Für Familien mit mehreren Unternehmen ist die doppelte Holding der ideale Ansatz zur Strukturierung. Dabei stehen sowohl die Optimierung der Steuern im Vordergrund als auch die für alle Familienmitglieder beste Ordnung der Beteiligungen und Verantwortlichkeiten. Noch spannender ist allerdings, dass die doppelte Holding für Familien auch die Freiheit bereit hält, ins Ausland zu ziehen, ohne dass Wegzugsteuer anfällt. Und auch auf Ebene der regulären Besteuerung bietet die doppelte Holding Steuervorteile.

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Unser Video: Doppelte Holding mit 9 Firmen

In diesem Video erklären wir, wie die Familie de Schepper ihre Unternehmen in eine doppelte Holding transferiert.

Inhaltsverzeichnis


1. Doppelte Holding für Familien – Einleitung

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer betrachten ihr Unternehmen als multiple Herausforderung. Produkte, Marketing, Finanzierung und viele weitere Aspekte des Business müssen bedacht und klug entschieden werden, und doch kann auch manches eine unverhoffte Wendung nehmen. Insbesondere bei Familienunternehmen geht dann auch schnell Geschäftsführung und Familienleben ineinander über, stellt somit besondere Anforderungen. Aber wie muss es da sein, wenn man gleich mehrere Familienunternehmen führt? Außerdem ist dabei auch die Besteuerung ein stets relevantes Thema, das man beachten sollte. Schließlich geht es aber ebenso um die Unternehmens- und Vermögensnachfolge.

Wie gut, dass es dafür eine ideale Lösung gibt, nämlich die doppelte Holding für Familien. Sie eignet sich sowohl zur Strukturierung der Beteiligungsverhältnisse innerhalb der Familie als auch zur Eingliederung externer Gesellschafter, Investoren etwa. Das wiederum erleichtert einen späteren Exit, sollte dieser je in Betracht kommen. Im gegenteiligen Fall ist die doppelte Holding für Familien aber ebenso gut geeignet, um die Unternehmensnachfolge zu regeln. All dies gelingt mit der doppelten Familienholding sogar steueroptimiert. Wie? Das zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

2. Doppelte Holding für Familien: Beteiligungen strukturieren

2.1. Unternehmerischer Erfolg führt zu Neugründungen

Beginnen wir mit der Betrachtung der Beteiligungsstrukturen in einem Familienkonzern. Meist ist es ja so, dass die Eltern oder Großeltern ein Unternehmen gründeten und dies zu einigem Erfolg führten. Und Erfolge sind oft ein Türöffner für weitere unternehmerische Gelegenheiten. Allein schon der Umstand, dass man die Unternehmensgewinne gerne in Immobilien investiert, kann zu weiteren Unternehmensgründungen führen. Aber auch für Innovationen, die man erdacht und entwickelt hat, kann sich eine Neugründung lohnen. Durch die Trennung vom Hauptunternehmen verschafft man sich nämlich den Raum, um ein unternehmerisches Risiko einzugehen, ohne dabei das bestehende Standbein zu gefährden.

2.2. Erfordernis der Strukturierung von Familienunternehmen

Folglich kann es durchaus passieren, dass man eines Tages feststellt, dass das eigene Unternehmensportfolio recht umfangreich geworden ist. Spätestens wenn auch die eigenen Kinder Interesse an der Führung eines dieser Unternehmen entwickeln, ist es an der Zeit, sich über die Einbindung der eigenen Familienangehörigen Gedanken zu machen. Dazu gehört auch die Frage, wie man sie an einem, mehreren oder allen Unternehmen beteiligen möchte. Klar, das kann man für jedes Familienmitglied und Unternehmen einzeln regeln. Oder man sucht sich eine optimale Lösung, eine Gesamtstruktur, die auch anpassungsfähig genug ist, um eventuelle zukünftige Veränderungen ohne Reibungsverluste zu begrüßen.

2.3. Doppelte Holding für Familien schafft Freiraum für zukünftige Veränderungen

Mit einer doppelten Holding für Familien ist all dies besonders leicht umsetzbar. Dabei sind alle Unternehmen unter einer gemeinsamen Holding gebündelt, meist in der Rechtsform einer GmbH. Darüber ist dann als weitere Ebene die Holding der Familienmitglieder positioniert (oft eine GmbH & Co. KG). Sollte man etwa Investoren aufnehmen wollen, beteiligen die sich einfach an der Mutterholding der operativen Unternehmen. Oft nutzen sie dafür selbst eine Holding, über die sie sich am Unternehmen beteiligen. Sie stehen somit der Familienholding gleichwertig gegenüber, sind dieser weder unter- noch übergeordnet.

Mit der doppelten Holding für Familien kann man aber auch die Beteiligungsverhältnisse innerhalb der Familie strukturieren, ohne dass dabei jedes Familienmitglied eine jeweils eigene Holdinggesellschaft gründen müsste. Das hilft Verwaltungskosten zu sparen. So können sich bei einer vierköpfigen Familie etwa die Eltern jeweils zu 40 % an der Familienholding beteiligen und die übrigen 20 % zu gleichen Teilen auf die Kinder aufteilen.

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3. Doppelte Holding für Familien zur Unternehmensnachfolge

Und was die Regelung der Unternehmensnachfolge betrifft, ist dies eine geeignete Basis, um diese zu gestalten. So kann man etwa überlegen, alle zehn Jahre einen Teil der elterlichen Beteiligungen auf die Kinder zu übertragen. Dies kann, je nach Ausgangslage, entweder über einen Verkauf oder eine Schenkung geschehen. Hier besteht steuerliches Optimierungspotential, deshalb ist eine pauschale Empfehlung an dieser Stelle unangebracht. Eine gute Steuerberatung bringt Sie da weiter. Jedenfalls ist damit die Unternehmensnachfolge innerhalb der eigenen Familie auf lange Sicht geregelt.

Unter diese Rubrik wollen wir aber auch einen weiteren Aspekt aufnehmen, nämlich die weitere Lebensperspektive der Unternehmerfamilie. Sollten sich die erforderlichen Freiheiten ergeben, um einzelnen oder allen Familienmitgliedern den Wegzug ins Ausland zu ermöglichen, dann ist die einfache Holding mit einer GmbH als Muttergesellschaft in aller Regel ein Hindernis. Genauer gesagt ist es in dem Fall die Wegzugsteuer nach § 6 AStG, die wegzugswillige GmbH-Gesellschafter trifft. Mit einer doppelten Holding für Familien, bei der die Familienholding eine GmbH & Co. KG ist, lässt sich die Wegzugsteuer hingegen vermeiden.

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4. Doppelte Holding für Familien: Aufnahme von Investoren und Exit

Wenn also eine derart unternehmerisch eingebundene Familie weiter expandieren möchte und dazu Investoren an den von der Familie aufgebauten Unternehmen aufzunehmen gewillt ist, dann ist die doppelte Holding hierfür ebenfalls ein geeignetes Vehikel. Denn die Familie bleibt mit ihrer Holding von den Einflüssen der anderen Investoren abgeschirmt. Schließlich ist es naheliegend, dass eine Familie als Einheit auch über Partikularinteressen verfügt. Ebenso naheliegend ist es da, wenn sie sie über eine eigene Familienholding vertritt. Das verschafft ihr eine besondere Autorität, die oft auch unabhängig von den tatsächlichen Beteiligungsverhältnissen wirkt. Das kann etwa in Bezug auf den Gesellschafterbeschluss zu Gewinnausschüttungen relevant sein.

Und wenn es irgendwann einmal heißt, dass man sich komplett aus der Unternehmensstruktur verabschieden möchte, wenn also auch die Kinder einer Veräußerung gegenüber offen sind, dann ist die doppelte Holding für Familien ebenfalls für diesen Schritt gerüstet. Denn die neuen Eigentümer müssten dann einfach die Muttergesellschaft der operativen Unternehmen erwerben, die unter der Familienholding platziert ist. Die Familienmitglieder teilen sich dann den Gewinn im Verhältnis ihrer Beteiligungen auf.

5. Besteuerung der doppelten Holding für Familien

Zu guter Letzt müssen wir noch über die steuerlichen Vorteile einer doppelten Holding für Familien sprechen, denn die gibt es ja auch noch. Einige steuerliche Vorteile haben wir ja kurz erwähnt, etwa im Kontext mit einer Unternehmensnachfolge. Andere sind die, die eine Holding ohnehin bietet. So versteuert eine Holding die ausgeschütteten Dividenden ihrer Tochterunternehmen besonders günstig, wenn sie in der Rechtsform einer GmbH firmiert. Denn dann fallen nur etwa 1,5 % an Steuern an; die eigentliche Besteuerung hat ja bereits auf Ebene der operativen Tochter-GmbHs stattgefunden. Damit kann die Muttergesellschaft deutlich mehr liquide Mittel für weitere Investitionen nutzen, als man es als Einzelunternehmer könnte. Auf diese Weise ist auch der Erwerb von Immobilien schneller realisierbar – und zwar trotz Aufnahme von Fremdkapital.

Apropos Immobilien, eine weitere Möglichkeit zur Eingliederung von Unternehmen in die Familienholding besteht darin, Immobilienunternehmen zu integrieren. Dies ist vor allem mit Immobilien-GmbHs steuerlich sinnvoll, wenn diese hohe Rendite bringen. Denn dann besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Gewerbesteuer einzusparen; Stichwort erweiterte Grundstückskürzung. Vermietet eine Immobilien-GmbH dann auch noch Immobilien an ein Schwesterunternehmen, sind sogar noch weitere Steuervorteile greifbar.

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6. Doppelte Holding für Familien – Fazit

Ganz gleich, ob man auf die Besteuerung im Allgemeinen oder die Strukturierung der Unternehmen und den Beteiligungen hieran blickt, die doppelte Holding für Familien generiert multiple Vorteile. Dazu zählen, neben den bereits erwähnten, auch die Absicherung von thesaurierten Gewinnen, die sich in Tochtergesellschaften ansammeln und somit unter Umständen Haftungsansprüchen Dritter unterliegen könnten, oder die Abschirmung der beteiligten Familienangehörigen gegenüber eventuellen Nachzahlungen, die im Zuge von Betriebsprüfungen entstehen könnten. Mit einer doppelten Holding für Familien kann man außerdem viele Steuergestaltungen rund um den Erwerb und die Vermögensverwaltung von Immobilien nutzen.

Allerdings lohnt sich eine Holdingstruktur erst ab einer gewissen Größe. So, wie sich auch die Gründung einer GmbH aus einem Einzelunternehmen heraus erst ab einem gewissen Jahresüberschuss rechtfertigen lässt, ist dies für eine Holding – und erst recht für eine doppelte Holding – erst dann sinnvoll, wenn man bedeutende wirtschaftliche Erfolge erzielt.

Für die langfristige unternehmerische Perspektive ist die doppelte Holding für Familien wiederum die ideale Struktur. Insbesondere im Hinblick auf die Vermögens- und Unternehmensnachfolge lohnt sich die doppelte Holding für Familien, weil man mit ihr auch noch weitere Freiheiten erhält, etwa den Wegzug ins Ausland ohne Wegzugsteuer.


Steuerberater für Holdingstrukturen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert. Beim Thema Holding schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Detaillierte Informationen zur Besteuerung von Kapitalgesellschaften und zu ihrer Optimierung
  2. Strategische Beratung: Erwerb eigener Anteile, disquotale Gewinnausschüttung, Aufbau von Holding- und Organschaftsstrukturen
  3. Allgemeine Beratung zu Tochtergesellschaften

GmbH & Co. KG

  1. Individualisierte Abwägung der Vor- und Nachteile zwischen GmbH und GmbH & Co. KG
  2. Steueroptimierte Besteuerung der GmbH & Co. KG
  3. Erläuterung der Vorteile einer Holding in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG zur Vermeidung der Wegzugsteuer

Umwandlungen

  1. Beratung zu sämtlichen Umwandlungsvorgängen (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)
  2. Errichtung von Familienstiftungen im In- und Ausland

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Fachreferent beim Steuerberaterverband für Unternehmensteuerrecht

Seit 2014 sind die Partner unserer Kanzlei regelmäßige Fachreferenten des Steuerberaterverbands Köln. Dabei besuchen circa 1.500 Steuerberater pro Jahr unsere Seminare. Wegen der hohen Nachfrage stellen wir Ihnen unsere Präsentation zu „Familienholding“ gerne kostenlos zum Download zur Verfügung:

Steuergestaltung mit der Familienholding GmbH und GmbH & Co. KG – Christoph Juhn

Für junge Menschen, die ab Sommer 2023 eine Ausbildung angefangen haben, um Steuerfachangestellte zur werden, gilt eine neue Ausbildungsverordnung und ein neuer Rahmenlehrplan. Gleichzeitig ergeben sich daraus auch Änderungen in der Prüfungsordnung. Beide sind nun gezielt auf Praxisrelevanz ausgerichtet. Dadurch werden die alten Fächer durch neue Handlungsfelder ersetzt, in denen disziplinübergreifend der Unterrichtsstoff vermittelt wird, und zwar primär so, wie er im berufspraktischen Kontext steht. In einer Übergangszeit soll aber für diejenigen Auszubildenden, die ihre Ausbildung vor Einführung der Änderungen begonnen hatten, ihre bisherigen Regelungen weitergelten.

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Unser Video: Neue Prüfungsordnung für Steuerfachangestellte

In diesem Video erklären wir, welche Neuerungen es in diesem Ausbildungsberuf gibt.

Inhaltsverzeichnis


1. Ausbildung Steuerfachangestellte – Einleitung

Finanzbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen – die meisten Unternehmer vertrauen bei diesen wichtigen Arbeiten auf fachliche Unterstützung durch Steuerberatungskanzleien wie der unseren. Auch bei Fragen zur Steuergestaltung sind wir für sie kompetente Ansprechpartner. Dabei denkt man beim Stichwort Steuerberatung in erster Linie an Steuerberaterinnen und Steuerberater. Im Alltagsgeschäft der laufenden Steuerberatung übernehmen jedoch Steuerfachangestellte in der Regel die Hauptarbeit. Sie sind wahre Helden, denn ohne sie würde Steuerberatungskanzleien der Kollaps drohen. So verfügen Steuerberater und ihre Assistenten zwar über umfangreiches Fachwissen, doch wenn es um die praktische Anwendung der Buchungsprogramme etwa zur Finanz- und Lohnbuchhaltung geht sind Steuerfachangestellt die wahren Meister.

Aber auch sie fallen keineswegs vom Himmel. Vielmehr durchlaufen sie eine mehrjährige Ausbildung in einer Steuerberatungskanzlei, begleitet von obligatorischem Unterricht an Berufsschulen. Dabei gilt die Ausbildung für den Beruf Steuerfachangestellte als sehr anspruchsvoll. Früher war dies oft ein Ausbildungsberuf, den Schulabgänger mit mittlerer oder Hochschulreife ergriffen. Doch die Tendenz, dass Abiturienten vermehrt ein Studium ergreifen, hat in der jüngeren Vergangenheit zu einer allmählichen Verknappung von Steuerfachangestellten auf dem Arbeitsmarkt geführt. Zwar hat die zunehmende Digitalisierung der Steuerberatungskanzleien für eine gewisse Kompensation gesorgt, doch fehlen in der Branche immer mehr Steuerfachangestellte. Dabei ist die Digitalisierung, die die Arbeitsprozesse von Steuerfachangestellten inzwischen intensiv durchdrungen hat, zu einem weiteren unerlässlichen Faktor geworden, einen, den insbesondere Steuerfachangestellte meistern. Somit ist auch diesem Aspekt in der Ausbildung Steuerfachangestellte Rechnung zu tragen.

2. Bisherige Regelungen zur Ausbildung Steuerfachangestellte

Doch die bisherigen Regelungen der Ausbildungsverordnung zur Ausbildung angehender Steuerfachangestellte stammt aus dem Jahr 1998. Mit der Arbeitsrealität der heutigen Zeit hatte sie somit immer wenig gemein. Deshalb hat sich der deutsche Steuerberaterverband und die Bundessteuerberaterkammer der Aufgabe einer Reform in diesen wichtigen Feldern gestellt. Das Ergebnis ist die „Verordnung über die Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten und zur Steuerfachangestellten“ (BGBl. vom 22.08.2022, Seite 1390). Zusammen mit dem von der Kultusministerkonferenz geänderten Rahmenlehrplan für die Berufsschulen wurden die Änderungen zum Folgejahr eingeführt, also pünktlich zum Start des neuen Ausbildungsjahrgangs 2023. Welche Änderungen dabei eingetreten sind, wollen wir in diesem Artikel beleuchten. Um aber die weitrechenden Auswirkungen besser zu verstehen, wollen wir zunächst kurz skizzieren, was die bisherigen Regelungen charakterisierte.

Die Ausbildung für angehende Steuerfachangestellte in Berufsschulen war bislang von einer Fortführung des klassischen Schulunterrichts geprägt. So bildeten einzelne Fächer den Schwerpunkt der Berufsschulausbildung. Beispielsweise gilt das Fach Wirtschaft und Soziales als interdisziplinär, aber es wurde dennoch in sich geschlossen unterrichtet. Eine Vernetzung mit anderen, ebenfalls in Bezug hierzu stehenden Themenfeldern und Unterrichtsfächern bestand zwar und wurde auch regelmäßig damit verknüpft, doch blieb es in aller Regel bei Anmerkungen am Rande.

Auch bei den abschließenden Prüfungen bestimmte die Charakterisierung einzelner Prüfungsfächer, wie sich Prüfungskandidaten auf ihre Prüfungen vorbereiteten und wie sie sie zu lösen hatten. Naturgemäß schieden somit Fragestellungen auf Basis einer interdisziplinären Bearbeitungslogik aus. Dabei sind für die Frage, ob eine Kandidatin oder ein Kandidat für den Beruf Steuerfachangestellte geeignet sind, gerade solche Einschätzungen besonders wichtig. Statt aber den Praxisbezug des erlernten Wissens in der Prüfung abzufragen, wurde hier in Bezug auf die Schulfächer rein nach dem Fachwissen geprüft. Die Kompetenz zur Anwendung des Wissens war zweitrangig.

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3. Die Ausbildung zum Beruf Steuerfachangestellte seit 2023

Wie bereits angedeutet, sind die Änderungen zur Ausbildung Steuerfachangestellte, die ab August 2023 in Kraft getreten sind, umfangreich. Im Kern bleibt aber der Inhalt weiter bestehen. Der Wissensumfang ist allenfalls um eine praktische Komponente zur digitalen Kompetenz erweitert worden. Auch im Hinblick auf den Aspekt der Kommunikation mit Mandanten hat es ein Upgrade gegeben. Aber den Ausbildungsschwerpunkt in diesen beiden Bereichen übernehmen nach wie vor die Ausbildungsbetriebe. Dennoch hatte dies auch Einfluss auf die Neuerungen, die man im Rahmenlehrplan sowie in der Prüfungsordnung eingeführt hat.

3.1. Ausbildung Steuerfachangestellte: Änderungen zum Rahmenlehrplan

Beim Rahmenlehrplan sind also Lernfelder an die Stelle der bisherigen Fächer getreten. Darunter muss man interdisziplinäre Unterrichtseinheiten verstehen, in denen fächerübergreifende, beruflich aber im Zusammenhang stehende Themenkomplexe behandelt. Zum Beispiel lernt man nun das Umsatzsteuerrecht und gleichzeitig parallel dazu die praktischen Buchungen aus dem Bereich Rechnungswesen.

3.2. Ausbildung Steuerfachangestellte: Änderungen zur Prüfungsordnung

Dass diese umfassende Überarbeitung zur Ausbildung für Steuerfachangestellte auch die Prüfungsordnung erfasst, ist sicherlich keine Überraschung. So sollen Prüfungsaufgaben nun deutlich praxisbezogener erfolgen. Damit einher geht, dass keine klassischen Prüfungsfächer mehr abgefragt werden, sondern nach Themenkomplexen erfolgt, wie sie im Berufsalltag besonders relevant sind.

Was unverändert bleibt, ist die Unterteilung der Maßnahmen zur Überprüfung des Lernstands. So gibt es weiterhin eine Zwischenprüfung und eine Abschlussprüfung. Bei der Abschlussprüfung bleiben der Klausurteil sowie die mündliche Prüfung ebenfalls erhalten. Außerdem soll eine mündliche Ergänzungsprüfung auf Antrag der zu prüfenden Person möglich sein.

3.2.1. Zwischenprüfung Ausbildung Steuerfachangestellte

Die obligatorische Zwischenprüfung soll in der Regel im vierten Ausbildungshalbjahr stattfinden. Zur Zwischenprüfung gehören zwei Prüfungsbereiche: „Arbeitsabläufe organisieren“ und schwerpunktmäßig „Steuererklärungen vorbereiten und Buchhaltungen bearbeiten“. Allerdings findet weder eine Benotung noch eine Gewichtung statt. Im Übrigen handelt es sich bei der Zwischenprüfung wie bisher um einen rein schriftlich zu erbringenden Leistungsnachweis. Die Teilnahme ist dennoch eine Voraussetzung zur Abschlussprüfung.

