnlichen Bereich.

Du bist aber noch mehr in diesem Bereich tätig: jemand will eine Weltreise machen, jemand will sich komplett aus dem deutschen Steuerregime komplett herauslösen, sei es als Privatperson oder als kleiner Unternehmer. Und du hast es selber letztendlich auch (.) selber als Steuerberater letztendlich gemacht.

W: Genau.

J: Mich würde interessieren, warum bist du weg gewandert? War es die Religion? Waren es religiöse Gründe? Wandern ja auch viele aus religiösen Gründen nach Monaco, angeblich. Ist der Steuersatz auf Zypern oder ist es einfach auch der Mittelmeerraum und das Klima und ähnliches?

W: Genau. Da sind so ein bisschen alle Gründe, so ein bisschen in einem. Also zum einen ist meine Arbeitsweise und meine Tätigkeit komplett online aufgestellt. Ich kann arbeiten, wann und wo ich will, und es hat mir einfach die Möglichkeit gegeben auch zu reisen. Und letztendlich war dann die Entscheidung für Zypern weil es einfach vom Klima her mir viel mehr zusagt, auf einer Mittelmeerinsel zu leben als in Deutschland, gerade die dunklen, kalten Winter. Und nachdem ich in dem Bereich unterwegs bin, mich da relativ gut auskenne, habe ich selber die Chance genutzt, jetzt in Zypern zu wohnen und dort meiner Tätigkeit nachzugehen; genau.

J: Okay, super. Und vielleicht ist das zu indiskret, aber wo zahlst du deine Steuern? In Deutschland? In Zypern? Oder teilst du das auf? Kann man auch mal fragen als Steuerberater einen anderen Kollegen.

W: Ja, da ist absolut legitim. Ich zahle hauptsächlich in Deutschland, bisschen in Zypern.

3. Besprechung des Videos über Perpetual Traveler

J: Ok, an der Aufteilung kann man ein bisschen üben oder ein bisschen was verändern, hat man ja Spielraum. Ich würde vorschlagen, wir gucken einfach mal ins Video rein und gehen da einmal punktuell durch. Und bei den Highlights, da stoppen wir dann quasi immer.

W: Genau.

J: Super, dann legen wir mal los.

Video:

Dieser junge Mann zahlt keine Steuern, obwohl er arbeitet. Dabei lebt er das ganze Jahr über auch noch wie ein Urlauber. Wie das geht, ein Leben als Steuervermeider? Wir haben ihn begleitet.

Ja, ich nenne mich selbst Perpetual Traveler. Das heißt, ich reise um die Welt, um mir ein möglichst freies Leben zu ermöglichen. Eines meiner Mottos ist, mehr Spaß, mehr Geld, mehr Zeit…

…und dabei auch noch Steuern sparen. Hört sich im ersten Moment ja sehr verlockend an.

J: Ok, super spannendes Modell. Hast du viele solcher Mandanten, die wirklich eine Weltreise machen, nie länger als 180 Tage an einem Ort sind? Oder hast du eher diejenigen, die auswandern in ein konkretes Land?

W: In der Tat gibt’s da viele, die zumindest nicht mehr als 183 Tage in einem Land sind. Es sind aber wenige, die da wirklich eine Dauerreise machen oder eine Weltreise. Manche fangen vielleicht damit an, es ist mehr so eine Multi-Base-Lebensweise, die die Menschen führen. Dann sind sie eben 4 Monate in Thailand oder Bali, drei Monate in Deutschland, drei Monate in Zypern. Dass man sich das so aufteilt, seine Lebensorte. Es ist ja oft so in Asien richten sich die Leute dann nach der (..) Regenzeit und sind dann noch ein halbes Jahr, dann sind sie nochmal ein paar Wochen bei der Familie in Deutschland, dann sind sie noch in einem anderen Land.

Aber es ist ganz oft so, dass man in der Tat unter den 183 Tagen bleibt. Und das bietet so ein bisschen die Chance, natürlich deutlich Steuern zu sparen. Es bringt halt auch einige Probleme mit, weil die 183 Tage in ganz vielen Ländern so die Grundvoraussetzung erfüllen, um dort überhaupt einen Ansässigkeitszertifikat zu bekommen. Und deswegen mit dieser Lebensweise kann man so ein bisschen in eine Lücke (..) reingehen, um wirklich kaum Steuern zu zahlen. Es bietet aber auch relativ viele Probleme, weil es so unreguliert ist.

Man muss sich überlegen, vor zehn Jahren war es schlicht nicht möglich, remote auf Reisen zu arbeiten. Dann brauchte man immer einen Festnetzanschluss, immer ein Faxgerät, immer einen Briefkasten, sonst konnte man nicht arbeiten. Mittlerweile geht das. Unsere Gesetze sind aber 10, 50, 80 Jahre alt und halten das so ein bisschen oder eigentlich so gut wie gar nicht mit. Und das bietet die Chancen, aber auch Probleme. Und da muss man sich schon genau informieren, wenn man so eine Lebensweise für sich entscheidet.

4. Neuer Gesetzesentwurf zur Regelung der Wegzugsteuer

J: Ja. Kann ich genau so bestätigen. Gerade zum Beispiel, die Wegzugsteuer, die ja alle GmbH-Gesellschafter fesselt an Deutschland, zurückzuführen auf 1972 auf das Außensteuergesetz. Früher sind wir aber gar nicht so viel ausgewandert, da war das gar nicht so das Problem, das Gesetz. Und jetzt wollen aber so viele auswandern. Das sind ja gerade die wohlhabenden Unternehmer, die GmbH-Anteilseigner, die auswandern wollen, und die können nicht wegen des Außensteuergesetzes und da soll es jetzt auch reformiert werden das noch nicht mal gestundet werden soll innerhalb der EU, rückwirkend ab 1. Januar 2020; wahnsinnig. Und das was du angesprochen hast, die Ansässigkeitsbescheinigungen im Aufnahmestaat, die man ja erst ab 180 Tagen dort bekommt, wir haben die Erfahrung gemacht, die braucht man, bekommt man sehr schwer und wenn man die nicht hat, kommt man in Deutschland noch aus der Steuerpflicht nur sehr, sehr schwer wieder raus. Man kommt aus der deutschen Steuerpflicht nur raus, wenn man in die ausländische Steuerpflicht eintritt; meine Erfahrung. Ich weiß nicht, wie das bei dir ist.

5. Bedeutung des Wohnsitzes bei der Steuerpflicht

W: Kommt drauf an. Also ich glaube, da kommt es auch so ein bisschen auf den Individualfall an. Ich glaube, wenn wir uns genau im Gesetz anschauen, dann muss es ein Wohnsitz sein oder ein gewöhnlicher Aufenthalt.

Primär ist der Wohnsitz ganz klar definiert. Der gewöhnliche Aufenthalt ist in der Regel an die 183 Tage in Deutschland definiert. Das Finanzamt hat in meinen Augen so ein bisschen, dass die (…) Öffnungsklausel, dass sie sagt, der Lebensmittelpunkt ist noch in Deutschland und ich gedenke, da machen die es immer ganz klar fest. Wenn du aber nur zwei Wochen im Jahr in Deutschland bist, dann sehe ich da wirklich jetzt auch kaum noch eine Möglichkeit, wie das Finanzamt sich zumindest vor Gericht noch in eine Steuerpflicht kriegen würde. Wenn du aber noch fünfeinhalb Monate in Deutschland bist und in den anderen Ländern jeweils weniger als 183 Tage, dann sehe ich da ein Thema, das man sagt: Lebensmittelpunkt ist noch in Deutschland, weiterhin steuerpflichtig.

6. Bedeutung des gewöhnlichen Aufenthalts bei der Steuerpflicht

Und Ansässigkeitszertifikat heißt ja meistens zwangsläufig gewöhnlich Aufenthalt in diesem Land. Gewöhnlichen Aufenthalt hat der BFH klar entschieden, gibt’s nur einen. Und dann, wenn der nicht in Deutschland ist, dann sollte da eigentlich auch nicht der Lebensmittelpunkt sein. Deswegen ist es extrem hilfreich. Es ist vielleicht nicht in jeder Situation ein Muss und ich habe es gerade angedeutet, man kriegt es leider nicht immer.

Und wenn ich mich aus persönlichen Gründen für einen Lebensweg entscheide, wo ich in drei Ländern jeweils 4 Monate sein will, dann finde ich es verfehlt, dass man nur wegen der Steuer in einem Land länger bleiben muss, damit man da keine Risiken eingeht. Dass dann wieder mit einem deutschen Finanzamt zu diskutieren, ist dann natürlich wieder eine andere Sache. Deswegen sollte man so sein insgesamtes das Setup möglichst so aufzusetzen, dass es dann möglichst wenig Risiken gibt. Deswegen meine Empfehlung ist immer: Substanz, Substanz, Substanz. Such dir ein Land aus, hol dir einen Wohnsitz, gründe im besten Fall in demselben Land die Company. Dann sollte man zumindest an seinem Wohnsitz im Home Office auch eine Betriebsstätte des Unternehmens haben. Ich weiß nicht, wie du das siehst.

6. Privater Wohnsitz und Ort der Geschäftsleitung als Merkmal zur Steuerpflicht

J: Sehe ich genauso. Mit Substanz ist ja einerseits Räumlichkeiten gemeint, weiß man, zumindest ein Apartment von 20 Quadratmetern, wo ich persönlich steuerpflichtig sein kann; meine persönliche Steuerpflicht. Und zweitens auch noch die Steuerpflicht der Company. Ob ich jetzt eine Limited hab, eine LLP hab, eine LLC hab, was auch immer, nämlich der dortige Ort der Geschäftsleitung.

7. Melderecht ohne Bedeutung bei der Steuerpflicht

Und ich würde vielleicht noch 3, 4 Punkte mal gerade bereinigen, weil ich das Ganze mit reinbringen, Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt, was ist das alles? Viele meiner Mandanten sagen immer: „Ja, wir sind in Deutschland abgemeldet. Wir haben ja gar keinen Wohnsitz mehr im Sinne des Melderechts.“ Und Steuerberater interessiert das Null. Aber das wirst du wahrscheinlich auch total oft. Wir sind hier gar nicht mehr gemeldet, damit haben wir keinen Wohnsitz mehr. Wir Steuerrechtler sagen ja, das ist uns völlig egal, wo du gemeldet bist. Wohnsitz ist da, wo du Schlüsselgewalt hast. Also du kannst du 100 Wohnsitze auf der ganzen Welt haben, wenn du 100 Ferienwohnungen hast. (…)

W:  Da haben wir genug Urteile gesehen. Da haben wir auch prominente Urteile gesehen, wo man noch einen Schlüssel für die Wohnung der Schwester hatte. Bei mir ist in der Tat oft andersrum…

J:  In München

W: Genau, die vergessen sich abzumelden und die melden sich teilweise erst 1, 2, 3 Jahre später ab. Die Steuerpflicht hat aber schon viel früher geendet und zwar mit Ausreisen. Da ist dann auch wirklich keine Wohnung mehr. Da ist vielleicht noch ein Anschluss bei den Eltern. Das ist vielleicht noch die ehemalige Anschrift der ehemaligen Wohnung. Irgendwie funktioniert es dann auch mit der Post, aber, und das ist so ein bisschen auch ein Weg, wie man ein bisschen spielen kann. Es sind einfach unterschiedliche Gesetze. Wir haben ein Melderecht, wir haben ein Steuerrecht und wir haben auch ein Sozialversicherungsrecht, die nicht unbedingt alle miteinander zusammenführen. Also klar, in der Regel ist es so, die Krankenversicherung hängt eigentlich auch am Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt, ist sehr ähnlich definiert, wie im Steuergesetz.

J: Und man, wenn man sich abmeldet, heißt das nicht, dass man aus der Steuerpflicht raus ist. Umgedreht, wenn man aber raus ist und trotzdem noch gemeldet ist, dreht das Finanzamt einen daraus ein Strick und sagt: Ja, die zwei Jahre hier in Deutschland gemeldet. Wieso wollen wir jetzt in Deutschland ihre Steuerpflicht beenden? Das ist so ein Praxisproblem. Juristisch ist das nicht haltbar, aber das Finanzamt kommt immer mit diesem Argument, weil da auch noch Zugriff auf die Daten haben, auch die Informationen.

8. Nachweise sichern, die den Wegzug belegen

W: Es ist halt auch ein Nachweisproblem. Deswegen, wenn man auswandert und nicht alles eindeutig ist mit Ansässigkeitsbescheinigung und Co., Flugtickets aufheben, Kreditkartenbelege aufheben, vielleicht Buchungen aufheben, alles so ein bisschen Themen. Kann man natürlich auch alles ein bisschen fälschen, da gibt’s natürlich sehr professionelle Vorgehensweise, dass man die Kreditkarte jemand anderem gibt. Was auf jeden Fall nicht fälschbar ist, ist eigentlich ein Stempel in den Pass. Haben wir in Europa zum Glück eigentlich nicht mehr wirklich; leider, aus der Sicht.

J: Wenn man da quasi eingewandert ist und durch die Sicherheitskontrolle und durch die Einwanderungsbehörde gereist ist. (…)

W: Eindeutigste Art und Weise nachzuweisen, dass ich im Ausland war. Wenn ich einfach in Thailand rein gehe und vier Monate später da rausgehe und den Stempel habe, das muss das Finanzamt glauben.

9. Schlüsselgewalt gilt als Beleg für die Existenz eines Wohnsitzes

J: Ja, und dann halten wir fest: der gemeldete Wohnsitz ist steuerlich irrelevant, wenn ich aber den nicht abmelde, dann kann das zu Stolperfallen werden. Zweitens, der Wohnsitz in steuerlichen Sinne ist dort, wo ich einen Schlüssel habe. Das prominente Beispiel in München von einem Tennisspieler mit dem Schlüssel der Schwester-Wohnsitz. Wenn ich immer klingel und mich lässt immer jemand herein, die Schwester oder meine Eltern oder meine Kinder, dann ist es kein Wohnsitz, weil ich kein Recht darauf habe und keine Schlüsselgewalt habe. Und der dritte Punkt, den ich vielleicht ansprechen möchte, der gewöhnliche Aufenthalt: Wenn ich eins von beiden, den steuerlichen Wohnsitz oder nicht deutschen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland ist hier unbeschränkt steuerpflichtig ist, muss also beides beenden. Alle Schlüssel abgeben. Und zweitens oder mein dritter Punkt, zweiter Punkt die Steuerpflicht: den gewöhnlichen Aufenthalt beenden. Das ist die 180-Tage-Regelung.

Viele denken: sobald ich 180 Tage woanders bin, habe ich auch den gewöhnlichen Aufenthalt. Ja, aber die vergessenen steuerlichen Wohnsitz, nämlich das Familienhaus, den Schlüssel für eine Finca oder was auch immer in Deutschland. (…) Und der vierte Punkt ist, selbst wenn ich jetzt vielleicht dann doch noch einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland habe und noch einen zweiten Wohnsitz im Ausland habe, dann könnte es ja sein, dass es ein Land ist, mit dem wir ein Doppelbesteuerungsabkommen haben, wir haben mit über 100 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen, dann würden wir bei beiden Ländern in das DBA gucken und schauen, wo habe ich denn den Lebensmittelpunkt? Also dann doch letztendlich wieder den gewöhnlichen Aufenthalt. Das heißt in Deutschland ein Haus habe und in einem DBA-Land ziehe und dort meinen Lebensmittelpunkt habe, dann gelte ich, wenn dann DBA-Land ist dort in der Regel als steuerlich ansässig und nicht mehr in Deutschland. Hätte mich auch erfolgreich der deutschen Steuerpflicht entzogen, vom Grundsatz her. (…)

10. Zweiter Auszug aus dem Video

Okay, gut, das sind so die steuerlichen Grundlagen, die man an dieser Stelle vielleicht mal erwähnen sollen. Ich würde vorschlagen, wir spulen ein bisschen vor und gucken weiter rein.

W: Genau so machen wir das gerne.

Video:

Aber in dem mittelamerikanischen Staat verbringt er die meiste Zeit. Und zwar nicht nur wegen der schönen Strände, sondern auch, um der deutschen Steuerpflicht zu entkommen. Dafür meldet sich Christoph aus Deutschland ab, wechselt monatlich seinen Aufenthaltsort. Er hat keinen festen Wohnsitz, und das alles, um keine Steuern mehr zu zahlen und keinem Staat anzugehören. Dabei hat alles ganz normal begonnen.

11. Lebensmittelpunkt als Kriterium zum gewöhnlichen Aufenthalt

J: Ja, er hat sich jetzt in Deutschland abgemeldet, haben wir ja schon besprochen, ist nicht wirklich relevant. Viel wichtiger ist, dass er den Schlüssel zu Hause abgegeben hat, keine Wohnung mehr in Deutschland hat und dass er jetzt auch nicht mehr in Deutschland seinen gewöhnlichen Aufenthalte hat. Gewöhnlicher Aufenthalt ist ja der Ort, wo ich für gewöhnlich bin. Also wo in der Regel meine Familie ist. Und wenn ich nicht arbeite, nicht zur Schule gehen und kein Business-Travel mache, mich dann an den Ort mich quasi zurückziehe.

Das hat er nicht in Deutschland, gehen wir mal von aus, und dann könnte er ja steuerpflichtig sein in anderen Ländern, wenn er 20 Länder pro Jahr bereist, könnte er ja in 20 Ländern steuerpflichtig sein. Und jetzt hat jedes Land sein eigenes Steuerrecht und wenn ich das deutsche Steuerrecht auf die ganzen Länder übertrage, können wir diskutieren: Wie siehst du das? Ist er dann in jedem Land steuerpflichtig oder nicht? Wenn er überall maximal einen Monat ist.

12. Ständiges Reisen vermeidet unbeschränkte Steuerpflicht

W: Genau, also ich glaube auch die Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland, das kriegt man noch ganz gut hin. Und das kann man recht gut und klar abgrenzen und verargumentieren. Das gleiche gilt eigentlich in den anderen Ländern. Wenn er da sich jetzt keinen Wohnsitz holt, immer nur einen Airbnb, in im Hotel ist für einen Monat und ein weiter reist, dann dürfte der wirklich in der Tat nirgendwo auf der Welt unbeschränkt steuerpflichtig sein.

13. An die beschränkte Steuerpflicht denken

Da haben wir aber die beschränkte Steuerpflicht und bei der beschränkten Steuerpflicht hängt’s schlicht davon ab, welche Einkünfte er erzielt. Und das ist das Thema, wo ich glaube, ganz viele Leute unterschätzen, weil sie eben denken: Ich bin doch gar nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig, ich muss ja auch keine Steuern zahlen. Wenn man aber eben keine entsprechendes Setup macht, wenn man eine gewisse Art von Einkünften erzielt, dann können die durchaus noch auch in Deutschland und zumindest in allen Ländern, die in Europa sind, die auch die westlichen Länder, weil da sind wir bei dem Punkt den du gerade erwähnt hast, ähnliche Regelungen wie Deutschland, ist man oft in einer beschränkten Steuerpflicht.

Klar, wenn ich mich in sogenannten Steueroasen aufhalte, wo wir nur Territorialitätsbesteuerung haben, wie Panama in dem Video, die interessiert’s was oft nicht was ich für Einkunft erziele, solange die außerhalb des Landes sind. Das kann funktionieren, aber dann muss ich wirklich mich immer genau informieren, in welchem Land ich bin, wie funktioniert das da? Weil sonst kann es schon passieren, dass ich theoretische zwei Jahre am Reisen bin, wirklich nirgendwo Steuer zahle, wenn man das unbedingt so aufsetzen möchte, aber in 20 Ländern theoretisch Steuerhinterziehung begangen habe.

14. Beschränkte Steuerpflicht auch bei kurzzeitigen Auslandsaufenthalten

J: Genau, also du sagst quasi, wenn ich für drei Wochen in Panama bin und aus Panamaquellen, weil ich da gekellnert habe oder was auch immer, Einnahmen generiere, bin ich dann zwar nicht unbeschränkt steuerpflichtig, weil ich da keinen Wohnsitzen, keinen gewöhnlichen Aufenthalt habe wie in keinem der Länder, aber dort ist meine Einkommensquelle, dass ich dann mit dieser Einkommensquelle punktuell dort beschränkt steuerpflichtig bin.

W: Genau, also müsste man dann immer in jedem Land prüfen. Ich kenne mich jetzt nicht für Panama aus, aber ich glaube, dass es in den meisten Ländern so. Meistens ist es ja sogar so, dass es noch mit einer Arbeitserlaubnis geknüpft ist und dass du das mit dir haben musst, aber die Arbeitserlaubnis oft direkt auf eine Steuerpflicht auslöst.

15. Beschränkte Steuerpflicht auch in Deutschland

J: Und dann kann ja auch sein, dass dann noch er für deutsche Kunden arbeitet oder für deutsche Auftraggeber und dann eventuell noch nach Rechnungen nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz schreibt, vielleicht auch nochmal dahin fährt, um die dann drei Tage zu beraten. Dann tritt natürlich auch eine deutsche beschränkte Steuerpflicht eventuell hervor, weil ja die Einkommensquelle aus Deutschland kommt. Müssen wir auch noch berücksichtigen. (…) Und das ist was jetzt hier total untergeht, weil irgendwo ist ja immer diese Einkunftsquelle, ob die aus Panama kommt, aus Spanien kommt, aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt. Irgendwo ist die Einkunftsquelle und irgendwo ist er dann steuerpflichtig.

16. Warum das Null-Prozent-Steuern-Szenario unwahrscheinlich ist

W: Also dieses Null-Prozent-Steuern zahlen, finde ich super schwierig, würde ich in 99 % der Fälle nicht empfehlen. Ich glaube er weiß was er macht, aber ich weiß nicht, ob er da auch nicht die eine oder andere, vielleicht auch bewusst, Lücke in Kauf nimmt und vor allem auch wenn du dann noch nicht keine Steuern zahlen willst und es dann auch zusätzlich so machst, dass du auch nirgendwo ein Unternehmen anmeldest, dass das auch wahnsinnig viel andere Probleme macht, das du kein Bankkonto bekommst und solche Sachen. Und das du keine ordentliche Rechnungen stellen kannst, sei mal dahingestellt. Kann ja auch sein, dass ich im Coaching Leistungen an Privatkunden erbringen. Die wollen keine Rechnung sehen. Aber wenn ich dann diesen Weg gehe, dann bin ich der Meinung, zumindest wenn ich noch irgendwie Anknüpfungspunkte mit Deutschland habe, dass es durchaus Probleme geben kann.

17. Bedeutung der erweitert beschränkten Steuerpflicht

Das ist aber ein sehr, sehr spezielles Thema, weil man dann unterschiedliche Risiken haben könnte. Und wir wissen da einfach auch noch zu wenig. Wir haben zum einen die beschränkte Steuerpflicht, aber auch die erweitert beschränkte Steuerpflicht. Und wir haben die Definition für eine Betriebsstätte als Grundlage. Und diese Methoden, dieses Geschäftsmodel, diese Art des Arbeitens, die ist so neu. Wir haben einfach kein Urteil. Und die erweitert beschränkte Steuerpflicht, ich weiß nicht, wie du das siehst, das ist ja sowieso so ein ganz großes Fragezeichen. Haben wir da verfassungsrechtliche Probleme? Haben wir europarechtliche Probleme? Was ist Niedrigbesteuerung? Das sind so viele Fragezeichen. Es wäre mal schön, die durch Gerichtsurteile so ein bisschen definieren zu lassen. Aber es will ja glaub ich das Finanzamt auch oft nicht, macht oft Vergleiche.

18. Austausch steuerlicher Daten mit anderen EU-Staaten

Das sind ganz viele theoretische Probleme, die sind glaub ich auch praktisch da. Vor allem, weil Deutschland ja auch und die EU und so weiter, Daten werden ja gesammelt. Gerade wenn ich irgendwie in Europa unterwegs bin. Wir haben ein Reisedaten, wir haben Bankdaten, wir haben Unternehmensregister, weil es gibt ja auch gewisse Setups mit Companies, wo ich zum Beispiel in Estland, was viele machen, wo ich keine Steuern zahle, aber ich hab hier eine Company registriert in Estland, da ist auch eine Buchhaltungspflicht, da sind die Daten da und da muss nur irgendwann Gesetze vielleicht kommen, vielleicht haben wir das schon.

Das versteht man ja immer nicht so ganz genau, was der Staat mit unseren Daten machen darf. Und ein Algorithmus, wie bei den Steuer-CDs, ein paar Jahre später auswerten. Und dann schicke ich mal Briefe raus ans Finanzamt. Dann schaue ich mal, was man mal so ein bisschen abklopfen kann.

J: Ja. Wir haben ja gerade zwei Punkte. Jetzt machen wir es mal kurz. Aber wir haben gesagt, die unbeschränkte Steuerpflicht hat er hinter sich. Der ist wahrscheinlich in jedem Land, wo er seine Einkunftsquelle hat, beschränkt steuerpflichtig. Gut, das könnten auch Niedrigsteuerländer sei, Bahamas, Panama und so weiter. Aber Einkunftsquellen aus Deutschland ist er dann wahrscheinlich dort beschränkt steuerpflichtig, je nachdem welche genau Dienstleistung er erbringt.

19. Erläuterung zur erweiterten beschränkten Steuerpflicht

Und das dritte ist, was ganz viele nicht auf dem Schirm haben, hast du gerade gesagt, § 2 Außensteuergesetz, also die erweitert beschränkte Einkommensteuerpflicht. Also für diejenigen die das jetzt nicht kennen, § 2 AStG Außensteuergesetz, einmal bei Google eingeben. Das betrifft diejenigen, die in Deutschland lange Jahre steuerpflichtig waren, dann in Deutschland alle Zelte abbrechen, ins Ausland ziehen, Einkünfte generieren. Dann müssen Sie diesen Einkünfte noch 10 Jahre rückwirkend in Deutschland doch versteuern, als sogenannte erweitert beschränkt Steuerpflichtige, wenn sie nicht nachweisen, dass diese Einkünfte, Einkünfte aus dem Ausland sind, ausländische Einkünfte.

20. Beispiel zur erweitert beschränkten Steuerpflicht

Und ich rede da mit meinen Studenten viel drüber, die sagen: „Herr Juhn, es müssen doch entweder inländische Einkünfte sein, dann bin ich nicht steuerpflichtig, oder es müssen ausländische Einkünfte sein, das sind inländische steuerliche Einkünfte aus Deutschland.“ Aber es gibt auch noch einen Topf dazwischen, und dann male ich das den Studierenden in der Tat so auf, ja. Und Beispiel, Zinseinkünfte aus Deutschland sind keine deutschen Einkünfte, weil sie nicht inländisch sind aus irgendeinem Grund, dass nur der Schweizer Käse mit ganz den Lücken und Bitcoin-Gewinne. Hatten wir auch einen Mandanten, den haben wir zur dir nach Zypern geschickt, weil Bitcoin-Gewinne dort nicht steuerpflichtig sind. Riesen Gewinn gemacht, wäre leider in der 10jährigen Spekulationsfrist drin gewesen, weil er damit Zinseinkünfte generiert hat. Und dann haben wir nach Zypern auswandern lassen, einen Tag später, nachdem er gelandete hatte alle verkauft, weil in Zypern sind die nicht steuerpflichtig. Bitcoin-Gewinne sind ausländische Einkünfte – also Entschuldigung – sind keine ausländische Einkünfte, also weder-noch, und die fallen in diese erweitert beschränkte Steuerpflicht rein. Nur wenn wir jetzt aufpassen würden, als deutsche Steuerpflichtige noch 10 Jahre alle Einkünfte versteuern müssen, wo wir nicht nachweisen, dass sie ausländig sind. Ich weiß es nicht, ob bei deinen Mandanten haben wir das auf dem Schirm oder musst du da immer explizit drauf hinweisen?

21. Kryptowährung in Bezug auf die erweitert beschränkte Steuerpflicht

W: Genau das sind eigentlich die zwei Bereiche, die ich auch sehe. Das ist zum einen die Zinsen, die ja dann, da ist ja auch oft einfach der Weg aus Deutschland abzuziehen, das Geld, weil wenn ich (.) es geht bei der weiter versteckten Steuerpflicht geht’s nur um die Zinseinkünfte von deutschen Gläubigern, die nicht gesichert sind. Wenn ich eine Versicherung hinter den Zinsen habe, dann sind sie sowieso beschränkt steuerpflichtig. Dann einfach auf ein anderes Bankkonto schieben und Zinseinkünfte von ausländischen Gläubigern einziehen, dann sind die auch nicht mehr in der erweitert beschränkten Steuerpflicht.

Aber wie gesagt ist es super tricky. Diesen Paragraph zu lesen ist der Horror, weil da nur mit Querverweis und Negativverweisen gearbeitet wird. Kryptoeinkünfte, bin ich auch bei dir, vor allem wenn wir über was mit Lending heißt es oder glaub ich, dass du Zinseinkünfte erzielst teilweise. Es gibt ja Kryptowährungen, die auch aus der Kryptowährung selbst wieder Einkünfte erzielen, wo du dann weitere andere Kryptos dieselbe Krypto bekommst sind wir in der zehnjährigen Frist bin ich auch bei dir. Da würde ich aber – und da jetzt wird es super spekulativ – eigentlich nur erweitert beschränkt steuerpflichtig, wenn sie in Deutschland liegen.

Was ist denn eine Kryptowährung, die in Deutschland liegt. Muss sie auf einer Deutschen Börse liegen? Muss ich mein Wallet, das ich mir ausdrucke auf dem Papier, muss sie sich in einer deutschen Schublade haben oder reicht das, wenn ich es in der tschechischen Schublade haben? Wäre das dann schon wieder nicht erweitert beschränkt steuerpflichtig? Müsste man mal den Gesetzgeber fragen, bekommt man wahrscheinlich keine wirklich Auskunft.