3.2.2. Abschlussprüfung Ausbildung Steuerfachangestellte

3.2.2.1. Schriftliche Prüfung

Hierzu schreibt die neue Ausbildungsverordnung vor, dass die Prüfungsbereiche „Sachverhalte steuerrechtlich beurteilen und in Steuererklärungen bearbeiten“, „Sachverhalte im Zusammenhang mit Finanzbuchhaltungen, Entgeltabrechnungen und Jahresabschlüssen bearbeiten“ sowie, ganz klassisch, „Wirtschafts- und Sozialkunde“ in den schriftlichen Abschlussprüfungen geprüft werden sollen. Dabei sind die Bereiche unterschiedlich zu gewichten. Als Sperrbereich gilt mit einer Relevanz von 35 % „Sachverhalte steuerrechtlich beurteilen und in Steuererklärungen bearbeiten“. Es folgen „Sachverhalte im Zusammenhang mit Finanzbuchhaltungen, Entgeltabrechnungen und Jahresabschlüssen bearbeiten“ mit 30 % und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ mit 10 %. Dabei müssen die Aufgaben praxisbezogen sein.

3.2.2.2. Mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung soll eine Gesprächssimulation sein, wie man sie im Berufsalltag einer oder eines Steuerfachangestellten erwarten kann. Daher hat dieser Prüfungsbereich den passenden Titel „Mandantinnen- und Mandantenberatung mitgestalten“ erhalten. Auf ihn entfallen die restlichen 25 % der Gewichtung.

Konkret erhalten Prüflinge zwei praxisnahe Aufgaben zur Wahl, die sie innerhalb von 15 Minuten bearbeiten sollen, um sich auf das anschließende Gespräch vorzubereiten. Hierfür kommen in der Regel weitere 15 Minuten in Frage.

3.2.2.3. Mündliche Ergänzungsprüfung

Falls ein Prüfling in der schriftlichen Prüfung in einem Prüfbereich eine Note unter „ausreichend“ erhalten hat, steht ihr oder ihm die Stellung eines Antrags auf eine mündliche Ergänzungsprüfung zu. Einen Antrag kann man allerdings nur für einen einzigen Prüfungsbereich stellen. Außerdem ist ein solcher Antrag nur dann aussichtsreich, wenn die Chance besteht, dass die mündliche Ergänzungsprüfung das Potential bietet, die Abschlussprüfung zu bestehen. Jedoch unterliegt dies einer Gewichtung der Noten, wobei die Leistungen der mündlichen Ergänzungsprüfung zu den bisherigen Noten im Verhältnis 1 zu 2 zu berücksichtigen sind. Jedenfalls bedeutet das, dass sich die Leistung in der mündlichen Ergänzungsprüfung deutlich verbessern muss, um die Abschlussprüfung doch noch zu bestehen.

3.3. Konkrete Umsetzung der Vorgaben in den Prüfungsaufgaben

Die erste Abschlussprüfung nach den neuen Regelungen findet voraussichtlich 2025/2026 statt. Details zur Ausgestaltung von Prüfungsfragen befinden sich somit noch in der Entwicklung. Daher ist auch unklar, wie genau eine solche Prüfung demnächst konkret aussehen wird. So ist beispielsweise noch keine Übungsklausur von den Steuerberaterkammern veröffentlicht worden. Erste diesbezügliche Einblicke sind aber bereits 2024 zur Zwischenprüfung zu erwarten (für die auf zwei Jahre verkürzten Ausbildungsgänge).

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4. Steuerfachangestellte: Änderungen bezüglich Karrierechancen

Um weitere Anreize für den Beruf Steuerfachangestellte für junge Menschen zu schaffen, umfassen die hier angesprochenen Änderungen auch Regelungen zu beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten. So hat man die Voraussetzungen vereinfacht, die die Zulassung zu Prüfungen hinsichtlich weiterer Fachspezialisierungen regeln, inklusive die Zulassung zum Steuerberaterexamen. So können Steuerfachangestellte nach dreijähriger Berufspraxis eine Prüfung ablegen zum Fachassistenten Lohn und Gehalt oder Land- und Forstwirtschaft oder Rechnungswesen und Controlling sowie zum Bilanzbuchhalter und, ganz neu, Fachassistent IT, der sogar Quereinsteigern offensteht. Damit sind die beruflichen Aufstiegschancen mit einer Ausbildung für Steuerfachangestellte deutlich besser als in vielen anderen Ausbildungsberufen, zumal diese in der Steuerberatungsbranche auch mit einem dualen Studium kombinierbar ist.

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5. Neue Regeln zur Ausbildung Steuerfachangestellte – Fazit

Mit den Änderungen zur Ausbildung als Steuerfachangestellte haben sich einige Aspekte neu sortiert. Inhaltlich wurden sowohl der Rahmenlehrplan als auch die Prüfungsordnung insbesondere im Hinblick auf die Veränderung der Arbeitsrealität von Steuerfachangestellten angepasst. Schließlich ist allein mit dem erforderlichen steuerlichen Fachwissen heutzutage kaum noch ein Einstieg in die laufende Steuerberatung möglich.

Begleitet werden die Änderungen durch Vorschriften zur Anwendung der Neuerungen. So hat man bestimmt, dass für alle, die sich zum Zeitpunkt der Einführung der Neuerungen bereits in Ausbildung befunden haben, weiterhin die alten Regeln gelten. Auch die Abschlussprüfungen erfolgen für sie nach den bisherigen Regelungen. Dies gilt auch, wenn jemand eine Prüfung im darauffolgenden Jahr statt im eigentlichen Abschlussjahr ablegt. Das schont sowohl Personen, die die Prüfung wiederholen als auch krankheitsbedingt der eigentlichen Prüfung fernbleiben. Denn andernfalls könnten sie durch die Umstellung benachteiligt sein. Eine derart tiefgreifende Änderung in den Lern- und Prüfungsgewohnheiten ist aber niemanden zuzumuten. Daher wird es für eine Übergangszeit von mehreren Jahren zwei parallele Prüfungsverfahren basierend auf der alten und der neuen Prüfungsordnung geben.

Letztendlich sollen vor allem angehende Steuerfachangestellte nach ihrer Ausbildung von den Innovationen profitieren, sicher aber auch die Steuerberatungskanzleien, in denen sie zukünftig arbeiten werden. Denn eine praxisorientierte Ausbildung ist in der heutigen Arbeitswelt von Steuerfachangestellten wichtig. Dabei gehört der Beruf Steuerfachangestellte mit zu jenen, die mangels Interesse bei jungen Menschen immer weiter an Attraktivität verloren haben. Das merkt man auch an der stetig steigenden Nachfrage durch Steuerberatungskanzleien am Arbeitsmarkt. Profiteure sind folglich junge Steuerfachangestellte. Ihnen stehen Tür und Tor offen: gute Verdienstmöglichkeiten, spannende, herausfordernde, abwechslungsreiche Aufgaben, die sich gut strukturieren lassen und vielversprechende Karriereaussichten mit der ultimativen Option zur Steuerberaterin oder zum Steuerberater aufzusteigen.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert. Beim Thema Bilanzierung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Umsatzsteuer

  1. Durchführung der Vorsteuerabzugsberichtigung nach § 15a UStG
  2. Beurteilung von Optionsmöglichkeiten nach § 9 UStG
  3. Planung und Begründung umsatzsteuerlicher Organschaften

Handelsrecht

  1. Erörterung zur Bedeutung des Handelsregisters und seiner Publizitätswirkung

Digitale Buchhaltung

  1. Strategisch ausgerichtete Begleitung unserer Mandanten in der Finanz- und Lohnbuchhaltung, bei Jahresabschlüssen und Steuererklärungen
  2. Erläuterung, Einrichtung und Betreuung der digitalen Finanzbuchhaltung per DATEV Unternehmen Online
  3. Ausarbeitung von Verfahren zur effizienzoptimierten Finanzbuchhaltung mittels digitaler Verfahren, insbesondere im Bereich E-Commerce

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Standort Bonn

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Telefon-/Videokonferenz

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Lehrauftrag für Steuergestaltungen

Unsere besonderen Expertisen für Steuergestaltungen werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (6) Steuerplanung“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Steuerplanung und Steuerwirkungslehre – Christoph Juhn

Wie zahlt man in einem Land wie Singapur, in dem anscheinend Milch und Honig fließen, Steuern? Mit dieser Frage setzen wir uns in diesem Artikel auseinander. Wir schauen, wie das Steuerrecht des Tigerstaats ist, insbesondere welche Regelungen es im Bereich der Ertragsteuern gibt und beleuchten auch andere steuerliche Aspekte. Nur soviel sei bereits verraten: Steuern auf Vermögen, also Vermögensteuer sowie Erbschaft- und Schenkungsteuer, gibt es in Singapur keine. Dafür aber eine ganze Reihe an Steueranreizen auf dem Gebiet des Unternehmensteuerrechts.

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Unser Video: Internationale Verrechnungspreise

In diesem Video erklären wir, wie man Verrechnungspreise zwischen international verbundenen Unternehmen berechnet und besteuert.

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1. Steuern in Singapur – Einleitung

Der westliche Zivilisationskreis, zu dem wir uns zählen, dem wir gar als Vorreiter vorstehen wollen, ist in seinem Selbstverständnis der wohl fortschrittlichste. Wir haben Vieles, wonach sich andere Menschen weltweit sehnen: Frieden, Freiheit, Wohlstand und Rechtssicherheit. Aus unserer Perspektive sind wir, zumindest in Europa, in all diesen wichtigen Eigenschaften kaum mit anderen Ländern zu vergleichen.

Sie ahnen es vielleicht schon: wenn solche Sätze fallen, dann nur, um sogleich eines Besseren belehrt zu werden. Richtig, denn in Südostasien existiert ein kleiner Staat, der es in vielerlei Hinsicht mindestens ebenso weit gebracht hat. Vielleicht hat dieses kleine Land es aber auch geschafft, insbesondere sein wirtschaftliches Potential noch viel stärker zu entwickeln und uns darin sogar zu überflügeln. Doch hängt diese Einschätzung wohl vor allem davon ab, ob wir uns dies eingestehen wollen. Jedenfalls ist der Lebensstandard und die Wirtschaftskraft in Singapur enorm, weshalb wir uns in diesem Artikel fragen, wie sich das auf die Steuern in diesem Land auswirkt.

2. Allgemeine Informationen über Singapur

2.1. Geographische Informationen über Singapur

Zu Beginn noch einige allgemeine Daten über Singapur. Die Republik Singapur ist sowohl ein Insel- als auch ein Stadtstaat. Ganz knapp nördlich des Äquators liegt sie an der südlichen Spitze der Malaiischen Halbinsel und ist nur durch die enge Straße von Johor vom Festland getrennt, was ihr in der Vergangenheit den Status einer Festung einbrachte. Genauer betrachtet handelt es sich um mehr als eine Insel, nämlich um mehrere größere Hauptinseln in einem Archipel vieler kleinerer Eilande. Die Straße von Malakka, die zu den stärksten frequentierten Seefahrtrouten der Welt zählt, trennt Singapur im Westen von Indonesiens Insel Sumatra.

Übrigens, Singapur wächst kontinuierlich – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn durch Landgewinnungsmaßnahmen hat die Landesfläche, die heutzutage etwa der Berlins entspricht, in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Sie soll in den nächsten Jahren sogar noch weiter wachsen.

2.2. Geschichte Singapurs

2.2.1. Gründungslegende der Stadt Singapur

Genug Geographie, nun zur Geschichte Singapurs. Als Handelsplatz hat die Region bereits früh Bedeutung erlangt. Schon aus dem 3. Jahrhundert sind Berichte aus China über diesen Ort bekannt. Freilich erhielt Singapur erst später seinen heutigen Namen. Er geht einer Legende zufolge auf den Prinzen eines benachbarten Reiches zurück, der sich dort ansiedelte, wo er einen Löwen erblickt haben soll. Offenkundig muss es sich dabei um einen Tiger gehandelt haben, denn Löwen sind in dieser Region unbekannt. Das schmälert aber keineswegs die Strahlkraft der Legende, sodass nun der Stadtstaat diesem Löwen gewidmet ist (auf Sanskrit bedeutet Singha Löwe und Pura Stadt).

2.2.2. Britische Kolonialzeit

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts trafen schließlich auch die Briten ein. Sie beanspruchten die Inseln und konsolidierten ihren Anspruch, indem sie eine Kronkolonie schufen. Der zunehmende Handel zwischen Asien und Europa erwies sich dabei als ein Glücksgriff, denn die Lage Singapurs an dieser wichtigen Schnittstelle des schon damals weltumspannenden Handels machte sie zu einem bedeutendem Umschlagsplatz.

2.2.3. Singapurs Unabhängigkeit von Großbritannien

Mit kurzer Unterbrechung aufgrund der Besetzung durch Japan während des Zweiten Weltkriegs, wehte der Union Jack mehr als ein Jahrhundert über der Löwenstadt. Im Zuge der Entkolonialisierung erlangte Singapur die Unabhängigkeit von Großbritannien, wenn auch zunächst als Teil einer Föderation mit Malaysia, Sabah und Sarawak. Doch der Verbund war fragil, sodass Singapur im August 1965 aus dem Verbund ausgeschlossen wurde, was zur eigenständigen Unabhängigkeit Singapurs führte.

2.2.4. Singapur wird zum Tigerstaat

Und die ist, trotz der damaligen schwierigen Umstände, bis heute geblieben. Tatsächlich schaffte es die damalige Führung die in Singapur zerstrittenen Volksgruppen und politischen Fraktionen zu befrieden und Stabilität zu etablieren. Mehr noch, sie schaffte es sogar das wirtschaftliche Potential zu entwickeln und den Stadtstaat prosperieren zu lassen.

Dabei ist dies keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Denn Rohstoffe oder andere natürliche Ressourcen kann Singapur keine vorweisen. Wohl aber sein menschliches Potential. Da lag es also nahe, dass man sich neben dem Handel, dem man weiterhin treu blieb, zunehmend auf Industrialisierung setzte. Später kam noch das Finanzwesen, die IT-Branche sowie andere Dienstleistungssektoren hinzu. Und in jüngerer Vergangenheit förderte Singapur mit seinen Einnahmen an Steuern auch die Biotechnologie-, Pharmazie- und Medizinbranche. Dies, in Kombination mit einer sozialen freien Marktwirtschaft, hat Singapur zu einem der vier wirtschaftsstarken südostasiatischen Staaten gemacht, die man als Tigerstaaten bezeichnet, weil sie den Sprung vom Entwicklungsland zur Industrienation trotz widriger Umstände schafften. Insbesondere Singapur kann sich rühmen, über ein Bruttoinlandsprodukt zu verfügen, dass jenem führender westlicher Nationen gleicht oder es gar überflügelt.

Zum Geheimnis des wirtschaftlichen Aufschwungs gehört aber dazu, dass Singapur Steuern sehr gezielt eingesetzt hat, um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Zwar hat der Staat dort auch viele soziale Projekte, wie etwa den Wohnungsbau, vorangetrieben, doch die Fiskalpolitik hat ebenfalls entscheidenden Anteil am spektakulären Erfolg. Schauen wir nun also, wie man in Singapur Steuern zahlt.

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3. Steuerrecht in Singapur: Grundlagen zur Erhebung von Steuern

3.1. Besteuerungsprinzip in Singapur

In Singapur zahlt man Steuern primär nur auf inländische Einkünfte. Man folgt in Singapur also dem Territorialitätsprinzip bei der Besteuerung. Allerdings gilt dies auch für Personen, die im Ausland ansässig sind. Da man aber für solche Personen andere Regelungen zur Besteuerung als für die im Inland ansässigen eingeführt hat, muss man an dieser Stelle also ebenso auf die Ansässigkeit eingehen. Welche abweichende Besteuerung in diesem Fall besteht, besprechen wir anschließend im Abschnitt zur Einkommensteuer.

Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn eine natürliche, in Singapur ansässige Person über eine singapurische Gesellschaft ausländische Einkünfte erzielt. Diese sind dann ebenfalls zu versteuern.

3.2. Ansässigkeit in Singapur in Bezug auf Steuern

Dazu muss man also betrachten, ob man als natürliche Person im Jahr, das der Steuerfestsetzung vorangeht, mindestens 183 Tage in Singapur anwesend war oder dort einer Beschäftigung nachging. Von einer Beschäftigung als Vorstandsdirektor ist dabei abzusehen. Abweichend kann man in Singapur ebenfalls steuerpflichtig sein, sobald man über einen Zeitraum, der sich auf drei Kalenderjahre erstreckt, in Singapur anwesend oder beschäftigt war. Somit kann dies sogar bereits ab einem Zeitraum von 14 Monaten der Fall sein: zum Beispiel Zuzug nach Singapur im Dezember des Jahr 2021 und Wegzug ins Ausland im Januar 2023.

Ebenfalls als steuerpflichtig gilt man, wenn man in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in Singapur an insgesamt 183 Tagen anwesend war oder arbeitete. Es ist also unerheblich, ob man in einem der beiden Jahre die Bedingung an 183 Tagen erfüllt hat. Außerdem bezieht sich die Steuerpflicht in diesem Fall ausschließlich auf diese beiden Jahre.

3.3. Regelungen zum Veranlagungszeitraum in Singapur

Im Übrigen gilt als Veranlagungszeitraum allgemein das Kalenderjahr als Grundlage. Das darauffolgende Jahr, in dem die Steuerfestsetzung regelmäßig erfolgt, ist aber für das Abgabenrecht Singapurs ebenfalls von großer Bedeutung. Diese Grundlage weicht somit deutlich von jener in Deutschland sowie in anderen Ländern weltweit ab. In der Regel führt dies aber zum gleichen Ergebnis, nämlich einer Besteuerung im Jahr nach der Erzielung von Einkünften oder Gewinnen.

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4. Steuern in Singapur: Einkommensteuer

4.1. Einkunftsarten, die der Einkommensteuer in Singapur unterliegen

Der Einkommensteuer in Singapur unterliegen in erster Linie Einkünfte aus selbständiger und nichtselbständiger Arbeit sowie aus Vermietung und Verpachtung, sofern sie im Inland stattfinden. Von der Besteuerung in Singapur sind aber auch einige in Deutschland durchaus steuerpflichtige Einkunftsarten ausgenommen. Zum Beispiel zahlt man in Singapur auf Dividenden, Zinsen oder Abfindungen keine Steuern.

Noch ein erstaunlicher Unterschied zum deutschen Einkommensteuerrecht besteht in Singapur darin, dass dort keine Lohnsteuer zu berücksichtigen ist. Daher sind in Singapur alle Arbeitnehmer zur Abgabe einer jährlichen Einkommensteuererklärung verpflichtet. Abgabefrist ist regulär der 15. April. Wer jedoch eine elektronische Einkommensteuererklärung einreicht, kann dies bis zum 18. April erledigen.

4.2. Ermittlung des Einkommens

Einkünfte abzüglich der zulässigen Werbungskosten formen das Einkommen. Hiervon kann man steuerrechtlich zulässige Spenden abziehen. Diese sind nur zulässig, wenn sie an Einrichtungen fließen, bei denen der steuerliche Ansatz von Spenden anerkannt wurde. Daraus berechnet sich das zu versteuernde Einkommen.

Hiervon kann man wiederum eine Reihe von Steuererleichterungen abziehen. Dazu zählen unter anderem ein persönlicher Abzug (SGD 2.000; ein Singapur Dollar (SGD) entspricht dabei in etwa EUR 0,70) für Ehegatten mit geringem (weltweiten) Einkommen von höchstens SGD 4.000. Auch für Kinder ist ein Abzug vorgesehen (SGD 4.000 je Kind unter 16, sofern das weltweite Einkommen maximal SGD 4.000 beträgt). Alternativ kann bei behinderten Kindern ein Abzug von SGD 7.500 zum Ansatz kommen, ohne dass dabei das Einkommen des Kindes zu berücksichtigen ist. Für Eltern in Pflege darf man SGD 5.500 ansetzen, oder SGD 9.000, wenn diese mit der steuerpflichtigen Person zusammenlebt. Bei einer Behinderung der Eltern gelten stattdessen SGD 10.000 beziehungsweise SGD 14.000 als zulässig. Aber auch Zahlungen in eine Altersvorsorge (zum Beispiel in die Rentenkasse oder eine Lebensversicherung) und Krankenversicherung kommen hierbei unter bestimmten Voraussetzungen in den Genuss einer Kürzung des zu versteuernden Einkommens. Wichtig hierbei ist, dass die Summe aller persönlichen Abzüge auf SGD 80.000 begrenzt ist.