22. Zypern ist kein Niedrigsteuerland

J: Wir sind zum Ergebnis gekommen das Zypern ja kein Niedrigsteuerland ist – um einen Prozentpunkt knapp daran vorbei laut 2 AStG – und mit Zypern haben wir noch ein Doppelbesteuerungsabkommen und das Doppelbesteuerungsabkommen schlägt dann in der Tat die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach 2 AStG.

Ja, und Michael, wie siehst du das bei ihm? Er wird ja jetzt nicht Einzelunternehmer sein, sondern da wird ja auch irgendwo auf der Welt eine Gesellschaft haben, also entweder eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft. Du weißt es nicht, haben das vorher besprochen, aber was vermutest du, wo hat er denn die Gesellschaft? (…)

W: Ja, das ist natürlich, dann wird es ein bisschen spekulativ. Ist natürlich schwierig auch von der Besteuerung. Es ist ja aber meistens so, wenn ich eine Kapitalgesellschaft gründe, dann ist das eine andere juristische Person, dann ist die meistens in diesem Land des Sitzes auch steuerpflichtig. Es gibt natürlich ein paar Ausnahmen. Wenn ich eben eine Hongkong-Limited gründe, dann ist die möglicherweise auch nicht steuerpflichtig.

Deswegen kenne ich viele, die diesen Weg über eine Personengesellschaft, Einzelunternehmen in verschiedenen Ländern machen. Das kann aktuell oft in Kanada eine LP oder eine LLP sein. Das sind so diese diese (..) Unternehmensformen, wo man so ein bisschen die Wahl hat. In den USA ist es die US-LLC und wenn man das dann entsprechend in diesen Ländern so aufsetzt, dass es dort keine Kapitalgesellschaft ist, dann haben die dort keine Betriebsstätte. Dann zahlt man in diesen Ländern keine Steuern. Was geht aber, die USA und Kanada davon aus, dass derjenige das Einkommen dort versteuert, wo er seinen Wohnsitz hat, wo er lebt und so wie er dann, er lebt nirgendwo. Dann hat auch nirgendwo ein Wohnsitz.

23. Betriebsstättenlose Einkünfte fallen unter die erweitert beschränkte Steuerpflicht

Und dann muss man sich jetzt wirklich genau anschauen, was passiert, wenn er nach Deutschland kommt oder in anderen Ländern mit ähnlichen Rechtslagen. Und hier sehe ich durchaus das Risiko, dass wir entweder in die erweitert beschränkte Steuerpflicht fallen, die hatten wir gerade diskutiert, und in der erweitert beschränkten Steuerpflicht steht der (.) Paragraph 2 Absatz 1 des Aussteuergesetzes drin: betriebsstättenlose Einkünfte fallen unter diese erweitert beschränkte Steuerpflicht.

Jetzt kann man die sehr theoretische Diskussion aufmachen: gibt’s denn betriebsstättenlosen Einkünfte? Ich würde eher sagen Nein, weil sie Betriebsstätte ist immer, zumindest immer da, wo der Unternehmer sich aufhält. Wenn er einen festen Wohnsitz hat, irgendwo in der Welt, dann ist die Firma in der Regel, würde ich sagen, dauerhaft an diesem Wohnsitz. Wenn er das nicht hat, sondern wirklich ständig am Reisen ist, dann nimmt er quasi immer als Unternehmensleitung die Betriebsstätte mit.

Und wenn er dann zwei Monate nach Deutschland kommt, dann wird es eigentlich interessant, weil die beschränkte Steuerpflicht in 49 EstG sagt: Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind in Deutschland steuerpflichtig, weil wir hier eine Betriebsstätte haben und dann wäre er zu 2/12 möglicherweise in Deutschland steuerpflichtig. Die Alternative wäre, er wäre über die erweitert beschränkte Steuerpflicht voll steuerpflichtig in Deutschland.

Und das ist das Problem, was ich auch in der Beratung habe: ich kann es nicht final sagen, weil wir eben diese Definition der Betriebsstätte in der Form noch nicht gerichtlich entschieden haben. Aber ich kann sagen, dass ich eins von beiden sehe und dass ich nicht die Null-Steuer sehe, zumindest solange nicht, wie wir in Deutschland sind und eigentlich auch andere Länder, die eine ähnliche Rechtssituation haben.

24. Steuerpflicht bei Kapitalgesellschaften im Ausland

J: Wir müssen kurz ein bisschen Sortieren. Also die erste Aussage die du getroffen hast, ist, wenn du in einem Land eine Kapitalgesellschaft gründest, bist du dort auch steuerpflichtig. Also in Amerika, weil die ja dort eine juristische Person, einen Sitz, an den Gründungstaat anknüpfen. Das heißt, besser eine Art Personengesellschaft gründen, soweit es in Amerika eine Limited Liability Company, eine LLC, weil die kann man in Amerika sowohl als Kapitalgesellschaft, aber auch als Personengesellschaft auswählen, über das Check-The-Box-Verfahren und da wählen wir natürlich die Personengesellschaft aus, sodass wir nur durch die Gründung in Amerika nicht steuerpflichtig sind, sondern immer nur in dem Land, wo der Geschäftsführer seine Entscheidungen trifft und eine Betriebsstätte hat.

Betriebstätte ist in der Regel mindestens vier Wände und Dach obendrauf, also dieser Raum wäre eine Betriebsstätte. Und wenn ich hier meine Entscheidungen treffe, bin ich hier auch steuerpflichtig. Und wenn ich aber jetzt keinen festen Raum hab, sondern hast du gesagt, wenn ich jetzt immer von Land zu Land ziehe und auch mal kurz in Deutschland bin und sei es nur in einem Hotelzimmer und dann dort meine Entscheidung treffe, da bin ich nicht ganz mitbekommen, hat du gesagt, haben wir eine Betriebsstätte, oder haben wir dann da keine Betriebsstätte in Deutschland?

25. Bedeutung der Betriebsstätte bei der Steuerpflicht

W: Wenn wir nirgendwo sonst auf der Welt sagen können, dass da eine dauerhafte Betriebsstätte ist, weil es eine feste Geschäftseinrichtung ist, die wir aber – und das ist, das ist in meinen Augen aktuell das größte Problem, das wir im Steuerrecht haben und im internationalen Steuerrecht -, dass (.) die Definition einer Betriebsstätte so unfassbar wichtig ist, das sehen wir auch schon innerhalb Deutschlands, wenn es um Gewerbebetriebe geht oder Gewerbesteuer geht.

Ich habe ganz viele Mandanten, die haben ihre GmbH in Berlin oder an so einer Postadresse angemeldet, die leben aber sonst nirgendwo fest in Deutschland. Die fahren vielleicht einen Camper im Kreis. Dann sagt uns aber das Berliner Finanzamt, nein, wir wollen keine Gewerbesteuer, weil wir wissen, dass ist nur eine Postadresse, dann, ja, dann musst du woanders zahlen. Dann sage ich aber: „Ja, der wohnt nirgendwo sonst fest in Deutschland, wo soll er denn jetzt zahlen?“ Und diese Definition haben wir in dem Fall eben auch, er lebt irgendwo in der Welt, aber nirgendwo fest. Wenn er jetzt einen Wohnsitz hätte, wie wir ihn eingangs definiert hätten und da eine feste Wohnung hat, dann würde ich da hingehen und sagen, da ist der Ort der Geschäftsleitungsbetriebsstätte, da ist die Betriebsstätte dieser Firma und dort muss er alles versteuern.

Und wenn er das nicht hat, dann stellt sich die Frage, wo hat er eine Betriebsstätten? Ich bin der Meinung, dass wir immer eine Betriebsstätte haben, dass wir diese betriebsstättenlosen Einkünfte, dass es die nicht gibt. Ich glaube auch das es da eine BFH-Rechtsprechung zu gibt. Das dürfte auch die herrschende Meinung in der Literatur sein.

So, jetzt haben wir gesagt, wir haben immer definitiv irgendwo eine Betriebstätte, wo ist die? Er hat eine feste Wohnung. Er ist zwei Monate in Deutschland, dann nimmt er meiner Ansicht nach für zwei Monate nach sein Betriebsstätte mit nach Deutschland.

26. Erläuterung des Begriffs feste Einrichtung einer Betriebsstätte

J: Hm, also im § 12 Abgabenordnung – jetzt wird der fachlich unter uns, ist eigentlich nicht unser Ziel – steht ja drin, eine feste Einrichtung, und das Wort fest bedeutet, eben nicht beim Boden verankert, sondern das Wort fest bedeutet auf eine gewisse Dauer angelegt, also für über 6 Monate. Jetzt können wir da in der Tat unsere zweite Doktorarbeit drüber schreiben, ob, wenn ich jetzt nur einen Monat da bin und dann weiterziehe, ob das wirklich auf Dauer und fest ist, weil das Wort fest interpretiert man ja so 6 Monate rein. Sollte man zum Ergebnis kommen, dass man dann nicht überall jeden Monat eine andere Betriebsstätte hätte. Dann wäre es betriebsstättenlose Einkünfte.

Wenn wir aber deiner Meinung folgen und sagen, das wären jetzt wirklich immer ganz viele Betriebsstätten, die nur temporärer Art und Weise, dann würden wir ja das nächste Problem kommen mit der Steuerentstrickung, rein, zum Beispiel nach Deutschland und das heißt mit einem Verkehrswert rein, und beim Wegzug nach einem Monat wieder eine Steuerentstrickung, also mit einem Verkehrswert raus. Und die Wertsteigerung, die mein gesamtes Unternehmen zwischendurch erleidet, die müsste ich dann sogar immer in den Ländern haben auch für einen Monat komplett versteuern, wenn das bei ganz vielen kleinen Betriebstätten sein sollte.

27. Steuerverstrickung und Steuerentstrickung bei kurzzeitigem Inlandsaufenthalt

W: Ja genau, also ich weiß nicht, ob man da mit dem Finanzamt dann reden könnte und sagen, ja sorry, wir nehmen einfach denselben Wert für die Verstrickungen und die Entstrickung, aber ich würde davon ausgehen, dass wird dies und ich meine diese Unternehmer, die haben ja auch oft nichts anderes. Die sind, die haben vielleicht noch ein paar Mitarbeiter, aber die sind auch weltweit verstreut und nirgendwo fest. Dann bleibt einem fast nichts anderes übrig als zu sagen, die komplette Wertschöpfung für diesen einen Monat in Deutschland ist in Deutschland komplett beschränkt steuerpflichtig. Das heißt 1/12 des Jahresgewinns, ist in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. Das müsste die Konsequenz sein.

J: Ja, oder alternativ, wenn das nicht ist, sind wir in der erweiterten beschränken Steuerpflicht drin, eh komplett Steuerpflichtig, immer betriebsstättenlose Einkünfte, haben wir vielleicht noch die größere Katastrophe, weil da muss ich die Einkünfte 10 Jahre nach meinem Wegzug nachversteuern. Ich glaube nicht, dass der Kollege das so auf dem Schirm hat und das wird so einfach hier dargestellt: man wandert aus und macht eine Weltreise und da sind doch sehr, sehr viele Details, wir machen einfach mal weiter und gucken.

28. Weitere Betrachtung zum Video

Video:

Panama hat ein ortsbezogenes Steuersystem. Was man nicht in Panama verdient, ist komplett steuerfrei.

Heißt: importiert man Autos nach Panama und verkauft sie dort, muss man Steuern zahlen. Aber wenn man von Panama aus Autos in China kauft, ohne sie zu importieren und sie nach Deutschland verkauft, zahlt man keine.

Das Modell des steuerfreien Auslandseinkommens gibt es in 41 Ländern und das ist für viele verlockend.

J: Okay, stopp! Ja, er sagt jetzt quasi, wenn du ’ne Panama Company hast und mit dieser Panama Company woanders aktiv bist, zahlst’e in Panama keine Steuern. Ja, logisch. Aber du musst ja trotzdem irgendwo deine Betriebsstätte haben auf der Welt, wenn du gerade deine Weltumsegelung machst und dann bist du halt mit der Betriebstätte steuerpflichtig.

29. Spezialfall Weltumsegelung

W: Weltumsegelung ist nochmal ein ganz spannendes Thema, weil da hast du, wenn du das schaffst nirgendwo Kontakte zu den Ländern zu haben und dich immer außerhalb von Hoheitsgebieten bewegst und immer nur in Steueroasen anlegst, zum Einklarieren und zum – wie heißt es glaub ich, Einbunkern (.) mit Nahrungsmitteln – dann funktioniert das. Aber in dem Fall, das Ehepaar, das er da berät, das kann gut funktionieren, wenn sie sich neun Monate in Panama aufhalten, wenn die hier eine Wohnung haben, wenn sie ihre Panama Gesellschafft haben, ist alles fein. Dann haben sie eine Betriebsstätte dort vor Ort. Dann kriegen sie dann wahrscheinlich auch ein Ansässigkeitszertifikat. Wir haben jetzt kein Doppelbesteuerungsabkommen. Wäre in dem Fall aber nicht schlimm, weil die Betriebsstätte an sich ja schon von der Besteuerung in Deutschland schützt.

30. Vermeidung der deutschen Steuerpflicht bei Ansässigkeit im Ausland

Was aber das Problem ist, was er eben hat, was er eben nirgendwo auf der Welt nachweisen kann, dass er dort einen Wohnsitz hat, eine Betriebsstätte und deswegen ist es absolut zu empfehlen eine Ansässigkeitsbescheinigung, dass halt gegenüber dem deutschen Finanzamt nachweisen kann. Ich hab meine Wohnung in Panama. Ich hab ein Ansässigkeitsbescheinigung, das zeigt auch, dass ich da mehr als 183 Tage bin und faktisch ist dadurch meine Betriebsstätte dort vor Ort. Ist halt nicht besteuert, ist da das Steuerrecht mit Panama ist okay, da kann ich zwei Monate in Deutschland sein, ohne dass mir eine erweitert beschränkte Steuerpflicht droht und ohne dass mir eine beschränkte Steuerpflicht droht, weil wir halt eine Betriebsstätte in Panama haben.

Und das ist die ganz große Empfehlung. Und es gilt eigentlich unabhängig ob wir jetzt diese US-LLC machen, mit der wir halt auf 0 % runterfahren können oder eine andere Gesellschaft in Estland, Malta, Irland, in Zypern, wo wir ja immer so zwischen 10 bis 20 % Steuern liegen. Auch da gilt es: wenn ich keine Substanz nirgendwo in der Welt hab – und ich empfehle immer die Substanz im selben Land zu haben, weil es einfach so ein bisschen logisch einfacher ist -, dann ist die Frage, wo ist die Betriebsstätte.

Wenn das deutsche Finanzamt der Meinung ist, du hast für die Zeit, wo du in Deutschland bist, eine Betriebsstätte, bist du in der beschränkten Steuerpflicht. Und wenn wir keine betriebsstättenlose Einkünfte hätten, wo ist die Wahrscheinlichkeit ein bisschen niedriger sehe, dass das wirklich als Gesetz so funktioniert, dann hätten wir betriebsstättenlose Einkünfte, und dann wären wir noch in der erweitert beschränkten Steuerpflicht für zehn Jahre.

31. Schwieriges Thema, einfacher Rat: Substanz im Ausland schaffen

Es ist ein schwieriges Thema, aber deswegen ist halt auch die Empfehlung eigentlich relativ einfach. Und das können wir als deutsche Steuerberater wunderbar beurteilen, ob wir da ein Risiko haben, weil wir die DBAs verstehen, weil wir das deutsche Gesetz sehen und immer mit einer deutschen Brille auf das Gesamtsetup schauen können. Substanz im Ausland, Wohnsitz im Ausland, und dann bist du in den allermeisten Fällen auf der sicheren Seite. Machst aber bitte richtig und mach nicht irgendwelche Scheinmietverträge oder stelle irgendwelche Scheingeschäftsführer ein und solche Sachen: Panama Papers. Wir sind nicht in Panama unterwegs, kann alles um die Ohren fliegen und man weiß nicht, welche Daten aktuell gesammelt werden und in ein paar Jahren auswertbar sind.

J: Ja, also wenn ich in dem Land, in dem ich bin, auch wirklich bleibe, dort (?), dort eine Gesellschaft gründe und das dann auch noch ein Land ist, was nur dortige Gewinne versteuert und ich aber ausländische Gewinne generiere, alles fein. Dann kommen die in der Kapitalgesellschaft an. Für die Gewinnausschüttung werden dann die meisten Länder dann doch nochmal eine Steuer erheben, so kenne ich es zumindest. Aber die ist dann sehr niedrig und dann funktioniert das.

Was nicht funktioniert, ist mit der Gesellschaft wieder umher zu wandern, weil dann habe ich wieder ganz viele Betriebsstätten. Und was viele auch falsch machen ist, die gründen erst aus Deutschland die Panama-Gesellschaft, erschaffen da schon Werte und ziehen dann weg und dann habe ich ja eine Wegzugsbesteuerung. (..)

W: Das macht nicht so viel Sinn. Und vor allem wir haben ja noch eine Meldepflicht, wir müssen dem Finanzamt doch noch alles mitteilen. Finanzamt kriegt schon alles mit, was ich mache. Genau.

J: 138 Abgabenordnung.

W: Lieber die Füße still halten. Also da ist die Empfehlung ja erst auswandern. Deutsche kommen, wenn die weiterlaufen lassen muss man auch wieder viel beachten. Damit man keine Zwangsentstrickung oder solche Sache am Ende noch hat, aber wenn es nur so eine Übergangszeit von paar Wochen, Monate ist, dann kann es funktionieren, dass man dann ins Ausland geht und da gründet.

J: Und die meisten denken immer das ist eine Herausforderung. Gesellschaftsrechtlich und steuerrechtlich im Ausland und eine Company im Ausland zu gründen. Die Herausforderung mache ich im Internet für EUR 2.000 per Knopfdruck. Das ist teilweise auch für EUR 300 zu machen. Das ist überhaupt nicht das Problem. Das Problem ist eben aus deutscher steuerlicher Sicht, die Stolpersteine, was wir gerade gesagt haben. Erst Gründen ist ein Fehler, dann hätten wir die Meldepflicht, dann haben wir die Wegzugsteuer steuerfrei aus Deutschland raus kommen und nachträglich die deutsche Steuerpflicht vermeiden, weil die sind dann meistens aus Panama noch irgendwie in Deutschland wirtschaftlich aktiv. Das sind die deutschen steuerlichen Herausforderungen. Haben viele Mandaten, die bei uns Anfragen, auch nicht so auf dem Schrim. Okay, ich würde sagen wir gucken, einfach weiter.

32. Weitere Aussagen des Videos

W: Schauen wir uns das an.

Video:

Auch die heutigen Kunden sind mit dem deutschen Steuersystem unzufrieden und wollen mithilfe von Christophs Methoden etwas ändern.

Ist ja keine Steuerflucht, ist eigentlich mehr eine Steuervermeidung. Völlig legal.

Ich bin auch der Meinung, für die 70 %, was man wirklich an Abgaben hat in Deutschland kommt doch sehr wenig zurück, muss man sagen. Also das Verhältnis stimmt überhaupt nicht.

33. Analyse der Aussage zur Steuerlast in Deutschland

J: 70 % Abgaben in Deutschland. Ich meine der Einkommenssteuersatz beginnt bei 0 %, geht relativ schnell hoch bis 42 und ab einer Viertelmillion gilt dann noch mal der Reichensteuersatz von 45 plus Soli, plus Kirchensteuer. Wieso 70 %?

W: Ich gehe davon aus, dass da noch ein bisschen über Sozialversicherungsabgaben diskutiert wird, bisschen indirekte Steuern, aber die haben wir ja überall. Also zumindest indirekte Steuern. Die Länder müssen ja von irgendwas leben. Das stimmt schon. Aber man muss sich das schon ein bisschen genau anschauen. Es ist zum Beispiel auch so, dass ich sage bis zu einem Gewinn von EUR 25, 30.000, da macht das auch noch gar keinen Sinn, steuerlich auszuwandern.

Wir haben aber andere Themen, gerade das Thema Wegzugsteuern. Wenn ich aus Deutschland raus will mit meinem Unternehmen, ist natürlich der bessere Zeitpunkt, Je früher, desto besser. Aber es ist jetzt durch den progressiven Steuersatz, dauert schon eine Weile, bis man in dieser hohen Steuer steckt. Und ich weiß nicht, ob da jeder Unternehmer direkt da drin liegt, auch wenn man das natürlich immer so ein bisschen vorgekaut bekommt: 70 %, du kriegt nichts vom Staat.

34. Vorteile des Standorts Deutschland im Vergleich zum Ausland

Deutschland hat auch seine Vorteile, das merken auch viele Auswanderer. Also so ist das auch nicht. Es ist, man kann sich darüber streiten, ob die Bürokratie und die Nutzung der Steuergelder in Deutschland, ob das alles so angemessen ist, es ist vielleicht ein bisschen zu viel. Aber wir haben dafür ein paar andere Vorteile, die doch auch ganz nett sind für so ein Land. Also geh mal nach Panama und gründe da und versuch da mal einen Rechtsstreit zu gewinnen. Das ist mal eine andere Hausnummer.

J: Genau. Ich habe andere Mandanten – ich möchte jetzt das Land nicht sagen, aber die sind halt auch in einem Land wie Panama ausgewandert – und haben mir gesagt: „Christoph, schön das du uns rausgeholt hast, wir zahlen jetzt weniger Steuern. Aber wir brauchen wieder ein deutsches Bankkonto. Ist das ein steuerliches Problem?“ Habe ich gesagt: „Nee, kein Problem, Bankkonto hat keine steuerlichen Anknüpfungsmerkmale in Deutschland oder ist kein Anknüpfungsmerkmal.“

Und da habe ich gefragt, ja warum? Ja, wir verdienen momentan echt gut und wenn jetzt hier in dem Land, ich wills jetzt nicht sagen, sagen wir mal Panama, 10 Millionen Euro auf unserem Bankkonto ankommen, dann geht’s nicht um Steuerrecht, sondern da sagt die Bankmitarbeiterin der Mafia Bescheid und Abends stehen dann zwei Jungs mit fetten Kanonen bei uns vor der Tür und klopfen und sagen: „Ich hab gehört, sie haben heute 10 Millionen auf dem Bankkonto bekommen. Wir müssen uns unterhalten.“ Ja, du hast auf einmal zwei neue Freunde.

W: Ist ja auch eine Infrastrukturabgabe dort. (..)

J: Diese Problem haben wir in Deutschland nicht, zahlst dafür aber deine Steuern.

35. Wegzug ins Ausland ist für junge Unternehmer interessant

W: Muss man sich schon gut überlegen, aber ich glaube schon auch, dass es ein Weg sein kann. Also gerade für junge Unternehmer kann es durchaus ein legitimer Weg sein, wenn ich da sechsstellige Gewinne, da geht schon richtig was. Und wenn ich – es reicht, in meinen Augen schon so drei bis fünf Jahre auszuwandern, in der Zeit sein Unternehmen groß zu machen und dann vielleicht auch wieder zurückzugehen, weil das ist auch so ein Zeitraum, wo dann du sicher bist, dass Deutschland nicht mehr mit der unbeschränkten Steuerpflicht wedelt und du kannst (..) gut in dein Unternehmen reinvestieren und Werte im Ausland aufbauen, was vielleicht doch in Deutschland nicht ganz so gut möglich ist.

J: Das Coolste ist, Michael, das hab ich auch mit Mandanten gemacht. Ich habe die, die noch nicht viel Gewinn hatten, rausgeschickt ins Ausland in ein Niedrigsteuerland. Dann haben die dort Substanz aufgebaut, den Wegzug, haben die versteuern müssen. Das war nur nicht viel und dann sind sie mit einem Unternehmen, was ein enorm großen Wert hat, dann nach Deutschland zurückgekommen.

Und dann bewertet man das Unternehmen. Es gilt die Faustformel Jahresgewinn mal Faktor 10 ganz grob. Das heißt, wenn die EUR 500.000 Gewinn machen, mal Faktor 10, ist das Unternehmen 5 Millionen wert, also als Faktor des Jahresgewinn. Und dann kommen sie mit einem Firmenwert, einen Kundenstamm, Firmenwert, das Unternehmen hat ja einen Wert, im Zweifel den Firmenwert von EUR 5 Millionen nach Deutschland. In Deutschland darf ich beim Zuzug vom Ausland den gemeinen Wert, also den Verkehrswert ansetzen und da von diesem Verkehrswert abschreiben, im Zweifel über 15 Jahre. Dann gehe ich mit EUR 5 Millionen hin, Teile durch 15 Jahre und schreibe jedes Jahr – 5 Millionen, sind EUR 333.000. Die schreibe dann ab.

36. Umkehrung eines Steuernachteils in ein Vorteil

W: Absolut legitim. Deutschland macht hier eins zu eins das gleiche in die andere Richtung. Problem, was ich immer ein bisschen sehe, ist oft zum Beispiel Funktionsverlagerung. Sie haben den § 1 Außensteuergesetz. Außensteuergesetz ist ein Treaty override, ist ein absolut einseitiges Gesetz. Geht nur in die andere Richtung. Wenn ich reingehe, wäre ich mir nicht so unsicher, ob ich die Werte einer Funktionsverlagerungen ansetzen darf, die viel höher sind. (.) Aber wenn ich eine Verstrickung im Zuzug habe, wie du argumentiert hast, wo wir im Einkommensteuergesetz oder im Körperschaftsteuergesetz sind, dann geht es. Aber ich hab da jetzt persönlich noch nicht so die umfangreiche Erfahrung und ich gehe davon aus, du hast da einige Diskussionen mit dem Finanzamt, weil da wollen sie dann zulassen, aber in die andere Richtung wollen sie hinlangen, aber das absolut legitim.

J: Das haben wir in der Tat ja schon öfters gemacht und das geht nicht mit Kapitalgesellschaft. Das geht mit Personengesellschaften besser, weil ich muss ja die Betriebsstätte nach Deutschland holen und willst ja auch auf privater Ebene den Steuervorteil nutzen, mit dem 50 % Steuersatz und nicht mit 30 %, und die komme dann immer mit dem Argument, dass ein Firmenwert ja nicht aktivierbar sei, weil es ja selbst geschaffen. Aber das steht sogar in der Finanzverwaltungsrichtlinie drin, das in solchen Fällen der Firmenwert aktiviert werden kann.

Also wir kommen jetzt zu tief rein. Eigentlich wollen wir zeigen, dass es ganz viele Nachteile im internationalen Steuerrecht gibt, aber auch ganz viele Vorteile, die man nutzen kann.

W: Es gibt mit Sicherheit auch Vorteile, und da zählt mit Sicherheit eine gewisse Rechtssicherheit dazu. Auch wenn natürlich die Steuerbelastung bei sehr erfolgreichen Unternehmern, wo man kann sich zumindest streiten, ob die angemessen hoch ist oder ob man nicht sagen sollte, wir müssen eigentlich irgendwo mal eine Decke einziehen.

37. Fortführung des Videos

Video:

Er hält aber nicht nur in Steueroasen Vorträge, sondern auch da, wo aus seiner Sicht viel schiefläuft in Ländern mit komplexen Steuersystemen. Diesmal in Wien.

Willkommen zum Perpetual Travel Intensivseminar. Ich freue mich sehr, dass ihr bereits zum siebten Seminar hier nach Wien gefunden habt. Perpetual Traveling bedeutet quasi dauerhaftes Reisen. Perpete ist quasi jemanden, der sich aus Deutschland oder Österreich abmeldet, Lebensmittelpunkt in diesen Ländern vermeidet und deshalb aus der Steuerpflicht, aus der Sozialversicherungspflicht generell aus dem System aussteigt und vermeidet, in sämtlichen Ländern der Welt eben auch in dieses System hineinzukommen.

Die Seminare von Christoph sind trotz einer Teilnahmegebühr von knapp EUR 700 gut besucht. Für EUR 100 mehr gibt es auch eine Einzelberatung on Top. Dieser Klient möchte unerkannt bleiben.

Du bist ja hier, weil du freier leben möchtest. Vielleicht kannst mir einfach kurz erzählen, was deine Ausgangssituation ist.

38. Feststellung der beschränkten Steuerpflicht bei Vortragstätigkeit

J: Ja, Glückwünsch, dadurch, dass er Seminare hält, in Österreich oder auch in Deutschland, ist er ja direkt in der beschränkten Steuerpflicht. Das, was wir eingangs besprochen haben. (…)

W: Möglicherweise auch ein Steuerabzug. Also Steuerabzug ist ja, wenn man unterhaltende oder ähnliche Darbietungen ausübt, wo dann da die Grenze ist. Ob das jetzt bei einem Seminar der Fall ist oder nicht, oder ob das in der Moderation von einer großen Fernsehshow sein muss, sei doch mal dahingestellt. Aber es geht um die Ausübung. Und wenn die Ausübung eben in Deutschland oder Österreich ist und Österreich hat ja vieles von unseren Steuergesetzen kopiert, dürfte man zumindest in der Form in der beschränkten Steuerpflicht sein; ist richtig.

39. Gute steuerliche Beratung zum Auswandern ist wertvoll

J: Nix mit Null Steuern, sondern muss in dem Land Steuern zahlen, wo er Seminare hält, erstens. Zweitens, die EUR 700 Seminar-Teilnahmegebühr finde ich überhaupt nicht viel. Also wenn man strukturiert auswandern will, dann kostet das leider auch viel Geld.

Mein Paradebeispiel ist immer, das findet man im Spiegel Artikel von 1996, den gibt es auch online, wenn man da mal Peter Graf, Steffi Graf, Auswanderung, Schaumburg und Spiegel eingibt, 1996, findet man einen coolen Artikel.