Weiterhin berücksichtigt das Steuerrecht in Singapur Verluste (auch durch Abschreibungen hervorgerufene). Es lässt eine Verrechnung mit anderen Einkünften unter bestimmten Voraussetzungen zu. Ein Verlustvortrag ist unbeschränkt möglich, ein Verlustrücktrag ins zurückliegende Kalenderjahr allerdings nur bis zu einer Höhe von SGD 100.000.

4.3. Besteuerung in Singapur ansässiger natürlicher Personen

Singapur besteuert das Einkommen natürlicher, im Inland ansässiger Personen mittels eines progressiven Steuertarifs. Dabei erfolgt die Staffelung über zwölf Stufen, die das Einkommen über dem Grundfreibetrag von SGD 20.000 erfassen.

Besteuerung der Einkommensspanne zwischenangewendeter Steuersatz
SGD 0 und SGD 20.0000 %
SGD 20.000 und SGD 30.0002 %
SGD 30.000 und SGD 40.0003,5 %
SGD 40.000 und SGD 80.0007 %
SGD 80.000 und SGD 120.00011,5 %
SGD 120.000 und SGD 160.00015 %
SGD 160.000 und SGD 200.00018 %
SGD 200.000 und SGD 240.00019 %
SGD 240.000 und SGD 280.00019,5 %
SGD 280.000 und SGD 320.00020 %
SGD 320.000 und SGD 500.00022 %
SGD 500.000 und SGD 1.000.00023 %
über SGD 1.000.00024 %

Die hier angegebenen Steuersätze gelten für eine Einkommensbesteuerung für das Kalenderjahr 2023 im Jahr 2024. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Steuersätze in den beiden höchsten Einkommensstufen leicht erhöht worden.

4.4. Besteuerung von im Ausland ansässigen Personen in Singapur

Im Unterschied zu Personen, die in Singapur ansässig sind, zahlen im Ausland steuerpflichtige natürliche Personen auf ihr Einkommen aus inländischen Quellen eine Steuer mit einem pauschalen Steuersatz von 24 %. Für Löhne und Gehälter ist abweichend davon ein pauschaler Steuersatz von 15 % vorgesehen. Sollte jedoch nach Abzug aller Werbungskosten und anderer regulär zulässiger Abzüge im Rahmen der Besteuerung als im Inland ansässiger Steuerpflichtiger dieser Steuerbetrag höher sein, findet die Besteuerung auf diese Weise statt. Eine weitere Ausnahme gilt für im Ausland ansässige Vorstandsdirektoren, denn in ihrem Fall findet stattdessen eine pauschale Quellenbesteuerung zu einem Steuersatz von 24 % statt.

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5. Steuern in Singapur: Körperschaftsteuer

Bei der Besteuerung von Körperschaften gilt in Singapur ebenfalls das Territorialitätsprinzip. Das bedeutet, dass man unterscheiden muss, ob eine juristische Person in Singapur oder im Ausland ansässig ist. Außerdem muss man hierbei unterscheiden, ob Inlands- oder Auslandeinkünfte vorliegen. Bei Einkünften aus dem Ausland greift die Besteuerung in Singapur erst dann, wenn eine Auszahlung ins Inland erfolgt (oder fiktiv von Gesetzes wegen angenommen wird).

5.1. Berechnung der Körperschaftsteuer

Grundsätzlich zahlen Körperschaften in Singapur pauschal 17 % Körperschaftsteuer. Tatsächlich ist dies nur leicht mehr als der Körperschaftsteuersatz von 15 % in Deutschland. Im Unterschied zu unserer Unternehmensbesteuerung kennt man aber in Singapur keine Gewerbesteuer. Jedenfalls reicht dies aus, um die international vereinbarte globale Mindestbesteuerung von Unternehmen zu erfüllen.

Allerdings existieren in Singapur Steuererleichterungen, mit denen Unternehmen und bestimmte Startups steuerlich gefördert werden. So kann jede Körperschaft eine Steuerbefreiung von 75 % auf die ersten SGD 10.000 und 50 % auf die darauffolgenden SGD 190.000 ihres Einkommens erhalten. Erst danach unterliegt der volle Umfang des Einkommens der Steuerpflicht.

Startups können in den ersten drei Jahren ihres Bestehens alternativ dazu eine Steuerbefreiung von 75 % auf die ersten SGD 100.000 und 50 % auf die darauffolgenden SGD 100.000 ihres Einkommens nutzen. Allerdings gibt es Einschränkungen in Bezug auf die unternehmerischen Aktivitäten der Startups. So ist diese Steuererleichterung ausgeschlossen, wenn Startups der Vermögensverwaltung dienen oder es sich um Holdings handelt.

5.2. Quellensteuer in Singapur

Für allein im Ausland ansässige Körperschaften mit Einkünften in Singapur ist eine Quellensteuer vorgesehen. Dabei kommt es auf die Art der Einkünfte an, die das ausländische Unternehmen in Singapur erzielt. Für Dividenden einer in Singapur ansässigen Tochtergesellschaft oder einer Beteiligung im Rahmen einer anderen Unternehmensstruktur fällt keine Quellensteuer an. Für Zinszahlungen liegt der Steuersatz der Quellensteuer zwischen 0 und 15 %, je nachdem, ob und gegebenenfalls wie ein Doppelbesteuerungsabkommen die Quellensteuer beeinflusst. Dies gilt auch bei Zahlungen für die Überlassung von Wirtschaftsgütern in Singapur an ausländische Unternehmen. Eine Quellensteuer zwischen 0 % und maximal 10 % ist abzuführen, wenn Lizenzzahlungen ins Ausland erfolgen.

Jedenfalls bestehen in Bezug auf die Quellenbesteuerung in Singapur zahlreiche Besonderheiten mit ihren jeweiligen Ausnahmeregelungen, deren vollständige Erläuterung den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Daher gehen wir hier nur auf ein Beispiel ein, nämlich die Quellenbesteuerung in Bezug zu einem Unternehmen in Deutschland. Die ist nämlich sehr leicht darzustellen, denn es gibt nur eine Quellensteuer auf Lizenzzahlungen. Sie beträgt 5 %.

5.3. Hinzurechnungsbesteuerung in Singapur

Im Unterschied zur Quellensteuer ist in Singapur keine Hinzurechnungsbesteuerung oder eine andere CFC-Regelung in Kraft (CFC = controlled foreign corporation).

5.4. Steuerliche Anreize für Unternehmen

Singapur wäre kaum ein Tigerstaat geworden, hätte es keine Anreize für Unternehmer und Unternehmen auf dem Gebiet der Steuern geschaffen. Hierzu bieten wir einen kurzen Überblick zu den wichtigsten Steueranreizen, die die beiden im Abschnitt zur Körperschaftsteuer vorgestellten Steuererleichterungen ergänzen.

Dazu gehört einerseits ein Anreiz zur Förderung von Entwicklung und Expansion, der von Unternehmen genutzt werden kann, die in neue, hochwertige Projekte investieren. Wer hierbei die erforderlichen Kriterien erfüllt, kann mit einer Reduktion des anwendbaren Steuersatzes auf bis zu 5 % rechnen. Dabei kann diese Regelung in der Anfangsphase für eine Dauer von bis zu zehn Jahren gelten. Dies gilt auch für Vorhaben, die das Ziel verfolgen, ein Unternehmen wachsen und expandieren zu lassen oder es auf andere Weise aufzuwerten. Weiterhin kann ein Unternehmen für mehrere solcher Projekte einen solchen steuerlichen Anreiz erhalten. Insgesamt ist die Förderung aber auf 40 Jahre beschränkt.

Sollte so ein Projekt zur Entwicklung und Vermarktung von neuen, ebenfalls hochwertigen Technologien führen, für die man Pionierarbeit leistet, kann man sogar eine Steuerbefreiung über eine Zeitspanne von fünf bis zu 15 Jahren erhalten. Danach stehen mit den Anreizen zur Förderung von Entwicklung und Expansion weitere Möglichkeiten offen, um die Steuern in Singapur zu reduzieren.

In dieser Hinsicht ist auch die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Singapur erwähnenswert. Unter anderem zählt dazu die Möglichkeit einen Steuerabzug in Höhe von 400 % auf die Kosten von Forschungs- und Entwicklungsprojekten bis zu einem Maximalbetrag von SGD 400.000 zu erwirken. Dies gilt ebenso für die Anmeldung, den Erwerb oder die Lizensierung von Rechten an immateriellen Wirtschaftsgütern. Auch Kosten bis zum gleichen Limit für die Schulung von Beschäftigten sind auf diese Weise förderungsfähig. Alternativ zur steuerlichen Berücksichtigung ist sogar eine Auszahlung von Fördergeldern zu besonderen Konditionen möglich.

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6. Andere Steuern in Singapur

6.1. Umsatzsteuer

Das Gegenstück zur deutschen Umsatzsteuer ist in Singapur die Goods and services tax, kurz GST. Seit 2024 beträgt der allgemeine Steuersatz 9 %. Hiervon ausgenommen sind Finanzdienstleistungen, der Verkauf oder die Vermietung von Wohnimmobilien, der Verkauf von Kryptowährungen und digitaler Tokens sowie die Einfuhr von und der Handel mit Edelmetallen. In den genannten Ausnahmefällen ist keine Umsatzsteuer zu zahlen.

Umsatzsteuer können Unternehmer nur dann in Singapur auf ihre Lieferungen und Leistungen erheben, wenn sie in dieser Hinsicht registriert sind. Dies ist ab einem jährlichen Umsatz von SGD 1.000.000 verpflichtend. Eine freiwillige Registrierung ist ebenfalls möglich, wenn auch unter bestimmten Bedingungen. Eine Erstattung der Vorsteuer ist nur registrierten Unternehmen möglich.

Unter bestimmten Bedingungen sind auch ausländische Unternehmen dazu verpflichtet, sich in Singapur registrieren zu lassen. Dies ist der Fall, wenn ein Unternehmen in Singapur einen Jahresumsatz von mindestens SGD 100.000 erzielt, gleichzeitig aber auch einen weltweiten Umsatz von 1.000.000 vorweist.

6.2. Stempelsteuer auf Transaktionen

Zwar fällt beim Verkauf von Wohnimmobilien keine Umsatzsteuer an, wohl aber eine Stempelsteuer, die allgemein alle Immobilientransaktionen betrifft. Außerdem ist eine Stempelsteuer auch auf die Übertragung anderer Rechte anzuwenden. Dabei richtet sich die Steuer entweder nach dem Verkaufspreis oder dem Verkehrswert, je nachdem welcher Ansatz zu einer höheren Steuer führt. Dies gilt übrigens generell für alle von der Stempelsteuer belegten Transaktionen.

Weiterhin muss man unterscheiden, ob die Stempelsteuer allein vom Erwerber, vom Veräußerer oder gemeinsam zu zahlen ist. Bei letzterem Fall geht es um zusätzliche Abgaben im Rahmen der Stempelsteuer, auf die wir gleich näher eingehen.

6.2.1. Stempelsteuer auf Immobilientransaktionen

Die von einem Käufer getragene Stempelsteuer kann beim Erwerb von Wohnimmobilien bis zu 6 % und bei anderen Immobilien bis zu 5 % betragen. Eine Zusatzstempelsteuer von bis zu 65 % und eine vom Verkäufer getragene Stempelsteuer von bis zu 15 % kann ebenfalls anfallen. Sie hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Art der Immobilien, der Status der Ansässigkeit des Erwerbers und die bisherige Dauer, in der die Immobilie im Eigentum des Veräußerers gehalten wurde. Außerdem nimmt auch die Anzahl der gehaltenen Objekte Einfluss auf die Höhe der Stempelsteuer.

6.2.2. Stempelsteuer bei Unternehmenstransaktionen

Die Stempelsteuer betrifft auch die Übertragung von Unternehmensbeteiligungen, die mit 0,2 % anfällt.

6.2.3. Stempelsteuer bei Veräußerung von Beteiligungen an Immobilienunternehmen

Darüber hinaus existiert auch noch eine Regelung, die vermögensverwaltende Unternehmen betrifft, die im Wesentlichen Wohnimmobilien in Singapur besitzen. Dabei gilt ein Immobilienbestand, dessen Wert 50 % oder mehr des Kapitalwerts eines Unternehmens beträgt, als Schwellenwert zur Definition eines solchen Unternehmens. Werden Anteile an einer solchen Gesellschaft übertragen, fallen zusätzliche Abgabe im Rahmen der Stempelsteuer sowohl für den Verkäufer als auch für den Erwerber an. Dabei kann die Steuer bis zu 71 % für den Erwerber und bis zu 12 % für den Verkäufer betragen. Dies gilt auch dann, wenn man als Erwerber den Status eines Eigentümers an einer derartigen vermögensverwaltenden Gesellschaft erlangt. Zusätzliche Regelungen betreffen Immobilientransaktionen mit Trusts in Singapur.

6.2.4. Stempelsteuer bei Pachtverträgen

Auch bei Abschluss von Pachtverträgen ist eine Stempelsteuer in Singapur fällig. Hierbei muss man ebenfalls unterscheiden. Einerseits fällt 0,4 % des gesamten Pachtbetrags an, wenn die Verpachtung für eine Dauer von bis zu vier Jahre vereinbart wird. Oder man nimmt die durchschnittliche Pacht über die gesamte Dauer der Verpachtung bei einer Dauer von mehr als vier Jahren und multipliziert diesen Betrag mit dem Faktor vier und wendet darauf die Stempelsteuer in Höhe von 0,4 % an. Sollte eine Pacht im Durchschnitt pro Jahr weniger als SGD 1.000 betragen, fällt hingegen keine Stempelsteuer auf die Verpachtung an.

6.3. Vermögensteuer

Eine allgemeine Vermögensteuer ist in Singapur unbekannt. Jedoch…

6.4. Grundsteuer in Singapur

Dafür gibt es in Singapur ein Äquivalent zur deutschen Grundsteuer, die dort als sogenannte Vermögensteuer nur auf Immobilien anfällt. Zur besseren Unterscheidung verwenden wir hier daher lieber den Begriff Grundsteuer.

Anders als in Deutschland dient in Singapur der jährlich aktualisierte Immobilienwert als Bemessungsgrundlage. Dieser jährliche Immobilienwert richtet sich dabei nach den Mieteinnahmen, die bei Vermietung erzielt werden oder bei vergleichbaren Immobilien erzielt werden könnten, statt nach dem Verkehrswert der Immobilien. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur Grundsteuer in Deutschland.

Weiterhin unterscheidet man in Singapur zwischen Immobilien, die Wohnzwecken dienen, und solchen, die anderen Bestimmungen zuzuordnen sind. Letztere bedingen eine Grundsteuer von 10 % des aktuellen Immobilienwerts.

Bei Wohnimmobilien ist ebenfalls eine Unterscheidung erforderlich. Hierbei kommt es in erster Linie darauf an, ob man sie zu eigenen Wohnzwecken nutzt oder sie vermietet. Je nach Wert der Immobilie beträgt der Steuersatz von selbst genutzten Wohnimmobilien zwischen 0 % und 32 %. Für vermietete Wohnimmobilien liegt der Steuersatz zwischen 12 % und 36 %.

6.4. Erbschaft- und Schenkungsteuer

In Singapur existiert im Hinblick auf Vermögensübertragungen im Wege einer Schenkung oder Erbschaft keine steuerliche Regelung; sie sind steuerfrei.

6.5. Steuern auf Treibhausgasemissionen in Singapur

Singapur besteuert mittlerweile ebenfalls Emittenten von Treibhausgasen. Die Schwelle liegt hier bei einem jährlichen Ausstoß von 25.000 t CO2-Äquivalent. In einem solchen Fall fällt eine Steuer von SGD 25 pro Tonne CO2-Äquivalent an. Diese Regelung gilt bis einschließlich 2025. Danach steigt die Abgabe auf SGD 45 pro Tonne CO2-Äquivalent für die Jahre 2026 und 2027 und später weiter. So soll die Abgabe ab 2030 SGD 80 pro Tonne CO2-Äquivalent betragen.

7. Steuern in Singapur: Doppelbesteuerungsabkommen

Singapur ist aufgrund seiner export- und dienstleistungsorientierten Wirtschaft stark auf internationale Kooperation angewiesen. Daher liegt der Schluss nahe, dass Singapur ein vitales Interesse daran hat, dass seine Unternehmen keiner Doppelbesteuerung im Ausland unterliegen. Entsprechend lang ist also auch die Liste derjenigen Länder und Steuerregime, mit denen Singapur ein Abkommen zur Vermeidung von Steuern (Doppelbesteuerungsabkommen) abgeschlossen hat. Dazu zählt unter anderem sowohl Deutschland als auch Österreich, die Schweiz und viele andere Staaten der Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

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Internationales Ranking der Steueroasen

In diesem Video untersuchen wir das Steuerranking von Highperformer Henning und ergänzen weitere Informationen.

8. Steuern in Singapur – unser Fazit

Ihnen sind sicherlich die vielen Besonderheiten im Steuerrecht Singapurs aufgefallen. Sie zeigen, man kann steuerliche Akzente in der Fiskalpolitik auch auf ganz andere Art und Weise als in Deutschland setzen. Dabei bietet das Territorialitätsprinzip, mit dem Singapur Steuern erhebt, vielfältige Anreize. Dennoch hat Singapur es verstanden, mit anderen Mitteln seine Steuerhoheit zu bewahren. Denn trotz der vielfältigen Anreize, die Singapur Unternehmern im In- und Ausland auf dem Gebiet der Steuern unterbreitet, kann sich das Land einen voluminösen Staatshaushalt leisten. Dass Singapur mit dieser Strategie richtig liegt, beweist eben auch der andauernde volkswirtschaftliche, aber auch der gesellschaftliche Erfolg, den diese Politik trotz mancher Krisen in der Vergangenheit erzielen konnte. Darauf basierend schickt sich Singapur an, den Erfolg weiter auszubauen, indem es das Investitionsklima, den Innovationsgeist und die eigene Infrastruktur weiter stärkt. Kann uns das verwundern? Wohl kaum.


Steuerberater für internationales Steuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum internationalen Steuerrecht spezialisiert. Bei grenzüberschreitenden Steuergestaltungen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Internationales Steuerrecht – Privat

  1. Informationen zum Steueroasen-Abwehrgesetz
  2. Prüfung der Vor- und Nachteilein Bezug auf die Flat tax in Italien
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  3. Analyse der Umsetzung der vereinbarten globalen Mindestbesteuerung in Deutschland

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Alte und neue Risiken im internationalen Steuerrecht – Christoph Juhn

Uruguay ist einer der kleinsten aber auch der wohlhabendsten Staaten Südamerikas. Zwar ist es wirtschaftlich vor allem durch Landwirtschaft, insbesondere durch Rinderzucht, geprägt, doch kommen immer mehr innovative Branchen ins Land und steigern das Wirtschaftswachstum. Dass dies erforderlich ist, hängt auch damit zusammen, weil Uruguay wirtschaftlich eng mit seinen Nachbarn Argentinien und Brasilien verflochten ist. Gerät dort die Wirtschaft ins Taumeln, hat dies auch auf Uruguay Auswirkungen. Darum hat Uruguay in der Vergangenheit sein Steuerrecht reformiert und diverse Anreize geschaffen, um ausländische Investoren ins Land zu holen. Schauen wir daher, wie man heute in Uruguay Steuern zahlt.

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Unser Video: Internationale Steuerstrukturen

In diesem Video erklären wir, worauf man beim Aufbau internationaler Steuerstrukturen unbedingt achten sollte.

Inhaltsverzeichnis


1. Steuern in Uruguay – Einleitung

Einst galt Argentinien als eines der reichsten Länder der Welt. Tatsächlich bedeutet der Name Argentina „die Silberne“. Doch die Zeiten, in denen in diesem südamerikanischen Staat noch Milch und Honig flossen, sind schon lange vorbei. Dafür hat sich in der jüngeren Vergangenheit ein kleiner Nachbar als fleißig wirtschaftend erwiesen. So gilt Uruguay unter Kennern mittlerweile als „Schweiz Südamerikas“. Sicher, als zweitkleinstes Land des Kontinents und einer sehr kleinen Bevölkerung von etwa drei Millionen Einwohnern mag man auf den ersten Blick gewisse Parallelen erkennen. Doch wird man in Uruguay ganz bestimmt den alpinen Charakter der echten Schweiz vermissen. In dieser Hinsicht ähnelt Uruguay mit seiner flachen Topographie und seiner Küste nämlich eher den Niederlanden als der Schweiz.

Für uns Steuerberater stellt sich aber viel mehr die Frage, wie es auf dem Gebiet der Steuern in Uruguay aussieht. Darum gehen wir dieser Frage nun einmal nach.