Da war Peter Graf bei Flick Gocke Schaumburg, das war ja bei der Kanzlei, wo ich nach dem Studium war, quasi bei Professor Schaumburg und bei Herrn Dr. Flick, und der Peter Graf wollte mit seiner Tochter die Auswanderung und die Steuerreduktion beraten haben bekommen. Und dann hat man ihm auch gesagt, was es kostet. Was insgesamt gekostet hat, steht nicht drin, aber es steht drin, dass Peter Graf nicht bereit war, das Geld zu zahlen. Und Peter Graf wollte, so wörtlich in dem Artikel im Spiegel, nur einen kleinen Auftrag dalassen von DM 50.000, und dann hat man ein Gutachten bekommen – ist eine Top Kanzlei Flick Gocke – und ja, und das hat natürlich nicht gereicht, das hat man auch mit anderen Steuerberatern gemacht.

Und dann ging das Spiel so aus, dass man nachher vier Jahre Gefängnis bekommen hatte. Wo man dann auch zwei Jahre tatsächlich im Gefängnis war und auch nochmal 10 Millionen nachversteuern musste, weil man da an der falschen Stelle sparen wollte. (..) Das kostet mehr, also das kostet einen hören fünfstelligen Betrag, wenn man gut auswandern möchte, darunter, für EUR 700 geht das nicht. Also ist das Seminar schon Schnapper für EUR 700.

40. Umsetzung der steuerlichen Gestaltung bei Wegzug ins Ausland

W: Aber man bekommt ja eigentlich nur die Idee und nicht die Umsetzung. Und die Umsetzung ist so das Wichtige, dass man wirklich auch schaut, dass man konsequent das umsetzt, und es tut mir leid, wenn ich Steuern sparen will und aus Deutschland raus will und mir eine günstigere Company im Ausland und ein günstigen, steuergünstigen Wohnsitz suchen will, dann geht es halt einfach nicht, dass ich meine Wohnung in Deutschland behalte.

Und es ist jetzt das Beispiel mit dem Tennisspieler, aber das haben wir, habe ich und wahrscheinlich du auch in der Beratungspraxis: „Aber ich hab da so eine wunderschön eingerichtete Wohnung in Berlin kann ich die nicht einfach an meine beste Freundin untervermieten. Für die drei Monate, wo ich im Sommer in Berlin bin, da kann ich da dann noch wohnen?“ Kannst du. Aber da muss das auch richtig sein. Da muss die Freundin da fest drin wohnen, wenn die Freundin selbst ne Wohnung hat und die auf dem Papier noch die andere Wohnung anbietet: Nein, es geht nicht. Es tut mir leid. Richtig machen und nicht so im Graubereich sich bewegen, weil es ist das Risiko oder die Folgen, die sind einfach zu umfangreich.

J: Und dann die Fragen, woher soll das Finanzamt das denn überhaupt wissen oder erfahren? Ja, Steuer hinterziehen können wir alle. Also nicht jede Steuerhinterziehung kommt raus, dürfen wir auch gar nicht beraten, den Fall, aber das letzte ist natürlich noch ein bisschen problematisch, dass er auch Einzelfallberatung anbietet. Weil einzelne Steuerfälle beraten das können eigentlich nur Steuerberater. In Deutschland ist das so, ich glaube in Österreich ist das jetzt auch so, dass es Berufsrechtlich und strafrechtlich noch ein anderes Thema, aber da wollen wir uns nicht einmischen.

41. Auswandern – ein erfolgreiches Steuersparmodell?

Lass uns mal kurz festhalten, von meiner Seite würde ich gerne reinwerfen, wenn die Auswanderung gelingt, dann funktioniert ein Steuersparmodell, indem ich in ein Land ziehe, dort wirklich ansässig werde, dort eine Gesellschaft gründe und mit der Gesellschaft Tätigkeiten oder Dienstleistung erbringen oder Waren handel. Und wenn ich dann in einem Land bin, was nur dort Gewinne versteuert, ich aber Handel betreibe in anderen Ländern oder Dienstleistungen erbringen im Ausland, dann kann es sogar gelingen, dass diese Gewinne weder im Ausland steuerpflichtig sind, noch in dem Land, wenn ich dort nirgendwo in die beschränkte Steuerpflicht reinrutsche, und in dem Land, wo ich selber bin, ja da bin ich steuerbefreit, weil das dortige Steuerrecht, das so sieht – und das funktioniert durchaus. Und das habe ich zumindest regelmäßig in der Praxis und das wird bei dir ja genauso sein.

W: Genau. Und das finde ich auch absolut legitim. Wenn es sich einfach für ein Land entscheidet, das einem das erlaubt, dann liegt es ja auch in der Verantwortung der Länder und auch in der weltweiten Steuerwettbewerb, dass Länder das herausnehmen können.

Wie gesagt, der wichtigste Punkt ist eine gewisse Substanz aufzubauen, damit man eben dieses Hauptrisiko einer Betriebsstätte in Deutschland nicht hat. Es kann ja an vielerlei Sachen geknüpft sein. Und, genau, dann kann das durchaus funktionieren.

Man sollte sich halt vorher wirklich genau Gedanken machen, weil es schon ein bisschen davon abhängt, auf welche Art der Einkünfte man erzielt. Kapitalgesellschaft ist ein bisschen anders als in Personengesellschaft, selbstständige Einkünfte, Gewerbebetrieb. Man muss es sich einfach vorher vernünftig anschauen, aber dann kann es funktionieren. Halt bitte nicht blauäugig machen, weil sonst ist der Schaden in der Regel größer als der Nutzen, den man davonträgt.

42. Perpetual Traveling ist kein Steuersparmodell

J: Ja, das Modell auszuwandern und immer weltweit herumzureisen, um in keinem Land steuerpflichtig zu werden, halte ich für nicht möglich. Und da gibt es viele steuerliche Probleme. Entweder bin ich in jedem Land steuerpflichtig. Ich habe mal eine Steuerentstrickung, -Verstrickung, so wie das da dargestellt wird, das kann ich von meiner Seite nicht bestätigen.

W: Sehe ich genauso. Es ist, es sind sehr theoretisches Risiko und ich glaube, das ist so ein bisschen das Problem in der Praxis, dass wir keine Fälle haben, die da mal auch aufgeflogen sind. Und das ist natürlich da ganz viel dazugehört, bis ein deutsches Finanzamt davon etwas mitbekommt, weil die Daten ja auch nicht in Deutschland sind. Aber es ist einfach der Verdacht der Steuerhinterziehung, würde ich zumindest so bezeichnen wollen. Der steht im Raum und den wollen wir doch vermeiden und den kann man doch leicht vermeiden.

Ja, es kostet ein bisschen Geld, Substanz im Ausland aufzubauen und zwar bezahlt man dann auch seine 10, 15 % Steuern. Aber das ist ja immer noch ok, für den Lebensstil, den ich dann fahren kann und für die Rechtssicherheit, die ich mir dadurch hole.

J: Ja, und da fällt einem halt auch nicht auf, weil in der Regel alles Leute sind, die 30, 40, 50 oder EUR 100.000 im Jahr verdienen, überwiegend. Und es sind ja keine Multimillionäre, die nirgendwo einen festen Wohnsitz haben und mitlaufen, wie er aus dem Rucksack leben, wo die großen Standards dann zur Anwendung kommen würden. (…)

43. Steuerhinterziehung endet oft durch Anzeige Dritter beim Finanzamt

W: Genau. Wir sind ja auch in Deutschland und in der Regel haben die noch Familie, Freunde, Bekannte in Deutschland und (…) die Deutschen neigen doch auch mal dazu, sowas anzuschwärzen, wenn man dann zu groß erzählt: „Ja, ich habe hier jetzt EUR 100.000 Profit, keine Steuern gezahlt.“ Dann hinterfragen die Leute das. Man muss schon ein bisschen sehr sensibel mit seinen Daten umgehen, weil wir wissen ja alle, wie Steuerhinterziehung in den allermeisten Fällen auffliegt: durch Neider, die einen beim Finanzamt anzeigen, das sollte man sich dann auch mal bewusst sein. Deswegen ist es umso wichtiger, wenn ich mich doch für so einen Weg entscheide, dass ich genau weiß, was sind die Risiken und ich es dann ein bisschen unter unter dem Radar fahre.

J: Unter uns, wenn ich sowas mache, am besten nicht nur ein Artikel bei Galileo machen.

W: Genau.

44. Wegzugsbesteuerung auch bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften?

J: Noch der letzte Punkt, der Wegzug selbst, das ist ja auch eine Wissenschaft für sich. Wenn ich GmbH-Gesellschafter bin, wissen viele, gibt es die Wegzugsbesteuerung, geregelt im § 6 Außensteuergesetz, wie ist es denn wenn ich Einzelunternehmen bin oder Personengesellschaft? Erzähl mir was dazu.

W: Genau, da könnte man wahrscheinlich ein Video drehen, das noch dreimal so lang ist wie heute, aber (..) das ist natürlich auch wieder so ein praktisches Problem. Jeder kennt die Wegzugsbesteuerung. Keiner kennt das Thema Entstrickung, Funktionsverlagerung. Aber da sind wir auf Gesellschaftsebene und du musst dir eigentlich immer nur dabei deiner Auswanderung, immer nur eine Frage stellen: Mein Unternehmen, wie es jetzt dasteht, wenn ich das jetzt in Deutschland verkaufen würde, würde ich dafür Geld bekommen, ja oder nein? Wenn ich dafür Geld bekommen würde, müsste ich jetzt in Deutschland zu 30, 40, 50 % Steuersatz versteuern. Gehe ich ins Ausland, verkauf’s drei Monate später, ist es dort steuerpflichtig. Es kann ja nicht sein, dass Deutschland das gut findet, und deswegen gibt es zumindest immer die Entstrickung, aus der Funktionsverlagerung kommen meistens noch über Escape-Klauseln raus.

Und da muss man sich einfach überlegen, hab ich hier eine Marke? Hab ich ihren Kundenstamm? Hab ich hier eine Software entwickelt, die einen Wert hat? Und dann müsste ich die doch auch steuerpflichtig ins Ausland transferieren. Jetzt darf man nicht vergessen: Wegzugsteuern gelten für alle Unternehmensformen. Da muss man sich auch immer genau informieren.

45. Steuerentstrickung einer GmbH findet auf zwei Ebenen statt

J: Und bei der GmbH, hab ich die auch auf zwei Ebenen auf Ebene der GmbH und auf Ebene des Gesellschafters, wenn er wegzieht, muss er Wegzugsteuer zahlen. Wenn die GmbH auch noch weg zieht, muss die auch nur die sogenannte Steuerentstrickung bezahlen, 30 % Körperschaftsteuer/Gewerbesteuer auf ihren eigenen Firmenwert und Firmenwert geht ja immer Jahresgewinn mal Faktor 10, ganz grob so ne Daumenformel, und bei Einzelunternehmen und bei Personengesellschaften hab ich nicht die Wegzugsteuer, sondern nur die Steuerentstrickung wie bei der GmbH selbst auch.

Wenn ich als Gesellschafter wegziehe und von meinen beiden Unternehmen Einzelunternehmen und Personengesellschaft würde in Deutschland bleiben mit Betriebsstätte, Mitarbeiter, Warenbestand und so weiter, alles gut. Aber in der Regel wandern Personengesellschaften oder Einzelunternehmen ja auch mit und dann hab ich da auch die sogenannte Entsrickungsteuer, mit einem Steuersatz von 50 % auf den Unternehmenswert. Unternehmenswert immer Jahresgewinn mal Faktor 10, so ungefähr. Wissen viele auch nicht.

46. Erst auswandern, dann Firma gründen

W: Das hatten wir ja aber auch vor 10 Minuten, knapp: geh erst auswandern, dann im Ausland gründen und dann das Unternehmen in Deutschland abschließt, aber zeitnah. Möglichst innerhalb desselben Wirtschaftsjahres, möglichst innerhalb vor ein paar Monaten, weil sonst hat man wieder diese Follow-up-Probleme.

47. Wegzugsbesteuerung auch in anderen EU-Ländern

Es ist leider alles nicht so einfach. Also vielleicht haben wir in 10, 20, 500 Jahren ein Steuerrecht, das eine internationale Mobilität zulässt. Aktuell sehe ich es nicht. Ich sehe vor allem auch so eine gewisse Ungerechtigkeit, selbst innerhalb Europas. Nehmen wir einen ganz einfachen Fall. Ein Unternehmer zieht aus privaten Gründen für zwei Jahre nach Frankreich, danach für zwei Jahre nach Schweden. Er hat nur Scherereien, nur Probleme. Entweder er nimmt seine Unternehmen mit, oder er lässt sein Unternehmen in Deutschland, hat dann ständig Wegzugsbesteuerung.

48. Besonderheit des DBA’s Frankreich-Deutschland

Ich glaube, das DBA mit Frankreich ist das einzige Land, wo auch anerkannt wird, dass eine Wegzugsbesteuerung auf der Gegenseite als Anschaffungskosten erkannt werden. Ich glaube, es ist das einzige DBA, wo das explizit drin steht. Und das sind so Punkte. Ich verstehe dann auch, dass die Mandanten, zumindest auf europäischer Ebene, nicht mehr so ganz nachvollziehen können, was das für ein Aufwand ist und warum das so kompliziert sein muss. Aber ist leider so.

J: Ja, na gut, im umgekehrten Fall, man sieht auch Frankreich nach Deutschland haben wir ja auch die Regelung, dass die Wezugsteuer von Frankreich nach Deutschland als Anschaffungskosten anerkannt wird. Aber ok, ist eine Wissenschaft für sich, Thema Wegzugsteuer.

49. Erfahrungsaustausch mit Michael Wohlfart

Ja, sehr schön, Michael, sehr schön, dass du dir die Zeit genommen hast, das du das heute gemacht hast. Das ist ein Thema, wird viele interessieren. Du machst mehr so die privaten Themen mit mittleren Unternehmen, Wegzug. Hast du viele, die jetzt umwandern, hast du vorhin zu Beginn gesagt, eher nicht. Du hast auch die, die in ein Land auswandern und da dann (..) komplett stationär tätig werden?

W: Ich hab in der Tat viele, die nicht diese 183 Tage erfüllen. Und das macht es noch viel schwieriger. Also ich finde, dass man sich nicht wegen Steuerrecht seinen Lebensstil vorschreiben lassen dürfte. Man muss aber ein bisschen schauen. Also es gibt zumindest ein paar Länder, Zypern ist da ein Beispiel, aber auch Deutschland, da reicht ja der Wohnsitz für ein Steuerzertifikat. Du musst ja, (..) in Deutschland ist ein Steuerzertifikat mehr oder weniger ein Steuerbescheid, als unbeschränkt Steuerpflichtiger, reicht ja der Wohnsitz, musst ja nur 5 Tage im Jahr in Deutschland sein, dann kriegst du und Steuerzertifikat aus deutscher Sicht.

Es bringt dir nur relativ wenig, wenn du wenig Steuern zahlen willst. Es gibt halt ein paar Länder wo man noch ein Steuerzertifikat bekommt, wenn man ein sauberes Setup hat. Heißt man sollte dann auch einen Wohnsitz haben. In Zypern musst du nur 60 Tage sein, musst aber zwingend 365 Tage eine Residence haben, also einen Wohnsitz. Und dadurch kann man das dann schon ein bisschen machen.

Leider sind wir oft im Graubereich unterwegs, müssen halt dann schauen, dass wir das Setup insgesamt so wählen, dass es so halbwegs passt, weil wir können – das Schöne ist, wenn du Substanz im Ausland hast, ist es manchmal nicht ganz so schlimm, wenn unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland wirst, weil man dann immer schauen muss, wo ist die Ansässigkeit. Und selbst wenn die Ansässigkeit in Deutschland ist, könnte man immer noch mit dann schon viel, viel Substanz argumentieren, dass die Firma an sich im Ausland ist, wenn da die Geschäftsführung nachweisbar ist, wenn da Substanz ist, dann ist es nicht sofort in Deutschland steuerpflichtig. Ist bei diesem Setup was der Herr im Video hat, der ist sofort in Deutschland voll steuerpflichtig, wenn er in die unbeschränkte Steuerpflicht reinrutscht.

50. Ratschlag zum Auswandern von Michael Wohlfart

J: Ja, okay. Letzte, letzte Info von dir, du bist nach Zypern gegangen. Bereust du den Schritt? Würdest du das wieder machen? Kannst du Zypern empfehlen? Jetzt unabhängig von den Steuersätzen, die ihr dort habt?

W: Also meine wichtigste Empfehlung für jeden, der es sich überlegt auszuwandern ist, im ersten Schritt komplett Steuern ausblenden. Such dir ein Land, wo du dich wohlfühlst. Was bringt dir ein Land – ich weiß es nicht, will jetzt keine Länder verunglimpfen – aber was bringt ein Land wie Dubai, wenn du das sieben Monate im Jahr leben willst, aber wenn du insgesamt dich nicht wohl fühlst? Das macht keinen Sinn. Das hältst nicht langfristig durch. Das funktioniert irgendwo nicht. Was bringt es dir, steuerlich auszuwandern, wenn du total an deiner Familie in Deutschland hängst, du dann auf einmal wieder 184 Tage in Deutschland bist, weil du unbedingt bei deiner Familie sein willst? Mach dir solche Gedanken. Im ersten Schritt: Steuern ausblenden, um zu sagen, will ich raus und wo fühle ich mich wohl. Wenn du das gut beantworten kannst, dann kannst du dir natürlich die Länder so wählen, dass das auch so ein bisschen steuerlichen Sinn macht. Ob du jetzt auf Mallorca oder Zypern lebst, ist glaube ich von der Kultur, von Klima und so weiter, macht da relativ wenig Unterschied. Aber in Spanien steuerpflichtig werden, das ist nochmal ein bisschen umfangreicher, komplexer als Deutschland.

J: Das stimmt wohl, das stimmt wohl. Super! Ja dann wirklich vielen Dank für deine Zeit.

W: Gerne.

J: Ja, laden wir das hier einmal bei YouTube hoch. Und ich freue mich auf die Resonanz. Abonnieren Sie gern den Kanal. Wenn Sie Fragen haben, kommentieren Sie die gerne unten drunter. Ich werde da regelmäßig reinschauen, kommentieren. Michael, du kannst es gerne genau so tun. (…)


 

Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei Gewinnausschüttungen, Nutzung von Verlustvorträgen)
  2. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  3. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH
  4. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)
  5. Umfassende Beratungen im Internationalen Steuerrecht (Quellensteuerabzug, Wegzugsbesteuerung, Hinzurechnungsbesteuerung)
  6. Entwicklung individueller Gestaltungsmodelle im internationalen Steuerrecht, beim Unternehmenskauf/-verkauf und bei Umstrukturierungen)
  7. Einrichtung von DATEV Unternehmen online
  8. Erstellung der Finanzbuchhaltung
  9. Führung der Lohnkonten
  10. Beratung zu Stiftungen als Alternative zur Unternehmensnachfolge

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
Köln

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Telefon-/ Videokonferenz

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Viele Mandanten haben Angst vor einer verdeckten Gewinnausschüttung, einer sogenannten vGA. In diesem Video zeige ich genau, zu welchen steuerlichen Folgen diese vGA führt und ich erkläre auch, warum eine vGA gar nicht so schlimm ist, wie alle Mandanten es zunächst annehmen.

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1. Verdeckte Gewinnausschüttung: Einleitung

Mein Name ist Christoph Juhn, ich bin Steuerberater in Köln, und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften, und wir betreuen die Kapitalgesellschaften, also meistens GmbHs, dann nicht nur auf Ebene der Gesellschaft, sondern natürlich auch die Gesellschafter und die Anteilseigner und Geschäftsführer dahinter selbstverständlich direkt mit.

Und deswegen beraten wir auch sehr viel zum Thema verdeckte Gewinnausschüttung. Das liegt quasi jeden Tag auf unserem Schreibtisch. Und Sie wissen alle, es gibt hier eine normale Gewinnausschüttung. Wir nennen das auch offene Gewinnausschüttung. Und daneben gibt es die verdeckte Gewinnausschüttung. Wir gucken uns als allererstes mal an eine normale Struktur.

2. Rechenexempel zur offenen Gewinnausschüttung

2.1. Besteuerung der GmbH

Wie wird denn eine offene Gewinnausschüttung besteuert? (…) Ja, das sind Sie als GmbH-Gesellschafter. Ich unterstelle 100 %. Und mein typisches Rechenbeispiel: Sie machen 150 Geldeinheiten Gewinn in der GmbH und dann müssen Sie 15 % Körperschaftsteuer, plus ungefähr knapp 1 % nochmal Soli, plus Gewerbesteuer 14, 15 %. Hier in Köln sind’s 17 % und das sind etwa 33 % in der Summe. Deswegen rechne ich jetzt mal mit 33 %. Das kann ich gut rechnen. Bleiben EUR 100 netto übrig. Und (.) dieser Gewinn ist nun als Betrag in der GmbH drin.

Die Details dazu habe ich bereits in einem anderen Video gemacht. (…) Schauen Sie sich das einmal an.

2.2. Besteuerung der offenen Gewinnauschüttung

Und wenn Sie dann eben ausgeschüttet werden, kommt die Dividende hier oben an und wird mit 25 % nachversteuert, sodass 75 % netto übrig bleiben. Wenn ich vorher die 150 Gesamtgewinn vergleiche mit EUR 75 nach Steuern, sind das etwa 50 %, die ich an Steuern gezahlt habe, bei einer offenen Gewinnausschüttung.

Haben Sie Fragen zur
verdeckten Gewinnausschüttung?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten:

3. Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?

Und was genau ist jetzt eine verdeckte Gewinnausschüttung? Bei einer verdeckten Gewinnausschüttung macht die GmbH erst einmal wieder einen Gewinn von 150. Aber jetzt bekommt der Geschäftsführer eine überhöhte Vergütung, bekommt so viel Geschäftsführergehalt, bekommt zu hohe Mietzahlungen für ein Haus, das er vermietet oder zu hohe Zinszahlungen oder stellt seine Frau noch an, obwohl die Ehefrau gar nicht arbeitet, und so weiter und so fort. Und dann würde die GmbH EUR 150 in die Betriebsausgaben buchen und hätte gar keinen Gewinn mehr.

Stattdessen kommt bei ihm EUR 150 Geschäftsführergehalt oder Miete oder was auch immer an und das ist jetzt keine Dividende, das sind keine Einkünfte aus Kapitalvermögen, sondern das sind normale Angestellteneinkünfte. Ja, die werden mit 42 % besteuert. Also irgendwo zwischen 0 und 45 %. Die meisten sind ja bei 42 %. Und 42 % auf 150 das sind EUR 63. (..) Strich drunter, dann bleiben unterm Strich (..) EUR 87 netto. Das ist mehr als EUR 75 netto.

Jetzt hab ich hier bisschen Soli vergessen. Ich hab auch bisschen Kirchensteuer vergessen. Wie man das ganz genau ausrechnet, dazu empfehle ich Ihnen das Video Gewinnausschüttungen, wie diese besteuert werden. Ja, aber dann ist es detailliert.

Aber wir sehen das Geschäftsführergehalt – ich mache mal hier, (…) Geschäftsführergehalt, das wird niedriger besteuert, als die offene Gewinnausschüttung. Deswegen neigen die Mandanten jetzt dazu, mehr Gehalt zu zahlen, das möglichst weit nach oben zu führen, anstatt eine offene Gewinnausschüttung.

4. Besteuerung einer verdeckten Gewinnausschüttung

4.1. Feststellung einer verdeckten Gewinnauschüttung bei der Betriebsprüfung

Und wenn der Betriebsprüfer kommt und sagt, dieses überhöhte Gehalt ist nun eine verdeckte Gewinnausschüttung, was macht der dann? (…) Der nimmt diese verdeckte Gewinnausschüttung und sagt: „Hör mal, du hast EUR 150 (..) bekommen, überwiesen bekommen. Die sind jetzt keine Gehaltszahlung, sondern die sind eine verdeckte Gewinnausschüttung und auf diese EUR 150 musst du Kapitalertragssteuer zahlen, also (.) den Abgeltungssatz von 25 % auf 150.“ Ein Steuersatz von 25 % sind EUR 37,50. Strich drunter, macht er unterm Strich EUR 112,50.

Aha. Eine ganz andere Zahl. Eine ganz andere Zahl. Er hat jetzt netto auf einmal viel mehr bei der verdeckten Gewinnausschüttung.

Und was passiert auf GmbH-Ebene? Auf GmbH-Ebene, da wurden ja EUR 150 überwiesen und eigentlich hätte die GmbH einen Nettogewinn machen müssen von EUR 150, damit sie 150 ausschütten kann. Und dann gucken wir uns das mal an. Damit ich netto EUR 150 ausschütten kann, hätte die GmbH einen Gewinn von 225 machen müssen, weil 33 % auf 225, ist eine Steuerlast von EUR 75.

Aha. (…) Eine vGA führt also dazu, dass ich auf privater Ebene 37,50 nachversteuern muss und die GmbH nochmal EUR 75 Steuern nachzahlen muss. Das ist also unterm Strich eine Steuerbelastung von EUR 112,50.

4.2. Vergeleich der Steuer: offenen vs. verdeckte Gewinnausschüttung

(…) Dafür habe ich aber unterm Strich 112,50 rausgeholt. Ist also eine Steuerbelastung von 50 %. In dem mittleren Fall, wo ich das Geschäftsführergehalt gezahlt habe, habe ich Steuern gezahlt von EUR 63. Da ist meine Steuer EUR 63 und unterm Strich habe ich netto EUR 87. Das ist eine Steuer von 42 %. Und hätte ich die offene Gewinnausschüttung gemacht, da hätte ich eine Steuer von in der Summe über alle Steuern von 75 gezahlt, 50 und 25, und habe netto 75, ist also auch eine Steuerbelastung von 50 %. Und hieran merken wir, dass die verdeckte Gewinnausschüttung prozentual genauso besteuert wird, wie die offene Gewinnausschüttung, nämlich in der Summe mit 50 %. Nur die Steuerzahllast ist natürlich eine andere. Ich vergleiche natürlich jetzt eine Steuer von EUR 112,50 bei der vGA mit einer Steuer von EUR 75 bei der offenen Gewinnausschüttung.

Das kann ich aber nicht vergleichen, weil bei der einen Variante hole ich auch noch 75 netto raus und bei der anderen hol ich 112,50 raus. Prozentual werden beide Varianten gleich belastet. Deswegen ist es die Strategie eines GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführers, möglichst viel Gewinn raus zu holen über das Geschäftsführergehalt und dort auch an die Grenze des Zulässigen zu gehen, weil diese Geschäftsführervergütung wird ja nur mit 42 %, plus Soli, plus Kirchensteuer besteuert.

4.3. Verzinsung der Steuernachzahlung bei der vGA

Würde er das nicht machen, würden die Gewinne drin bleiben und er würde ganz normal irgendwann eine offene Gewinnausschüttung vornehmen müssen, dann hätte er 50 % netto. Aber wenn er dann ans Maximale geht mit seinem Gehalt und es irgendwann umqualifiziert in eine vGA, ja dann muss er zwar ein bisschen Steuern nachzahlen, nicht 75, sondern in der Summe EUR 112,50 das sind mehr Steuern, aber dafür hat er natürlich auch netto mehr rausgeholt.

Manchmal fragen die Mandanten noch: „Herr Juhn, wenn ich mir erst ein Geschäftsführergehalt gezahlt hab, hab ich zuerst EUR 63 gezahlt. Jetzt muss ja die GmbH auf einmal EUR 75 nachzahlen und auf privater Ebene bekomme ich quasi ja nur eine Steuer von 37,50. Bekomme ich als Privatperson die Differenz zwischen EUR 63 und EUR 37,50 dann auch erstattet vom Finanzamt?“ Ja, natürlich, wenn das Finanzamt feststellt, Gehalt war zu hoch, ich muss in die vGA gehen, bekomme ich die Differenz zwischen 37,50 und 63 auf privater Ebene natürlich erstattet und die GmbH muss nachzahlen.

Der große Nachteil der vGA ist aber dann, dass ich plus 6 % Zinsen auf diesen Nachzahlungsbetrag zu zahlen habe, weil die Betriebsprüfung kommt in der Regel 3, 4, 5 Jahre später.

Aber diese 6 % liegen gerade beim Bundesverfassungsgericht. Da ist zu erwarten, dass das auf 2 bis 3 % in den nächsten Jahren gesetzlich reduziert wird.

5. JUHN Partner – Beratungsexpertise zur GmbH-Besteuerung

Ja, Sie merken, wir haben uns auf die GmbH-Besteuerung spezialisiert. Wenn Sie dazu Fragen haben, wir beraten Sie gerne. Nehmen Sie diese Berechnung doch einfach mal als Anlass, Kontakt zu uns aufzunehmen.

Wir betreuen Sie langfristig, nicht nur bei der Definition der Höhe des Geschäftsführergehaltes, sondern auch bei der Finanzbuchhaltung, bei der Abschlusserstellung, bei der Lohnbuchhaltung und der Steuererklärung, sowohl auf GmbH-Ebene als auch auf privater Ebene. Schauen Sie auf unsere Webseite. Zu diesem Thema haben wir ein Blog-Beitrag verfasst und auf unsere Webseite allgemein finden Sie so viele Informationen zur Besteuerung von Kapitalgesellschaften. Und vergessen Sie nicht, diesen YouTube-Kanal hier zu abonnieren. Und bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltung von Personengesellschaften schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  2. Optimierte Besteuerung der GmbH & Co. KG
  3. Gestaltungsberatung zur Gewinnausschüttung von Personengesellschaften
  4. Beratung im Zusammenhang mit der Besteuerung von Beteiligungen an Personengesellschaften bei Erbschaft

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Leider beschäftigen sich nur sehr wenige Steuerberater damit, wie Einkünfte aus Kryptowährungen, insbesondere aus Bitcoins, besteuert werden. Deswegen schauen wir uns heute mal die vier Einkunftsarten an: erstens die Besteuerung von Tradinggewinnen, zweitens von Mining, drittens von Cloud Mining und viertens vom Lending. Also seien Sie gespannt und bleiben Sie dran.