2. Allgemeine Informationen über Uruguay

2.1. Geographische Lage Uruguays

Uruguay, das einzige Land, das komplett südlich des Wendekreises des Steinbocks liegt, befindet sich auf der Südhalbkugel in einem Keil zwischen seinen beiden großen Brüdern Argentinien und Brasilien. Mit Paraguay im Westen besteht nämlich keine gemeinsame Grenze. Stattdessen formt hier der Fluss Uruguay die Staatsgrenze zu Argentinien. Diese setzt sich im Süden, jenseits des Zusammenflusses mit dem Paraná, im Río del la Plata, einem breiten, knapp 300 km langen, seichten Mündungstrichter, fort.

Im Unterschied zu Paraguay und Bolivien verfügt Uruguay somit über einen direkten Zugang zum Meer und somit zum Welthandel. Denn im Osten des Landes säumt der Atlantik die Küstenregion und lockt in der südäquatorialen Sommersaison viele einheimische und aus den Nachbarländern anreisende Touristen zu den Stränden und ins erfrischende Nass.

Der Rest des Landes ist hingegen ein ausgedehntes Flachland mit niedrigen Hügeln und viel Landwirtschaft, die in der Vergangenheit Stück um Stück der Pampa Land abnahm. Die größte Wirtschaftskraft entfaltet hingegen Montevideo, Hauptstadt und Bevölkerungszentrum von Uruguay. Außerdem ist Montevideo das wichtigste Logistikzentrum für den Umschlag der Importe und ganz besonders der Exporte Uruguays. Denn ein Großteil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden im Hafen von Montevideo verschifft.

2.2. Geschichte Uruguays

Womit wir auch schon zur Geschichte des Landes kommen. Nur wenig weiß man über die Zeit vor Ankunft der ersten Europäer. Und was danach für die Geschichtsbücher erwähnenswert war, ist sicherlich kein Ruhmesblatt. Denn schon um die ersten spanischen Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Uruguay entbrannten Konflikte mit Portugal. Ebenso sieht man die Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung der indigenen Bevölkerung heute kritisch.

Aber auch die Machtkämpfe im Inneren nahmen mit der Zeit zu. Um so verständlicher ist es daher, dass Uruguay, genauer gesagt die Republik Östlich des Uruguay, wie die eigentliche Landesbezeichnung lautet, sich im anschließenden Prozess der Entkolonialisierung lange Zeit vergebens bemühte sich von seinen großen Nachbarn im Norden und Süden abzusetzen. Tatsächlich war es die Intervention und Vermittlung durch britische Diplomaten, die 1828 Argentinien und Brasilien dazu brachten, Uruguay als eigenständigen Staat anzuerkennen. Doch die Lage, die sowohl von äußeren Kräften als auch von Rivalitäten im Inneren bestimmt wurde, blieb noch über viele Jahrzehnte hinweg gelinde gesagt unruhig.

Dennoch nahm die Zuwanderung aus Europa im Laufe des 19. Jahrhunderts zu. Damit erhielt auch die Wirtschaft Aufwind. Insbesondere die landwirtschaftlichen Exporte stiegen deutlich an, sodass auch der Wohlstand langsam zunahm. Dies führte im Verlauf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu weitreichenden Reformen und gesellschaftlichen Umwälzungen, die auch der Wirtschaft des kleinen Landes zu Gute kamen. Seitdem nennt man Uruguay auch die Schweiz Südamerikas.

Doch wirtschaftliche Krisen kamen und gingen, beutelten das Land, stellten es vor immense Herausforderungen. Beispielsweise führte die Wirtschaftskrise Argentiniens zu Beginn des 21. Jahrhunderts dazu, dass auch Uruguay, aufgrund seiner bedeutenden wirtschaftlichen Verbindungen zu Argentinien, in den Strudel der Entwicklungen im Nachbarland hineingeriet. Ähnlich sah es bei den Beziehungen zu Brasilien aus. Eine ebenfalls einschneidende Rolle spielte jüngst die Corona-Pandemie. Und trotzdem hatte es Uruguay bisher stets geschafft sich zumindest teilweise zu erholen.

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3. Steuern in Uruguay: allgemeine Bestimmungen des Steuerrechts

3.1. Uruguay erhebt Steuern nach dem Territorialitätsprinzip

Lange Zeit folgte Uruguay bei der Besteuerung dem Territorialitätsprinzip. Nach einer Steuerreform 2007 ist dies zwar immer noch so, doch haben mittlerweile auch Ausnahmeregelungen Einzug in das Steuerrecht Uruguays gehalten. Da dabei zwischen inländischen und ausländischen Steuerpflichtigen zu unterscheiden ist, müssen wir auch auf die Ansässigkeit näher eingehen.

3.2. Steuerpflicht in Uruguay

So gilt man als steuerlich in Uruguay ansässig, wenn man eines der folgenden Kriterien erfüllt:

Weiterhin gilt bei Inlandsinvestitionen eine steuerliche Anwesenheit, wenn keine andere steuerliche Ansässigkeit im Ausland nachgewiesen werden kann, gleichzeitig aber eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

3.3. Weitere allgemeine Bestimmungen

In Uruguay ist das Kalenderjahr allgemein als Veranlagungszeitraum maßgebend.

Arbeitgeber sind verpflichtet, Lohnsteuer einzubehalten und abzuführen. Ebenso besteht für alle anderen Steuerpflichtigen die Pflicht zur monatlichen Steuervorauszahlung. All dies kommt uns aus Deutschland also recht bekannt vor.

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Steueroasen-Ranking mit Highperformer Hennning

In diesem Video analysieren wir die Aussagen von Highperformer Henning zu Steueroasen und Steuervermeidungsstrategien.

4. Steuern in Uruguay: die Steuerarten im Einzelnen

4.1. Ertragsteuern

4.1.1. Einkommensteuer

Hier unterscheiden wir zwischen der Besteuerung von in Uruguay steuerlich ansässigen natürlichen Personen und solchen, die im Ausland steuerlich ansässig sind.

4.1.1.1. Einkommensteuer für im Inland Steuerpflichtige

Uruguay erhebt Steuern auf Einkommen von natürlichen Personen über ein gestaffeltes System. Dabei gilt allgemein ein Steuerfreibetrag von 475.440 UYU (ein Uruguayischer Peso entspricht derzeit etwa EUR 0,023). Der Freibetrag ist somit ähnlich hoch wie in Deutschland. Ab dieser Einkommensstufe steigt der Steuertarif progressiv an:

vonbisSteuersatz
UYU 475.440UYU 679.20010 %
UYU 679.200UYU 1.018.80015 %
UYU 1.018.800UYU 2.037.60024 %
UYU 2.037.600UYU 3.396.00025 %
UYU 3.396.000UYU 5.094.00027 %
UYU 5.094.000UYU 7.810.80031 %
über UYU 7.810.80036 %

Bemerkenswert am Steuerrecht Uruguays ist, dass es für Familienhaushalte mit Geringverdienern spezielle Regeln gibt. Je nach Art der vorliegenden geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse kommen andere Freibeträge und Eingangssteuersätze zur Anwendung.

Kapitaleinkünfte unterliegen in Uruguay ebenfalls der Besteuerung im Rahmen der Einkommensteuer. Darlehenszinsen, Zinsen auf Bankguthaben und die Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen zählen hierzu. Doch ist in den unterschiedlichen Fällen auch eine andere steuerliche Behandlung vorgesehen. So fällt etwa eine Steuer von pauschal 12 % an, wenn man Unternehmensanteile an einem Unternehmen in Uruguay veräußert. Dabei beträgt die Besteuerungsgrundlage nur 20 % entweder des realen Verkaufspreises oder, falls es keinen solchen gibt, des anzunehmenden Verkehrswerts.

Im Unterschied zum deutschen Steuerrecht fallen unter bestimmten Umständen sogar 7 % Einkommensteuer an, wenn eine Körperschaft Gewinne thesauriert. In diesem Fall findet die Besteuerung vier Jahre nach Erzielung des Gewinns statt.

Interessant ist auch eine weitere Regelung. Zinsen, die man aufgrund eines Darlehens von einer Kapitalgesellschaft erhält, die mindestens 90 % ihres Einkommens derart generiert, dass es keiner Körperschaftsteuer in Uruguay unterliegt, bleiben komplett steuerfrei.

4.1.1.2. Einkommensteuer für im Ausland steuerpflichtige Personen

In dieser Hinsicht nimmt man eine weitere Unterscheidung vor. Sollte eine im Ausland steuerlich ansässige Person in Uruguay ebenfalls Steuern auf ihr Einkommen zu zahlen haben und dabei in einer Steueroase ansässig sein, die keine oder nur geringe Steuern erhebt, dann fallen pauschal 25 % auf das in Uruguay erzielte Einkommen an. In allen anderen Fällen variiert der Steuersatz zwischen 7 % und 25 %. Wenig überraschend ist in solchen Fällen mit Auslandsbezug, dass eine Quellensteuer einzubehalten ist.

Eine derartige Besteuerung von im Ausland ansässigen Personen findet beispielsweise statt, wenn eine solche Person Dienstleistungen oder andere Leistungen an eine im Inland ansässige Körperschaft leistet. Das kann etwa bei der Übertragung von Rechten (unter anderem Bildrechte von Sportlern) oder die Nutzung anderer Rechte oder Gegenstände relevant sein. Auch Vermittlungsleistungen oder das Schalten von Werbung für ein körperschaftsteuerpflichtiges Unternehmen in Uruguay lösen eine solche Steuer aus.

Steuerliche Erleichterungen sind vorgesehen, wenn die Zahlungen ins Ausland weniger als 10 % des zu versteuernden Einkommens des inländischen Unternehmens beträgt, das diese Leistungen erhalten hat. Denn dann fallen nur auf 5 % des geforderten Betrags Steuern in Uruguay an – der Rest bleibt somit steuerfrei. Bei einer Zahlung in eine Steueroase rechnet man daher mit einem effektiven Steuersatz von 1,25 %.

4.1.1.3. Uruguays Liste der Steueroasen

Vor ein paar Zeilen haben wir bereits darauf hingewiesen, dass auch Uruguay steuerlich gegen Steueroasen vorgeht. Seit dem 01.01.2023 listet Uruguay all jene Staaten und Jurisdiktionen auf, die aus seiner Sicht entweder keine oder nur sehr geringe Steuern erheben. Grundlage hierfür ist die Resolution 2470/2022. Wir haben bereits auf einige steuerlichen Auswirkungen auf dem Gebiet der Einkommensteuer hingewiesen, aber, wie wir gleich zeigen werden, da ist noch mehr.

4.1.2. Körperschaftsteuer

In Uruguay zahlen sowohl im Inland etablierte Kapitalgesellschaften als auch Niederlassungen ausländischer Unternehmen Steuern auf ihr dort verortetes Einkommen. Einkommensbestandteile, die im Ausland entstanden sind, spielen bei der Körperschaftsbesteuerung in Uruguay hingegen keine Rolle; sie bleiben somit steuerfrei.

Der Steuersatz zur Körperschaftsteuer in Uruguay beträgt pauschal 25 %. Ein reduzierter Steuersatz von 12 % kommt bei einer Quellenbesteuerung von ausländischen Steuerpflichtigen zur Anwendung. Jedenfalls ist auch auf dem Gebiet der Körperschaftsteuer das Territorialitätsprinzip maßgebend.

Zur Berechnung des Einkommens ist auch in Uruguay auf Abschreibungen zu achten. Auf erworbene Firmenwerte findet allerdings keine Abschreibung statt. Die Kosten einer Startup-Gründung kann man hingegen innerhalb von drei bis fünf Jahren abschreiben (Wahlfreiheit).

Weiterhin besteht in Bezug auf die Verrechnung vortragsfähiger Verluste derzeit keine Einschränkung.

Erstaunlich großzügig zeigt sich Uruguays Steuergesetzgebung auch gegenüber Unternehmen, die lediglich im Ausland Handel treiben oder Dienstleistungen anbieten. Abgesehen von der Pflicht zur Einhaltung von Regelungen in Bezug auf internationale Verrechnungspreise, setzt man hierzu lediglich eine Steuer auf 3 % der angenommenen oder tatsächlich erzielten Gewinne an. Der effektive Steuersatz beträgt somit nur 0,75 %.

Zu den steuerpflichtigen Einkünften zählen allgemein auch Kapitaleinkünfte, also auch Zinsen und Lizenzeinnahmen. Handelt es sich jedoch um Dividenden von einheimischen Tochterunternehmen, so bleiben diese steuerfrei. Gleiches gilt im Prinzip auch für ausländische Tochterunternehmen, wenn diese keiner multinationalen Unternehmensgruppe angehören. Andernfalls unterliegen sie der Körperschaftsteuer in Uruguay, wenn keine der erforderlichen Substanzanforderungen erfüllt sind, die Uruguay neuerdings ebenfalls eingeführt hat.

Eine Ausnahme vom Territorialitätsprinzip sieht das uruguayische Steuerrecht vor, wenn gewisse Dienstleistungen im Ausland an einen Empfänger gerichtet sind, der im Inland aufgrund dieser Leistungen Einkommen generiert. In diesem Fall unterliegen die Zahlungen für diese Leistungen der Körperschaftsteuer im Wege einer Quellenbesteuerung.

4.1.3. Steuerliche Anreize für Unternehmen

Steuerliche Anreize für Investoren bietet Uruguay dadurch, indem dort ein Teil der Einkünfte von der Körperschaftsteuer befreit bleiben, wenn man sie reinvestiert. So kann man 40 % der Einkünfte vor Besteuerung bewahren, wenn man sie zur Anschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen aufwendet. Gleiches gilt bei Investitionen in Industrieanlagen, den Ausbau von Fähigkeiten in der Telekommunikation und im digitalen Bereich, der Anschaffung von Fahrzeugen und in die Entwicklung touristischer Infrastruktur. Mit immerhin noch 20 % Steuerbefreiung der Erträge fördert Uruguay auch den Bau oder den Ausbau von Gebäuden in diesen Sektoren.

Dabei ist zu beachten, dass nur solche Kapitalgesellschaften diese Steuerbefreiungen erhalten können, wenn diese im unmittelbar vorangegangenen Geschäftsjahr ein Einkommen vorweisen konnten, das maximal zehn Millionen UI betrug. Von dieser Einschränkung sind lediglich Unternehmen der Gütertransportbranche ausgenommen.

4.1.4. Keine Organschaft-Strukturen für Konzerne in Uruguay

Eine weitere wichtige Besonderheit im Steuerrecht von Uruguay ist das Fehlen einer Entsprechung etwa zur deutschen Organschaft. Eine Gruppenbesteuerung ist auch insofern eher von geringer Bedeutung in Uruguay, weil Dividenden an Muttergesellschaften steuerfrei bleiben.

4.1.5. Andere Unternehmensteuern

Neben der Körperschaftsteuer existiert auch noch eine jährliche Vermögensabgabe in Uruguay. Sie betrifft sowohl Körperschaften als auch natürliche Personen, die unternehmerisch tätig sind. Dabei besteuert der Fiskus das Nettovermögen von Unternehmen im Inland. Durch Anwendung des Territorialitätsprinzips bleiben somit im Ausland gelegene oder genutzte Vermögenswerte unbeachtet.

Die Steuer beträgt in der Regel 1,5 %, steigt aber auf 3 % an, wenn sie Steuerpflichtige trifft, die in einer Jurisdiktion mit geringen Steuern ansässig sind. Allerdings ist bei dieser Vermögensabgabe auch die Körperschaftsteuer anrechenbar, wenn auch nur bis zu einem Limit von 1 % der Vermögensabgabe. Außerdem kann man eine Reihe an Kürzungen der Bemessungsgrundlage vornehmen. Hierbei sind diverse Schulden berücksichtigungsfähig.

Außerdem ist eine Abgabe bei Gründung einer Kapitalgesellschaft in Uruguay fällig. Dazu legen die Finanzbehörden jährlich einen fiktiven Basisbetrag fest, auf den dann eine Steuer von 1,5 % anfällt. 2023 betrug die Steuer UYU 48.608. Zu beachten ist, dass Kapitalgesellschaften diese Abgabe auch jährlich zu entrichten haben, allerdings mit einem Steuersatz von 0,75 %. Auch diese Steuer ist bei der zuvor genannten jährlichen Vermögensabgabe zumindest teilweise anrechenbar.

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Fachberatung für internationale Steuerstrukturen

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4.2. Weitere Steuern in Uruguay

4.2.1. Umsatzsteuer und Verbrauchsteuern

In Uruguay zahlt man Steuern auf die Lieferung von Gütern und dem Erbringen von Dienstleistungen. Dies betrifft auch Importe sowie die Wertschöpfung im Immobilienbereich, also etwa den Bau von Gebäuden. Exporte bleiben, wie in den meisten anderen Ländern der Welt, in Uruguay als ausführende Nation vor der Umsatzbesteuerung verschont.

Die allgemeine Umsatzsteuer in Uruguay ist mit 22 % relativ hoch. Daneben gibt es noch einen ermäßigten Steuersatz von 10 %. Er gilt für Lebensmittel, Medikamente sowie medizinische Leistungen und Hotelübernachtungen. Auch beim allerersten Verkauf von Immobilien bleibt dieser steuerfrei, jeder weitere ist aber mit 22 % zu versteuern. Daneben existiert aber auch eine umsatzsteuerliche Befreiung von Milch, Printmedien und gewisse Finanzdienstleistungen. Was im landwirtschaftlich geprägten Uruguay ebenfalls kaum verwundern dürfte ist die umsatzsteuerliche Befreiung des Verkaufs von landwirtschaftlichen Maschinen.

Interessant ist auch eine Begünstigung von Lieferungen und Leistungen an Endverbraucher, wenn die Bezahlung hierbei elektronisch oder mittels Debit-Karten erfolgt. Liegt der Gegenwert bei höchstens UYU 23.000, beträgt der Steuersatz nur 18 %, ansonsten 20 %.

Weiterhin gibt es auf bestimmte Waren eine Verbrauchsteuer, die je nach Art der Ware variiert. So ist etwa für Treibstoffe, Schmiermittel und andere petrochemische Erzeugnisse mit einer Verbrauchsteuer bis zu 133 % zu rechnen. Auf alkoholische Getränke können, ja nach Alkoholgehalt, bis zu 80 % an Steuern anfallen und bei Tabak sind es immerhin noch bis zu 70 %.

4.2.2. Vermögensabgaben

4.2.2.1. Grundsteuer

Auf Immobilien fallen eine Reihe an Abgaben an. Dabei unterscheidet man zwischen solchen, die auf kommunaler Ebene erhoben werden, und solchen, die auf Basis nationaler Regelungen existieren. So erheben Kommunen Grundsteuer in der Größenordnung von 0,2 % bis 1,2 % des Immobilienwerts. Die nationale Finanzbehörde erhebt hingegen ein sogenanntes Schulgeld im Bereich zwischen 0,1 % bis 0,3 %. des Verkehrswerts. Von dieser Abgabe sind Immobilien in ländlichen Gebieten jedoch ausgenommen.

4.2.2.2. Grunderwerbsteuer

Auch der Transfer von Immobilien ist in Uruguay mit Steuern belegt. Bemerkenswert hierbei ist, dass sowohl die veräußernde als auch die erwerbende Partei steuerpflichtig sind. Allerdings gilt statt des aktuellen Immobilienwerts ein in einem staatlichen Register vermerkter Wert als Bemessungsgrundlage. Darauf fällt für Erwerber und Veräußerer jeweils eine Steuer von 2 % an. Handelt es sich jedoch um einen unentgeltlichen Erwerb, trägt allein der Erwerber die Steuerschuld, die dann logischerweise 4 % beträgt. Eine Ausnahme stellen hingegen Erwerbsvorgänge im Rahmen einer Erbschaft dar, bei denen der Steuersatz auf 3 % sinkt.

4.2.2.3. Keine Stempelsteuer in Uruguay

Abgesehen von dieser Grunderwerbsteuer ist keine weitere Besteuerung etwa durch Stempelsteuern in Uruguay vorgesehen. Dies gilt auch für die Übertragung von anderen Vermögenswerten.

4.2.2.4. Keine Erbschaftsteuer und keine Schenkungsteuer in Uruguay

Wenn man die Grunderwerbsteuer einmal außer Acht lässt, unterliegt die Übertragung von Vermögen im Wege einer Schenkung oder Erbschaft in Uruguay keinerlei Steuern.

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Steuerfreistellung bei Immobilienvermietung im Ausland

In diesem Video erklären wir, wie man in Deutschland die Freistellung erreicht, wenn man im Ausland Immobilien vermietet.

5. Steuern in Uruguay – Fazit

Das Territorialitätsprinzip verleiht Uruguay eine gewisse Attraktivität im internationalen Vergleich der Steuern. Das hängt auch damit zusammen, dass sich Uruguay verpflichtet hat die auf Ebene der OECD geschlossenen Vereinbarungen mitzutragen. Schließlich ist eine Mitwirkung in diesem Rahmen für ein reines Exportland wie Uruguay durchaus essentiell. Dabei scheint es unerheblich zu sein, dass eine Vielzahl an steuerlichen Regelungen innovativ sind. Dies betrifft beispielsweise die Berücksichtigung der unteren Einkommensschichten, für die eigene steuerliche Gegebenheiten gelten.

Wenig verwunderlich ist außerdem, dass Uruguay in den letzten Jahren bemüht war die Anzahl seiner Doppelbesteuerungsabkommen deutlich zu erhöhen. Denn dies war ein Kriterium, um von der OECD-Liste unkooperativer Staaten getilgt zu werden. So bestehen derzeit derartige Abkommen unter anderem mit Deutschland, Liechtenstein, Malta und der Schweiz.

Außerdem ist für Uruguay ein solides Steuerrecht entscheidend, um sich gegen die Wirtschaftsstärke seiner größeren Nachbarn zu behaupten. Denn die Vergangenheit hat wiederholt gezeigt, wie wichtig dies in Anbetracht der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Argentinien und Brasilien ist.

Zugute kommt Uruguay weiterhin, dass es sich mit seinen wichtigsten südamerikanischen Absatzmärkten im gemeinsamen Markt MERCOSUR zusammengeschlossen hat. Aber auch die Ausfuhr von Lebensmittelerzeugnissen nach China ist inzwischen zu einem weiteren wichtigen Standbein geworden. Daneben spielt jedoch auch der Handel mit der Europäischen Union eine bedeutende Rolle, insbesondere mit Deutschland.


Steuerberater für internationales Steuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum internationalen Steuerrecht spezialisiert. Beim Vergleich mit ausländischen Steuerregimen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Internationales Steuerrecht – Privat

  1. Ausarbeitung von Vermeidungsstrategien zur Wegzugsteuer
  2. Beratung für Perpetual Traveler
  3. Informationen zum Steuerrecht in ausländischen Steuerregimen (zum Beispiel Isle of Man, Namibia, Schweden)
  4. Nutzung der vielfältigen Vorteile einer Familienstiftung in Liechtenstein

Internationales Steuerrecht – Unternehmen

  1. Vorteile der Gründung eines Einzelunternehmens im Ausland bei späterer Rückkehr nach Deutschland
  2. Informationen zur Besteuerung von Unternehmen in Österreich
  3. Begleitung bei internationalen Verständigungsverfahren
  4. Klärung zu Fragen der grenzüberschreitenden Verlustverrechnung

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Lehrauftrag für internationales Steuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für internationales Steuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Spezialgebiete des Steuerrechts – Internationales Steuerrecht“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

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Sehr wohlhabende Personen stehen mit ihrem Vermögen oft vor vielfältigen Herausforderungen. Eine davon ist die Vermögensnachfolge. In Deutschland unterliegt sie bei den Erben oder Beschenkten nämlich der Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer. Eine Möglichkeit, wie Superreiche eine solche Besteuerung vermeiden können, zumindest aber viel Steuern sparen können, ist über eine Familienstiftung. Insbesondere eine Familienstiftung in Liechtenstein bietet sich hierzu gleich aus verschiedenen Gründen an. Zudem entgeht man mit dieser Gestaltung auch der Wegzugsteuer, sodass man frei ist dorthin zu ziehen, wo es einem am besten gefällt – auch steuerlich.

Unser Video: Erbschaft- & Vermögensteuer vermeiden

In diesem Video erklären wir, wie Superreiche ihr Vermögen so strukturieren können, dass keine Erbschaft- und eventuell keine Vermögensteuer anfällt.

Inhaltsverzeichnis


1. Wie Superreiche mit einer Familienstiftung Steuern sparen – Einleitung

Vermögen verpflichtet. Früher war es der Adel, auf den diese Aussage angewandt wurde, doch heute ist es die stetig wachsende Zahl an sehr vermögenden Personen, für die sie gilt. Denn ein Vermögen wird eines Tages, früher oder später, in andere Hände gelangen. Meist sind es die eigenen Kinder oder Enkelkinder, die vom eigenen Reichtum profitieren sollen, indem sie ihn per Schenkung oder Erbschaft von uns erhalten. Im ungünstigsten Fall erbt der Staat.

Bleiben wir in Deutschland, und zwar auch in steuerlicher Hinsicht, dann müssen wir spätestens zum Zeitpunkt unseres Ablebens damit rechnen, dass unsere Erben unser Erbe antreten, vielleicht auch unser Vermächtnis, ganz sicher aber auch die Erbschaftsteuer, die Vater Staat dann einfordert. Manche sehen die Steuer positiv, andere jedoch eher mit Unbehagen. Schließlich handelt es sich bei der Erbschaft um ein Vermögen, dass bereits bei seinem Zustandekommen der Besteuerung unterlag. Und nun sollen unsere Erben im Grunde erneut Steuern darauf entrichten?

Na, ganz so schlimm muss es keineswegs kommen. Schließlich gibt es zu kaum einer anderen Steuer so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie zur Erbschaft- und Schenkungsteuer. Eine besonders reizvolle Variante stellen wir Ihnen nun vor, nämlich, wie Superreiche mit einer Familienstiftung Steuern sparen können.

2. Steuern sparen: so definieren wir Superreiche

Spannend gleich zu Beginn unserer Betrachtungen ist, wie wir den Begriff Superreiche definieren wollen, den wir in diesem Beitrag zu verwenden beabsichtigen. Denn der Begriff ist im Allgemeinen kaum greifbar. Zählt man etwa nur eine bestimmte Kategorie von Vermögen, etwa liquide Finanzmittel? Oder geht man von einem bestimmten Betrag beim Wert des Nettovermögens insgesamt aus? Vielleicht kommt eher ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung, die das meiste Vermögen besitzen, als Basis für eine Definition in Frage.

Nun, machen wir es uns doch leicht mit dieser Definition. Für unsere Zwecke stellen wir auf ein simples Merkmal ab, einem Reinvermögen von mindestens EUR 26 Mio. Jetzt mögen Sie sich fragen, warum es ausgerechnet EUR 26 Mio. sein sollen, wo es doch genauso gut mit der runden Zahl von EUR 25 Mio. gelungen wäre Superreiche zu definieren? Viele würden vielleicht auch eher erwarten, dass wir erst ab einem Vermögen von EUR 1 Mrd. oder mehr von Superreichen sprechen. Womit die von uns bestimmte Grenze von EUR 26 Mio., die für unsere Zwecke Superreiche definiert, zusammenhängt, werden Sie gleich sehen.

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Haben Sie Fragen zur Gestaltung einer steueroptimierten Vermögensnachfolge?

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3. Wie Superreiche eine Familienstiftung errichten können

3.1. Superreiche errichten eine Familienstiftung, um Steuern zu sparen

Gehen wir also davon aus, dass Dagobert Duktig, ein fiktiver Superreicher, der sich freiwillig als Beispiel für unsere Erläuterungen zur Verfügung stellt, über ein Vermögen von über EUR 26. Mio. verfügt. Dabei steckt sein Vermögen größtenteils, zu mehr als EUR 26. Mio., in seinem Unternehmen. Dies kann wahlweise ein Einzelunternehmen, eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft sein. Außerdem gehören zu seinem engsten Familienkreis drei Großneffen, Dig, Drig und Drak, die auch als seine Erben eines Tages die Vermögensnachfolge übernehmen würden.

Nach einem Erstberatungstermin in unserer Kanzlei, schreitet nun Dagobert Duktig zur Tat. Mit einem Barvermögen von EUR 50.000 errichtet er eine Familienstiftung, wahlweise in Deutschland oder in Liechtenstein (dort sogar mit nur EUR 30.000, CHF 30.000 oder USD 30.000 möglich). Auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in diesem Einzelfall kommen wir noch zu sprechen.

3.2. Wie Superreiche Steuern auf die Schenkung an die Familienstiftung sparen

Bei der Übertragung des Betriebsvermögens im Wert von über EUR 26 Mio. auf die Familienstiftung fällt normalerweise Schenkungsteuer an. Wenn jedoch eine Schenkung von Vermögen mit einem Wert über EUR 26 Mio. erfolgt und der Empfänger nachweisen kann, dass, außer dem erhaltenen Betriebsvermögen, keine anderen finanziellen Möglichkeiten bestehen, um die Steuer zu entrichten, dann kann man nach § 28a ErbStG einen Antrag auf Verschonungsbedarfsprüfung stellen. Denn nach § 28a ErbStG braucht man ab einem Vermögen von EUR 26 Mio. keine Steuer zu zahlen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählt unter anderem, dass die Familienstiftung das erhaltene Betriebsvermögen nun mindestens sieben Jahre lang behalten muss. Andernfalls findet rückwirkend doch noch eine Besteuerung auf die Vermögensübertragung statt. Selbstverständlich ist es im Sinne der Familienstiftung die Unternehmensbeteiligungen zu behalten, um die Gewinne an die Destinatäre auszukehren. Somit stellt auch die Sperrfrist kein Hindernis dar.

Was geschieht nun? Das zur Zahlung einer Schenkungsteuer einsetzbare Vermögen der Familienstiftung beträgt EUR 50.000. Das muss die Stiftung also zur Entrichtung der Schenkungsteuer aufwenden. Der Rest des Vermögens, also die im Wege der Schenkung erhaltenen Unternehmensbeteiligungen, bleiben aber vor der Besteuerung bewahrt. Auf diese Weise können Superreiche mit einer Familienstiftung also in großem Umfang Steuern sparen. Diese Gestaltung mit einem etwas anderen Ansatz hat übrigens auch Matthias Döpfner genutzt, um ein Aktienpaket mit einem Wert über EUR 1 Mrd. als Geschenk steuerfrei zu erhalten.

Übrigens, sollte Dagobert Duktig eine deutsche GmbH auf eine Familienstiftung in Liechtenstein übertragen wollen, löst dies eine Wegzugsteuer aus. Dies lässt sich vermeiden, indem man eine Personengesellschaft als Holding über die GmbH positioniert. Auch dabei ist man an eine siebenjährige Sperrfrist gebunden, die aber in unserem Fall, wie gesagt, ohne Bedeutung ist, weil wir ja die Holding statt ihre GmbH übertragen.

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Fachberatung für sehr vermögende Personen

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4. Wie Superreiche mit einer Familienstiftung Steuern sparen

4.1. Besteuerung der Unternehmensgewinne durch die Familienstiftung

Gehen wir davon aus, dass das auf die Familienstiftung übertragene Unternehmen ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft war, so zahlt nun die Stiftung die Ertragsteuern auf den Unternehmensgewinn. Hier ergibt sich also keine Veränderung bei der Besteuerung. Auch bei einer GmbH oder einer Holding mit einer GmbH als Tochtergesellschaft bleibt in Bezug auf die Ertragsteuern alles wie zuvor.

4.2. Besteuerung der Ausschüttungen an die Destinatäre

Wenn nun aber die Stiftung ihren Destinatären Auszahlungen zukommen lässt, zahlen diese in Deutschland 25 % Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag. Auch hier ist auf den ersten Blick kein steuerlicher Vorteil erkennbar.

Aber wer sagt denn, dass die Destinatäre der Familienstiftung in Deutschland bleiben müssen? Niemand. Nehmen wir also an, sie wandern aus. Gehen wir dabei davon aus, dass in dem Land, in dem sie fortan steuerpflichtig sind, keine oder nur eine geringe Besteuerung von Kapitaleinkünften stattfindet, etwa in Uruguay. Dann können die Duktigs dort die Auszahlung der Familienstiftung praktisch steuerfrei vereinnahmen. Lediglich wenn die Familienstiftung in Deutschland ansässig ist, kann eine Quellensteuer anfallen. Bei einer Familienstiftung in Liechtenstein ist dies aber nach aktueller Rechtslage ausgeschlossen. Auf diese Weise sparen die Superreichen Duktigs mit einer Familienstiftung in Liechtenstein also doch enorm viel Steuern.

4.3. Erbersatzsteuer auf das Vermögen von Familienstiftungen in Deutschland

Doch nach 30 Jahren fällt bei Stiftungen in Deutschland die sogenannte Erbersatzsteuer an. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um eine Entsprechung zur regulären Erbschaftsteuer. Da aber eine Stiftung keine Erben haben kann, hat man die Erbersatzsteuer eingeführt, um sie im Wege eines simulierten Generationenwechsels dennoch zu besteuern.

Aber auch hierbei bewahrt § 28a ErbStG die Familienstiftung vor der Steuer. Denn über Absatz 7 dieser Norm kann die Stiftung erneut eine Verschonungsbedarfsprüfung beantragen. Beträgt der Wert der Unternehmensbeteiligung weiterhin mehr als EUR 26 Mio. und liegt sonst kein anderes zur Begleichung der Erbersatzsteuer verwendbares Vermögen vor, bleibt die Familienstiftung des Superreichen Dagobert Duktig wiederum von der Steuer verschont. Und wenn die Familienstiftung ihren Sitz in Liechtenstein hat, dann sicher auch deshalb, weil in Liechtenstein keine Erbersatzsteuer existiert. Unter anderem auch deshalb ist Liechtenstein als Ort zur Errichtung einer Familienstiftung so beliebt.

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In diesem Video erklären wir, wie eine Stiftung dabei hilft, ein Unternehmen zu verkaufen, ohne dass dabei Körperschaft- oder Gewerbesteuer anfällt.

5. Fazit zur Gestaltung „Steuern sparen mit Familienstiftung für Superreiche“

Unternehmer mit einem Betriebsvermögen über EUR 26 Mio. können also ohne Gefahr vor Schenkungsteuer oder Erbersatzsteuer ihre Vermögensstruktur mit einer Familienstiftung steuerlich optimieren. Dabei können Superreiche gleich auf mehreren Ebenen mit einer Familienstiftung Steuern sparen. Insbesondere bei einem Wegzug ins Ausland können die Destinatäre darauf hinwirken, dass sie auf die Zahlungen, die sie von der Familienstiftung erhalten, keine Steuern zu zahlen brauchen.

Viel wichtiger ist aber die langfristige, generationenübergreifende Bedeutung einer solchen Gestaltung. Denn außer den nächsten Verwandten können zukünftig auch deren und alle weiteren Abkömmlingen am Erfolg des Unternehmens partizipieren. Mit der richtigen Gestaltung ist dies sogar steueroptimiert möglich. Gleichzeitig hat man die Möglichkeit, um sich den Ort auf der Welt als Lebensmittelpunkt auszusuchen, den man persönlich am besten findet. Dies ist wahre Freiheit. Und die kann man sonst keineswegs vererben oder verschenken. Wenn Sie also über ihre Kinder hinaus auch den nachfolgenden Generationen etwas Gutes tun wollen, sogar etwas schenken wollen, was man mit Geld sonst kaum so einfach erlangen kann, dann errichten Sie mit uns eine Familienstiftung.


Steuerberater für Vermögensnachfolge

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zur Vermögensnachfolge spezialisiert. Bei Steuergestaltungen mittels Stiftungen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Internationales Steuerrecht – Privat

  1. Informationen zum Steuerrecht in ausländischen Steuerregimen (zum Beispiel Italien, Österreich, Schweiz)
  2. Empfehlungen zur Zusammensetzung der Organe einer Familienstiftung in Liechtenstein
  3. Erläuterungen zur Besteuerung ausländischer Trusts

Erbschaft/Schenkung

  1. Informationen zu Neuerungen im deutschen Stiftungsrecht
  2. Empfehlungen, wann Schenkungen zu Lebzeiten sinnvoll sind
  3. Beratung zum internationalen Erbschaftsteuerrecht

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Standort Köln

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Lehrauftrag für Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht

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Steuergestaltung bei der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer – Christoph Juhn

Das deutsche Steuerrecht ist an eine Vielzahl an Rahmenbedingungen gebunden, die auf das Grundgesetz zurückgehen. Neben dem objektiven Nettoprinzip und dem subjektiven Nettoprinzip sowie dem Leistungsfähigkeitsprinzip ist auch das Gebot der Folgerichtigkeit von großer Bedeutung. Es gibt vor, dass der Gesetzgeber ebenso wie die Judikative und die Exekutive in ihrem Wirken an bestehende rechtliche Bestimmungen gebunden sind. Auch die Abschaffung vor allem aber die Änderung von Gesetzen kann bisweilen einen Rechtsbruch darstellen, wenn sie in ihrer Wirkung das Gegenteil von dem erreichen, was bisher galt. Außerdem müssen Rechtsnormen und Verordnungen konkret bestimmt und in sich schlüssig sein.

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Unser Video: unfaire Steuergesetze

In diesem Video erklären wir, ob es tatsächlich möglich ist, dass durch einen Steuerbescheid eine Privatinsolvenz drohen kann.

Inhaltsverzeichnis


1. Gebot der Folgerichtigkeit – Einleitung

Jedem sollte klar sein, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Deshalb erwarten wir, dass für alle Bürgerinnen und Bürger das gleiche Recht gilt. Niemand soll bevorzugt oder benachteiligt werden. Aber was genau ist damit gemeint? Und welche Auswirkungen hat dies auf die Steuern, die wir zahlen müssen?

Mit einer zentralen Frage deutschen Rechts, die keineswegs selbstverständlich auch in das Steuerrecht hineinwirkt, beschäftigt sich dieser Artikel. Denn manchmal sind die offensichtlichen Dinge, von denen wir im Alltag so unreflektiert ausgehen, in eine komplexe Hülle gebettet und harren einer ausführlichen Erläuterung, damit wir sie besser verstehen. Nur wenn uns gelingt, alle Grundsätze des deutschen Rechtsystems zu erfassen, ist unser Verständnis von den Steuergesetzen vollständig. Und dieses Mal geht es um ein besonders wichtiges Rechtsprinzip, nämlich dem Gebot der Folgerichtigkeit.

2. Gebot der Folgerichtigkeit: Entwicklung des Rechtsstaatsprinzips

Rechtstaatliche Prinzipien sind also der Rahmen, der all unsere Gesetze durchwirkt. Dabei basieren sie auf dem Grundgesetz. Für viele Aspekte im deutschen Steuerrecht ist hierbei insbesondere Artikel 3 GG maßgebend. Er bestimmt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleichgestellt sind. Basierend auf dieser einfachen Festlegung ist im Laufe der Zeit eine große Zahl an rechtlichen Ableitungen durch die Rechtsprechung entwickelt worden. Eine der zentralen Aussagen hierbei betrifft die Legislative und die Exekutive gleichermaßen. So hat das Bundesverfassungsgericht in seinen Urteilen darauf bezogen festgestellt, dass der Staat nur dann im Sinne des Grundgesetzes handelt, wenn es ohne Willkür agiert.

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Haben Sie Fragen zu Betriebsprüfungen?

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3. Auswirkungen des Gebots der Folgerichtigkeit

Aber was genau bedeutet das Willkürverbot nun genau? Das Verbot fordert, dass der Staat – ganz gleich, ob Legislative, Judikative oder Exekutive – keine Normen schafft, die außerhalb eines bestimmten, bereits etablierten Kontexts stehen. Als Gebot der Folgerichtigkeit fordert es von der Obrigkeit, dass sie stets nach logischen Maßstäben, bestimmt und konsequent handelt. Die Auswirkungen ihres Handelns müssen also sowohl in sich schlüssig sein als auch in keinem Widerspruch zu anderen Vorschriften stehen. Außerdem müssen sie konkrete, eindeutige Bestimmungen enthalten.

Man kann also erwarten, dass man beispielsweise als Verkehrsteilnehmer universell dazu gezwungen ist an jeder roten Ampel zu halten. Der Gesetzgeber darf also keinesfalls bestimmen, dass etwa Taxen darauf keine Rücksicht zu nehmen brauchen, denn dafür fehlt ein logischer Grund. Wenn es aber trotzdem Ausnahmeregeln geben soll, dann müssen sie, dem Gebot der Folgerichtigkeit gehorchend, gut begründet sein. Gleichzeitig dürfen sie aber keine der bisherigen Regelungen komplett aufheben, um das Gegenteil zu bewirken. Um im vorgenannten Beispiel zu bleiben, darf die Straßenverkehrsordnung keinesfalls dahingehend geändert werden, dass man zukünftig an einer grünen Ampel zu halten hat und bei Rot fahren darf. Oder das man beim Halten an einer roten Ampel mit einem Bußgeld rechnen muss, beim Überfahren einer roten Ampel aber keine rechtlichen Konsequenzen zu fürchten braucht.

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Fachberatung für Unternehmensteuerrecht

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4. Das Gebot der Folgerichtigkeit im Steuerrecht

Um ein Beispiel aus dem deutschen Steuerrecht anzuführen, gab es 2006 eine Gesetzesinitiative, mit der der Gesetzgeber de facto die Pendlerpauschale ab 2007 abschaffen wollte. So argumentierte er, dass alle Fahrten, die Angestellte auf dem Weg zur Arbeit bestreiten, privat veranlasst seien. Private Kosten sind aber als Werbungskosten ausgeschlossen. Ergo sollte es auch keine Werbungskosten mehr für die Bewältigung der Fahrtstrecken zur Arbeit geben. Man berief sich dabei also auf das sogenannte Werkstorprinzip: die Arbeit fing erst mit dem Überschreiten des Werktors an.

Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Arbeitnehmer diese Aufwendungen als Werbungskosten aber sehr wohl absetzen, weil sie ja zur Erzielung ihrer Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit essentiell wichtig sind (§ 9 EStG). Aber auch für Freiberufler und andere selbständige Unternehmer waren diese Kosten relevant, wenn auch im Rahmen der steuerlich anrechnungsfähigen Betriebsausgaben (§ 4 EStG). Es entspricht übrigens dem objektiven Nettoprinzip. Außerdem kann es potentiell auch das subjektive Nettoprinzip betreffen. Und nun sollte plötzlich eine anderslautende Bestimmung gelten, die die Kosten als rein private Ausgaben deklariert.

Als dieser Fall nun dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt wurde, musste sich der Gesetzgeber rechtfertigen, wieso es einen grundlegenden Wechsel in seiner Auffassung vollführte und nun neuerdings die Arbeitsfahrten als rein privat erachtete, wo es doch zuvor vom genauen Gegenteil ausging. Dabei war es offensichtlich, dass die neue Gesetzeslage dem Gebot der Folgerichtigkeit widersprach, weil nun ein und der selbe Sachverhalt zu einer ganz anderen Beurteilung führte. Außerdem lag keine folgerichtige Begründung für den Wechsel dieser Auffassung vor.

Kein Wunder also, dass das Bundesverfassungsgericht diese Regelung wieder kippte. Denn das Gebot der Folgerichtigkeit fordert ja, dass alle Gesetze aufeinander aufbauen und ineinander greifen, sodass alles logisch miteinander verknüpft ist. Und dies gilt eben auch für rechtliche steuerrechtliche Regelungen aus der Vergangenheit, die in ihrer Wirkung generell keine entgegenstehende Neuregelung duldet.

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Unser Video: Wie Fußballprofis Steuern zahlen

In diesem Video erklären wir, wie Profifußballer in Deutschland Steuern zahlen und welche Besonderheiten dabei für sie gelten.

5. Gebot der Folgerichtigkeit – Fazit

Wie wir also sehen konnten, ist es alles andere als leicht bestehende Gesetze durch neue, gegensätzliche zu entmachten. Was heute legal und richtig ist darf ein zukünftiges Gesetz keineswegs komplett ad absurdum führen. Der Gesetzgeber darf zwar ergänzende Regelungen treffen, doch müssen diese eben auch logisch schlüssig zu den bisherigen Regelungen passen. Außerdem bedeutet es, dass der Gesetzgeber bei der Schaffung neuer Regelungen darauf achten muss, dass zukünftige Änderungen oder Ergänzungen weiterhin möglich sind, ohne dass sie dabei den aktuell geschaffenen Normen widersprechen.

Ein schönes Beispiel hierzu bietet der Verzicht auf eine eigenständige steuerliche Regelung zur Besteuerung von Kryptowährungen. Sicherlich wäre es verlockend gewesen, hierfür ganz neue, eigene Normen zu schaffen. Stattdessen hat man die bereits bestehenden Regelungen dahingehend geprüft, ob sie zur Besteuerung von Kryptowährungen geeignet sind. Und tatsächlich, dies ist der Fall.

Außerdem müssen Steuergesetze konsequent ausgestaltet sein. Diesbezügliche Erfahrungen hat man etwa in Tübingen bei der Einführung der Verpackungsteuer gemacht, bei der anfänglich auch fraglich war, ob hierbei das Gebot der Folgerichtigkeit uneingeschränkt gilt. Denn die Höhe der Abgabe war anfangs als zu unbestimmt angesehen worden.

Das Gebot der Folgerichtigkeit ist damit ein zentrales Element deutscher Gesetze, insbesondere auch der Steuergesetze. Trotzdem ist es keineswegs ein allumfassendes Hindernis in Bezug auf die Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers. Denn wenn die Begründung von Neuregelungen, die älteren Normen entgegenstehen, etwa hinreichend mit einer beabsichtigten Lenkungswirkung einhergeht, ist das Gebot der Folgerichtigkeit ausgehebelt. Genau dies ist bei Steuergesetzen generell recht leicht gegeben. Der Gesetzgeber muss eben bei der Gesetzesbegründung seine Motivation klar darlegen, um bereits bestehende Regelungen zu kippen. Dies wäre etwa mit einer umweltpolitischen Lenkungswirkung durchaus gegeben.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert. Beim Anfechten von Steuerbescheiden schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Allgemeines

  1. Steuerrechtliche Begleitung bei Betriebsprüfungen
  2. Implementierung von Vermeidungsstrategien zur Vermeidung eines Gestaltungsmissbrauchs im Sinne des § 42 AO
  3. Vorausschauende Beratung bei komplexen Unternehmensstrukturen (Holdinggesellschaften, Organschaften)
  4. Entwicklung von Verteidigungsstrategien gegenüber der Finanzverwaltung bei Einspruchsverfahren, FG-Klageverfahren und BFH-Revisionsverfahren
  5. Rechtsbetreuung durch unsere Rechtsanwälte

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Standort Köln

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Lehrauftrag für steuerliche Spezialgebiete

Unsere besonderen Expertisen für das deutsche Steuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Spezialgebiete des Steuerrechts – Verfahrensrecht II“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Verfahrensrecht II – Christoph Juhn – Präsentation

Beim Verkauf eines Einzelunternehmens fallen auf den Gewinn mitunter Steuern in erheblichem Umfang an. Wer hierbei also Steuern sparen möchte, wandelt das eigene Unternehmen zunächst in eine GmbH um. Noch besser ist allerdings, die GmbH in eine Holdingstruktur zu überführen. Denn dann fällt auf Ebene der Holding nur 1,5 % an Steuern an. Allerdings geht mit der Umwandlung in eine GmbH und der Einbringung in die Holdingstruktur eine siebenjährige Sperrfrist einher. Findet der Verkauf innerhalb dieser Sperrfrist statt, erfolgt nachträglich eine Besteuerung des Einbringungsgewinns. Diese Steuer fällt somit zusätzlich zu jener auf den eigentlichen Veräußerungsgewinn an. Mit einer Stiftung kann man die Sperrfrist jedoch aushebeln. Denn dann funktioniert der Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist steuerneutral.

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Unser Video: Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist

In diesem Video erklären wir, wie man mit einer Familienstiftung ein sperrfristbehaftetes Unternehmen ohne Steuern verkaufen kann.

Inhaltsverzeichnis


1. Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist – Einleitung

Ein Einzelunternehmen steht aus steuerlicher Sicht gleich vor mehreren Herausforderungen. Einerseits findet die Besteuerung des Geschäftsgewinns auf Ebene des Einzelunternehmers statt. Dabei unterliegt der Gewinn dem persönlichen Steuersatz des Einzelunternehmers. Je höher also der erwirtschaftete Gewinn ausfällt, desto höher ist auch die Steuer, die darauf anfällt. Andererseits gilt dies auch, wenn man das eigene Einzelunternehmen verkauft. Auch hier ist die Steuer von der Höhe des persönlichen Steuersatzes abhängig; entsprechend hoch kann sie ausfallen.

Darum überlegen sich viele Einzelunternehmer, ob sie ihr Einzelunternehmen in eine GmbH umwandeln sollen. Immerhin vermeidet man mit einer GmbH eine private Haftung als Gesellschafter. Auch die Verwendung thesaurierter Gewinne ist mit steuerlichen Vorteilen verbunden. Doch gilt insbesondere im Hinblick auf den Verkauf des Unternehmens, dass die Steuer bei einem Einzelunternehmen erheblich höher ausfällt, als wenn man eine GmbH verkauft.

Was macht man also? Richtig, man wandelt das eigene Einzelunternehmen in eine GmbH um. Doch hat dieser Formwechsel einen gravierenden Nachteil, nämlich, dass man infolge der Umwandlung einer siebenjährigen Sperrfrist unterliegt. Verkauft man das umgewandelte Unternehmen innerhalb der Sperrfrist, fällt rückwirkend eine Steuer auf den Umwandlungsgewinn an.

Wer also ein Einzelunternehmen in eine GmbH umwandeln möchte, um direkt anschließend das Unternehmen zu verkaufen, muss einen Weg finden, um die zusätzliche Steuer zu vermeiden. Daher zeigen wir nun, wie ein Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist ohne Steuer gelingt.

2. Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist: rechtlicher Rahmen

Zunächst gehen wir noch auf die gesetzlichen Normen ein, die dazu führen, dass ein Unternehmensverkauf innerhalb einer Umwandlungssperrfrist zu einer Besteuerung führt.

Die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist ein Formwechsel. Sie erfolgt gemäß § 20 UmwStG im Rahmen einer Einbringung. Dabei kann man ein Einzelunternehmen eigentlich auf zwei Weisen in eine GmbH umwandeln. Entweder man gründet erst eine GmbH und bringt anschließend das Einzelunternehmen im Wege einer Kapitalerhöhung in die GmbH ein, wofür man neue Anteile an der GmbH als Gegenleistung erhält. Oder man gründet die GmbH im Wege einer Sachkapitalgründung, wobei man das Einzelunternehmen als Sacheinlage zur Deckung des erforderlichen Mindeststammkapitals heranzieht. Im letzteren Fall spart man sich somit einen zweiten Notartermin. Allerdings sind dann die Kosten zur Feststellung der Werthaltigkeit des einzubringenden Sachkapitals höher. Außerdem kann das Unternehmen in diesem Fall auch erst wirtschaftlich agieren, wenn es eine (neue) Steuernummer vom Finanzamt erhält.

Steuerrechtlich sind beide Vorgehensweisen steuerneutral möglich. Das bedeutet, dass auf die im Einzelunternehmen enthaltenen stillen Reserven keine Steuern anfallen. Allerdings gilt dies nur, sofern man einige Bedingungen einhält. So darf man keine zusätzliche Gegenleistungen über den Gegenwert der Unternehmensanteile hinaus erhalten. Wer sich etwa von der neuen GmbH einen Sportwagen als zusätzlichen Gegenwert für die Einbringung des Einzelunternehmens spendieren lässt, verlässt den Pfad der Steuerneutralität.

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3. Unser Modell: Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist über eine Stiftung

Was ist aber zu tun, wenn man bereits das Einzelunternehmen in eine GmbH umgewandelt hat und man noch währende der siebenjährigen Sperrfrist das Unternehmen verkaufen möchte? In dem Fall empfehlen wir eine Stiftung zu errichten und die GmbH oder eventuell die sie haltende Holding an sie zu verschenken.

Wenn Sie die GmbH an die Stiftung verschenken und diese anschließend den Unternehmensverkauf trotz der bestehenden Sperrfrist durchführt, fällt die Steuer auf den Betrag an, den die Stiftung statt des Einzelunternehmers zu zahlen hat. Konkret bedeutet das eine rückwirkende Körperschaftsteuer auf den Einbringungsgewinn. Der Steuersatz, mit dem die Stiftung diesen Gewinn zu versteuern hat, beträgt aber nur 15 % statt der bei einem verkaufenden Einzelunternehmer bis zu etwa 50 %. Wie Sie sehen, haben wir hier bereits erheblich an Steuern gespart.

Noch eindrucksvoller ist das Ergebnis aber, wenn wir eine Holding samt der Tochter-GmbH an die Stiftung verschenken und diese dann den Verkauf vornimmt. Denn dann verkauft die Stiftung die Holding, für die keine Sperrfrist greift. Ohne die Sperrfrist beträgt die Steuer, die die Stiftung als juristische Person zu zahlen hat, nur noch etwa 1,5 %, nämlich Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.

Dabei besteht in diesem Fall sogar die Möglichkeit, dass man gegenüber der Finanzverwaltung den Standpunkt vertreten kann, dass die Stiftung ja kein gewerbliches Unternehmen ist und somit die Gewerbesteuer keine Bedeutung für sie haben sollte. Ja man kann sogar argumentieren, dass die Stiftung lediglich vermögensverwaltend tätig ist und damit auch ebenso wenig der Körperschaftsteuer unterliegt. Bei einer Stiftung, die lediglich Immobilien verwaltet und verkauft, ist dies schließlich ebenfalls möglich.

Wenn auch Sie fachliche Unterstützung bei solchen oder anderen Begehren gegenüber der Finanzverwaltung suchen, dann setzen Sie auf unsere Kompetenz. Wir vertreten gerne Ihre Anliegen. Rufen Sie uns doch einfach gleich an.

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Fachberatung für Unternehmesverkäufe

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4. Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist durch Stiftung: Nachteile

Schön, wir haben den Sperrfristverstoß entweder massiv abgemildert oder sogar ganz umgangen. Unter Umständen haben wir es sogar geschafft, gar keine Steuern auf den Unternehmensverkauf zu zahlen – und zwar trotz der Sperrfrist. Doch müssen wir auf einige weitere Punkte achten.

4.1. Schenkungsteuer bei Schenkung an Familienstiftung

Der erste Aspekt ist sicherlich auch der gravierendste. Denn die Schenkung an die Stiftung löst Schenkungsteuer aus. Dabei stellt die Schenkung an eine Stiftung einen Sonderfall dar. Dies gilt in Bezug auf die Höhe des anwendbaren Freibetrags. So hat vor einigen Jahren das Finanzgericht Niedersachsen entschieden, dass hierbei ein Freibetrag zur Anwendung kommt, der derjenigen von Enkelkindern entspricht, also EUR 100.000 (Beschluss vom 19.07.2021, Aktenzeichen 3 K 5/21). Das ist auch insofern erstaunlich, weil die anzuwendende Steuerklasse sich bei einer Familienstiftung an den in der Satzung begünstigten Personen orientiert. Konkret wäre das in unserem Beispiel die Steuerklasse I, die mit 7 % auf den Vermögenswert über dem Freibetrag anfällt. Kein Wunder also, dass diese Entscheidung nun dem Bundesfinanzhof zur Revision vorliegt.

Noch kurioser wird es aber, wenn man spätere Zustiftungen oder andere Schenkungen an eine Stiftung betrachtet. Denn dann gelten der Freibetrag und die Steuerklasse, wie sie für fremde Dritte vorgesehen ist: somit ein Freibetrag von nur EUR 20.000 und ein Steuersatz von bis zu 50 %. Wenn man also eine Schenkung zur Errichtung einer Stiftung vornimmt, sollte man besser gleich das maximal mögliche Vermögen auf sie übertragen.

4.2. Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist beim Erwerber einer Holding

Ein weiterer Punkt, den man beim Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist beachten sollte, bei dem die Stiftung ihre Beteiligung an der Holding veräußert, betrifft den Käufer. Denn der Käufer übernimmt die Sperrfrist der GmbH mit der sie haltenden Holding. Die Holding ist also erst nach Ablauf der siebenjährigen Sperrfrist in der Lage, die GmbH ohne Sperrfristverstoß weiterzuverkaufen. Aber der Erwerber kann ja selber die Holding statt die GmbH innerhalb der Sperrfrist verkaufen, ohne dass dabei ein Sperrfristverstoß eintritt.

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Einbringung Einzelunternehmen in GmbH

In diesem Video erklären wir, wie man ein Einzelunternehmen im Wege einer Einbringung in eine GmbH umwandelt.

5. Fazit: steuerneutraler Unternehmensverkauf trotz Sperrfrist möglich

Wie wir hoffentlich überzeugend zeigen konnten ist ein steuerneutraler Unternehmensverkauf trotz einer bestehenden Sperrfrist mittels einer Stiftung möglich. Unter Umständen kann man mit der Stiftung sogar die Steuern auf den Verkauf des Unternehmens auf 0 % reduzieren, wenn man dabei eine Holding zwischenschaltet. Doch hat dies eben auch eine andere Steuer zur Folge, nämlich die Schenkungsteuer, die bei der Übertragung der GmbH oder Holding an die Stiftung anfällt. Zwar ist auch hierbei mit einer gewissen Steuer zu rechnen, doch sind wir überzeugt, dass sich dies im Einzelfall dennoch als lohnende Alternative herausstellt. Jedenfalls sollte man bei einer bestehenden Sperrfrist alle Optionen prüfen, zu der dann auch der von uns hier vorgestellte Vorschlag mittels einer Familienstiftung gehört.


Steuerberater für Unternehmensteuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert. Beim Optimieren von Steuerstrukturen schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

GmbH

  1. Informationen zu den vielfältigen Vorteilen einer GmbH

Umwandlungen

  1. Planung und Durchführung sämtlicher Umwandlungsvorgänge (Einbringung, Verschmelzung, Formwechsel, Anteilstausch)
  2. Individuelle Klärung zur Frage, ob sich die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH lohnt

Erbschaft/Schenkung

  1. Langfristige Steueroptimierung mittels einer Familienstiftung in Liechtenstein
  2. Informationen zum Erbschaftsteuerrecht (Freibeträge, Anzeigepflichten)

Unternehmenskauf / Unternehmensverkauf

  1. Prüfungen im Rahmen der Due Diligence
  2. Beratung zur Gestaltung eines Verkaufspreises über eine Leibrente
  3. Ausarbeitung von Vorteilen für Käufer trotz Share Deal

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Lehrauftrag für Unternehmensteuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensteuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (4) Umwandlungsvorgänge“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Steuergestaltung durch Umwandlungsvorgänge und Umstrukturierungen – Christoph Juhn

Steht ein Unternehmensverkauf an, kann man vorab per Steuergestaltung eine Reduktion der Steuern einplanen. Mit einer Stiftung kann man dabei sogar erreichen, dass ein GmbH-Verkauf komplett steuerfrei bleibt. Die Auszahlung des Gewinns erfolgt dann als Zuwendung an die Destinatäre.

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Unser Video: GmbH steuerfrei verkaufen

In diesem Video erklären wir, auf welche Weisen man eine GmbH verkaufen kann und wieso dies mit einer Stiftung sogar steuerfrei bleiben kann.

Inhaltsverzeichnis


1. GmbH-Verkauf durch Stiftung – Einleitung

Wer eine GmbH verkaufen möchte, steht vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Dazu zählt zunächst einmal, dass man Käufer finden muss. Gewiss, man mag das Glück haben, dass das eigene Unternehmen so begehrt ist, dass potentielle Käufer von sich aus aktiv auf einen zugehen und den Wunsch nach Übernahme der GmbH äußern. Aber selbst dann hat man weitere Einzelfragen zu klären: welchen Verkaufspreis setzt man an? Wann soll die Übertragung stattfinden? Welche Rolle soll man nach der Übertragung noch im Unternehmen übernehmen? Und sicherlich auch: wie viel Steuer fällt eigentlich an?

Zu all diesen und vielen weiteren Fragen kann unsere auf Beratung im Unternehmensteuerrecht spezialisierte Kanzlei Antworten liefern. So auch zur letztgenannten: Keine!

Ja, ein steuerfreier GmbH-Verkauf ist in Deutschland möglich, wenn man dies mit einer Stiftung gestaltet. Wie dies genau funktioniert, zeigt Ihnen dieser Beitrag.

2. Alternativen zum GmbH-Verkauf per Stiftung

Nun ist der Verkauf einer GmbH über eine Stiftung sicher keineswegs alltäglich. Schauen wir daher, welche anderen Alternativen es beim GmbH-Verkauf noch gibt.

Da wäre zunächst einmal der Share Deal. Beim Share Deal hat man als natürliche Person den Vorteil, dass man den Gewinn aus dem Verkauf der eigenen GmbH nur zu 60 % zu versteuern braucht. Dadurch reduziert sich der effektive Steuersatz auf maximal 27 % und zwar sogar dann, wenn man dabei den höchsten Einkommensteuertarif von 45 % ansetzt. Bei geringerem Einkommen ist der effektive Steuersatz also nochmals niedriger. Und wenn man den GmbH-Verkauf über eine Holding laufen lässt, fällt die Steuer auf 1,5 % auf Ebene der Holding an. Zahlt man den Gewinn nun als Dividende aus, fallen darauf nochmals 25 % Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer an.

Außerdem besteht beim GmbH-Verkauf durch eine Holding unter Umständen die Einschränkung, dass man eine siebenjährige Sperrfrist nach der Übertragung der GmbH-Anteile einhalten muss, bevor der Verkauf tatsächlich unter den genannten Bedingungen erfolgen kann.