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die Besteuerung von Bitcoins und anderen Kryptowährungen spezialisiert. Dabei arbeiten wir auch individuelle Gestaltungsmodelle für unsere Mandanten aus. Aufgrund der aktuellen Relevanz haben wir mehrere Beiträge zu diesem Thema publiziert:

Datum

Thema
22. Oktober 2018 Besteuerung von Bitcoins und Kryptowährungen
29. Januar 2019 Bitcoins & Kryptowährungen: Wegzug ins Ausland ermöglicht steuerfreien Verkauf
18. Juni 2020 Video: Kryptowährungen & Bitcoins: Besteuerung von Trading / Lending / Mining & Cloud-Mining (dieser Beitrag)
25. August 2021 Neue Regeln zur Besteuerung von Bitcoins & Co. – BMF-Schreiben soll Klärung schaffen

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1. Vortrag zum Thema Kryptowährungen beim Steuerberaterverband

Mein Name ist Christoph Juhn, ich bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften. Und so kam es, dass ich jetzt für den Steuerberaterverband den Vortrag gehalten habe zur Besteuerung von Bitcoins, elfmal, zirka 100 Steuerberater anwesend. (…) Ich habe natürlich die Präsentation und den Blogbeitrag (…) auf meiner Webseite. Und wir gehen jetzt einmal durch und dazu springen wir direkt auf die relevante Folie zur Besteuerung von Bitcoins (…). Das war ein dreistündiger Vortrag. Nach der Pause habe ich begonnen: Folie 75, Bitcoins und Kryptowährungen.

2. Was sind Kryptowährungen?

2.1. Kryptowährungen sind Internetwährungen

Jetzt nochmal ganz vorne angefangen: Was sind überhaupt Kryptowährung und Bitcoins? Nicht Euro, nicht Dollar. Ja, das ist etwas ganz anderes. Das ist eine Internetwährung. Es gibt ganz viele Internetwährungen. (…) Die bekannteste Internetwährung ist natürlich der Bitcoin. Das haben auch alle regelmäßig in den Tagesthemen gelesen. Auch alle Steuerberater haben das Wort schon mal gehört.

2.2. Entwicklung des Werts von Bitcoins

Sie sehen hier, ich habe mir eine Grafik rausgeholt von Finanzen.net. Da sehen sie, wie sich das in den letzten Jahren entwickelt hat. Also sehr, sehr, sehr positiv. Der Bitcoin war teilweise über 16.000. Jetzt ist er wieder bei gut 8.000 Dollar pro Bitcoin. Dafür müssen Sie nicht immer einen ganzen Bitcoin kaufen. Sie können auch ein Zehntel oder Hundertstel Bitcoin kaufen. Mittlerweile können Sie weltweit an vielen Stellen damit bezahlen.

2.3. Warum man mit Kryptowährungen bezahlen kann

Und das ist ja keine anerkannte Währung in dem Sinne. Aber die Parteien haben sich darauf geeinigt. Das ist ungefähr so, als würde ich ein anderes Wirtschaftsgut zum Handel zu lassen. Also würde ich mit Präsentern handeln und sagen, ja, der Computer kostet jetzt nicht 100 Euro und nicht ein Bitcoin, sondern der Computer kostet 27 Präsenter. Könnte man sich ja darauf einigen. Macht nur der Mediamarkt oder der Conrad nicht. Ja, bei Bitcoins ist das so langsam im Kommen und da schauen wir uns mal an, welche vier (.) Möglichkeiten kann es geben?

Fragen zur Besteuerung von Kryptowährungen?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten:

3. Mit Kryptowährungen kann man 4 Gewinnarten erzielen

3.1. Gewinn mit Trading

Das eine ist Trading, komme ich gleich im Detail zu, aber jedenfalls ist Trading der bloße An- und Verkauf von Bitcoins oder anderen Kryptowährungen. Damit kann es Gewinne oder Verluste erwirtschaften.

3.2. Gewinn mit Mining

Das Mining ist das selbständige Schürfen. Da müssen Sie sich vorstellen, da ist jemand im Keller – übertrieben dargestellt, so hab ich das zumindest meinen Steuerberater-Kollegen erzählt, also Leuten, die davon noch nie etwas gehört haben – und hat eine große Rechenmaschine und schürft selber, also mit einem unglaublichen EDV-Einsatz und Energieeinsatz, entwickelt der aus dieser, ja aus dieser mathematischen Formel noch einen weiteren Bitcoin. Es kann maximal 21 Millionen Bitcoins geben; wir steuern gerade auf die 19 Millionen zu. Ja, aber jeder weitere Bitcoin zu errechnen braucht unglaublich viel Energieeinsatz. Momentan ist es so, dass das in Deutschland sich kaum noch lohnt. Deswegen schließt man sich häufig im Ausland zusammen, weil dort die Energie günstiger ist.

3.3. Gewinn mit Cloud Mining

Weil ich natürlich jetzt nicht im Ausland etwas selbstständig betreiben möchte, kann ich mich zur sogenannten Cloud Mining zusammenschließen. Das heißt, mehrere Leute schließen sich zusammen und machen eine Art Fonds. Das können fünf Leute sein oder zehn Leute. Es kann auch Hunderte und Tausende Leute sein, die eine Person damit beauftragen, zum Beispiel in Sibirien oder in Ungarn, ja, einen Server stehen zu haben, eine Rechenmaschine stehen zu haben und damit neue, ja, neue Bitcoins zu identifizieren. Ja, da stellt sich auch die Frage, wie ist das steuerlich zu erfassen?

3.4. Gewinn mit Lending

Und zu guter Letzt, kann ich natürlich meine Bitcoins auch verleihen. So, wie ich 100.000 Euro verleihen kann, kann ich auch drei Bitcoins verleihen und als Gegenleistung bekomme ich Zinsen.

Und da gehen wir einzeln durch. Ich habe ziemlich viel Text an dieser Präsentation oder in dieser Präsentation mitgebracht. Ich springe einfach mal durch, ich les‘ jetzt nicht jedes einzelne Wort durch.

4. Besteuerung von Kryptowährungen – Trading

Trading jedenfalls ist, ja, das bloße An- und Verkaufen von Kryptowährungen, das macht man an Börsen, und da unterscheiden wir Steuerrechtler einmal zwischen dem Verkauf innerhalb von einem Jahr und dem Verkauf nach Ablauf von einem Jahr. Wenn ich innerhalb von einem Jahr kaufe und verkaufe, dann bin ich ausnahmsweise steuerfrei. Ganz kleingedruckt steht da, Gewinneinkünfte unter EUR 600, also unter EUR 600 bin ich auch innerhalb von einem Jahr steuerfrei. (…)

Aber in der Regel bin ich ja über EUR 600. Wenn ich dann von einem Jahr verkaufe, bin ich leider komplett steuerpflichtig nach § 23 EstG. Nach Ablauf eines Jahres gilt der Grundsatz, der Veräußerungsgewinn ist steuerfrei. Das ist die Spekulationsfrist im § 23. Bei Grundstücken wären das zehn Jahre bei allen anderen Wirtschaftsgüter ist es ein Jahr. Bitcoins sind andere Wirtschaftsgüter; sind ja keine Grundstücke.

Und hier gibt es eine Ausnahme: die Frist verlängert sich bei Bitcoins auf 10 Jahre, wenn ich in einer Zwischenzeit Einkünfte damit erzielt habe. Und das ist in der Praxis bei unseren Mandanten, die wir da beraten – wir beraten da ja ziemlich viel zu Bitcoins – ein Problem. Weil die Mandanten verleihen die Bitcoins im Rahmen des Lendings und bekommen als Gegenleistung Zinseinnahmen. Und diese Zinseinnahmen sind natürlich Einkünfte und diese Zinseinnahmen verlängern die Steuerpflicht auf 10 Jahre.

5. Besteuerung von Kryptowährungen – Mining

Kommen wir zur zweiten Möglichkeit Einkünfte zu erzielen, dem sogenannten Mining. Mining bedeutet ja Schürfen neuer Coins oder Token. Und das mache ich in der Regel mit Nachhaltigkeit. Also wenn ich selber mir einen Rechner kaufe mit viel Energiebedarf, ja dann habe ich das mit Nachhaltigkeit, Selbstständigkeit und Gewinnerzielungsabsicht. Und die Steuerrechtler unter Ihnen Wissen sofort was gemeint ist. Das sind die Schlagwörter dafür, dass die Person, die das macht, gewerblich tätig ist. Und mit dieser Gewerblichkeit bin ich in der Regel im § 15, also in der gewerblichen Einkunftsart drin und muss diese Einkünfte komplett der Einkommenssteuer unterwerfen und auch komplett der Gewerbesteuer unterwerfen.

Und jetzt gibt es das Kleingedruckte hinten im § 46 EStG. Da wäre ich unter EUR 410, das ist hier wieder das Kleingedruckte, steuerfrei. Wenn ich Angestellter bin und nebenbei aus dem Mining EUR 410 nur an Gewinn mache, ist es steuerfrei. Aber vom Grundsatz her bin ich ja immer da drüber und damit in der vollen Steuerpflicht. Und damit nicht nur eine Einkommenssteuerpflicht, sondern zusätzlich auch noch in der Gewerbesteuerpflicht drin.

6. Besteuerung von Kryptowährungen – Cloud Mining

Und damit komme ich zur dritten Möglichkeit, dem sogenannten Cloud Mining. Beim Cloud Mining ist es so, dass ich ein Dienstleistungsvertrag in der Regel abschließe mit jemandem, der das für mich macht. Kann jetzt sein, dass 10 Leute zusammen einen solchen Dienstleistungsvertrag abschließen und irgendwo im Ausland dann Rechner gemeinsam anmieten. Was sind denn das für Einkünfte?

Und dann muss man unterscheiden: Machen Sie das mit Einflussmöglichkeit oder ohne Einflussmöglichkeit? Also können Sie die Hashrate und die Taktrate bestimmen? Können Sie die Location bestimmen? Können Sie bestimmen, wie viel Rechner (.) gekauft werden und so weiter und so fort. Wenn Sie diese Einflussmöglichkeit haben, dann nennen wir Steuerrechtler das Mitunternehmer-Initiative. Und wenn Sie zusätzlich ohnehin noch diese Mitunernehmer-Risiken haben, nämlich dass alles Geld weg sein kann und das Sie aber auch positiv erhebliche Gewinne machen, haben Sie Mitunternehmer-Risiko positiv und negativ und zusätzlich noch Mitunternehmer-Initiative, weil sie Einfluss haben. Und beides zusammen führt dazu, dass sie Mitunternehmer sind. Mitunternehmer wie bei einer GmbH & Co. KG Sie auch Mitunternehmer sind. Und wenn sie Mitunternehmer sind, haben sie gewerbliche Einkünfte nach § 15 und diese gewerblichen Einkünfte unterliegen vom Grundsatz her auch der Gewerbesteuer. Das heißt, sie sind gewerblich tätig.

Wenn Sie allerdings ohne Einfluss agieren und nichts bestimmen können, sondern nur dieses Risiko haben, dass alles weg sein kann oder sie erhebliche Gewinne machen, das spielt keine Rolle, wenn Sie nur Risiko haben, aber keine Einflussmöglichkeiten haben, dann können Sie nicht gewerblich sein. Das ist keine gewerbliche Tätigkeit. Dann ist das tendenziell private Vermögensverwaltung an dieser Stelle. Ja, und so wird das Cloud Mining besteuert.

7. Besteuerung von Kryptowährungen – Lending

Und ganz zum Schluss noch die vierte Möglichkeit, das sogenannte Lending. Da verleihen Sie Ihre Bitcoins und andere Kryptowährungen an andere Personen und bekommen als Gegenleistung natürlich Zinsen. Die Zinsen sind verhältnismäßig hoch. Dafür gibt es verschiedene Plattformen, auf denen Sie das machen. Das habe ich beim Steuerberaterverband auch ausführlich alles dargestellt, weil die meisten Kollegen damit jetzt nicht so viel Berührungspunkte haben.

Und diese Zinseinnahmen sind ganz normal mit 25 % steuerpflichtig. In der Beratungspraxis ist nur das Problem, dass Sie das alles automatisiert machen, sehr viele Transaktionen haben, wir von unserem Mandanten riesen Excel-Listen bekommen, das auszuwerten. Und das witzig ist, wenn ich hundert Euro verleihe, bekomme ich drei Euro Zinsen. Aber wenn ich zwei Bitcoins verleihe, bekomme ich 0,7789, weiß ich nicht, Bitcoins zurück. Und das muss ich zum tagesaktuellen Kurs natürlich in Euro umrechnen. Und das macht die Steuererklärung an dieser Stelle so kompliziert.

8. JUHN Partner – Beratung zur Besteuerung von Kryptowährungen

Das war es von meiner Seite, wie Kryptowährungen, insbesondere Bitcoins, besteuert werden, welche Einkunftsmöglichkeiten sie haben und wie diese Einkunftsmöglichkeiten auch in die Steuererklärung oder in der Steuererklärung zu erfassen sind. Wir beraten dazu sehr viel. Wir machen auch jede Steuererklärung in diesem Bereich, die erforderlich ist. Das ist natürlich eine kompliziertere Thematik. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie gerne einmal an. Wir schauen dann, was wir für Sie tun können, und beraten Sie in allen Bereichen sehr gerne.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Allgemeine Beratung zu GmbH-Besteuerung (Gründung, Vermeidung von Betriebsaufspaltungen, Steuerreduktion bei Gewinnausschüttungen, Nutzung von Verlustvorträgen)
  2. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  3. Optimierte Besteuerung der GmbH

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort
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Wenn Sie Einzelunternehmer sind oder Personengesellschaft sind, zahlen Sie sowohl Einkommensteuer als auch Gewerbesteuer. Das wäre eigentlich eine Doppelbelastung und zur Vermeidung dieser Doppelbesteuerung, hat der Gesetzgeber sich entschieden, dass man die Gewerbesteuer, damals mit dem 1,8fachen, auf die Einkommensteuer anrechnen kann. Zum 1. Januar 2008 hatte er diese Anrechnungsmöglichkeit dann deutlich erhöht von 1,8 auf das 3,8fache auf die Einkommenssteuer. Das ist deutlich besser und jetzt durch Corona soll man die Anrechnung weiter erhöhen können und zwar auf das 4,0fache des Gewerbesteuermessbetrages. Und was genau diese Gewerbesteueranrechnung ist, wie man die ausrechnet, das schauen wir uns heute in diesem Video einmal an.

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1. Einleitung zur Gewerbesteueranrechnung

Herzlich Willkommen, mein Name ist Christoph Juhn, ich bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften. Aber natürlich beraten wir auch Mandanten in der Rechtsform der Personengesellschaft oder des Einzelunternehmens. Und da gibt es ja den Effekt der Gewerbesteueranrechnung. Und das schauen wir uns heute gemeinsam einmal an.