Auf der anderen Seite käme aber auch ein Asset Deal in Frage. Denn am Erwerb der einzelnen Wirtschaftsgüter, die der GmbH gehören, dürfte die Käuferpartei besonders interessiert sein. Schließlich eröffnet sich hierbei die Chance, dass man die erworbenen Wirtschaftsgüter abschreibt und somit auf diese Weise Steuern auf zukünftige Gewinne spart. Allerdings bliebe dann die GmbH als leere Hülle zurück beim bisherigen Eigentümer, der dann bei der Ausschüttung, spätestens aber bei der Liquidation 25 % Kapitalertragsteuern zu zählen hätte. Aber schon zuvor fällt auf Ebene der GmbH Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer von etwa 30 % an.

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3. Gestaltungsmodell GmbH-Verkauf per Stiftung

Wie wir sehen konnten, ist weder der Share Deal noch der Asset Deal für alle Beteiligten einer Unternehmenstransaktion auf Anhieb ideal. Daher mag sich folgende Gestaltung als Alternative anbieten.

Dazu gehen wir so vor: Wir errichten eine Stiftung, gerne auch in Form einer Familienstiftung, indem wir die GmbH im Wege einer Schenkung auf die Stiftung übertragen. Das mag zwar Schenkungsteuer auslösen, doch da es sich hierbei um Betriebsvermögen handelt, kann man die Verschonung von begünstigtem Vermögen nach § 13a ErbStG beantragen. Auf diese Weise kann man ein Vermögen von bis zu EUR 26 Mio. unter Auflagen steuerfrei auf die Stiftung übertragen.

Anschließend kann dann die Stiftung den GmbH-Verkauf vornehmen. Eine Stiftung ist aber kein gewerbliches Unternehmen. Daher braucht sie auch keine Gewerbesteuer auf den Gewinn zu entrichten. Wenn man dabei gegenüber dem Finanzamt auch noch die Position durchsetzen kann, dass die Stiftung lediglich vermögensverwaltend tätig ist, kann man auch die Körperschaftsteuer einsparen. Auf diese Weise reduziert man die Steuern auf den GmbH-Verkauf auf bis zu 0 %.

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Fachberatung für Unternehmenstransaktionen

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4. GmbH-Verkauf per Stiftung: Steuern auf Ebene der Destinatäre

So, jetzt ist idealerweise der gesamte Gewinn aus dem GmbH-Verkauf bei der Stiftung angekommen. Aber wie bekommt man ihn denn nun auf die private Ebene übertragen? Nun, hier greift die Kapitalertragsteuer. Damit hat man als Destinatär eine hervorragende Möglichkeit, um die Ausschüttung des Gewinns aus dem GmbH-Verkauf mit lediglich 25 % indirekt zu versteuern (zuzüglich wiederum Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer versteht sich). Das schöne daran ist vor allem, dass man hierbei eine abgeltende Wirkung erwarten kann. Schließlich ist die Kapitalertragsteuer eine Quellensteuer. So ist die Stiftung für das Einbehalten und Abführen der Steuer zuständig. Die Auszahlung erfolgt somit bereits netto.

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Für Sie ebenfalls interessant: Wegzugsteuer mit Stiftung in Liechtenstein vermeiden

In diesem Video erklären wir, wie man mit einer Stiftung in Liechtenstein die Wegzugsteuer aushebelt.

5. GmbH-Verkauf per Stiftung

Die Gestaltung, wie man mit einer Stiftung einen komplett steuerfreien GmbH-Verkauf einfädelt, kann man als Alternative zu bestehenden Verkaufsmodellen ansehen. Der Vorteil eines GmbH-Verkaufs durch eine Stiftung statt durch eine Holding liegt darin, dass die Übertragung der GmbH auch kurzfristig erfolgen kann. Denn bei der Übertragung auf eine Stiftung im Wege einer Schenkung existiert keine Sperrfrist.

Wie man später mit der Ausschüttung der Stiftung an ihre Destinatäre umgeht, ist wiederum ein ganz eigene Herausforderung. So bietet die Kapitalertragsteuer schon reichlich Gelegenheit, um Steuereinsparungen im Vergleich zu anderen Verkaufsgestaltungen zu erreichen. Allerdings muss man hierbei genau kalkulieren, denn es könnte sich unter Umständen auch eine andere Alternative anbieten.

Möchte man jedoch den Verkauf über eine Stiftung laufen lassen und eine Besteuerung der Auszahlung an die Destinatäre in Deutschland komplett vermeiden, so wäre hierbei vielleicht ein Wegzug aus Deutschland in ein Land, das lediglich nach dem Territorialitätsprinzip besteuert, denkbar. Beispielsweise käme hierzu Uruguay in Frage. Klar, auf diese Weise haben wir bereits die Voraussetzungen für einen Wegzug ohne Wegzugsteuer geschaffen.

Jedenfalls beraten wir Sie auch gerne im internationalen Steuerrecht. Rufen Sie uns doch gleich an und vereinbaren Sie einen Erstberatungstermin mit uns. Wir klären gerne Ihre steuerlichen Anliegen und lösen sie in Wohlgefallen auf.


Steuerberater für Unternehmenstransaktionen

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum Unternehmensteuerrecht spezialisiert. Beim GmbH-Verkauf schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Unternehmenskauf / Unternehmensverkauf

  1. Beratung zur steuerlichen Gestaltung von Unternehmenstransaktionen (Vorteile bei Share Deal & Asset Deal)
  2. Begleitung bei Prüfungen zur Due diligence
  3. Betreuung beim Aufsetzen von Kaufverträgen beim Unternehmenskauf oder -verkauf
  4. Informationen zur Aufteilung des unterjährigen Gewinns im Jahr der Veräußerung

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Lehrauftrag für Unternehmensteuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für Unternehmensteuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (3) Unternehmenskauf und -verkauf“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Steuergestaltung beim Unternehmenskauf und Unternehmensverkauf – Christoph Juhn

Olympische Spiele haben schon in der Antike große Begeisterung entfacht. Ebenso wie heutzutage galten Siege als prestigeträchtig. Doch nur den Siegern, den Olympioniken, wurde Ruhm und Ehre zuteil. Dieser Ruhm strahlte von ihnen auf ihre Heimat ab. Zum Dank für diesen öffentlichen Glanz erließen einige Stadtstaaten ihren siegreich von den Olympischen Spielen heimkehrenden Helden die Steuern. Allerdings gilt dies auch für manche moderne Olympioniken. Zum Beispiel brauchen US-Sportler, die eine Medaille von den Olympischen Spielen mitbringen, auf den Wert der Medaille sowie auf etwaige Siegesprämien nationaler Sportverbände keine Steuern zahlen. Auch in Deutschland existieren gewisse Ausnahmeregeln.

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Unser Video: Das Steuerrecht in den USA

In diesem Video erklären wir, wie das Steuerrecht in den USA aufgebaut ist und welche grundsätzlichen Unterschiede es zum deutschen Steuerrecht gibt.

Inhaltsverzeichnis


1. Olympische Spiele und Steuern – Einleitung

Die Besteuerung von Gewinnen ist weltweit verbreitet. Nur in einem Land gibt es offiziell keine Steuern, nämlich in Nordkorea. Davon abgesehen ist der Begriff Gewinn sprachlich interessant. Denn ein Gewinnen geht stets mit einer Auseinandersetzung, einem Kampf einher. Es ist ein Begriff, der uns auch aus dem Sport vertraut ist. Zwei oder mehr Parteien wetteifern unter Beachtung allgemeiner Regeln darum, die beste Leistung zu erbringen. Es ist ein simples Prinzip: der Beste triumphiert.

Aber diese Art von Gewinn hat doch sicherlich für steuerrechtliche Aspekte keinerlei Bedeutung, mögen Sie nun einwenden. Wieso also bringen wir dieses Thema dann in einem solchen Blog zur Sprache? Kurzum, weil es doch einen Zusammenhang zwischen Sport und Steuern gibt, insbesondere wenn es um die Olympischen Spiele geht.

2. Olympische Spiele: Befreiung von Steuern schon in der Antike

2.1. Zur Geschichte der Olympischen Spiele im antiken Griechenland

Die Olympischen Spiele sind allgemein dafür bekannt, dass sie im Altertum bei Olympia auf der griechischen Halbinsel Peleponnes ihren Ursprung haben. Damals, die Anfänge liegen wohl im achten vorchristlichen Jahrhundert, standen die Wettkämpfe als Begleitereignis mit religiösen Feierlichkeiten im Zusammenhang. Dabei stellten die alle vier Jahre stattfindenden Olympischen Spiele nur einen Teil eines in der ganzen griechischsprachigen Welt bekannten Zyklus dar: sie waren Teil der panhellenischen Spiele.

Im Laufe der Jahrhunderte begann man diesen Zyklus als Maßstab zur Zeitrechnung anzuwenden. So markierte der Beginn von Olympischen Spielen jeweils eine Olympiade. Was heutzutage weitestgehend in Vergessenheit geraten ist, sind die anderen sportlichen Ereignisse in Delphi, in Nemea und Argos sowie in Korinth, die ebenfalls zu den panhellenischen Spielen zählen. Die Olympischen Spiele sind deshalb herausragend gewesen, weil sie den Zyklus einer Olympiade einläuteten und Göttervater Zeus geweiht waren.

Vieles ist uns über die Olympischen Spiele in der Antike überliefert. So ist etwa bekannt, dass dies ein Ereignis war, an dem nur Männer als Athleten teilnehmen durften. Bei den Zuschauern waren nur unverheiratete Frauen und freie, unbescholtene Männer gestattet.

Die Wettkämpfe selbst waren oft unerbittlich, bisweilen sogar grausam. Jeder Teilnehmer hatte sich lange Zeit auf diese Auseinandersetzung vorbereitet und wollte den Sieg erringen. Dabei muss man verstehen, dass zur damaligen Zeit niemand seine eigenen Leistungen mit denen der Konkurrenz vorab vergleichen konnte. Man musste sich also auf die eigenen Stärken verlassen. Entsprechend hoch wertete man daher auch einen Sieg. Im Vergleich zu heute dürfte dies sogar auf emotionaler Ebene ein viel größerer Triumph gewesen sein. Jedenfalls war man vom modernen Geist des „dabei sein ist alles“ meilen-, pardon, stadienweit entfernt.

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2.2. Politische Bedeutung von Siegen bei Olympia

Indirekt profitierte aber auch die Heimat der jeweiligen Olympioniken von ihren Erfolgen. Denn wenn der Sohn eines Stadtstaates es geschafft hatte seine Gegner aus den anderen Staaten zu besiegen, dann war das bei den häufigen kriegerischen und anderen Konflikten jener Zeit immer auch ein Zeichen der eigenen Überlegenheit und Wehrhaftigkeit sowie der Gunst der Götter. Ein Sieg bei Olympia war also sowohl identitätsstiftend als auch ein Politikum. Jedenfalls erhielten die Olympioniken einen Palmzweig, ein Stirnband und einen Kranz aus den Zweigen eines heiligen, weil Zeus geweihten Olivenbaums, der bei dem ihm geweihten Tempel in Olympia stand.

2.3. Olympische Spiele: Ehrung der Olympioniken durch Befreiung von den Steuern

Da nun der Sieg des aus Olympia heimkehrenden Helden den Ruhm der eigenen Stadt ebenfalls mehrte, verfiel unter anderem Athen darauf ihnen zum Dank besondere Privilegien zu gewähren. Dazu gehörten neben stattlichen monetären Prämien und anderen Geschenken, öffentlich ausgestellte Statuen als Denkmäler für die Olympioniken beispielsweise, auch die Darbietung von Lobeshymnen auf den Sieger sowie die Aussicht auf eine feierliche Bestattung, was unserem modernen Staatsbegräbnis gleichkommt. Ebenfalls überliefert ist die lebenslange Bereitstellung von Mahlzeiten und Ehrensitzen im Theater. Recht oft führte ein Sieg bei Olympia auch zum Erlangen von politischem Einfluss. Darüber hinaus erließ man Olympioniken bisweilen sogar die Steuern, um auch auf diese Weise ihre Leistungen bei den Olympischen Spielen anzuerkennen. Gleichzeitig förderte man damit den Ehrgeiz beim Nachwuchs.

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3. Olympische Spiele der Neuzeit

3.1. Olympia gerät in Vergessenheit

Nachdem die römischen Kaiser das Christentum angenommen hatten, brandmarkten sie die Olympischen Spiele als heidnisch. Sie verboten sie, wenn auch es einige Olympiaden dauerte, bis sie tatsächlich endeten. So geriet das erste größere Sportereignis in der alten Welt nach und nach in Vergessenheit.

3.2. Die Wiederentdeckung Olympias

Als aber spätestens im 18. und 19. Jahrhundert das Interesse an der Antike in den gehobenen Bevölkerungsschichten Mitteleuropas weite Verbreitung fand, führte dies zu ersten archäologischen Grabungen im Mittelmeerraum. Man suchte nach Spuren, die die Geschichten der alten Schriften mit ihrer Existenz belegen sollten. So grub etwa Heinrich Schliemann, ein reicher deutscher Unternehmer und Selfmademan, die Überreste der antiken Stadt Troja aus, im Glauben an Funde, die einst Priamos und Helena, Ajax, Hector und Agamemnon gehörten. Und auch beim antiken Ort Olympia fanden Ausgrabungen statt. Sie standen ebenfalls unter der Aufsicht deutscher Archäologen. Doch anders als bei Schliemanns Troja galt das Interesse bei diesen Untersuchungen in erster Linie rein wissenschaftlichen Aspekten (und somit als Beweis hoher Kultur indirekt dem Ruhme des neuen deutschen Reiches).

3.3. Pierre de Coubertin: Neuauflage der Olympischen Spiele

Die Grabungen in Olympia in den 1880er Jahren weckten auch das Interesse des französischen Pädagogen Pierre de Frédy, Baron de Coubertin. Seine Begeisterung für die antiken Ideale der körperlichen Ertüchtigung, für die die Olympischen Spiele sinnbildlich standen, veranlasste ihn 1894 mit Gleichgesinnten das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu gründen. Innerhalb kurzer Zeit schaffte er es die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit zu organisieren. Sie fanden 1896 in Athen statt. Noch erstaunlicher: es nahmen tatsächlich nur Amateure teil. Die meisten von ihnen waren entweder Einheimische, etwa der Marathonläufer Spyridon Louis, oder lebten in Griechenland. Manche waren auch nur zufällig gerade in Griechenland.

Obwohl Pierre de Coubertin eine rein friedliche Begegnung der Völker bei der Wiedereinführung der Olympischen Spiele im Sinn hatte, ging das Sportereignis auch nun wieder mit nationalem Prestige einher. Welches Land würde wohl die meisten Sieger bei den Olympischen Spielen stellen? Spätestens als Hitler 1936 die Olympischen Spiele in Berlin ausrichten ließ, war das friedliche Ideal nationalen sowie ideologischen Ambitionen jedweder Couleur gewichen. In der Hinsicht hat der Geist der antiken Olympischen Spiele in der Neuzeit tatsächlich Widerhall gefunden.

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In diesem Video erklären wir, wie professionelle Fußballspieler in Deutschland Steuern zu zahlen haben.

4. Olympische Spiele: keine Steuern für deutsche Sieger

4.1. Keine Zollgebühren auf die Goldmedaille

Olympisches Prestige führt auch in unseren Tagen allgemein zu nationaler Aufwertung. Regierungen, noch mehr aber Medien in aller Welt widmen dem Medaillenspiegel große Aufmerksamkeit. Daher überrascht es kaum, dass auch heute wieder die alten Mechanismen greifen, mit denen man Spitzensportler zu Höchstleistungen motiviert.

Dazu gehören insbesondere Siegerprämien, die etwa in Deutschland die Stiftung Deutsche Sporthilfe auslobt. Denn die Goldmedaille ist eigentlich wenig wert. Sie ist eine Silbermedaille mit einem Überzug aus Gold, der knapp 7 g wiegt. Müsste ein deutscher Olympiasieger die Goldmedaille beim Zoll deklarieren, würde der Wert der Medaille gerade über dem Freibetrag liegen. Die Silber- und Bronzemedaillen sind somit ohnehin steuerfrei einführbar. Aber auch die Goldmedaille darf ein moderner Olympionike aufgrund einer Sonderregelung zollfrei einführen. Hierzu gilt Artikel 81 der Zollbefreiungsverordnung, der Ehrenabzeichen aller Art zollfrei stellt. Wäre die Medaille hingegen aus purem Gold, läge die Sache mit einem Wert von knapp EUR 20.000, zumindest hinsichtlich der Einkommensteuer, schon anders.

4.2. Differenzierungen bei der Besteuerung von Prämien in Deutschland

Dies ist das erste Beispiel dafür, das moderne Olympische Spiele mit einer Befreiung von Steuern einhergehen können. Ein weiteres ebenfalls aus Deutschland stammendes Beispiel wo ein Erfolg bei Olympischen Spielen potentiell keine Steuern verursacht, gilt in Bezug auf die Siegesprämien. Hier geht es sogar um deutlich mehr Steuern. So erhalten Medaillengewinner von der Deutschen Sporthilfe eine einmalige Prämie für das Erklimmen des Siegerpodests: EUR 20.000 für Gold, EUR 15.000 für Silber und EUR 10.000 für Bronze, wobei auch bei mehreren Medaillengewinnen nur die beste Platzierung Würdigung findet. Zusätzlich gehen weitere Prämien an Sportler, die weniger erfolgreich waren. Doch selbst bei kleineren Prämien ist klar, dass unter normalen Umständen auf diese Einkünfte Steuern anfallen müssten, sie aber zumindest das steuerpflichtige Einkommen erhöhen.

Mit dieser Frage haben sich 2021 die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags befasst und einen Bericht dazu veröffentlicht. Hier unterscheidet man auf Ebene der Finanzämter, ob Prämien zu versteuern sind. Handelt es sich bei den betroffenen Personen um Profisportler, beurteilt das Finanzamt diese Einnahmen entweder als Einkünfte aus gewerblicher, selbständiger Tätigkeit oder aus nichtselbständiger Tätigkeit – und besteuert sie regulär. Bei einem reinen Amateursportler befinden die Finanzbeamten diese Einnahmen hingegen grundsätzlich als Liebhaberei. Dies schließt die Steuerbarkeit aus. Deshalb können solche Einnahmen aus der Teilnahme an Olympischen Spielen von Steuern befreit bleiben. Dazu dürfen die Prämien den Wert der Ausgaben zur Olympiateilnahme nur unwesentlich übertreffen. Wenn jedoch der Eindruck entsteht, dass ein Amateursportler regelmäßig von diesem Ereignis wirtschaftlich profitiert, unterstellt der Fiskus entsprechende steuerpflichtige Einkünfte.

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5. Olympische Spiele: Befreiung von Steuern im Ausland

Zugegeben, die steuerlichen Erleichterungen für deutsche Olympiasportler sind allenfalls gering. Daher schauen wir uns nun stellvertretend drei Beispiele an, wie jenseits unserer Landesgrenzen Erfolge bei den Olympischen Spielen von den Steuern befreit wurden oder werden.

5.1. Belgien

Unser Nachbarland Belgien kennt gesetzliche Vorgaben, mit denen es seine Spitzensportler in den vergangenen Jahren von Steuern auf Prämien, die aus Erfolgen bei Olympischen Spielen resultierten, befreite. So hielt man Einkünfte, die im Zusammenhang mit sportlichen Erfolgen im Ausland angefallen waren und die im Ausland versteuert wurden, im Inland steuerfrei.

Bei den Olympischen Spielen treffen jedoch oft schon in der Bewerbungsphase zum Austragungsort die involvierten Staaten mit dem IOC die Vereinbarung, dass solche Einkünfte im Austragungsland steuerfrei bleiben. Auch zu den Olympischen Spielen in Tokio 2021 existierte eine solche Vereinbarung. Dies hat die kuriose Folge, dass nach dem DBA mit Japan Belgien das Besteuerungsrecht behielt, weil Japan ja keine Besteuerung vorgenommen hatte. Deshalb durfte Belgien seine Olympioniken prinzipiell besteuern. Während sie bei den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Brasilien keine Steuern zahlen mussten, war dies 2021 letztlich anders. Dabei beträgt der Eingangssteuersatz zur Einkommensteuer in Belgien 25 % und der Spitzensteuersatz 50 %.

Dies erregte in Belgien öffentliches Interesse, sodass die Regierung ihre Regeln zur Besteuerung reformierte. Künftig sollen allgemein Steuern auf Prämien und andere Einnahmen anfallen, aber nur zu 16,5 % und nur bis zu einer Höhe der Einkünfte von EUR 50.040. Allerdings gelten hierbei besondere Bedingungen. So gilt dieser besondere Steuersatz ausschließlich auf die vom Belgischen Olympischen Komitee, von öffentlicher Seite oder von einer gemeinnützigen Einrichtung gezahlten Prämien. Weiterhin kommt es auf die Art des Sportevents an. Der besonders niedrige Steuersatz greift lediglich, wenn Prämien entweder mit Olympischen beziehungsweise Paralympischen Spielen im Zusammenhang stehen oder wenn nationale oder internationale Sportverbände Europa- beziehungsweise Weltmeisterschaften organisieren.

5.2. Indien

Bei den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio hatten die Sportler aus Indien einige Erfolge errungen. Dabei konnten die glücklichen Gewinner einer Gold-, Silber- oder Bronzemedaille auch von tatsächlichen Steuerbefreiungen profitieren. Denn für ihre staatlichen Prämien in Bezug auf diese Ehrungen zahlen einheimische Spitzensportler nach dem indischen Einkommensteuerrecht seit 2014 keine Steuern.

Und diese Prämien können beträchtlich sein. Ähnlich wie im antiken Hellas die Stadtstaaten und Monarchien rühmen sich die indischen Bundesstaaten ihrer Sportler. Selbstverständlich steht auch der Staat Indien dem keineswegs nach. So hat Neeraj Chopra, der Goldmedaillengewinner im Speerwurf, vom Bundesstaat Haryana, aus dem er stammt, eine Prämie im Wert von umgerechnet etwa EUR 70.000 für seinen Erfolg erhalten, ein kleiner Teil von insgesamt etwa EUR 1.700.000 an Prämien. Er und andere indische Sportler erhielten auch Sachleistungen, die an jene im antiken Hellas erinnern, beispielsweise Freiflüge und lebenslange Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Doch gilt die Steuerbefreiung nach indischem Recht lediglich für Sportler, die bei den Olympischen spielen eine Medaille erhalten. Außerdem sind Zuwendungen aus anderen als den genannten Quellen ebenfalls regulär steuerpflichtig. Hingegen unterliegen diverse Prämien für weniger erfolgreiche indische Olympiateilnehmer weiterhin der Einkommensbesteuerung.

5.3. USA

Dass die aus eigener Sicht beste Demokratie der Welt der größten in Sachen steuerliche Vorzugsbehandlung ihrer Spitzensportler nachstehen könnte wäre ja gelacht. So beschlossen 2016 Demokraten und Republikaner in mittlerweile ungewohnter Einigkeit, dass sowohl die Einfuhr der Medaillen als auch die zugewandten Prämien in den USA steuerfrei bleiben. Denn in den USA erhalten Olympioniken vom USOC, dem nationalen Olympischen Komitee, für Gold USD 37.500, für Silber USD 22.500 und für Bronze USD 15.000. Allerdings gilt die Steuerbefreiung nur, wenn die Sportler ein bereinigtes Einkommen von weniger als USD 1.000.000 pro Jahr erzielen. Spitzensportler also, die über andere Quellen ein deutlich höheres Einkommen verdienen, bleiben von der Steuerbefreiung ausgenommen.


Steuerberater für internationales Steuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum internationalen Steuerrecht spezialisiert. Bei der Beratung in Bezug auf eine geplante Auswanderung schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Internationales Steuerrecht – Privat

  1. Allgemeine Erläuterungen zum Doppelbesteuerungsabkommen
  2. Gegenüberstellung der Anrechnungsmethode und der Freistellungsmethode
  3. Informationen zum Steuerrecht in ausländischen Steuerregimen (zum Beispiel Italien, Österreich, San Marino)
  4. Informationen zu den vielfältigen Vorteilen einer Familienstiftung in Liechtenstein
  5. Entwicklung von Gestaltungsmodellen zur Vermeidung der Wegzugsteuer

Internationales Steuerrecht – Unternehmen

  1. Beratung zur Gründung von Unternehmen in Belize
  2. Dokumentation von internationalen Verrechnungspreisen
  3. Empfehlungen zur Gründung von Unternehmen in Luxemburg
  4. Informationen zu Unternehmensformen in den USA
  5. Erläuterung der Steuervorteile der Sonderwirtschaftszone ZEC auf den Kanaren

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

Standort Köln

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Telefon-/Videokonferenz

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Fachreferent beim Steuerberaterverband für internationales Steuerrecht

Seit 2014 sind die Partner unserer Kanzlei regelmäßige Fachreferenten des Steuerberaterverbands Köln. Dabei besuchen circa 1.500 Steuerberater pro Jahr unsere Seminare. Wegen der hohen Nachfrage stellen wir Ihnen unsere Präsentation zu „alte und neue Risiken im internationalen Steuerrecht“ gerne kostenlos zum Download zur Verfügung:

Alte und neue Risiken im internationalen Steuerrecht – Christoph Juhn

Steuern können auf verschiedene Quellen anfallen. Historisch betrachtet geht es dabei in aller Regel um Abgaben auf Einkommen oder auf Vermögen. Zu letzterer Kategorie zählt sicherlich auch die Fenstersteuer, die in der Vergangenheit als besondere Form der Grundbesteuerung bestand. Tatsächlich gab es vor einigen Jahrhunderten in vielen europäischen Ländern eine Fenstersteuer. Dazu zählen insbesondere England und Frankreich sowie Schweden. Über die beiden erstgenannten Länder zog die Fenstersteuer auch in anderen Ländern ein: Belgien, Deutschland, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Schottland, Spanien und Wales. Vor etwa 100 Jahren wurde die Fenstersteuer aber wieder abgeschafft. Doch neuerdings scheint sie wieder ein kleines Comeback zu feiern.

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Unser Video: Steuerrecht in Spanien

In diesem Video erklären wir, wie das Steuerrecht in Spanien ausgestaltet ist und welche Besonderheiten es vorweist.

Inhaltsverzeichnis


1. Fenstersteuer – Einleitung

Steuern sind allgegenwärtig. Sie begleiten uns sowohl im Alltag als auch zu besonderen Begebenheiten auf Schritt und Tritt. Das beste Beispiel für erstere Kategorie ist sicherlich die Umsatzsteuer. Aber auch für die zweite Kategorie lassen sich leicht Exempel finden, etwa die Erbschaft- und Schenkungsteuer oder der Solidaritätszuschlag. Dabei gilt dies sowohl für Steuern in Deutschland als auch international.

Obwohl uns also Steuern vertraut sind, sollten wir noch kurz auf ihren Zweck blicken. Denn zu allen Zeiten haben Steuerpflichtige zumindest mit Argwohn auf die sie betreffenden Abgaben geschaut. Wenn man dazu weiß, dass Steuern in klassisch feudalen Gesellschaften meist der Finanzierung eines luxuriösen Lebensstils der jeweiligen Eliten zu Lasten der ärmeren Bevölkerung diente, ist dies sicherlich verständlich. Heutzutage ist der Zweck der Steuern in vielen Details zwar ganz anders, dennoch stellt sich oft die berechtigte Frage, ob Steuern sinnvoll sind.

Diese Frage kommt vor allem bei solchen Steuern auf, die mit besonderen Sachverhalten zusammenhängen. Darum steht ja auch der Solidaritätszuschlag seit einiger Zeit in der Kritik, denn den ursprünglich zugewiesenen Zweck scheint diese Abgabe bereits erfüllt zu haben. Ein anderer Aspekt, der häufig zu Kritik an Steuern führt, ist die Frage nach der Gerechtigkeit. Außerdem – und mit dem Gesichtspunkt Gerechtigkeit nahe verwandt – ist der Faktor der Besteuerung in außergewöhnlichen Zusammenhängen oft fragwürdig.

In diese Kategorie fällt sicherlich auch die Fenstersteuer, die in der Vergangenheit in einigen europäischen Ländern erhoben wurde. Darüber wollen wir nun kurz berichten.

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Haben Sie Fragen zur Besteuerung von Grundstücken, Gebäuden und Eigentumswohnungen?

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2. Wann und wo gab es eine Fenstersteuer?

Zunächst klären wir die historisch mit der Fenstersteuer verknüpften Fragen, also das Wann, Wo und Wie ihrer Anwendung. Im nächsten Kapitel widmen wir uns dem genauen steuerlichen Zusammenhang, der diese besondere Steuer auslöste.

Jedenfalls ist die Fenstersteuer eine rein historisch relevante Steuer, die heutzutage (fast) keine Bedeutung mehr hat. Sie ist aber insofern interessant, als sie uns als historisches Beispiel für außergewöhnliche Steuern dient. Mit diesen können wir dann entsprechende Steuern, wie sie unsere Gesetzgeber in unserer Zeit entwickeln, vergleichen.

2.1. In welchen Ländern gab es eine Fenstersteuer?

Diese Frage lässt sich leicht beantworten: eine Fenstersteuer führten England, Frankreich und Schweden ein. Über England galt die dortige Fenstersteuer ebenfalls in Irland und Wales. Später, durch die Union mit England, kam die Fenstersteuer auch nach Schottland. Und über Frankreich kam die Fenstersteuer auch nach Belgien, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und Spanien.

Neuerdings, 2016, ist sogar eine Art Fenstersteuer in Portugal eingeführt worden. Dabei handelt es sich um eine Art Aufschlag zur Grundsteuer. Er soll bei hohem Sonnenlichteinfall und einer schönen Aussicht einen höheren Immobilienwert und somit eine höhere Steuer begründen. In diesem Fall kann man also eher von einer indirekten Fenstersteuer sprechen.

2.2. Wann gab es eine Fenstersteuer?

2.2.1. Fenstersteuer in England, Irland, Schottland und Wales

England führte die Fenstersteuer 1696 ein. Dies geschah also unter der Herrschaft König William III. Anfangs galt sie in England und in Wales, später dann auch in Irland und Schottland. Dabei änderten sich die Regeln zur Erhebung der Fenstersteuer im Laufe der Zeit. Zunehmend verschärfte der Staat die Bestimmungen und Höhe der Steuer. Kein Wunder also, dass die Fenstersteuer immer unbeliebter wurde. Dennoch kam die Abschaffung erst 1851. Daran hatte wohl auch die Industrialisierung einen gewissen Anteil, denn die Mietskasernen zur Unterbringung der Fabrikarbeiter und Bergmänner blieben zur Vermeidung der Fenstersteuer praktisch fensterlos – und das hatte Folgen.

2.2.2. Fenstersteuer in Frankreich

Frankreich führte die Fenstersteuer erst rund hundert Jahre nach England ein. Dies ging indirekt auf die französische Revolution zurück. Denn nach dem Sturz der Monarchie bot sich die Besteuerung von Fenstern und Türen insbesondere an, weil Adlige ihre zahlreichen Schlösser und Paläste mit vielen Fenstern versehen hatten. Sie dienten nämlich dazu, jede und jeden, der dort weilte, vom Reichtum ihrer Besitzer zu überwältigen. Und das funktionierte am besten, wenn man sie mit viel Licht beschien. Aber auch die kunstvoll verzierten Fenster selbst waren Ausdruck überbordenden Reichtums. Erst sehr spät, nämlich 1926, verbannte Frankreich die Fenstersteuer.

2.2.3. Fenstersteuer in Deutschland

Mit Napoleon Bonaparte kam die Fenstersteuer dann schließlich ins rechtsrheinische Deutschland. Aber auch im Königreich Westphalen unterlagen Fenster der Besteuerung. So erinnert offenbar die noch heute vorhandene Fünffensterstraße in Kassel an diese Zeiten, als man durch Zumauern von Fenstern versuchte die Fenstersteuer zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Aber auch andernorts in der Region ist diese Straßenbezeichnung vorhanden, deutet also in die gleiche Richtung.

Tatsächlich breitete sich die Fenstersteuer nach dem Verschwinden der Franzosen in den deutschen Gebieten sogar aus. So führte beispielsweise Preußen eine Fenstersteuer in einigen Territorien, die unter seiner Kontrolle standen, ein. Spätestens nach der Annexion Elsass-Lothringens durch das Deutsche Reich verschwand aber auch in deutschen Landen 1895 die Fenstersteuer endgültig.

Doch halt, was geschieht gerade in Viersen? Da hat die Stadtverwaltung im Sommer 2023 die Einführung einer Fenstersteuer beschlossen. Grund hierfür ist schlicht und einfach der gewachsene Bedarf an Mammon. Die Fenstersteuer lebt also wieder auf.

2.2.4. Fenstersteuer in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Spanien

Ähnlich wie in Deutschland lief es nach dem Einmarsch der napoleonischen Truppen in den Beneluxstaaten sowie in Spanien. Auch hier führte die Besatzungsmacht die heimische Fenstersteuer ein. Doch dauerte es zum Teil bis 1919, bis sie wieder verschwand, in diesem Fall in Belgien.

2.2.5. Fenstersteuer in Schweden

1743 hielt die Fenstersteuer in Schweden Einzug. Sie blieb aber nur bis 1810 bestehen.

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Fachberatung für internationales Steuerrecht hinsichtlich der Besteuerung in Deutschland

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3. Wieso die Fenstersteuer eingeführt wurde

Als erstes Land führte England die Fenstersteuer ein. Grund hierfür war, dass man eigentlich eine Einkommensteuer einführen wollte. Diese galt jedoch allgemein als übergriffig, weil man damit ein Recht des Staates zur Kontrolle der privaten Einkommen begründet hätte. Die Besteuerung von Gebäuden und Fenstern konnte hingegen ohne ein Eindringen in die Privatsphäre der Untertanen erfolgen. Schließlich ließ sich die Bemessungsgrundlage zur Gebäude- und zur Fenstersteuer leicht von außen ermitteln.

Außerdem bestand mit der Herdsteuer bereits eine Steuer, die nur durch Eindringen in die privaten Räume der Steuerpflichtigen ermittelbar war. Es führte also zu einem Eingriff des Staates in die Freiheit der Bürger. Diese Einschränkung der Freiheitsrechte wollte man deshalb vermeiden. Gleichzeitig wollte man gerechte Steuern erheben, also Steuern nach objektiven Kriterien. Die Fenstersteuer erschien daher ideal.

Ähnlich verhielt es sich dann auch in Frankreich nach der Revolution. Auch hier stand das frisch erworbene bürgerliche Recht im Vordergrund, das man unbedingt schützen wollte. Also schaute man sich die aus England bereits bekannte Fenstersteuer an und führte eine eigene Grundsteuer auf dieser Basis ein.

4. Wie man die Fenstersteuer erhob

Besteuert wurden sowohl Fenster als auch Türen und Tore. Dabei gab es im Laufe der Zeit wechselnde Bestimmungen zur Anzahl und Position der Hausöffnungen, die steuerpflichtig waren. So waren etwa zu bestimmten Zeiten nur Fenster und Türen an Außenfassaden steuerpflichtig, später aber auch solche, die zu Innenhöfen führten. Außerdem fanden bisweilen auch Anpassungen zur Höhe der jeweiligen Steuer statt. Zumindest in Frankreich hing die Steuer auch von der Größe der Bevölkerung in der jeweiligen Gemeinde ab. In Großstädten berechnete man dabei eine höhere Fenstersteuer als auf dem Land. Noch kurioser mag dabei aber erscheinen, dass bisweilen sogar Lüftungslöcher als Fenster erachtet und entsprechend besteuert wurden. Zumindest ist dies aus England bekannt.

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Steueroptimierung mit Photovoltaikanlagen

In diesem Video erklären wir, wie man in PV-Anlagen investiert und dabei den Grundstein für erhebliche zukünftige Steuervorteile legt.

5. Folgen der Fenstersteuer

Als die Fenstersteuer in England eingeführt wurde, gab es zwei Tendenzen. Vermögende Personen richteten es zunächst so ein, dass möglichst viel Steuern fällig wurden. Man betrachtete Fenster somit als Prestigeobjekte. Der Vorteil dabei war, dass dieses Prestige ganz leicht von außen ersichtlich war. Denn genauso gut wie die Steuereintreiber konnten auch alle anderen Menschen, die an einem steuerpflichtigen Gebäude vorbeikamen, die Höhe der Fenstersteuer ermessen.

Doch hatte die Fenstersteuer auch Schattenseiten – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn für die ärmeren Bevölkerungsschichten bedeutete die Fenstersteuer eine Belastung, die man leicht umgehen konnte. Dazu musste man nur die Anzahl der Fenster reduzieren. Dies geschah entweder durch Zumauern vorhandener Fenster (was zu sogenannten Blindfenstern führte) oder, bei Neubauten, durch eine maximale Reduktion der Anzahl der eingebauten Fenster.

Dadurch kam es gerade in den Arbeitervierteln, die aus Wohnhäusern bestanden, die man an die Fabrikarbeiter und andere Vermögenslose vermietete, zu entsprechenden hygienischen und gesundheitlichen Begleiterscheinungen. Insbesondere Rachitis, die man damals auch als die englische Krankheit bezeichnete, machte sich durch die Armut an Tageslicht und dem damit einhergehenden Mangel an Vitamin D bemerkbar. Wenig überraschend nahmen andere Krankheiten ebenfalls zu, während die Lebenserwartung sank.

Auch in Frankreich waren diese Auswirkungen zu beobachten. So legt Victor Hugo in seinem berühmten Werk Les Miserable einem Bischoff in Bezug auf die Fenstersteuer in dessen Predigt folgende Zuspitzung in den Mund:

„Ach! Gott gibt den Menschen Luft, das Gesetz verkauft sie ihnen.“

Es war also klar, dass die Fenstersteuer äußerst negative Auswirkungen hatte. Dennoch dauerte es noch eine ganze Weile, bis man sie abschaffte.

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In diesem Video erklären wir, welche steuerlichen Vorteile man durch Erwerb von denkmalgeschützten Immobilien erhält.

6. Was wir aus der Idee zur Fenstersteuer lernen können

Man sagt, dass man aus einer Not eine Tugend formen kann. Die Fenstersteuer beweist, dass es auch andersherum funktioniert. Denn aus der ursprünglichen Lösung, mit der man die Einführung einer umstrittenen Einkommensteuer in England zu umgehen versuchte und gleichzeitig eine mindestens ebenso unbeliebte Herdsteuer zu ersetzen trachtete, war anfangs eine zumindest oberflächlich gerecht erscheinende Steuer entstanden. Schließlich betraf die Fenstersteuer vermögende Schichten deutlich stärker als ärmere. Doch im Laufe der Zeit, als immer mehr Menschen im Zuge der Industrialisierung in Fabriken und Kohleminen die einzige Erwerbsquelle fanden, waren es die Vermieter der Mietskasernen, die, um Steuern zu sparen, auf möglichst viele Fenster verzichteten. Die bereits beschriebenen Folgen waren in der Tat drastisch.

Wer heutzutage neue Steuerideen kommen und gehen sieht, sollte sich an dieses historische Beispiel erinnern. Neue Steuerquellen abzuschöpfen, etwa Kryptowährungen oder Solarstrom, mag zwar verlockend für den Staat sein, doch sollte man sich stets mit den potentiellen Auswirkungen erschöpfend auseinandersetzen. Dabei kommt der Kommunikation dieser Details besondere Bedeutung zu. Denn die allgemeine Zustimmung hängt oft davon ab, dass man den Steuerpflichtigen, die diese neuen Steuern zahlen sollen, von deren Sinn überzeugt. Steuern allein zur Mehrung des Staatseinkommens einzuführen ist dabei jedenfalls kein starkes Argument. Wenn man aber erkennen kann, dass die vorgestellte Besteuerung wesentliche Vorteile bringt, wäre eine Ablehnung töricht. Dies ist wohl die einzige vorteilhafte Option zur Einführung neuer Steuern.


Steuerberater für internationales Steuerrecht

Unsere Kanzlei hat sich besonders auf die steuerrechtliche Gestaltungsberatung zum internationalen Steuerrecht spezialisiert. Bei Steuern mit grenzüberschreitendem Bezug schätzen Mandanten unser Know-how beispielsweise in folgenden Bereichen:

Internationales Steuerrecht – Privat

  1. Ausräumen des Hemmnisses Wegzugsbesteuerung
  2. Steuerliche Beratung zum Home Office im Ausland
  3. Informationen zur steuerlichen Nutzung von Freizonen
  4. Steuergestaltungen mittels einer Familienstiftung in Liechtenstein
  5. Steuerliche Optimierung von Gewinnen aus Kryptowährungen im Ausland

Internationales Steuerrecht – Unternehmen

  1. Klärung zur Frage nach der Sinnhaftigkeit von Holdinggründungen im Ausland
  2. Entwicklung von Steuergestaltungsmodellen zur Vermeidung der Lizenzschranke
  3. Empfehlungen zur Gründung von Unternehmen auf Madeira

Hierzu stehen Ihnen unsere Steuerberater und Rechtsanwälte an den Standorten Köln und Bonn gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zudem beraten wir deutschlandweit per Telefon und Videokonferenz:

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Lehrauftrag für internationales Steuerrecht

Unsere besonderen Expertisen für internationales Steuerrecht werden auch durch die FOM Hochschule bestätigt. Steuerberater Christoph Juhn wurde dort zum Lehrbeauftragten für Steuerrecht berufen und lehrt seit dem Wintersemester 2013 die Veranstaltung „Steuergestaltung (2) Internationales Steuerrecht“. Das vorlesungsbegleitende Skript stellen wir Ihnen hier gerne vorab als Information zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Steuergestaltung im internationalen Steuerrecht – Christoph Juhn