2. Beispiel zur Gewerbesteueranrechnung

2.1. Berechnung des Gewerbesteuermessbetrags

Ich habe hier eine Personengesellschaft mitgebracht und wir unterstellen, dass diese Personengesellschaft einen Gewinn macht von 100 000 Euro. Und ja, diesen Gewinn von EUR 100.000 kann ich jetzt reduzieren, um einen Freibetrag von EUR 24.500 bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen, ja, bei der Gewerbesteuer, sodass ich bei der Gewerbesteuer nur EUR 75.500 erfassen muss. Und jetzt sagt das Gesetz an dieser Stelle: multipliziere das bitte mit 3,5 %, sodass sie an dieser Stelle, ja, 2.642,5 als sogenannten Gewerbesteuermessbetrag haben, und das teilt das Finanzamt der Gemeinde mit.

2.2. Berechnung der Gewerbesteuer

Und die Gemeinde wird das dann multiplizieren, mindestens mit 200 %. Das ist der Mindesthebesatz für Gemeinden. Das geht theoretisch hoch bis 900, da gibt es auch eine Gemeinde in der Eifel, aber viele sind so bei 400, 450 bis maximal 500 %. Also sagen wir mal bis 500 % und ein realistischer Wert sind 450 % Gewerbesteuerhebesatz von der Gemeinde. Dann nehme ich das noch mal 4,5 und dann bin ich bei einer Gewerbesteuer von EUR 11.891.

2.3. Gewerbesteueranrechnung

Ja, das ist meine Gewerbesteuer an dieser Stelle und auf 100.000 gesehen sind das circa 11,8 % oder 11,9 %, weil ich habe ja noch den Freibetrag. Wenn ich jetzt nicht 100.000 Gewinn mache, sondern 100 Millionen, ist der Freibetrag wirtschaftlich egal. Ich rechne in der Praxis dann immer ungefähr mit 15 %, weil das ein realistischer Wert ist.

So, was passiert bei der Einkommensteuer. Er muss EUR 100.000 versteuern – die Gewerbesteuer selber kann er nicht als Betriebsausgabe abziehen – und zahlt hierauf irgendwo zwischen 0 und 42 % Reichsteuersatz, ja sogar 45 %. Ich nehme mal 42 %, das ist ein bisschen viel bei nur 100.000 Gewinn. Aber angenommen, das wäre so; sind EUR 42.000. Er hat ja bereits auch unten die 11.891 an Gewerbesteuer gezahlt. Das fehlt ja von der Gesamtliquidität.

Haben Sie Fragen zur
Gewerbesteueranrechnung?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten:

3. Verfassungsrechtliche Bedenken zur Gewerbesteuer

Und das wäre jetzt eine zu hohe Gesamtbelastung 42 % und ungefähr nochmal EUR 12.000. Damit kommen wir über EUR 50.000 hinweg und über EUR 50.000, damit über 50 %. Und das ist verfassungsrechtlich ein bisschen problematisch. Das könnte fast eine Enteignung sein, wenn jemand 100.000 verdient, dagegen EUR 90.000 an Steuern weg. Das wäre fast eine Enteignung. Und deswegen sagt der Gesetzgeber, das ist in der Summe ein bisschen viel.

4. Einführung der Gewerbesteueranrechnung

Es muss jetzt einen Rabatt geben – und jetzt fängt es an, kompliziert zu werden. Die Einkommenssteuer bekommt ja der Bund, und die Gewerbesteuer bekommen ja Städte und Gemeinden. Und man kommt jetzt die Gewerbesteuer wegfallen lassen. Ja, das will man aber nicht, weil dann bekommen die Städte und Gemeinden nichts mehr.

Und man könnte jetzt die Einkommensteuer von 42 % auf 30 % reduzieren. Das will natürlich der Bund nicht, weil dieser Rabatt gäbe es ja nicht nur für Gewerbetreibende, sondern gäb’s ja auch für Angestellte und alle anderen.

Und deswegen hat der Gesetzgeber sich überlegt: diejenigen, die schon Gewerbesteuer gezahlt haben (11.891), können diese Gewerbesteuer anrechnen auf die Einkommensteuer. Ja, und was genau rechnet man da jetzt an? Man rechnet hier den Gewerbesteuermessbetrag, die 2.642, die kann man anrechnen.

Ursprünglich war das das 1,8 fache, dann war es seit 2008 das 3,8fache, also mal 3,8, und jetzt soll es demnächst 4,0fache werden, so der Vorschlag der großen Koalition. Und wenn ich das jetzt einmal ausrechne: das sind die 2.642,5 mal 4,0, sind das an dieser Stelle, wo ich quasi eine Gutschrift auf die Einkommensteuer bekomme von 10.570, sodass ich unter dem Strich eine Gesamtbelastung habe von EUR 56.679 und damit also ja, 56 %, die ich an dieser Stelle netto generiere.

Ja, das ist die Gewerbesteueranrechnung unten, was ich den Gewerbeertrag mal 3,5 sind 2.600, multipliziert mit ursprünglich 1,8, jetzt 3,8 und in Zukunft wahrscheinlich 4,0, sodass ich oben den gedanklichen Rabatt auf die Einkommensteuer zahlen muss, sodass ich unterm Strich nicht mehr EUR 42.000 Einkommenssteuersteuer überweisen muss, sondern noch EUR 32.000.

5. Vollumfängliche Beratung zur Gewerbesteueranrechnung bei JUHN Partner

Ja, das war’s von meiner Seite. Vergessen Sie nicht, den (.) Kanal zu abonnieren uns bei Facebook und YouTube zu folgen. Und wenn Sie Fragen haben, sei es zur Besteuerung von Kapitalgesellschaften oder zur Besteuerung von, ja, Personengesellschaften, wir haben da einen vollumfänglichen Beratungsansatz. Das heißt, wir gucken uns erst Ihre Steuerstruktur an und versuchen diese dann noch zu optimieren und betreuen sie langfristig im Rahmen der laufenden Steuerberatung. Das heißt, wir übernehmen die Finanzbuchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärung und so weiter und so fort. (…)


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltung von Personengesellschaften schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

  1. Individueller Rechtsformvergleich zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  2. Optimierte Besteuerung der GmbH & Co. KG
  3. Gestaltungsberatung zur Gewinnausschüttung von Personengesellschaften
  4. Beratung im Zusammenhang mit der Besteuerung von Beteiligungen an Personengesellschaften bei Erbschaft

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Die Große Koalition hat entschieden, den Verlustrücktrag von einem Kalenderjahr in das unmittelbar vorangegangene Kalenderjahr von EUR 1.000.000 zu erhöhen auf EUR 5.000.000. Und gleichzeitig haben wir noch die Möglichkeiten des Verlustvortrags in unbegrenzter Höhe im Rahmen der Mindestbesteuerung. Und was genau ein Verlustrücktrag und ein Verlustvortrag sind, das schauen wir uns heute in diesem Video an.

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1. Corona-Verluste rücktragen und vortragen: Einleitung

Herzlich willkommen! Mein Name ist Christoph Juhn, ich bin Steuerberater in Köln und unsere Kanzlei hat sich auf das Unternehmensteuerrecht spezialisiert, insbesondere auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften.

Und jetzt gibt es vom 3. Juni 2020 ein Ergebnis des Koalitionsausschusses und der will ja die Konjunktur ankurbeln, hat dazu über 50 Maßnahmen praktisch ins Leben gerufen und will die jetzt umsetzen.

2. Maßnahmen der Bundesregierung

Und unter Ziffer 5, ja, da gibt es eine neue Regelung zum Verlustrücktrag. Dort steht der steuerliche Verlustrücktrag wird gesetzlich für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal EUR 5.000.000, bei zusammen veranlagten EUR 10.000.000, erweitert. Aha.

Und zusätzlich noch: Es wird ein Mechanismus eingeführt, wie dieser Rücktrag unmittelbar finanzwirksam schon in den Steuererklärungen 2019 nutzbar gemacht werden kann, zum Beispiel über die Bildung einer steuerlichen Corona-Rücklage. Das schafft heute die notwendige Liquidität und ist bürokratiearm umsetzbar. Die (…) Auflösung der Rücklage erfolgt dann spätestens bis Ende 2020.

Und wie funktioniert das nun mit dem Verlustrücktrag und Verlustvortrag? Den gibt es ja auch in unbegrenzter Höhe, den braucht man nicht zu erhöhen. Ja, da gibt es bisher kein Limit.

Fragen zur Verlustvortrag und Verlustrücktrag?

Unsere Kanzlei hat sich hierauf besonders spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin mit unseren Steuerberatern und Rechtsanwälten:

3. Rechenbeispiel zum Verlustvortrag und Verlustrücktrag

3.1. Verlustvortrag und Verlustrücktrag: Ausgangssituation zum Rechenbeispiel

Und wie genau funktioniert das mit dem Verlustrücktrag und Verlustvortrag?

Ich hab hier mal etwas vorbereitet. Wir sagen, wir machen im Jahr 2020 einen Gewinn von EUR 10.000.000. Also müssen deutlich über eine Million hinauskommen, sonst macht das keinen Spaß, die Berechnung, sonst wird sie zu einfach. EUR 10.000.000 Gewinn. Und in 2020, ja, da kommt Corona, da machen wir einen deutlichen Verlust. Ich sage mal von ebenfalls EUR 10.000.000.

3.2. Verlustvortrag & Verlustrücktrag: Keine direkte Verrechnung von Verlusten und Gewinnen

Und man würde ja jetzt meinen, ganz spontan, dass man die beiden Jahre miteinander verrechnen kann. Das geht so einfach aber nicht, weil, ich kann an dieser Stelle einen Verlustrücktrag vornehmen. Ja, und den konnte ich bisher nur in Höhe von EUR 1.000.000 vornehmen. Jetzt soll ich den bis zur Höhe von 5 Millionen vornehmen können. Im Jahr 2019 habe ich vielleicht schon 50 % Steuern gezahlt. Das waren dann EUR 5.000.000. Wenn ich jetzt die EUR 5.000.000 zurücktragen kann, kann ich rückwirkend den Verlust im Jahr 2019 ansetzen und muss unterm Strich nur noch 5 Millionen versteuern.

5 Millionen mal einen Steuersatz von 50 %, ergibt eine Steuer von nur 2,5. Und wenn ich das so mache und ich habe die 5 Millionen schon gezahlt und müsste aber nur 2,5 rückwirkend bezahlen, bekomme ich unterm Strich 2,5 Millionen Steuern an dieser Stelle wieder erstattet aufgrund meines Verlustrücktrages.

Ja, also das ist Verlustrücktrag von einem Jahr, wo ich einen Verlust mache, den Verlust zurück zu tragen in das Jahr davor, in das Jahr 2019.

3.3. Kommt auch ein Verlustrücktrag in das Jahr 2018 in Frage?

Komme ich auch in das Jahr 2018 rein? Nein, das geht nicht. Man kann immer nur ein Jahr den Verlust zurücktragen und früher war das eben nur EUR 1.000.000, beziehungsweise bei Ehegatten waren es EUR 2.000.000. Und das wird jetzt verfünffacht. Bedeutet, bei, ja, bei EUR 1.000.000 Einzelveranlagung oder GmbH-Besteuerung gehe ich hoch auf EUR 5.000.000 Rücktrag um bei zusammenveranlagten Ehegatten, da kann ich von 2 Millionen hochgehen auf EUR 10.000.000.

3.4. Verlustvortrag des verbleibenden Verlusts

Gut, wir haben das jetzt mit EUR 5.000.000 gemacht. Und wie geht das Spiel dann weiter?

Von meinen EUR 10.000.000 hab ich 5 Millionen zurückgetragen ins letzte Jahr. Bleiben also noch 5 Millionen übrig. Diese 5 Millionen trage ich nun vor. Die Differenz von 10 und 5 trage ich vor in das Jahr. Verlustvortrag an dieser Stelle, dann noch die übrig gebliebenen EUR 5.000.000.

Und was passiert im nächsten Jahr? Im nächsten Jahr, ich unterstelle mal einen Gewinn von EUR 2.000.000, dann greift bei diesem Verlustvortrag jetzt noch eine weitere Besonderheit, die sogenannte Mindestbesteuerung im § 10d Absatz 2.

3.5. Verlustvortrag und Verlustrücktrag: Beschränkung der Verlustverrechnung

Die besagt: von EUR 2.000.000 kannst du EUR 1.000.000 sofort abziehen. Das heißt, du musst, wenn überhaupt, nur noch eine versteuern und von der EUR 1.000.000, da greift, wie gesagt, die Mindestbesteuerung. Die sagt: kannst du nur 60 % abziehen, also minus 0,6, musst du mindestens 0,4, also EUR 400.000 versteuern. Also eine Million kann ich immer sofort verrechnen von meinem Gewinn in dem Jahr. Bleibt noch eine Million übrig und davon dann 60 % kann ich verrechnen, aber 40 % muss ich, ja, die muss ich versteuern. Mal meinen Steuersatz von 50 % sind gleich EUR 200.000 Steuern.

3.6. Auflösung des restlichen Verlustvortrags

Und jetzt geht das Spiel immer so weiter. Jetzt hab ich noch einen. Ich markiere ihnen das hier einmal. Von meinen ursprünglichen EUR 5.000.000, hab ich schon 5 Millionen abgezogen. Bleiben noch diese 5 Millionen übrig. Von diesen 5 Millionen hab ich nochmal eine Million abgezogen und von dieser eine Million hab ich nochmal 600.000 abgezogen. Unterm Strich bleibt jetzt ein Verlustvortrag übrig von ab EUR 3.400.000.

Und wenn ich jetzt wieder einen Gewinn mache, von EUR 5.000.000, kann ich von EUR 5.000.000 eine Million wieder sofort abziehen, bleiben vier Millionen übrig. Von vier Millionen 60 % kann ich auch abziehen. Das sind an dieser Stelle dann 2,4. Strich drunter: muss ich noch 1,6 versteuern, mal 50 % Steuern, und das sind 0,8.

Wieviel bleibt von meinem Verlustvortrag jetzt übrig? Wir gucken: ich bin mit einem Verlustvortrag von 3,4 reingegangen. Habe hier eine Million abgezogen, hier nochmal 2,4 abgezogen, unterm Strich ist mein Verlustvortrag jetzt komplett aufgezehrt und so passiert das mit dem Verlustvortragen aus dem Jahr 2020. Die werden jetzt zurück getragen (bis zu 5 Millionen) und dann vorgetragen bis in alle Ewigkeit, aber mit dem Effekt pro Jahr nur eine Million. Darüber hinaus 60 % Verrechnungsmöglichkeiten.

4. Verlustvortrag & Verlustrücktrag – unsere Empfelungen

Ja, das sind die Neuerungen zum Verlustvortrag, zum Verlustrücktrag. Abonnieren Sie uns; nicht vergessen, hier unten bei YouTube und auch bei Facebook und bei Instagram. Und wenn Sie Fragen haben, ja, dann steht Ihnen unsere Kanzlei sehr gerne zur Verfügung. (…)


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung für Unternehmen spezialisiert. Bei der steuerrechtlichen Gestaltung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

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